EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 14. Nov 2017, 19:58

Die Kommentare im Ausland schaden nichts. Sie sind ja auch mehr für uns als für die Brietn geschrieben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 14. Nov 2017, 20:01

Nomen Nescio hat geschrieben:(14 Nov 2017, 09:45)

ha, die britische MdP werden vorläufig kaum ruhe genießen. 12.000 EU-regelungen müssen in britische regelungen umgesetzt werden. dazu dürfen parlamentarier auch mit eigenen ideen kommen. minister davis hat gesagt, daß sie über alles reden können, dürfen und abstimmen.

mancher findet das aber eine giftpille. denn die chance ist nicht klein daß es so ein harter brexit wird. denn die EU muß wieder akzeptieren daß GB bestimmte regeln einführt die gegen EU-regeln sind und nicht akzeptabel für die EU. unehrliche konkurrenz z.b.


Gut, in Einzelfällen wird man einigen EU-Regeln zu Leibe rücken. Aber die verkündete Strategie ist am Ende doch, die EU-Regeln kurzerhand zu britischen Regeln zu erklären und sie ein zu frieren für den Fall, daß die EU die eingefrorenen Regeln weiter entwickeln sollte. Auf diese Weise hält sich die Mühe der britischen Juristen doch vorläufig in engen Grenzen. Sogar ein kurzfristiger EXIT vom BREXIT wird auf diese Weise weniger anstrengend.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 14. Nov 2017, 20:06

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Nov 2017, 19:58)

Die Kommentare im Ausland schaden nichts. Sie sind ja auch mehr für uns als für die Brietn geschrieben.


Nun ja, was japanische Investoren sehr öffentlich in britischen Blättern mit zu teilen hatten, das ließ an Deutlichkeit keine Wünsche offen. Bewirkt haben diese Warnungen gar nichts. Japanische Investitionen wurden entwertet, weil sie zu großen Teilen mit Blick auf den EU-Binnenmarkt freigegeben wurden. Nun suchen Japaner nach Lösungen, wie sie weiter ihren Zugang zum EU-Binnenmarkt organisieren können.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Di 14. Nov 2017, 20:25

H2O hat geschrieben:(14 Nov 2017, 20:06)

Nun ja, was japanische Investoren sehr öffentlich in britischen Blättern mit zu teilen hatten, das ließ an Deutlichkeit keine Wünsche offen. Bewirkt haben diese Warnungen gar nichts. Japanische Investitionen wurden entwertet, weil sie zu großen Teilen mit Blick auf den EU-Binnenmarkt freigegeben wurden. Nun suchen Japaner nach Lösungen, wie sie weiter ihren Zugang zum EU-Binnenmarkt organisieren können.
Die Japaner werden, wenn sie wie gewohnt, am Binnenmarkt teilnehmen wollen, umziehen müssen oder zumindest neue Werke in Europa hinstellen müssen.
Und da die britische Regierung im Moment dabei ist, sich selbst zu zerlegen, statt sich auf die Verhandlungen zu konzentrieren, wird das dringender denn je.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 14. Nov 2017, 20:55

Misterfritz hat geschrieben:(14 Nov 2017, 20:25)

Die Japaner werden, wenn sie wie gewohnt, am Binnenmarkt teilnehmen wollen, umziehen müssen oder zumindest neue Werke in Europa hinstellen müssen.
Und da die britische Regierung im Moment dabei ist, sich selbst zu zerlegen, statt sich auf die Verhandlungen zu konzentrieren, wird das dringender denn je.


Nach meinem Verständnis haben die Japaner in den Industrieruinen des UK Fachleute finden können, mit denen ein neuer Anfang möglich war. Was jetzt droht, das ist der zweite und vielleicht entscheidende Abbruch des industriellen Kerns. Der ist ja nicht im UK allein aufrecht zu erhalten.

Ich vermute, daß in wenigen Jahren zahlreiche "britische" Polen, Rumänen, Bulgaren und... Briten in der EU industrielle Beschäftigung suchen werden. Für EU-Bürger ein einfacher Weg; für Briten dann etwas schwieriger.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Di 14. Nov 2017, 21:12

H2O hat geschrieben:(14 Nov 2017, 20:55)

Nach meinem Verständnis haben die Japaner in den Industrieruinen des UK Fachleute finden können, mit denen ein neuer Anfang möglich war. Was jetzt droht, das ist der zweite und vielleicht entscheidende Abbruch des industriellen Kerns. Der ist ja nicht im UK allein aufrecht zu erhalten.

Ich vermute, daß in wenigen Jahren zahlreiche "britische" Polen, Rumänen, Bulgaren und... Briten in der EU industrielle Beschäftigung suchen werden. Für EU-Bürger ein einfacher Weg; für Briten dann etwas schwieriger.
Ja, das wird sicherlich eine Konkurrenz zu den Ost- und Süd-Ost-Europäern, die sich die Briten so sicherlich nicht vorgestellt haben. Wobei mir wirklich schleierhaft ist, was sich die Briten wirklich vorgestellt haben, was auch nur andeutungsweise realistisch wäre.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Di 14. Nov 2017, 21:51

H2O hat geschrieben:(14 Nov 2017, 20:55)

Ich vermute, daß in wenigen Jahren zahlreiche "britische" Polen, Rumänen, Bulgaren und... Briten in der EU industrielle Beschäftigung suchen werden. Für EU-Bürger ein einfacher Weg; für Briten dann etwas schwieriger.

ich hatte vor ± 10 jahren englische (nun ja, wales) nachbarn. er war mahler und in GB arbeitslos. bei uns bekam er ohne viel probleme eine stelle. später gingen sie zurück, weil die tochter, die mit ihrem gatte auch in NL gekommen war, ein kind erwartete.
durch sie weiß ich daß viel mehr briten auf dem kontinent arbeiteten. mit was glück/pech kommen jetzt noch viel mehr und wird GB merken daß sie die besten leute weggejagt haben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 19. Nov 2017, 16:53

Ein Artikel in SPON Plus zeigt, dass es in GB etwas verwirrend zugeht. Anscheinend rüsten sich die Brexit-Gegner zum Kampf.
Brexit ist Brexit? Die Premierministerin ist so schwach, die Verhandlungen sind so kompliziert, dass der Austritt nun leise infrage gestellt wird. Sogar bei den Konservativen.
Die Kö­nig­li­che Ge­sell­schaft für Vo­gel­schutz in Bed­fordshire ist eine sehr bri­ti­sche In­sti­tu­ti­on. Seit 128 Jah­ren küm­mert sie sich mit Hin­ga­be um be­droh­te Ar­ten wie die Drei­ze­hen­mö­we, den Hau­ben­tau­cher oder den Wald­laub­sän­ger. Nun soll die über eine Mil­li­on Mit­glie­der zäh­len­de Or­ga­ni­sa­ti­on auch noch den Brex­it stop­pen.
Die In­itia­ti­ve geht auf Nick Clegg zu­rück, einst Vi­ze­pre­mier, Chef der Li­be­ra­len und ei­ner der pro­mi­nen­tes­ten Pro-Eu­ro­pä­er im Kö­nig­reich. Der 50-Jäh­ri­ge hat ge­ra­de eine 140-sei­ti­ge An­lei­tung zum zi­vi­len Un­ge­hor­sam ver­öf­fent­licht. „How To Stop Brex­it“ heißt das Werk, und Cleggs Ant­wort ist ei­gent­lich ganz ein­fach: Wer den Brex­it noch ver­hin­dern wol­le, sol­le ei­ner gro­ßen Or­ga­ni­sa­ti­on bei­tre­ten und den an­de­ren Mit­glie­dern ein­bläu­en, dass am Ho­ri­zont ge­ra­de eine men­schen­ge­mach­te Ka­ta­stro­phe für Groß­bri­tan­ni­en her­auf­zieht. Vo­gel­schüt­zer, Land­schafts­pfle­ger, ka­ri­ta­ti­ve Grup­pen, so Clegg, sei­en „eine ge­brauchs­fer­ti­ge Ar­mee“, die es zu nut­zen gel­te.
[....]
Der Brex­it sei zu be­deu­tend, um ihn ei­ner kon­ser­va­ti­ven Par­tei zu über­las­sen, die zu­neh­mend im Cha­os ver­sin­ke, sagt er. Und schon gar nicht dür­fe man Bo­ris John­son an die Macht las­sen. Der am­tie­ren­de Au­ßen­mi­nis­ter hat sich da­für aus­ge­spro­chen, die EU ohne je­den Deal zu ver­las­sen, soll­ten die an­de­ren Eu­ro­pä­er nicht end­lich ein­len­ken. Was für Groß­bri­tan­ni­en ein De­sas­ter wäre.
„John­sons Ego ist so un­er­sätt­lich, dass er den Wa­gen lie­ber ge­gen die Wand fährt, als ir­gend­wel­che Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen“, sagt Clegg. Des­halb sei es so wich­tig, den Bri­ten klar­zu­ma­chen, dass der Brex­it noch zu stop­pen sei.
[....]
Um­fra­gen in Groß­bri­tan­ni­en er­ge­ben in die­sen Ta­gen ein chao­ti­sches Bild. Ei­ner­seits ist eine wach­sen­de Zahl der Men­schen un­zu­frie­den da­mit, wie ihre Re­gie­rung die Brex­it-Auf­ga­be be­wäl­tigt be­zie­hungs­wei­se nicht be­wäl­tigt. An­de­rer­seits gibt es kei­ne Mehr­heit für ein neu­es Re­fe­ren­dum. Soll­te eine neue Ab­stim­mung über den Brex­it statt­fin­den, wäre der wahr­schein­li­che Aus­gang ein wei­te­res Kopf-an-Kopf-Ren­nen.
Un­ter den EU-Fein­den sind in­zwi­schen fast zwei Drit­tel be­reit, ei­nen „merk­ba­ren Scha­den“ für die Wirt­schaft hin­zu­neh­men, so­lan­ge es nur raus­geht aus der EU. Und im­mer­hin 20 Pro­zent der EU-Freun­de wür­den sich auf das Cha­os nach dem Brex­it freu­en, da­mit den Aus­stiegs­fa­na­ti­kern „eine Lek­ti­on er­teilt wird“.
Voll­ends ver­wir­rend ist schließ­lich eine Um­fra­ge, der zu­fol­ge eine deut­li­che Mehr­heit der Bri­ten nach dem Brex­it gern EU-Bür­ger blei­ben möch­ten – mit al­len Rech­ten zu ar­bei­ten und zu le­ben, wo sie wol­len. Ir­gend­je­mand scheint da et­was nicht ver­stan­den zu ha­ben.
https://magazin.spiegel.de/SP/2017/47/1 ... index.html
Das ist aber ein echt schräger Wunsch .. :p
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » So 19. Nov 2017, 21:03

Man darf gespannt sein, wo die beiden Agenturen EBA und EMA, die derzeit noch in London beheimatet sind, eine neue Heimat findet. Das Verfahren für die Wahlentscheidung ist ganz interessant:

Zwei EU-Behörden verlassen London nach dem Brexit, über die neuen Standorte stimmen die Mitgliedstaaten ab. Frankfurt und Bonn hoffen auf den Zuschlag, doch die Konkurrenz ist groß.

Das Verfahren erinnert an einen europäischen Singwettbewerb. An diesem Montag fällt in Brüssel die Entscheidung, wohin die Europäische Bankenaufsicht (EBA) und die Europäische Arzneimittel-Behörde (EMA) nach dem Brexit von London aus umziehen. Deutschland bewirbt sich mit Frankfurt für die EBA und Bonn für die EMA, wobei nur Frankfurt ernsthafte Chancen eingeräumt werden. Beide Behörden beschäftigen zusammen knapp 1100 Mitarbeiter.

Insgesamt gibt es 27 Bewerbungen, Ausgang ungewiss. Die EU-Staaten können für die Kandidaten zunächst drei, zwei und eine Stimme vergeben. Aus der Not, sehr schnell für den Umzug von EBA und EMA sorgen zu müssen, hat die EU eine Tugend gemacht und eine völlig offene und vor allem geheime Abstimmung angesetzt. Die Ortswahl wird also nicht langwierig zwischen den Regierungschefs ausgekungelt.

http://www.sueddeutsche.de/politik/euro ... -1.3756208
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 19. Nov 2017, 21:38

frems hat geschrieben:(19 Nov 2017, 21:03)

Man darf gespannt sein, wo die beiden Agenturen EBA und EMA, die derzeit noch in London beheimatet sind, eine neue Heimat findet. Das Verfahren für die Wahlentscheidung ist ganz interessant:


http://www.sueddeutsche.de/politik/euro ... -1.3756208
Habe gelesen, dass datt Merkel mit Tsipras gemauschelt hat, dass die EMA nach Athen soll.

Edit: hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 78477.html
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » So 19. Nov 2017, 21:40

Misterfritz hat geschrieben:(19 Nov 2017, 21:38)

Habe gelesen, dass datt Merkel mit Tsipras gemauschelt hat, dass die EMA nach Athen soll.

Edit: hier: http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 78477.html

Oh, ist mir glatt ergangen. Danke. Und zum Inhalt: warum auch nicht?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 19. Nov 2017, 21:45

frems hat geschrieben:(19 Nov 2017, 21:40)

Oh, ist mir glatt ergangen. Danke. Und zum Inhalt: warum auch nicht?
Naja, mir ist das im Prinzip egal, wer nun welche Institutionen bekommt.
Solange Athen das gut macht, ok. Wenn nicht, muss halt wieder umgezogen werden.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » So 19. Nov 2017, 22:04

frems hat geschrieben:(19 Nov 2017, 21:03)

Man darf gespannt sein, wo die beiden Agenturen EBA und EMA, die derzeit noch in London beheimatet sind, eine neue Heimat findet. Das Verfahren für die Wahlentscheidung ist ganz interessant:


http://www.sueddeutsche.de/politik/euro ... -1.3756208


Na, das ist halt das übliche politische Gekungel. Ich persönlich hoffe, dass die EBA nach Frankfurt und die EMA nach Wien kommt; damit hätten die Behörden gute Arbeitsbedingungen und die Mitarbeiter könnten damit auch leben, wenn auch Frankfurt einen deutlichen Abstieg gegenüber London darstellt. Aber welche Stadt in der dann kleineren EU könnte schon etwas Ähnliches bieten wie London, vielleicht abgesehen von Paris?

Es gibt offenbar eine Liste, wo die Mitarbeiter der EMA am liebsten hinziehen würden:
Wie vom Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) zu erfahren war, würde ein Großteil der Mitarbeiter in Städte wie Amsterdam (81%), Wien (76%), Barcelona (73%), Mailand (69%) oder Kopenhagen (65%) umziehen. Als unpopuläre Standorte werden Bewerbungen aus Rumänien, Bulgarien oder der Slowakei bewertet. Ursprung dieser Mitteilung wie auch diverser Presseberichte ist offenbar eine Meldung der Nachrichtenagentur "Reuters". Demnach dürften die Chancen für Bonn erheblich sinken.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... /chapter:2

Alles andere als Amsterdam, Wien, Barcelona, Mailand oder Kopenhagen wäre also eine mittlere Katastrophe. Wie man da Bonn ins Rennen schicken kann und nicht Berlin, ist unverständlich, außer, es ist schon Teil des Plans, die EBA nach Frankfurt zu holen und deswegen auf die EMA zu verzichten. Aber vielleicht wird es ja doch Bratislava - das ehemalige Pressburg hat als entscheidenden Vorteil, als kleinster gemeinsamer Nennen fungieren zu können und immerhin nur eine Stunde von Wien entfernt zu liegen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 19. Nov 2017, 22:09

Julian hat geschrieben:(19 Nov 2017, 22:04)

Es gibt offenbar eine Liste, wo die Mitarbeiter der EMA am liebsten hinziehen würden:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... /chapter:2
Seit wann entscheiden Pharmavertreter über Standorte von EU-Institutionen?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » So 19. Nov 2017, 22:13

frems hat geschrieben:(19 Nov 2017, 21:40)

Oh, ist mir glatt ergangen. Danke. Und zum Inhalt: warum auch nicht?


Na, das wäre ja eine super Regionalförderung - zwar auf Kosten der Effizienz der Arzneimittelzulassung, aber wen interessiert das schon?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Julian » So 19. Nov 2017, 22:16

Misterfritz hat geschrieben:(19 Nov 2017, 22:09)

Seit wann entscheiden Pharmavertreter über Standorte von EU-Institutionen?


Das sind keine "Pharmavertreter", sondern die Mitarbeiter der EMA, der europäischen Zulassungsbehörde. Und nein, die entscheiden nicht über den Standort, sondern nur darüber, ob sie mit umziehen oder sich nicht lieber einen anderen Job suchen. Wenn die EMA an einen äußerst unattraktiven oder schlecht erreichbaren Ort zieht, könnte sie wichtige Mitarbeiter in großer Zahl verlieren und zumindest vorübergehend funktionsunfähig sein.

Man könnte aber auch gleich die weiße Flagge hissen und einfach die Entscheidungen der FDA unbesehen mittragen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » So 19. Nov 2017, 22:17

Julian hat geschrieben:(19 Nov 2017, 22:04)

Na, das ist halt das übliche politische Gekungel.

Nein, eben nicht. Die britische Hinterzimmerpolitik ist glücklicherweise Geschichte.

Aber welche Stadt in der dann kleineren EU könnte schon etwas Ähnliches bieten wie London, vielleicht abgesehen von Paris?

Größe ist nicht alles. Städte wie Wien, Kopenhagen und Amsterdam sind bei Führungskräften seit vielen Jahren schon sehr beliebt, weil sie eine hohe Lebensqualität vorweisen können. Beim Londoner The Economist sind drei Städte Europas in den Top 10: Wien (Platz 2), Helsinki (9) und Hamburg (10). London ist nicht dabei und gehört sogar zu den Städten, die einen Abstieg zu verzeichnen haben: https://www.economist.com/blogs/graphic ... y-chart-14

Klar, methodisch kann man solche Rankings nun kritisieren, weil dort viele subjektive Faktoren mit reinspielen. Aber so entscheiden die Mitarbeiter ja auch, ob sie einen Umzug wagen wollen oder nicht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon frems » So 19. Nov 2017, 22:19

Julian hat geschrieben:(19 Nov 2017, 22:13)

Na, das wäre ja eine super Regionalförderung - zwar auf Kosten der Effizienz der Arzneimittelzulassung, aber wen interessiert das schon?

Das wird man abwarten müssen. Alle Institutionen zentralistisch an einem Ort zu bündeln, passt nicht ganz zum Europa der Vielfalt. Das sorgt vielerorts auch für neue Probleme, unter denen vor allem der Normalbürger leidet, weshalb Entzerrungen wieder angestrebt werden.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Alpha Centauri » So 19. Nov 2017, 22:40

frems hat geschrieben:(19 Nov 2017, 22:17)

Nein, eben nicht. Die britische Hinterzimmerpolitik ist glücklicherweise Geschichte.


Größe ist nicht alles. Städte wie Wien, Kopenhagen und Amsterdam sind bei Führungskräften seit vielen Jahren schon sehr beliebt, weil sie eine hohe Lebensqualität vorweisen können. Beim Londoner The Economist sind drei Städte Europas in den Top 10: Wien (Platz 2), Helsinki (9) und Hamburg (10). London ist nicht dabei und gehört sogar zu den Städten, die einen Abstieg zu verzeichnen haben: https://www.economist.com/blogs/graphic ... y-chart-14

Klar, methodisch kann man solche Rankings nun kritisieren, weil dort viele subjektive Faktoren mit reinspielen. Aber so entscheiden die Mitarbeiter ja auch, ob sie einen Umzug wagen wollen oder nicht.


Naja Wien, Kopenhagen,London oder Amsterdam finde ich persönlich jetzt nicht so reizvoll und interessant wie Venedig, Florenz, Kyoto, Paris, Rom, Granada, Gizeh, Maputo Havanna oder Rio de Janeiro.

Aber Geschmäcker sind verschieden. Und da hast du recht Größe ist bei weitem nicht alles.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 20. Nov 2017, 18:40

GB wird der EU-sitz fur medizin entnommen. 4x wurde gestimmt. am ende gab es ein 13-13 patt zwischen mailand und amsterdam.
durchs ziehen eines zündholzes wurde es schließlich amsterdam.

fur GB ist es ein bedeutsamer verlust.
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