Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13538
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Do 20. Jul 2017, 08:19

Adam Smith hat geschrieben:(20 Jul 2017, 09:07)

Die Gefahr besteht natürlich, dass sich Griechenland dann erneut wieder verschuldet. Dieses muss in so einem Fall ausgeschlossen werden. Pro Kopf beträgt übrigens die Staatsverschuldung in Deutschland 26.000 Euro je Einwohner. Nur ist das BIP pro Kopf auch viel höher.


Richtig! Deshalb muß Griechenland auch nur sehr geringe Zinsen und Abträge für seine Schulden zahlen. Und wenn Griechenland wider den Stachel löcken sollte, dann steigen die Schuldzinsen urplötzlich an... da ist brav Sein angesagt! Anders geht's nicht... sonst tobt da gleich wieder ein
Minister Varoufakis durch Europa und fordert Reparationen für den Untergang des Abendlandes.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23231
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Adam Smith » Do 20. Jul 2017, 08:27

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 09:17)

Für nichts ist falsch, das ist ja alles bereits ausgegebenes Geld. Durch Inflation und günstige Zinsen werden früher oder später alte Schulden immer billiger. Problematisch ist nur eine hohe Netto-Neuverschuldung.

Ich verweise hier mal auf Japan. Japan schafft es nicht einen Primärüberschuss hinzubekommen. Griechenland hat dieses nun geschafft. Der Preis dafür war aber hoch. Wobei dieses notwendig war. Japan wird dieses beweisen.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13538
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Do 20. Jul 2017, 08:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 09:17)

Für nichts ist falsch, das ist ja alles bereits ausgegebenes Geld. Durch Inflation und günstige Zinsen werden früher oder später alte Schulden immer billiger. Problematisch ist nur eine hohe Netto-Neuverschuldung.


Klar, ausgegebenes Geld, das immer weiter Geld kostet, während die Investition altert. Auf die Inflation war in den letzten Jahren kein Verlaß. Inflation wäre ja so etwas wie eine Alterung des Geldes... fast fair zu nennen, wenn Sachwerte auch altern!

Ich erinnere mich noch an den Juliusturm des Finanzministers Fritz Schäffer. Oooch, Deutschland braucht eine Bundeswehr? Na, dann bestellt schon 'mal!
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 4282
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 08:32

Adam Smith hat geschrieben:(20 Jul 2017, 09:27)

Ich verweise hier mal auf Japan. Japan schafft es nicht einen Primärüberschuss hinzubekommen. Griechenland hat dieses nun geschafft. Der Preis dafür war aber hoch. Wobei dieses notwendig war. Japan wird dieses beweisen.

Japan muss vielleicht etliche gesellschaftliche Einstellungen ändern, um die wirtschaftlichen Daten ändern zu können.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity, Eating Meat.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23231
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Adam Smith » Do 20. Jul 2017, 08:52

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 09:32)

Japan muss vielleicht etliche gesellschaftliche Einstellungen ändern, um die wirtschaftlichen Daten ändern zu können.

Die Anhänger von Krugman sind in diesem Land in der Überzahl.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10291
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Nomen Nescio » Do 20. Jul 2017, 09:33

ist das thema neuwahlen oder ökonomie ?

NN moderator
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 23231
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Adam Smith » Do 20. Jul 2017, 09:45

Nomen Nescio hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:33)

ist das thema neuwahlen oder ökonomie ?

NN moderator

Das Thema ist, ob die Eurokrise wegen Griechenland zurückkommt. Da Griechenland es nun schafft einen Primärüberschuss zu erzielen lautet die Antwort auf die Frage Nein.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13538
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Do 20. Jul 2017, 13:11

Nomen Nescio hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:33)

ist das thema neuwahlen oder ökonomie ?

NN moderator


Ja, kann man im Falle Griechenlands diese Sache überhaupt trennen? War es denn nicht so, daß das Duo Tsipras und Varoufakis Volksabstimmungen und Neuwahlen mit jeder Entscheidung der Eurogruppe verbunden hatten... bis in diesem Boxring endlich die Staatspleite angezählt wurde? Seitdem ist Varoufakis aus dem Geschäft, und Tsipras ist handzahm geworden. Was wird am Ende des letzten "Kreditrahmens"? Neuwahlen oder Eurokrise oder beides?
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10291
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Nomen Nescio » Do 20. Jul 2017, 14:34

OK. das hauptthema ist also die neuwahlen. ich zweifelte, und fragte mich ob dieser strang vllt verschoben werden mußte. nein also.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon elmore » Fr 21. Jul 2017, 11:22

Nicht gerade vertrauenswürdig, diese Hexenjagd gegen einen nicht korrupten griechischen Statistiker,
dessen revidierte Zahlen auch Eurostat bestätigte. Das gefällt vor allem linksorientierten
Nebelkerzenwerferinnen nicht. Aktuell, nach zwei Freisprüchen in Berufungsverhandlungen
soll nun ein DRITTES Berufungsverfahren her, in dem der ehemalige griechische Chef-Statistiker Georgiou
endlich exemplarisch verurteilt werden soll. Als Verräter seines Landes...

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/griechenland/griechenland-verfahren-gegen-ehem-chefstatistiker-georgiou-15115084.html
Neue Verfahren gegen ehemaligen Chefstatistiker
Hat der ehemalige griechische Chefstatistiker Georgiou einst falsche Zahlen über Griechenlands Haushaltsdefizit verbreitet?
Dieser Vorwurf wurde vor Gericht schon mehrfach abgeschmettert; geschlagen geben will sich die Staatsanwaltschaft aber nicht.


Die Generalstaatsanwältin beim obersten griechischen Gericht, Xeni Dimitrou,
verlangt nun ein drittes Berufungsverfahren gegen Georgiou wegen der Anklage,
dass Georgiou falsche Zahlen über Griechenlands Haushaltsdefizit von 2009 verbreitet habe.



---------------------------------------------------
Das staatliche Vorgehen Griechenlands hinsichtlich seiner Zahlen ist nicht gerade dazu angetan,
dem Land für die Zukunft mehr Vertrauen entgegenzubringen. Oder glaubt man,
solche linken Schauprozesse würden in der europäischen, speziell der deutschen Öffentlichkeit
nicht bemerkt.

Wie soll man da noch Zutrauen in ein Land haben, auch hinsichtlich einer "verdeckten Transferunion",
und Schuldenmithaftung für dieses Land, um es endlich auf einen Weg der Besserung zu bringen?
Wenn die Bestandsaufnahme nur auf Beschiss aufgebaut ist und gefälschte Zahlen immer wieder und
immer noch (seit dem Euroeintritt) das Maß aller Dinge sind, darf sich dieses Land nicht wundern,
wenn man es zunehmend für einen unseriösen Kantonisten hält.

Schade für das Land. Die korrupten und falschmünzenden politischen Eliten dort sind leider
von links bis rechts-konservativ alle gleich. Egal, wer an der Regierungsmacht ist,
man kann ihrer Glaubwürdigkeit einfach nicht trauen. Für Land und Leute tut mir das sehr leid.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13538
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Fr 21. Jul 2017, 15:04

Die EU hat eben Glück, daß mit Finanzminister Schäuble ein knochentrockener Bewerter der Lage unserer Hellenen immer noch im Dienst ist. Der hat den IWF an Bord geholt... und Frau Lagarde läßt sich auf Dauer nicht erweichen, von wegen Verantwortungsgemeinschaft und Solidarität. Wenn Frau Lagarde mit dem IWF abwinkt, dann wird es Zeit, den Geldhahn zu zu drehen.

Nomen Nescio, wir haben auch Neuwahlen... hoffentlich spielt unser Finanzminister Schäuble und vor allem seine körperliche Verfassung noch eine weitere Runde mit! Wird Herr Dijsselbloem ebenfalls an Bord bleiben? Dann kann dem Euro nichts Übles angetan werden!

Ja, Elmore hat schon Recht: Griechische Neuwahlen ändern nichts an der Vertrauenswürdigkeit der politischen Kaste. Hoffentlich bleibt Ministerpräsident Tsipras im Amt; an den hat man sich inzwischen gewöhnt... und der Ministerpräsident Tsipras hat sich an die Eurogruppe gewöhnt!
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10291
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 21. Jul 2017, 15:54

H2O hat geschrieben:(21 Jul 2017, 16:04)

Nomen Nescio, wir haben auch Neuwahlen... hoffentlich spielt unser Finanzminister Schäuble und vor allem seine körperliche Verfassung noch eine weitere Runde mit! Wird Herr Dijsselbloem ebenfalls an Bord bleiben? Dann kann dem Euro nichts Übles angetan werden!

nein, dijsselbloem wird abgelöst. aber tröste dich. wer es auch wird, gerrit zalm, der informateur, ist der längst-sitzende finanzminister den wir hatten. und er hat damals die finanzien wieder in ordnung gebracht. gerade darum wurde er als informateur angesucht. der hat die parteien überdeutlich gemacht, daß es keine finanzielle spielzeit gibt.

da kommt einer, der garantiert gut und nüchtern ist. vllt wird das finanzministerium der schwarze peter den man gerne einer anderen partei schenkt.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2062
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Ger9374 » Sa 22. Jul 2017, 05:49

Die Ablösung der alten Regierung wäre keine Überraschung. Zu viele nicht gehaltene versprechen vergeben irgendwann auch die Wähler nicht mehr.Bleibt zu hoffen das die Griechen trotzdem am Kurs des Sparens festhält.
Nur Schäuble wird auf Dauer den Druck auf eventuelle Schuldenschnitte verhindern können.
Das wäre besser für alle beteiligten.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 4282
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37
Benutzertitel: Change Agent

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Sa 22. Jul 2017, 06:07

Schäubele ist uralt. Lasst neue Leute für Mer Kel Arbeit leisten.
Striving for Excellence, Demonstrating Integrity, Activating Leadership, Acting Sustainably, Enjoying Participation, Living Diversity, Eating Meat.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13538
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Sa 22. Jul 2017, 08:44

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(22 Jul 2017, 07:07)

Schäubele ist uralt. Lasst neue Leute für Mer Kel Arbeit leisten.


Alter allein ist doch kein Mangel; wenn die Europäische Union einmal wieder in Fahrt ist, dann sind personelle Verjüngungen angesagt und notwendig.
Benutzeravatar
elmore
Beiträge: 440
Registriert: Mo 23. Mär 2015, 20:34
Benutzertitel: Scheues Rehlein

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon elmore » Sa 22. Jul 2017, 16:07

Ger9374 hat geschrieben:(22 Jul 2017, 06:49)

...
Nur Schäuble wird auf Dauer den Druck auf eventuelle Schuldenschnitte verhindern können.
Das wäre besser für alle beteiligten.


Wäre es das wirklich? - Schäubles starre Haltung steht in klarem Widerspruch zum IWF
und fast einhelligen Meinungen innerhalb jener Wirtschafts- und Expertenkreise,
die wirklich Ahnung und fachlichen Hintergrund in der Finanz- und Wirtschaftsmaterie haben.
Und fast schon gebetsmühlenartig einen massiven und unvermeidlichen wirklichen
Schuldenschnitt fordern, ohne den einfach eine Gesundung und das anvisierte Ziel nicht erreichbar ist.
Nämlich der grieschische Wirtschaft,dessen Staat und Gemeinwesen und vor allem, der Masse
der Griechinnen und Griechen wieder Hoffnung und Optimismus für die Zukunft zu geben.

Es ist eine Sache, alles nur unter dem Aspekt "Schäuble'scher" ordoliberaler
Finanzordnung zu sehen, die mögliche Transferhilfen in Form von
gesamteuropäischen Wirtschaftsprogrammen blockiert und der
unrealistischen Vision hinterjagt, dass Kaputtsparen und den griechischen Gürtel
so eng zu schnallen, bis nur noch ein Hungerknochen aus demselben herrausragt,
den "gesunden" Griechen hervorbringe. Der sich dann selbst ernähren kann, weil so
ein dürrer Knochen eh nicht viel braucht. Bis dahin, so Schäuberle, der Finanzschlaumeier, könne man
sich ja auch an einer Krise finanziell gesundstoßen und sogar damit gutes
Geld für die deutsche Staatskasse machen.

Leider ist Angela Merkel als kühle Machtpolitikerin nicht bereit, ihrem
Schäuble, der ihr auch innerhalb ihrer stockkonservativen CDU den
mitte-rechts basierten Machtsockel absichert, den Laufpass zu geben.
Und endlich eine ehrlich und wirklich innerhalb der EU auf Hilfe für
schwächere Länder ausgerichtete Investitionspolitik anzugehen.
Nicht nur immer wieder davon zu reden. Von gesamteuropäischen
Investitionsprogrammen. Wie weiland 2011 in Mailand zusammen mit Hollande.

Passiert ist NICHTS. Ausser dieser vollmundigen Ankündigung, dass nicht nur
Anpassungen und stringentere Finanzkontrollmaßnahmen usw.
notwendig seien, sondern flankierend ein europäisches Investitionsprogramm
absolut notwendig sei.

Geschehen ist bis heute nichts, NULL, NADA, NIENTE, um es nochmals deutlich zu sagen.
Und typisch für Kanzlerin Merkel, die einen
mindestens so ausgeprägten, breiten politischen!! Arsch des untätigen Aussitzens hat,
wie ihr Vorgänger Kohl, spielt sie lieber, sehr wendig und anpassungsfähig mit
der jeweils am besten für ihren Machterhalt dienenden Haltung des Augenblicks.
Das kann sie - leider sehr intelligent und wendehälsig - viel zu vielen Menschen mit ihrer lieben Rautenhand der
Herzenskanzlerin immer wieder als aktive, gestaltende Politik verkaufen.
Bis hin zu dem Punkt, an dem ihr Motto des taktierenden Nichtstuns,
"wer nichts macht, macht auch keine Fehler", schon als Erfolg gefeiert wird.

Merkels Schäuble ist der finanzielle Zuchtmeister und Hauptbremsklotz einer EU,
die sich neu und tatsächlich gemeinschaftlich-solidarisch ausrichten müsste. Schon längst.
Seine schwarze Null ist fast schon sowas wie der Schatten eines "dark fathers",
der wie ein Zombieschatten über der EU liegt.

Wie dreist und im Grunde unseriös, weil den Bundestag skrupellos hintergehend
die Finanzpolitik Schäubles und seiner Kanzlerin Merkel sind, zeigt ja
der Umstand der Nichtbeteiligung des IWF auf, der sich standhaft weigert,
im Falle der fortdauernden Blockade eines wirklichen Schuldenschnitts,
finanzielle Beteiligung in der Griechenland-causa einzugehen, da sinnlos
bzw. aussichtslos hinsichtlich der Gesundung des Landes.

Der fast schon bodenlose national-egomanische Finanzzynismus, mit dem Schäuble Volk und Parlament
verarscht, und die essentielle Grundbedingung für die Genehmigung der
Griechenlandmilliarden durch den Bundestag, nämlich die Beteiligung
des IWF, als tatsächlich erfolgt, verkauft, und dabei kaum politischen
Widerspruch erntet, ist unerträglich, aber von der kaltherzigen Mitte unseres Wahlvolks
wohlgelitten. Obwohl jeder humanen Existenz oberhalb eines IQ
von 90 der Umstand klar ist, dass es genauso nicht ist:
der IWF seine Beiteiligung strikt verweigerte und weiterhin verweigert!.

Es spricht allerdings Bände und sagt einiges
sowohl über eine nicht gerade geringe Mehrheit unserer Volksmitte aus
und ihre Wahrnehmung, die am liebsten nicht wahrnehmen will,
solange die eigene Kasse stimmt und weiter klingelt.

Was interessiere Grieche? - Gar nicht, ausser wenn es um Schnäppchenurlaub
geht. Da wird das deutsche Herz dann sehr griechisch-zutraulich...
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13538
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Sa 22. Jul 2017, 21:13

Ger9374 hat geschrieben:(22 Jul 2017, 06:49)

Die Ablösung der alten Regierung wäre keine Überraschung. Zu viele nicht gehaltene versprechen vergeben irgendwann auch die Wähler nicht mehr.Bleibt zu hoffen das die Griechen trotzdem am Kurs des Sparens festhält.
Nur Schäuble wird auf Dauer den Druck auf eventuelle Schuldenschnitte verhindern können.
Das wäre besser für alle beteiligten.


Ich habe schon Mühe, meinen Haushalt auf Dauer in Ordnung zu halten. Dennoch nehme ich mir die Freiheit zu folgender Betrachtung: Den Griechen wäre am meisten geholfen, wenn sie wieder eine funktionsfähige und wettbewerbsfähige eigene industrielle Grundlage hätten. Damit läßt sich Geld sparen und Geld verdienen. Anstatt dessen versuchen sie, sich mit alltäglichen Mogeleien (Fakelakis) Vorteile zu erkaufen. Wenn dann gespart werden soll, dann geht das wohl an die nackte Existenz.

Vermutlich verlangen wir Dinge von den Griechen, die sich dort gar nicht umsetzen lassen. Möglicherweise also eine Umerziehung der Menschen dort. Möglicherweise also EU-Kommissare als Haushälter und Sparkommissare und Investoren anstelle einer unbrauchbaren demokratisch gewählten Regierung.

Aber vielleicht ist es besser so, wie es jetzt gerade ist. Vom Gedanken der Gerechtigkeit her frage ich mich natürlich auch, warum den Bulgaren ein Leben zugemutet wird, das bei Griechen nicht für akzeptabel gehalten wird. Weil die Griechen sich in den Euro mogeln konnten? Wie gut, daß ich da nichts zu entscheiden habe!
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10291
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 22. Jul 2017, 21:59

H2O hat geschrieben:(22 Jul 2017, 22:13)

Vermutlich verlangen wir Dinge von den Griechen, die sich dort gar nicht umsetzen lassen. Möglicherweise also eine Umerziehung der Menschen dort. Möglicherweise also EU-Kommissare als Haushälter und Sparkommissare und Investoren anstelle einer unbrauchbaren demokratisch gewählten Regierung.

was die griechen brauchen sind investierungen. fabriken müssen dort kommen !
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13538
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Sa 22. Jul 2017, 22:17

Nomen Nescio hat geschrieben:(22 Jul 2017, 22:59)

was die griechen brauchen sind investierungen. fabriken müssen dort kommen !


Ja, sollte man meinen. Nur haben sich die Griechen dieses Unternehmertum im eigenen Lande gründlich abgewöhnt. Dafür hat der "fürsorgliche Staat" mit seinen vielen Wahlversprechungen gesorgt. Der Staat und Anhang als der weltbeste Wirtschaftsbetrieb... Wer will denn da sein Vermögen versenken?
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10291
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Nomen Nescio » Di 25. Jul 2017, 21:25

ich hörte soeben eine stunde lang einen interview mit einem mann, der sowohl in afrika als südamerika als griechenland gearbeitet hat. u.a. auch für die weltbank.

eine sehr deutliche aussprache von ihm war »es kann in G immer noch schlechter. wenn man es vergleicht mit afrika...«.
darauf erzählte er wie er für das transportbetrieb von athene in brüssels eine lobbykampagne begann. das betrieb hatte 8.500 arbeitnehmer und die EU + IWF forderten eine kürzung von 10%. also 850 menschen drohte entlassung.
er kam mit einer alternative lösung. das IWF ging als erste um. die euroländer war schwieriger, aber schlußendlich stimmten auch sie zu. als er sein plan realisiert hatte, betrugen die kosten 20% weniger und waren keine menschen entlassen.

dennoch, so sagte er, ohne eine schuldverminderung wird griechenland NIE aus der misère kommen.
und ja, die kredite der EU haben absolut geholfen. er hatte große einwände dagegen, aber gibt zu »die EU hat gut auf die verwendung von geldern aufgepaßt und G tut es sehr gut. ohne minderung der schuld bleibt es aber trümmer aufräumen. kann nichts bleibendes gemacht werden«.

meine konklusion: offensichtlich kann in G hier und da einiges »gestreamlined« werden. dennoch muß auch finanziell echte hilfe geleistet werden.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: frems, Wähler und 2 Gäste