EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 8. Apr 2018, 17:22

Wir alle haben doch überhaupt keine Vorstellung davon, wie GB neben der EU wirtschaften will, wenn das Land nicht mehr am Binnenmarkt teilnimmt. Die Beispiele, die wir um die EU herum beobachten können, sind in der Hinsicht wirklich nicht ermutigend. Ich vermute, daß auch die Briten bis hinein in die britische Regierung diese Frage noch nicht zu Ende überlegt haben.

Wir müssen uns aber hüten, meine ich, das Thema Kurseinbruch des britischen Pfundes nur im Zusammenhang mit dem BREXIT zu sehen. Die Wahrscheinlichkeit dieses Zusammenhangs ist natürlich sehr hoch. Könnte man vermutete Ursache BREXIT und beobachtete Wirkung Kursverlust trennen, dann wären die Folgen für GB doch nicht so sehr viel anders, auch dann, wenn die Briten noch tief eingebunden in der EU mitwirkten.

Hat hier in Forum jemand eine Vorstellung, womit die Briten auf dem Weltmarkt auftrumpfen könnten? Wo sie den Vorteil der Einbindung und Mitwirkung in der Wirtschaft der EU wieder gewinnen könnten?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 8. Apr 2018, 17:45

H2O hat geschrieben:(08 Apr 2018, 18:22)
Hat hier in Forum jemand eine Vorstellung, womit die Briten auf dem Weltmarkt auftrumpfen könnten? Wo sie den Vorteil der Einbindung und Mitwirkung in der Wirtschaft der EU wieder gewinnen könnten?
Mir fällt da leider nichts ein.
Wenn selbst Jaguar wichtige Teile von Amis in Deutschland fertigen lässt, dann sehe ich eher noch grössere Probleme.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 8. Apr 2018, 18:26

Misterfritz hat geschrieben:(08 Apr 2018, 18:45)

Mir fällt da leider nichts ein.
Wenn selbst Jaguar wichtige Teile von Amis in Deutschland fertigen lässt, dann sehe ich eher noch grössere Probleme.


Bringe ich etwas durcheinander? Hat Jaguar nicht seit langer Zeit schon einen indischen Eigentümer?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 8. Apr 2018, 18:46

H2O hat geschrieben:(08 Apr 2018, 19:26)

Bringe ich etwas durcheinander? Hat Jaguar nicht seit langer Zeit schon einen indischen Eigentümer?
Ja, Tata, wie Land Rover auch.
Nur sind die Inder nicht die hauptsächlichen Kunden.
Was aber entscheidender ist: Wenn viele Teile aus Europa kommen, dann wird das ein Problem.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 8. Apr 2018, 18:57

Misterfritz hat geschrieben:(08 Apr 2018, 19:46)

Ja, Tata, wie Land Rover auch.
Nur sind die Inder nicht die hauptsächlichen Kunden.
Was aber entscheidender ist: Wenn viele Teile aus Europa kommen, dann wird das ein Problem.


Ich will's jetzt nicht überdehnen... aber hieß es nicht, daß die deutschen Autobauer von britischen Zulieferern Teile einkaufen? Aber ich weiß nicht welche Art Zulieferungen da eine Rolle spielen. Wenn diese Firmen sehr beweglich sind, dann könnten die doch ihre Lieferungen umstellen und die Nachfrage von Autobauern in GB damit versorgen. Ohne Verrenkungen ist da wohl nichts zu machen! Die Stückzahlen von Jaguar schätze ich auch nicht so besonders hoch ein; < 100.000?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Mi 11. Apr 2018, 11:14

EU-Gegner planen Brexit-Museum

Plakate, Wahlkampf-Tassen und ein knallroter Bus: In Großbritannien soll ein Brexit-Museum entstehen. Erst einmal wird gesammelt.

......
Und so wird auf der Internetseite des Museums gebeten, Gegenstände aller Art einzusenden, die mit dem antieuropäischen Aktivismus zu tun haben. Genaue Vorstellungen haben die Historik-Populisten bereits für die Eingangshalle: Dort soll einmal der knallrote Wahlkampfbus aus Zeiten des Referendums stehen, der auf seinen Seitenflächen propagiert, Großbritannien sende der EU wöchentlich 350 Millionen Pfund. Dass diese Behauptung vom britischen Statistikamt umgehend wiederlegt wurde, interessiert Rotherham allerdings weniger. Towler will zudem seine guten Kontakte zu Nigel Farage spielen lassen: „Vielleicht unterstützt er uns mit einem Aschenbecher und einem leeren Bierglas.“........

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/grossbritannien-populisten-planen-brexit-museum-15535415.html

:D
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Wähler » Mi 11. Apr 2018, 16:27

http://www.sueddeutsche.de/politik/brex ... -1.3937858
SZ 11. April 2018 Michel Barnier zu den Brexit-Verhandlungen
"Ich empfehle, die Schwierigkeiten nicht zu unterschätzen, die jene 25 Prozent des Textes bergen, die noch nicht grün sind", mahnt der Chefunterhändler der EU-Kommission für den Brexit im Gespräch.

Welche roten Linien kassiert werden könnten, darüber wird in Großbritannien längst diskutiert. So liebäugelt Labour mit dem Verbleib in der Zollunion. "Ich habe verschiedene britische Politiker empfangen. Ich finde diese Diskussionen sehr inspirierend. Meine Tür ist offen, aber verhandelt wird nur mit der britischen Regierung", sagt Barnier dazu...Dies wäre, wie Barnier klar macht, nach dem Brexit noch möglich. In einer Übergangsphase bis Ende 2020 seien die Briten ja noch drin in Zollunion und Binnenmarkt.

Der Nebel scheint sich etwas zu lichten.
Zeitungstexte bei Genios mit Bibliotheksausweis kostenlos: https://www.wiso-net.de/login?targetUrl=%2Fdosearch (Zugang auch bundesweit)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mi 11. Apr 2018, 18:24

Wähler hat geschrieben:(11 Apr 2018, 17:27)

http://www.sueddeutsche.de/politik/brex ... -1.3937858
SZ 11. April 2018 Michel Barnier zu den Brexit-Verhandlungen


Der Nebel scheint sich etwas zu lichten.


Sehr vernünftig, daß der Verhandlungsführer Barnier ein wenig den Druck abbaut. So haben die Briten jetzt Gelegenheit, sich innenpolitisch zu sortieren. Modell Norwegen in Sicht? Denn "Zollunion" heißt zugleich "Binnenmarkt" mit seinen Bedingungen. Mir war erst auch nicht klar, was der Unterschied zwischen Zollunion und Binnenmarkt sein könnte. Offenbar zwei Worte für ein und dieselbe Sache. Na, denn...

https://ec.europa.eu/taxation_customs/f ... e-world_de
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Fr 13. Apr 2018, 10:20

Knackpunkt bleibt die Grenze Irland/ Nordirland. Da stösst jeder Vorschlag sofort auf eine rote Linie, die bei einem der Beteiligten auf keinen Fall überschritten werden darf. Bin sehr gespannt wie dieser gordische Knoten am Ende aufgelöst wird.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Fr 13. Apr 2018, 18:36

Der geplante Austritt Großbritanniens aus der EU und höhere Dieselsteuern treffen eine Industrie-Ikone hart: Jaguar Land Rover verkauft deutlich weniger Autos - und baut nun Insidern zufolge viele Jobs in England ab.

http://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/jaguar-land-rover-streicht-1000-jobs-in-england-als-brexit-folge-a-1202833.html

Glorreiche Zeiten. :)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 13. Apr 2018, 20:56

Der Querverweis auf Jaguar und Land Rover gibt aber keine unmittelbare Verbindung von BREXIT und Fahrzeugproduktion her. Die Kursverluste des Britischen Pfundes haben die Kaufkraft der Briten vermindert. Dieser Schrumpfungsprozeß der britischen Hersteller hält aber auch schon seit 2 Jahren an. Vielleicht bieten Jaguar und Land Rover keinen besonderen technischen Anreiz, sich diese Fahrzeuge zu zu legen, nachdem fast sämtliche Fahrzeughersteller ihren eigenen SUV und Geländewagen anbieten. Mal ist auch ein Ruf wie Donnerhall verbraucht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Fr 13. Apr 2018, 21:30

H2O hat geschrieben:(13 Apr 2018, 21:56)

Der Querverweis auf Jaguar und Land Rover gibt aber keine unmittelbare Verbindung von BREXIT und Fahrzeugproduktion her. Die Kursverluste des Britischen Pfundes haben die Kaufkraft der Briten vermindert. Dieser Schrumpfungsprozeß der britischen Hersteller hält aber auch schon seit 2 Jahren an. Vielleicht bieten Jaguar und Land Rover keinen besonderen technischen Anreiz, sich diese Fahrzeuge zu zu legen, nachdem fast sämtliche Fahrzeughersteller ihren eigenen SUV und Geländewagen anbieten. Mal ist auch ein Ruf wie Donnerhall verbraucht.
Wahrscheinlich werden aber diese Fahrzeuge die ersten Symptome der Krise sein, die auf die Briten noch in voller Härte zukommen werden - von dem wirklich extremen Problem der inneririschen Grenze ganz abgesehen...
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 14. Apr 2018, 06:35

Misterfritz hat geschrieben:(13 Apr 2018, 22:30)

Wahrscheinlich werden aber diese Fahrzeuge die ersten Symptome der Krise sein, die auf die Briten noch in voller Härte zukommen werden - von dem wirklich extremen Problem der inneririschen Grenze ganz abgesehen...


Na ja, technisch könnte das tatsächlich so sein... ;) Solche Fahrzeuge sind eben sehr kostspielig, und in der Liga muß man Besonderes bieten. Da ist aber nichts, außer einem glorreichen Namen und hohen Preisen. Und natürlich haben die arbeitenden Menschen dort einen Netto-Lohnverlust durch den Wechselkurs. Das ist der Preis für "nicht im Euro".
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » So 15. Apr 2018, 18:21

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 18:27

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » So 15. Apr 2018, 18:37

Da können wir ja beruhigt sein.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 18:43

Senexx hat geschrieben:(15 Apr 2018, 19:37)

Da können wir ja beruhigt sein.


Ab Ende 2020 mit einiger Sicherheit.

Zuletzt geändert von H2O am So 15. Apr 2018, 18:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Senexx » So 15. Apr 2018, 18:46

H2O hat geschrieben:(15 Apr 2018, 19:43)

Ab Ende 2020 mit einiger Sicherheit.

Das Drogenproblem erledigt gerade Amerikas Mittelschicht auf dem Lande. London ist womöglich nur der Vorbote in Europa.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 15. Apr 2018, 18:52

Senexx hat geschrieben:(15 Apr 2018, 19:46)

Das Drogenproblem erledigt gerade Amerikas Mittelschicht auf dem Lande. London ist womöglich nur der Vorbote in Europa.

In den USA sind die Unterschiede aber sehr groß; das will ich jetzt einmal für Europa ebenfalls hoffen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Mo 16. Apr 2018, 12:41

Britischer Ex-Minister zu Brexit"Europa muss sich entscheiden"

Der ehemalige Außenminister David Owen hat selbst für den EU-Austritt geworben. Er fordert nun, dass die Europäer die ins Stocken geratenen Brexit-Verhandlungen retten müssten. Auch wenn die Briten selbst für die Probleme verantwortlich seien.


n-tv.de: Es ist nicht einmal mehr ein Jahr, bis - sollte es nicht zu einem Durchbruch zwischen der britischen Regierung und der EU kommen - der harte Brexit eintritt. Selbst die Einigung auf eine weitere Übergangsfrist könnte etwa am Streit über den Status von Nordirland noch scheitern. Die Sorgen, auch in der deutschen Wirtschaft, sind riesig. Glauben Sie immer noch, dass der Brexit gut enden wird?

David Owen: Ich bleibe optimistisch. Europa muss sich die Frage stellen: Wollt ihr, dass Teile für einen BMW ungehindert die Grenze überqueren können und dass ein fertiger BMW mit Teilen, die in verschiedenen Ländern Europas hergestellt wurden, weiter frei auch in Großbritannien verkauft werden kann? Europa und Deutschland haben viel zu verlieren. Wir kaufen weit mehr in Deutschland als ihr Deutschen in Großbritannien. Deshalb glaube ich, dass es am Ende eine Einigung geben wird.

......

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Europa-muss-sich-entscheiden-article20383125.html

What a stinky piece of shit...

Europa muss gar nichts, ein weiterer Grund die Briten über die Klinge springen zu lassen, ekelhaft.

Scheinbar weiss der Dummkopf nicht das Deutschland nicht die EU ist.
Und die Briten haben sicher noch mehr zu verlieren, darum lasst sie richtig fett auf die Fresse fallen...
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