EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Ove Haithabu
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ove Haithabu » Sa 13. Jan 2018, 19:37

H2O hat geschrieben:(13 Jan 2018, 18:15)
Das mag stimmen; nur muß sich die EU deshalb doch nicht verbiegen.

Das die EU unfähig ist, sich ein wenig zu biegen ist einer der Hauptgründe warum es nicht voran geht.
H2O hat geschrieben:(13 Jan 2018, 18:15)
Es liegt bei den Briten, zu sagen, was sie denn gerne hätten. Und bei der EU, zu sagen, wie weit sie da mitgeht. Bisher gibt es die beiden ausgehandelten Modelle Norwegen und Kanada. Nur "Das nicht, das aber auch nicht!" scheint mir kein Verhandeln zu sein. Auf den Tisch legen, was es denn sein soll. Wo ist der Vorschlag?

Die Briten haben ganz klar gesagt was sie wollen. Handel möglichst ohne Zölle. Enge Zusammenarbeit in Bezug auf Kultur, Technologie oder Verteidigung. Autonomie bei der zuständigkeit von Gerichten und beim Personenverkehr. Von der EU ist da nur zu hören das die Briten nicht sagen was sie eignetlich wollen. Hören die nicht hin ?
H2O hat geschrieben:(13 Jan 2018, 18:15)
Bisher gibt es die beiden ausgehandelten Modelle Norwegen und Kanada. Nur "Das nicht, das aber auch nicht!" scheint mir kein Verhandeln zu sein. Auf den Tisch legen, was es denn sein soll. Wo ist der Vorschlag?

Ja, weil die EU zu unflexibel ist, etwas anderes zu bieten. Henry Ford sagte mal :„Jeder Kunde kann sein Auto in einer beliebigen Farbe lackiert bekommen, solange die Farbe, die er will schwarz ist.“ So geht die EU auch mit GB um.
H2O hat geschrieben:(13 Jan 2018, 18:15)
Nur "Das nicht, das aber auch nicht!" scheint mir kein Verhandeln zu sein. Auf den Tisch legen, was es denn sein soll. Wo ist der Vorschlag?

"Das nicht, das aber auch nicht!" kommt hauptsächlich von der EU sobald ein Brite sagt was er will. Wo ist denn der Gegenvorschlag ?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 13. Jan 2018, 19:41

Ove Haithabu hat geschrieben:(13 Jan 2018, 19:21)

Die Position Europas ist alles andere bekannt. Aus der EU ist eigentlich nur zu hören, was sie nicht wollen und was Großbritannien nicht bekommt. Wie die sich die zukünftige Beziehung zu Großbritannien vorstellen hat noch niemand von der EU gesagt. Sobald Großbritannien sagt was sie wollen, sei es Zugriff auf den Binnenmarkt, sei es Passportingrechte für Finanzdienstleistungen oder sonstwas, wird auf Seiten der EU irgendein Grund gefunden warum das nicht geht. Und dann wird gesagt über dies und das wird gar nicht erst verhandelt weil dies und jenes ja noch gar nicht klar ist. Und dann ist es auf einmal Großbritanniens Schuld dass noch nichts verhandelt wurde.


Diese Darstellung stellt erneut die Dinge auf den Kopf. Die "Formel": Binnenmarkt und die vier Grundfreiheiten gehören zusammen, Abweichungen gibt es nun einmal nicht nach Gutdünken eines Verhandlungspartners, die war schon lange vor dem formalen BREXIT-Antrag der PMn May in allen besuchten Hauptstädten der EU bestätigt worden. Die EU weiß also sehr wohl, was sie will und was sie anbieten kann.

So weit ich weiß, ist bisher das Modell Kanada der britischen Seite nicht vorgeschlagen worden. Das Modell des Vertrags ist aber den Briten bekannt; schließlich waren sie an seiner Gestaltung als EU-Mitglied beteiligt. Das Modell scheint aber auch nicht so richtig zu passen.

Die EU weiß aber auch, daß es den Zugang zum EU-Binnenmarkt zu den vertraglichen Pflichten Kanadas nicht geben wird. Da kann also die britische Seite alle Hoffnungen fahren lassen.

So ist das nun einmal, auch wenn das britische Gequängele schier nicht enden will.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Sa 13. Jan 2018, 19:54

Ove Haithabu hat geschrieben:(13 Jan 2018, 19:37)

Das die EU unfähig ist, sich ein wenig zu biegen ist einer der Hauptgründe warum es nicht voran geht.

Die Probleme der EU beruhen auf objektiven Vertragsverletzungen und mutwilligen Regelbrüchen.

Die Briten haben ganz klar gesagt was sie wollen. Handel möglichst ohne Zölle. Enge Zusammenarbeit in Bezug auf Kultur, Technologie oder Verteidigung. Autonomie bei der zuständigkeit von Gerichten und beim Personenverkehr. Von der EU ist da nur zu hören das die Briten nicht sagen was sie eignetlich wollen. Hören die nicht hin ?

Doch; die hören hin und halten dieses Paket für keine gute Idee.
Ja, weil die EU zu unflexibel ist, etwas anderes zu bieten. Henry Ford sagte mal :„Jeder Kunde kann sein Auto in einer beliebigen Farbe lackiert bekommen, solange die Farbe, die er will schwarz ist.“ So geht die EU auch mit GB um.

Kann man so nicht sagen; mindestens 3 Modelle stehen zur Wahl: Handelsbeziehungen nach WTO, Handelsbeziehungen wie mit Kanada (dem GB durch Commonwealth besonders verbunden ist), Teilnahme am Binnenmarkt wie Norwegen/Schweiz.
"Das nicht, das aber auch nicht!" kommt hauptsächlich von der EU sobald ein Brite sagt was er will. Wo ist denn der Gegenvorschlag ?

Die Vorschläge stehen doch, siehe oben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 13. Jan 2018, 20:03

Ove Haithabu hat geschrieben:(13 Jan 2018, 19:37)

Die Briten haben ganz klar gesagt was sie wollen. Handel möglichst ohne Zölle. Enge Zusammenarbeit in Bezug auf Kultur, Technologie oder Verteidigung. Autonomie bei der zuständigkeit von Gerichten und beim Personenverkehr. Von der EU ist da nur zu hören das die Briten nicht sagen was sie eignetlich wollen. Hören die nicht hin ?

ja, was die wollen ist in prinzip alle vergünstigungen behalten und weiter keine regeln von der EU. und erst gar nicht die obhut des europäischen gerichts.

ich weiß nicht ob du dich die causa »jamie polger« erinnerst. er war ungefähr 4-5 jahre alt. wurde ermordet durch zwei buben von ± 10 jahren. sie wurden verurteilt und bekamen außerdem sicherheitsbewahrung bis ihr 18. jahr.
der innenminister war damit nicht einverstanden und erhöhte eigenmächtig die strafe mit 10 jahren.
die high court drehte das zurück, denn das war laut europäischen regeln nicht gestattet.

solche »einfache« sicherheiten gibt es dann nicht mehr. und davon sagt die EU »entweder du akzeptierst unsere regeln, aber dann mit allen konsequenzen daran verbunden, oder aber wir sind geschieden«.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 13. Jan 2018, 20:10

Ove Haithabu hat geschrieben:(13 Jan 2018, 19:21)

Die Position Europas ist alles andere bekannt. Aus der EU ist eigentlich nur zu hören, was sie nicht wollen und was Großbritannien nicht bekommt. Wie die sich die zukünftige Beziehung zu Großbritannien vorstellen hat noch niemand von der EU gesagt. Sobald Großbritannien sagt was sie wollen, sei es Zugriff auf den Binnenmarkt, sei es Passportingrechte für Finanzdienstleistungen oder sonstwas, wird auf Seiten der EU irgendein Grund gefunden warum das nicht geht. Und dann wird gesagt über dies und das wird gar nicht erst verhandelt weil dies und jenes ja noch gar nicht klar ist. Und dann ist es auf einmal Großbritanniens Schuld dass noch nichts verhandelt wurde.
Aber sicherlich hat die EU gesagt, was geht: Zugriff auf Binnenmarkt, freier Finaznzdienstleistungsverkehr und Zollunion geht nur mit Personenfreizügigkeit. Das wussten und wissen die Briten, schon immer - sie sind ja lange genug dabei gewesen und kennen die Verträge mit Norwegen und der Schweiz. Nur wollen die Briten aber keine Personenfreizügkeit. Ihr Pech, dann bekommen sie auch nicht das andere, denn, wie ich schon schrieb, sie dürfen nicht besser behandelt werden als Schweiz oder Norwegen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Sa 13. Jan 2018, 20:13

Ove Haithabu hat geschrieben:(13 Jan 2018, 19:37)Ja, weil die EU zu unflexibel ist, etwas anderes zu bieten. Henry Ford sagte mal :„Jeder Kunde kann sein Auto in einer beliebigen Farbe lackiert bekommen, solange die Farbe, die er will schwarz ist.“ So geht die EU auch mit GB um.
Die Briten kaufen aber kein Auto (Autoverkäufer und späterer Autobesitzer haben üblicherweise später kaum noch etwas miteinander zu tun), sondern sie wollen Verträge, die auf Gegenseitigen Interessen basieren. Und Verträge mit der EU sind nun mal kein Wunschkonzert.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » So 14. Jan 2018, 10:13

Es ist so dass die EU sich in der Position des Stärkeren sieht und zu den Britten sagt macht ihr mal. Wir gucken derweil zu wie ihr euch selbst zerlegt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » So 14. Jan 2018, 11:08

Misterfritz hat geschrieben:(13 Jan 2018, 20:13)

Die Briten kaufen aber kein Auto (Autoverkäufer und späterer Autobesitzer haben üblicherweise später kaum noch etwas miteinander zu tun), sondern sie wollen Verträge, die auf Gegenseitigen Interessen basieren. Und Verträge mit der EU sind nun mal kein Wunschkonzert.


Die Briten sind arrogant und glauben das sie die Grossen sind. Und alle müssen nach Ihrer Pfeife tanzen. Die anderen werden schon keine Wahl haben als ihnen den „massgeschneiderten Deal“ zu geben.
Damit meinen die das er massgeschneidert für sie selber ist nicht für die Mehrheit.

Dabei sind sie auch so abgehoben zu glauben das der Rest der Welt das auch tun wird.
Auch wenn andere Länder grösser und mächtiger sind.

Vollidioten.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 14. Jan 2018, 11:55

Eiskalt hat geschrieben:(14 Jan 2018, 11:08)

Die Briten sind arrogant und glauben das sie die Grossen sind. Und alle müssen nach Ihrer Pfeife tanzen. Die anderen werden schon keine Wahl haben als ihnen den „massgeschneiderten Deal“ zu geben.
Damit meinen die das er massgeschneidert für sie selber ist nicht für die Mehrheit.

Dabei sind sie auch so abgehoben zu glauben das der Rest der Welt das auch tun wird.
Auch wenn andere Länder grösser und mächtiger sind.

Vollidioten.


Au ha, heute wieder voll in Brass? Ihre Beschreibung trifft für einige Briten zu, aber ich fürchte, wenn wir uns einmal hellwach umsehen, dann sind die auch nicht so viel schlimmer als wir übrigen Europäer.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 14. Jan 2018, 12:05

garfield336 hat geschrieben:(14 Jan 2018, 10:13)

Es ist so dass die EU sich in der Position des Stärkeren sieht und zu den Britten sagt macht ihr mal. Wir gucken derweil zu wie ihr euch selbst zerlegt.


Na ja, die EU der verbleibenden 27 Mitglieder läßt sich eben nicht von einem scheidenden 28. Mitglied vorgeben, wo es künftig entlang gehen soll. Sicher ist das das Verhalten dessen, der sich stärker fühlt... aber ich glaube auch, daß die restliche EU tatsächlich stärker ist als GB. Oder hegen Sie da Zweifel?

Daß die Briten sich intern "zerlegen", das war auch absehbar. Wie kann man eine so weitreichende Entscheidung auf eine so geringe Stimmenmehrheit einer Volksbefragung gründen... die sich derzeit auch noch um zu kehren scheint. Die Regionalanalyse des Abstimmungsergebnisses spricht doch Bände!
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon sünnerklaas » So 14. Jan 2018, 12:21

H2O hat geschrieben:(13 Jan 2018, 18:47)

Die britische Regierung wird einen Teufel tun und in GB ansässigen EU-Bürgern die Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis entziehen. Das war ja eine der ersten Zusicherungen, die von britischer Seite kamen. Richtig ist auch, daß Polen, die seit 2005 in GB leben und arbeiten, wohl kaum Lust verspüren werden, sich wieder zu einem Neustart in Polen auf zu raffen. Dann müssten sie schon anhaltenden Schikanen ausgesetzt sein. Das mag anders aussehen, wenn sich Menschen in dem britischen Umfeld überhaupt nicht wohl fühlen. Dabei wird es sich wohl um eine Minderheit der Polen in GB handeln.

Ob diese Minderheit aber ausgerechnet aus den Personen besteht, an denen die polnischen Wirtschaftsbetriebe großes Interesse haben?

Ein bisschen OT:
Polen hat halt inzwischen das große Problem, dass viele Regionen des Landes nur noch von Alten und männlichen Un- und Geringqualifizierten geprägt sind. Eigentlich hätte es in den letzten 10, 15 Jahren in Polen deutlich steigende Löhne geben müssen. Das geht aber aus verschiedensten Gründen nicht: unter anderem ist die polnische Wirtschaft zum größten Teil von ausländischen Unternehmen und ausländischem Investorengeld geprägt, es besteht also die berechtigte Sorge, dass es bei steigenden Löhnen zu Standortschließungen und Abwanderung in andere Billiglohn-Länder kommt - und dann ist da noch das Problem, dass viele Polen große Probleme mit gewerkschaftlicher Organisierung haben. Das gilt auf Grund der Erfahrungen zwischen 1945 und 1989 als igitt und sozialistisch. Man wird also keine höheren Löhne fordern, das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitsgeber ist von einer Herr-Knecht-Verhältnis bzw. Untertanen-Mentalität geprägt. Und selber gründet man in Polen keine Unternehmen. Das liegt an der historisch bedingten Angst, jederzeit könne einer der Nachbarstaaten kommen und den Polen alles wegnehmen - und die Westmächte Frankreich und Großbritannien schauen dabei wieder einmal tatenlos zu.
Nein, die Probleme in Polen werden sich auch zukünftig weiter verschärfen. Ein ganz großes Problem stellt dabei auch der Rückgang der Auslandsüberweisungen dar.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 14. Jan 2018, 13:31

@sünnerklaas:

Ich fühle mich schon ein wenig zuständig, was das Leben in Polen betrifft. Ich meine, daß in den letzten 7 Jahren der Wohlstand in Polen gewachsen ist... gut zu erkennen am Zustand der Gebäude in Städten und auch auf dem Lande. Dort sprießen hübsche kleine Villen und Wohnhäuser unübersehbar. Polen erlebt einen Modernisierungsschub... gut zu sehen an den Veränderungen in der Warenversorgung (Online-Handel, Einkaufszentren, Einkaufsmeilen) und der Netze für Internet und Mobiltelefone. Weiterhin öffnen immer mehr Restaurants mit gutbürgerlichem Angebot, also weg von der "Systemgastronomie", sprich Imbißküche.

Die Preislage für die meisten Güter des täglichen Bedarfs ist etwas geringer als in Deutschland, die Einkommen aber sehr viel niedriger. Dafür wohnt man allgemein in bescheidenerer Möblierung und Wohnungsausstattung und vieles wird am Haus in Eigenarbeit in Stand gesetzt.

Das Bauwesen brummt in Polen auf vollen Touren. Viele Facharbeiter, die als Gastarbeiter ohne Familie im Westen auf Baustellen gearbeitet haben, finden jetzt in Polen ihr Auskommen.

Ja, über zu geringe Löhne wird öffentlich gemosert; aber die Produktivität müßte dazu in den Betrieben gesteigert werden. Dazu sind aber Investitionen in Ausrüstung und Personal notwendig. Da werden Investoren wohl mit dem spitzen Bleistift nachrechnen, ob sich das dann für die Unternehmen lohnt. Man darf auch nicht aus dem Blick verlieren, daß ähnliche Betriebe im Baltikum, der Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien dann höhere Gewinne ermöglichen.

Insgesamt sehe ich das Land aber wirtschaftlich auf einem guten Wege.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » So 14. Jan 2018, 14:27

Eiskalt hat geschrieben:(14 Jan 2018, 11:08)

Die Briten sind arrogant und glauben das sie die Grossen sind. Und alle müssen nach Ihrer Pfeife tanzen. Die anderen werden schon keine Wahl haben als ihnen den „massgeschneiderten Deal“ zu geben.
Damit meinen die das er massgeschneidert für sie selber ist nicht für die Mehrheit.

Dabei sind sie auch so abgehoben zu glauben das der Rest der Welt das auch tun wird.
Auch wenn andere Länder grösser und mächtiger sind.

Vollidioten.


Das stimmt. Vollidiotie ist jeder Nation und seiner Anführer bekannt.
Es ist auch nicht verwerflich seine Interessen zu wahren. Aber es gibt Grenzen und die wird laufend überschritten.
Hier hilft nur daa sie so richtig auf die Fresse fallen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon garfield336 » Mo 15. Jan 2018, 20:52

H2O hat geschrieben:(14 Jan 2018, 12:05)

Na ja, die EU der verbleibenden 27 Mitglieder läßt sich eben nicht von einem scheidenden 28. Mitglied vorgeben, wo es künftig entlang gehen soll. Sicher ist das das Verhalten dessen, der sich stärker fühlt... aber ich glaube auch, daß die restliche EU tatsächlich stärker ist als GB. Oder hegen Sie da Zweifel?

Daß die Briten sich intern "zerlegen", das war auch absehbar. Wie kann man eine so weitreichende Entscheidung auf eine so geringe Stimmenmehrheit einer Volksbefragung gründen... die sich derzeit auch noch um zu kehren scheint. Die Regionalanalyse des Abstimmungsergebnisses spricht doch Bände!


Ich hege wenig Zweifel und stimme ihnen zu.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 16. Jan 2018, 11:10

Tusk & Juncker bieten den Briten nun den Verbleib in der EU an......
Was verstehen diese zwei Kasper nicht?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » Di 16. Jan 2018, 14:42

Eiskalt hat geschrieben:(16 Jan 2018, 11:10)

Tusk & Juncker bieten den Briten nun den Verbleib in der EU an......
Was verstehen diese zwei Kasper nicht?
Da die Briten sofort abgesagt haben, ist das eh' kein Thema.
Aber, es ist eine Geste, die den Briten zeigt, dass die EU sie nicht raus haben will, sondern dass sie es selbst sind, die gehen wollen - mit allen Konsequenzen.
Tusk warnte allerdings auch: Sollte die britische Regierung bei ihrer Entscheidung, die EU zu verlassen, bleiben, "dann wird der Brexit im März nächsten Jahres Wirklichkeit werden, mit all seinen negativen Konsequenzen".
http://www.spiegel.de/politik/ausland/b ... 88114.html
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 16. Jan 2018, 15:56

Misterfritz hat geschrieben:(16 Jan 2018, 14:42)

Da die Briten sofort abgesagt haben, ist das eh' kein Thema.
Aber, es ist eine Geste, die den Briten zeigt, dass die EU sie nicht raus haben will, sondern dass sie es selbst sind, die gehen wollen - mit allen Konsequenzen.


Ich finde diese vergebliche Geste sehr vernünftig, weil man sich im Leben meist mehrfach begegnet. Allerdings hätte mir auch der Atem gestockt, wenn sie erfolgreich gewesen wäre. Denn bei aller Liebe und Anhänglichkeit... ich möchte niemals wieder ein Vereinsmitglied haben, das so viele Vorzugsrechte beansprucht, wie sie bisher den Briten zugestanden wurden. Als Gleicher unter Gleichen auf Augenhöhe... herzlich gern. Aber so wie bisher: Nie wieder!

Und nun sollten wir diese BREXITeers wirklich ungestört ihr Werk vollenden lassen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Ficus » Di 16. Jan 2018, 16:36

H2O hat geschrieben:(16 Jan 2018, 15:56)
[...] Denn bei aller Liebe und Anhänglichkeit... ich möchte niemals wieder ein Vereinsmitglied haben, das so viele Vorzugsrechte beansprucht, wie sie bisher den Briten zugestanden wurden. Als Gleicher unter Gleichen auf Augenhöhe... herzlich gern. Aber so wie bisher: Nie wieder!

Das entspricht exakt meiner Ansicht :thumbup:
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 16. Jan 2018, 16:38

Misterfritz hat geschrieben:(16 Jan 2018, 14:42)

Da die Briten sofort abgesagt haben, ist das eh' kein Thema.
Aber, es ist eine Geste, die den Briten zeigt, dass die EU sie nicht raus haben will, sondern dass sie es selbst sind, die gehen wollen - mit allen Konsequenzen.


Und wie wirkt das wohl auf der Insel?
Genau als wenn die EU will das sie bleiben und GB ansonsten bestraft wird. Das Gefühl haben ja viele und genau das bestärken die so nur.
Mein Gott was sind die auch dumm die beiden Kasper.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 16. Jan 2018, 16:47

Eiskalt hat geschrieben:(16 Jan 2018, 16:38)

Und wie wirkt das wohl auf der Insel?
Genau als wenn die EU will das sie bleiben und GB ansonsten bestraft wird. Das Gefühl haben ja viele und genau das bestärken die so nur.
Mein Gott was sind die auch dumm die beiden Kasper.


Das ist aber eine mutwillige Ausdeutung! Wenn ich jemanden bitte, bei dem Sauwetter doch lieber zu bleiben, dann soll der vermuten, daß das Sauwetter nur deshalb nieder geht, weil er nicht bleibt? Aber in unserem Falle hier ist es wirklich besser, daß die Briten erst einmal gehen. :(

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