EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

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King Kong 2006
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Mär 2016, 21:44

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2016, 21:02)

Unser Land kann nichts unterstützen, was
für Israel zu einer erhöhten Gefahr führt.
Die Maßgabe dazu kommt nicht aus Israel,
sondern aus unserer Pflicht, die Juden nicht
erneut einem Vernichtungswillen aus zu
setzen.

Wenn Iran davon abschwört und dergleichen
auch nicht hinterrücks betreibt, dann steht
einer guten Zusammenarbeit gar nichts im
Wege. Leider paßt zu dieser Hoffnung nicht
das iranische Gerede anläßlich des Starts
einer Rakete mit 1.800 km Reichweite.


Also, was heißt das konkret? Wie soll sich Deutschland wirtschaftlich mit dem Iran arrangieren?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Do 17. Mär 2016, 21:58

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Mar 2016, 21:44)

Also, was heißt das konkret? Wie soll sich Deutschland wirtschaftlich mit dem Iran arrangieren?


Auf jeden Fall zurückhaltend, was im weitesten Sinne
die Lieferung von Rüstungsgütern betrifft. Da sollte
unser Land seinen Wettbewerbern den Vortritt über-
lassen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Mär 2016, 22:20

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2016, 21:58)

Auf jeden Fall zurückhaltend, was im weitesten Sinne
die Lieferung von Rüstungsgütern betrifft. Da sollte
unser Land seinen Wettbewerbern den Vortritt über-
lassen.


Also bevor Deutschland dem - heutigen - Iran Waffensysteme o.ä. liefert, na... da fällt mir kein guter Vergleich ein. Da muß sich Israel keine Sorgen machen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Fr 18. Mär 2016, 08:55

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Mar 2016, 22:20)

Also bevor Deutschland dem - heutigen - Iran Waffensysteme o.ä. liefert, na... da fällt mir kein guter Vergleich ein. Da muß sich Israel keine Sorgen machen.


Na, dann sind wir beiden doch schon 'mal auf der
ganz sicheren Seite! ;)
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 18. Mär 2016, 08:57

Was die Drogen angeht handelt der Iran zuallererst zum eigenen Wohle, denn im Iran gibt es ein massives Problem mit harten Drogen, trotz teils drastischer Strafen.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 18. Mär 2016, 13:47

Tom Bombadil hat geschrieben:(18 Mar 2016, 08:57)

Was die Drogen angeht handelt der Iran zuallererst zum eigenen Wohle, denn im Iran gibt es ein massives Problem mit harten Drogen, trotz teils drastischer Strafen.


Natürlich ist der enorm kosten- und personalintensive Drogenkrieg, die Grenzsicherung, an der iranisch-afghanisch-pakistanischen Grenze, dem größten Drogenanbaugebiet weit und breit, nicht nur, um "der Welt" einen Gefallen zu tun. Das ändert aber nichts an den hier beschriebenen Tatsachen. Weil die Nachfrage weltweit, auch innerhalb der EU so groß ist, wird die Nachfrage bedient. Und die flutet erheblich durch den Iran.

So, wie Deutschland in vielen Fragen nicht mehr einsieht ständig für alles möglich einzuspringen, oder die USA, sondern an das gemeinsame Tragen von Entwicklungen mahnt, hält man es auch im Iran. Es ist ja nicht so, daß die Opiumernte und die Flüchtlinge nur für den Iran wären. Im Gegenteil. Es gibt globale Probleme, die gemeinsam getragen werden müssen. Im Falle Irans sieht man diesen Bereich aus EU-Sicht nicht nur wichtig als Handlungsbedarf im eigenen Sinne, sondern darüber hinaus eine engere Sicherheitspolitik zu gestalten, mitzugestalten.

Remarks by High Representative/Vice-President Federica Mogherini at the press conference following the Foreign Affairs Council

On Iran, I shared with the Ministers our plans. First of all I gave an assessment of the implementation of the Joint Comprehensive Plan of Action which is on good track. The IAEA also recently confirmed that Iran is sticking to its commitments. We exchanged and shared an assessment following the elections in Iran. That was a clear vote of confidence in President Rohani's agenda especially on economic reforms.

And I shared with the Ministers plans and preparation of my visit on the 16 April with a number of Commissioners, in particular Commissioner Cañete, for energy and Climate, Commissioner Moedas, for research, Commissioner Vella for environment, Commissioner Bieńkowska, for enterprises, Commissioner Stylianides, for humanitarian affairs, Commissioner Navracsics, for education and Commissioner Bulc, for transport.

http://eeas.europa.eu/statements-eeas/2 ... _02_en.htm


EU-Iran relations: the next 15 years

In the initial phase, neutral areas of cooperation, such as fighting drug trafficking or environmental protection, should be identified and activities should be planned by the EU and Iran in close cooperation.

http://www.europeanleadershipnetwork.or ... _3559.html
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 16. Apr 2016, 20:08

Das Thema Flüchtlinge wird beim Gipfel EU-Iran wieder angesprochen.

Iran Ready for Cooperation with EU on Helping Refugees: Interior Minister

Speaking to reporters here in Tehran after his meeting with visiting European Commissioner for Humanitarian Aid Christos Stylianides on Saturday, Rahmani Fazli pointed to the issues discussed in the meeting, saying the commissioner has called on Iran to share experiences in various areas, including how to deal with natural disasters such as floods, earthquakes and dust storms, the Iranian minister said.

http://www.tasnimnews.com/en/news/2016/ ... r-minister
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 4. Sep 2016, 03:28

Brüssel und Teheran haben zu einer großen Bandbreite an Themen Übereinkünfte getroffen.

Joint statement by the High Representative/Vice-President of the European Union, Federica Mogherini and the Minister of Foreign Affairs of the Islamic Republic of Iran, Javad Zarif

On 16 April 2016, the EU High Representative and Vice-President of the European Commission (HRVP) Federica Mogherini met Iranian Foreign Minister Mohammad Javad Zarif in Tehran. European Commission representatives present included EU Commissioners Elżbieta Bieńkowska (Internal Market, Industry, Entrepreneurship and SMEs), Miguel Arias Cañete (Climate Action and Energy), Christos Stylianides (Humanitarian Aid and Crisis Management), Violeta Bulc (Transport), Carlos Moedas (Research, Science and Innovation), Karmenu Vella (Environment, Maritime Affairs and Fisheries) and Tibor Navracsics (Education, Culture, Youth and Sport). They met with their Iranian counterparts.


Neben Themen wie Transport, Technologiekooperationen oder Umweltschutz ging es natürlich auch um sicherheitspolitische Themen der Region. Syrien, Irak, Jemen und Afghanistan. Auch gibt es Unterstützung für die Integration der Afghanen, beginnend bei den Kindern. Im Iran. Naja, besser sie werden im Iran integriert als in der EU...?

Migration

The two sides agreed to launch a comprehensive migration dialogue and acknowledged the need to exchange information on migration management and flows as well as on policy and legislative approaches and priorities in relation to regular and irregular migration, asylum seekers and refugees, both at national and regional levels.

Regional issues

The two sides acknowledged the seriousness and urgency of addressing the volatile situation in the region. Terrorism, extremism and violence have endangered regional stability and inflicted loss of human life and resources on an unprecedented scale and have become global issues. In this context, both sides will look at ways to implement the UNGA Resolution on World Against Violence and Extremism (A/RES/128/67). They therefore consider that it is crucial to translate the positive benefits of the JCPOA into improved prospects for regional peace and stability. To this end, the two sides will engage, in a constructive and equitable manner, on regional issues with a view to building channels of dialogue, mutual trust and understanding, and in particular to fostering approaches aimed at resolving regional crises.

The two sides consider that solutions to such crises must be inclusive, peaceful and comprehensive, and above all sustainable. They stress the need for all actors to adopt constructive approaches that reinforce the principles of non-interference and the territorial integrity of states, as well as respecting the primacy of international law, including human rights.

Humanitarian Cooperation

The two sides share deep concerns on the dire humanitarian situation in the region due to the multiple conflicts. Violence and insecurity have led to the displacement of millions of people and the EU and Iran advocate all parties to the conflict to ensure the protection of vulnerable population as well as humanitarian access to the people in need. The two sides intend to enhance humanitarian coordination and humanitarian assistance delivery in respect of International Humanitarian Law in the crises affecting Syria, Iraq, Yemen and Afghanistan. The EU expresses its appreciation to Iran’s decision to include all registered Afghan refugees in the national health insurance scheme on the same basis as its own citizens and to allow all foreign children irrespective of their legal status to be enrolled in the national education system. The EU will continue to provide humanitarian and development assistance in support of health care, shelter, food security and protection for the most vulnerable. In order to meet the needs of a growing number of Afghans in Iran, the EU will make immediately available EUR 6.5 million for additional humanitarian support. Within this amount EUR 1.5 million is allocated to assist with the integration of 10,000 out of school Afghan children into the Iranian education system. Both the EU and Iran recognize the importance of working closely with the Government of Afghanistan on a common and mutually reinforcing strategy towards durable solutions. Cooperation on civil society building and strengthening of the local authorities is continuing and the two sides intend to increase this cooperation in the future.


http://europa.eu/rapid/press-release_ST ... 441_en.htm
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon firlefanz11 » Di 18. Okt 2016, 15:21

King Kong 2006 hat geschrieben:(11 Mar 2016, 23:57)
In jüngster Zeit steigt die Zahl der afghanischen Flüchtlinge in Europa/Deutschland.
...
Im Iran ist man sicher auch nicht traurig, wenn ein bedeutender Teil dieser Flüchtlinge weiter nach Europa reist.

Ganz sicher nicht... Und hier behmen sie sich dann wie die Axt im Wald u. zwingen während eines Fernsehdrehs die Dolmetscherin zum Sex u. rauben die Ausrüstung... :thumbup: :mad2:
Während eines Fernsehdrehs im "Dschungel" von Calais kommt es zu einem Übergriff auf die Dolmetscherin eines Journalisten. Drei Männer, vermutlich afghanische Flüchtlinge, sollen die Frau überfallen und zum Sex gezwungen haben.

http://www.n-tv.de/panorama/TV-Dolmetsc ... 80476.html
"Wer hier ist, weil er Hilfe beansprucht, hat eine besondere moralische Verpflichtung, den Helfern nicht das Leben zu zerstören."
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 26. Nov 2016, 10:11

Wie hält sich die EU Millionen Flüchtlinge vom Hals? Die der Iran auch nicht will?

Die zweitgrößte Flüchtlingsgruppe in der EU/Deutschland der jüngsten Vergangenheit stellen die Afghanen dar. Der Iran ist die Flüchtlingsroute. Ein sehr großer Pool von afghanischen Flüchtlingen lebt illegal und legal im Iran. Mit Augenmerk in die EU zu kommen. Wieder mal zur Zeit ca. 3 Mio. Viele davon wollen gerne weiter. Auch im Iran sind sie nicht beliebt. Und weder das soziale Netz, noch der Arbeits- und Wohnungsmarkt im Iran geben es her 3 Millionen Flüchtlinge adäquat zu beherbergen. Man will es auch gar nicht. Noch weniger als in Deutschland/EU.

Das sieht man nicht nur an den schlechten Lebensbedingungen für diese im Iran, sondern auch daran, das die Einschulung afghanischer Flüchtlingskinder im Iran ein Thema ist. Bleiben die dann nicht? :?:

Iran: Improving the lives of Afghan refugees

Roughly 3 million Afghan refugees are living in Iran, only a third of them legally. The EU believes that if conditions for them in Iran improve, fewer will try and make their way to Europe. Closer cooperation with Iran is therefore essential.

http://www.dw.com/en/iran-improving-the ... v-36166232


European Union reaches out to Iran over Afghan refugees

Promises of more help for Afghan refugees made by the European Union aid chief on his visit to Iran this month were not enough to dissuade Mariam Haidari from wanting to head to Europe.


Da im Moment Erdogan damit droht die Grenzen zur EU zu öffnen ist es eine wirksame Strategie für die EU bereits vorgelagert weitere Barrieren, nein politischer ausgedrückt natürlich nützliche Hilfen für die Flüchtlinge aufzubauen. Z.B. im Iran. Alle die im Iran bleiben, kommen nicht in die Türkei usw. Barrieren kosten natürlich. Aber vermutlich deutlich weniger, als wenn der Deich bricht.

Now the EU is trying this strategy in Iran, which sits on the main transit route for Afghan refugees -- the second-largest group after Syrians to have reached Europe by sea last year.


Nevertheless, EU's aid to Iran fades compared to 3 billion euros the bloc promised to Turkey for its help in managing migration.

Iranian officials said foreign aid covers only about 6 percent of the cost of hosting the Afghan refugee community and said the EU should do more.


Iran has hosted the large refugee community for more than 30 years now as Afghans first fled the Soviet invasion, then the long Taliban insurgency and now Islamic State attacks.

Last year, as its ties with the West started to improve slowly, Tehran allowed children of the "undocumented" Afghan refugees to attend public primary schools. Aid groups on the ground say some 48,000 such children enrolled in 2015.

http://www.reuters.com/article/us-europ ... SKCN12Q27T


Afghanen im Iran.

But still, after nearly 40 years, many Afghans say they feel discriminated against by both the state and broader society.

"Afghan is a dirty word," Maarya said. "We are accused of being criminals, lazy, uneducated, stealing jobs, driving up the rent - the usual stuff.

"Not by everyone, of course," she added quickly, gesturing towards a young Iranian volunteer at the school, who was explaining to students the difference between a rooster and a chicken. "Without them, I wouldn't be able to run my school. And there's the local mosque; they offer us shelter when the police come."

Alexey Yusupov, a director with the Friedrich Ebert Foundation in Kabul, says one of the reasons Afghans in Iran face discrimination is the country's economic situation: "Iran is going through a prolonged economic stagnation. The lifting of the sanctions has not stopped this, and the resulting disappointment has flared up anger towards 'parasiting' Afghans even more."


Die Bildungsfrage derer ist dringlicher.

Last year, Iranian Supreme Leader Ayatollah Khamenei acknowledged the problem of undocumented children in the country. The government says there are believed to be 500,000 Afghan children in Iran who are not officially attending school, while rights groups have estimated that there are around two million undocumented Afghans in total in Iran. Khamenei has said that all children in Iran should be able to attend school, regardless of their residency status.


Das birgt natürlich auch sozialen Sprengstoff. Das sexuelle ausländische Raubtier meint man nicht nur auf dem Kölner Domplatz ausgemacht zu haben, den gibts auch im Iran. Was wollen die hier? Jobs, Wohnungen, Geld und unsere Frauen? Fragt man sich auch dort. Die sollen dahin, woher sie gekommen wären, oder weiter nach Europa.

The Iranian government has hosted and provided services to one of the largest and longest-staying refugee populations in the world for decades. There are nearly one million registered Afghan refugees in Iran, in addition to the estimated two million undocumented Afghans.

Cases of serious crimes by Afghan refugees tend to go viral in Iran, putting pressure on the government to expel the refugee population. In June 2012, a group of young Afghan men were accused of gang-raping an Iranian teenager in the central city of Yazd, prompting a furious backlash as Iranians set fire to Afghan refugee neighbourhoods.


Während die Türkei Milliardenbeträge bekommt, gibt es für den Iran weiterhin Sanktionen und unvorstellbare 12 Millionen.

Compounding matters, Iran has hosted this population while grappling with its own economic problems, and with little international aid. Earlier this year, as the European Union discussed sending billions of dollars in refugee aid to Turkey, Iran was promised just under $12m in refugee funding.


Für den Iran sicher kein Argument und auch keine Hilfe die im Land festhalten zu müssen... Wer weiter will, bitte da hinten gehts nach Europa. Nur nicht drängeln.

Auch deshalb will man wohl im Iran die Bildungsfrage nicht direkt angehen. Man befürchtet wohl, daß die dann gar nicht mehr weggehen... So, wie in Deutschland es lange versäumt wurde sich ins Bewußtsein zu bringen, daß da keiner mehr geht. Dennoch ist die Frage der Schulbildung im Iran im Vergleich zu Afghanistan unschlagbar. Die demografische Entwicklung im Iran ist zwar "besser" als in Deutschland, aber aufgrund des immensen brain drains der Gebildeten Richtung USA und Europa, mag man im Iran, wie auch in Deutschland denken, daß man vielleicht doch mehr Humankapital braucht? Als Nachschub.

The UNHCR in Tehran has described Iran's aid to refugees as "exemplary" in several respects, noting that around 350,000 Afghan children were currently enrolled in Iranian primary and secondary schools. Literacy rates have surged, especially for Afghan girls, and the most vulnerable refugees can access public healthcare for as little as $18 a year.

http://www.aljazeera.com/news/2016/07/s ... 38213.html


Die Millionen Flüchtlinge, die in Pakistan sitzen, haben übrigens auch ihre Route gen Westen primär über den Iran. Nicht umsonst hat man im Iran schwere Grenzbefestigungen zu Pakistan errichtet. Für viel Geld. Und wer trotzdem durchkommt, kann auch gerne weiter... In der instabilen Region AfPak sitzen Millionen Flüchtlinge.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 26. Nov 2016, 13:20

Allmählich verfestigt sich der Eindruck, daß der Nahe und Mittlere Osten insgesamt Europa finanziell erpressen und mit unerwünschten Zuwanderern fluten will. Wäre es da nicht klüger, Europa würde seine Grenzen sichern und sowohl der Erpressung als auch der Flutung mit sehr harten Maßnahmen entgegen wirken?

Denn man darf wohl kaum verdrängen, daß auch von Afrika her sich viele Millionen unglücklicher Menschen aufmachen, die in Europa nur als Last wahrgenommen werden können. In absehbarer Zeit kommen auch dort vorhandene Herrschaftssysteme auf den Gedanken, die EU zu erpressen und ihr mit Schleuse auf/Schleuse zu übel mit zu spielen.

Die EU kann hier nicht mit zivilisierten Partnern rechnen. Selbstverteidigung ist angesagt!

So ganz neu ist diese Bedrohung ja auch wieder nicht; was im 17. Jahrhundert abflaute, das kommt offenbar im 21. Jahrhundert unter veränderten Randbedingungen wieder.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 26. Nov 2016, 13:52

H2O hat geschrieben:(26 Nov 2016, 13:20)

Allmählich verfestigt sich der Eindruck, daß der Nahe und Mittlere Osten insgesamt Europa finanziell erpressen und mit unerwünschten Zuwanderern fluten will.


Natürlich kann man auf diesen Gedanken kommen.

Damit ist Europa aber nicht alleine. Russland unkt Gefahren von überall her. Das wird alles extra nur gemacht, um Russland kaputt zu bekommen. Die arabische Welt ist nicht unerheblich davon überzeugt, daß Israel und seine westlichen Einwanderer nur zu einem Zwecke durchgeführt wurde. Der Iran findet es schon sonderbar, daß er so mit Drogen, siehe diesen Thread, "überflutet" wird. Anstieg, seit die USA dort sind. Und es gibt nicht mal Kohle dafür diese Drogen von Europa fern zu halten, stattdessen Sanktionen. Macht man das extra mit dem Iran, um ihn von innen zu zerstören oder gefügig zu machen? Diese ganzen Flüchtlinge, die nach Europa kommen, das machen "die" doch extra. Wie dem auch sei, Schuld ist natürlich der andere.

Der Nahe und Mittlere Osten fühlt sich seit der Bedeutung des schwarzen Goldes erpresst, manipuliert und verschaukelt. Egal ob zu recht oder unrecht. Wenn Europa so ein Gefühl bekommt, merkt man, wie wenig schön das ist. Und was dann für politische Antworten entstehen können! Nicht nur in Nahost, sondern auch in Europa oder den USA. Vielleicht versteht man sich dann besser. Wieso man so radikal reagiert. In Europa sind das "nur" Flüchtlinge, stell dir mal Panzer und Kriegsschiffe aus Nahost hier vor. Die ständig wegen allem mögliche hier intervenieren. Es würde mich nicht wundern, wenn hier auch dann Leute an die Macht kämen, die man in Nahost als Diktatoren bezeichnet.

Wäre es da nicht klüger, Europa würde seine Grenzen sichern und sowohl der Erpressung als auch der Flutung mit sehr harten Maßnahmen entgegen wirken?


Wäre durchaus eine Maßnahme. Der Iran hat massive Grenzsicherungen errichtet. Und beschiesst auch mal Pakistan, nicht nur die Mafias und Terroristen, wenn man die mal sieht, wenn man meint, daß die "extra"(?) diese ganze Mafia, Flüchtlinge, Drogen uvm. auf den Iran lenken ( :?: ). Was könnte die EU tun?

So ganz neu ist diese Bedrohung ja auch wieder nicht; was im 17. Jahrhundert abflaute, das kommt offenbar im 21. Jahrhundert unter veränderten Randbedingungen wieder.


Neu, war die tatsächlich nie. Auch die Megalithbauern in Europa fragten sich, was Horden an Indoeuropäer, die anrollten hier zu suchen hätten. Oder die Menschen im iranischen Hochland.

Die Politik bevorzugt Prävention. Offenbar. In einer globalisierten Welt bleibt der Eingeborene nicht wie im 19. Jahrhundert noch auf seinem Kontinent, wenn der Weiße Mann interveniert. Damals konnte man das gelassener sehen. Machtpolitik mit Herrschern, Unterstützung, Rohstoffe usw. Heutzutage hat man die Erkenntnis gewonnen, daß wenn man - aus welchen Gründen auch immer - interveniert, wie auch immer interveniert, dies direkte, spürbare Auswirkungen haben.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 26. Nov 2016, 14:53

Hilft alles nichts; die Bedrohung ist real und sie wächst erkennbar. Wenn sie immer noch nicht ausreicht, um Europa gemeinsam zu verteidigen, dann ist diesem Anhängsel Asiens nicht mehr zu helfen. Rußland ist ein Sonderfall; Kopfschütteln über so viel Unverstand, stimmt schon.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 17. Mär 2017, 23:09

Ausnahmsweise mal lobende Worte von der UN für Teheran.

Iran lauded by UN for hosting refugees

Iran's lengthy hosting of millions of Afghans has been praised by the UN's refugee agency, contrary to Tehran's image as sanctions-defiant. The UNHCR says Iranian generosity is an aspect "not told often enough."

The head of the UN refugee team in Iran, Sivanka Dhanapala, described Iran's four-decade hosting of Afghans - the fourth largest refugee population world-wide - as "exemplary."
"In a world where you have multiple bad stories about hosting refugees, I think Iran is really a good news story," he said.


Die Situation im Iran lädt dennoch viele Afghanen nicht gerade ein im Iran zu verweilen. Auch durch die Sanktionspolitik gegenüber dem Iran.

Refuge in Iran, then Europe?

Last year, the UNHCR said Afghans represented 21 percent of the new refugee arrivals in Europe. Many had lived in or transited Iran on their route west.
AFP on Thursday said Iran, whose economy is still battered by years of US-led sanctions
over its weapons programs as well as mismanagement, still tried to discourage Afghans from settling down.

http://www.dw.com/en/iran-lauded-by-un- ... a-37958945
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 26. Mär 2017, 22:38

Ankara rechnet mit potentiell 3 Mio. Flüchtlingen aus dem Iran, in der Hauptsache Afghanen, die in die Türkei wollen. Nicht als Zielort, dann gehts weiter.

3 million new migrants could come to Turkey from Iran, Deputy PM Kaynak says

Kaynak said that Turkey tends to be transit point rather than a final destination for migrants coming from Iran, and that Europe should be watching closely.

"Europe and the rest of the world should think about it. They want to come to Turkey as a transit point and they do not want to stay in the country. They want to cross into the west and for them, Turkey is an important barrier and is taking on a significant financial burden."

https://www.dailysabah.com/mideast/2017 ... aynak-says


Dafür ist für die türkische Tourismusindustrie 2017 mit bis zu 2 Mio. iranischen Touristen zu rechnen. Die bringen zumindest Geld mit. ;)

The Iranians also love to shop, and better still they pay in cash.

The Touristic Hotels & Investors Association (TUROB) said it expects 2 million Iranians to visit Turkey in 2017, which is up from the 1.6 million Iranians who came last year. This could make Iranian holidaymakers Turkey’s top customers provided there is no political tension between the two regional rivals, TUROB stated.

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z4cTE8JjFI
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Platon » Mo 27. Mär 2017, 00:09

Was derartige Zusammenarbeit mit iranischen Behörden angeht, kommt es halt immer darauf an, mit wem man da zu tun hat. Es kann beispielsweise nicht sein, dass am Ende die EU technisches Gerät und Geld an Organisationen überweist die Teil der Revolutionsgarden sind. Die Zusammenarbeit - gerade wenn es um Sicherheitskräfte geht - ist nun einmal politisch sehr problematisch. Dazu hat gerade der Flüchtingspakt mit der Türkei gezeigt, dass man mit solchen Ideen vorsichtig sein sollte und die Islamische Republik ist jetzt alles andere als vertrauenserweckender als Erdogan.

Weil es würde am Ende ja darauf hinauslaufen, dass man irgendwelche moderne Ausrüstung liefert und Leute damit ausbildet. Ist die Frage ob der Iran wirklich für einen Transfer von Technologien, die am Ende womöglich auch militärisch nutzbar sind, der richtige Partner ist.

Von daher mag es da sicherlich auf beiden Seiten guten Willen geben mal miteinander zu reden und zu sondieren was beide Seiten umsetzen wollen/können, aber eben halt eben doch durch Israel und die Haltung des Iran in Bezug auf die USA lassen sich viele Sachen am Ende aus politischen Gründen nicht umsetzen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 27. Mär 2017, 07:49

Platon hat geschrieben:(27 Mar 2017, 01:09)

Was derartige Zusammenarbeit mit iranischen Behörden angeht, kommt es halt immer darauf an, mit wem man da zu tun hat. Es kann beispielsweise nicht sein, dass am Ende die EU technisches Gerät und Geld an Organisationen überweist die Teil der Revolutionsgarden sind. Die Zusammenarbeit - gerade wenn es um Sicherheitskräfte geht - ist nun einmal politisch sehr problematisch. Dazu hat gerade der Flüchtingspakt mit der Türkei gezeigt, dass man mit solchen Ideen vorsichtig sein sollte und die Islamische Republik ist jetzt alles andere als vertrauenserweckender als Erdogan.

Weil es würde am Ende ja darauf hinauslaufen, dass man irgendwelche moderne Ausrüstung liefert und Leute damit ausbildet. Ist die Frage ob der Iran wirklich für einen Transfer von Technologien, die am Ende womöglich auch militärisch nutzbar sind, der richtige Partner ist.

Von daher mag es da sicherlich auf beiden Seiten guten Willen geben mal miteinander zu reden und zu sondieren was beide Seiten umsetzen wollen/können, aber eben halt eben doch durch Israel und die Haltung des Iran in Bezug auf die USA lassen sich viele Sachen am Ende aus politischen Gründen nicht umsetzen.


Sicherlich Argumente, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, nicht nur für Flüchtlinge. "Man" kann schon, siehe Unterstützung von diversen Milizen und Gruppen in Syrien oder Irak, oder Staaten wie Saudi-Arabien und der Türkei. Es ist eben schwierig im Kontext USA vs. Iran. Tritt diese Konstellation auf, ist jede Zusammenarbeit mit dem Iran schwierig.
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King Kong 2006
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Schulbesuch von "Illegalen" im Iran - EU-Krisenprävention

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 27. Okt 2017, 08:56

Wie erwähnt steht der Iran mit an der Spitze der Aufnahmeländer von Flüchtlingen. Die Lage der illegalen Flüchtlinge im Iran war und ist ein brisantes Thema. Seit ein paar Jahren hat der Iran die Türen der Schulen für Kinder Illegaler geöffnet.

Schule für illegale afghanische Flüchtlingskinder im Iran: Das Tor zu einer neuen Welt

Seit zwei Jahren lässt der Iran auch Illegale am Unterricht in den öffentlichen Schulen teilnehmen.

Rund 2,5 Millionen Afghanen waren laut UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR 2016) als registrierte Flüchtlinge über die Welt verstreut. Afghanistan steht damit auf Platz zwei der Herkunftsländer. Fast eine Million dieser registrierten afghanischen Flüchtlinge leben laut UNHCR (Juli 2017) im Iran – sowie etwa zwei Millionen weitere illegale afghanische Flüchtlinge, Menschen ohne Papiere, schätzt die iranische Einwanderungsbehörde.


Der 13-jährige Said zum Beispiel, er wurde hier geboren. Als Illegaler hatte er kein Recht, in die Schule zu gehen. Bis der Iran 2015 ein Dekret verabschiedete, das allen Flüchtlingen, auch den illegalen, Zugang zu öffentlichen Schulen erlaubte. Ein Meilenstein – und für tausende Flüchtlingskinder das Tor zu einer neuen Welt. Oder, um es mit Saids Worten auszudrücken: “Ich kann alles lesen, alles, was ich will, zum Beispiel Straßenschilder oder das Rezept eines Arztes im Krankenhaus.”


Das Problem aus Sicht der illegalen afghanischen Flüchtlinge im Iran war, daß bei der Anmeldung bei der Schule deren Illegalität noch einmal festgestellt werden könnte und als Folge die Abschiebung in die Heimat, in der Krieg herrscht drohen würde. Somit blieb die Möglichkeit des Schulbesuchs aus dieser Sicht verschlossen. Ähnlich wie in Deutschland will und kann man sich im Iran offenbar nicht so recht mit der Idee anfreunden "Umstände zu generieren", daß illegale Flüchtlinge länger bleiben könnten. Aber Schule und Bildung sind eben wichtig. Dabei hilft auch die EU. Das ist Krisenprävention. Und vielleicht bleiben so auch mehr im Iran. :) Also, kein Ziel Europa. :thumbup:

Das Dekret von 2015 in die Praxis umzusetzen, hieß zuerst einmal, dass Flüchtlingsfamilien ohne Papiere bei der Anmeldung ihres Kindes in der Schule nicht die Abschiebung riskieren. Was illegale Afghanen im Iran seit Jahren fürchten müssen.


Ansturm auf die Schulen: Tausende neue Schüler

Außerdem mussten die Schulen für die vielen neuen Schüler vorbereitet werden. Dafür stockte auch die EU ihre finanzielle Hilfe über ihre Partner im Iran wie die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC) auf. Olivier Vandecasteele, NRC-Landeschef im Iran: “Wir haben rund vierzig Schulen im Land unterstützt – vor allem bei der Ausrüstung und Sanierung von Schulen, damit sie wieder geöffnet werden können: Diese Schule, die Sie hinter mir sehen, war zum Beispiel mehrere Jahre lang geschlossen. Wir haben auch etliche Programme für Kinder organisiert, die aufgrund ihres Status jahrelang aus dem Schulsystem ausgeschlossen waren. Sie brauchen deshalb Förderklassen zum beschleunigten Nachholen, um in die Schule integriert werden zu können.”

Die EU stellte für die Unterstützung der afghanischen Flüchtlinge im Iran dieses Jahr gut zehn Millionen Euro zur Verfügung, der Kommissar für humanitäre Hilfe besuchte das Land zweimal. Schließlich hat auch Europa ein gesteigertes Interesse daran, dass es den Flüchtlingen im Iran besser geht…

Caroline Birch von der Abteilung für humanitäre Hilfe der EU hat über die Jahre einen Wandel bei den Bedürfnissen der afghanischen Flüchtlinge im Iran bemerkt: “Viel hat sich verändert, seit die ersten Afghanen vor über dreißig Jahren hierher kamen. Es geht jetzt weniger ums nackte Überleben, als darum, dass die Kinder die gesamte Grundschule durchlaufen, um später zur Oberschule gehen und vielleicht sogar studieren zu können.”


2,5 Mio.
registrierte afghanische Flüchtlinge weltweit
950.000
registrierte afghanische Flüchtlinge im Iran
bis zu 2 Mio.
illegale Afghanen ohne Papiere im Iran

3,6 Mio.
geschätzte Gesamtzahl der Afghanen im Iran
fast 400.000
afghanische Schüler, die an iranischen Schulen eingeschrieben sind (5% ohne Papiere)

http://de.euronews.com/2017/10/26/schul ... r-zu-einer
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 27. Okt 2017, 15:52

Ich finde es wichtig, den Iran als Staat ernst zu nehmen und zunächst von seiner vollen Souveränität in allen Fragen auszugehen, in denen er sich nicht an ungekündigte Verträge bindet. Das muss auch die Grundlage jedes Dialogs sein.
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