EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Do 17. Mai 2018, 16:47

Heute hat der FTSE100 tatsächlich sein bisheriges Allzeithoch erreicht. Und das trotz der schwierig laufenden BREXIT-Verhandlungen, der kritischen politischen Situation und den immer schlechter werdenden Wirtschaftsprognosen. Vielleicht kommt der Kick bei den Aktien ja von den Plänen der britischen Regierung die Übergangsfrist für die Beibehaltung der Zollunion und damit auch die Ausarbeitung neuer Handelsbedingungen nicht am 31.12.2020 sondern erst 2 Jahre später enden zu lassen. Quelle: https://kurier.at/amp/politik/ausland/b ... /400036975

Wer weiß, vielleicht wird die Übergangsfrist auch noch auf 10 Jahre verlängert. Würde jedenfalls so manches Problem in weite Ferne rücken. :D
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Fr 18. Mai 2018, 15:46

Inzwischen gibt sogar Oppositionsführer Corbyn seine Zurückhaltung beim Thema Brexit auf und provoziert May in der wöchentlichen Fragestunde.

„Corbyn hatte am Mittwoch leichtes Spiel. Er ging bei allen Wortwechseln als Sieger hervor und überwand für einmal seine hölzerne Rhetorik. Wäre es nicht an der Zeit, lautete die letzte Frage, dass May Labour ans Ruder lasse, um mit Brüssel einen praktikablen Zollvertrag auszuhandeln? Nein, antwortete die Regierungschefin, die Linke würde die Nation verramschen, wie sie das stets tue. Der Tiefpunkt in der Debattenkultur ging freilich im Lärm der Abgeordneten unter.“ Quelle: https://www.nzz.ch/amp/international/in ... ld.1386554

:D
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 18. Mai 2018, 17:08

Orbiter1 hat geschrieben:(17 May 2018, 17:47)
...

Wer weiß, vielleicht wird die Übergangsfrist auch noch auf 10 Jahre verlängert. Würde jedenfalls so manches Problem in weite Ferne rücken. :D


Meine Theorie seit langer Zeit: Das wird eine unbefristete Übergangszeit: Voller Beitrag, die 4 Grundfreiheiten der EU, Gesetze aus der EU werden ins britische Recht übertragen, kein Stimmrecht, alles wie für Norwegen, aber heißt nur anders. Die EU-Institutionen ziehen aber bald ab. :cool: ... und alle sind glücklich: BREXITeers und REMAINers gleichermaßen, Schotten und Iren ebenso. Und im EU-Parlament haben UKIP und andere Stänker nicht Sitz und Stimme. Ein kleines Paradies Europa.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Fr 18. Mai 2018, 17:25

Wie schon bei anderen EU-Programmen und Agenturen waren die Briten völlig erstaunt zu hören, dass sie nach dem Brexit nicht mehr am Satellitenprogramm Galileo teilnehmen würden. Es soll die EU mit einem eigenen Navigationssystem vom GPS der Amerikaner unabhängig machen. Der erste Ärger entfaltete sich, als britische Firmen nicht mehr eingeladen wurden, sich an Ausschreibungen für die nächste Projektrunde zu beteiligen. "Die EU-Kommission schließt uns aus", hieß es in zornigen Schlagzeilen.

Die Aufregung ging weiter, als herauskam, dass die Briten möglicherweise von geheimen Informationen bei Galileo ausgeschlossen sein würden. Das gefährdet auch unsere Sicherheit, schäumten Politiker und Kommentatoren. Wie können die Europäer es wagen, uns rauszuwerfen? Und London schlug zurück und verbot britischen Firmen ausdrücklich, sich an weiteren Ausschreibungen für Galileo zu beteiligen, selbst wenn sie eingeladen würden.

Chef-Unterhändler Michel Barnier stellte die Sache jetzt vom Kopf auf die Füße: "Wir werfen die Briten nicht aus Galileo raus. Das Königreich hat einseitig und autonom entschieden, die EU zu verlassen. Das bedeutet, dass es auch ihre Programme verlässt." Das gilt ebenso für die Europäische Kulturhauptstadt, den Umzug der Pharma-Agentur, das Luftfahrtabkommen Open Skies, das Wissenschaftsprogramm Horizonte 2020 und alles Übrige. Großbritannien verlässt die EU und damit alle ihre Verträge, Pläne, Programme, Agenturen - einfach alles. Das gilt, solange nicht neue Abkommen geschlossen wurden.

http://www.dw.com/de/brexit-tagebuch-36-theresa-may-bettelt-um-vertrauen/a-43797483

:)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 18. Mai 2018, 18:27

Na ja, wenn schon allein, denn aber mit allen Folgen der Entscheidung. Nicht wieder Rosinen picken, nach dem Grundsatz: Diese Sache paßt uns, machen wir, jene Sache wollen wir nicht, weil sie uns weniger gefällt. Herr Barnier macht seine Sache wirklich sehr ordentlich. :thumbup:

Ok, wenn britische Mittel in diese Gemeinschaftsprogramme geflossen sind, dann muß die EU die Briten natürlich für das "Miteigentum" entschädigen. So etwas müßte eigentlich längst Teil der genannten Summen in den BREXIT-Verhandlungen gewesen sein. Verpennt? :rolleyes:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 18. Mai 2018, 23:08

H2O hat geschrieben:(18 May 2018, 19:27)

Na ja, wenn schon allein, denn aber mit allen Folgen der Entscheidung. Nicht wieder Rosinen picken, nach dem Grundsatz: Diese Sache paßt uns, machen wir, jene Sache wollen wir nicht, weil sie uns weniger gefällt. Herr Barnier macht seine Sache wirklich sehr ordentlich. :thumbup:

Ok, wenn britische Mittel in diese Gemeinschaftsprogramme geflossen sind, dann muß die EU die Briten natürlich für das "Miteigentum" entschädigen. So etwas müßte eigentlich längst Teil der genannten Summen in den BREXIT-Verhandlungen gewesen sein. Verpennt? :rolleyes:

»miteigentum« ???? entschädigen? wofür? daß sie daran mitbezahlten? es gehört die EU.

dann haben die briten - laut deiner denkweise - recht auf alle gelder die sie je an die EU zahlten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 19. Mai 2018, 07:39

Nomen Nescio hat geschrieben:(19 May 2018, 00:08)

»miteigentum« ???? entschädigen? wofür? daß sie daran mitbezahlten? es gehört die EU.

dann haben die briten - laut deiner denkweise - recht auf alle gelder die sie je an die EU zahlten.


Nein, das Recht haben sie sicher nicht; aber am Marktwert der EU-Institutionen haben sie schon ein Miteigentum. Eine Enteignung gibt es im deutschen Scheidungsrecht jedenfalls nicht. Da wird brav der Zugewinn während der Ehe ausgerechnet und gerecht aufgeteilt. So stelle ich mir die Sache auch beim Austritt aus der EU vor. Der Marktwert ist bestimmt nicht die Summe aller aufgelaufenen Betriebskosten der Institution... davon hatten die Briten ja auch ihren Vorteil. Aber beschaffte Einrichtungen und Immobilien bestehen ja weiter und haben einen Wert auch nach dem BREXIT.

Ist diese Vorstellung in den Niederlanden nicht genau so?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 19. Mai 2018, 08:45

H2O hat geschrieben:(19 May 2018, 08:39)

Nein, das Recht haben sie sicher nicht; aber am Marktwert der EU-Institutionen haben sie schon ein Miteigentum. Eine Enteignung gibt es im deutschen Scheidungsrecht jedenfalls nicht. Da wird brav der Zugewinn während der Ehe ausgerechnet und gerecht aufgeteilt. So stelle ich mir die Sache auch beim Austritt aus der EU vor. Der Marktwert ist bestimmt nicht die Summe aller aufgelaufenen Betriebskosten der Institution... davon hatten die Briten ja auch ihren Vorteil. Aber beschaffte Einrichtungen und Immobilien bestehen ja weiter und haben einen Wert auch nach dem BREXIT.

Ist diese Vorstellung in den Niederlanden nicht genau so?

du denkst falsch. dann mußt du ALLES was GB an vorteile durch die EU hatte auch mitrechnen. billig zugang zur EU. wieviel denkst du daß das GB ersparte?
subventionen der EU haben GB auch geholfen. z.b. beim instande halten von zu kleine baurnhöfe. oder die wissenschaftliche anregung. ... usw, usf.

es ist keine heirat wo man bei scheidung genau ausrechnet was jeder bekommt.

für die zeit daß sie mitglied sind haben sie ALLE vor UND nachteile. danach ist es schluß.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 19. Mai 2018, 11:40

Nomen Nescio hat geschrieben:(19 May 2018, 09:45)

du denkst falsch. dann mußt du ALLES was GB an vorteile durch die EU hatte auch mitrechnen. billig zugang zur EU. wieviel denkst du daß das GB ersparte?
subventionen der EU haben GB auch geholfen. z.b. beim instande halten von zu kleine baurnhöfe. oder die wissenschaftliche anregung. ... usw, usf.

es ist keine heirat wo man bei scheidung genau ausrechnet was jeder bekommt.

für die zeit daß sie mitglied sind haben sie ALLE vor UND nachteile. danach ist es schluß.


In Deutschland gibt es bei Eheleuten die Zugewinngemeinschaft; da wird geprüft, was im Verlauf der Ehe an Vermögenswerten dazu gekommen ist. Bei einer Scheidung wird im Fall der Eheleute dieser Zugewinn hälftig geteilt. Die Ehepartner können aber auch am Anfang der Ehe Gütertrennung vereinbaren. Das bedeutet dann, daß der eine Ehepaartner nicht mit seinem mitgebrachten Vermögen für den anderen einstehen muß. Und auch sonst kann man die Einkünfte trennen. Hört sich merkwürdig an, kann aber eine gute und sinnvolle Lösung von Vermögensproblemen sein.

Wenn im Ehevertrag nichts anderes vereinbart wurde, dann gilt in Deutschland "Zugewinngemeinschaft"; die kann man auch auf den BREXIT anwenden, zum Beispiel anteilig zu geleisteten Zahlungen an die EU. Na, schauen wir einmal; Herr Barnier wird schon das Notwendige veranlassen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 19. Mai 2018, 13:11

H2O hat geschrieben:(19 May 2018, 12:40)

Na, schauen wir einmal; Herr Barnier wird schon das Notwendige veranlassen.

das ist bereits geschehen. ich dachte daß man sich einigte auf zahlungen die noch kommen bis medio 2019.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 19. Mai 2018, 13:16

Nomen Nescio hat geschrieben:(19 May 2018, 14:11)

das ist bereits geschehen. ich dachte daß man sich einigte auf zahlungen die noch kommen bis medio 2019.


Das hatte ich auch vermutet; aber wenn die Briten weiter im Projekt Galileo Rechte beanspruchen möchten, dann glauben die wohl, daß sie daran Rechte haben. Von der Art könnte es mehr geben, wo sie sich ungerecht enteignet fühlen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Mo 21. Mai 2018, 08:09

Die OECD berichtet über einen Rückgang der Auslandsinvestitionen in UK von 90% im Jahr 2017 (!), und sieht den Brexit als Ursache dafür. https://www.theguardian.com/business/20 ... istrations Der Börse ist das egal, der britische Aktienindex FTSE100 notiert heute wieder auf einem neuen Allzeithoch.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mo 21. Mai 2018, 15:06

In der heutigen online-Ausgabe der polnischen Rzeczpospolita wird ein neuer Anlauf für eine Volksabstimmung zur schottischen Unabhängigkeit berichtet.

Frau Sturgeon will diese Umfrage lostreten, wenn die Vereinbarungen für den BREXIT den schottischen und irischen Interessen zuwider laufen. Das mindeste ist wohl derzeit die Teilnahme am Binnenmarkt. Schottland hatte mit 38% für den BREXIT gestimmt, Teile Englands und Wales mit 60%.

Da braut sich selbst dann Ungemach zusammen, wenn es nicht zu einer Volksabstimmung kommen sollte.

Meine Vermutung verstärkt sich, daß eine dauerhafte Übergangsregelung nach norwegischem Muster am Ende aller Verhandlungen heraus kommen wird. Die BREXITeers haben ihrem Lande den maximal möglichen Schaden zugefügt... alle Kosten und Pflichten bleiben, und kein Stimmrecht über den Einsatz der Mittel. Für ein Land der Größe GBs ein ziemlicher Skandal!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Mo 21. Mai 2018, 19:27

H2O hat geschrieben:(21 May 2018, 16:06)

In der heutigen online-Ausgabe der polnischen Rzeczpospolita wird ein neuer Anlauf für eine Volksabstimmung zur schottischen Unabhängigkeit berichtet.

Frau Sturgeon will diese Umfrage lostreten, wenn die Vereinbarungen für den BREXIT den schottischen und irischen Interessen zuwider laufen. Das mindeste ist wohl derzeit die Teilnahme am Binnenmarkt. Schottland hatte mit 38% für den BREXIT gestimmt, Teile Englands und Wales mit 60%.

Da braut sich selbst dann Ungemach zusammen, wenn es nicht zu einer Volksabstimmung kommen sollte.

Meine Vermutung verstärkt sich, daß eine dauerhafte Übergangsregelung nach norwegischem Muster am Ende aller Verhandlungen heraus kommen wird. Die BREXITeers haben ihrem Lande den maximal möglichen Schaden zugefügt... alle Kosten und Pflichten bleiben, und kein Stimmrecht über den Einsatz der Mittel. Für ein Land der Größe GBs ein ziemlicher Skandal!
Ja, das sieht nach einer Menge Spass für GB aus.
Vor Allem: Das war alles absehbar und dennoch sind sie diesen Weg gegangen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Di 22. Mai 2018, 10:51

H2O hat geschrieben:(18 May 2018, 18:08)

Meine Theorie seit langer Zeit: Das wird eine unbefristete Übergangszeit
Dieses Szenario wird immer wahrscheinlicher. Für das Irland-Problem wird May eine Notlösung vorschlagen die bereits jetzt das Potenzial für eine Dauer-Notlösung hat. Ob das alles was sich die Briten im Kleingedruckten dabei vorstellen so von der EU akzeptiert wird ist aber noch unklar.

"Das Konzept der Briten sieht vor, dass Großbritannien auf Jahre hinaus mit einem Bein in der Zollunion und im Binnenmarkt bleibt. Anders als von der EU als Notlösung geplant soll nicht nur Nordirland vorläufig in einer Art Zollunion mit der EU verbleiben, sondern ganz Großbritannien. Das Vereinigte Königreich soll, so der Vorschlag, die Tarife der EU-Zollunion einhalten. Damit könnte auf Zollkontrollen an der irischen Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland verzichtet werden. Gleichzeitig will Großbritannien all die EU-Vorschriften einhalten, die relevant sind, damit sich an der irischen Grenze auch Qualitätskontrollen im Warenverkehr erübrigen.
Das Ganze ist als temporäre Lösung verpackt, soll also nur gelten, bis eine endgültige Lösung für die irische Grenze gefunden und technisch umgesetzt ist. Der Plan soll zudem nur greifen, wenn den Briten und der EU nichts Besseres einfällt. Die Sonderlösung soll nach Ende der Übergangsfrist, die sich dem Brexit anschließt, gelten, also ab 2021, wenn Großbritannien eigentlich die Zollunion und den Binnenmarkt verlassen wollte. Wie lange diese neue "Zwischenlösung" gelten soll, wird nicht gesagt. Das ist das Gefährliche an der Option. Völkerrechtlich mutieren temporäre Vereinbarungen, die jahrelang von beiden Seiten akzeptiert werden, zu Dauerlösungen, an denen nur noch schwer zu rütteln ist." Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/201 ... en-loesung
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 22. Mai 2018, 11:10

Ergänzend noch eine gestrige Meldung der polnische Rzeczpospolita zu Nordirland: Jüngste Umfrageergebnisse weisen 68% Zustimmung der Nord-Iren für einen Verbleib in der EU aus. Da haben einige Leute inzwischen verstanden, was sie angerichtet haben. Denn in der Volksbefragung gab es knapp über 50% Zustimmung für die EU. Die genau Zahl habe ich gleich wieder vergessen. :)

@orbiter1:
    Ja, Sie haben sicher Recht. Eine unbegrenzte Übergangszeit darf nicht ohne vereinbarte Regeln zugelassen werden. Will sagen, die ganz große Freiheit im Vergleich zu Norwegen oder der Schweiz darf es nicht geben. Nicht, daß man sagt. "Das ist eh' bald Geschichte!", und macht nichts Geordnetes, und dann hält sich das Provisorium Jahrzehnte ohne verbindliche Regelungen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon TheManFromDownUnder » Di 22. Mai 2018, 11:27

H2O hat geschrieben:(22 May 2018, 12:10)

Ergänzend noch eine gestrige Meldung der polnische Rzeczpospolita zu Nordirland: Jüngste Umfrageergebnisse weisen 68% Zustimmung der Nord-Iren für einen Verbleib in der EU aus. Da haben einige Leute inzwischen verstanden, was sie angerichtet haben. Denn in der Volksbefragung gab es knapp über 50% Zustimmung für die EU. Die genau Zahl habe ich gleich wieder vergessen. :)

@orbiter1:
    Ja, Sie haben sicher Recht. Eine unbegrenzte Übergangszeit darf nicht ohne vereinbarte Regeln zugelassen werden. Will sagen, die ganz große Freiheit im Vergleich zu Norwegen oder der Schweiz darf es nicht geben. Nicht, daß man sagt. "Das ist eh' bald Geschichte!", und macht nichts Geordnetes, und dann hält sich das Provisorium Jahrzehnte ohne verbindliche Regelungen.


Macht Sinn. Die beste Loesung waere eine Vereinigung von Nordirland mit der Republik Irland. 68% der Nordiren indentifizieren sich vielleicht nicht mit dem Koenigreich. Hier ist eine Chance fuer ein vereinigtes Irland.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Mi 23. Mai 2018, 18:39

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Do 24. Mai 2018, 11:26

Großbritannien schuldet der Europäischen Union bei seinem geplanten Austritt mehrere Milliarden Euro. Nun sollen die Schulden früher beglichen werden als bislang geplant.

Die britische Regierung hat eingeräumt, dass sie die Abschiedsrechnung für den Austritt aus der EU früher begleichen muss als bislang zugestanden. Brexit-Staatssekretärin Suella Braverman sagte, dass die Milliardenzahlung bereits vor Fertigstellung des von ihrem Land gewünschten Handelsabkommens mit der EU fällig werde.

Bislang hatten britische Minister immer den Eindruck erweckt, sie könnten die ausstehenden Zahlungen als eine Art Faustpfand nutzen, um die Stellung Großbritanniens in den Handelsgesprächen zu stärken.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/brexit-grossbritannien-muss-brexit-schulden-frueher-begleichen-a-1209162.html

Sehr schön!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Do 31. Mai 2018, 09:39

Die britische Regierung erwägt, eine mit der EU vereinbarte Übergangsperiode um Jahre zu verlängern. Das Land ist noch nicht bereit für den Brexit.

..........
Zunehmend wird jedoch klar, dass die Übergangsfrist viel zu kurz bemessen ist. Deshalb denkt May laut britischen Medien schon über eine Art zweite Übergangsperiode nach: Um Zeit für eine Lösung des irischen Grenzproblems zu gewinnen, will sie in Brüssel vorschlagen, die Regeln der Zollunion noch bis 2023 gelten zu lassen. Und selbst dieses Datum könnte noch nicht das letzte Wort sein.
........

http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-abschied-briten-wollen-wohl-einen-langsameren-brexit/22627828.html?ticket=ST-4424360-0vNqPUwgoTxpqaewpoEN-ap2

Die Jammertante soll aufhören, es war Ihre Partei die das Rad in Gang gesetzt hat nun soll Sie auch damit leben.
2021 reicht, danach müssen Sie selber zusehen, alles andere ist zuviel Unsicherheit, wenn die Briten es bis 2021 nicht hinbekommen ist das deren Problem.
Memento mori
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