EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mo 10. Sep 2018, 11:48

Nomen Nescio hat geschrieben:(10 Sep 2018, 11:48)

oder es ist die vorstufe eines harten kampfs um die macht.


Das sicher auch. Neuwahlen zum Unterhaus wären dann aber sinnvoller, als ganz Europa mit dem Familientratsch zu unterhalten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 10. Sep 2018, 12:01

Nomen Nescio hat geschrieben:(03 Sep 2018, 10:23)

boris johnson hatte auch wieder was zu sagen.

Brexit: UK 'lying flat on the canvas', Boris Johnson says in blistering attack on Theresa May's Chequers plan

'Impossible': Johnson launches fresh attack on May's Brexit plans

bei einer NL seite las ich daß sowohl Boris Johnson wie Sir Lynton Crosby (ex außenminister) einen coup planen um may weg zu stimmen. meine meinung: wer bricht, bezahlt. arme tories.
die NL seite sagte daß die mail on sunday wie die times das behaupteten.

Am Ende verkämpfen die sich und nach Wahlen haben andere Kräfte die Mehrheit.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Mo 10. Sep 2018, 12:52

Für das von jahrelangen Kürzungen gebeutelte Gesundheitssystem droht der Brexit zum Desaster zu werden. "Unsere Patienten müssen immer länger warten und auf manche Behandlungen verzichten", erklärt Hubertus von Blumenthal. Im NHS fehlten schon jetzt 10.000 Ärzte: "Wenn ich gehe, werden sie kaum jemanden finden, der mich ersetzen kann". Fünf Prozent aller britischen Ärzte kommen aus der EU, und fast die Hälfte von ihnen erwägen inzwischen, das Land zu verlassen, schreibt der Vorsitzende des britischen Ärzteverbandes Andrew Goddard. Sogar der damalige Gesundheitsminister Jeremy Hunt hatte im Juni zugegeben, dass die Unsicherheit wegen des Brexit "bedauerlicherweise einige der geschätzten Kollegen aus Europa" aus dem Land treibe.

Für von Blumenthal ist die Rechnung klar: Hunt hatte 5000 neue Ärzte bis 2020 versprochen. Es ist nur unklar, wo sie herkommen sollen. Als das NHS jetzt versucht habe, die Lücken zumindest teilweise zu füllen und in der EU 3000 neue Ärzte anzuwerben, fanden sich gerade einmal 86 Interessenten. "Warum sollte ein europäischer Arzt hier herkommen, wenn seine Karriere, die Bedingungen für ihn und seine Familie, die Anerkennung seiner Qualifikationen, einfach alles in der Luft hängt?", fragt der deutsche Arzt. "Wir leben in der Schwebe und wissen einfach nicht, wie es weiter geht. Alle Zusicherungen gelten nichts, weil der nächste Minister sie mit einem Federstrich ändern kann". Und das gelte nicht nur für Ärzte, sondern auch für Krankenschwestern und anderes medizinisches Personal im britischen Gesundheitswesen.

Der königliche Verband der Krankenschwestern ist eine traditionsreiche Einrichtung und residiert in einem feinen Stadthaus in London. Die Stimmung der Vorsitzenden Maria Trewern aber ist kämpferisch. Gerade hat sie in einem Appell an die Regierung gefordert, die Folgen des Brexit für das Gesundheitssystem und dessen Beschäftigte zu berücksichtigen. Die schlimmsten Befürchtungen würden jetzt wahr: "Seit dem Brexit-Referendum haben uns schon 2000 Krankenschwestern aus der EU verlassen. Das ist eine signifikante Zahl, und mit ihnen gehen auch Erfahrungen und Kenntnisse, was dem Gesundheitssystem besonders in Schlüsselbereichen wirklich schadet", sagt Trewern. Und gerade bei europäischen Schwestern seien Ausbildung und Standards eben vergleichbar.

"Wir brauchen diese Arbeitskräfte, und wir sind aufgebracht, weil wir unsere Kollegen so beunruhigt sehen. Sie können ihr Leben nicht planen, ihre Wohnung, Schulen für die Kinder, nichts ist sicher. Wir wollen nicht, dass sie gehen. Wir möchten sie gern behalten, weil wir ihren Beitrag zu unserer Gemeinschaft wirklich schätzen." Und es seien vor allem die Jungen, die das NHS so dringend braucht und durch diese Abwanderung verlieren würde.

Derzeit fehlen in Großbritannien bereits 40.000 Krankenschwestern, und Maria Trewern befürchtet gravierende Folgen für die Patienten. Sie versucht jetzt weltweit Pflegekräfte zu rekrutieren, aber das bedeute auch, sie aus Ländern der Dritten Welt zu holen, wo sie ebenfalls gebraucht werden. Diese Folgen des Brexit hätten die Politiker nicht bedacht, sagt Maria Trewern. "Das haben sie übersehen, weil es ihnen um Politik geht und nicht um das Gemeinwohl. Ich als Krankenschwester aber bin für das Gemeinwohl zuständig."

https://www.dw.com/de/brexit-der-herr-doktor-will-gehen/a-45387424

Vielleicht könnten Herr Farange,Herr Johnson, Herr Rees-Mogg und andere ja in den Krankenhäusern aushelfen! :)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Mo 10. Sep 2018, 13:12

In der Brexit-Debatte hat der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson Premierministerin Theresa May ungewöhnlich scharf kritisiert. Mays Plan lege der britischen Verfassung eine "Sprengstoffweste" um und lege den Auslöser in die Hand von EU-Verhandlungsführer Michel Barnier, schrieb Johnson in einer Kolumne in der britischen Zeitung "Mail on Sunday". Die Idee eines weichen Brexit bezeichnete er als "Erniedrigung".

In der Kolumne schrieb Johnson, dass es Großbritannien als sechstgrößte Wirtschaft der Welt möglich sein muss, den "großzügigen" Deal zu bekommen, von dem die Premierministerin gesprochen hat. "In jeder Phase der Verhandlung hat Brüssel das bekommen, was sie wollten", schrieb er.

"Wir sehen aus wie ein 50kg-Schwächling, der von einem 500-Pfund-Gorilla komisch aus der Form gebogen wird." Als Grund nannte Johnson die "Backstop"-Grenzpolitik, die Nordirland betrifft. Damit würde man der EU ein "Brecheisen" geben, mit dem es ihr jederzeit möglich wäre, die Grenze zwischen Großbritannien und Nordirland aufzuhebeln, so der ehemalige Außenminister. Der "Backstop" würde bedeuten, dass Nordirland den europäischen Zollregeln unterliegt - ohne zeitliche Befristung. Dies würde zu Zollkontrollen zwischen Nordirland und dem Rest Großbritanniens führen. In den Brexit-Verhandlungen konnten sich beide Seiten aber noch nicht darauf einigen.

https://www.n-tv.de/politik/Weicher-Brexit-ist-eine-Erniedrigung-article20614856.html

Es könnte daran liegen das UK der 50KG Schwächling ist :D
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mo 10. Sep 2018, 13:51

Eiskalt hat geschrieben:(10 Sep 2018, 14:12)
...
Es könnte daran liegen das UK der 50KG Schwächling ist :D


Wir sollten uns an diesen Albernheiten nicht beteiligen. Die EU wendet Regeln an, die GB selbst mitgestaltet hat. Das Ergebnis ist vorhersehbar.

Der EU Ministerrat hat die politische Legitimation, Entscheidungen zu treffen, die GB durch Geben und Nehmen entgegen kommen. Das muß man abwarten, vor allem das Geben der Briten. Das muß ja erkennbar über eine Pflicht hinaus gehen, die sich aus den Regeln ergibt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Di 11. Sep 2018, 19:10

Eiskalt hat geschrieben:(10 Sep 2018, 14:12)

In der Kolumne schrieb Johnson, dass es Großbritannien als sechstgrößte Wirtschaft der Welt möglich sein muss, den "großzügigen" Deal zu bekommen, von dem die Premierministerin gesprochen hat. "In jeder Phase der Verhandlung hat Brüssel das bekommen, was sie wollten", schrieb er.

ich habe aber in kommentare gelesen daß johnson mit diesem kommentar als politiker ausgespielt hat.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 11. Sep 2018, 21:29

Nomen Nescio hat geschrieben:(11 Sep 2018, 20:10)

ich habe aber in kommentare gelesen daß johnson mit diesem kommentar als politiker ausgespielt hat.


Ich auch aber warum? Ähnliches hat er vorher schon gesagt. Obwohl er eigentlich wohl intelligent ist, ist er als Außenminister auch eher durch mehrere dämliche Fettnäpfchen aufgefallen.
Und seien wir ehrlich, wenn Leistung und Kompetenz als Maßstab für einen Politiker gelten würden dann wären die meisten Länder wohl führungslos
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Di 11. Sep 2018, 21:44

Eiskalt hat geschrieben:(10 Sep 2018, 13:52)

Für das von jahrelangen Kürzungen gebeutelte Gesundheitssystem droht der Brexit zum Desaster zu werden. "Unsere Patienten müssen immer länger warten und auf manche Behandlungen verzichten", erklärt Hubertus von Blumenthal. Im NHS fehlten schon jetzt 10.000 Ärzte: "Wenn ich gehe, werden sie kaum jemanden finden, der mich ersetzen kann". Fünf Prozent aller britischen Ärzte kommen aus der EU, und fast die Hälfte von ihnen erwägen inzwischen, das Land zu verlassen, schreibt der Vorsitzende des britischen Ärzteverbandes Andrew Goddard. Sogar der damalige Gesundheitsminister Jeremy Hunt hatte im Juni zugegeben, dass die Unsicherheit wegen des Brexit "bedauerlicherweise einige der geschätzten Kollegen aus Europa" aus dem Land treibe.

Für von Blumenthal ist die Rechnung klar: Hunt hatte 5000 neue Ärzte bis 2020 versprochen. Es ist nur unklar, wo sie herkommen sollen. Als das NHS jetzt versucht habe, die Lücken zumindest teilweise zu füllen und in der EU 3000 neue Ärzte anzuwerben, fanden sich gerade einmal 86 Interessenten. "Warum sollte ein europäischer Arzt hier herkommen, wenn seine Karriere, die Bedingungen für ihn und seine Familie, die Anerkennung seiner Qualifikationen, einfach alles in der Luft hängt?", fragt der deutsche Arzt. "Wir leben in der Schwebe und wissen einfach nicht, wie es weiter geht. Alle Zusicherungen gelten nichts, weil der nächste Minister sie mit einem Federstrich ändern kann". Und das gelte nicht nur für Ärzte, sondern auch für Krankenschwestern und anderes medizinisches Personal im britischen Gesundheitswesen.

Der königliche Verband der Krankenschwestern ist eine traditionsreiche Einrichtung und residiert in einem feinen Stadthaus in London. Die Stimmung der Vorsitzenden Maria Trewern aber ist kämpferisch. Gerade hat sie in einem Appell an die Regierung gefordert, die Folgen des Brexit für das Gesundheitssystem und dessen Beschäftigte zu berücksichtigen. Die schlimmsten Befürchtungen würden jetzt wahr: "Seit dem Brexit-Referendum haben uns schon 2000 Krankenschwestern aus der EU verlassen. Das ist eine signifikante Zahl, und mit ihnen gehen auch Erfahrungen und Kenntnisse, was dem Gesundheitssystem besonders in Schlüsselbereichen wirklich schadet", sagt Trewern. Und gerade bei europäischen Schwestern seien Ausbildung und Standards eben vergleichbar.

"Wir brauchen diese Arbeitskräfte, und wir sind aufgebracht, weil wir unsere Kollegen so beunruhigt sehen. Sie können ihr Leben nicht planen, ihre Wohnung, Schulen für die Kinder, nichts ist sicher. Wir wollen nicht, dass sie gehen. Wir möchten sie gern behalten, weil wir ihren Beitrag zu unserer Gemeinschaft wirklich schätzen." Und es seien vor allem die Jungen, die das NHS so dringend braucht und durch diese Abwanderung verlieren würde.

Derzeit fehlen in Großbritannien bereits 40.000 Krankenschwestern, und Maria Trewern befürchtet gravierende Folgen für die Patienten. Sie versucht jetzt weltweit Pflegekräfte zu rekrutieren, aber das bedeute auch, sie aus Ländern der Dritten Welt zu holen, wo sie ebenfalls gebraucht werden. Diese Folgen des Brexit hätten die Politiker nicht bedacht, sagt Maria Trewern. "Das haben sie übersehen, weil es ihnen um Politik geht und nicht um das Gemeinwohl. Ich als Krankenschwester aber bin für das Gemeinwohl zuständig."

https://www.dw.com/de/brexit-der-herr-doktor-will-gehen/a-45387424

Vielleicht könnten Herr Farange,Herr Johnson, Herr Rees-Mogg und andere ja in den Krankenhäusern aushelfen! :)


Mein Gott, in Deutschland fehlen wesentlich mehr Ärzte und Krankenpfleger; die Versorgung etwa auf Notaufnahmen oder Intensivstationen ist nicht mehr sichergestellt.

Nur ist es in Deutschland gelungen, dies vor der Bevölkerung zu verbergen, oder das Thema irgendwie kleinzuhalten. Offenbar dient dazu auch dieser Bericht, der so tut, als sei Großbritannien ein Notstandsgebiet, was suggeriert, Deutschland sei es nicht. Dabei ist die Situation in deutschen Krankenhäusern katastrophal und vollkommen unverantwortlich.

Auf jeden Fall arbeiten sehr viel mehr deutsche Ärzte in Großbritannien als britische Ärzte in Deutschland. Und die Briten werden Wege finden, Personal anzulocken, zur Not eben aus Indien.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Mi 12. Sep 2018, 21:19

Julian hat geschrieben:(11 Sep 2018, 22:44)

Mein Gott, in Deutschland fehlen wesentlich mehr Ärzte und Krankenpfleger; die Versorgung etwa auf Notaufnahmen oder Intensivstationen ist nicht mehr sichergestellt.

Nur ist es in Deutschland gelungen, dies vor der Bevölkerung zu verbergen, oder das Thema irgendwie kleinzuhalten. Offenbar dient dazu auch dieser Bericht, der so tut, als sei Großbritannien ein Notstandsgebiet, was suggeriert, Deutschland sei es nicht. Dabei ist die Situation in deutschen Krankenhäusern katastrophal und vollkommen unverantwortlich.

Auf jeden Fall arbeiten sehr viel mehr deutsche Ärzte in Großbritannien als britische Ärzte in Deutschland. Und die Briten werden Wege finden, Personal anzulocken, zur Not eben aus Indien.
Es ist völlig unerheblich für dieses Thema, wie es um die Situation in Deutschland steht.
Nur eines: Dass kaum brit. Ärzte in Deutschland arbeiten dürfte ganz eindeutig daran liegen, dass Briten im allgemeinen kaum Fremdsprachen beherrschen und meist auch nicht bereit sind, diese zu lernen. Als Arzt sollte man aber schon mit den Patienten in der Landessprache reden können.

Und 'Ärzte aus Indien anzulocken dürfte für das indische Gesundheitswesen auch nicht wirklich gut sein.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 16. Sep 2018, 07:50

Sadiq Khan
Londons Bürgermeister fordert weiteres Brexit-Referendum
Die Befürworter eines neuen Brexit-Referendums haben einen weiteren Fürsprecher: Sadiq Khan. In einem Gastbeitrag warnt Londons Bürgermeister vor einem schlechten Deal - und kritisiert die Regierung massiv

Das wird nichts, 1. ist es dafür im Prinzip zu spät und 2. glaube ich nicht, dass sich das Ergebnis grossartig verschieben würde.
So tragisch es für die britische Bevölkerung wird, aber da werden sie durch müssen. Es wurde ihnen ja gesagt, dass es keine gute Idee ist, den europäischen Wirtschaftsraum zu verlassen, sie haben es nicht geglaubt, sondern den tollen Versprechungen von Johnsson & co. geglaubt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » So 16. Sep 2018, 08:10

Misterfritz hat geschrieben:(16 Sep 2018, 08:50)

Sadiq Khan
Londons Bürgermeister fordert weiteres Brexit-Referendum

Es ist auch interessant wie er es begründet.

"Khan schrieb in dem Gastbeitrag, er hätte nie erwartet, dass er ein zweites Referendum unterstützen würde. Aber die Leistung der Regierung sei so erbärmlich und die Bedrohung so groß, dass er keine Alternative sähe, als den Menschen die Chance zu geben, doch in der EU zu bleiben. Die Menschen hätten den Brexit nicht gewählt, um sich selbst ärmer zu machen oder zu sehen, wie ihre Unternehmen und das Gesundheitssystem leiden würden. Auch hätten sie nicht gewollt, dass sich die Polizei auf Bürgerunruhen vorbereite oder die nationale Sicherheit gefährdet werde, wenn die Zusammenarbeit mit der EU im Kampf gegen den Terrorismus geschwächt werde." Quelle: https://www.zeit.de/amp/politik/ausland ... referendum

Da hat er sicher nicht unrecht, kommt aber alles etwas spät
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 08:16

Misterfritz hat geschrieben:(16 Sep 2018, 08:50)

Sadiq Khan
Londons Bürgermeister fordert weiteres Brexit-Referendum
Die Befürworter eines neuen Brexit-Referendums haben einen weiteren Fürsprecher: Sadiq Khan. In einem Gastbeitrag warnt Londons Bürgermeister vor einem schlechten Deal - und kritisiert die Regierung massiv

Das wird nichts, 1. ist es dafür im Prinzip zu spät und 2. glaube ich nicht, dass sich das Ergebnis grossartig verschieben würde.
So tragisch es für die britische Bevölkerung wird, aber da werden sie durch müssen. Es wurde ihnen ja gesagt, dass es keine gute Idee ist, den europäischen Wirtschaftsraum zu verlassen, sie haben es nicht geglaubt, sondern den tollen Versprechungen von Johnsson & co. geglaubt.


Natürlich stimme ich Ihnen zu: Das kommt jetzt alles viel zu spät. Theoretisch möglich bleibt ein Widerruf bis zum 19. März 2019. Danach ist GB auf jeden Fall kein Mitglied der EU mehr, wenn nicht zuvor mit freundlicher Hilfe der EU-Partner die Kündigung widerrufen wird. Ich bin kein Freund dieses Entgegenkommens, weil die "unmögliche" Sonderrolle dieses Mitglieds ein Störfaktor bleibt.

Für wahrscheinlich halte ich eine Übergangszeit im gegenseitigen Einvernehmen, in der alle Seiten so tun, als ob GB noch einen "Norwegenstatus" hätte... schon um allergrößte Verwerfungen im Wirtschaftsbetrieb zu vermeiden. Dieses Einvernehmen setzt aber unveränderte Zugangsbedingungen zum Binnenmarkt voraus. Wenn GB sich dabei auf Rosinenpickerei verlegt, dann bricht das freundliche Wohlwollen ganz schnell zusammen... denn dann werden andere EU-Partner auch sehr kritische Fragen stellen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 16. Sep 2018, 08:50

H2O hat geschrieben:(16 Sep 2018, 09:16)Für wahrscheinlich halte ich eine Übergangszeit im gegenseitigen Einvernehmen, in der alle Seiten so tun, als ob GB noch einen "Norwegenstatus" hätte... schon um allergrößte Verwerfungen im Wirtschaftsbetrieb zu vermeiden. Dieses Einvernehmen setzt aber unveränderte Zugangsbedingungen zum Binnenmarkt voraus. Wenn GB sich dabei auf Rosinenpickerei verlegt, dann bricht das freundliche Wohlwollen ganz schnell zusammen... denn dann werden andere EU-Partner auch sehr kritische Fragen stellen.
Das sehe ich nicht so, denn das kann May nicht machen. Gerade die Freizügigkeit für EU-Bürger ist den Briten ein Dorn im Auge. Und ich sehe absolut keine Bewegung in der Londoner Regierung, woher also soll das kommen?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 16. Sep 2018, 09:01

Misterfritz hat geschrieben:(16 Sep 2018, 09:50)

Das sehe ich nicht so, denn das kann May nicht machen. Gerade die Freizügigkeit für EU-Bürger ist den Briten ein Dorn im Auge. Und ich sehe absolut keine Bewegung in der Londoner Regierung, woher also soll das kommen?


Ich halte diese vorläufige Regelung für genau so wenig wahrscheinlich wie Sie, zumindest mit Frau May. Wer weiß, was in Bewegung gerät, wenn die drohende schwarze Wand "gar keine Regelung" sich den Leuten nahezu körperlich nähert!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 17. Sep 2018, 16:01

Franzosen und Briten liefern sich Seeschlacht. Das könnte sich weiter eskalieren, wenn die Briten raus sind.

Fischer-Streit im Ärmelkanal

"Hilfe, die Franzosen greifen an!"

Der Streit zwischen französischen und britischen Fischern ist eskaliert: Der jüngste Zusammenstoß könnte aber nur ein Vorgeschmack auf das sein, was bald droht - wenn Großbritannien im Zuge des Brexits aus der EU-Fischereipolitik aussteigt.


An Deck habe er ein surreales Bild vorgefunden, erzählt Stuart weiter: "Das hat ausgesehen wie eine Szene aus 'Apocalypse Now'. Überall Rauch, überall Boote. Es wurden Beleidigungen geschrien, die haben mit Sachen geworfen. Das war einfach nur verrückt."


Die Aufnahmen des gefährlichen Vorfalls sorgten in beiden Ländern für Entsetzen. Die Version der britischen Besatzung dazu lautet: "Die haben Nebelfackeln und Glasflaschen voller Diesel auf unser Boot geworfen, auch Steine. Man konnte nicht an Deck gehen. Jemand von der Crew hätte verletzt werden können. Also mussten wir uns den Weg freimachen." Die Sicherheit der Besatzung sei gefährdet gewesen. Die französische Küstenwache, die bis zu diesem Zeitpunkt nur zugeschaut habe, habe ihr Boot erst danach von den französischen Booten weg eskortiert. Mindestens zwei weitere britische Boote liefen mit eingeworfenen Fensterscheiben in britischen Häfen ein.


Daher könnten die Zusammenstöße vor der französischen Küste ein Vorgeschmack auf das gewesen sein, was bald kommen könnte. Denn die wirklich großen Auseinandersetzungen drohen, wenn Großbritannien aus der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU aussteigt. Und diesen Ausstieg strebt die Regierung in London an. Sollten die Brexit-Verhandlungen scheitern und Großbritannien die EU ohne ein Abkommen verlassen, könnte das sogar schon in wenigen Monaten geschehen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/jakobs ... 28436.html


Ein Aspekt die EG oder EU zu gründen war ja auch, das die Europäer durch die Vernetzung möglichst nicht mehr gegeneinander Krieg führen. Die Einführung des Euro soll ja auch eine Vernetzungsbedingung für die Wiedervereinigung des Schwergewichts Deutschland gewesen sein.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mo 17. Sep 2018, 17:29

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Sep 2018, 17:01)

Franzosen und Briten liefern sich Seeschlacht. Das könnte sich weiter eskalieren, wenn die Briten raus sind.

Ein Aspekt die EG oder EU zu gründen war ja auch, das die Europäer durch die Vernetzung möglichst nicht mehr gegeneinander Krieg führen. Die Einführung des Euro soll ja auch eine Vernetzungsbedingung für die Wiedervereinigung des Schwergewichts Deutschland gewesen sein.


Wenn man ohne Vorkenntnisse in den gemeinsamen Wirtschaftsraum der EU hinein geht, dann müßte es grundsätzlich doch einen Vertrag geben, der die mengenmäßige Ausbeutung von Naturerzeugnissen anhand der mitgebrachten nationalen Wirtschaftszonen festlegt. Das ist dort versäumt worden, oder aber mißachtet worden.

Beim Lesen drängt sich der Eindruck auf, daß die britischen Fischer ihre Netze in der französischen nationalen Wirtschaftszone ausgeworfen hatten. Wenn ich mich richtig erinnere, dann wollten die BREXITeers ja die britischen Fischereizonen für EU-Fischer sperren... wird ja vielleicht schon gemacht. Dann wird demnächst das französische Küstenwachboot die Briten in einen französischen Hafen geleiten... und mit etwas Glück kommt es dabei nicht zu Luftgefechten von Abfangjägern.

Vielleicht dämmert den Streithähnen aber auch allmählich, auf welchen gefährlichen Pfad die BREXITeers ihr Land und seine Nachbarn führen. Irland und Nord-Irland sollten sich schon einmal warm anziehen!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 18. Sep 2018, 15:42

Kurz vor dem informellen EU-Rat in Salzburg hat die britische Regierung die Europäer zu mehr Entgegenkommen in den stockenden Brexit-Verhandlungen aufgefordert. „Wir haben Kompromisse gemacht und Flexibilität gezeigt. Das müssen wir jetzt auch von der europäischen Seite sehen“, sagte Brexit-Minister Dominic Raab der „Welt“ und anderen europäischen Medien. „Wir sind sehr pragmatisch gewesen. Jetzt ist der Moment, dass die andere Seite das ebenfalls tut.“

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/brexit-minister-fordert-entgegenkommen-der-eu-15793675.html

Nein, die Briten wollten raus.
Gute Reise und viel Erfolg!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Di 18. Sep 2018, 15:45

Eiskalt hat geschrieben:(18 Sep 2018, 16:42)

Kurz vor dem informellen EU-Rat in Salzburg hat die britische Regierung die Europäer zu mehr Entgegenkommen in den stockenden Brexit-Verhandlungen aufgefordert. „Wir haben Kompromisse gemacht und Flexibilität gezeigt. Das müssen wir jetzt auch von der europäischen Seite sehen“, sagte Brexit-Minister Dominic Raab der „Welt“ und anderen europäischen Medien. „Wir sind sehr pragmatisch gewesen. Jetzt ist der Moment, dass die andere Seite das ebenfalls tut.“
Bitte keine Copy & Paste Beiträge hier reinstellen. Ich glaube über diese Äußerungen von Dominic Raab habe ich vor 4 Wochen schon hier gelesen. :cool:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Di 18. Sep 2018, 15:53

BMW UK bereitet sich ebenfalls auf den Brexit vor.

"BMW wird seine Fabrik im britischen Oxford direkt nach dem Brexit für etwa einen Monat schließen. "Grund ist das Risiko, dass sich Großbritannien ohne ein Abkommen von der EU trennen könnte. Auf diese Weise soll die Gefahr von Engpässen bei Zulieferern für den Bau von Minis umgangen werden", so Unternehmenssprecher Piers Scott auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur." Quelle: Guidants News https://news.guidants.com
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Di 18. Sep 2018, 16:40

Orbiter1 hat geschrieben:(18 Sep 2018, 16:53)

BMW UK bereitet sich ebenfalls auf den Brexit vor.

"BMW wird seine Fabrik im britischen Oxford direkt nach dem Brexit für etwa einen Monat schließen. "Grund ist das Risiko, dass sich Großbritannien ohne ein Abkommen von der EU trennen könnte. Auf diese Weise soll die Gefahr von Engpässen bei Zulieferern für den Bau von Minis umgangen werden", so Unternehmenssprecher Piers Scott auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur." Quelle: Guidants News https://news.guidants.com

Und Jaguar Land Rover führt die 3-Tage-Woche ein.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 28548.html

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