EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Mi 19. Sep 2018, 09:49

Vor dem informellen EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May die Europäer zu einem Entgegenkommen bei den Brexit-Verhandlungen aufgefordert. "Um zu einem guten Ergebnis zu gelangen, muss die EU jetzt, nachdem Großbritannien seine Position weiterentwickelt hat, das auch tun", schreibt May in einem Gastbeitrag für Welt. Brüssel und die Mitgliedstaaten müssten London in Gesprächen über ein Freihandelsabkommen genauso behandeln wie andere Drittstaaten.

Die Premierministerin verteidigt ihren Vorschlag, eine Freihandelszone zwischen EU und Großbritannien nur für Güter, nicht aber für Dienstleistungen einzurichten. Die Einwände der EU entsprächen nicht "der Realität von Handelsverhandlungen anderswo". Dieser Vorschlag war von EU-Seite als "Rosinenpickerei" zurückgewiesen worden.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-09/brexit-eu-theresa-may-verhandlungen-treffen-salzburg-entgegenkommen

Die Schweizer und Norweger müssen auch zahlen und dei 4 Grundfreiheiten einhalten.
GB war doch lange genug in der EU, begreift die Alte das noch immer nicht?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon zollagent » Mi 19. Sep 2018, 10:15

Eiskalt hat geschrieben:(19 Sep 2018, 10:49)

Vor dem informellen EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May die Europäer zu einem Entgegenkommen bei den Brexit-Verhandlungen aufgefordert. "Um zu einem guten Ergebnis zu gelangen, muss die EU jetzt, nachdem Großbritannien seine Position weiterentwickelt hat, das auch tun", schreibt May in einem Gastbeitrag für Welt. Brüssel und die Mitgliedstaaten müssten London in Gesprächen über ein Freihandelsabkommen genauso behandeln wie andere Drittstaaten.

Die Premierministerin verteidigt ihren Vorschlag, eine Freihandelszone zwischen EU und Großbritannien nur für Güter, nicht aber für Dienstleistungen einzurichten. Die Einwände der EU entsprächen nicht "der Realität von Handelsverhandlungen anderswo". Dieser Vorschlag war von EU-Seite als "Rosinenpickerei" zurückgewiesen worden.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-09/brexit-eu-theresa-may-verhandlungen-treffen-salzburg-entgegenkommen

Die Schweizer und Norweger müssen auch zahlen und dei 4 Grundfreiheiten einhalten.
GB war doch lange genug in der EU, begreift die Alte das noch immer nicht?
Peinliche Scharade ist das doch.

Ich bin sicher, daß sie selbst das durchaus begreift. Sie muß aber ihren Wählern etwas bieten. Da werden die Vorstellungen schon mal absurd.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Mi 19. Sep 2018, 10:21

zollagent hat geschrieben:(19 Sep 2018, 11:15)

Ich bin sicher, daß sie selbst das durchaus begreift. Sie muß aber ihren Wählern etwas bieten. Da werden die Vorstellungen schon mal absurd.


Politik ist doch wirklich peinlich.....
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Mi 19. Sep 2018, 12:31

Es wird bereits über einen Brexit-Sondergipfel im November diskutiert. Dann ist der Zeitdruck nicht mehr steigerungsfähig und nach meiner festen Überzeugung wird man den Briten dann doch noch eine Extrawurst spendieren.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Mi 19. Sep 2018, 15:30

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Sep 2018, 13:31)

Es wird bereits über einen Brexit-Sondergipfel im November diskutiert. Dann ist der Zeitdruck nicht mehr steigerungsfähig und nach meiner festen Überzeugung wird man den Briten dann doch noch eine Extrawurst spendieren.


Gehe ich auch von aus.
Damit wird die EU dann zu einer Lachnummer.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon zollagent » Mi 19. Sep 2018, 16:42

Eiskalt hat geschrieben:(19 Sep 2018, 11:21)

Politik ist doch wirklich peinlich.....


...die Kunst des Momentan Machbaren. Das heißt sicher nicht des Optimalen. Dafür wird dann vorher zu viel Zeit verplempert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Mi 19. Sep 2018, 20:03

Orbiter1 hat geschrieben:(19 Sep 2018, 13:31)

Es wird bereits über einen Brexit-Sondergipfel im November diskutiert. Dann ist der Zeitdruck nicht mehr steigerungsfähig und nach meiner festen Überzeugung wird man den Briten dann doch noch eine Extrawurst spendieren.
Sieht aber im Moment nicht wirklich danach aus.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 28988.html
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Do 20. Sep 2018, 08:15

Die britische Premierministerin Theresa May beharrt auf ihren Brexit-Vorschlägen und fordert ein Einlenken der Europäischen Union. Ihrer sei "der einzige glaubwürdige und verhandelbare Plan auf dem Tisch, der eine harte Grenze in Nordirland vermeidet und auch dem Willen des britischen Volks entspricht", sagte May zum Auftakt des zweitägigen Gipfeltreffens in Salzburg. Großbritannien habe seine Position weiterentwickelt, nun müsse die EU dies auch tun.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/eu-gipfel-in-salzburg-theresa-may-beharrt-auf-brexit-vorschlaegen-a-1229030.html

Huhu....es gibt noch 27 andere Völker in der EU.
Ihr wolltet raus also geht raus als Drittstaat.
Gute Reise....
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Sep 2018, 08:34

Misterfritz hat geschrieben:(19 Sep 2018, 21:03)

Sieht aber im Moment nicht wirklich danach aus.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/e ... 28988.html


Im Mai 2019 findet die EU Wahl statt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die EU zugunsten GBs einknickt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Do 20. Sep 2018, 08:43

Wenn Frau May das Modell Norwegen/Schweiz zu viel EU und das Modell Kanada zu wenig EU ist, dann muß sie sich eben andere Vertragspartner suchen. Die gibt es bestimmt wie Sand am Meer.

Man könnte ja auch daran denken, das Modell Kanada mit britischer Hilfe aus zu bauen, so daß am Ende niemand verärgert den Saal verläßt.

Die britische Zollgrenze muß dann sicher in der irischen See liegen. Daran führt doch gar kein Weg vorbei, wenn den Briten das Wohl der Iren und Nord-Iren am Herzen liegt. Vielleicht dauert es auch gar nicht so lange, bis die britische Zollgrenze am Hadrianswall liegen wird.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Do 20. Sep 2018, 08:48

JJazzGold hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:34)


Im Mai 2019 findet die EU Wahl statt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die EU zugunsten GBs einknickt.
Was würde denn bei den EU-Wahlen passieren wenn man einknickt und sich auf einen weichen Brexit incl einer Rosine für die Briten (z. B. bei der Irland/Nordirland-Thematik) einigt? Ja, die Wirtschaft würde sowohl in UK als auch auf EU Seite nicht einbrechen sondern gut weiterlaufen, aber wäre das für die Menschen auf beiden Seiten und das Wahlverhalten in der EU-27 so desaströs?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon schokoschendrezki » Do 20. Sep 2018, 08:48

JJazzGold hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:34)


Im Mai 2019 findet die EU Wahl statt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die EU zugunsten GBs einknickt.

Die zuverlässigsten Prognosen dürfte man von denen bekommen, die am unmittelbarsten vom Brexit betroffen sind und bei denen es auch wirklich um etwas geht und nicht nur einfach um eine "Gemeinschaft": Entsprechenden Unternehmen.
Immer mehr Unternehmen rechnen mit Brexit-Debakel.
Eine Studie zeigt, wie nervös der Brexit deutsche Unternehmen macht. Kaum ein Manager glaubt an ein positives Endergebnis der Verhandlungen.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/eu-ausstieg-grossbritanniens-immer-mehr-unternehmen-rechnen-mit-brexit-debakel/22738686.html?ticket=ST-14822651-3dhduBRfppfvzpAjn1Rb-ap3
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Do 20. Sep 2018, 08:49

JJazzGold hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:34)


Im Mai 2019 findet die EU Wahl statt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die EU zugunsten GBs einknickt.


Mein Gefühl sagt mir, daß so viel Arroganz gegenüber "dem Kontinent" in Wahlen immer sehr schlecht ankommt. Unter anderen Umständen könnte ich mir vorstellen, daß die Skandinavier das eine oder andere gute Wort für die Londoner einlegen würden. Schließlich sind sie nahezu gleichzeitig der EU beigetreten. Da ist aber kein Ton zu hören, und selbst aus Polen kommt dazu gar nichts, wo man immer ganz große Stücke auf die Briten gab.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Do 20. Sep 2018, 08:56

Orbiter1 hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:48)

Was würde denn bei den EU-Wahlen passieren wenn man einknickt und sich auf einen weichen Brexit incl einer Rosine für die Briten (z. B. bei der Irland/Nordirland-Thematik) einigt? Ja, die Wirtschaft würde sowohl in UK als auch auf EU Seite nicht einbrechen sondern gut weiterlaufen, aber wäre das für die Menschen auf beiden Seiten und das Wahlverhalten in der EU-27 so desaströs?


Ja klar wäre das "desaströs". Eine EWG wollte die EU ja nicht mehr sein; daher die Verträge von Maastricht und Lissabon. Zu diesen Bedingungen kostenlos und ohne Verpflichtungen mitwirtschaften, auf diesen Gedanken könnten auch andere Nettozahler der EU verfallen. Das wäre das Ende der EU, wie sie als europäisches Projekt beabsichtigt war.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Sep 2018, 09:25

Orbiter1 hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:48)

Was würde denn bei den EU-Wahlen passieren wenn man einknickt und sich auf einen weichen Brexit incl einer Rosine für die Briten (z. B. bei der Irland/Nordirland-Thematik) einigt? Ja, die Wirtschaft würde sowohl in UK als auch auf EU Seite nicht einbrechen sondern gut weiterlaufen, aber wäre das für die Menschen auf beiden Seiten und das Wahlverhalten in der EU-27 so desaströs?


Desaströs wäre der Präzedenzfall, den man damit schaffen würde. Wer gehen will, der soll gehen, aber ohne Kuchen als Wegzehrung.
Zuletzt geändert von JJazzGold am Do 20. Sep 2018, 10:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Sep 2018, 09:26

H2O hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:56)

Ja klar wäre das "desaströs". Eine EWG wollte die EU ja nicht mehr sein; daher die Verträge von Maastricht und Lissabon. Zu diesen Bedingungen kostenlos und ohne Verpflichtungen mitwirtschaften, auf diesen Gedanken könnten auch andere Nettozahler der EU verfallen. Das wäre das Ende der EU, wie sie als europäisches Projekt beabsichtigt war.


So ist es. :thumbup:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Sep 2018, 09:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:48)

Die zuverlässigsten Prognosen dürfte man von denen bekommen, die am unmittelbarsten vom Brexit betroffen sind und bei denen es auch wirklich um etwas geht und nicht nur einfach um eine "Gemeinschaft": Entsprechenden Unternehmen.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/eu-ausstieg-grossbritanniens-immer-mehr-unternehmen-rechnen-mit-brexit-debakel/22738686.html?ticket=ST-14822651-3dhduBRfppfvzpAjn1Rb-ap3


Dann werden die Herren Manager ihrem Job gerecht werden müssen und planen. Zugegeben, zwei Jahre sind eine kurze Zeit, aber auch die lässt sich nutzen. Es ist ja nicht so, dass der Brexit nächsten März vom Himmel fällt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Sep 2018, 09:31

H2O hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:49)

Mein Gefühl sagt mir, daß so viel Arroganz gegenüber "dem Kontinent" in Wahlen immer sehr schlecht ankommt. Unter anderen Umständen könnte ich mir vorstellen, daß die Skandinavier das eine oder andere gute Wort für die Londoner einlegen würden. Schließlich sind sie nahezu gleichzeitig der EU beigetreten. Da ist aber kein Ton zu hören, und selbst aus Polen kommt dazu gar nichts, wo man immer ganz große Stücke auf die Briten gab.


Mich stört offen gestanden Mays, my plan or no plan. Es nicht Aufgabe der EU dafür zu sorgen, dass sie ihren Job behält.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Do 20. Sep 2018, 10:35

H2O hat geschrieben:(20 Sep 2018, 09:56)

Ja klar wäre das "desaströs". Eine EWG wollte die EU ja nicht mehr sein; daher die Verträge von Maastricht und Lissabon. Zu diesen Bedingungen kostenlos und ohne Verpflichtungen mitwirtschaften, auf diesen Gedanken könnten auch andere Nettozahler der EU verfallen. Das wäre das Ende der EU, wie sie als europäisches Projekt beabsichtigt war.
Das ist jetzt aber reichlich übertrieben. Der Chequers-Plan bedeutet für die Briten alles andere als kostenlos und ohne Verpflichtungen mitwirtschaften. Und wie ich bereits geschrieben habe, eine Rosine könnte auch im Entgegenkommen beim Irland/Nordirland-Grenzproblem liegen. Das wäre doch nun wirklich kein Signal an andere EU-Staaten ebenfalls aus der EU auszutreten. Ob eine brüske Zurückweisung der Briten verbunden mit einem chaotischen Brexit und einem anschließendem Rosenkrieg der europäischen Sache so dienlich ist wage ich zu bezweifeln.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Do 20. Sep 2018, 10:48

Orbiter1 hat geschrieben:(20 Sep 2018, 11:35)

Das ist jetzt aber reichlich übertrieben. Der Chequers-Plan bedeutet für die Briten alles andere als kostenlos und ohne Verpflichtungen mitwirtschaften. Und wie ich bereits geschrieben habe, eine Rosine könnte auch im Entgegenkommen beim Irland/Nordirland-Grenzproblem liegen. Das wäre doch nun wirklich kein Signal an andere EU-Staaten ebenfalls aus der EU auszutreten. Ob eine brüske Zurückweisung der Briten verbunden mit einem chaotischen Brexit und einem anschließendem Rosenkrieg der europäischen Sache so dienlich ist wage ich zu bezweifeln.


Dennoch meine ich, daß die EU Regeln hat, die den Briten nicht unbekannt sein sollten. Daran sollte es entlang gehen, und nicht jedes Mal eine neue Regel erfunden werden. Es reicht allmählich mit den Sonderregeln.

Außerdem ist noch gar nicht gesagt, daß der Vorschlag so durchgeht nach den Bewertungen der einschlägigen BREXITeers. Wer weiß was dann noch schnell in den Vertrag eingebracht werden muß, um den Vertrag zustimmungsfähig zu bekommen?

Über die EU sind die Briten doch auch in den Vertrag mit Kanada eingebunden. Wie wäre es denn, wenn sie sich dort stärker einbrächten mit dem Ziel, in diesen Vertrag "mehr EU" ein zu bauen. Davon hätten alle drei vermutlich einen Vorteil.

Von brüsker Zurückweisung und Rosenkrieg kann noch gar keine Rede sein. Vielleicht ist es sogar besser, die Briten zanken sich erst einmal zu Hause mit sich selbst herum, ehe sich die EU in diesen innerbritischen Streit verwickeln läßt.
Zuletzt geändert von H2O am Do 20. Sep 2018, 10:57, insgesamt 2-mal geändert.

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