Zusammenschluss aller Streitkräfte zur europäischen Armee?

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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon Der Neandertaler » So 1. Jul 2018, 14:09

Kölner1302 hat geschrieben:Erdogan scheint die Orientierung nach Europa aufgegeben zu haben.
https://www.businessinsider.de/tuerkisc ... ten-2017-8

Trump bezeichnete die NATO als obsolet.
https://www.zeit.de/2017/04/donald-trum ... en/seite-2

Schon allein wenn sich die wichtigste Macht der NATO auch nur vorübergehend von der NATO abwendet, sollte dies eine Warnung sein.
Das sollte hellhörig machen - JA! Aber es ist kein Grund gleich an ein Ende dieses Verteidigungsbündnisses zu denken. Wie zollagent schon sagt, sind Erdogan und dieses US-Trumpeltier nur Mitspieler auf Zeit. Es spräch allerdings nichts gegen ein verstärktes europäisch-militärisches Engagement ... im Rahmen der NATO
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon Cobra9 » So 1. Jul 2018, 15:22

Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Jul 2018, 15:09)

Das sollte hellhörig machen - JA! Aber es ist kein Grund gleich an ein Ende dieses Verteidigungsbündnisses zu denken. Wie zollagent schon sagt, sind Erdogan und dieses US-Trumpeltier nur Mitspieler auf Zeit. Es spräch allerdings nichts gegen ein verstärktes europäisch-militärisches Engagement ... im Rahmen der NATO



Egal wie man zu Trump steht, in der Forderung nach Erfüllung der Beschlüsse von Wales hat Er auch Recht.
Es war großspurig von 2% des Bip die Rede. Eurfe vertraglich vereinbart. Das es dann die USA wurmt wenn die Partner nichts umsetzen......nachvollziehbar
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon zollagent » So 1. Jul 2018, 15:25

Cobra9 hat geschrieben:(01 Jul 2018, 16:22)

Egal wie man zu Trump steht, in der Forderung nach Erfüllung der Beschlüsse von Wales hat Er auch Recht.
Es war großspurig von 2% des Bip die Rede. Eurfe vertraglich vereinbart. Das es dann die USA wurmt wenn die Partner nichts umsetzen......nachvollziehbar

Bitte auch daran denken, daß die USA innerhalb ihres Militärbudgets auch Ausgaben aufführen, die bei uns unter Personal- oder Infrastrukturkosten fallen würden. Ein bereinigter Etat auf gleicher Berechnungsbasis würde da mehr Klarheit schaffen.
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon Cobra9 » So 1. Jul 2018, 15:52

zollagent hat geschrieben:(01 Jul 2018, 16:25)

Bitte auch daran denken, daß die USA innerhalb ihres Militärbudgets auch Ausgaben aufführen, die bei uns unter Personal- oder Infrastrukturkosten fallen würden. Ein bereinigter Etat auf gleicher Berechnungsbasis würde da mehr Klarheit schaffen.


Denk ich schon dran. Aber trotzdem hätte man überlegen müssen ob 2% machbar sind bevor man zur Pressemitteilung überhaupt gehen kann
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon zollagent » So 1. Jul 2018, 15:55

Cobra9 hat geschrieben:(01 Jul 2018, 16:52)

Denk ich schon dran. Aber trotzdem hätte man überlegen müssen ob 2% machbar sind bevor man zur Pressemitteilung überhaupt gehen kann

Machbar sind die schon. Nach dem Zusammenbruch es Ostblocks hat man aber wohl (Unterstellung von mir) eher an eine Friedensdividende gedacht, die man jetzt ernten könnte. Und hat das ohne Rücksicht auf die Folgen auch gemacht. Genau deshalb macht unsere Bundeswehr derzeit den Eindruck, den die ukrainische Armee am Anfang des russisch-ukrainischen Konflikts gemacht hat. Da besteht ohne Weiteres jede Menge Nachholbedarf.
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon Cobra9 » So 1. Jul 2018, 15:56

zollagent hat geschrieben:(01 Jul 2018, 16:55)

Machbar sind die schon. Nach dem Zusammenbruch es Ostblocks hat man aber wohl (Unterstellung von mir) eher an eine Friedensdividende gedacht, die man jetzt ernten könnte. Und hat das ohne Rücksicht auf die Folgen auch gemacht. Genau deshalb macht unsere Bundeswehr derzeit den Eindruck, den die ukrainische Armee am Anfang des russisch-ukrainischen Konflikts gemacht hat. Da besteht ohne Weiteres jede Menge Nachholbedarf.



Ich gebe Dir schon Recht. Jahrelang hat man gepennt. Das böse Erwachen und jetzt heulen Sie rum. Es ist auch lustig wie man sich drücken will vor Informationen.

Beispiel Leo 2. Man hat 400 sicher bestellt. Musste man. Sonst wäre kein NATO Betrieb möglich. Die Neuentwicklung wird noch dauern.

Oder der Ersatz für den Tornado. Ich empfehle da auch mal Klartext. F35, F18 Advanced Super Hornet, Gripen, Rafale kommen in Frage. Eventuell F15.'...aber wird teuer
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon H2O » So 1. Jul 2018, 16:44

Cobra9 hat geschrieben:(01 Jul 2018, 16:56)

Ich gebe Dir schon Recht. Jahrelang hat man gepennt. Das böse Erwachen und jetzt heulen Sie rum. Es ist auch lustig wie man sich drücken will vor Informationen.

Beispiel Leo 2. Man hat 400 sicher bestellt. Musste man. Sonst wäre kein NATO Betrieb möglich. Die Neuentwicklung wird noch dauern.

Oder der Ersatz für den Tornado. Ich empfehle da auch mal Klartext. F35, F18 Advanced Super Hornet, Gripen, Rafale kommen in Frage. Eventuell F15.'...aber wird teuer


Müssen wir uns nicht vorsichtshalber abgewöhnen, das zweifellos gute Material in den USA zu beschaffen? Wer weiß, in welcher blöden Lage uns der Hauptverbündete unserem Schicksal überläßt! Mein Vertrauen in die USA ist jedenfalls ziemlich erschüttert. Sind Gripen, Rafale denn Flugzeuge für den Erdkampf, die den Tornado ersetzen können? Warum nicht "Tornado Mk 2", also ein runderneuerter Neubau (Schwachstellen ausmerzen)?
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon Cobra9 » So 1. Jul 2018, 17:55

H2O hat geschrieben:(01 Jul 2 kp018, 17:44)

Müssen wir uns nicht vorsichtshalber abgewöhnen, das zweifellos gute Material in den USA zu beschaffen? Wer weiß, in welcher blöden Lage uns der Hauptverbündete unserem Schicksal überläßt! Mein Vertrauen in die USA ist jedenfalls ziemlich erschüttert. Sind Gripen, Rafale denn Flugzeuge für den Erdkampf, die den Tornado ersetzen können? Warum nicht "Tornado Mk 2", also ein runderneuerter Neubau (Schwachstellen ausmerzen)?



Na ja man kann Verträge so gestalten das die Wartung von Firmen bsp.aus Deutschland übernommen wird. Gabs öfters schon. Aber Ich denke der Deal wäre unproblematisch mit Us Firmen.

Es ist beim Nachfolger eben die Frage was ist grundsätzlich möglich zwecks Atomwaffenträger. Hier wäre dieF/A-18E/F Advanced Super Hornet im Vorteil. Ähnliche Aufhängung usw. plus bewährtes System.

Die F35, Gripen und Rafale müsste man modifizieren. Preislich sind sich alle Systeme ähnliches. Die schlechteste Variante wäre der EF Typhoon.


Die F18 in der Variante liegt bei 52$ Millionen pro Stück. Laut Hersteller. Ein bewährtes System, aber eigentlich nicht das Next Gen. System. Dafür ohne Kinderkrankheiten. Man weiss was man kriegt und es sind verdammt viele Modi im Einsatz möglich.

Die F35 soll alles besser können. Ist das modernste System. Kinderkrankheiten aber noch massiv. Aber der Jet ist gut. Zwischen 84$-93$ Millionen pro Stück.
Es wäre aber ein System der nächsten Generation.

Gripen, Rafale und EF sind nach meiner Meinung ungeeignet. Preislich nicht billiger und würde dann der F18 oder F35 den Vorzug geben.
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon H2O » So 1. Jul 2018, 18:30

Cobra9 hat geschrieben:(01 Jul 2018, 18:55)

Na ja man kann Verträge so gestalten das die Wartung von Firmen bsp.aus Deutschland übernommen wird. Gabs öfters schon. Aber Ich denke der Deal wäre unproblematisch mit Us Firmen.

Es ist beim Nachfolger eben die Frage was ist grundsätzlich möglich zwecks Atomwaffenträger. Hier wäre dieF/A-18E/F Advanced Super Hornet im Vorteil. Ähnliche Aufhängung usw. plus bewährtes System.

Die F35, Gripen und Rafale müsste man modifizieren. Preislich sind sich alle Systeme ähnliches. Die schlechteste Variante wäre der EF Typhoon.


Die F18 in der Variante liegt bei 52$ Millionen pro Stück. Laut Hersteller. Ein bewährtes System, aber eigentlich nicht das Next Gen. System. Dafür ohne Kinderkrankheiten. Man weiss was man kriegt und es sind verdammt viele Modi im Einsatz möglich.

Die F35 soll alles besser können. Ist das modernste System. Kinderkrankheiten aber noch massiv. Aber der Jet ist gut. Zwischen 84$-93$ Millionen pro Stück.
Es wäre aber ein System der nächsten Generation.

Gripen, Rafale und EF sind nach meiner Meinung ungeeignet. Preislich nicht billiger und würde dann der F18 oder F35 den Vorzug geben.


Wenn die notwendigen Mittel sich kaum unterscheiden, dann gibt es aus meiner Sicht gar kein Vertun: Selber machen. Deutsche, Italiener, Franzosen, Spanier und Schweden sollten ihre Fähigkeiten an richtigen Projekten beweisen. Man weiß hoffentlich, was in der Vergangenheit Projekte in Nöte gebracht hat, und man sollte bei wirklich gemeinsamer Projektführung rechtzeitig gegensteuern können.

Was spricht gegen einen technisch runderneuerten Tornado? Eine Mistkrücke war das Flugzeug doch nicht.
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon Cobra9 » So 1. Jul 2018, 18:31

H2O hat geschrieben:(01 Jul 2018, 19:30)

Wenn die notwendigen Mittel sich kaum unterscheiden, dann gibt es aus meiner Sicht gar kein Vertun: Selber machen. Deutsche, Italiener, Franzosen, Spanier und Schweden sollten ihre Fähigkeiten an richtigen Projekten beweisen. Man weiß hoffentlich, was in der Vergangenheit Projekte in Nöte gebracht hat, und man sollte bei wirklich gemeinsamer Projektführung rechtzeitig gegensteuern können.

Was spricht gegen einen technisch runderneuerten Tornado? Eine Mistkrücke war das Flugzeug doch nicht.


Wird nicht passieren. Dann kann man die modernste Version der F18 nehmen.
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon H2O » So 1. Jul 2018, 18:40

Cobra9 hat geschrieben:(01 Jul 2018, 19:31)

Wird nicht passieren. Dann kann man die modernste Version der F18 nehmen.


Politisch wäre es eine Riesendummheit, sich technisch und im Projektmanagement auf wesentlichen Rüstungsgebieten von den USA abhängig zu machen, wenn es vertretbare europäische Lösungen gibt. Lieber die zweitbeste Lösung auf eigenem Mist wachsen lassen als die vermeintlich beste Lösung von einer Weltmacht kaufen, die ganz offenbar ihre eigenen Interessen rücksichtslos verfolgt.

Nachtrag:

    Wir Europäer sollten auch ohne den Anstoß durch die USA unsere Bedrohungslage einschätzen können und uns dementsprechend ertüchtigen, national und natürlich in bestmöglicher Verzahnung mit unseren Nachbarn. Einen Schutz durch die USA sollten wir nicht erwarten, wenn wir uns bequem zurück halten, und wenn wir unsere Sache gut machen, dann brauchen wir ihn auch nicht mehr.

    Abzugsgerüchte der USA aus Deutschland sind ja schon gestreut worden, Umzugsgerüchte nach Polen inbegriffen. Wer weiß, was sich da anbahnt!
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon Der Neandertaler » Mo 2. Jul 2018, 04:35

Hallo Cobra.
Cobra9 hat geschrieben:Egal wie man zu Trump steht, in der Forderung nach Erfüllung der Beschlüsse von Wales hat Er auch Recht.
Es war großspurig von 2% des Bip die Rede. Eurfe vertraglich vereinbart. Das es dann die USA wurmt wenn die Partner nichts umsetzen......nachvollziehbar
Er hat Recht!!!
    ... dumm nur, daß es diese Vereinbarung so nie gegeben hat. Das Ziel - schon. Aber nicht mit einer definitiven Zahll zu einem ultimativen Datum. Zudem hat die angebliche Vereinbarung ein kleines Vorspiel.
Die baltischen Staaten, Bulgarien, Rumänien und die Slowakei wollten Mitglieder der Allianz werden. 2002 wurden sie zum NATO-Gipfel nach Prag eingeladen. Und unter der Bedingung, daß diese "genügend Ressourcen" in die Verteidigung investieren, wollte man sie aufnehmen. Die Neu-Aspiranten protestierten! Sodann haben sich auch alle Alt-NATO-Länder auf dieses Zwei-Prozent-Ziel geeinigt. 2014 beim NATO-Gipfel in Wales wurde dies noch einmal festgeschrieben. Richtwert: zwei Prozent vom jeweiligen BIP.

Der konkrete Beschluß lautet allerdings nicht "verbindlich zwei Prozent", sondern beschlossen wurde, daß die NATO-Staaten "darauf abzielen, sich innerhalb von zehn Jahren auf den Richtwert von zwei Prozent zuzubewegen."(... aim to move towards the 2 % guideline within a decade) Sie sollten mindestens" 20 Prozent davon in neues Großgerät einschließlich damit zusammenhängender Forschung und Entwicklung" investieren.

Eine Vereinbarung, die alle ... aber auch wirklich alle unterschreiben sollen, ... mit der alle auch leben können, wird ... sie muß der kleinste gemeinsame Nenner sein. Was wohl auch erklärt, warum es immer wieder Interpretationsvarianten gibt. Frau Merkel wollte einst auch alle humanen und sonstigen Leistungen, die im Namen der NATO geleistet werden, mit zu diesen zwei Prozent angerechnet bekommen.
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Re: Zusammenschluss aller Streitkräfte zur europäischen Armee?

Beitragvon H2O » Di 3. Jul 2018, 07:32

In Europa ist Deutschland für seine Sicherheit zuständig; die Zeit der vorauseilenden Unterwerfung unter die wechselnden Willenserklärungen der USA ist inzwischen abgelaufen... mehr oder weniger durch die USA veranlaßt. Diese Freiheit muß unser Land nutzen, sich selbst so zu ertüchtigen, das niemand so richtig Lust hat, uns mit Gewalt etwas aufzwingen zu wollen. Zeitgleich muß unser Land versuchen, mit seinen Nachbarn, insbesondere Frankreich, Benelux, Skandinaviern und Balten einen gemeinsamen Schirm auf zu spannen. Das wird viel Geld kosten... aber wir haben die Wahl zwischen Unterwerfung und Handlungsfreiheit.
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Re: Zukunft der NATO

Beitragvon Cobra9 » Di 3. Jul 2018, 08:30

Der Neandertaler hat geschrieben:(02 Jul 2018, 05:35)

Hallo Cobra.Er hat Recht!!!
    ... dumm nur, daß es diese Vereinbarung so nie gegeben hat. Das Ziel - schon. Aber nicht mit einer definitiven Zahll zu einem ultimativen Datum. Zudem hat die angebliche Vereinbarung ein kleines Vorspiel.
Die baltischen Staaten, Bulgarien, Rumänien und die Slowakei wollten Mitglieder der Allianz werden. 2002 wurden sie zum NATO-Gipfel nach Prag eingeladen. Und unter der Bedingung, daß diese "genügend Ressourcen" in die Verteidigung investieren, wollte man sie aufnehmen. Die Neu-Aspiranten protestierten! Sodann haben sich auch alle Alt-NATO-Länder auf dieses Zwei-Prozent-Ziel geeinigt. 2014 beim NATO-Gipfel in Wales wurde dies noch einmal festgeschrieben. Richtwert: zwei Prozent vom jeweiligen BIP.

Der konkrete Beschluß lautet allerdings nicht "verbindlich zwei Prozent", sondern beschlossen wurde, daß die NATO-Staaten "darauf abzielen, sich innerhalb von zehn Jahren auf den Richtwert von zwei Prozent zuzubewegen."(... aim to move towards the 2 % guideline within a decade) Sie sollten mindestens" 20 Prozent davon in neues Großgerät einschließlich damit zusammenhängender Forschung und Entwicklung" investieren.

Eine Vereinbarung, die alle ... aber auch wirklich alle unterschreiben sollen, ... mit der alle auch leben können, wird ... sie muß der kleinste gemeinsame Nenner sein. Was wohl auch erklärt, warum es immer wieder Interpretationsvarianten gibt. Frau Merkel wollte einst auch alle humanen und sonstigen Leistungen, die im Namen der NATO geleistet werden, mit zu diesen zwei Prozent angerechnet bekommen.




Die USA sagen unabhängig vom Präsidenten seit Jahrzehnten, das jeder NATO Staat mehr tun muss. Wir haben im Kollektiv so fast alles versäumt in Sachen Verteidigung, Sicherheit, Rüstung.

Man glaubte es wird nicht mehr dazu kommen auf die Streitkräfte zurückgreifen zu müssen. Die Realität war schmerzhaft. Die Staaten in Richtung Russland rüsten derzeit ALLE auf. Aber massiv, ohne Interpretation.

Ich bin der Meinung soweit aufrüsten wie nötig. Abschreckend sollte es wirken.
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Re: Zusammenschluss aller Streitkräfte zur europäischen Armee?

Beitragvon Cobra9 » Di 3. Jul 2018, 08:31

H2O hat geschrieben:(03 Jul 2018, 08:32)

In Europa ist Deutschland für seine Sicherheit zuständig; die Zeit der vorauseilenden Unterwerfung unter die wechselnden Willenserklärungen der USA ist inzwischen abgelaufen... mehr oder weniger durch die USA veranlaßt. Diese Freiheit muß unser Land nutzen, sich selbst so zu ertüchtigen, das niemand so richtig Lust hat, uns mit Gewalt etwas aufzwingen zu wollen. Zeitgleich muß unser Land versuchen, mit seinen Nachbarn, insbesondere Frankreich, Benelux, Skandinaviern und Balten einen gemeinsamen Schirm auf zu spannen. Das wird viel Geld kosten... aber wir haben die Wahl zwischen Unterwerfung und Handlungsfreiheit.


Seh Ich anders. Bei der F18 gabs den Vorschlag vom Hersteller hier zu verfahren wie bei der Huey. Zusammenbau, Ersatzteilfertigung bei uns.
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Re: Zusammenschluss aller Streitkräfte zur europäischen Armee?

Beitragvon H2O » Di 3. Jul 2018, 08:49

Cobra9 hat geschrieben:(03 Jul 2018, 09:31)

Seh Ich anders. Bei der F18 gabs den Vorschlag vom Hersteller hier zu verfahren wie bei der Huey. Zusammenbau, Ersatzteilfertigung bei uns.


Wir müssen unsere Fähigkeiten erhalten und entwickeln, um auch in Zukunft solche Angebote zu bekommen. Alles andere grenzt aus meiner Sicht an Landesverrat. Nur wir sind für uns verantwortlich, niemand sonst wird für unser Land und seine technische und organisatorische Entwicklung einstehen. Über die Nachbaufähigkeit sind wir doch hoffentlich schon hinaus gelangt. :(
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Re: Zusammenschluss aller Streitkräfte zur europäischen Armee?

Beitragvon Cobra9 » Di 3. Jul 2018, 08:52

H2O hat geschrieben:(03 Jul 2018, 09:49)

Wir müssen unsere Fähigkeiten erhalten und entwickeln, um auch in Zukunft solche Angebote zu bekommen. Alles andere grenzt aus meiner Sicht an Landesverrat. Nur wir sind für uns verantwortlich, niemand sonst wird für unser Land und seine technische und organisatorische Entwicklung einstehen. Über die Nachbaufähigkeit sind wir doch hoffentlich schon hinaus gelangt. :(


Entschuldige momentan haben Wir weder die Zeit noch die Möglichkeit lange zu warten. Ein Projekt zu entwickeln, Planung, Produktion dauert locker 10-15 Jahre in dem Bereich. Es gibt übrigens svhon eine Planung. Die den EF ersetzen kann.


Future Combat Air System (FCAS)

http://m.spiegel.de/wissenschaft/techni ... 04755.html


Ich würde jetzt im Moment auf die Super Advanced Hornet setzen. Preis Leistung stimmen. Das System kann alles was man braucht, ist bestens erprobt und sofort verfügbar. Bis ein europäisches System verfügbar ist hätte man ein leistungsfähiges System zur Verfügung. Das auch EAW, ECM usw. kann und im Notfall auch für den Luftkampf taugt. Für 15 Jahre +
die vernünftige Lösung.

Die Luftwaffe hätte ein gutes System und ein leistungsfähiges Flugzeug, das auch Flugbetrieb klar gemeldet werden kann. 112 davon sind ausreichend.. Die Wartungskosten würden sich normalisieren. Und man könnte ein eigenes System in Ruhe angehen.
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Re: Zusammenschluss aller Streitkräfte zur europäischen Armee?

Beitragvon H2O » Di 3. Jul 2018, 13:10

Cobra9 hat geschrieben:(03 Jul 2018, 09:52)

Entschuldige momentan haben Wir weder die Zeit noch die Möglichkeit lange zu warten. Ein Projekt zu entwickeln, Planung, Produktion dauert locker 10-15 Jahre in dem Bereich. Es gibt übrigens svhon eine Planung. Die den EF ersetzen kann.


Future Combat Air System (FCAS)

http://m.spiegel.de/wissenschaft/techni ... 04755.html


Ich würde jetzt im Moment auf die Super Advanced Hornet setzen. Preis Leistung stimmen. Das System kann alles was man braucht, ist bestens erprobt und sofort verfügbar. Bis ein europäisches System verfügbar ist hätte man ein leistungsfähiges System zur Verfügung. Das auch EAW, ECM usw. kann und im Notfall auch für den Luftkampf taugt. Für 15 Jahre +
die vernünftige Lösung.

Die Luftwaffe hätte ein gutes System und ein leistungsfähiges Flugzeug, das auch Flugbetrieb klar gemeldet werden kann. 112 davon sind ausreichend.. Die Wartungskosten würden sich normalisieren. Und man könnte ein eigenes System in Ruhe angehen.


An der Brauchbarkeit und Verfügbarkeit dieser Maschinen habe ich gar keinen Zweifel. Die Ausrüstung für ECM und andere elektronische Kampfführung hat doch mit der Plattform nichts zu tun. Warum können wir nicht mit einer so aufwendigen Beschaffung 15 Jahre ins Land gehen lassen? Wichtig ist aus meiner Sicht, daß wir planvoll anfangen und die Projektmanager unerbittlich an der vereinbarten Linie festhalten. Mit fiktivem Zeitdruck die politisch falsche Entscheidung herbei führen, das gab es schon mehrfach. Das ist erfolgreiche Lobbyarbeit! Richtig ist: Die Sache planvoll und in Ruhe angehen.

Wenn wir den Ablauf der A400M-Entwicklung sehen, dann müßten wir uns allerdings aufgeben.
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Re: Zusammenschluss aller Streitkräfte zur europäischen Armee?

Beitragvon Konservativer » Mi 4. Jul 2018, 22:59

Mich würde mal interessieren, wie das im Ernstfall mit der europäischen Armee funktionieren sollte.

Als Beispiel könnte man den Irak-Krieg von 2003 nehmen. Die USA haben damals eine "Koalition der Willigen" geschmiedet, die den Krieg gegen Saddam Hussein politisch und militärisch unterstützt haben.

Von den damaligen EU-Staaten haben Italien, Dänemark, Spanien, Portugal, Niederlande und Grossbritannien sich der "Koalition der Willigen" angeschlossen. Deutschland und Frankreich waren dagegen.

Fast alle osteuropäische Staaten, die dann 2004 und 2007 der EU beigetreten sind, gehörten damals zur "Koalition der Willigen".

Wie sollte das dann in Zukunft laufen, wenn es eine europäische Armee gäbe, aber die EU-Staaten fundamental unterschiedliche Meinungen darüber haben, ob man sich an einem Krieg beteiligen will oder nicht?
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Re: Zusammenschluss aller Streitkräfte zur europäischen Armee?

Beitragvon zollagent » Do 5. Jul 2018, 09:04

Konservativer hat geschrieben:(04 Jul 2018, 23:59)

Mich würde mal interessieren, wie das im Ernstfall mit der europäischen Armee funktionieren sollte.

Als Beispiel könnte man den Irak-Krieg von 2003 nehmen. Die USA haben damals eine "Koalition der Willigen" geschmiedet, die den Krieg gegen Saddam Hussein politisch und militärisch unterstützt haben.

Von den damaligen EU-Staaten haben Italien, Dänemark, Spanien, Portugal, Niederlande und Grossbritannien sich der "Koalition der Willigen" angeschlossen. Deutschland und Frankreich waren dagegen.

Fast alle osteuropäische Staaten, die dann 2004 und 2007 der EU beigetreten sind, gehörten damals zur "Koalition der Willigen".

Wie sollte das dann in Zukunft laufen, wenn es eine europäische Armee gäbe, aber die EU-Staaten fundamental unterschiedliche Meinungen darüber haben, ob man sich an einem Krieg beteiligen will oder nicht?

Das ginge in der Tat nur bei einem Bundesstaat Europa.
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