EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

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King Kong 2006
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EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 11. Mär 2016, 23:57

In den Iran sind mehrere Millionen Menschen geflüchtet. Die größte Gruppe bilden ca. 3 Millionen Afghanen. In jüngster Zeit steigt die Zahl der afghanischen Flüchtlinge in Europa/Deutschland. Darunter sind vermehrt nicht nur Afghanen aus Afghanistan, die den Iran als Transit nutzen, sondern Afghanen, die teilweise schon seit Jahren im Iran leben.

Die Perspektive dieser Flüchtlinge im Iran ist zwar besser als in Afghanistan, aber gefühlt, wie faktisch wohl besser in Europa bzw. Deutschland. Im Iran ist man sicher auch nicht traurig, wenn ein bedeutender Teil dieser Flüchtlinge weiter nach Europa reist.

Bekanntermaßen gibt es zähe Verhandlungen mit der Türkei im Rahmen der Flüchtlingskrise. Die EU will nun mit Teheran in einen "breiten Dialog" treten. Was immer das zu bedeuten hat.

EU besorgt über wachsende Zahl afghanischer Flüchtlinge aus dem Iran

BRÜSSEL (AFP)--Die EU ist besorgt über die wachsende Zahl afghanischer Flüchtlinge, die sich nach teils jahrelangem Aufenthalt im Iran auf den Weg nach Europa machen. Von drei Millionen afghanischen Flüchtlingen im Iran seien schon "mehrere tausend unterwegs", wie EU-Diplomaten in Brüssel sagten. Vielen fehle die wirtschaftliche Perspektive. Hinzu komme die schwindende Hoffnung, wegen der schlechten Sicherheitslage in ihre Heimat zurückkehren zu können.

Nach Angaben der EU-Grenzbehörde Frontex sind Afghanen die zweitgrößte Gruppe von Flüchtlingen, die in Griechenland ankommt. Im Januar machten sie mit gut 16.000 Menschen rund 23 Prozent der eintreffenden Migranten aus. Nach einer Schätzung des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kam rund ein Drittel der Afghanen aus dem Iran, wo sie teils jahrelang gelebt haben oder auch geboren wurden.

Die EU will das Schicksal der Afghanen im Iran nun im Rahmen eines breiteren Dialogs mit Teheran thematisieren, der am Montag von den EU-Außenministern beschlossen werden soll. Es gehe um die Frage, wie für im Iran lebende Afghanen "Perspektiven verbessert" werden könnten, sagte ein Diplomat. Denn wirtschaftlich seien sie "häufig darauf zurückgeworfen, dass sie häusliche Arbeitsstellen übernehmen", etwa als Putzfrau oder Wachmann.

Die Gespräche mit Teheran in der Frage gelten aber als schwierig und könnten womöglich auch in finanzielle Forderungen an Europa münden. Wie es in Brüssel heißt, "beschwert" sich die iranische Regierung darüber, dass sie "mit dem Schicksal der afghanischen Flüchtlinge allein gelassen worden" sei und, wie lange Zeit auch die Türkei, keinerlei finanzielle Unterstützung erhalten habe.

Die EU hat Ankara im Zuge der Zusammenarbeit in der Flüchtlingskrise im November 3 Milliarden Euro zur Verbesserung der Versorgungslage der 2,7 Millionen Syrer zugesagt, die inzwischen in der Türkei leben. Die türkische Regierung fordert mittlerweile weitere 3 Milliarden Euro.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hatte bereits Anfang Februar gesagt, der Iran brauche Unterstützung in der Frage der afghanischen Flüchtlinge. Diese sei auch "im europäischen Interesse". Mogherini reist im April nach Teheran.

http://www.finanzen.net/nachricht/aktie ... an-4775374


Teheran hat im unmittelbaren Grenzgebiet bis 2010 ungefähr 500 Millionen Dollar in Projekte in Afghanistan investiert, um die Situation dort direkt an der iranischen Grenze zu stabilisieren. Straßen, Schulen, Elektrizität usw.. Herat, gelegen in der gleichnamigen Provinz geht es im Vergleich zu anderen Provinzen recht gut.

Iran key player in global war on drugs

UNODC already reports Iran as accounting for the largest proportion of opium (74% of the world total), heroin and morphine base (25% of the world total) seizures.

Iran claims to have invested millions of dollars in securing its eastern borders, building infrastructure such as roads, watchtowers, trench barriers and surveillance systems. Border security has come at a heavy cost in blood, too. In recent decades, more than 3,700 Iranian security personnel have been killed in anti-narcotics operations.

For those unaware of Iran’s war on drugs, the key question is: Why are Iran’s anti-narcotics operations important for the world?

First and foremost, a committed and capable Iran, with the support of regional and global players, can significantly reduce the inflow of opiates from Afghanistan to international markets in Turkey, Europe and North America.

With the steadily fading sanctions regime and rising prospects for re-engagement, two key areas of collaboration can have a positive impact on Iran’s interdiction capacity: access to advanced monitoring and interception technology as well as exchange of critical intelligence.

“It is the exchange of information on trafficking patterns and actual shipments which is critical to law enforcement success,” Lewis tells Al-Monitor. “And this is where both Iran and the world have lost out for many years because of Iran’s isolation. Let’s hope the new international environment will assist improved cooperation among the police officers, both Iranian and foreign, who undertake a very important — and dangerous — job on behalf of all of us.”

Acquisition and scientific assistance in developing new advanced monitoring and detection of narcotics could be a solid platform for Iran to collaborate with global private and public sector entities, including those that have until now been unable to do business with Iran. Such technologies include high-energy X-ray devices and nuclear-based explosive and narcotics detection systems. Better communication and coordination — particularly in terms of intelligence sharing — can also deter illicit drug traders from using Iran as a conduit for transporting their drugs out of Afghanistan.

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z42dcoE1by


Ich könnte mir vorstellen, daß Teheran jetzt auch Unterstützung im Kampf gegen die organisierte Kriminalität sehen will. Seit vielen Jahren gibt es einen personal- und kostenintensiven Kampf gegen die mächtigen Drogenbosse dort, der sich in keinster Weise hinter den Narcokriegen in Mittel-und Südamerika verstecken muß. Mehrere tausend Tote gab es bei diversen Auseinandersetzungen auf iranischer Seite. Und Tonnen von Drogen, die über den Iran nach Europa gehen. Direkte Unterstützung für den Abwehrkampf an der iranisch-afghanischen Grenze gab es nur minimal aus Europa, welches letztendlich auch davon betroffen ist.

Eine Kopplung der Themen wäre nun durch den Wegfall möglich. Denn Teheran wollte nicht nur finanzielle Beteiligung am Kampf, sondern auch moderne Sicherheitstechnik. Das war stets ein Problem. Es bleibt abzwarten, was Brüssel mit "breiten Dialog" meint.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 12. Mär 2016, 09:50

Der kühle Verstand sagt mir, daß mit Iran schleunigst
die Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Rauschgift-
handels aufgenommen werden sollte, ganz einfach
um ihn weiter zu erschweren und möglichst zu ver-
eiteln.

Mein Gefühl warnt mich, daß gefasste Schmuggler
und Händler dann auch mit unserer Hilfe am Galgen
aufgehängt werden. Ich vermute, daß das die zugedachte
Strafe für Rauschgiftschmuggler in Iran sein wird.

Frage:
Wie sieht die Zusammenarbeit unserer Sicherheitsdienste
mit Singapur, Malaysia und Indonesien aus? Dort droht
Rauschgiftschmugglern ebenfalls die Todesstrafe.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 12. Mär 2016, 13:59

H2O hat geschrieben:(12 Mar 2016, 09:50)

Der kühle Verstand sagt mir, daß mit Iran schleunigst
die Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Rauschgift-
handels aufgenommen werden sollte, ganz einfach
um ihn weiter zu erschweren und möglichst zu ver-
eiteln.

Mein Gefühl warnt mich, daß gefasste Schmuggler
und Händler dann auch mit unserer Hilfe am Galgen
aufgehängt werden. Ich vermute, daß das die zugedachte
Strafe für Rauschgiftschmuggler in Iran sein wird.

Frage:
Wie sieht die Zusammenarbeit unserer Sicherheitsdienste
mit Singapur, Malaysia und Indonesien aus? Dort droht
Rauschgiftschmugglern ebenfalls die Todesstrafe.


Zur Zeit sind es ca. 500 Tonnen Opium im Jahr, die nicht weiter nach Europa gelangen.

Iran stops transit of 500 tons of drugs into EU in year

TEHRAN, Dec. 15 (MNA) – Iranian Interior Minister Rahmani-Fazli says Iran seizes almost 500 tons of narcotics every year, preventing the transit of a large part of drugs trafficked from Afghanistan that are destined for Europe.

Iran lies on a main transit route for the smuggling of opium and heroin from Afghanistan or Pakistan which are destined for countries across the Middle East and in Europe. According to reports, Iran has spent 700 million dollars to build a wall along its 1,800-kilometer border with Afghanistan and Pakistan in a bid to clamp down on smugglers.

http://en.mehrnews.com/news/112847/Iran ... EU-in-year


Drugs: The Overlooked Issue in Nuclear Talks With Iran

Better relations between Tehran and the West could put a major dent in the global opium trade.

http://www.theatlantic.com/internationa ... an/284055/


UNODC
United Nations Office on drugs and crime
Iran

https://www.unodc.org/islamicrepublicofiran/


Iran's War on Drugs: Holding the Line?
By John Calabrese | Asst Prof / Director Middle East-Asia Project (MAP) - American University / Middle

http://www.mei.edu/content/irans-war-drugs-holding-line


Es gab in den letzten Jahren stets wohlwollende Worte aus Europa für den Iran und der Drogenbekämpfung. Praktisch ist weniger erfolgt. Wir haben durch die Flüchtlingsströme wiederholt bemerkt, wie klein das globale Dorf geworden ist. Flüchtlinge sieht man vermutlich nur besser als Drogenpakete. Die Wahrnehmung ist anders. Berlin meinte, man würde die dt. Sicherheit auch am Hindukusch verteidigen. Soweit muß man gar nicht gehen.

Auch an der iranisch-afghanisch-pakistanischen Grenze wird bereits die Sicherheit Europas verteidigt. Die Kapazitäten Irans sind nur beschränkt. Vielleicht kommt diesmal im Rahmen eines "breiten Dialogs" etwas anderes zustande.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Sa 12. Mär 2016, 19:03

@King Kong:

Was veranstaltet der Iran mit überführten Rauschgifthändlern?
Todesstrafe?
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 12. Mär 2016, 20:15

Warum sollte man sich mit dem Iran im breiten Dialog über Afghanistan unterhalten?
Da redet die EU doch besser direkt mit Afghanistan.
Und mit reden meine ich Gespräche auf Augenhöhe.
Opiumplantagen dienen sicherlich der örtlichen Ökonomie,
aber das ist doch sicherlich mit Wirtschaftsförderung im Sinne der EU gemeint.
Im übrigen hat der Iran noch genug eigene Themen mit der EU zu klären.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 12. Mär 2016, 22:01

@H20

In inflationärer Weise wird bei Drogendilekten mit der Todesstrafe geahndet. Im Grenzkampf wird allerdings wenig Rücksicht genommen. Die mehreren tausend Tote auf iranischer Seite sind nicht kiffenden Kleinganoven geschuldet, sondern schwerbewaffneten Drogenschmugglern. Die im Zweitberuf nicht selten Kämpfer verschiedener Milizen sind. Kampferprobt. Sie sind mit automatischen Waffen, Maschinenkanonen, Panzerfäusten, Drohnen, Geländewagen und Trucks ausgerüstet. Auf iranischem Boden wird rigoros mit Drogenschmugglern umgegangen. Bis hin zur Todesstrafe. Vermutlich bei größeren Fischen. Die kleinen sind im Knast.

So hart im Ahnden mit Strafen im Iran gehandelt wird, so relativ weit für die Region entwickelt sind Entzugs- und Rehabilitationsprogramme dort. Das wird sogar von Experten im Westen wahrgenommen.

@Bielefeld09

Man ist bereits seit vielen Jahren im Kontakt mit afghanischen Behörden. Man "verteidigt" die Interessen bereits am Hindukush vor Ort. Das reicht aber offenkundig nicht. Seit dem US-Einsatz dort ist die Produktion in Afghanistan explodiert. Die Verteidigung muß tiefer gestaffelt sein. Die Gespräche dahinsichtlich mit Teheran sind nicht neu. Auch sie existieren seit vielen Jahren. Allerdings auf Diskussionsniveau. Offenbar geht man davon aus, daß nach dem Wegfall der Sanktionen und intensiveren Kontakten der Ansatz jetzt eher gegeben ist, in praktischen Umsetzungen. Das Handlungsbedarf ist, wurde dramatisch in der Flüchtlingskrise in Erinnerung gerufen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 12. Mär 2016, 22:19

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Mar 2016, 22:01)

@H20

In inflationärer Weise wird bei Drogendilekten mit der Todesstrafe geahndet. Im Grenzkampf wird allerdings wenig Rücksicht genommen. Die mehreren tausend Tote auf iranischer Seite sind nicht kiffenden Kleinganoven geschuldet, sondern schwerbewaffneten Drogenschmugglern. Die im Zweitberuf nicht selten Kämpfer verschiedener Milizen sind. Kampferprobt. Sie sind mit automatischen Waffen, Maschinenkanonen, Panzerfäusten, Drohnen, Geländewagen und Trucks ausgerüstet. Auf iranischem Boden wird rigoros mit Drogenschmugglern umgegangen. Bis hin zur Todesstrafe. Vermutlich bei größeren Fischen. Die kleinen sind im Knast.

So hart im Ahnden mit Strafen im Iran gehandelt wird, so relativ weit für die Region entwickelt sind Entzugs- und Rehabilitationsprogramme dort. Das wird sogar von Experten im Westen wahrgenommen.

@Bielefeld09

Man ist bereits seit vielen Jahren im Kontakt mit afghanischen Behörden. Man "verteidigt" die Interessen bereits am Hindukush vor Ort. Das reicht aber offenkundig nicht. Seit dem US-Einsatz dort ist die Produktion in Afghanistan explodiert. Die Verteidigung muß tiefer gestaffelt sein. Die Gespräche dahinsichtlich mit Teheran sind nicht neu. Auch sie existieren seit vielen Jahren. Allerdings auf Diskussionsniveau. Offenbar geht man davon aus, daß nach dem Wegfall der Sanktionen und intensiveren Kontakten der Ansatz jetzt eher gegeben ist, in praktischen Umsetzungen. Das Handlungsbedarf ist, wurde dramatisch in der Flüchtlingskrise in Erinnerung gerufen.

Tja und nun?
Entweder ich kläre das Drogenproblem mit Afghanistan oder ich brauche gar nicht zu intervenieren!
Wo ist nun dein Problem?
Iran hat damit nun gar nichts zu tun.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 12. Mär 2016, 22:31

Bielefeld09 hat geschrieben:(12 Mar 2016, 22:19)

Tja und nun?
Entweder ich kläre das Drogenproblem mit Afghanistan oder ich brauche gar nicht zu intervenieren!
Wo ist nun dein Problem?
Iran hat damit nun gar nichts zu tun.


Eine der Hauptrouten geht über den Iran. Wie gesagt, es werden dort auch mal im Jahr 500 Tonnen abgefangen. Die sind auch für Europa bestimmt.

Wo, das Problem ist? Was wäre dein Tipp die Produktion massiv in Afghanistan runterzufahren? Worauf man in Brüssel oder Washington noch nicht gekommen ist. Wenn du das schaffst, braucht es auch keine Kämpfe und massiven Grenzsicherungen mehr dort. Du könntest von allen Seiten auf Lorbeeren hoffen. Das wäre fabelhaft. Aber es ist nicht so.

Man könnte sagen, daß es im Falle der EU keinerlei Grenzsicherungen bedürfe. Wir schaffen das. Aber offensichtlich hat das nur dazu geführt, daß ganze Flüchtlingsströme nach Europa gekommen sind. Mit großen Folgen für die EU, nicht nur bei den Nationalstaaten, sondern auch strukturell für die EU werden jetzt Risse deutlich. Sicher kann man sagen, wenn in Nahost so einige Kriege nicht gewesen wären, wenn man dort Frieden jetzt schaffen könnte, wenn... Fakt ist, sie kommen. Und jetzt werden die Grenzen gesichert.

Man kann natürlich den Drogenanbau und die Gründe, daß mehrere Millionen Afghanen flüchten, lösen. Aber wenn man das nicht schafft. Muß man Barrieren schaffen, der erste massive Deich ist die Grenze zum Iran. Die Drogen und die Flüchtlinge nach Europa durchzuwinken erscheint wenige schmeichelhaft für Europa.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Bielefeld09 » Sa 12. Mär 2016, 22:46

Was glaubst du eigentlich , wer in Afghanistan Opium anbaut?
Wer verdient damit Geld?
Und wieso sollte ein Afghanischer Opiumanbauer seine Produktion einstellen,
wenn er damit Geld verdient?
Und was hat damit nun der Iran zu tun?
Das erkläre mir doch einmal ehrlich.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Mär 2016, 01:12

Bielefeld09 hat geschrieben:(12 Mar 2016, 22:46)

Was glaubst du eigentlich , wer in Afghanistan Opium anbaut?
Wer verdient damit Geld?
Und wieso sollte ein Afghanischer Opiumanbauer seine Produktion einstellen,
wenn er damit Geld verdient?
Und was hat damit nun der Iran zu tun?
Das erkläre mir doch einmal ehrlich.


Ist das jetzt dein Lösungsansatz? Wo genau ist der zu finden?

Die EU soll also mit einem afghanischen Opiumbauern sprechen? Der nach deiner Meinung sowieso seinen Opiumanbau nicht einstellt. Das macht somit also nach deinen Ausführungen hin keinen Sinn. Dann muß man schauen, daß die Drogen den Weg nicht in die EU finden. Z.B. über den Iran.

Offensichtlich ist dir die Diskussion, siehe meine Links, darüber irgendwie entgangen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Bielefeld09 » So 13. Mär 2016, 01:22

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Mar 2016, 01:12)

Ist das jetzt dein Lösungsansatz? Wo genau ist der zu finden?

Die EU soll also mit einem afghanischen Opiumbauern sprechen? Der nach deiner Meinung sowieso seinen Opiumanbau nicht einstellt. Das macht somit also nach deinen Ausführungen hin keinen Sinn. Dann muß man schauen, daß die Drogen den Weg nicht in die EU finden. Z.B. über den Iran.

Offensichtlich ist dir die Diskussion, siehe meine Links, darüber irgendwie entgangen.

Dich verstehe ich nicht
Warum sollten Iran opiate nicht über Afghanistan laufen?
Erklär mal!
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Mär 2016, 01:43

Bielefeld09 hat geschrieben:(13 Mar 2016, 01:22)

Dich verstehe ich nicht
Warum sollten Iran opiate nicht über Afghanistan laufen?
Erklär mal!


Warum sollten Drogen aus dem Iran nicht über Afghanistan laufen? Also im Iran angebaute und produzierte Drogen werden nach Afghanistan exportiert und dann re-importiert und dann wieder exportiert...? Deine Vorstellungen soll ich dir erklären? Das solltest du selbst erläutern.

Ok, was war jetzt noch einmal genau dein Lösungsansatz für die Drogen- und Flüchtlingswelle aus Afghanistan?
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Bielefeld09 » So 13. Mär 2016, 01:56

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Mar 2016, 01:43)

Warum sollten Drogen aus dem Iran nicht über Afghanistan laufen? Also im Iran angebaute und produzierte Drogen werden nach Afghanistan exportiert und dann re-importiert und dann wieder exportiert...? Deine Vorstellungen soll ich dir erklären? Das solltest du selbst erläutern.

Ok, was war jetzt noch einmal genau dein Lösungsansatz für die Drogen- und Flüchtlingswelle aus Afghanistan?

Wo war die jetzt?
Und was hat die mit dem Iran zu tun?
Mach mal, geht aber gar nichtT
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » So 13. Mär 2016, 09:05

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Mar 2016, 22:01)

@H20

In inflationärer Weise wird bei Drogendilekten mit der Todesstrafe geahndet. Im Grenzkampf wird allerdings wenig Rücksicht genommen. Die mehreren tausend Tote auf iranischer Seite sind nicht kiffenden Kleinganoven geschuldet, sondern schwerbewaffneten Drogenschmugglern. Die im Zweitberuf nicht selten Kämpfer verschiedener Milizen sind. Kampferprobt. Sie sind mit automatischen Waffen, Maschinenkanonen, Panzerfäusten, Drohnen, Geländewagen und Trucks ausgerüstet. Auf iranischem Boden wird rigoros mit Drogenschmugglern umgegangen. Bis hin zur Todesstrafe. Vermutlich bei größeren Fischen. Die kleinen sind im Knast.

So hart im Ahnden mit Strafen im Iran gehandelt wird, so relativ weit für die Region entwickelt sind Entzugs- und Rehabilitationsprogramme dort. Das wird sogar von Experten im Westen wahrgenommen.
...


Ja, mit Iran muß man wohl sprechen, schon weil es dort nicht allein
um Rauschgifthandel geht, sondern auch um kriegerische Übergriffe
im Grenzbereich. Da wird Deutschland vielleicht dafür sorgen müssen,
damit im Grenzbereich zu Afghanistan "Waffengleichheit" gesichert ist.

An die systematische Abmurkserei mag man dabei gar nicht denken.
Die scheint aber von beiden Seiten betrieben zu werden. Ein Grenz-
krieg um Interessen, wenn man es genau nimmt, wobei die iranische
Seite nach meinem Verständnis deutlich besser begründet antritt!
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Mär 2016, 12:51

H2O hat geschrieben:(13 Mar 2016, 09:05)

Ein Grenzkrieg um Interessen, wenn man es genau nimmt, wobei die iranische
Seite nach meinem Verständnis deutlich besser begründet antritt!


Es geht primär um Grenzsicherung. Die ist an der iranisch-afghanisch/pakistanischen Grenze sehr schwierig. Sie ist riesig und teilweise geografisch schwer zu kontrollieren. Das Interesse auf iranischer Seite ist die Grenzsicherung. Die der Opponenten diese illegal zu durchdringen. Organisierte Kriminalität. Drogen- und Menschenhandel.

Seit rund 150 Jahren ist der Iran im Rahmen des Industriezeitalters im Fokus sogenannter Großmächte/Supermächte. Wegen seiner Lage. Es geht auch hier neben vorhanden Ressourcen, maßgeblich um Transitrouten für diese. Zentralasien, Fernost, indischer Subkontinent, Nahost/Afrika und auch Europa. In den letzten Jahrzehnten war im Rahmen der Absicherung im militärischen Kontext ein erheblicher Ausbau des Raketenarsenals für Teheran Mittel der Wahl, um die Sicherung/Abschreckung zu gewährleisten. Die Carter-Doktrin zeigte entgegengesetzt den Zugriff auf diese Region zu halten. Dieses Mittel Irans erweist sich aber beim Erzwingen der Transitroute Iran durch die organisierte Kriminalität und Flüchtlingsbewegungen als nicht effizient. Flüchtlinge lassen sich nicht von Seezielflugkörpern, die auf Kriegschiffe an der iranischen Küste zeigen wirklich abschrecken. Auch scheint auf die Drogenschmuggler eine verbunkerte ballistische Rakete keine abschreckende Wirkung zu zeigen. Deshalb hat man altmodisch wieder angefangen im Rahmen der Grenzsicherung auf bewährtes zu setzen. Gräben, damit die Trucks der Schmuggler nicht ganz so einfach durchfahren können, Wälle und Mauern, etwas statisches, um wie beim Limes oder Hadrianswall keine komplette wilde Fluktuation im Grenzverkehr zu haben. Wie im Falle Pakistans. Auch hier gibt es keine territoriale Dispute, es geht um Grenzsicherung.

Iran–Pakistan barrier

The Iran–Pakistan barrier is a border barrier, which Iran has started building along its border with Pakistan replacing an intermittent tattered border fence.[1] The 3 ft (91.4 cm) thick and 10 ft (3.05 m) high concrete wall, fortified with steel rods, will span the 700 km frontier stretching from Taftan to Mand. The project will include large earth and stone embankments and deep ditches to deter illegal crossings and drug smuggling into Iran. The border region is already dotted with police observation towers and fortress-style garrisons for troops. Iran and Pakistan do not have border disputes or other irredentist claims and Pakistan's Foreign Ministry has stated, "Pakistan has no reservation because Iran is constructing the fence on its territory."

https://en.wikipedia.org/wiki/Iran–Pakistan_barrier


Im Falle Afghanistans gibt es ähnliche Anlagen.

Die Zahl der Afghanen, die nach Deutschland fliehen, ist zuletzt stark gestiegen. Im vergangenen Jahr registrierten die Behörden mehr als 150.000 Afghanen als Asylsuchende.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/f ... 79443.html


Natürlich gibt es auch eine Vorwärtsverteidigung Irans. Präventive Maßnahmen. Das sind die großen Investitionen in Westafghanistan. Die Resultate lassen sich sehen, sind aber nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Das ist alles sehr teuer. Die Grenzsicherung und der Drogenkrieg. Wie einige Millionen Flüchtlinge. Und Ziel ist in beiden Fällen nicht unerheblich Europa. Deshalb wird vorrausichtlich im April Mogherini als Vertreterin für die Außen- und Sicherheitspolitik der EU nach Teheran reisen.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » So 13. Mär 2016, 13:56

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Mar 2016, 12:51)

Es geht primär um Grenzsicherung. Die ist an der iranisch-afghanisch/pakistanischen Grenze sehr schwierig. Sie ist riesig und teilweise geografisch schwer zu kontrollieren. Das Interesse auf iranischer Seite ist die Grenzsicherung. Die der Opponenten diese illegal zu durchdringen. Organisierte Kriminalität. Drogen- und Menschenhandel.

Seit rund 150 Jahren ist der Iran im Rahmen des Industriezeitalters im Fokus sogenannter Großmächte/Supermächte. Wegen seiner Lage. Es geht auch hier neben vorhanden Ressourcen, maßgeblich um Transitrouten für diese. Zentralasien, Fernost, indischer Subkontinent, Nahost/Afrika und auch Europa. In den letzten Jahrzehnten war im Rahmen der Absicherung im militärischen Kontext ein erheblicher Ausbau des Raketenarsenals für Teheran Mittel der Wahl, um die Sicherung/Abschreckung zu gewährleisten. Die Carter-Doktrin zeigte entgegengesetzt den Zugriff auf diese Region zu halten. Dieses Mittel Irans erweist sich aber beim Erzwingen der Transitroute Iran durch die organisierte Kriminalität und Flüchtlingsbewegungen als nicht effizient. Flüchtlinge lassen sich nicht von Seezielflugkörpern, die auf Kriegschiffe an der iranischen Küste zeigen wirklich abschrecken. Auch scheint auf die Drogenschmuggler eine verbunkerte ballistische Rakete keine abschreckende Wirkung zu zeigen. Deshalb hat man altmodisch wieder angefangen im Rahmen der Grenzsicherung auf bewährtes zu setzen. Gräben, damit die Trucks der Schmuggler nicht ganz so einfach durchfahren können, Wälle und Mauern, etwas statisches, um wie beim Limes oder Hadrianswall keine komplette wilde Fluktuation im Grenzverkehr zu haben. Wie im Falle Pakistans. Auch hier gibt es keine territoriale Dispute, es geht um Grenzsicherung.



Im Falle Afghanistans gibt es ähnliche Anlagen.



Natürlich gibt es auch eine Vorwärtsverteidigung Irans. Präventive Maßnahmen. Das sind die großen Investitionen in Westafghanistan. Die Resultate lassen sich sehen, sind aber nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Das ist alles sehr teuer. Die Grenzsicherung und der Drogenkrieg. Wie einige Millionen Flüchtlinge. Und Ziel ist in beiden Fällen nicht unerheblich Europa. Deshalb wird vorrausichtlich im April Mogherini als Vertreterin für die Außen- und Sicherheitspolitik der EU nach Teheran reisen.


Wir dürfen uns hier aber auch nichts vor machen:

Unsere Hemmungen beruhen schon auf der sehr
unversöhnlichen Gegnerschaft Irans zu Israel, dessen
gesicherte Existenz deutsche Staatsraison ist, nachdem
unser Volk den Juden Europas so viel Greuel bereitet
hatte.

Hinzu kommt, daß der iranische Islamismus sich gegen
Israel wendet, durch Hisbollah und Hamas als unterstützte
Gruppen.

Man stelle sich also vor, daß an dieser ganz anderen Front
plötzlich deutsche technische Hilfe ins Spiel gebracht wird,
womöglich noch mit Steuerwerken für weitreichende Raketen!
(Gab es einmal bei Saddam Husseins Geschossen!)

An sich könnte Iran ein guter Partner für uns Deutsche sein;
aber man müsste mehr internationale Gemeinsamkeiten
entwickeln, die sich weder gegen die USA noch gegen das
Lebensrecht Israels richten, sondern sogar betont auf solche
Drohungen verzichtet. Das Verhalten dürfte in Deutschland
sofort Herzen und Köpfe zur Zusammenarbeit öffnen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 13. Mär 2016, 16:54

H2O hat geschrieben:(13 Mar 2016, 13:56)

Wir dürfen uns hier aber auch nichts vor machen:

Unsere Hemmungen beruhen schon auf der sehr
unversöhnlichen Gegnerschaft Irans zu Israel, dessen
gesicherte Existenz deutsche Staatsraison ist, nachdem
unser Volk den Juden Europas so viel Greuel bereitet
hatte.

Hinzu kommt, daß der iranische Islamismus sich gegen
Israel wendet, durch Hisbollah und Hamas als unterstützte
Gruppen.

Man stelle sich also vor, daß an dieser ganz anderen Front
plötzlich deutsche technische Hilfe ins Spiel gebracht wird,
womöglich noch mit Steuerwerken für weitreichende Raketen!
(Gab es einmal bei Saddam Husseins Geschossen!)

An sich könnte Iran ein guter Partner für uns Deutsche sein;
aber man müsste mehr internationale Gemeinsamkeiten
entwickeln, die sich weder gegen die USA noch gegen das
Lebensrecht Israels richten, sondern sogar betont auf solche
Drohungen verzichtet. Das Verhalten dürfte in Deutschland
sofort Herzen und Köpfe zur Zusammenarbeit öffnen.


Vermutlich wird Mogherini weniger dt. Steuerwerke für Raketentechnik oder den israelisch-palästinensischen Konflikt im April in Teheran thematisieren. Natürlich muß man in Berlin Rücksicht auf die Staatsräson nehmen. Das gilt besonders für Deutschland, das dadurch offenbar viele Entscheidungen dahinsichtlich erstmal abklären muß. Allerdings ist die Staatsräson Deutschlands bzw. die Staatenräson der EU nicht gänzlich von solchen Befindlichkeiten abhängig. Sie haben auch andere Notwendigkeiten und Interessen. Es gibt nationale und supranationale Bedürfnisse, die mit dem Iran regional geklärt werden.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » So 13. Mär 2016, 17:05

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Mar 2016, 16:54)

Vermutlich wird Mogherini weniger dt. Steuerwerke für Raketentechnik oder den israelisch-palästinensischen Konflikt im April in Teheran thematisieren. Natürlich muß man in Berlin Rücksicht auf die Staatsräson nehmen. Das gilt besonders für Deutschland, das dadurch offenbar viele Entscheidungen dahinsichtlich erstmal abklären muß. Allerdings ist die Staatsräson Deutschlands bzw. die Staatenräson der EU nicht gänzlich von solchen Befindlichkeiten abhängig. Sie haben auch andere Notwendigkeiten und Interessen. Es gibt nationale und supranationale Bedürfnisse, die mit dem Iran regional geklärt werden.


Abklären ist die eine Sache, Zusammenarbeit auf
dem Gebiet der Verteidigung die ganz andere. Wenn
die EU auf dem Gebiet an Deutschland vorbei eine
Zusammenarbeit mit Iran voran triebe, dann wäre das
ein ziemlicher Vertrauensbruch gegen einen der
treuren EU-Partner.

Das Vorgehen der EU wird man also in der Bundes-
regierung vermutlich mit einigem Argwohn beobachten.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Do 17. Mär 2016, 20:28

H2O hat geschrieben:(13 Mar 2016, 17:05)

Abklären ist die eine Sache, Zusammenarbeit auf
dem Gebiet der Verteidigung die ganz andere. Wenn
die EU auf dem Gebiet an Deutschland vorbei eine
Zusammenarbeit mit Iran voran triebe, dann wäre das
ein ziemlicher Vertrauensbruch gegen einen der
treuren EU-Partner.

Das Vorgehen der EU wird man also in der Bundes-
regierung vermutlich mit einigem Argwohn beobachten.


Durchaus möglich, daß Israel Kontakte der EU und der Einzelstaaten zum Iran nicht gefällt. Allerdings stellt sich die Frage, ob die EU oder Deutschland sich an mögliche Maßgaben aus Israel im Rahmen der Internationalen Politik halten muß. Wie siehst du das? Sollte die EU bzw. die einzelnen Staaten Kontakte mit dem Iran einstellen wegen Israel?

Afghanistan und Pakistan

Stephan Weil für Verhandlungen mit Iran über Flüchtlinge

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil wird demnächst nach Iran reisen. Im Gespräch mit der F.A.Z. plädiert der SPD-Politiker nun dafür, auch mit Teheran Gespräche darüber zu führen, wie der Zuzug von Flüchtlingen nach Europa vermindert werden kann.

Wir müssen auch dort versuchen, die Sicherung der EU-Außengrenzen schon vor Erreichen der eigentlichen Grenze wirksam werden zu lassen", sagte Weil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Freitagsausgabe).

Der Ministerpräsident, der demnächst selbst nach Iran reisen wird, äußerte sich besorgt über die Migrantenströme aus dem südasiatischen Raum. „Aus Pakistan und Afghanistan machen sich Menschen in einer Zahlengröße auf den Weg, die uns aus europäischer Sicht erschrecken muss. Darüber sollten wir mit dem Iran sprechen."

http://www.faz.net/aktuell/politik/flue ... 30485.html


Von Afghanistan über Iran gehen die Drogenwege weiter durch die Türkei oder Aserbaidschan Richtung Europa.

Iran seizes 600 kg of drugs designated to reach Azerbaijan (exclusive)

http://en.trend.az/iran/society/2505695.html
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Do 17. Mär 2016, 21:02

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Mar 2016, 20:28)

Durchaus möglich, daß Israel Kontakte der EU und der Einzelstaaten zum Iran nicht gefällt. Allerdings stellt sich die Frage, ob die EU oder Deutschland sich an mögliche Maßgaben aus Israel im Rahmen der Internationalen Politik halten muß. Wie siehst du das? Sollte die EU bzw. die einzelnen Staaten Kontakte mit dem Iran einstellen wegen Israel?



Von Afghanistan über Iran gehen die Drogenwege weiter durch die Türkei oder Aserbaidschan Richtung Europa.


Unser Land kann nichts unterstützen, was
für Israel zu einer erhöhten Gefahr führt.
Die Maßgabe dazu kommt nicht aus Israel,
sondern aus unserer Pflicht, die Juden nicht
erneut einem Vernichtungswillen aus zu
setzen.

Wenn Iran davon abschwört und dergleichen
auch nicht hinterrücks betreibt, dann steht
einer guten Zusammenarbeit gar nichts im
Wege. Leider paßt zu dieser Hoffnung nicht
das iranische Gerede anläßlich des Starts
einer Rakete mit 1.800 km Reichweite.

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