EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

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Vongole
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Vongole » So 23. Sep 2018, 16:24

Misterfritz hat geschrieben:(23 Sep 2018, 14:58)

Eher eine Strategie, wie May aus dieser verzwickten Lage rauskommt: Durch Abwahl ;)


Na dann doch lieber Brexit, Corbyn als Premierminister, gute Güte! :rolleyes:
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McKnee
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon McKnee » So 23. Sep 2018, 17:27

Ein Rat über den Kanal

Ein Land kann aber erst dann Mitglied werden, wenn es alle Beitrittskriterien erfüllt:

- Politische Kriterien: Es muss stabile Institutionen haben, die Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte gewährleisten.
- Wirtschaftliche Kriterien: Es muss über eine funktionierende Marktwirtschaft verfügen und in der Lage sein, dem Wettbewerbsdruck und den Marktkräften innerhalb der EU standzuhalten.
- Rechtliche Kriterien: Es muss die geltenden Rechtsvorschriften und Verfahren der EU akzeptieren, vor allem die Hauptziele der politischen, wirtschaftlichen und währungspolitischen Union.


dann geht es ins Verfahren

Das Verfahren umfasst drei Stufen, denen jeweils alle EU-Länder zustimmen müssen:

- Einem Land wird die Perspektive der Mitgliedschaft eröffnet.
- Das Land erhält den offiziellen Status als Kandidatenland für die Mitgliedschaft.
- Das Kandidatenland tritt in formelle Beitrittsverhandlungen ein. Dabei geht es in der Regel um Reformen, die die Übernahme geltender EU-Rechtsvorschriften ermöglichen sollen.

Wenn die Verhandlungen und entsprechenden Reformen zur Zufriedenheit beider Seiten abgeschlossen wurden, kann das Land der EU beitreten – doch auch hier müssen wieder alle EU-Länder zustimmen.
Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten.

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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Maikel » So 23. Sep 2018, 17:32

H2O hat geschrieben:(23 Sep 2018, 09:54)
Also sollte man GB auffordern, Iren und Nord-Iren selbst entscheiden zu lassen, wie sie künftig leben möchten. Nord-Irland als Teil GBs unter wirtschaftlichen EU-Regeln und britischem Recht mit Zollgrenze in der Irischen See, Nord-Irland als Teil GBs unter ausschließlich britischem Recht mit Zollgrenze wie vor dem EU-Beitritt GBs.

Ein interessanter Gedanke.
Im ersteren Fall würde das wohl eher auf eine "Union" mit der Republik Irland hinauslaufen; oder auf ein in erheblichem Maß selbständiges Nordirland.

Ich frage mich in dem Zusammenhang, ob es schon vor der Diskussion um den Brexit Überlegungen gegeben hat, Nord-Irland mit der Republik Irland zu vereinigen. Dabei wäre u.a. die Frage interessant, warum die Nord-Iren ggf. bei GB bleiben wollten. Oder wollte GB die Nordiren nicht gehen lassen?
Ich kann keine Trennungs-Bestrebungen wie z.B. die von Schottland erinnern.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon imp » So 23. Sep 2018, 17:38

Maikel hat geschrieben:(23 Sep 2018, 18:32)

Ein interessanter Gedanke.
Im ersteren Fall würde das wohl eher auf eine "Union" mit der Republik Irland hinauslaufen; oder auf ein in erheblichem Maß selbständiges Nordirland.

Ich frage mich in dem Zusammenhang, ob es schon vor der Diskussion um den Brexit Überlegungen gegeben hat, Nord-Irland mit der Republik Irland zu vereinigen. Dabei wäre u.a. die Frage interessant, warum die Nord-Iren ggf. bei GB bleiben wollten. Oder wollte GB die Nordiren nicht gehen lassen?
Ich kann keine Trennungs-Bestrebungen wie z.B. die von Schottland erinnern.

Die bisherige Rechtslage hat das unnötig gemacht. Davor gab es viele Jahrzehnte lang Streit, Terror, Morde und Polarisierung.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon imp » So 23. Sep 2018, 17:40

Eiskalt hat geschrieben:(23 Sep 2018, 14:56)

Wie lustig die Briten auch glauben einfach mit einer anderen Abstimmung einfach so den Austritt stoppen zu können als wäre nichts geschehen. Soweit ich weiss müssen auch die 27 einstimmig dem Verbleib von GB in der EU zustimmen. Das macht aber keinen Sinn mehr.

Die Stimme sollte Deutschland nicht geben.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » So 23. Sep 2018, 18:53

Hunt kritisierte zudem die Herangehensweise der EU an die Brexit-Verhandlungen. "Was Theresa May sagt, ist: 'Verwechseln sie britische Höflichkeit nicht mit Schwäche'." Der Politiker warnte zudem, dass die EU Großbritannien besser nicht in eine schwierige Lage bringen solle: "Wir werden uns dagegen wehren - so eine Art von Nation sind wir."

https://www.n-tv.de/politik/Brexit-Witz-veraergert-britischen-Minister-article20637102.html

Welche Höflichkeit?
Man erinnere sich an den Nazivergleich mit der EU durch Boris Johnson.
Auch soll doch May wie ein Elefant aufgetreten sein und gesagt haben ihr Chequers Plan ist keine Verhandlungsbasis. Entweder das oder das wars.
Wenn das stimmt dann war das reichlich arrogant.

Und hier geht es weiter mit diesen Leuten kann man nicht verhandeln. Daher sofort abbrechen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 23. Sep 2018, 18:59

Maikel hat geschrieben:(23 Sep 2018, 18:32)

Ein interessanter Gedanke.
Im ersteren Fall würde das wohl eher auf eine "Union" mit der Republik Irland hinauslaufen; oder auf ein in erheblichem Maß selbständiges Nordirland.

Ich frage mich in dem Zusammenhang, ob es schon vor der Diskussion um den Brexit Überlegungen gegeben hat, Nord-Irland mit der Republik Irland zu vereinigen. Dabei wäre u.a. die Frage interessant, warum die Nord-Iren ggf. bei GB bleiben wollten. Oder wollte GB die Nordiren nicht gehen lassen?
Ich kann keine Trennungs-Bestrebungen wie z.B. die von Schottland erinnern.


Sie sind zu Recht verwirrt! Aus meiner Erinnerung kurz ein Ausflug in die irische Geschichte:

Irland war Teil Großbritanniens bis in die 1920er Jahre. Damals erkämpften sich die Iren ihre Unabhängigkeit, und nur im Norden blieb die Provinz Ulster bei GB. Dort lebten viele zugewanderte Briten mit protestantischem Hintergrund, eine Art Herrenschicht mit katholischer Unterschicht . Deshalb also ein entsprechendes Abstimmungsergebnis... und weiterer Streit der Bevölkerungsgruppen.

So weit ich weiß, hat sich der katholische Anteil der Wohnbevölkerung in Nord-Irland vergrößert, und natürlich stärkte dieser Zuwachs die "katholische Partei", die sich für einen Beitritt Nord-Irlands zur Irischen Republik einsetzte. Eine entsprechende Forderung der Irischen Republik wurde mit dem EU-Beitritt gelöscht, aber der künftige Beitritt Nord-Irlands zur Republik auf freiwilliger Grundlage blieb bestehen. In dem sogenannten Karfreitagsabkommen hatten sich die streitenden Parteien von der Gewalt losgesagt.

GB und Irland verzichteten auf ihre Grenzkontrollen... die Teilung war nur noch spürbar durch die Geldscheine... Irland mit dem Euro, Ulster mit dem britischen Pfund. Der Abbau dieser Grenze darf nicht verwechselt werden mit dem durch das Schengener Abkommen, dem weder GB noch Irland beigetreten sind.

Mit dem BREXIT dürfte auch die Forderung der Republik Irland auf Freigabe Nord-Irlands wieder aufleben, und damit auch der Streit zwischen den Nord-Iren für oder gegen GB. Da ging es sehr heftig zur Sache mit Mord und Totschlag, so daß die britischen Streitkräfte dort die streitenden Parteien trennen mußten.

Man kann also ahnen, was dort wieder losbrechen wird, wenn eine wirklich spürbare Grenze zwischen der Republik Irland und Nord-Irland wieder eingerichtet werden muß. Vermutlich wird Irland dem Schengener Abkommen beitreten, weil der Hemmschuh GB nach dem BREXIT entfällt.

Hinzu kommt, daß die Republik Irland sich in der EU wirtschaftlich sehr gut entwickelt hat, während sie jahrhundertelang das Armenhaus unter britscher Herrschaft darstellte.

Das alles hätte eine kluge britische Regierung vorhersehen können. Aber die politische Klasse in GB lebt vermutlich in einer ganz eigenen Welt; denn auch die Abhängigkeit der britischen Wirtschaft von der EU war kaum zu übersehen... und dennoch BREXIT. :mad2:

Nachdem nun gute Worte und Entgegenkommen mit Sonderrechten GBs in der EU nicht genügten, den BREXIT ab zu wenden, meine ich inzwischen, daß man dem Schicksal seinen Lauf lassen sollte. Das sind voll verantwortliche Menschen, die für ihr Tun und Unterlassen Verantwortung tragen. Kein Grund zur Schadenfreude, wohl aber ein Ende eines jeden Entgegenkommens. Diese neue Erfahrung hat die PM May in Salzburg in aller Kälte machen müssen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Misterfritz » So 23. Sep 2018, 19:04

Eiskalt hat geschrieben:(23 Sep 2018, 19:53)
Und hier geht es weiter mit diesen Leuten kann man nicht verhandeln. Daher sofort abbrechen.
Genau das sollte die EU nicht machen.
Es reicht, wenn die EU hart auf ihrer Linie bleibt und so auch verhandelt.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » So 23. Sep 2018, 19:23

Eiskalt hat geschrieben:(23 Sep 2018, 19:53)

Hunt kritisierte zudem die Herangehensweise der EU an die Brexit-Verhandlungen. "Was Theresa May sagt, ist: 'Verwechseln sie britische Höflichkeit nicht mit Schwäche'." Der Politiker warnte zudem, dass die EU Großbritannien besser nicht in eine schwierige Lage bringen solle: "Wir werden uns dagegen wehren - so eine Art von Nation sind wir."

https://www.n-tv.de/politik/Brexit-Witz-veraergert-britischen-Minister-article20637102.html

Welche Höflichkeit?
Man erinnere sich an den Nazivergleich mit der EU durch Boris Johnson.
Auch soll doch May wie ein Elefant aufgetreten sein und gesagt haben ihr Chequers Plan ist keine Verhandlungsbasis. Entweder das oder das wars.
Wenn das stimmt dann war das reichlich arrogant.

Und hier geht es weiter mit diesen Leuten kann man nicht verhandeln. Daher sofort abbrechen.


Nein, weiter die Tür zu Verhandlungen offen lassen, Drohungen und Schmähungen als ganz schlechtes Benehmen abhaken. Das hat der EU-Verhandlungsführer Barnier in vorbildlicher Weise abgewettert.

Die drei Optionen der EU sind bekannt; wenn GB sich für eine davon entscheidet, dann werden die Rahmenbedingungen verhandelt, und wenn "hard BREXIT" gilt, dann gibt es schon entsprechende Regeln der WTO.

Machen wir uns den britischen Leitspruch zu eigen: "Keep calm and carry on!" Ganz so ernst wie 1939 wird die Sache wohl doch nicht werden.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon jorikke » Mo 24. Sep 2018, 11:01

H2O hat geschrieben:(23 Sep 2018, 19:59)

Sie sind zu Recht verwirrt! Aus meiner Erinnerung kurz ein Ausflug in die irische Geschichte:

Irland war Teil Großbritanniens bis in die 1920er Jahre. Damals erkämpften sich die Iren ihre Unabhängigkeit, und nur im Norden blieb die Provinz Ulster bei GB. Dort lebten viele zugewanderte Briten mit protestantischem Hintergrund, eine Art Herrenschicht mit katholischer Unterschicht . Deshalb also ein entsprechendes Abstimmungsergebnis... und weiterer Streit der Bevölkerungsgruppen.

So weit ich weiß, hat sich der katholische Anteil der Wohnbevölkerung in Nord-Irland vergrößert, und natürlich stärkte dieser Zuwachs die "katholische Partei", die sich für einen Beitritt Nord-Irlands zur Irischen Republik einsetzte. Eine entsprechende Forderung der Irischen Republik wurde mit dem EU-Beitritt gelöscht, aber der künftige Beitritt Nord-Irlands zur Republik auf freiwilliger Grundlage blieb bestehen. In dem sogenannten Karfreitagsabkommen hatten sich die streitenden Parteien von der Gewalt losgesagt.

GB und Irland verzichteten auf ihre Grenzkontrollen... die Teilung war nur noch spürbar durch die Geldscheine... Irland mit dem Euro, Ulster mit dem britischen Pfund. Der Abbau dieser Grenze darf nicht verwechselt werden mit dem durch das Schengener Abkommen, dem weder GB noch Irland beigetreten sind.

Mit dem BREXIT dürfte auch die Forderung der Republik Irland auf Freigabe Nord-Irlands wieder aufleben, und damit auch der Streit zwischen den Nord-Iren für oder gegen GB. Da ging es sehr heftig zur Sache mit Mord und Totschlag, so daß die britischen Streitkräfte dort die streitenden Parteien trennen mußten.

Man kann also ahnen, was dort wieder losbrechen wird, wenn eine wirklich spürbare Grenze zwischen der Republik Irland und Nord-Irland wieder eingerichtet werden muß. Vermutlich wird Irland dem Schengener Abkommen beitreten, weil der Hemmschuh GB nach dem BREXIT entfällt.

Hinzu kommt, daß die Republik Irland sich in der EU wirtschaftlich sehr gut entwickelt hat, während sie jahrhundertelang das Armenhaus unter britscher Herrschaft darstellte.

Das alles hätte eine kluge britische Regierung vorhersehen können. Aber die politische Klasse in GB lebt vermutlich in einer ganz eigenen Welt; denn auch die Abhängigkeit der britischen Wirtschaft von der EU war kaum zu übersehen... und dennoch BREXIT. :mad2:

Nachdem nun gute Worte und Entgegenkommen mit Sonderrechten GBs in der EU nicht genügten, den BREXIT ab zu wenden, meine ich inzwischen, daß man dem Schicksal seinen Lauf lassen sollte. Das sind voll verantwortliche Menschen, die für ihr Tun und Unterlassen Verantwortung tragen. Kein Grund zur Schadenfreude, wohl aber ein Ende eines jeden Entgegenkommens. Diese neue Erfahrung hat die PM May in Salzburg in aller Kälte machen müssen.


Danke. Einfach mal so.
Beim Lesen wurde mir klar, wieviel der Irland Problematik mir gar nicht mehr gegenwärtig war.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Mo 24. Sep 2018, 11:08

jorikke hat geschrieben:(24 Sep 2018, 12:01)

Danke. Einfach mal so.
Beim Lesen wurde mir klar, wieviel der Irland Problematik mir gar nicht mehr gegenwärtig war.


Das finde ich aber auch wieder tröstlich; denn mit dem Karfreitagsabkommen ist Irland als Konfliktherd aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwunden. Man muß nun fürchten, daß diese uralten Konflikte wieder aufleben, wenn GB und EU keine dauerhafte salomonische Lösung für diesen Konfliktherd finden
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Mo 24. Sep 2018, 11:18

Angeblich wollen die Briten nun einen Deal wie die EU mit Kanada hat also CETA.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 24. Sep 2018, 13:46

Eiskalt hat geschrieben:(24 Sep 2018, 12:18)

Angeblich wollen die Briten nun einen Deal wie die EU mit Kanada hat also CETA.

nein, die briten wollen alles haben mit ausnahme der sauren apfel der zugang zum reich und der faulen birne des EU-gerichts.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 25. Sep 2018, 08:52

Eiskalt hat geschrieben:(24 Sep 2018, 12:18)

Angeblich wollen die Briten nun einen Deal wie die EU mit Kanada hat also CETA.


Das wäre ja wenigstens eine Einsicht in die Möglichkeiten, die die EU letzten Endes nur anbieten kann. Besser als WTO, schlechter als Norwegen oder Schweiz. Ja, warum nicht?

Woher haben Sie diese politische Aussage?
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 25. Sep 2018, 09:57

H2O hat geschrieben:(25 Sep 2018, 09:52)

Das wäre ja wenigstens eine Einsicht in die Möglichkeiten, die die EU letzten Endes nur anbieten kann. Besser als WTO, schlechter als Norwegen oder Schweiz. Ja, warum nicht?

Woher haben Sie diese politische Aussage?


Siehe hier:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/brexit-mays-kabinett-will-angeblich-abkommen-wie-ceta-a-1229688.html
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 25. Sep 2018, 10:28



Da schimmert doch einige Nüchternheit durch. Warum nicht... etwas Ähnliches sollte ja auch mit den USA angeschoben werden, ist aber auf beiden Seiten des Atlantiks am gegenseitigen Mißtrauen gescheitert. Man muß nun nur darauf achten, daß GB sich nicht zum Warenumschlagplatz für umetikettierte Waren zu Dumpingpreisen
entwickelt.

Man könnte GB freundlich entgegen kommen, indem man es beim augenblicklichen Zoll läßt, wenn die Ware den EU-Regeln entsprechend zugelassen ist. Die ganz große Freiheit ist das natürlich auch nicht... die EU-Normen müssen grenzüberschreitend eingehalten werden. Ansonsten gibt es Anpassungskosten.

Leider ist das Nord-Irland-Problem damit nicht gelöst, denn eine Zollgrenze muß ja bleiben trotz des Zollabkommens, weil GB ja die Freiheit hat, auch mit Waren ohne EU-Zulassung zu handeln. Das muß beim Grenzübertritt schon ordentlich kontrolliert werden. Oder GB verpflichtet sich, weiterhin und grundsätzlich nur Waren nach EU-Norm zu zu lassen. An den Normungskosten muß GB sich dann auch beteiligen! Wo ein Wille ist da ist auch ein Weg! Dann entfiele auch die Zollgrenze in Irland.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Di 25. Sep 2018, 11:04

Die EU treibt das Vertragsverletzungsverfahren gegen GB wegen Mängel bei der Eintreibung von Zöllen weiter voran. Es geht um eine Nachzahlung von 2,7 Mrd. € zuzügl entgangener Zinsen. Das Thema hat an und für sich mit dem Brexit nichts zu tun, aber

"... sieht der britische Chequers-Plan für das künftige Verhältnis mit der EU unter anderem vor, dass Grossbritannien an seinen Aussengrenzen auf alle für die EU bestimmten Importe die EU-Zölle erheben und an die EU weiterleiten würde. Dass das Land selbst als Mitgliedstaat bei der Zollerhebung geschlampt hat – oder haben soll –, dürfte die Bereitschaft der EU-27, doch noch auf diesen – bisher abgelehnten – Vorschlag einzugehen, alles andere als erhöhen." Quelle: https://www.nzz.ch/wirtschaft/bruessel- ... ld.1422833

Eine vertrauensbildende Maßnahme waren diese jahrelangen Schlampereien bei der Eintreibung der Zölle jedenfalls nicht.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Eiskalt » Di 25. Sep 2018, 11:50

Orbiter1 hat geschrieben:(25 Sep 2018, 12:04)

Die EU treibt das Vertragsverletzungsverfahren gegen GB wegen Mängel bei der Eintreibung von Zöllen weiter voran. Es geht um eine Nachzahlung von 2,7 Mrd. € zuzügl entgangener Zinsen. Das Thema hat an und für sich mit dem Brexit nichts zu tun, aber

"... sieht der britische Chequers-Plan für das künftige Verhältnis mit der EU unter anderem vor, dass Grossbritannien an seinen Aussengrenzen auf alle für die EU bestimmten Importe die EU-Zölle erheben und an die EU weiterleiten würde. Dass das Land selbst als Mitgliedstaat bei der Zollerhebung geschlampt hat – oder haben soll –, dürfte die Bereitschaft der EU-27, doch noch auf diesen – bisher abgelehnten – Vorschlag einzugehen, alles andere als erhöhen." Quelle: https://www.nzz.ch/wirtschaft/bruessel- ... ld.1422833

Eine vertrauensbildende Maßnahme waren diese jahrelangen Schlampereien bei der Eintreibung der Zölle jedenfalls nicht.


Ganz genau und darum haben die Briten ja bewiesen das sie es nicht können und das nicht möglich ist wie sie sich das vorstellen.
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon Orbiter1 » Di 25. Sep 2018, 17:17

Eiskalt hat geschrieben:(24 Sep 2018, 12:18)

Angeblich wollen die Briten nun einen Deal wie die EU mit Kanada hat also CETA.
Ich weiß nicht wen du hier mit den Briten meinst. Theresa May will so einen CETA-like-Deal jedenfalls nicht.

"No-deal Brexit better than Canada-style deal, says Theresa May" Quelle: https://t.co/h4muhbGWJt
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Re: EU-Mitgliedsschaft Großbritanniens

Beitragvon H2O » Di 25. Sep 2018, 18:14

Orbiter1 hat geschrieben:(25 Sep 2018, 18:17)

Ich weiß nicht wen du hier mit den Briten meinst. Theresa May will so einen CETA-like-Deal jedenfalls nicht.

"No-deal Brexit better than Canada-style deal, says Theresa May" Quelle: https://t.co/h4muhbGWJt


Derzeit ist so ziemlich alles möglich; auch der Vertrag Kanada/CETA als Vorlage. Frau May hat vielleicht schon gar keine Mehrheit mehr in ihrer Partei.

Mit freundlicher Nachhilfe durch die Labour Party kann es ein REMAIN, einen engen Assoziierungsvertrag wie mit Norwegen, einen Freihandelsvertrag wie mit Kanada
oder einen Hard BREXIT auf WTO-Standard geben... mit oder ohne Frau May.

Wir Europäer haben in diesem Spiel nichts verloren... dürfen natürlich staunen und uns bis zum 29. März 2019 in Geduld fassen.

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