GREXIT - Das Finale

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Jekyll&Hyde
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GREXIT - Das Finale

Beitragvon Jekyll&Hyde » Sa 27. Jun 2015, 22:32

Europa scheint sich von den Griechen zu trennen. Wer die Krise verfolgt hat, den überrascht das nicht. Diese Krise war abzusehen, schon als Griechenland der EU beigetreten ist. Da wurde mit wilden Methoden und der Hilfe von Banken verschleiert, wie sehr Griechenland verschuldet ist. Die hätten nie beitreten dürfen. Wer das aber laut sagte, dem wurde damals von Hans Eichel, dem damaligen Finanzminister, das Maul gestopft.

Wer sich fragt warum, sollte nach den Nutznießern fragen. Wer profitierte von der Tragödie? Wer hat die Pappnase auf? Profitiert haben die Banken und Gläubiger, die korrupte Funktionäre kauften, um den Staat zu plündern. Und nach dem Beitritt hat Europa (also wir Bürger) diese Schulden aufgekauft. Das alles haben unsere "Volksvertreter" angerichtet. Sie sahen absichtlich weg, als Griechenland die Bilanzen fälschte; sie haben die Umschuldung von privat auf öffentlich vorgenommen.

Jetzt tun alle so, als seien die Griechen die Bösen. Vor allem Tsipras und seine Regierung steht am Pranger. Dabei haben die das Problem nur geerbt. Und zwar von der griechischen Schwesterpartei der CDU, der Nea Dimokratia. Unsere Politiker sind ebenfalls korrupt. Denn deren Politik ist 1:1 dieselbe, wie die der Griechen. Schulden machen um jeden Preis. Damit machen sie uns abhängig von denen, welche die wahre Macht behalten wollen. Das sind die Reichen. Unsere korrupte Regierung dient nur denen.

Jetzt dürfen wir die Schulden der Zyprioten und Griechen zahlen. Demnächst dann auch die italienischen Schulden. Und wer weiß, was da noch kommt. Europa ist groß und das Haus hat weder Türen noch ein Dach. Und sowas ist immer teuer. Aber solange alle so tun, als sei Europa toll und die Bürger das glauben...

Ja, Europa ist toll. Aber so stümperhaft, wie das umgesetzt worden ist - ohne jede Möglichkeit der politischen Einflussnahme - ist Europa nur teuer.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon frems » Sa 27. Jun 2015, 22:33

Erzähl mir mal bitte, wann Griechenland der EU beigetreten ist.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon John Galt » Sa 27. Jun 2015, 22:35

frems » Sa 27. Jun 2015, 22:33 hat geschrieben:Erzähl mir mal bitte, wann Griechenland der EU beigetreten ist.


1981 damals wusste jeder wie das enden wird!!!!1111
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Jekyll&Hyde » Sa 27. Jun 2015, 22:41

frems » Sa 27. Jun 2015, 22:33 hat geschrieben:Erzähl mir mal bitte, wann Griechenland der EU beigetreten ist.

1. Januar 1981. Das kannst du auch selbst nachschlagen. Natürlch meinte ich damit die Mitgliedschaft im Schengenraum, Schlaumeier. Weil jeder das so versteht. ;)
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon frems » Sa 27. Jun 2015, 22:45

Jekyll&Hyde » Sa 27. Jun 2015, 23:41 hat geschrieben:1. Januar 1981. Das kannst du auch selbst nachschlagen. Natürlch meinte ich damit die Mitgliedschaft im Schengenraum, Schlaumeier. Weil jeder das so versteht. ;)

Okay, ich hatte schon befürchtet, Du meinst die Eurozone.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Vizegott » Sa 27. Jun 2015, 23:26

Ich habe gehört die Griechen wollen in einem Referendum das Volk befragen.

In einer Demokratie sollte das doch auch in der EU auf offene Ohren stoßen.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Emin » Sa 27. Jun 2015, 23:52

In der Eurozone zu bleiben war nicht wirklich eine Alternative für Griechenland. Laut Prognosen hätte das Land noch Jahrzehnte lang Arbeitslosigkeit von über 15% gehabt. Wie es jetzt weiter geht ist schwer abzuschätzen. Aber ich denke die Eurozone wird alles tun, um eine erfolgreiche Drachme zu verhindern. Denn es gibt wohl nichts, was den Euro derartig destabilisieren würde, als ein Griechenland, das ohne Euro erfolgreicher ist, als mit.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Nichtwähler » Sa 27. Jun 2015, 23:57

Jekyll&Hyde » 27.06.2015, 23:32 hat geschrieben:Europa scheint sich von den Griechen zu trennen. Wer die Krise verfolgt hat, den überrascht das nicht. Diese Krise war abzusehen, schon als Griechenland der EU beigetreten ist. Da wurde mit wilden Methoden und der Hilfe von Banken verschleiert, wie sehr Griechenland verschuldet ist. Die hätten nie beitreten dürfen. Wer das aber laut sagte, dem wurde damals von Hans Eichel, dem damaligen Finanzminister, das Maul gestopft.

Wer sich fragt warum, sollte nach den Nutznießern fragen. Wer profitierte von der Tragödie? Wer hat die Pappnase auf? Profitiert haben die Banken und Gläubiger, die korrupte Funktionäre kauften, um den Staat zu plündern. Und nach dem Beitritt hat Europa (also wir Bürger) diese Schulden aufgekauft. Das alles haben unsere "Volksvertreter" angerichtet. Sie sahen absichtlich weg, als Griechenland die Bilanzen fälschte; sie haben die Umschuldung von privat auf öffentlich vorgenommen.

Jetzt tun alle so, als seien die Griechen die Bösen. Vor allem Tsipras und seine Regierung steht am Pranger. Dabei haben die das Problem nur geerbt. Und zwar von der griechischen Schwesterpartei der CDU, der Nea Dimokratia. Unsere Politiker sind ebenfalls korrupt. Denn deren Politik ist 1:1 dieselbe, wie die der Griechen. Schulden machen um jeden Preis. Damit machen sie uns abhängig von denen, welche die wahre Macht behalten wollen. Das sind die Reichen. Unsere korrupte Regierung dient nur denen.

Jetzt dürfen wir die Schulden der Zyprioten und Griechen zahlen. Demnächst dann auch die italienischen Schulden. Und wer weiß, was da noch kommt. Europa ist groß und das Haus hat weder Türen noch ein Dach. Und sowas ist immer teuer. Aber solange alle so tun, als sei Europa toll und die Bürger das glauben...

Ja, Europa ist toll. Aber so stümperhaft, wie das umgesetzt worden ist - ohne jede Möglichkeit der politischen Einflussnahme - ist Europa nur teuer.


Wobei die Frage auftaucht: Wann haben Politiker finanziell schon jemals etwas umgesetzt, was nicht stümperhaft war und/oder im Laufe der Zeit völlig aus dem Ruder gelaufen ist?
Tatsachen hören nicht auf zu existieren, nur weil sie ignoriert werden.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Vizegott » So 28. Jun 2015, 00:02

Emin » Sa 27. Jun 2015, 23:52 hat geschrieben:In der Eurozone zu bleiben war nicht wirklich eine Alternative für Griechenland. Laut Prognosen hätte das Land noch Jahrzehnte lang Arbeitslosigkeit von über 15% gehabt. Wie es jetzt weiter geht ist schwer abzuschätzen. Aber ich denke die Eurozone wird alles tun, um eine erfolgreiche Drachme zu verhindern. Denn es gibt wohl nichts, was den Euro derartig destabilisieren würde, als ein Griechenland, das ohne Euro erfolgreicher ist, als mit.


Wenn Griechenland pleite ist, warum soll es nicht weiter den EURO verwenden?
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Teeernte » So 28. Jun 2015, 00:09

Vizegott » So 28. Jun 2015, 00:26 hat geschrieben:Ich habe gehört die Griechen wollen in einem Referendum das Volk befragen.

In einer Demokratie sollte das doch auch in der EU auf offene Ohren stoßen.


60 Mrd. Eu haben Griechenlands Banken im Balkan verborgt..... die wird es mitreissen.
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon frems » So 28. Jun 2015, 00:40

Emin » So 28. Jun 2015, 00:52 hat geschrieben:In der Eurozone zu bleiben war nicht wirklich eine Alternative für Griechenland. Laut Prognosen hätte das Land noch Jahrzehnte lang Arbeitslosigkeit von über 15% gehabt. Wie es jetzt weiter geht ist schwer abzuschätzen. Aber ich denke die Eurozone wird alles tun, um eine erfolgreiche Drachme zu verhindern. Denn es gibt wohl nichts, was den Euro derartig destabilisieren würde, als ein Griechenland, das ohne Euro erfolgreicher ist, als mit.

Nette VT, bloß wollen die Griechen den Euro ja behalten, da kein Ökonom davon ausgeht, daß es ihnen etwas bringt. Eher würde die Wirtschaft völlig wegbrechen, den Kapitalmarkt könnte man völlig vergessen und kaum ein Investor hätte noch Planungssicherheit. Der erzwungene Rauswurf der nationalen Finanzminister von Mitgliedern der Eurozone ist daher ein Druckmittel, das ich keineswegs gutheiße, aber es soll Griechenland dazu bewegen die Vorschläge anzunehmen. Da sollte man ein paar nationalchauvinistische Töne nicht überbewerten, wo manch einer ein Exempel statuieren möchte und von den Pleitegriechen in ihrem Olivenland eh nichts hält. Daß die sich dann als "Wir meinen es nur gut" als Retter aufspielen, ist immer etwas perfide. Sollten die Griechen austreten und einen einseitigen Schuldenschnitt durchführen, sind unsere Milliarden auch erstmal weg und dann haben wir es wirklich mit einer Griechenland-Rettung zu tun, die teuer wird. Davon mal ab: Wenn die Griechen sich mit einer Drachme verschulden und die Zinsen ins Unermeßliche steigen, wird sich auch wieder die Frage stellen, ob man günstige Hilfskredite gegen versprochene Reformen anbietet; genau wie bei Lettland, das 2008/09 zusammenklappte, Hilfskredite bei europäischen Nachbarn annahm und dafür unpopuläre Reformen umsetzte, wodurch sich die Lage stabilisierte und sie einige Jahre später, trotz aller Spekulationen gegen die kleine/schwache Währung, dann letztendlich der Eurozone beitreten konnten. Da will nun niemand mehr zurück, sondern ist erleichtert, daß es a) vorangeht und b) größere Sicherheit gegen besagte Spekulanten vorherrscht, die den öffentlichen Diskurs lange bestimmten. (Abgesehen von den prorussischen Kräften, die lieber mit Rubel bezahlen würden, und einigen Nationalisten, die die europäische Einigung sowieso ablehnen.)
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Bielefeld09 » So 28. Jun 2015, 01:02

frems » So 28. Jun 2015, 01:40 hat geschrieben:Nette VT, bloß wollen die Griechen den Euro ja behalten, da kein Ökonom davon ausgeht, daß es ihnen etwas bringt. Eher würde die Wirtschaft völlig wegbrechen, den Kapitalmarkt könnte man völlig vergessen und kaum ein Investor hätte noch Planungssicherheit. Der erzwungene Rauswurf der nationalen Finanzminister von Mitgliedern der Eurozone ist daher ein Druckmittel, das ich keineswegs gutheiße, aber es soll Griechenland dazu bewegen die Vorschläge anzunehmen. Da sollte man ein paar nationalchauvinistische Töne nicht überbewerten, wo manch einer ein Exempel statuieren möchte und von den Pleitegriechen in ihrem Olivenland eh nichts hält. Daß die sich dann als "Wir meinen es nur gut" als Retter aufspielen, ist immer etwas perfide. Sollten die Griechen austreten und einen einseitigen Schuldenschnitt durchführen, sind unsere Milliarden auch erstmal weg und dann haben wir es wirklich mit einer Griechenland-Rettung zu tun, die teuer wird. Davon mal ab: Wenn die Griechen sich mit einer Drachme verschulden und die Zinsen ins Unermeßliche steigen, wird sich auch wieder die Frage stellen, ob man günstige Hilfskredite gegen versprochene Reformen anbietet; genau wie bei Lettland, das 2008/09 zusammenklappte, Hilfskredite bei europäischen Nachbarn annahm und dafür unpopuläre Reformen umsetzte, wodurch sich die Lage stabilisierte und sie einige Jahre später, trotz aller Spekulationen gegen die kleine/schwache Währung, dann letztendlich der Eurozone beitreten konnten. Da will nun niemand mehr zurück, sondern ist erleichtert, daß es a) vorangeht und b) größere Sicherheit gegen besagte Spekulanten vorherrscht, die den öffentlichen Diskurs lange bestimmten. (Abgesehen von den prorussischen Kräften, die lieber mit Rubel bezahlen würden, und einigen Nationalisten, die die europäische Einigung sowieso ablehnen.)

Nee, der Euro ist eine Währung innerhalb einer Staatenunion und Griechenland geht es schlecht.
Was glaubst du denn, was nach einem Grexit kommt?
Die EU und die Nato lassen Griechenland fallen?
In Russlands Arme?
Niemals.
Weitere Milliarden werden folgen zur Stabilisierung Europas.
Und keiner wird meckern.
Auch wenn es mal falsch rüberkommt, es ist nie persönlich gemeint. Sorry :( :(
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon X3Q » So 28. Jun 2015, 01:18

Bielefeld09 » So 28. Jun 2015, 01:02 hat geschrieben:Nee, der Euro ist eine Währung innerhalb einer Staatenunion und Griechenland geht es schlecht.
Was glaubst du denn, was nach einem Grexit kommt?
Die EU und die Nato lassen Griechenland fallen?
In Russlands Arme?
Niemals.
Weitere Milliarden werden folgen zur Stabilisierung Europas.
Und keiner wird meckern.

Was sollen die Griechen denn bei Russland? Sollen die Russen noch einen Bittsteller ernähren? Die haben schon genug eigene Probleme.

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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon frems » So 28. Jun 2015, 01:37

Bielefeld09 » So 28. Jun 2015, 02:02 hat geschrieben:Nee, der Euro ist eine Währung innerhalb einer Staatenunion und Griechenland geht es schlecht.
Was glaubst du denn, was nach einem Grexit kommt?
Die EU und die Nato lassen Griechenland fallen?
In Russlands Arme?
Niemals.
Weitere Milliarden werden folgen zur Stabilisierung Europas.
Und keiner wird meckern.

Cum hoc ergo propter hoc. Griechenland hat den Euro, Griechenland geht's schlecht, also ist der Euro schuld. Und Himbeereis löst Sonnenbrand aus, weil beides an heißen Sommertagen verstärkt auftritt. Die EU-Mitgliedschaft Griechenlands steht ja gar nicht zur Debatte, und das Nato-Bündnis erst recht nicht.

Bisher hat uns die "Griechenland-Rettung" ja nichts gekostet, im Gegenteil. Die Bundesbank (und auch die EZB) machen jährlich Milliarden durch die "Hilfskredite", während man vor allem westeuropäische Banken, Pensionsfonds und Lebensversicherer aus der Patsche holte, die sich dort verzockt haben. Aber es bringt nun nichts immer nur runterzubeten, was damals geschah, denn wir können es nicht ändern. Auch ein "Hätten wir die Griechen mal nicht in den Euro gelassen" bringt uns nicht weiter, denn nun sind sie im Euro.

Teuer würde da nur ein Grexit werden, da mit hoher Wahrscheinlichkeit ein einseitiger Schuldenschnitt damit einhergeht und die Griechen wohl humanitäre Hilfe benötigen werden; und vermutlich auch größere Hilfskredite, da sie am freien Kapitalmarkt dann erst recht nichts zu halbwegs verträglichen Zinsen bkeommen.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Bielefeld09 » So 28. Jun 2015, 01:45

X3Q » So 28. Jun 2015, 02:18 hat geschrieben:Was sollen die Griechen denn bei Russland? Sollen die Russen noch einen Bittsteller ernähren? Die haben schon genug eigene Probleme.

--X

Wie arm doch die Ukraine ist und trotzdem wird die Krim anektiert.
Wie arm doch Griechenland ist, warum sollte Russland nicht auch
dort bereit stehen?
Gibt Europa Griechenland wirtschaftlich auf,
sind die Russen da.
So ist das, mitten in Europa.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon frems » So 28. Jun 2015, 01:53

Bielefeld09 » So 28. Jun 2015, 02:45 hat geschrieben:Wie arm doch die Ukraine ist und trotzdem wird die Krim anektiert.
Wie arm doch Griechenland ist, warum sollte Russland nicht auch
dort bereit stehen?
Gibt Europa Griechenland wirtschaftlich auf,
sind die Russen da.
So ist das, mitten in Europa.

Kann sich Rußland nicht leisten. Die Reserven sind geschmolzen, das BIP geht zurück und politisch hat man sich isoliert. Die Annexion einer Halbinsel kann man innenpolitisch noch mit nationalistischen Tönen ausschlachten und Opfer von den eigenen Bürgern verlangen, aber nicht den Griechen Milliarden zu schenken, während zuhause Löhne fallen und die Preise in die Höhe schießen. Im Kreml hat man ja derzeit eher das Problem, daß selbst "Verbündete" wie Kasachstan und Weißrußland ziemlich beunruhigt sind aufgrund der außenpolitischen Abenteuer Moskaus, da sie durch wirtschaftliche Abhängigkeiten selbst Schwierigkeiten haben und sich fürchten, daß die Russische Föderation mit ihnen auch mal so verfährt, wenn sie ihren politischen Kurs eigenständig bestimmen. Rußland traut sich ja mittlerweile nicht einmal mehr "Neurußland" zu beanspruchen, nachdem man es finanziell und militärisch über Monate aufgepeppelt hat, damit die Ukraine geschwächt wird.
Zuletzt geändert von frems am So 28. Jun 2015, 01:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Bielefeld09 » So 28. Jun 2015, 02:00

frems » So 28. Jun 2015, 02:37 hat geschrieben:Cum hoc ergo propter hoc. Griechenland hat den Euro, Griechenland geht's schlecht, also ist der Euro schuld. Und Himbeereis löst Sonnenbrand aus, weil beides an heißen Sommertagen verstärkt auftritt. Die EU-Mitgliedschaft Griechenlands steht ja gar nicht zur Debatte, und das Nato-Bündnis erst recht nicht.

Bisher hat uns die "Griechenland-Rettung" ja nichts gekostet, im Gegenteil. Die Bundesbank (und auch die EZB) machen jährlich Milliarden durch die "Hilfskredite", während man vor allem westeuropäische Banken, Pensionsfonds und Lebensversicherer aus der Patsche holte, die sich dort verzockt haben. Aber es bringt nun nichts immer nur runterzubeten, was damals geschah, denn wir können es nicht ändern. Auch ein "Hätten wir die Griechen mal nicht in den Euro gelassen" bringt uns nicht weiter, denn nun sind sie im Euro.

Teuer würde da nur ein Grexit werden, da mit hoher Wahrscheinlichkeit ein einseitiger Schuldenschnitt damit einhergeht und die Griechen wohl humanitäre Hilfe benötigen werden; und vermutlich auch größere Hilfskredite, da sie am freien Kapitalmarkt dann erst recht nichts zu halbwegs verträglichen Zinsen bkeommen.

Es stimmt alles was du sagst, aber wenn die EZB ab Montag den griechischen Banken kein Geld mehr gibt, dann ist Ende.
Die können nicht mehr auszahlen.
Was ist das?
Die Eurogruppe?
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon frems » So 28. Jun 2015, 02:11

Bielefeld09 » So 28. Jun 2015, 03:00 hat geschrieben:Es stimmt alles was du sagst, aber wenn die EZB ab Montag den griechischen Banken kein Geld mehr gibt, dann ist Ende.
Die können nicht mehr auszahlen.
Was ist das?
Die Eurogruppe?

Die Eurogruppe sind die Nationalstaaten (bzw. ihre Vertreter), die den Euro haben. Also in der Regel die nationalen Finanzminister wie Schäuble und seine Amtskollegen, gelegentlich (die Medien unterscheiden da leider selten präzise) Merkel, Renzi, Hollande, Tsipras und co.

Ich selbst hoff nicht, daß die EZB den Griechen den Hahn abdreht und sie somit zwingt über Nacht eine nationale Währung einzuführen. Das würde extreme Verwerfungen hervorrufen. Und dann schicken wir nicht ein paar Peanuts, die die Griechen an uns zahlten, zurück, sondern können Lebensmittel und Medikamente auf Fahrt schicken. Man darf aber auch nicht den IWF ignorieren, der einen Großteil der Hilfskredite stellte und mit am Verhandlungstisch sitzt.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon Bielefeld09 » So 28. Jun 2015, 02:22

frems » So 28. Jun 2015, 03:11 hat geschrieben:Die Eurogruppe sind die Nationalstaaten (bzw. ihre Vertreter), die den Euro haben. Also in der Regel die nationalen Finanzminister wie Schäuble und seine Amtskollegen, gelegentlich (die Medien unterscheiden da leider selten präzise) Merkel, Renzi, Hollande, Tsipras und co.

Ich selbst hoff nicht, daß die EZB den Griechen den Hahn abdreht und sie somit zwingt über Nacht eine nationale Währung einzuführen. Das würde extreme Verwerfungen hervorrufen. Und dann schicken wir nicht ein paar Peanuts, die die Griechen an uns zahlten, zurück, sondern können Lebensmittel und Medikamente auf Fahrt schicken. Man darf aber auch nicht den IWF ignorieren, der einen Großteil der Hilfskredite stellte und mit am Verhandlungstisch sitzt.

Genau das meinte ich heute in den Nachrichten gehört zu haben,
aber vielleicht haben wir Bürger noch die Möglichkeiten diesen
"Drexit" zu vermeiden oder abzumildern.
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Re: GREXIT - Das Finale

Beitragvon frems » So 28. Jun 2015, 02:23

Achja, das Referendum ist nun vor vor wenigen Minuten bestätigt worden:

Mit 178 Ja- und 120 Nein-Stimmen votierten die Abgeordneten für eine Volksabstimmung über die von den internationalen Gläubigern ursprünglich vorgelegten Spar- und Reformmaßnahmen. Eine erste Zählung von 179 Ja-Stimmen wurde nachträglich korrigiert.

"Das Referendum wird stattfinden, ob die Partner es wollen oder nicht", sagte Tsipras im Parlament. Zugleich betonte er, niemand könne Griechenland aus dem Euro drängen.

Die Euro-Finanzminister hatten zuvor nach der Ankündigung der Volksabstimmung zuvor bei einem Krisentreffen in Brüssel Forderungen der Athener Regierung nach einer nochmaligen Verlängerung des Hilfsprogramms über den 30. Juni hinaus abgelehnt.

http://www.focus.de/finanzen/news/staat ... 80521.html
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