EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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zollagent
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon zollagent » Sa 20. Okt 2018, 19:20

Senexx hat geschrieben:(20 Oct 2018, 20:09)

Ein Verbleib von UK in der EU könnte ein Anstoß für eine Reform der EU sein, sie wieder in die richtige Spur zu setzen.

Davor haben die EUlibans natürlich Angst. Deshalb dürfte es von Seiten der Zentralisten gewaltigen Widerstand gegen eine Rücknahme des Brexits geben.

Erläuter mal, was du dir unter "der richtigen Spur" vorstellst.
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frems
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » Sa 20. Okt 2018, 19:20

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2018, 19:24)

Eine Millionen Demonstranten sind schon eine Menge, auch 670.000. Die grossen Friedensdemos in den 80ern in Bonn haben bei weitem nicht so viele Leute gehabt, dennoch hatten sie genügend Aufmerksamkeit.

Was mich eher verwundert, ist, dass diese Masse erst jetzt aufwacht, da es im Prinzip schon zu spät ist.

Naja, über 40 Jahre hat man Europa für zahlreiche Schlamassel verantwortlich gemacht. Da sollte man einen Sinneswandel nicht über Nacht erwarten. Die Zahl ist schon beeindruckend, wenn man sie mit anderen Demos vergleicht. Habe mir jetzt mal ein paar der größten Demos in Deutschland herausgesucht, wo ja mehr Menschen leben als im UK.

Die Friedensbewegung kam in den 80ern auf 200.000 bis 500.000 (ersteres laut Polizei, letzteres laut Veranstalter)
Gegen den Irakkrieg 2003 gingen bis zu 500.000 auf die Straßen. Gegen Atomkraft (1979) 150.000 in Bonn demonstrieren sowie jeweils 100.000 in Hannover, Brokdorf und Wackersdorf. Beim Irakkrieg sprach man in London von der größten Demo aller Zeiten. Laut Polizei waren es beim Höhepunkt 750.000 Demonstranten. BBC schätzte auf knapp 1 Mio. Die Kriegsbeteiligung Großbritanniens am Irakkrieg fand aber trotzdem statt.

Und so dürfte man auch weiterhin von einem Brexit ausgehen. Dieser Kindergarten der britischen Regierung ist doch albern und irgendwann ist auch mal gut. Stell Dir mal vor, die Briten würden ein Referendum über den Deal machen und ablehnen. Was dann? Harter Brexit? Drittes Abkommen über den Verbleib bzw. Wiedereintritt? Und wenn dann 52% pro Europa abstimmen, halten die Brexiteers die Beine still? Glaub ich nicht. In wenigen Jahren stünde man dort, wo man jetzt auch steht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 20. Okt 2018, 19:21

unity in diversity hat geschrieben:(20 Oct 2018, 20:11)

Man kann fast alle britischen Politiker ignorieren, aber die Meinung der Bevölkerung sollte man zur Kenntnis nehmen.
Das kostet keine Selbstachtungspunkte.
Das passiert ja auch - dennoch liegt das Heft des Handelns bei der Regierung. Und solange die bei Brexit bleibt, kann die EU kaum was dagegen tun.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 20. Okt 2018, 19:26

frems hat geschrieben:(20 Oct 2018, 20:20)Und so dürfte man auch weiterhin von einem Brexit ausgehen. Dieser Kindergarten der britischen Regierung ist doch albern und irgendwann ist auch mal gut. Stell Dir mal vor, die Briten würden ein Referendum über den Deal machen und ablehnen. Was dann? Harter Brexit? Drittes Abkommen über den Verbleib bzw. Wiedereintritt? Und wenn dann 52% pro Europa abstimmen, halten die Brexiteers die Beine still? Glaub ich nicht. In wenigen Jahren stünde man dort, wo man jetzt auch steht.
Ich denke auch, es dürfte für alle Seiten das Beste sein, wenn die Briten die EU verlassen, für immer oder auf Zeit.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon zollagent » Sa 20. Okt 2018, 19:33

Die Einigung Deutschlands im 19. Jhdt. ging auch erst voran, als die "kleindeutsche Lösung" gefunden wurde, ohne Österreich-Ungarn. Heute könnte eine "kleineuropäische Lösung" ohne die Briten (und evtl. ein paar weitere) analog dazu auch besser funktionieren. Denn als Einzelstaaten sind die Mitgliedsländer der EU zu schwach, um mit den großen Blöcken mitzuhalten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 20. Okt 2018, 20:09

unity in diversity hat geschrieben:(20 Oct 2018, 20:11)

Man kann fast alle britischen Politiker ignorieren, aber die Meinung der Bevölkerung sollte man zur Kenntnis nehmen.
Das kostet keine Selbstachtungspunkte.


Wird gern versucht, auch in meinem "Lieblingsthema" Polen. Wie wollen Sie denn "die Politiker" von "den Menschen", "der Bevölkerung" trennen? Im Idealfall sind Politiker Leute, die aus der Bevölkerung heraus in freien und geheimen Wahlen mit Zustimmung bedacht werden. Wollte man also diesen Versuch einer Abtrennung in die Wege leiten, dann wäre das der Versuch einer Entmündigung der Wähler!

Wenn man meint, daß die Wähler in einem demokratischen Gemeinwesen böswillig getäuscht wurden oder werden, dann bleibt doch nichts weiter übrig als jene politische Kräfte mit Argumenten und Tatsachen zu versorgen, die sich gegen diese Wählertäuschung einsetzen. Insofern würde sich dann eine Art Gemeinschaftspartei in die nationalen Wahlkämpfe einmischen, natürlich mit Politikern des betreffenden Landes.

So wie es Fraktionen von verwandten Parteien im EU-Parlament gibt, so müßte man daran denken, auch Parteien auf europäischer Ebene auf zu bauen, die sich völlig unverdächtig an nationalen Wahlkämpfen beteiligen können. Das wäre mein Schluß aus großen Demonstrationen in Polen oder jetzt in Großbritannien, die sich mit europa-skeptischen bis -feindlichen nationalen Parteien und Regierungen anlegen. Die Demonstrationen sind schon ganz in Ordnung; politisch zum Fürchten wird aber erst ein wahlrechtlich zugelassener Wettbewerber um die politische Macht. Dann gibt es ja kein Vertun darüber, was "die Bevölkerung" will... oder?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon unity in diversity » Sa 20. Okt 2018, 20:40

Wählt was Vernünftiges, oder wir vernageln euch die Zukunft?
Ist ja auch irgendwie Druck.
Klar könnte man sagen, ihr habt das alle so gewählt!
Wirklich?
Manchmal denke ich, egal was die Bürger wählen, sie haben nie die wirkliche Macht.
Ist das jetzt ein postdemokratisches Phänomen?
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 20. Okt 2018, 21:37

unity in diversity hat geschrieben:(20 Oct 2018, 21:40)

Wählt was Vernünftiges, oder wir vernageln euch die Zukunft?
Ist ja auch irgendwie Druck.
Klar könnte man sagen, ihr habt das alle so gewählt!
Wirklich?
Manchmal denke ich, egal was die Bürger wählen, sie haben nie die wirkliche Macht.
Ist das jetzt ein postdemokratisches Phänomen?
Nein, das ist Quatsch.
Erstmal müsste die britische Regierung eine solche Abstimmung zulassen oder eine solche Wahl. Darauf hat die EU nun wirklich keinen Einfluss.
Und dann müsste auch mal eine eindeutige Mehrheit zustande kommen, 51-49% sehe ich nicht als solche an.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Sa 20. Okt 2018, 21:38

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2018, 20:26)

Ich denke auch, es dürfte für alle Seiten das Beste sein, wenn die Briten die EU verlassen, für immer oder auf Zeit.


Leider ja!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Sa 20. Okt 2018, 21:43

zollagent hat geschrieben:(20 Oct 2018, 20:33)

Die Einigung Deutschlands im 19. Jhdt. ging auch erst voran, als die "kleindeutsche Lösung" gefunden wurde, ohne Österreich-Ungarn. Heute könnte eine "kleineuropäische Lösung" ohne die Briten (und evtl. ein paar weitere) analog dazu auch besser funktionieren. Denn als Einzelstaaten sind die Mitgliedsländer der EU zu schwach, um mit den großen Blöcken mitzuhalten.


Dem stimme ich 100%ig zu
Memento mori
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon unity in diversity » Sa 20. Okt 2018, 22:29

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2018, 22:37)

Nein, das ist Quatsch.
Erstmal müsste die britische Regierung eine solche Abstimmung zulassen oder eine solche Wahl. Darauf hat die EU nun wirklich keinen Einfluss.
Und dann müsste auch mal eine eindeutige Mehrheit zustande kommen, 51-49% sehe ich nicht als solche an.

Vielleicht existieren NGOs, die sich der Sache verpflichtet fühlen.
Bunte Revolutionen waren schon immer leuchtende, demokratische Beispiele.
Allerdings diesmal ohne George Soros mit seinen Zelten und kostenloser Belästigung der anständigen Bürger mit Lärm und bezahlten Randalierern.
Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 20. Okt 2018, 23:01

unity in diversity hat geschrieben:(20 Oct 2018, 23:29)

Vielleicht existieren NGOs, die sich der Sache verpflichtet fühlen.
Bunte Revolutionen waren schon immer leuchtende, demokratische Beispiele.
Allerdings diesmal ohne George Soros mit seinen Zelten und kostenloser Belästigung der anständigen Bürger mit Lärm und Randalierern.


Innerhalb der EU halte ich wechselseitige Einflußnahme auf nationale Politik für hinnehmbar, manchmal sogar für geboten. Wobei die handelnden Personen national auch dort national verankert sein sollten. Vernünftig funktionieren kann das Verfahren aber auch nur dann, wenn die Bindung an die Gemeinschaft schon auf die Ebene der nationalen Gemeinschaft gelangt ist. In der EU dürfte dieser Zustand in vielen Fällen schon erreicht sein, aber bestimmt nicht in allen Fällen.

Eine NGO von außerhalb gegründet / gefördert / betrieben hat aus meiner Sicht in der EU nichts zu suchen... empfinde ich als Angriff auf meine Selbstbestimmung selbst dann, wenn die verkündeten Ziele ganz vernünftig erscheinen. Einen Soros ohne Bezug zu meinem Land würde ich als Vertreter einer ausländischen Macht sehen, die hier über Geld ihren Einfluß geltend machen möchte.

Bezogen auf GB fürchte ich, daß der Schuß "Einflußnahme" ganz fürchterlich nach hinten losgehen würde. Zumindest als BREXITeer würde ich meinen Gegenangriff genau so aufbauen. Natürlich sind BREXITeers Armleuchter, aber insgesamt doch sehr geschickte Vertreter ihrer Interessen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » Sa 20. Okt 2018, 23:02

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2018, 20:26)

Ich denke auch, es dürfte für alle Seiten das Beste sein, wenn die Briten die EU verlassen, für immer oder auf Zeit.

Woher dieser Hass?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 20. Okt 2018, 23:14

Senexx hat geschrieben:(21 Oct 2018, 00:02)

Woher dieser Hass?


In meinem Fall sicher kein Haß; wohl aber Unlust, sich anstatt mit inneren Problemen der EU zu befassen, sich in einer Art Dauertheater mit dem Inselvolk bevorzugt befassen zu müssen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Vongole » Sa 20. Okt 2018, 23:25

H2O hat geschrieben:(21 Oct 2018, 00:14)

In meinem Fall sicher kein Haß; wohl aber Unlust, sich anstatt mit inneren Problemen der EU zu befassen, sich in einer Art Dauertheater mit dem Inselvolk bevorzugt befassen zu müssen.


Dieses Inselvolk ist seit 45 Jahren Teil der europäischen Gemeinschaft und ist ein wichtiger Handels- und Sicherheitspartner.
Dass die Briten überhaupt auf die fake news und Spökenkiekerei der Brexiteers hereinfallen konnten, liegt vielleicht auch an mangelndem Kommunikationsvermögen des Europa-Parlaments und der
anderen europäischen Instititionen. Mit anderen Worten, wenn mir mein Partner nach 45 Jahren erklärt, er verließe mich, dann würde ich jedenfalls mal darüber nachdenken, ob ich nicht auch etwas falsch gemacht habe.
Auf jeden Fall erstaunt es mich, wie leicht hier einige den Brexit nehmen, und das in einer Zeit, wo es auf ein starkes Europa ankommt, das die Macht nicht den Populisten egal welcher Seite überlassen sollte.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » Sa 20. Okt 2018, 23:33

Über die eigenen Fehler nachzudenken, kommt den Unbelehrbaren nicht in den Sinn.

Täten sie das, müssten sie zu der Erkenntnis gelangen, dass die EU in die falsche Richtung läuft.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 21. Okt 2018, 00:33

Vongole hat geschrieben:(21 Oct 2018, 00:25)

Dass die Briten überhaupt auf die fake news und Spökenkiekerei der Brexiteers hereinfallen konnten, liegt vielleicht auch an mangelndem Kommunikationsvermögen des Europa-Parlaments und der anderen europäischen Instititionen.

gilt das aber nicht auch für die AfD, mme le penn, italien, usw ??
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 21. Okt 2018, 00:34

Misterfritz hat geschrieben:(20 Oct 2018, 22:37)

Nein, das ist Quatsch.
Erstmal müsste die britische Regierung eine solche Abstimmung zulassen oder eine solche Wahl. Darauf hat die EU nun wirklich keinen Einfluss.
Und dann müsste auch mal eine eindeutige Mehrheit zustande kommen, 51-49% sehe ich nicht als solche an.

may hat wieder energisch nein gesagt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Vongole » So 21. Okt 2018, 00:50

Nomen Nescio hat geschrieben:(21 Oct 2018, 01:33)

gilt das aber nicht auch für die AfD, mme le penn, italien, usw ??


Meiner Meinung nach ja. Wenn der europäische Gedanke und europ. Entscheidungen in den einzelnen Staaten nicht kommuniziert werden, nimmt man die Bevölkerung nicht mit.
So haben Rattenfänger ein leichtes Spiel, und ein Herr Putin, dem ein zersplittertes Europa gerade recht käme, lacht sich ins Fäustchen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 21. Okt 2018, 07:56

Nein, hier läuft jetzt etwas in die falsche Richtung. Das europäische Projekt war einmal die Herzensangelegenheit vieler Menschen, die die Verwüstungen und Entmenschlichungen des 2. Weltkriegs erlebt haben. Das hat sich verflacht, ist womöglich mit Arbeit und Mühen und Verzicht verbunden. Ich lasse mir von niemandem vorhalten, daß ich nicht hier und sonstwo in Europa für das europäische Projekt eingetreten wäre; natürlich auch in Großbritannien.

In Großbritannien fand ich oft eine Haltung vor, die mit gelinder Ablehnung und Lauheit höflich beschrieben ist. Man selbst sehe ja ein, daß das europäische Projekt eine gute Sache sei, aber Nachbarn und Kollegen meinten, daß Britannien schon immer eine Insel gewesen sei, die ihren eigenen Weg gehen wollte und gegangen sei.

Klar, könnte ich als Deutscher jetzt auch sagen, daß Deutschland mitten in Europa liegt und sich dort noch länger behauptet hat als die Briten auf ihrer Insel; daß mir Zyprioten so fremd sind wie Kambodschaner. (Das liegt aber an mir, nicht etwa an den genannten Völkern!). Aber wir haben uns in den Kopf gesetzt, als Europäer eine gemeinsame Zukunft zu bauen, in der alle unsere Kräfte zur Selbstbehauptung in einer Welt notwendig sind, deren Macht- und Wirtschaftsgefüge sich schneller und weiträumiger verändert als in vielen Jahrhunderten zuvor.

Alles das sind Binsenweisheiten, die auch in einen harten Schädel eindringen sollten. Wenn die Briten da grundlegend anderer Meinung sind, was wollen Sie denen erklären? Nicht der Schüler ist dumm, sondern der Lehrer kann nichts... das geht mir so durch den Sinn. Nein, mit mir lasse ich dieses Spiel nicht spielen!
Zuletzt geändert von H2O am So 21. Okt 2018, 07:58, insgesamt 1-mal geändert.

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