EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Mi 9. Mai 2018, 21:49

@King Kong 2006

Dieses Vorgehen halte ich für nicht besonders klug, weil wir die EU in einen Wirtschaftskrieg mit den USA führen würden. Unsere deutsche Wirtschaft ist in die der USA so tief verstrickt, daß lange Zeit benötigt wird, um mit den USA verbandelte Unternehmen und Banken aus irgend welchen Beziehungen mit Drittstaaten heraus zu lösen, damit diese Unternehmen nicht der Bannstrahl aus dem Weißen Haus trifft, weil sie auch mit den USA mißliebigen Ländern Handel und Zusammenarbeit pflegen. Zumindest diese Zeit der Abwicklung brauchen wir schon.

Wir Europäer mit den USA sind ganz tief in die Verteidigung des "Westens" eingebunden. Leider besteht große Unlust, die notwendigen Organisationen zur erweiterten Verteidigungsbereitschaft in kurzer Zeit auf zu bauen. Frau Mogherini betreibt eine Weltpolitik, für die die EU in keiner Weise vorbereitet ist. Niederschmetternd! :mad2:
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 9. Mai 2018, 22:16

H2O hat geschrieben:(09 May 2018, 22:49)

@King Kong 2006

Dieses Vorgehen halte ich für nicht besonders klug, weil wir die EU in einen Wirtschaftskrieg mit den USA führen würden. Unsere deutsche Wirtschaft ist in die der USA so tief verstrickt, daß lange Zeit benötigt wird, um mit den USA verbandelte Unternehmen und Banken aus irgend welchen Beziehungen mit Drittstaaten heraus zu lösen, damit diese Unternehmen nicht der Bannstrahl aus dem Weißen Haus trifft, weil sie auch mit den USA mißliebigen Ländern Handel und Zusammenarbeit pflegen. Zumindest diese Zeit der Abwicklung brauchen wir schon.

Wir Europäer mit den USA sind ganz tief in die Verteidigung des "Westens" eingebunden. Leider besteht große Unlust, die notwendigen Organisationen zur erweiterten Verteidigungsbereitschaft in kurzer Zeit auf zu bauen. Frau Mogherini betreibt eine Weltpolitik, für die die EU in keiner Weise vorbereitet ist. Niederschmetternd! :mad2:


Stimmt. Aber es sind meist solche krachigen Ereignisse die solche Entwicklungen in Gang setzen (können).

Der Iran ist für eine stabile Sicherheitsordnung, aus Sicht Europas, sehr wichtig. Das ist ebenso ein Kern der Aussagen der Politiker aus den Europa, Asien und den USA (!), die das Abkommen als sehr wichtig erachten. Europa hat zuletzt bei dem - verhältnismäßig - kleinen Bürgerkrieg in Syrien bereits massive Probleme bekommen. Einen größeren Konflikt mit Folgen ist nicht im Sicherheitsinteresse Europas. Deshalb die Abkommen mit dem Iran. Inklusive dem derzeit aktuellen. Das umfasst tatsächlich in der Praxis und in Folge viel mehr als nur Themen wir Urananreicherung. Trump, wie seinerzeit Bush war das relativ egal bei dem Verfolgen der eigenen Interessen durch Handelskrieg und Invasionen.

In die USA kommt man von Euroasien so schnell nicht. Aber es war zuletzt möglich, daß Millionen nach Europa kamen. Bei so einem Bürgerkrieg in einem kleinen Land.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Do 10. Mai 2018, 07:01

@ King Kong 2006

Jein; Iran befindet sich in ideologisch begründeten Kriegen und Stellvertreterkriegen mit instabilen nicht-sunnitischen Herrschaftssystemen gegen sunnitische und instabile sunnitische Herrschaftssysteme. Die Schlächtereien im Jemen, in Syrien liegen auch (nicht nur!) in der Verantwortung Irans. Hinzu kommt der augenblicklich arg geschwächte türkische Nachbar, der irgendwann mit Iran in einen Wettbewerb treten wird. Wer weiß, was in den Köpfen der Ayatollahs und Erdogans herum spuken wird? Diese Kriege hören nicht dadurch auf, daß die EU Iran liebe Blicke schenkt. Die jüngsten Raketenangriffe auf Israel zeigen, daß Iran & Cie sich in seiner Umgebung nicht mäßigen wollen.

Wir Europäer werden hoffentlich weitgehend geräuschlos unsere Abwehrbereitschaft auf Vordermannn bringen, so daß wir in Krisen- und Spannungszeiten hinreichende Kräfte aufbieten können, die Rußland und Iran von Zugriffen auf die EU und enge Partner absehen läßt... zu verlustreich, vielleicht sogar existenzbedrohend. Im Nahen Osten liegt nicht unsere Zukunft... eine Chaosregion, die sich erst einmal beruhigen muß. Eine politische Zusammenarbeit mit dem Herrschaftssystem Irans ist überhaupt nicht vorstellbar. Von Demokratie weit entfernt... da sollten die Mullahs jede Hoffnung fahren lassen.

Natürlich wäre freier Handel mit Iran für die EU vorteilhaft; aber doch nicht gegen den Willen und Zorn unseres immer noch Hauptverbündeten USA. Das könnte sich ändern, wenn die USA in Europa eine bedrückende Vormundschaft antreten sollten. Daran glaube ich aber überhaupt nicht.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon unity in diversity » Do 10. Mai 2018, 07:26

Eine gewisse Ordnung in der Chaos-Region Nah-Ost zu schaffen, gehört zu den vitalen Interessen Europas, behaupte ich mal so.
Das Pulverfaß kann man nicht mit Militär entschärfen, wohl aber mit gut überlegten wirtschaftlichen Interventionen. Wenn sich Europa nicht engagiert, ergreift die Konkurrenz ihre Chance.
In Rußland überlegt man gerade, ob die jüdischen Landsleute in Israel bedroht sind. Das muß man aufgreifen. Rußland und Israel haben üble Erfahrungen mit einem gemeinsamen Gegner machen müssen und eventuell gibt Putin seinen syrischen Satrapen auf.
Das eröffnet neue Wege für Syrien, an denen allgemeines Interesse besteht.
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Do 10. Mai 2018, 07:35

unity in diversity hat geschrieben:(10 May 2018, 08:26)

Eine gewisse Ordnung in der Chaos-Region Nah-Ost zu schaffen, gehört zu den vitalen Interessen Europas, behaupte ich mal so.
Das Pulverfaß kann man nicht mit Militär entschärfen, wohl aber mit gut überlegten wirtschaftlichen Interventionen. Wenn sich Europa nicht engagiert, ergreift die Konkurrenz ihre Chance.
In Rußland überlegt man gerade, ob die jüdischen Landsleute in Israel bedroht sind. Das muß man aufgreifen. Rußland und Israel haben üble Erfahrungen mit einem gemeinsamen Gegner machen müssen und eventuell gibt Putin seinen syrischen Satrapen auf.
Das eröffnet neue Wege für Syrien, an denen allgemeines Interesse besteht.


Als Europäer verspüre ich nicht die geringste Lust, mit unserem Schweiß und Blut in einer Region "Ordnung zu schaffen", die seit dem Untergang des Osmanischen Reichs in Kriege und Fast-Kriege verwickelt ist. Schon davor sind in der fernen Türkei die Völker aufeinander geprallt...

Europa hat verhältnismäßig klare Grenzen; die müssen wir verteidigen und jeden Übergriff auf unser Land und unsere Menschen abwehren. Das ist jetzt die ganz große europäische Aufgabe, nachdem uns Trump-Amerika den Stinkefinger gezeigt hat. Mit den USA über das Vorgehen im Nahen Osten aneinandergeraten... mit mir nicht!
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon unity in diversity » Do 10. Mai 2018, 07:57

H2O hat geschrieben:(10 May 2018, 08:35)

Als Europäer verspüre ich nicht die geringste Lust, mit unserem Schweiß und Blut in einer Region "Ordnung zu schaffen", die seit dem Untergang des Osmanischen Reichs in Kriege und Fast-Kriege verwickelt ist. Schon davor sind in der fernen Türkei die Völker aufeinander geprallt...

Europa hat verhältnismäßig klare Grenzen; die müssen wir verteidigen und jeden Übergriff auf unser Land und unsere Menschen abwehren. Das ist jetzt die ganz große europäische Aufgabe, nachdem uns Trump-Amerika den Stinkefinger gezeigt hat. Mit den USA über das Vorgehen im Nahen Osten aneinandergeraten... mit mir nicht!

Goethes Faust.
Goethe war ein Isolationist.
Wenn man das ist, kann man nicht agieren, sondern bestenfalls reagieren, sofern man noch Zeit hat.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Do 10. Mai 2018, 08:24

unity in diversity hat geschrieben:(10 May 2018, 08:57)

Goethes Faust.
Goethe war ein Isolationist.
Wenn man das ist, kann man nicht agieren, sondern bestenfalls reagieren, sofern man noch Zeit hat.


Diese Zeit sollten wir uns beizeiten nehmen; inzwischen sind schon etwa 6 Jahre verpennt, seit Rußland zur Erweiterung seines Staatsgebiets Völkerrechte bricht! Und Iran & Türkei peifen auch auf so etwas wie Völkerrecht. Ich halte gar nichts davon, in dem Knäuel auch noch "zu agieren". Fortgesetzte Waffenexporte in die Türkei sind ein Verbrechen gegen klare deutsche Gesetze, das durch NATO-Mitgliedschaft (!) der Türkei überhaupt nicht entschuldigt werden kann. Immerhin hat die Türkei deutsche Soldaten im Einsatz gegen den IS aus der Türkei heraus geekelt. Das zu vergessen sind die Auswirkungen eines galoppierenden Alzheimers unserer politischen Klasse.

Goethe als Isolationisten zu "verkaufen", das schafft auch nicht jeder! :thumbup:
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Mai 2018, 08:11

Gemeinsam gegen Trump. Das sich ein britischer Außenminister (ausgerechnet der brit. "Trump" Johnson) mal in eine Reihe mit einem iranischen Außenminister stellt ist außerordentlich! ;)

EU-Iran-Treffen in Brüssel

Gemeinsam gegen Trump

Um den Atomdeal mit Iran zu retten, wollen die Europäer US-Sanktionen entgegentreten. Das sicherten die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens ihrem iranischen Amtskollegen zu.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 07969.html


Ob es klappt, bleibt abzuwarten, der Iran behält sich alternative Maßnahmen vor, aber tatsächlich schafft Trump Bewegung. Ob es Entwicklungen gibt, die er und seine Berater so wollen ist eine andere Frage.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Mai 2018, 15:47

Atomabkommen mit Iran

EU-Ratschef Tusk greift Trump scharf an

"Mit solchen Freunden, wer braucht da noch Feinde?" So hat sich EU-Ratspräsident Tusk über die US-Regierung geäußert. Er plädiert angesichts der "American First"-Strategie für mehr Geschlossenheit der EU-Staaten.

http://m.spiegel.de/politik/ausland/don ... 08102.html


Wie es aus Berlin schon Mal hiess, Trump und somit leider die USA sind kein verlässlicher Partner mehr. In der Sicherheitsarchitektur vor allen Dingen. Das sich wie gesagt London neben Teheran gegen Trump stellt. Wer hätte das gedacht. Trump macht's möglich. :cool:
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Mi 16. Mai 2018, 16:08

Natürlich ist es gut, wenn Deutschland in der EU nicht allein der Willkür der Weltmacht USA ausgesetzt ist. Insofern trösten aufmunternde Worte der Nachbarn über den Liebesentzug seitens der USA ein wenig hinweg.

Aber ich glaube nicht, daß eine geschlossene Meinungsfront gegen den Poltergeist im Weißen Haus wirklich sinnvoll ist. Wie ich als Wirtschaftslaie mehrfach im Deutschlandfunk erfuhr, ist die deutsche Wirtschaft weltweit auf irgendwelche viel zu engen Verbindungen zu "Finanzdienstleistern" der USA angewiesen, auf die aber der US-Präsident oder seine Regierung zugreifen kann, um Schicksal zu spielen.

Da wäre aus meiner Sicht als erster Schritt doch zu prüfen, wie die deutsche Wirtschaft sich von dieser Einflußgröße lösen kann... und zwar so, daß Geschäfte mit den USA weiterhin über diese Dienstleister laufen können, vielleicht sogar in Verbindung mit deutschen Unternehmen mit Schwerpunkt USA, und daß andere mit "Schwerpunkt Rest der Welt" nur mit deutschen Finanzdienstleistern arbeiten dürfen. Mit anderen Worten: Unsere deutsche Wirtschaft muß sich so aufstellen, daß sie insgesamt ihre Bewegungsfreiheit behält, in Richtung USA und um die USA herum in gleichem Maße.

Die gemeinsame Front der Europäer wäre eine Art Kriegserklärung an einen übermächtigen Gegner, während die Umstellung der deutschen Wirtschaft eine innere Unabhängigkeitserklärung wäre. Eine Unabhängigkeitserklärung ist für jene unangenehm, die über Abhängigkeit Herrschaft ausüben wollen, aber als feindseligen Akt kann niemand solche Maßnahmen benennen. Das ist dann eben so wie bei Kindern, die als Erwachsene in eine eigene Wohnung ziehen, weil ihnen die elterliche Fürsorge zu Hause zu eng wird. Die "gemeinsame Meinungsfront" der Europäer erscheint nach den Entwicklungen innerhalb der EU viel zu zerbrechlich, als daß Deutschland darauf seine Zukunft bauen könnte. Allein die Verbindung zu Frankreich erscheint belastbar... ihr Verlust wäre eine sehr ernste Katastrophe. Auf diese Verbindung dürfen wir bauen. Tragisch, wenn die Verbindung im Alltagsbetrieb zerbräche!

In diesem Zusammenhang rate ich von einem Schulterschluß mit den Briten ab. Über den BREXIT hat dieser Partner sich von der Gemeinschaft abgesetzt; wer weiß, was ihnen morgen zum Vertrag mit Iran und zur transatlantischen Partnerschaft der "special relationships" einfallen wird. Nichts tun, was die Briten als Zurückweisung empfinden könnten, aber auf jeden Fall mit ihnen kein irgendwie geartetes Bündnis gegen Interessen USA eingehen.

Was der Iran in diesem Spiel tut, das ist völlig unerheblich für dieses Vorgehen. Heute ist es der Iran, morgen vielleicht China oder Indien oder Brasilien. Wer weiß, was der Herrschaft im Weißen Haus wohl einfallen mag.

In diesem Zusammenhang spielt die EU eine wichtige Rolle als Garant einer äußeren Sicherheit; nicht gegen die USA, sondern gegen Gewalt aus Richtung Rußland, Nahost, Türkei und Iran eingeschlossen, oder aus Nord-Afrika. Der Druck auf Europa wächst unübersehbar, und da heißt es, sich wirksam ab zu sichern. Denn auch dieses Werkzeug gibt es: Abhängigkeit von der Wehrhaftigkeit der USA. Unabhängigkeit ist das Gebot der Stunde!
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Mai 2018, 19:36

Selbst bei Trumps Gebaren heißt es ja nicht, das man sich in Feindschaft gegenüberstehen muß. Aber es ist Zeit offen einzugestehen, daß sich die Zeiten geändert haben. Und das bekennen auch immer mehr Politiker öffentlich. Trump hin oder her. Wir haben nicht mehr die 50s, 60s oder 70s. Trump hat sich mehrmals dazu geäußert, was er von Deutschland hält. Zuletzt kommentierte auch ein EX-CIA Chef.

Ex-CIA-Chef im Interview

"Trump feiert gerade, dass er Deutschland seinen Willen aufgezwungen hat"

http://www.spiegel.de/spiegel/ex-cia-ch ... 07349.html


Die USA orientieren ihr Sicherheitsdenken anders als China, Russland oder eben die EU. Das hat auch geografische Gründe. Die Europäer sollten sich nach europäischen Gesichtspunkten orientieren. Trump orientiert sich ja auch nach seinen eigenen (müssen nicht mit US-Interessen gleichbedeutend sein...). Wenn auch Trump Präsident einer starken Macht ist, ihm nachzulaufen vertieft nur seine Überzeugung mit der EU machen zu können, was er meint tun zu müssen. Siehe Michael Hayden CIA. Das hilft letztendlich nicht. Die EU ist stark genug kein Blinddarm der USA zu sein. Das ist auch eine Frage des Willens.

Nicht umsonst betreibt er, nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Europa divide et impera. Schön alle bilateral über den Tisch ziehen... Ist legitim. Aber es ist auch legitim sich dagegen zu wehren. Für die europäische Sicherheitsarchitektur ist es wichtig, daß das Abkommen mit Iran (und da geht es im weiteren Umkreis eben faktisch nicht nur um Uran) funktioniert. Trump ist das egal. Weit weg.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon H2O » Do 17. Mai 2018, 06:14

Aus meiner Sicht geht es immer im wesentlichen um Deutschland als Wirtschaftsmacht, wenn die USA auf "Europa" einprügeln wollen. Gerade auf dem Gebiet gibt es Eifersüchteleien um die eigene Bedeutung, an der die EU auf zu brechen ist. Zeitweise war es wichtig, der beste Verbündete der USA zu sein, special relationships mit den USA zu pflegen. Die EU ist gut und schön, wenn wir in Europa etwas Gemeinsames für die Zukunft planen. Ansonsten würde ich mich bei Wirtschaftsfragen nicht darauf verlassen... schon die EU bei gemeinsamen Aktionen unterstützen und sie auch fördern, aber nie und nimmer mein Schicksal von ihr abhängig machen. Ohne gemeinsamen staatlichen Überbau mit Hoheitsrechten der Gemeinschaft funktioniert das nicht.

Deutschland muß also zweigleisig fahren, um nicht plötzlich und unvorbereitet allein da zu stehen. Vorbereitet sein ist alles; das ist ein Programm auf mittlere Sicht!

Und noch einmal: Irans Rüstungsprogramme und Beherrschungsversuche im Nahen Osten sind selbstverständlich ein Thema, aber eben nur eins. Insgesamt und langfristig geht es um die deutsche Selbstbehauptung in Europa und die sichere Einbettung Deutschlands in die engere Gemeinschaft der EU. Im sehr erweiterten Sinne: Deutschland und Partnerstaaten als Machtfaktoren nicht mehr sichtbar in einer bestens funktionierenden Gemeinschaft zum Verschwinden zu bringen. Diesen Weg müssen wir ausdauernd weiter verfolgen. Aber dieses Ziel liegt immer noch in weiter Ferne.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » So 20. Mai 2018, 11:53

Die Sanktionen gefährden jetzt auch die weitere Entwicklung Afghanistans. Infrastrukturprojekte zur Entwicklung müssen neu konzipiert werden.

U.S. sanctions on Iran threaten vital Afghanistan trade project

https://www.reuters.com/article/us-iran ... SKCN1IL04G


Die afghanische Provinz direkt am Iran grenzend ist die am besten entwickelte Afghanistans. Der Iran hat, Achtung nicht um den heißen Brei herumreden, soviel Geld dort hineingepumpt, nicht weil man die Spendierhosen an hat, sondern um diese Region an der eigenen Grenze stabil zu halten und wenig anfällig für Gewalt und Extremismus, das schwappt sonst in den Iran und weiter...

Ich selbst habe mir von afghanischen Flüchtligen aus dieser Region Unterlagen von entsprechenden dt. Behörden, die dazu Stellungnahmen schreiben bezüglich der Einschätzung der Sicherheitslage zeigen lassen. Dort wird, was auch meine Auffassung ist, bescheinigt, daß es eigentlich keine Gründe für eine Flucht gäbe. Ärgerlich für die Flüchtlinge. Aber die Realität. Diese Region hat sehr viel Geld vom Iran für Infrastrukturprojekte bekommen. Das zahlt sich aus. Nun bedrohen die Sanktionen von Trump auch diese Projekte.

Afghanistan kommt primär durch Entwicklung zur Ruhe. Wenn man bedeutende Nachbarn da behindert, macht das keinen Sinn. Naja, oder eben doch. Ist ja Interessenorientiert, was Sinn macht.

Trump ist weit weg. Der Iran und die EU sind näher dran...
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Di 22. Mai 2018, 12:23

Brüssel, Teheran und Berlin sind nicht amused.

Rohani will Pompeo "nicht ernst nehmen"

"Was Pompeo sagt, zeigt, dass die Amerikaner versuchen, einen Konflikt zu provozieren", sagte ein Sprecher des außenpolitischen Ausschusses im Parlament in Teheran.


Heftige Kritik kam auch von der EU. "Die Rede von Minister Pompeo hat nicht deutlich gemacht, wie der Rückzug aus dem Atomabkommen die Region sicherer gemacht hat oder machen soll", hieß es in einer Stellungnahme Mogherinis.


Deutschlands Außenminister Heiko Maas betonte: "Für uns hat sich in der Sache nichts geändert." Deutschland und Europa wollten die bestehende Vereinbarung erhalten. "Das berührt unmittelbar die deutschen Sicherheitsinteressen und die Sicherheitsinteressen von ganz Europa."




Keine guten Aussichten für Stabilität. Trump droht mit Instabilität und hofft darauf, daß man ihm dann folgen würde. Riskantes Spiel.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Di 29. Mai 2018, 19:38

Wie bereits erwähnt setzt Trump durch seine Störmanöver Stabilität und Sicherheit aufs Spiel. An einem der konfliktreichsten Regionen und Punkten der Welt.

Why Trump’s Iran sanctions could backfire on US goals to stabilize Afghanistan’s economy

Afghanistan is at risk of become an unintended victim of the Donald Trump administration's sweeping sanctions against Tehran, announced as part of the U.S. decision to withdraw from the 2015 Iran nuclear deal in early May.

A major port complex is being developed on Iran's southern coast that is set to provide a transport corridor to Afghanistan, granting the landlocked country new access to Indian Ocean trade.


Indien ist beim iranischen Tiefseehafen Chahbahr involviert. Dieser Hafen ist praktisch der einzige Zugang des indischen Subkontinents zur riesigen eurasischen Landmasse. China und Erzfeind Pakistan blockieren Indien dahinsichtlich.

The Chabahar Port project, whose development is being led by India, has been touted as having the potential to boost Afghanistan's trade by millions of dollars. It also aims to lay the infrastructural foundations to develop the impoverished country's largely untapped mining industry, which is estimated to be worth billions. India relies on Iran for overland access to Afghanistan, and sees increased trade there as a way to reduce neighboring Pakistan's leverage in the country.


Das ist ruinös für Afghanistan, was weiteren Extremismus produziert.

"This policy of isolating Iran runs directly counter to U.S. interests in Afghanistan," said Marcus Chenevix, MENA researcher at TS Lombard. By potentially forcing Afghanistan to sever links with one of its largest trading partners, he said, "the Trump administration is hitting the beleaguered Afghan economy with yet another shock at a time when the government is already struggling against a reinvigorated Taliban."


Trump ist ja weit weg. Indien, Iran und die Gemäßigten in Afghanistan finden das nicht so lustig. Sicher auch nicht die Kommunen in Deutschland in Sachen Flüchtlinge. In die USA kommen die ja nicht.

Die Wirtschaftspläne für die Stabilisierung der Region sind gepackt und jetzt wieder in Frage gestellt. Dabei geht es um viel Geld.

A trilateral memorandum of understanding signed in 2016 between India, Iran and Afghanistan committed $21 billion to the project — $9 billion for the actual port in Chabahar, and the remaining $21 billion for developing Afghanistan's iron ore export capabilities. "This deal was all about Afghanistan," Chenevix said.

https://www.cnbc.com/2018/05/25/why-tru ... istan.html


Die Schulterschlüsse der internationalen Gemeinschaft gegen die unilateralen Handlungen Trumps, hier Irans, Indiens, Afghanistans und der EU berühren nicht nur langfristige strategische Wirtschaftspläne, sie tangieren auch signifikant Sicherheitsthemen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 6. Jun 2018, 07:41

Die Europäer (Paris, Berlin, London) verwahren sich dagegen von TV-Star Trump vorgeschrieben zu bekommen, was sie zu tun haben. Sie haben einen Brief aufgesetzt. Trumps Störmanöver bedrohen die Sicherheitsinteressen Europas. Denke, das wird den Immobilienmakler "heute so, morgen so" Trump nicht stören. Sein Buddy Netanjahu, der gerne Märchen erzählt und von ehemaligen Kollegen (Sarkozy und Obama) als Lügner bezeichnet wird hat noch eine Lesetour in Europa gemacht. Wie jedes Jahr, auch vor dem Irakkrieg, aber der Brief geht trotzdem raus.

Europäer verwahren sich gegen Iran-Sanktionen durch die USA

Nachdem Trump das Nuklearabkommen mit Iran aufgekündigt hat, sollen auch EU-Firmen dort keine Geschäfte mehr machen. Doch die Bundesregierung "erwarte, dass die USA davon Abstand nehmen, Europas Sicherheitsinteressen zu verletzen".


US-Aktion verletze Europas Sicherheitsinteressen

Konkret fordern die Absender, dass die USA Unternehmen aus der EU von den Sanktionen ausnimmt, sofern diese nach Inkrafttreten des Nuklearabkommens im Januar 2016 Geschäftsbeziehungen aufgebaut haben. Auch sollen bestimmte Geschäftsbereiche ausdrücklich von den Sanktionen ausgenommen werden, etwa die Pharma-, Energie- und Autobranche. Weiter erlaubt bleiben sollen zudem Geschäfte mit iranischen Banken, sofern diese sich nicht auch auf der Sanktionsliste der EU befinden.


"Als Alliierte erwarten wir, dass die Vereinigten Staaten davon Abstand nehmen, durch ihre Aktionen Europas Sicherheitsinteressen zu verletzen".

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 11402.html


Also der letzte Satz ist für eine Person wie Donald T. die Aufforderung zum Tanz, bzw. Kampf. Der interessiert sich nicht die Bohne für Sicherheitsinteressen Europas. Aber er soll Abstand nehmen? Das wird ihn aggro machen. Man fordert von einem Mann wie Trump nichts. ;)
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 6. Jun 2018, 08:48

Eigentlich goldisch. Dass der Iran tatsächlich europäische Sicherheitsinteressen verletzt, interessiert unser Polit"profis" nicht. Das zeigt mal wieder sehr schön auf, wie sehr das Wertesystem unserer Politik aus allen Fugen geraten ist, es geht den Deutschen nur noch ums Geld, Profit um jeden Preis, egal wie ekelhaft der Handelspartner ist. Allerdings auch wieder verständlich, denn wenn in Deutschland die Konjunktur nicht mehr so brummt, platzt die Bombe, dann wird es auch für die jetzige Regierung richtig ungemütlich, daher müssen alle Märkte bedient werden. Insbesondere der SPD scheint ja der Arsch mächtig auf Grundeis zu gehen.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 6. Jun 2018, 16:34

Tom Bombadil hat geschrieben:(06 Jun 2018, 09:48)

Eigentlich goldisch. Dass der Iran tatsächlich europäische Sicherheitsinteressen verletzt, interessiert unser Polit"profis" nicht. Das zeigt mal wieder sehr schön auf, wie sehr das Wertesystem unserer Politik aus allen Fugen geraten ist, es geht den Deutschen nur noch ums Geld, Profit um jeden Preis, egal wie ekelhaft der Handelspartner ist. Allerdings auch wieder verständlich, denn wenn in Deutschland die Konjunktur nicht mehr so brummt, platzt die Bombe, dann wird es auch für die jetzige Regierung richtig ungemütlich, daher müssen alle Märkte bedient werden. Insbesondere der SPD scheint ja der Arsch mächtig auf Grundeis zu gehen.


Europa emanzipiert sich. Nicht nur US-Machtpolitik zählt. Trump beschleunigt das.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon Vongole » Mi 6. Jun 2018, 16:49

King Kong 2006 hat geschrieben:(06 Jun 2018, 17:34)

Europa emanzipiert sich. Nicht nur US-Machtpolitik zählt. Trump beschleunigt das.


Ja, Europa emanzipiert sich auch noch vom letzten Rest Vernunft und Realitätsbezug.
Wer nach 3 jahren immer noch nicht erkennt, dass der Iran Europa ausgesprochen idiotisch aussehen lässt und seine Vertragspartner am Nasenring durch die Manege zieht,
muss sich nicht wundern, wenn sein Einfluss in der intern. Sicherheitspolitik immer marginaler wird.
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Re: EU und der "breite Dialog" mit dem Iran ->Afghanistan/Drogen und Sicherheit

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 6. Jun 2018, 16:56

Vongole hat geschrieben:(06 Jun 2018, 17:49)

Ja, Europa emanzipiert sich auch noch vom letzten Rest Vernunft und Realitätsbezug.
Wer nach 3 jahren immer noch nicht erkennt, dass der Iran Europa ausgesprochen idiotisch aussehen lässt und seine Vertragspartner am Nasenring durch die Manege zieht,
muss sich nicht wundern, wenn sein Einfluss in der intern. Sicherheitspolitik immer marginaler wird.


Nein. Die USA ist weit weg. Die können Kriege in Nahost zur (wirtschaftlichen) Interessenswahrung führen. Auch kommen Millionen Flüchtlinge nicht in die USA, sie kommen nach Europa. Trump interessiert nicht im geringsten Sorgen oder Interessen der Europäer. Er will die EU kleinhalten. Das interessiert ihn. Kein Schutz, sondern Eindämmung.

Das die EU sich wehrt ist bemerkenswert. Das war schon unter Bush abzusehen und seinen Unilateralismus. Trump gibt dem den Rest. Es ist nicht primär die USA. Die haben ja das Abkommen mitverhandelt. Es ist Trump und seine Neocon-Berater wie Bolton. Man kann natürlich auch die Region entfesseln. Ohne Abkommen. Wird auch von iranischen Hardlinern sehr hinderlich betrachtet. Nicht nur von Kriegsfalken in den USA.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten

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