Sammelstrang: Quo vadis, Europa und EU?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11752
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Nomen Nescio » So 18. Feb 2018, 16:25

Arcturus hat geschrieben:(18 Feb 2018, 15:41)

Sorry, aber was ist ein Pseudo-heinlein? Entschuldigen Sie bitte meine Ignoranz.

heinlein war der führer der deutschen in der tschechoslowakei vor münchen.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6823
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Senexx » So 18. Feb 2018, 16:25

Nomen Nescio hat geschrieben:(18 Feb 2018, 16:25)

heinlein war der führer der deutschen in der tschechoslowakei vor münchen.

Henlein.
Benutzeravatar
Arcturus
Beiträge: 707
Registriert: Mi 14. Feb 2018, 12:15
Benutzertitel: Schiffbrüchiger Grenzpionier
Wohnort: NRW

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Arcturus » So 18. Feb 2018, 16:28

Senexx hat geschrieben:(18 Feb 2018, 16:22)

Der betreffende User ist der deutschen Sprache nur unzureichend mächtig, das kann man ihm nicht vorwerfen. Ich habe das Buchstabierproblem sofort erkannt.


Ich habe niemandem außer Ihnen etwas vorgeworfen. Auch wenn sie sich für unfehlbar halten
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11752
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Nomen Nescio » So 18. Feb 2018, 16:31

Senexx hat geschrieben:(18 Feb 2018, 16:25)

Henlein.
sorry
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6823
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Senexx » So 18. Feb 2018, 16:38

Nomen Nescio hat geschrieben:(18 Feb 2018, 16:31)

sorry

Kein Problem. Muss auch immer nachschauen, ob man "Lodewijk Asscher" oder "Lodewijk Ascher" schreibt.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11752
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Die "neue" EU? Chance in der Krise?

Beitragvon Nomen Nescio » So 18. Feb 2018, 20:16

Senexx hat geschrieben:(18 Feb 2018, 16:38)

Kein Problem. Muss auch immer nachschauen, ob man "Lodewijk Asscher" oder "Lodewijk Ascher" schreibt.

himmel, ich schreibs einfach. weiß es nicht.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20426
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Implodiert Spanien?

Beitragvon H2O » Mo 19. Feb 2018, 11:04

odiug hat geschrieben:(19 Feb 2018, 01:35)
...

...Wenn Autorität und staatliche Souveränität abgegeben werden soll, dann muss das Transparent sein und auch begründet und ich zB finde es zum kotzen, dass eine EU Verordnung meiner Molkerei im Allgäu vorschreibt, wie sie ihren Bergkäse zu machen hat.
Das wissen die schon selber und auch viel viel besser, als die EU Bürokraten.

...


Ganz meiner Meinung; daß nämlich bundesstaatliche politische Lösungen so manches Staatswesen vor sich selbst retten könnten.

Aber mit Ihrem Ausflug in die Verordnungspolitik der EU liegen Sie aus meiner Sicht nicht richtig:
Die EU betreibt einen Markt für etwa 500 Mio Europäer. Ohne die EU-Verordnung auch für "Ihren" Bergkäse wäre das Produkt in diesem Markt nicht verkehrsfähig. Dann wäre es eine Kleinigkeit für nationale Institute, den Bergkäse aus ihrem Interessengebiet aus zu sperren. Das verhindert die EU mit solchen übergeordneten Regeln... und beschert uns damit ein noch nie in der Form verfügbar gewesenes Warenangebot bis hinein in den "letzten" Supermarkt.

Im Zusammenhang mit dem BREXIT wird uns immer wieder eingehämmert, welche Vorteile dieser EU Binnenmarkt bietet... und wie sehr die Briten sich verrenken, um daran teilhaben zu können, auch wenn sie sich ansonsten von der EU trennen.
Zuletzt geändert von Brainiac am Di 20. Feb 2018, 15:26, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: [MOD] Zitat sowie nachfolgende Antworten aus dem Strang "Implodiert Spanien?" hierhin verschoben
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 9985
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Implodiert Spanien?

Beitragvon odiug » Mo 19. Feb 2018, 11:46

H2O hat geschrieben:(19 Feb 2018, 11:04)

Ganz meiner Meinung; daß nämlich bundesstaatliche politische Lösungen so manches Staatswesen vor sich selbst retten könnten.

Aber mit Ihrem Ausflug in die Verordnungspolitik der EU liegen Sie aus meiner Sicht nicht richtig:
Die EU betreibt einen Markt für etwa 500 Mio Europäer. Ohne die EU-Verordnung auch für "Ihren" Bergkäse wäre das Produkt in diesem Markt nicht verkehrsfähig. Dann wäre es eine Kleinigkeit für nationale Institute, den Bergkäse aus ihrem Interessengebiet aus zu sperren. Das verhindert die EU mit solchen übergeordneten Regeln... und beschert uns damit ein noch nie in der Form verfügbar gewesenes Warenangebot bis hinein in den "letzten" Supermarkt.

Im Zusammenhang mit dem BREXIT wird uns immer wieder eingehämmert, welche Vorteile dieser EU Binnenmarkt bietet... und wie sehr die Briten sich verrenken, um daran teilhaben zu können, auch wenn sie sich ansonsten von der EU trennen.

Das ist schon richtig.
Die EU schafft einen einheitlichen Markt, in der alle sich an die Regeln zu halten haben,viel wichtiger noch, keiner Regeln aufstellt, um ausländische Konkurrenz auszuschalten.
Aber muß das bis in das letzte Kaff reichen :?:
Die Molkerei beliefert einen regionalen Markt und doch gelten Regeln,die für einen europäischen Markt gemacht sind ... für Unternehmen wie Müller Milch, um mal in der Gegend und der Branche zu bleiben.
Und das schöne an dem Bergkäse aus Lindenberg ist, er ist aus Lindenberg und das schmeckt man ... auch die alten Holzrahmen, in dem der Käse reifte.
Darf man nicht mehr ... muss Edelstahl sein, wie bei Müller Milch.
Aber gut ... modern times :rolleyes:
Ich denke, es bedarf wirklich einer Diskussion, was wir von der EU erwarten und darin muss auch mal angesprochen werden, was nicht.
Und das gilt so auch für Spanien.
Was soll in Madrid entschieden werden und was in den Regionen.
Und dieser Diskussion verweigert sich Rajoy und das ist das Wasser, mit dem die Separatisten ihre Mühlen am laufen halten.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20426
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Implodiert Spanien?

Beitragvon H2O » Mo 19. Feb 2018, 13:15

odiug hat geschrieben:(19 Feb 2018, 11:46)

Das ist schon richtig.
Die EU schafft einen einheitlichen Markt, in der alle sich an die Regeln zu halten haben,viel wichtiger noch, keiner Regeln aufstellt, um ausländische Konkurrenz auszuschalten.
Aber muß das bis in das letzte Kaff reichen :?:
Die Molkerei beliefert einen regionalen Markt und doch gelten Regeln,die für einen europäischen Markt gemacht sind ... für Unternehmen wie Müller Milch, um mal in der Gegend und der Branche zu bleiben.
Und das schöne an dem Bergkäse aus Lindenberg ist, er ist aus Lindenberg und das schmeckt man ... auch die alten Holzrahmen, in dem der Käse reifte.
Darf man nicht mehr ... muss Edelstahl sein, wie bei Müller Milch.
Aber gut ... modern times :rolleyes:
Ich denke, es bedarf wirklich einer Diskussion, was wir von der EU erwarten und darin muss auch mal angesprochen werden, was nicht.
...


Diesen Gedanken haben Sie aber nicht zu Ende gedacht! Wie wollen Sie verhindern, daß der eigentlich nur regional in den Verkauf gelangende Käse nicht doch auf dem Handelsweg über offene Zoll und Landesgrenzen in weit entfernte Gegenden gelangt? Und warum soll MüllerMilch den Anforderungen genügen, während andere (unmittelbar benachbarte Betriebe) davon befreit sind? Ein gefundenes Fressen für lange Prozesse bis hoch zum EuGH!

Entweder man hat offene Grenzen, keine Zölle und gemeinsame Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit, oder man bleibt hübsch regional in seinem Wirtschaftsgebiet. Beides zugleich geht nicht, und eine Zumutung für die Wirtschaftsbetriebe ist das auch.

Ihren letzten Satz "Wieviel Europa wünschen wir uns denn?" entscheiden Sie bei jeder Bundestagswahl und jeder Wahl zum EU-Parlament. Mit der Bundestagswahl entscheiden wir, wer unseren politischen Willen im EU-Ministerrat vertritt, und mit der EU-Parlamentswahl entscheiden wir, welche deutschen Abgeordneten an der Wahl der EU-Kommission beteiligt sein sollen. Eine Direktwahl beider Kammern fände ich auch besser, aber man kann auch ganz gut mit dem leben, was man hat.
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 9985
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Implodiert Spanien?

Beitragvon odiug » Di 20. Feb 2018, 08:27

H2O hat geschrieben:(19 Feb 2018, 13:15)

Diesen Gedanken haben Sie aber nicht zu Ende gedacht! Wie wollen Sie verhindern, daß der eigentlich nur regional in den Verkauf gelangende Käse nicht doch auf dem Handelsweg über offene Zoll und Landesgrenzen in weit entfernte Gegenden gelangt? Und warum soll MüllerMilch den Anforderungen genügen, während andere (unmittelbar benachbarte Betriebe) davon befreit sind? Ein gefundenes Fressen für lange Prozesse bis hoch zum EuGH!

Entweder man hat offene Grenzen, keine Zölle und gemeinsame Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit, oder man bleibt hübsch regional in seinem Wirtschaftsgebiet. Beides zugleich geht nicht, und eine Zumutung für die Wirtschaftsbetriebe ist das auch.

Ihren letzten Satz "Wieviel Europa wünschen wir uns denn?" entscheiden Sie bei jeder Bundestagswahl und jeder Wahl zum EU-Parlament. Mit der Bundestagswahl entscheiden wir, wer unseren politischen Willen im EU-Ministerrat vertritt, und mit der EU-Parlamentswahl entscheiden wir, welche deutschen Abgeordneten an der Wahl der EU-Kommission beteiligt sein sollen. Eine Direktwahl beider Kammern fände ich auch besser, aber man kann auch ganz gut mit dem leben, was man hat.

Das mag sein, das es an inhaltlicher Kohärenz mangelt ... ist aber auch der Intransparenz der EU geschuldet.
Wenn 60% der Gesetzgebung in Deutschland auf EU Vorgaben zurückgehen, diese aber in einer Kommission beschlossen werden und nicht im Parlament, weder im Bundestag noch in Straßburg, dann ist es auch egal, wen ich wähle.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20426
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Implodiert Spanien?

Beitragvon H2O » Di 20. Feb 2018, 09:19

odiug hat geschrieben:(20 Feb 2018, 08:27)

Das mag sein, das es an inhaltlicher Kohärenz mangelt ... ist aber auch der Intransparenz der EU geschuldet.
Wenn 60% der Gesetzgebung in Deutschland auf EU Vorgaben zurückgehen, diese aber in einer Kommission beschlossen werden und nicht im Parlament, weder im Bundestag noch in Straßburg, dann ist es auch egal, wen ich wähle.


Damit haben Sie aus meiner Sicht wieder Unrecht. Jedes Gesetz wird im EU-Ministerrat vorgeschlagen und im EU-Parlament bewilligt. Die Kommission führt mit ihrer Bürokratie hoher politischer Beamter und Mitarbeiter den Auftrag aus, das Gesetz wasserdicht zu formulieren.

Von sich allein aus kann die Kommission gar nichts. Auch wird das Personal der Kommission vom EU-Parlament und vom EU-Ministerrat vogeschlagen und nach Einigung bestätigt. Das EU-Parlament hat sich das Recht genommen, den Kommissionspräsidenten aus seinen Reihen vor zu schlagen. Damit ist ein Stück Macht vom EU-Ministerrat auf das EU-Parlament übergegangen.

Diese Entscheidungen und Gesetze hängen sehr wohl auch von Ihrer Wählerstimme ab. Natürlich müssen wir alle damit leben, daß es politische Mehrheiten gibt, die sich durchsetzen... ganz so, wie das auch im Bundestag oder im Landtag zu finden ist.

Damit will ich überhaupt nicht sagen, daß ich jede Bestimmung der EU für angemessen und sinnvoll halte. Da gibt es auch Regelungen, die vielleicht gar nicht notwendig wären... ganz so, wie auch Gesetze des Bundestags nicht immer jedermanns Geschmack treffen. Nur sollten wir davon absehen, Gesetze und Normen der EU (Ministerrat, Parlament, Kommission) wären auf undemokratische Weise zu Stande gekommen. Dahinter stehen eben 450 Mio Wähler mit mindestens ebenso vielen Meinungen.

Da kann man sich gleich einmal einfühlen, wie sich Chinesen, Inder, US-Amerikaner und Russen in ihren Riesenreichen vertreten fühlen können: "Ach, die da oben schon wieder..."
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 9985
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Implodiert Spanien?

Beitragvon odiug » Di 20. Feb 2018, 11:41

H2O hat geschrieben:(20 Feb 2018, 09:19)

Damit haben Sie aus meiner Sicht wieder Unrecht. Jedes Gesetz wird im EU-Ministerrat vorgeschlagen und im EU-Parlament bewilligt. Die Kommission führt mit ihrer Bürokratie hoher politischer Beamter und Mitarbeiter den Auftrag aus, das Gesetz wasserdicht zu formulieren.

Von sich allein aus kann die Kommission gar nichts. Auch wird das Personal der Kommission vom EU-Parlament und vom EU-Ministerrat vogeschlagen und nach Einigung bestätigt. Das EU-Parlament hat sich das Recht genommen, den Kommissionspräsidenten aus seinen Reihen vor zu schlagen. Damit ist ein Stück Macht vom EU-Ministerrat auf das EU-Parlament übergegangen.

Diese Entscheidungen und Gesetze hängen sehr wohl auch von Ihrer Wählerstimme ab. Natürlich müssen wir alle damit leben, daß es politische Mehrheiten gibt, die sich durchsetzen... ganz so, wie das auch im Bundestag oder im Landtag zu finden ist.

Damit will ich überhaupt nicht sagen, daß ich jede Bestimmung der EU für angemessen und sinnvoll halte. Da gibt es auch Regelungen, die vielleicht gar nicht notwendig wären... ganz so, wie auch Gesetze des Bundestags nicht immer jedermanns Geschmack treffen. Nur sollten wir davon absehen, Gesetze und Normen der EU (Ministerrat, Parlament, Kommission) wären auf undemokratische Weise zu Stande gekommen. Dahinter stehen eben 450 Mio Wähler mit mindestens ebenso vielen Meinungen.

Da kann man sich gleich einmal einfühlen, wie sich Chinesen, Inder, US-Amerikaner und Russen in ihren Riesenreichen vertreten fühlen können: "Ach, die da oben schon wieder..."

Ja ... ich vereinfache und du vereinfachst, weil es ist einfach zu kompliziert:
http://www.europarl.europa.eu/germany/d ... sverfahren
Kaum einer arbeitet sich da mal durch, aber jeder schwafelt halt mit ... auch ich :p
Das erstaunliche ist aber, je weniger Ahnung, desto lauter das Geschwafel.
Da gebe ich dir sogar recht.
Für mich ist es ja nicht nur eine Frage der EU.
Bei mir fängt mein Unbehagen schon auf Länderebene an, weil ich der Meinung bin, daß die wirklich entscheidenden Kompetenzen, die die Bürger unmittelbar betreffen, bei den Kommunen liegen.
Am Bürgermeister entscheidet sich die Akzeptanz von Politik und nicht am Ministerpräsidenten,am Bundeskanzler oder an EU Kommissaren ... oder inninen ... wegen dem Gender und so :p
Nun ist mir schon klar, dass auch das nur eine stark vereinfachte Sicht der Dinge ist und ein Bürgermeister kaum Einfluss auf die Weltpolitik hat ... muss er aber auch nicht haben, weil interessiert die Meisten überhaupt nicht.
Was die Leute interessiert ist, wie es in ihrer unmittelbaren Umgebung aussieht und dafür ist die Kommunalpolitik der Ansprechpartner.
Daher gehe ich in einigen Fragen mit senex sogar konform ... wenn auch aus völlig anderen Gründen.
Zuletzt geändert von odiug am Di 20. Feb 2018, 11:53, insgesamt 1-mal geändert.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20426
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Implodiert Spanien?

Beitragvon H2O » Di 20. Feb 2018, 15:56

odiug hat geschrieben:(20 Feb 2018, 11:41)

Ja ... ich vereinfache und du vereinfachst, weil es ist einfach zu kompliziert:
http://www.europarl.europa.eu/germany/d ... sverfahren
Kaum einer arbeitet sich da mal durch, aber jeder schwafelt halt mit ... auch ich :p
Das erstaunliche ist aber, je weniger Ahnung, desto lauter das Geschwafel.
Da gebe ich dir sogar recht.
Für mich ist es ja nicht nur eine Frage der EU.
Bei mir fängt mein Unbehagen schon auf Länderebene an, weil ich der Meinung bin, daß die wirklich entscheidenden Kompetenzen, die die Bürger unmittelbar betreffen, bei den Kommunen liegen.
Am Bürgermeister entscheidet sich die Akzeptanz von Politik und nicht am Ministerpräsidenten,am Bundeskanzler oder an EU Kommissaren ... oder inninen ... wegen dem Gender und so :p
Nun ist mir schon klar, dass auch das nur eine stark vereinfachte Sicht der Dinge ist und ein Bürgermeister kaum Einfluss auf die Weltpolitik hat ... muss er aber auch nicht haben, weil interessiert die Meisten überhaupt nicht.
Was die Leute interessiert ist, wie es in ihrer unmittelbaren Umgebung aussieht und dafür ist die Kommunalpolitik der Ansprechpartner.
Daher gehe ich in einigen Fragen mit senex sogar konform ... wenn auch aus völlig anderen Gründen.


Ok, das ist jetzt einmal ein Standpunkt! Im Klartext hieße das, daß die EU keine Regeln und Normen erlassen darf, die für einen Markt mit 450 Mio Verbrauchern und (na, bestimmt 50!) vielen Sprachen gelten sollen. Da kommt ja keine gute Fee, die allen Gemeinderäten der EU eine Norm vorschlägt, die (geschätzt) 4.500 Gemeinderäte koordiniert und zu einem Urteil gelangen läßt. Und dennoch werden sich noch einzelne Mitglieder der Gemeinden beschweren, daß der Gemeinderat nicht ihre höchstpersönliche Ansicht einer Sache in einen Beschluß des Gemeinderats oder des Landesparlaments oder der EU umgesetzt hat.

Das bedeutet weiter im Klartext, daß wir unsere Kleinstaaterei des 19. Jahrhunderts wieder besser geeignet finden, den Bedürfnissen der Menschen im Lande besser nach zu kommen.

Da bin ich natürlich entwaffnet, denn ich will ja ganz im Gegenteil die ganz große Nummer mit den 450 Mio Menschen, mit ihrer geballten Wirtschaftskraft und eines nicht zu fernen Tages auch ihrer Streitkräfte, damit unsere freiheitliche Lebensweise sich gegen vergleichbar große Mächte behaupten kann.

Ich meine, daß beide Ziele nicht zugleich erreichbar sind.
Benutzeravatar
Brainiac
Moderator
Beiträge: 5757
Registriert: Do 30. Jun 2011, 10:41

Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Brainiac » Di 20. Feb 2018, 16:49

Warum kann man nicht die beiden Prinzipien vereinen und lokal regeln, was am besten lokal geregelt werden kann, und zentral, was am besten zentral geregelt werden kann.

Beispiele für beides:

1. Ich bin der Meinung, dass zB Struktur, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik am besten lokal geregelt werden können, weil die Verhältnisse gerade hier so unterschiedlich sind. Ähnliches gilt m.E. für Berufsbildung, Infrastruktur und Kulturelles, und auch Teilgebiete der Kriminalitätsbekämpfung. Hier sollte sich die EU m.E. eher wenig einmischen.
2. Andererseits bin ich der Meinung, dass Dinge wie Verteidigung, Energie, Recht und Steuern grundsätzlich besser zentral, also EU-weit, zu regeln sind.

Dies vielleicht mal als grobe Orientierung. Sicher hat jeder da andere Bewertungen der Themengebiete, soll nur ein Denkanstoß sein.
this is planet earth
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 20426
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon H2O » Di 20. Feb 2018, 17:38

Brainiacs Denkanstoß geht genau in die richtige Richtung. Vielleicht können wir eine Matrix anlegen mit der Spalte "Aufgabe der Gemeinschaft" und "Aufgabe der einzelnen Staaten". Die Matrix kann man erst einmal grob anlegen, und sowie es Widersprüche gibt, weil eine Aufgabe teilweise der Gemeinschaft und teilweise den einzelnen Staaten zugeordnet werden sollte, dann unterteilen wir die Aufgabe in einzelne Unteraufgaben, die dann wieder trennscharf zugeordnet werden können.

Wenn wir das hinbekommen, dann haben wir doch schon hier im Forum nach Diskussion geordnete Vorstellungen entwickelt, wie diese Aufgabenverteilung in der EU ausgestaltet werden könnte. Lohnt sich dieser technische Aufwand hier, oder wäre das doch schon zu ehrgeizig?
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11752
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Nomen Nescio » Di 20. Feb 2018, 19:13

Brainiac hat geschrieben:(20 Feb 2018, 16:49)

Warum kann man nicht die beiden Prinzipien vereinen und lokal regeln, was am besten lokal geregelt werden kann, und zentral, was am besten zentral geregelt werden kann.

da hast du das problem der EU. kurz gesagt F und konsorten wollen viel zentral regeln. je nördlicher, je mehr lokal dagegen wird befürwortet.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2667
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Ger9374 » Mi 21. Feb 2018, 05:01

Ein Föderalistisches Europa würde doch schon das Gezeter über die Bevormundung aus Brüssel
wesentlich entkräften. Ein Zentralstaat dieser Grösse hätte etwas Krakenartiges.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6823
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Senexx » Mi 21. Feb 2018, 06:25

frems hat geschrieben:(15 Feb 2018, 16:20)

Die Idee des Zwei-Kammer-Systems ist übrigens nun auch bei der Kommission wieder ganz oben angekommen. Schon ein interessanter Wandel, den die Kommission, wo einst die nationalen Staats- und Regierungschefs ihre alten Politiker abluden, da durchmacht. Vor 20 Jahren hätte wohl kaum ein Kommissionspräsident in so einer Form eine Stärkung des Parlaments beworben, da er dann am nächsten Tag durch die Nationalstaaten abgesägt worden wäre. Aber nun gut, das ist heute rechtlich gar nicht mehr möglich, da er vom Parlament gewählt wird.

Die Europäische Union soll bürgernäher werden, sagt Kommissionschef Juncker. Er spricht sich für ein Zweikammersystem und Spitzenkandidaten bei der Europawahl aus.
http://www.zeit.de/politik/2018-02/euro ... ng-buerger

Der verlinkte Artikel ist unklar. Darin steht, dass sich Juncker gegen Macrons Vorschlag "länderübergreifender Listen" ausgesprochen habe, aber für "transnationale Listen" geworben habe.
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2667
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Ger9374 » Mi 21. Feb 2018, 06:45

Transnational, über 2 länder hinweg?!
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
Benutzeravatar
Senexx
Beiträge: 6823
Registriert: Di 25. Apr 2017, 08:21
Benutzertitel: Catalunya nou Estat d'Europa

Re: Quo Vadis, Europa?

Beitragvon Senexx » Mi 21. Feb 2018, 07:20

Was ist dann der Unterschied zu "länderübergreifend"?

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast