EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Alter Stubentiger
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 21. Jul 2018, 15:50

Eiskalt hat geschrieben:(21 Jul 2018, 16:38)

Dobrindt schlug stattdessen eine besonders enge Partnerschaft vor. Die Beziehung zu Großbritannien nach dem Brexit müsse "so eng wie bisher keine andere" sein.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/bei-brexit-verhandlungen-dobrindt-gegen-strafe-fuer-london-100.html

Der Dummkopf aus Bayern sabbelt mal wieder, unterminiert die EU und will Britannien einfach so mehr geben als Norwegen und die Schweiz.


Ja. Der war schon als Minister ein Totalversager und Cheflobbyist der Automobilindustrie.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » Sa 21. Jul 2018, 15:58

Alter Stubentiger hat geschrieben:(21 Jul 2018, 16:36)

Erstmal gib es seit geraumer Zeit Mindestlöhne und zweitens werden die Schlupflöcher für Niedriglöhne immer kleiner.

Und außerdem haben Löhne überhaupt nichts mit Deutschlands Rolle in der Eurozone zu tun. Eher schon mit gefragten Produkten die sich ohne Zoll oder Währungsprobleme in der Eurozone gut absetzen lassen. Gilt aber auch für den Einkauf z.B. von spanischen Erdbeeren.

Lohndumping.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 21. Jul 2018, 16:09

Eiskalt hat geschrieben:(21 Jul 2018, 16:38)

Dobrindt schlug stattdessen eine besonders enge Partnerschaft vor. Die Beziehung zu Großbritannien nach dem Brexit müsse "so eng wie bisher keine andere" sein.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/bei-brexit-verhandlungen-dobrindt-gegen-strafe-fuer-london-100.html

Der Dummkopf aus Bayern sabbelt mal wieder, unterminiert die EU und will Britannien einfach so mehr geben als Norwegen und die Schweiz.


Es ist ja nun so, daß Herrn Dobrindts Vorstellungen auf europäischer Ebene sehr große Beachtung finden. :) Warum gibt er sich denn nicht mehr Mühe mit seinem wirklichen Verantwortungsbereich? Da wäre so unendlich viel zu tun in Deutschland und am europäischen Verkehrswegenetz und der Vernetzung mit Internet der 5. bis 9. Generation. Soll das alles in Ostasien entstehen, oder möchte er deutschen Entwicklern auch Mut machen, Aufträge erteilen, die Dinge voran bringen?

Die EU hat selbstverständlich die Aufgabe, den Briten zu erklären, daß sie keineswegs bestraft werden für den BREXIT, wenn ihnen nicht mehr und andere Rechte eingeräumt werden als anderen assoziierten Nichtmitgliedern. Überhaupt, daß die Zeit der schädlichen Zulassung von Extrawürsten der EU vorbei ist... und die EU nicht daran denkt, erneut damit zu beginnen. Ganz einfach eine Frage der partnerschaftlichen Fairness gegenüber anderen assoziierten Partnern.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » Sa 21. Jul 2018, 16:21

Julian hat geschrieben:(21 Jul 2018, 16:36)
Im wesentlichen ist Deutschland ein Exportland, weil es ein Billiglohnland ist.

Wird nicht wahrer, nur weil man's als Laie mal aufgeschnappt hat und wiederholt. Deutschland hat mitunter die höchsten Arbeitskosten in Europa. Beim verarbeitenden Gewerbe sind nur Dänemark, Belgien und Schweden teurer als der Standort Deutschland. Und das sind nun keine Schwergewichte im Export und nur Belgien ist neben Deutschland in der Eurozone: https://www.destatis.de/DE/PresseServic ... 5_624.html

Nicht grundlos erzielen Mitarbeiter in Industriekonzernen mitunter die höchsten Löhne in Deutschland. Niedriglöhne hat man dort, wo es kaum möglich ist, die Produktivität pro Arbeitskraft zu steigern. Sprich, bei lokalen Dienstleistungen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen. Mindestlöhne erfreuen Friseusen, Sicherheitsleute, Kellner etc., aber doch keinen einfachen Angestellten bei Bosch, VW, Siemens oder Bayer. Arbeitest Du im öffentlichen Dienst oder so? Denn scheinbar interessiert Dich auch eine niedrige Arbeitslosenquote nicht, wenn Du glaubst, mit einer teuren Währung gäbe es keinerlei Veränderungen bei Standortfragen durch Investoren. :?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alter Stubentiger » Sa 21. Jul 2018, 17:08

Senexx hat geschrieben:(21 Jul 2018, 16:58)

Lohndumping.

In Italien bei der Tomatenernte.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon zollagent » Sa 21. Jul 2018, 17:20

Senexx hat geschrieben:(21 Jul 2018, 16:58)

Lohndumping.

Ich fürchte, du weißt gar nicht, was der Begriff aussagt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Schnitter » Sa 21. Jul 2018, 17:42

Julian hat geschrieben:(21 Jul 2018, 16:36)
Im wesentlichen ist Deutschland ein Exportland, weil es ein Billiglohnland ist.


Na logo :D

Das werde ich am Montag umgehend unseren strategischen Einkäufern weitergeben, dass sie demnächst statt in Polen, Ungarn, China und Mexiko doch lieber im Niedriglohnland Deutschland einkaufen.

Für den Verbesserungsvorschlag erhalte ich dann den Ritterschlag :thumbup:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » Sa 21. Jul 2018, 18:56

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2018, 17:09) Die EU hat selbstverständlich die Aufgabe, den Briten zu erklären, daß sie keineswegs bestraft werden für den BREXIT, wenn ihnen nicht mehr und andere Rechte eingeräumt werden als anderen assoziierten Nichtmitgliedern. Überhaupt, daß die Zeit der schädlichen Zulassung von Extrawürsten der EU vorbei ist... und die EU nicht daran denkt, erneut damit zu beginnen. Ganz einfach eine Frage der partnerschaftlichen Fairness gegenüber anderen assoziierten Partnern.

Man kann's durch die Entwicklung der letzten Wochen auch einfach mal aus rein praktischer Sicht sehen. Harter Brexit bedeutet aktuell:
-> 60 Millionen Briten bekommen die Gelegenheit mal dem Weltmarkt statt dem Binnenmarkt zu fröhnen. GB verliert 90%, die EU 10% des Binnenmarktes.
-> Japan überkompensiert der EU diesen Verlust mit 126 Millionen neuen Kunden, GB geht dabei als Aussteiger natürlich leer aus.
-> GB geht pleite, die EU merkt vom harten Brexit kaum was.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Sa 21. Jul 2018, 19:35

Schnitter hat geschrieben:(21 Jul 2018, 18:42)

Na logo :D

Das werde ich am Montag umgehend unseren strategischen Einkäufern weitergeben, dass sie demnächst statt in Polen, Ungarn, China und Mexiko doch lieber im Niedriglohnland Deutschland einkaufen.

Für den Verbesserungsvorschlag erhalte ich dann den Ritterschlag :thumbup:


Ich bin mit dieser Analyse nicht allein, führende Ökonomen sehen das ebenso:

At the center of international criticism over its trade surplus and its benefits from a weak single currency, Posen told CNBC Tuesday that Germany economic policy is causing problems around the globe.

"First it doesn't pay its workers anything in commensurate with the productivity that they have, thereby cheating its own workforce. Second it invests nothing ever in the public sector or in the private sector. Third, those two combined means it's competing as a low wage economy," he said.

https://www.cnbc.com/2013/11/12/germany ... posen.html

Allerdings würde ich als Lösung nicht eine sozialistische Anhebung der Löhne oder deficit spending empfehlen, sondern die Frage stellen, ob der Euro insgesamt eine so gute Idee war.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Sa 21. Jul 2018, 19:36

tabernakel hat geschrieben:(21 Jul 2018, 19:56)

Man kann's durch die Entwicklung der letzten Wochen auch einfach mal aus rein praktischer Sicht sehen. Harter Brexit bedeutet aktuell:
-> 60 Millionen Briten bekommen die Gelegenheit mal dem Weltmarkt statt dem Binnenmarkt zu fröhnen. GB verliert 90%, die EU 10% des Binnenmarktes.
-> Japan überkompensiert der EU diesen Verlust mit 126 Millionen neuen Kunden, GB geht dabei als Aussteiger natürlich leer aus.
-> GB geht pleite, die EU merkt vom harten Brexit kaum was.


Praktisch eine neuerliche Kontinentalsperre nach Napoleon und A.H., und dann hoffen, dass man die Briten in die Knie zwingt und man Schadenfreude empfinden kann. Für mich spricht das Bände für die wahren Ziele unserer Europafreunde. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns, nicht wahr?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Schnitter » Sa 21. Jul 2018, 19:57

Julian hat geschrieben:(21 Jul 2018, 20:35)

Ich bin mit dieser Analyse nicht allein, führende Ökonomen sehen das ebenso:


Die Hauptexporteure in Deutschland sind die deutschen Autobauer, Siemens, Thyssen, Bayer etc.

Glaubst du in diesen Firmen verdient selbst der letzte Hallenfeger weniger als 13 € pro Stunde ? Ich glaube kaum.

Schau dir mal die Gehaltstabellen der IG Metall an...….
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Schnitter » Sa 21. Jul 2018, 19:59

Julian hat geschrieben:(21 Jul 2018, 20:36)

Praktisch eine neuerliche Kontinentalsperre nach Napoleon und A.H., und dann hoffen, dass man die Briten in die Knie zwingt und man Schadenfreude empfinden kann. Für mich spricht das Bände für die wahren Ziele unserer Europafreunde. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns, nicht wahr?


NAtürlich.

Genau wegen des "harten Brexit" sind die Deppen den Herren Verarsch und Johnson hinterhergelaufen.

Die haben mit dem "harten Brexit" geworben und wollen ihn heute noch, siehe die aktuelle Debatte.

Und klar: Wir Europäer sind jetzt am harten Brexit schuld. Das macht Sinn :D
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 21. Jul 2018, 20:05

tabernakel hat geschrieben:(21 Jul 2018, 19:56)

Man kann's durch die Entwicklung der letzten Wochen auch einfach mal aus rein praktischer Sicht sehen. Harter Brexit bedeutet aktuell:
-> 60 Millionen Briten bekommen die Gelegenheit mal dem Weltmarkt statt dem Binnenmarkt zu fröhnen. GB verliert 90%, die EU 10% des Binnenmarktes.
-> Japan überkompensiert der EU diesen Verlust mit 126 Millionen neuen Kunden, GB geht dabei als Aussteiger natürlich leer aus.
-> GB geht pleite, die EU merkt vom harten Brexit kaum was.


Jetzt 'mal ohne vorauseilende Schadenfreude und Triumphgeheule:

Mit Japan hat die EU ein Zollabkommen getroffen. Wenn es nur das wäre, dann könnte man das den Briten doch auch anbieten. Vielleicht auch so einen Wirtschaftsvertrag wie mit Kanada (CETA) könnte ich mir für die Briten vorstellen. Dann hätten wir der Denkweise von Tabernakel folgend nicht nur Japaner und Kanadier als Kunden und Bezugsquellen, sondern auch die Briten.

Das ist es doch aber gar nicht, was die Briten derzeit anstreben. Die wollen freien Zugang zum den Binnenmarkt für britische Produkte und zugleich eigene Zollabkommen mit Drittstaaten. Das enthält die Gefahr von Etikettentausch: Briten kaufen in China und Vietnam ein, meinetwegen zollfrei, und dann sind diese Waren urplötzlich britisch und gelangen zollfrei in die EU in den Binnenwettbewerb. Das kann doch keine sinnvolle Konstruktion einer Zusammenarbeit sein. Dann müßten also britische Zollabkommen mit Drittstaaten ausgeschlossen sein, und der EU-Zoll an den britischen Grenzen die Wareneingänge belasten.

Japan kann doch kein freier Zugang zum Binnenmarkt gewährt werden. Die Japaner würden mit zollfreien Einkäufen in China ihre eigene Wirtschaft aus dem Rennen werfen, wenn sie diese chinesischen Importwaren anstelle ihrer im Zollvertrag genannten japanischen Waren durchschleusten. Da werden die japanischen Zollämter schon gut aufpassen! Solche Beschränkungen auf Warengruppen kennt doch der EU-Binnenmarkt nicht. Da kann jemand international beliebig einkaufen, Etikettenwechsel, und schon ist das Zeug britisch mit rundum freiem Zugang in die EU! Das werden sich weder Norwegen noch die Schweiz leisten. Da wird der EU-Zoll tätig!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » Sa 21. Jul 2018, 20:18

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2018, 21:05)
Mit Japan hat die EU ein Zollabkommen getroffen. Wenn es nur das wäre, dann könnte man das den Briten doch auch anbieten.

Man hat ihnen ja schon ein Freihandelsabkommen angeboten (https://www.zeit.de/politik/2018-03/eu- ... -beziehung), aber das hatte BoJo abgelehnt, während andere Minister Europa dann als Feind bezeichnet haben. Kann sein, dass es ohne Johnson und Davis nun etwas ruhiger wird, aber ich glaube nicht, dass sich die politischen Verhältnisse dort nennenswert ändern werden.

Wird wohl auf die schwachen WTO-Regeln in wenigen Feldern hinauslaufen, falls Trump die WTO nicht demnächst auch noch abschießt. Und da sind nun jetzt viele scharf, dass die Briten nicht mehr die europäischen Privilegien behalten, die die EU aus historischen Gründen noch hat und damit ihren Agrarsektor bevorteilt (https://www.politico.eu/article/forget- ... eresa-may/).

Mit Rosinenpickerei isoliert man sich natürlich schnell und dies nicht nur in Europa, sondern weltweit.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 21. Jul 2018, 20:29

frems hat geschrieben:(21 Jul 2018, 21:18)

Man hat ihnen ja schon ein Freihandelsabkommen angeboten (https://www.zeit.de/politik/2018-03/eu- ... -beziehung), aber das hatte BoJo abgelehnt, während andere Minister Europa dann als Feind bezeichnet haben. Kann sein, dass es ohne Johnson und Davis nun etwas ruhiger wird, aber ich glaube nicht, dass sich die politischen Verhältnisse dort nennenswert ändern werden.

Wird wohl auf die schwachen WTO-Regeln in wenigen Feldern hinauslaufen, falls Trump die WTO nicht demnächst auch noch abschießt. Und da sind nun jetzt viele scharf, dass die Briten nicht mehr die europäischen Privilegien behalten, die die EU aus historischen Gründen noch hat und damit ihren Agrarsektor bevorteilt (https://www.politico.eu/article/forget- ... eresa-may/).

Mit Rosinenpickerei isoliert man sich natürlich schnell und dies nicht nur in Europa, sondern weltweit.


Schon richtig; mir ging es um Schadenfreude und Triumphgeheul, in das der Teilnehmer Tabernakel verfallen war. Das wäre bei Zollverträgen und Handelsverträgen gar nicht angezeigt, weil dort immer ganz bestimmte Warengruppen festgelegt sind.

Der Binnenmarkt ist für Waren aller Art und Dienstleistungen aller Art offen. Das wäre dann doch ein ganz anderes Geschoß!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » Sa 21. Jul 2018, 20:33

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2018, 21:29)

Schon richtig; mir ging es um Schadenfreude und Triumphgeheul, in das der Teilnehmer Tabernakel verfallen war. Das wäre bei Zollverträgen und Handelsverträgen gar nicht angezeigt, weil dort immer ganz bestimmte Warengruppen festgelegt sind.

Der Binnenmarkt ist für Waren aller Art und Dienstleistungen aller Art offen. Das wäre dann doch ein ganz anderes Geschoß!

Dann wäre das Prinzip der vier Grundfreiheiten über den Haufen geworfen aufgrund besagter Rosinenpickerei. Warum soll sich nur Europa bewegen und verändern für die Wünsche Dritter? Davon abgesehen: nehmen wir an, Europa bietet den Briten so einen Binnenmarktzugang an. Und ignorieren wir dann, dass es befreundete Nationen wie Norwegen oder die Schweiz sehr schwer aufstoßen lassen wird. Und ignorieren wir alle technischen Schwierigkeiten eines solchen Flickenteppichs: der Binnenmarkt muss ja weiter fortentwickelt werden, benötigt eine kontrollierende Instanz und letztendlich eine Institution für richterliche Entscheidungen. Und die Briten haben bisher immer beteuert, dass sie die Kommission und den Gerichtshof ablehnen, gleichzeitig aber bei jeder Entscheidung eingebunden sein wollen. Das wird nicht hinhauen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » Sa 21. Jul 2018, 20:35

Alter Stubentiger hat geschrieben:(21 Jul 2018, 14:29)

In der Geschichte haben Kleinstaaten nur selten gut abgeschnitten. Die Bayern haben Franken geschluckt.

Franken war nie ein eigener Staat, geschweige denn ein Nationalstaat.
Hinweis aus gegebenen Anlass: Ich verwende niemals "copy paste". Jede Zeile ist selbst verfasst.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » Sa 21. Jul 2018, 20:44

Schnitter hat geschrieben:(21 Jul 2018, 20:57)

Die Hauptexporteure in Deutschland sind die deutschen Autobauer, Siemens, Thyssen, Bayer etc.

Glaubst du in diesen Firmen verdient selbst der letzte Hallenfeger weniger als 13 € pro Stunde ? Ich glaube kaum.

Schau dir mal die Gehaltstabellen der IG Metall an...….


Die haben alle inzwischen moderne, innovative Konzepte, wie Arbeit neu gestaltet werden kann (oder auf Deutsch: Leiharbeit zu Billiglöhnen). Außerdem bestehen ja fast noch mehr Arbeitsplätze bei den Zulieferern, die extrem unter Preisdruck stehen.

Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass die Reallöhne in Deutschland in den letzten Jahrzehnten kaum gestiegen sind. Viele Leute merken ja, dass sie kaum auf einen grünen Zweig kommen und Immobilienbesitz vor allem derjenige hat, der ihn ererbt hat. In den Ballungsräumen in Süddeutschland, in denen die Autokonzerne sitzen, muss man inzwischen selbst für Reihenhäuser siebenstellige Summen blechen, völlig illusorisch für einen Arbeiter mit Familie.

In meiner Branche sind die Reallöhne sogar gesunken, um etwa die Hälfte; in der Schweiz oder den USA würde ich nominell ungefähr das dreifache verdienen. Von daher werde ich wohl auch bald zum Exportgut, und die Leute können ihren Mist hier selber machen und darüber philosophieren, wie reich und fortschrittlich sie doch angeblich wären, als Exportweltmeister, wenn auch bei Magerlöhnen, hässlichen Städten und Infrastruktur aus dem vergangenen Jahrhundert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 21. Jul 2018, 21:02

frems hat geschrieben:(21 Jul 2018, 21:33)

Dann wäre das Prinzip der vier Grundfreiheiten über den Haufen geworfen aufgrund besagter Rosinenpickerei. Warum soll sich nur Europa bewegen und verändern für die Wünsche Dritter? Davon abgesehen: nehmen wir an, Europa bietet den Briten so einen Binnenmarktzugang an. Und ignorieren wir dann, dass es befreundete Nationen wie Norwegen oder die Schweiz sehr schwer aufstoßen lassen wird. Und ignorieren wir alle technischen Schwierigkeiten eines solchen Flickenteppichs: der Binnenmarkt muss ja weiter fortentwickelt werden, benötigt eine kontrollierende Instanz und letztendlich eine Institution für richterliche Entscheidungen. Und die Briten haben bisher immer beteuert, dass sie die Kommission und den Gerichtshof ablehnen, gleichzeitig aber bei jeder Entscheidung eingebunden sein wollen. Das wird nicht hinhauen.


Klare Sache: Höflich und entschieden sagen, was die EU zu bieten hat. Das kann mit der Fairness gegenüber unseren Partnern in Drittstaaten begründet werden. Daraus kann GB sich das Verfahren aussuchen, das seinen Vorstellungen am nächsten kommt. Wenn diese Vorschläge nicht annehmbar erscheinen, dann abwarten, bis die Briten sich entschieden haben. Der 19 März 2019 steht. Eine Übergangszeit ohne Vereinbarung, wie es danach weiter gehen soll, sollte ja auch nicht betrachtet werden. Meine Vorstellung: Die zugestandene Übergangszeit ausdehnen bis GB eine Lösung aus der Kette Kanada, Japan, Schweiz, Norwegen auswählt, oder GB einen neuen Aufnahmeantrag in die EU stellt, ohne Extrawürste, versteht sich.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Schnitter » Sa 21. Jul 2018, 21:03

Julian hat geschrieben:(21 Jul 2018, 21:44)

Die haben alle inzwischen moderne, innovative Konzepte, wie Arbeit neu gestaltet werden kann (oder auf Deutsch: Leiharbeit zu Billiglöhnen).


In den oben erwähnten Konzernen verdienen Leiharbeiter, per Betriebsvereinbarung, längst das Selbe wie die fest Angestellten mit gleicher Funktion.

Das sind im übrigen meist unter 10 %, der Zweck ist nämlich nicht der "Billiglohn" der ja (siehe oben) nicht existiert, sondern die gewünschte Flexibilität bei Lastschwankungen.

Du ratterst doch nur Stammtischparolen runter. Mach dich doch mal schlau.

Viele Leute merken ja, dass sie kaum auf einen grünen Zweig kommen und Immobilienbesitz vor allem derjenige hat, der ihn ererbt hat. In den Ballungsräumen in Süddeutschland, in denen die Autokonzerne sitzen, muss man inzwischen selbst für Reihenhäuser siebenstellige Summen blechen, völlig illusorisch für einen Arbeiter mit Familie.


Hier am Rande des Ruhrgebiets wird, trotz hoher Grundstückspreise, gebaut bis der Arzt kommt.

In meinem Betrieb gibt es kaum jemanden der mit Mitte 30 nicht schon ne Hütte hochgezogen hat. Zumindest unter den "White Collars".

In meiner Branche sind die Reallöhne sogar gesunken, um etwa die Hälfte; in der Schweiz oder den USA würde ich nominell ungefähr das dreifache verdienen. Von daher werde ich wohl auch bald zum Exportgut, und die Leute können ihren Mist hier selber machen und darüber philosophieren, wie reich und fortschrittlich sie doch angeblich wären, als Exportweltmeister, wenn auch bei Magerlöhnen, hässlichen Städten und Infrastruktur aus dem vergangenen Jahrhundert.


Du willst in die USA und bemängelst unseren angeblich nicht vorhandenen Wohlstand, hässliche Städte und marode Infrastruktur. Auch das macht Sinn :D

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