EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Do 29. Mär 2018, 22:19

Misterfritz hat geschrieben:(29 Mar 2018, 20:03)

Kann sie ja haben, wenn sie der Personenfreizügigkeit zustimmt :D


So, wie ich die Sache verstanden habe, wird das nicht reichen. Ich meine, daß Norwegen nicht zugleich im EU-Binnenmarkt Handel treiben darf und weitere Handelsbündnisse eingehen kann. Der EU-Binnenmarkt beruht auf einheitlichen Zöllen beim Zugang zum Binnenmarkt zu allen übrigen Partnern außerhalb der EU. Norwegen kann ja nicht günstig in China einkaufen, die Ware geringfügig bearbeiten (umetikettieren) und sie dann zollfrei im Binnenmarkt verkaufen.

Dieser vorprogrammierte Ärger führte doch schon zum Vorschlag, zwischen der irischen Insel und der Hauptinsel eine Zollgrenze ein zu richten, also durch das britische Hoheitsgebiet, damit genau das unterbleibt. Das Problem ist immer noch ungelöst!

GB kann mit der EU ein Freihandelsabkommen abschließen mit den vereinbarten Zöllen, so wie das Kanada mit CETA gemacht hat. Kanada ist dennoch Mitglied der NAFTA. Dann ist GB frei, auch mit anderen Partnern außerhalb der EU solche Abkommen zu schließen.

Man landet immer wieder bei den beiden Möglichkeiten "Kanada" oder "Norwegen/Schweiz", mit Zollgrenze in Irland oder mit EU-Zollgrenze auch für GB, also offener Zollgrenze in Irland und den 4 Grundfreiheiten des Binnenmarktes.

Die EU sollte in großen britischen Tageszeitungen diesen Zwiespalt in einfachen Worten erklären und die Erklärung monatlich wiederholen.

Oder die EU tut gar nichts, und sie richtet sich auf ein ungeordnetes Ende des EU-Vertrags mit GB ein... also auf das, was einige BREXITeers von Anfang an durchziehen wollten. Darauf läuft diese Hängepartie mit immer neuen unerfüllbaren britischen Vorstellungen doch hin!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 30. Mär 2018, 07:26

Orbiter1 hat geschrieben:(29 Mar 2018, 14:29)

Halbzeit, 1 Jahr seit dem Austrittsgesuch liegt hinter uns und 1 Jahr liegt noch vor uns. Obwohl noch eine ganze Reihe sehr wichtiger Fragen ungelöst sind schwärmt Theresa May bereits von der glorreichen britischen Zukunft nach dem Brexit.

"Die britische Premierministerin Theresa May sagt ihrem Land eine glänzende Zukunft nach dem EU-Austritt voraus. Insbesondere beim Handel könne der Brexit Vorteile bringen, sagte sie am Donnerstag, genau ein Jahr vor dem geplanten Austritt. „Ich bin davon überzeugt, dass wir ein gutes Abkommen erreichen können, ohne Zölle und mit einem so reibungslosen Handel wie möglich.“ Großbritannien werde die EU-Märkte behalten und gleichzeitig weitere Märkte im Rest der Welt erschließen, sagte May in Interviews. „Der Brexit hält Chancen für uns bereit.“ http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 27818.html

Glaubt denn solchen Aussagen noch jemand? Klingt für mich ziemlich weltfremd.

sie kann doch schwer sagen »perhaps britains future is poverty, awful business and trouble«.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Fr 30. Mär 2018, 08:23

Sieh an, Schäuble sieht noch Chancen dass der Brexit gar nicht stattfindet.

„Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hält einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nicht für unausweichlich. "Ich habe durchaus noch Hoffnung, dass die Briten in der EU bleiben", sagte Schäuble den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury hätten die Briten gesehen, "wie gut es ist, wenn man in der Welt nicht alleine ist". "Die Briten erfahren viel Solidarität und fangen an, die Sache etwas differenzierter zu sehen", sagte Schäuble weiter. "Sie erkennen: Europa funktioniert." https://amp.tagesspiegel.de/politik/gif ... 30210.html
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 30. Mär 2018, 09:04

Als Freund des REMAINs sehe ich solche Anmerkungen natürlich mit Freude. Leider fehlt mir inzwischen der Glaube daran, daß die Briten zu einer Umkehr fähig sind. Europa-feindliche Stimmungen werden sich kaum umdrehen lassen; allerdings glaube ich auch, daß die REMAINers diese Solidarität mit viel innerer Beteiligung erleben.

Wir sollten in unserer Begeisterung nicht überhören, daß nahezu täglich neue Europa ablehnende Wortmeldungen zu uns gelangen. Die jüngste davon war doch das Bedauern, daß man immer noch hin und her verhandele, wo man besser gleich mit der Unterhausentscheidung für den BREXIT den harten BREXIT hätte verkünden sollen.

Viel wird in Zukunft davon abhängen, wie gut der Rest der EU sich auf ein gemeinsames Zukunftsprojekt verständigen kann, und wie weit die EU ihr angestrebtes Ziel einer ausgeglichenen Wohlstandsgemeinschaft erreichen kann. Wenn beides überzeugend gelingt, dann könnte es sein, daß die jüngere Generation der Briten wieder um Einlaß in die EU bitten wird, nachdem sie 2016 durch lässige Stimmenthaltung den BREXITeers eine Mehrheit verschafft hatte.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » Sa 31. Mär 2018, 18:09

Nomen Nescio hat geschrieben:(30 Mar 2018, 08:26) sie kann doch schwer sagen »perhaps britains future is poverty, awful business and trouble«.
Dazwischen gibt's aber schon noch ein paar Schattierungen die Möchtegern-Eisenlady anschlagen könnte. Zum Beispiel die Wahrheit zu der Unmöglichkeit auszusprechen mit der EU ein Freihandelsabkommen zu erreichen/erpressen/whatever ohne selbst Freizügigkeit zu gewähren - denn das ist schlicht und ergreifend die Grundlage für den Freihandel in der EU! Wer das zweite nicht will, der kriegt das erste nicht, und daran wird auch der Konkurrenzkampf innerhalb der EU nichts ändern, denn da sind sich restlos alle anderen einig. Weil sich die EU ansonsten gleich selbst auflösen könnte.

Wenn das mal bei den Briten angekommen und verarbeitet ist, dann kann auf realistischer Grundlage verhandelt werden. Vorher wohl nicht, dann bleibt's halt bei Luftschlössern die letztlich darauf bauen dass die Rest-EU völlig verblödet sei und sich über den Tisch ziehen ließe wenn man nur hartnäckig genug bleibt. Das klappt halt nicht wenn man nur 10% eines Kuchens zum Locken hat, und die anderen 90%. Die Rest-EU weiss dass ein harter Brexit durch den Verlust von 10% Absatzmarkt 1-2 Jahre Rezession nach sich ziehen würde, und keiner hat sonderlichen Appetit drauf. Aber in England ist es augenscheinlich bis heute möglich den Wählern vorzuenthalten dass ein harter Brexit mit Verlust von 90% Absatzmarkt das Potential hat das ganze Land zu ruinieren. Denn die Zahl der Idioten auf der Welt die sich auf Freihandel ohne Personenfreizügigkeit einlassen ist erstaunlich gering geworden, selbst die USA setzen auf Protektionismus wenn's ihnen in den Kram passt, und daran ändern auch Hochglanz-Werbevideos nichts.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 31. Mär 2018, 18:26

tabernakel hat geschrieben:(31 Mar 2018, 19:09)

Dazwischen gibt's aber schon noch ein paar Schattierungen die Möchtegern-Eisenlady anschlagen könnte. Zum Beispiel die Wahrheit zu der Unmöglichkeit auszusprechen mit der EU ein Freihandelsabkommen zu erreichen/erpressen/whatever ohne selbst Freizügigkeit zu gewähren - denn das ist schlicht und ergreifend die Grundlage für den Freihandel in der EU! Wer das zweite nicht will, der kriegt das erste nicht, und daran wird auch der Konkurrenzkampf innerhalb der EU nichts ändern, denn da sind sich restlos alle einig. Weil sich die EU ansonsten gleich selbst auflösen könnte.

Wenn das mal bei den Briten angekommen und verarbeitet ist, dann kann auf realistischer Grundlage verhandelt werden. Vorher wohl nicht, dann bleibt's halt bei Luftschlössern die letztlich darauf bauen dass die Rest-EU völlig verblödet sei und sich über den Tisch ziehen ließe wenn man nur hartnäckig genug bleibt. Das klappt halt nicht wenn man nur 10% eines Kuchens zum Locken hat, und die anderen 90%. Die Rest-EU weiss dass ein harter Brexit durch den Verlust von 10% Absatzmarkt 1-2 Jahre Rezession nach sich ziehen würde, und keiner hat sonderlichen Appetit drauf. Aber in England ist es augenscheinlich bis heute möglich den Wählern vorzuenthalten dass ein harter Brexit mit Verlust von 90% Absatzmarkt das Potential hat das ganze Land zu ruinieren. Denn die Zahl der Idioten auf der Welt die sich auf Freihandel ohne Personenfreizügigkeit einlassen ist erstaunlich gering geworden, selbst die USA setzen auf Protektionismus wenn's ihnen in den Kram passt.
Das Problem ist ja (sehe ich jedenfalls so), dass die, die da verhandeln auf britischer Seite, von den Folgen ihrer Politik eher nicht betroffen sein werden. Sie werden evtl. abgewählt, but, so what?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » Sa 31. Mär 2018, 18:41

Misterfritz hat geschrieben:(31 Mar 2018, 19:26) Das Problem ist ja (sehe ich jedenfalls so), dass die, die da verhandeln auf britischer Seite, von den Folgen ihrer Politik eher nicht betroffen sein werden. Sie werden evtl. abgewählt, but, so what?
Naja, das ist doch gerade die Erkenntnis die Populisten jeder politischen Ausrichtung immer motivierte. Stell Dir doch mal vor Du würdest über eine Karriere in der Politik nachdenken, dann hast Du im Prinzip zwei Möglichkeiten:
(a) Du kannst Dich einer etablierten und vernünftigen Partei anschließen die auf Evolution statt Revolution setzt. Dann musst dann aber damit leben dass viele in der Nahrungskette vor Dir stehen, und dass Dein Aufstieg neben Zeit vor allem anderen davon abhängt nicht unangenehm aufzufallen. Deine Talente dagegen sind nicht wirklich wichtig, und natürlich wirst Du selbst von der gemäßigten Gegenseite genauso verleumdet als wenn Du völlig Irre wärst. Und natürlich wirst Du auch noch von Deiner eigenen Partei bei Gelegenheit rasiert falls Du irgendwann der aktuellen Parteiführung als potentiell gefährliche Konkurrenz erscheinst.

(b) Du kannst Dich einer unverbrauchten Bewegung anschließen in der Deine Talente noch was zählen, und dafür Deine Tendenz ab und an zu spät zu kommen und anzuecken nicht nur nicht so wichtig sind, sondern vielleicht gar als Charakter ausgelegt werden. Dass die Bewegung dabei für idiotische Ziele steht ist für Dich als Politiker erst mal sekundär, denn keiner kann das bei komplexen Fragestellungen logisch mit Beweiskraft beurteilen, und zudem ist das sowieso primär ein Problem anderer Leute - Deiner Wähler und aller anderen. Deine Hauptproblem ist eine Wahl zu gewinnen, das reicht. Wenn sich im Anschluss Deine Ideen als komplette Hirngespinste erweisen ist das nicht primär Dein Problem, denn für Dich selbst gilt selbst im Falle des totalen Untergangs Göring's "wenigstens 12 Jahre anständig gelebt". Und wenn Du im Gegensatz zu Göring nicht gerade nen historisch einmaligen Massenmord mit zu verantworten hast, hast Du im Anschluss Deine Rente, Deine Landhäuser und Deinen verdienten Ruhestand sicher, egal was mit dem Land passiert.
Zuletzt geändert von tabernakel am Sa 31. Mär 2018, 18:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 31. Mär 2018, 18:54

Ich meinte das eher anders, ich meinte, dass die Leute meist schon, bevor sie in die Politik gingen, ihre Schäfchen im trockenen hatten, oder aber über hervorragende connections verfügen, die sie nie wirklich scheitern lassen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 00183.html
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » Sa 31. Mär 2018, 18:59

Misterfritz hat geschrieben:(31 Mar 2018, 19:54) Ich meinte das eher anders, ich meinte, dass die Leute meist schon, bevor sie in die Politik gingen, ihre Schäfchen im trockenen hatten, oder aber über hervorragende connections verfügen, die sie nie wirklich scheitern lassen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 00183.html
Das ist jetzt eher ein englisches (und teilweise amerikanisches) Phänomen, wir haben in Deutschland genau aus diesem Grunde vermieden solche Elite-der-Elite-Unis übermäßig zu fördern ...
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 31. Mär 2018, 19:01

tabernakel hat geschrieben:(31 Mar 2018, 19:59)

Das ist jetzt eher ein englisches (und teilweise amerikanisches) Phänomen, wir haben in Deutschland genau aus diesem Grunde vermieden solche Elite-der-Elite-Unis übermäßig zu fördern ...
Sicherlich,
aber aus diesem Grund kann es einem Boris Johnson ziemlich egal sein, wie die Verhandlungsergebnisse dann am Ende wirklich aussehen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon tabernakel » Sa 31. Mär 2018, 19:03

Misterfritz hat geschrieben:(31 Mar 2018, 20:01) Sicherlich, aber aus diesem Grund kann es einem Boris Johnson ziemlich egal sein, wie die Verhandlungsergebnisse dann am Ende wirklich aussehen.
Absolut, aber mein Argument war dass ihm das selbst dann egal sein könnte wenn er nicht in Eton studiert hätte. ;)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 31. Mär 2018, 20:57

Nehmen wir an, die Briten werden tatsächlich wirtschaftlich in den Ruin geführt, weil ihre Führer ganz einfach nicht zuhören wollten und im Hochmut meinten, die Partner würden schon tun, was sie ihnen sagen. Dann sehe ich weltweit niemanden, der in dem Fall als Retter in der Not auftreten würde: Zu viel ist systematisch zerstört worden, zu wenig verläßliche Bande sind geknüpft worden.

Dann stelle ich mir die Briten vor, die aus bevorzugten wirtschaftlichen Verhältnissen hart auf dem Boden der Tatsachen aufsetzen. Ob dann die Briten ihre heutigen Führer ungeschoren davon kommen lassen werden? Ich kann mir da einen ziemlichen Aufruhr vorstellen, wenn das Ding so daneben gelingen sollte... und das vor allem ohne Not und gegen viele Bitten der Partner!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Sa 31. Mär 2018, 21:14

H2O hat geschrieben:(29 Mar 2018, 23:19)

So, wie ich die Sache verstanden habe, wird das nicht reichen. Ich meine, daß Norwegen nicht zugleich im EU-Binnenmarkt Handel treiben darf und weitere Handelsbündnisse eingehen kann. Der EU-Binnenmarkt beruht auf einheitlichen Zöllen beim Zugang zum Binnenmarkt zu allen übrigen Partnern außerhalb der EU. Norwegen kann ja nicht günstig in China einkaufen, die Ware geringfügig bearbeiten (umetikettieren) und sie dann zollfrei im Binnenmarkt verkaufen.

Dieser vorprogrammierte Ärger führte doch schon zum Vorschlag, zwischen der irischen Insel und der Hauptinsel eine Zollgrenze ein zu richten, also durch das britische Hoheitsgebiet, damit genau das unterbleibt. Das Problem ist immer noch ungelöst!

GB kann mit der EU ein Freihandelsabkommen abschließen mit den vereinbarten Zöllen, so wie das Kanada mit CETA gemacht hat. Kanada ist dennoch Mitglied der NAFTA. Dann ist GB frei, auch mit anderen Partnern außerhalb der EU solche Abkommen zu schließen.

Man landet immer wieder bei den beiden Möglichkeiten "Kanada" oder "Norwegen/Schweiz", mit Zollgrenze in Irland oder mit EU-Zollgrenze auch für GB, also offener Zollgrenze in Irland und den 4 Grundfreiheiten des Binnenmarktes.

Die EU sollte in großen britischen Tageszeitungen diesen Zwiespalt in einfachen Worten erklären und die Erklärung monatlich wiederholen.

Oder die EU tut gar nichts, und sie richtet sich auf ein ungeordnetes Ende des EU-Vertrags mit GB ein... also auf das, was einige BREXITeers von Anfang an durchziehen wollten. Darauf läuft diese Hängepartie mit immer neuen unerfüllbaren britischen Vorstellungen doch hin!


Am Ende wird die EU eine Zollgrenze in Irland errichten und die Britten werden der EU die Schuld geben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 31. Mär 2018, 21:43

tabernakel hat geschrieben:(31 Mar 2018, 19:59)

Das ist jetzt eher ein englisches (und teilweise amerikanisches) Phänomen, wir haben in Deutschland genau aus diesem Grunde vermieden solche Elite-der-Elite-Unis übermäßig zu fördern ...

und wie steht es denn mit nachher? vide schröders einkommen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 31. Mär 2018, 23:03

Nomen Nescio hat geschrieben:(31 Mar 2018, 22:43)

und wie steht es denn mit nachher? vide schröders einkommen.


Wir müssen das Gas nicht über Weltmarktpreis bezahlen... wenn den Russen dieser Kontakt so wichtig ist, dann sollen sie ihn doch so gut bezahlen, wie sie wollen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 31. Mär 2018, 23:06

garfield336 hat geschrieben:(31 Mar 2018, 22:14)

Am Ende wird die EU eine Zollgrenze in Irland errichten und die Britten werden der EU die Schuld geben.


Das ist ja richtig; wenn es die EU nicht gäbe und die Iren 1919-1921 ihre Unabhängigkeit nicht errungen hätten, dann gäbe es diese Zollgrenze nie. Und an all diesem tragen wir Deutschen die Hauptschuld, diese verdammten Krauts! :eek:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 1. Apr 2018, 10:04

H2O hat geschrieben:(01 Apr 2018, 00:06)

Das ist ja richtig; wenn es die EU nicht gäbe und die Iren 1919-1921 ihre Unabhängigkeit nicht errungen hätten, dann gäbe es diese Zollgrenze nie. Und an all diesem tragen wir Deutschen die Hauptschuld, diese verdammten Krauts! :eek:
Aber auch die Briten werden lernen, dass man von anderen die Schuld geben nicht den Teller voll bekommt. ;)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 1. Apr 2018, 10:09

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 11:04)

Aber auch die Briten werden lernen, dass man von anderen die Schuld geben nicht den Teller voll bekommt. ;)


Klar; diese Suppe werden die Briten allein auslöffeln müssen. Aber vielleicht kommen sie ja schon vorher zur Vernunft?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 1. Apr 2018, 10:21

H2O hat geschrieben:(01 Apr 2018, 11:09)

Klar; diese Suppe werden die Briten allein auslöffeln müssen. Aber vielleicht kommen sie ja schon vorher zur Vernunft?
Das glaube ich eher nicht, das ganze Thema ist bei den Briten immer noch zu emotionsbeladen, da dreht sich die Vernunft mit Grausen weg ;)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 1. Apr 2018, 11:37

Misterfritz hat geschrieben:(01 Apr 2018, 11:21)

Das glaube ich eher nicht, das ganze Thema ist bei den Briten immer noch zu emotionsbeladen, da dreht sich die Vernunft mit Grausen weg ;)


Na ja, ~50% der Briten wissen ja, was auf dem Spiel steht. Da sind vielleicht doch nicht alle Hoffnungen vergebens!

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