EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 5. Okt 2018, 09:06

Eiskalt hat geschrieben:(04 Oct 2018, 16:59)

Wie bitte man hat den Briten schon ein Plus Plus angeboten? Ich fass es nicht......


So aufregend ist dieses Plus-Plus-Geschäft gar nicht: In Vongoles Hinweis (Handelsblatt) war zu lesen, daß überlegt wird, mit zwei Zollsystemen zu arbeiten. Einmal mit EU-Zöllen, wenn die Ware in die EU weiter geleitet werden soll, und einmal mit GB-Zöllen, wenn die Ware in GB verbleiben soll. Angeblich (so das Handelsblatt) funktioniert dieses duale System in der Zollunion mit der Türkei. Wenn das so ist, dann kann ich mich darüber nicht sonderlich aufregen.

Was nicht heraus kommen darf, das ist die Teilnahme am Binnenmarkt ohne die Normen und Regeln und Kostenbeteiligung. Ein Freihandelsabkommen ist doch ok. Vor allem muß eine vernünftige Regelung für die Grenze zwischen Irland und Nord-Irland festgeschrieben werden. Wenn da nichts Vernünftiges angeboten wird, dann lieber gar keine Vereinbarung.

Man darf auch nicht vergessen, daß die 27 Mitglieder ausnahmslos zugestimmt haben müssen... also auch Irland!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Fr 5. Okt 2018, 09:45

zollagent hat geschrieben:(05 Oct 2018, 09:28)

...aber aufregen kann man sich ja schon mal, so präventiv. :D :D :D


Nein ich kann aber ja sagen das ich nicht einsehe warum die Briten noch einen Bonus also Ceta plus plus plus, also Ceta und extra Rosinen bekommen sollten.
Ein Vertrag wie Ceta ok und das war es dann.
Ich sehe nicht ein den Briten noch etwas extra zu geben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Fr 5. Okt 2018, 09:49

H2O hat geschrieben:(05 Oct 2018, 10:06)

So aufregend ist dieses Plus-Plus-Geschäft gar nicht: In Vongoles Hinweis (Handelsblatt) war zu lesen, daß überlegt wird, mit zwei Zollsystemen zu arbeiten. Einmal mit EU-Zöllen, wenn die Ware in die EU weiter geleitet werden soll, und einmal mit GB-Zöllen, wenn die Ware in GB verbleiben soll. Angeblich (so das Handelsblatt) funktioniert dieses duale System in der Zollunion mit der Türkei. Wenn das so ist, dann kann ich mich darüber nicht sonderlich aufregen.

Was nicht heraus kommen darf, das ist die Teilnahme am Binnenmarkt ohne die Normen und Regeln und Kostenbeteiligung. Ein Freihandelsabkommen ist doch ok. Vor allem muß eine vernünftige Regelung für die Grenze zwischen Irland und Nord-Irland festgeschrieben werden. Wenn da nichts Vernünftiges angeboten wird, dann lieber gar keine Vereinbarung.

Man darf auch nicht vergessen, daß die 27 Mitglieder ausnahmslos zugestimmt haben müssen... also auch Irland!


Ja genau weil Großbritannien in Punkto Zoll sich ja als so vertrauenswürdig erwiesen hat ne?

Wie Großbritannien die EU abzockt

Von Hannes Vogel

Beim Brexit droht neuer Streit: Seit Jahren importieren Betrüger über Großbritannien chinesische Billig-Textilien unter Wert in die EU. Brüssel könnte Milliarden zurückfordern. Denn dem britischen Zoll ist der Betrug egal: Der Rest Europas zahlt dafür.



https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wie-Grossbritannien-die-EU-abzockt-article19737676.html

Häufig werden die Zölle vergessen

EU-Ermittler werfen Großbritannien vor, groß angelegten Zollbetrug mit Waren aus China jahrelang ignoriert und der Europäischen Union damit Milliardenverluste beschert zu haben.


http://www.manager-magazin.de/politik/europa/grossbritannien-milliardenverlust-fuer-eu-durch-zollbetrug-a-1137864.html

Und die sollen nun also für die EU-Zölle weiter verantwortlich bleiben?
Da lach ich mir ja einen Ast!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon zollagent » Fr 5. Okt 2018, 11:17

Eiskalt hat geschrieben:(05 Oct 2018, 10:49)

Ja genau weil Großbritannien in Punkto Zoll sich ja als so vertrauenswürdig erwiesen hat ne?




https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wie-Grossbritannien-die-EU-abzockt-article19737676.html




http://www.manager-magazin.de/politik/europa/grossbritannien-milliardenverlust-fuer-eu-durch-zollbetrug-a-1137864.html

Und die sollen nun also für die EU-Zölle weiter verantwortlich bleiben?
Da lach ich mir ja einen Ast!

Das muß es schon deswegen nicht, weil ja GB aus der EU ausscheidet.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Fr 5. Okt 2018, 11:45

Eiskalt hat geschrieben:(04 Oct 2018, 10:14)

Und der Brexit? Kein Problem. "Der Brexit wird kommen, und es wird ein guter Brexit", verkündete Brexit-Minister Dominic Raab. Auch Kevin Murray, ein Parteiaktivist aus Yorkshire, ist sich sicher: "Das mit dem Brexit wird kein Problem sein. Die EU pokert noch, das ist ganz normal. Aber am Ende wird sie nachgeben und auf unsere Forderungen eingehen, denn Großbritannien ist einfach ein zu wichtiger Absatzmarkt für die Europäer."

https://www.zeit.de/2018/41/brexit-grossbritannien-schlafwandel-europaeische-union

Das wird ein richtiges böses Erwachen....


Die haben immer noch nicht kapiert, dass GB in einer sehr schwachen Verhandlungsposition ist. Selbst die Commonwealth-Länder haben es nicht eilig, mit den Briten Verhandlungen über Handelsabkommen abzuschließen. Für die Inder sind die Briten absolut nachrangig. Die wollen lieber ein Handelsabkommen mit der EU - und zwar einer EU ohne Briten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 5. Okt 2018, 13:04

sünnerklaas hat geschrieben:(05 Oct 2018, 12:45)

Die haben immer noch nicht kapiert, dass GB in einer sehr schwachen Verhandlungsposition ist. Selbst die Commonwealth-Länder haben es nicht eilig, mit den Briten Verhandlungen über Handelsabkommen abzuschließen. Für die Inder sind die Briten absolut nachrangig. Die wollen lieber ein Handelsabkommen mit der EU - und zwar einer EU ohne Briten.


An solchen Spielchen sollte die EU sich aber lieber nicht beteiligen. Ganz sachlich Verträge schließen, die der EU nützen, mit wem auch immer, auf jeden Fall nicht gegen Dritte gerichtet.

Nachtrag:
    Dieser Empfehlung schließe ich mich an:

    https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-10/ ... on/seite-2

    Lieb und nett verhandeln, aber unbedingt bei den EU-Regeln bleiben. Das Verhandlungsergebnis der EU muß sein, eine vernünftige Lösung für den Grenzverkehr in Irland zu erzielen, ohne die Regeln des Binnenmarkts aus zu höhlen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » Fr 5. Okt 2018, 15:02

H2O hat geschrieben:(05 Oct 2018, 14:04)

An solchen Spielchen sollte die EU sich aber lieber nicht beteiligen. Ganz sachlich Verträge schließen, die der EU nützen, mit wem auch immer, auf jeden Fall nicht gegen Dritte gerichtet.

Nachtrag:
    Dieser Empfehlung schließe ich mich an:

    https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-10/ ... on/seite-2

    Lieb und nett verhandeln, aber unbedingt bei den EU-Regeln bleiben. Das Verhandlungsergebnis der EU muß sein, eine vernünftige Lösung für den Grenzverkehr in Irland zu erzielen, ohne die Regeln des Binnenmarkts aus zu höhlen.


Eine vernünftige Lösung wollen die Brexiteers nicht. Die wollen die harte Grenze zwischen Irland und Nordirland - inklusive Sicherheitsüberprüfungen - auch für Iren.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Maikel » Fr 5. Okt 2018, 17:21

H2O hat geschrieben:(05 Oct 2018, 10:06)
Man darf auch nicht vergessen, daß die 27 Mitglieder ausnahmslos zugestimmt haben müssen... also auch Irland!

Richtig; man darf aber auch nicht vergessen, was passiert, wenn es keine Zustimmung der 27 gibt. Gerade für Irland müßte ein No-Deal-Brexit, der ja ohne die Zustimmung der 27 käme, eine harte Grenze bedeuten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 5. Okt 2018, 18:02

sünnerklaas hat geschrieben:(05 Oct 2018, 16:02)

Eine vernünftige Lösung wollen die Brexiteers nicht. Die wollen die harte Grenze zwischen Irland und Nordirland - inklusive Sicherheitsüberprüfungen - auch für Iren.


Was BREXITeers wollen, das muß uns Europäern ja nicht unbedingt Ansporn sein. Ich würde zumindest ausloten, was die EU zugestehen soll, damit in Irland eine offene Grenze beibehalten werden kann. An jeder Forderung hängt am Ende doch ein Preisschild.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 5. Okt 2018, 18:06

Maikel hat geschrieben:(05 Oct 2018, 18:21)

Richtig; man darf aber auch nicht vergessen, was passiert, wenn es keine Zustimmung der 27 gibt. Gerade für Irland müßte ein No-Deal-Brexit, der ja ohne die Zustimmung der 27 käme, eine harte Grenze bedeuten.


Na ja, weniger geht bestimmt nicht... ok, vielleicht noch ein Handelskrieg nach dem Muster Trump. Aber wer will denn so etwas! Die umgekehrte Kontinentalsperre? :mad2:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » So 7. Okt 2018, 07:18

Mit dem Werben für einen Umzug von britischen Unternehmen auf das Festland sollten es die politischen Führer der EU-26 nicht übertreiben. Sonst kommt man am Schluss womöglich noch auf die Idee die harte Haltung der EU zielt vor allem auf diese Umzüge.

"President Macron has stepped up attempts to attract UK-based carmakers to France with a private dinner at the Elysée Palace, following their growing concerns about a botched Brexit deal." Quelle: https://www.theguardian.com/politics/20 ... ate-dinner
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 7. Okt 2018, 11:33

ach, tröste dich. britische aktionären haben gegen den vorschlag des vorstands gestimmt, ein hauptquartier zu haben das in rotterdam steht. also bleibt es bei zwei hauptsitze: einen in london, einen in rotterdam.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Vongole » So 7. Okt 2018, 17:33

Die SNP verweigert sich jeglichem Brexit Deal, nicht jedoch einem erneuten Referendum:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/n ... 31985.html

Wahrscheinlich reden wir bald nicht nur von der Grenze zwischen Irland und Nordirland.
Die Wut in Schottland ist mit Händen zu greifen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 7. Okt 2018, 17:57

Vongole hat geschrieben:(07 Oct 2018, 18:33)

Die SNP verweigert sich jeglichem Brexit Deal, nicht jedoch einem erneuten Referendum:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/n ... 31985.html

Wahrscheinlich reden wir bald nicht nur von der Grenze zwischen Irland und Nordirland.
Die Wut in Schottland ist mit Händen zu greifen.
Was verständlich ist,
der Zugang zum europäischen Binnenmarkt inkl. des Finanzmarktes ist nun mal wichtig für Schottland. Und Touristen aus Europa, die erstmal ein Visum für einen Schottlandurlaub besorgen müssten, überlegen sich das evtl. zweimal.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Vongole » So 7. Okt 2018, 18:04

Misterfritz hat geschrieben:(07 Oct 2018, 18:57)

Was verständlich ist,
der Zugang zum europäischen Binnenmarkt inkl. des Finanzmarktes ist nun mal wichtig für Schottland. Und Touristen aus Europa, die erstmal ein Visum für einen Schottlandurlaub besorgen müssten, überlegen sich das evtl. zweimal.


Bis hin zur Visumspflicht wird es wohl nicht kommen, aber ansonsten hast du recht.
Schottland war ja mehrheitlich eh gegen einen Brexit und fühlt sich von Westminster zunehmend verschaukelt, also werden die Befürworter der Unabhängigkeit immer zahlreicher.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 7. Okt 2018, 18:49

Mir widerstrebt jede Genugtuung darüber, daß Schottland sich von GB lösen könnte. Die Bindungen und Verbindungen über Wirtschaft und Familien sind doch so groß, daß ich als Schotte mir mehrfach überlegen würde, mich einer anderen "Familie" an zu schließen. Mein Jugendfreund ist Schotte, lebt auch dort, und er ist zugleich Brite mit einer Familie, die weit gestreut in GB und dem Commonwealth lebt. Der findet den BREXIT idiotisch und seine Befürworter verantwortungslos. Was soll der arme Kerl denn nun entscheiden? Ich fürchte, das wird sehr vielen Leuten in Schottland so gehen.

Wenn die angedrohte Scheidung den BREXITeers den Boden unter den Füßen wegziehen würde, dann wäre das natürlich eine bärenstarke Maßnahme! :p
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Vongole » So 7. Okt 2018, 19:07

H2O hat geschrieben:(07 Oct 2018, 19:49)

Mir widerstrebt jede Genugtuung darüber, daß Schottland sich von GB lösen könnte. Die Bindungen und Verbindungen über Wirtschaft und Familien sind doch so groß, daß ich als Schotte mir mehrfach überlegen würde, mich einer anderen "Familie" an zu schließen. Mein Jugendfreund ist Schotte, lebt auch dort, und er ist zugleich Brite mit einer Familie, die weit gestreut in GB und dem Commonwealth lebt. Der findet den BREXIT idiotisch und seine Befürworter verantwortungslos. Was soll der arme Kerl denn nun entscheiden? Ich fürchte, das wird sehr vielen Leuten in Schottland so gehen.

Wenn die angedrohte Scheidung den BREXITeers den Boden unter den Füßen wegziehen würde, dann wäre das natürlich eine bärenstarke Maßnahme! :p


Wer spricht denn von Genugtuung?
Heute sind in Edinburgh fast 100.000 Menschen Menschen für ein unabhängiges Schottland auf die Straße gegangen, und zwar nicht, weil sie sie nicht als Briten fühlen, sondern
weil sie sich von der Regierung nicht ernst genommen fühlen.
GB hatte selten ein glückliches Händchen, was schottische Interessen angeht, das ist wie mit dem Krug und dem Brunnen.

Natürlich hoffe ich auch, dass der Widerstand der Schotten etwas Richtung EU-Verbleib erreichen wird.
Und dass sich die EU weiter bewegt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » So 7. Okt 2018, 19:12

Vongole hat geschrieben:(07 Oct 2018, 19:04)

Bis hin zur Visumspflicht wird es wohl nicht kommen, aber ansonsten hast du recht.
Schottland war ja mehrheitlich eh gegen einen Brexit und fühlt sich von Westminster zunehmend verschaukelt, also werden die Befürworter der Unabhängigkeit immer zahlreicher.


Die für eine Einreise von EU-Bürgern nach GB von den Brexiteers angestrebte generelle Sicherheitsüberprüfung kommt einer verschärften Visumspflicht gleich. Die wird dann auch umgekehrt gelten. Das sind dann schon recht hohe Hürden, die da eingeführt werden. Unter solchen Vorraussetzungen wird der Reiseverkehr deutlich zurück gehen.
Übrigens: eine Abstimmung über die Ergebnisse der Brexit-Verhandlungen wollen die Torys auf jeden Fall unterbinden. Da wird dann auch die rechtspopulistische Strategie deutlich. Man fordert gerne "Volksabstimmungen nach schweizer Vorbild". Gemeint sind aber lediglich Abstimmungen, in denen die Populisten zu irgendwas ermächtigt werden. Über die Ergebnisse der Politik der Populisten darf dann auf gar keinen Fall abgestimmt werden. Das wäre ja Verrat...
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » So 7. Okt 2018, 19:18

Vongole hat geschrieben:(07 Oct 2018, 20:07)

Wer spricht denn von Genugtuung?
Heute sind in Edinburgh fast 100.000 Menschen Menschen für ein unabhängiges Schottland auf die Straße gegangen, und zwar nicht, weil sie sie nicht als Briten fühlen, sondern
weil sie sich von der Regierung nicht ernst genommen fühlen.
GB hatte selten ein glückliches Händchen, was schottische Interessen angeht, das ist wie mit dem Krug und dem Brunnen.

Natürlich hoffe ich auch, dass der Widerstand der Schotten etwas Richtung EU-Verbleib erreichen wird.
Und dass sich die EU weiter bewegt.


Die EU wird sich nicht bewegen. Die Karten liegen auf dem Tisch.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 7. Okt 2018, 19:32

sünnerklaas hat geschrieben:(07 Oct 2018, 20:18)

Die EU wird sich nicht bewegen. Die Karten liegen auf dem Tisch.
Die EU hat auch gar keinen Grund, sich zu bewegen. Es gibt Grundlagen, die kennen auch die Briten, und an die muss sich die EU halten.

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