EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Ger9374
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » Fr 10. Nov 2017, 09:26

Die May Regierung scheint ausser Pannen nichts konstruktives zustande zu bringen.
Hoffen wir mal für die Briten das ihnen ihr so britischer Humor hilft diese Regierung weiterhin Jahre zu ertragen. Selbst der glühendste verfechter des Brexit dürfte inzwischen ahnen das die May Regierung sehr laienhaft agiert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Fr 10. Nov 2017, 15:45

Ger9374 hat geschrieben:(10 Nov 2017, 09:26)

Die May Regierung scheint ausser Pannen nichts konstruktives zustande zu bringen.
Hoffen wir mal für die Briten das ihnen ihr so britischer Humor hilft diese Regierung weiterhin Jahre zu ertragen. Selbst der glühendste verfechter des Brexit dürfte inzwischen ahnen das die May Regierung sehr laienhaft agiert.


Die EU-Verhandler verhalten sich sehr vernünftig: Kein Schimpfen oder Drohen. Nur: "Verhandlungen über künftige Zusammenarbeit nicht vor Einigung über gemeinsame Lasten aus der Mitgliedschaft!" Wozu neue Verträge ansteuern, wenn noch nicht einmal gültige alte Verträge erfüllt werden?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Nov 2017, 07:03

40 konservative britische palamentarier haben offensichtlich premier may gefordert abzutreten. wenn noch acht dazu kommen, kann eine gültige stimmung über ihr gehalten werden.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 11:12

Nomen Nescio hat geschrieben:(12 Nov 2017, 07:03)

40 konservative britische palamentarier haben offensichtlich premier may gefordert abzutreten. wenn noch acht dazu kommen, kann eine gültige stimmung über ihr gehalten werden.


Die Aussicht auf einen harten BREXIT wird sich in der Planungssicherheit der britischen Wirtschaft verheerend auswirken. Wie soll ein Unternehmen seine zukünftigen Märkte und Kundenwünsche einplanen, wenn der Marktzugang erschwert wird und neue Märkte erst noch entwickelt werden müssen? Wäre ich Unternehmer, ich würde mein Unternehmen auf das nackte Überleben ausrichten, bis Klarheit über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herrscht. Was das dann für Einkünfte und Sozialleistungen bedeutet... eine gruselige Vorstellung.

Die EU muß ja nicht unter allen Umständen lieb und nett und in jeder Hinsicht zuvorkommend mit einem Partner umgehen, der im Takt von 14 Tagen unfreundliche Botschaften aussendet. Dann läßt man doch die Verhandlungskiste weiter laufen bis sie endgültig fest sitzt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Nov 2017, 11:18

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:12)

Wäre ich Unternehmer, ich würde mein Unternehmen auf das nackte Überleben ausrichten, bis Klarheit über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herrscht.

das bedeutet also (massenhafte) aufkundigungen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 11:30

Nomen Nescio hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:18)

das bedeutet also (massenhafte) aufkundigungen.


In meinem Bundesland sagt man dazu: Watt mutt, datt mutt! Oder "Rette sich wer kann!"
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » So 12. Nov 2017, 11:58

Gewiss werden ohne Planungssicherheit Investitionen verschoben oder gekippt.
Neue Arbeitsplätze nicht geschaffen.
Steuereinnahmen des Staates brechen dann auch weg.Eine verheerende Sogwirkung droht.
Unsicherheit über Arbeitsplätze schwächt den Konsum. Es kann durchaus hart werden für alle beteiligten. Schließlich ist GB ein Absatzmarkt auch für Deutschland!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 13:08

Ger9374 hat geschrieben:(12 Nov 2017, 11:58)

Gewiss werden ohne Planungssicherheit Investitionen verschoben oder gekippt.
Neue Arbeitsplätze nicht geschaffen.
Steuereinnahmen des Staates brechen dann auch weg.Eine verheerende Sogwirkung droht.
Unsicherheit über Arbeitsplätze schwächt den Konsum. Es kann durchaus hart werden für alle beteiligten. Schließlich ist GB ein Absatzmarkt auch für Deutschland!


Das UK ist sicher ein wichtiger Kunde für unsere Wirtschaft. Natürlich schadet unserer Wirtschaft ein erschwerter Zugang zum Markt im UK. Aber bitte: Unsere deutsche Wirtschaft ist ständig bemüht, sich neue Märkte zu erschließen. Das wird geschehen, weil eben die Unsicherheit in einem begrenzten UK-Markt dazu zwingt. Dabei geht es auch nicht um Sein oder Nicht-Sein, aber um nennenswerte Anteile. Ich traue unserer Wirtschaft zu, in kurzer Zeit auf bisher vernachlässigten Märkten Anteile zu gewinnen. Bedauerliche Notwendigkeit.

Halten Sie dann aber UK daneben, dann geht es dort um Sein oder Nicht-Sein. Ein EU-Riesenmarkt gerät in Gefahr, und der müßte weltweit neu errungen werden. Da müßte ein "Glücksfall" eintreten; etwa UK als Haus- und Hoflieferant für China oder die USA. Na ja, da schläft der Wettbewerb auch nicht.

Das so ungefähr bedeutet "harter BREXIT". Eine nützliche Erfahrung für die europäische Zukunft.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 12. Nov 2017, 13:14

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 13:08)Das so ungefähr bedeutet "harter BREXIT". Eine nützliche Erfahrung für die europäische Zukunft.
Und das wirklich Verwunderliche ist, dass z.B. die Separatisten in Katalonien sich diese Entwicklungen und Diskussionen darüber, wie wohl die Zukunft für GBs Wirtschaft un Bevölkerung aussehen wird, anscheinend nicht angesehen haben oder das nicht auf sich gemünzt haben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 12. Nov 2017, 13:27

Misterfritz hat geschrieben:(12 Nov 2017, 13:14)

Und das wirklich Verwunderliche ist, dass z.B. die Separatisten in Katalonien sich diese Entwicklungen und Diskussionen darüber, wie wohl die Zukunft für GBs Wirtschaft un Bevölkerung aussehen wird, anscheinend nicht angesehen haben oder das nicht auf sich gemünzt haben.


Vermutlich ist es eine allzumenschliche Eigenschaft, in der ersten Begeisterung für einen glitzernden Wunschtraum die Folgen nicht zu bedenken oder sie als Miesmacherei zu verspotten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ger9374 » So 12. Nov 2017, 16:31

H2O hat geschrieben:(12 Nov 2017, 13:27)

Vermutlich ist es eine allzumenschliche Eigenschaft, in der ersten Begeisterung für einen glitzernden Wunschtraum die Folgen nicht zu bedenken oder sie als Miesmacherei zu verspotten.


Wenn es um Emotionen und Wunschträume geht bleibt die Sachliche Realität stets auf der Strecke.
Die Einpeitscher der Massen sorgen so wie beim Brexit dafür das nur das ihnen genehme an Infos die Menschen erreicht. Oft wollen die Menschen auch keine unangenehmen Wahrheiten unter die Nase gerieben bekommen. Da sind Scheuklappen das treffende Utensil der aufgeheizten Massen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Sole.survivor@web.de » So 12. Nov 2017, 19:52

Misterfritz hat geschrieben:(12 Nov 2017, 13:14)

Und das wirklich Verwunderliche ist, dass z.B. die Separatisten in Katalonien sich diese Entwicklungen und Diskussionen darüber, wie wohl die Zukunft für GBs Wirtschaft un Bevölkerung aussehen wird, anscheinend nicht angesehen haben oder das nicht auf sich gemünzt haben.

Da ist alles dabei. Linke Träumer, kurzsichtige Wirtschaftschauvinisten, Ausländerfeinde, Kulturalisten, unzufriedene Jugendliche...
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mo 13. Nov 2017, 08:55

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Nov 2017, 19:52)

Da ist alles dabei. Linke Träumer, kurzsichtige Wirtschaftschauvinisten, Ausländerfeinde, Kulturalisten, unzufriedene Jugendliche...


Kurzum: Eine Ansammlung liebenswerter Menschen :eek:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 13. Nov 2017, 09:45

H2O hat geschrieben:(13 Nov 2017, 08:55)

Kurzum: Eine Ansammlung liebenswerter Menschen :eek:

Manche mehr, manche weniger.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Olympus » Mo 13. Nov 2017, 10:32

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(13 Nov 2017, 09:45)

Manche mehr, manche weniger.

Lieber ein paar bekiffte Linke als ne Horde brüllender "Wir sind soo voll, wir sind soo voll!" ;)
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Di 14. Nov 2017, 09:45

ha, die britische MdP werden vorläufig kaum ruhe genießen. 12.000 EU-regelungen müssen in britische regelungen umgesetzt werden. dazu dürfen parlamentarier auch mit eigenen ideen kommen. minister davis hat gesagt, daß sie über alles reden können, dürfen und abstimmen.

mancher findet das aber eine giftpille. denn die chance ist nicht klein daß es so ein harter brexit wird. denn die EU muß wieder akzeptieren daß GB bestimmte regeln einführt die gegen EU-regeln sind und nicht akzeptabel für die EU. unehrliche konkurrenz z.b.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Di 14. Nov 2017, 13:16

ich hoffe daß ich alles gut erinnere, denn es war sehr viel daß ich auch GB hörte.

es begann damit daß gesagt wurde »GB ist ein haus das völlig mit benzin besprüht wurde. das einzige was fehlt ist ein brennendes zündholz«. darum merken die durchschnitt briten noch gar nichts. die briten haben die wahl zwischen schlimm, sehr schlimm und katastrophal.

als bush jr den 2. irakkrieg begann, hatte er keine idee wie zu handeln und warum, als berater ihn warnten und sagten »du kannst damit einen krieg zwischen sunniten und shiiten entfachen«. bush sollte geantwortet haben »was sind shiiten«?
weder er noch minister rumsfeld hatten eine idee was getan werden mußte noch warum. planlos wurde der krieg geführt.

planlos auch war die englische politik der letzten jahre. cameron dachte den menschen mit einem brexitreferendum zu verführen. oh schreck, das referendum wies aus daß es einen brexit geben würde. damit hatte der nicht gerechnet. ade, cameron.
labour dachte »lassen wir die lefties zufrieden stellen und einen ausgesprochenen linksextremisten auch als kandidat kandidieren lassen«. das haben sie gemerkt. ihre kalkulation mißlang völlig.
dann kam may. die dachte »ich kann meine mehrheit vergrößern wenn ich jetzt neue wahlen ausschreibe«. wieder falsch, denn sie verlor.
schon 40 konservative MdP haben einen dokument unterzeichnet, worin sie may aufrufen zu verzichten. drollig, denn wer will zwischenpapst sein. denn jetzt beginnen die schweren zeiten für die briten. wer auch PM ist, er wird darauf abgerechnet.
noch schlimmer: welcher parlamentarier (boris johnson !!) wagt zu sagen »ich habe euch damals belogen«? ich wußte nicht daß die EU inzwischen ein »schwarzbuch« über die brexitlügen veröffentlicht hat. wo ist es zu finden ??
johnson dachte »ich werde für den brexit plädieren, denn dann kann ich später PM werden. dann sind alle brexitbefürwörter sowieso für mich«. auch wieder daneben denn der brexit gewann. jetzt muß er sehen wie er das löst.

die frage ist natürlich ob GB das ganze noch stoppen kann. vermutlich wird darüber das EU-hof urteilen müssen, denn die verträge haben dafür keine klausel.

das dumme ist, daß es eine nicht kleine menge diplomaten gibt die sagt »laß GB doch einfach gehen. sie haben uns dauernd erpreßt und gesagt "sonst gehen wir". laß sie jetzt gehen«.
auch dieses benehmen der briten rächt sich jetzt: »enough is enough«. es könnte sein, das die EU zu GB sagt »hier haben wir die bedingungen. take it or leave it«. dann brennt garantiert das ganze britische haus.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 14. Nov 2017, 15:28

Nomen Nescio hat geschrieben:(14 Nov 2017, 13:16)

ich hoffe daß ich alles gut erinnere, denn es war sehr viel daß ich auch GB hörte.

es begann damit daß gesagt wurde »GB ist ein haus das völlig mit benzin besprüht wurde. das einzige was fehlt ist ein brennendes zündholz«. darum merken die durchschnitt briten noch gar nichts. die briten haben die wahl zwischen schlimm, sehr schlimm und katastrophal.

als bush jr den 2. irakkrieg begann, hatte er keine idee wie zu handeln und warum, als berater ihn warnten und sagten »du kannst damit einen krieg zwischen sunniten und shiiten entfachen«. bush sollte geantwortet haben »was sind shiiten«?
weder er noch minister rumsfeld hatten eine idee was getan werden mußte noch warum. planlos wurde der krieg geführt.

planlos auch war die englische politik der letzten jahre. cameron dachte den menschen mit einem brexitreferendum zu verführen. oh schreck, das referendum wies aus daß es einen brexit geben würde. damit hatte der nicht gerechnet. ade, cameron.
labour dachte »lassen wir die lefties zufrieden stellen und einen ausgesprochenen linksextremisten auch als kandidat kandidieren lassen«. das haben sie gemerkt. ihre kalkulation mißlang völlig.
dann kam may. die dachte »ich kann meine mehrheit vergrößern wenn ich jetzt neue wahlen ausschreibe«. wieder falsch, denn sie verlor.
schon 40 konservative MdP haben einen dokument unterzeichnet, worin sie may aufrufen zu verzichten. drollig, denn wer will zwischenpapst sein. denn jetzt beginnen die schweren zeiten für die briten. wer auch PM ist, er wird darauf abgerechnet.
noch schlimmer: welcher parlamentarier (boris johnson !!) wagt zu sagen »ich habe euch damals belogen«? ich wußte nicht daß die EU inzwischen ein »schwarzbuch« über die brexitlügen veröffentlicht hat. wo ist es zu finden ??
johnson dachte »ich werde für den brexit plädieren, denn dann kann ich später PM werden. dann sind alle brexitbefürwörter sowieso für mich«. auch wieder daneben denn der brexit gewann. jetzt muß er sehen wie er das löst.

die frage ist natürlich ob GB das ganze noch stoppen kann. vermutlich wird darüber das EU-hof urteilen müssen, denn die verträge haben dafür keine klausel.

das dumme ist, daß es eine nicht kleine menge diplomaten gibt die sagt »laß GB doch einfach gehen. sie haben uns dauernd erpreßt und gesagt "sonst gehen wir". laß sie jetzt gehen«.
auch dieses benehmen der briten rächt sich jetzt: »enough is enough«. es könnte sein, das die EU zu GB sagt »hier haben wir die bedingungen. take it or leave it«. dann brennt garantiert das ganze britische haus.



Aus meiner Sicht sollten wir Kontinentaleuropäer den Briten weder im Guten noch im Bösen dazu raten, was sie denn nun tun sollten. Das sind zumindest formal mündige Bürger mit einem reichhaltigen Nachrichtenangebot. Das Thema BREXIT ist inzwischen auch kein überraschend neuer Gegenstand der Politik... also gab es hinreichend Gelegenheit, sich selbst so weit zu unterrichten, daß man sich urteilsfähig an der Diskussion beteiligen könnte.

Lassen wir die Karre laufen; wenn den Briten nach Umkehr zumute sein sollte: Auch gut. Aber niemals wieder mit Sonderrechten und "opt out", sondern als Mitglied wie D, F, I, NL auch. Das muß man in diesem unwahrscheinlichen Fall freundlich aber bestimmt vermitteln. Das halte ich für ein Gebot der Fairness, die angeblich die Briten im Umgang miteinander erfunden haben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 14. Nov 2017, 19:02

Dass man mündigen keinen Rat gibt, ist doch albern. Vom Zahnarzt bis zum Vertreter gibt jeder seinen Rat.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 14. Nov 2017, 19:52

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(14 Nov 2017, 19:02)

Dass man mündigen keinen Rat gibt, ist doch albern. Vom Zahnarzt bis zum Vertreter gibt jeder seinen Rat.


Ich gehe davon aus, daß ein mündiger Mensch selbst über seine Lebenseinstellungen nachdenkt; ich wäre jedenfalls "angefaßt", wenn mir jemand seine womöglich weitaus weniger überlegten Gedanken wiederholt warm ans Herz legen wollte. Es gab gerade zu Beginn der BREXIT-Überlegungen genügend viele ausländische Kommentare zum BREXIT. Bewirkt haben sie praktisch gar nichts. Die Leute müssen von selbst darauf kommen, daß sie auf dem Holzweg wandeln. Oder durch Schaden klug werden.

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