Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Blickwinkel
Beiträge: 15030
Registriert: Mi 7. Nov 2012, 19:29
Benutzertitel: Demokratischer Europäer
Wohnort: Erde

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Blickwinkel » Mo 6. Jul 2015, 12:23

happySchland » Mo 6. Jul 2015, 13:01 hat geschrieben:@zollagent
Indem an der Haupteinkommensquelle der griechischen Familien und dem Hauptwirtschaftszweig die Axt geschwungen wird?
Was für ein Szenario brauch es, dass dabei nicht die Nachfrage sinkt und das Defizit steigt? :?:


Wieso zahlen die Griechen ihre Steuern nicht?
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
Benutzeravatar
Fadamo
Beiträge: 13343
Registriert: Di 7. Feb 2012, 18:19

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Fadamo » Mo 6. Jul 2015, 12:36

Blickwinkel » Mo 6. Jul 2015, 12:23 hat geschrieben:
Wieso zahlen die Griechen ihre Steuern nicht?



Würdest du Steuern zahlen, wenn du weißt, dass sie nicht der Allgemeinheit der Griechen zu gute kommt, sondern den Gläubigern anderer Staaten ?
In Griechenland gibt es nur ein Motto: Jeder rette sein Geld ,wer kann.
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28923
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 6. Jul 2015, 12:39

Blickwinkel » Mo 6. Jul 2015, 13:23 hat geschrieben:
Wieso zahlen die Griechen ihre Steuern nicht?

Deswegen:
Steuern als Diebstahl des Staats
Griechenland ist eine Demokratie. Die Politik funktioniert dennoch anders als in den meisten Staaten Europas. Noch immer verhalten sich die Griechen, obwohl sie seit fast zwei Jahrhunderten unabhängig sind, wie Gefangene ihrer Geschichte. Und sie sehen in ihrem Staat den ungerechten und despotischen Steuereintreiber; viele nehmen die Steuern unverändert als Diebstahl des Staats an ihrem Erarbeiteten wahr. Wenig verbreitet ist in dem Land, in dem durch die Beratschlagung der Bürger in der Agora und der Polis unser Verständnis von Politik entstanden war, der Gedanke vom Gemeinwohl, dem sich alle verpflichten. Einzelinteressen haben Vorrang. Ein Teufelskreis: Ohne ausreichende Einnahmen kann der Staat seine Aufgaben nicht erfüllen; daher sind die Schulen und die medizinische Versorgung schlecht. Wenn die Menschen im Staat keinen Nutzen für sich erkennen, sind sie noch weniger bereit, ausreichend Steuern zu zahlen. [..]
Der griechische Staat ist in höchstem Maße ungerecht. Er mästet einen fetten öffentlichen Dienst, der auf Kosten anderer lebt und unbeweglich seinen Besitzstand verteidigt, und er schont eine korrupte Elite, die wenig Steuern zahlt. Leidtragende sind die Selbständigen und diejenigen, die in der privaten Wirtschaft arbeiten, meist so fleißig wie Mitteleuropäer. So treibt der ungerechte Staat die Jugend in die Emigration, und er hindert die kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die mit neuen Ideen und neuen Produkten selbst in den Krisenjahren entstanden sind, daran, groß zu werden und Arbeitsplätze zu schaffen. Nicht wenige Start-ups sind entnervt ins Ausland abgewandert. Dort sind sie erfolgreich, in Griechenland nicht.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/e ... 79893.html
Zuletzt geändert von Tom Bombadil am Mo 6. Jul 2015, 12:40, insgesamt 1-mal geändert.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 44996
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon zollagent » Mo 6. Jul 2015, 12:43

Fadamo » Mo 6. Jul 2015, 12:36 hat geschrieben:

Würdest du Steuern zahlen, wenn du weißt, dass sie nicht der Allgemeinheit der Griechen zu gute kommt, sondern den Gläubigern anderer Staaten ?
In Griechenland gibt es nur ein Motto: Jeder rette sein Geld ,wer kann.

Und hat vorher natürlich die milden Gaben der Gläubiger gerne in Anspruch genommen.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Blickwinkel
Beiträge: 15030
Registriert: Mi 7. Nov 2012, 19:29
Benutzertitel: Demokratischer Europäer
Wohnort: Erde

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Blickwinkel » Mo 6. Jul 2015, 12:43

Fadamo » Mo 6. Jul 2015, 13:36 hat geschrieben:

Würdest du Steuern zahlen, wenn du weißt, dass sie nicht der Allgemeinheit der Griechen zu gute kommt, sondern den Gläubigern anderer Staaten ?
In Griechenland gibt es nur ein Motto: Jeder rette sein Geld ,wer kann.


Die Griechen sind erst in diese Misere gekommen, dass sie kaum Steuern einnehmen. Das hat mit den Gläubern nichts zu tun.
Nichts ist in der Regel unsozialer als der sogenannte Wohlfahrtsstaat, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken läßt. (Ludwig Erhard)
Benutzeravatar
zollagent
Beiträge: 44996
Registriert: Mo 8. Aug 2011, 11:21

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon zollagent » Mo 6. Jul 2015, 12:44

happySchland » Mo 6. Jul 2015, 12:01 hat geschrieben:@zollagent
Indem an der Haupteinkommensquelle der griechischen Familien und dem Hauptwirtschaftszweig die Axt geschwungen wird?
Was für ein Szenario brauch es, dass dabei nicht die Nachfrage sinkt und das Defizit steigt? :?:

Es ist eine Abwägung, was die größere Auswirkung hat, nicht mehr. Besitzstandswahrung steht dabei nicht zur Debatte.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 58910
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Al Predidente !!
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Alexyessin » Mo 6. Jul 2015, 15:11

happySchland » Mo 6. Jul 2015, 11:52 hat geschrieben:Nicht wenn ich darin keine ernsthafte Frage sehe.
Mehrwertssteuererhöhungen und Rentenkürzungen.
Rentenkürzungen/Streichungen als Haupteinkommensquelle der Familien senken die (potentielle) Nachfrage.
Mehrwertssteuererhöhungen im Tourismus betreffen eines der wenigen Wirtschaftsgebiete Griechenlands bei dem der Ruf nach Wettbewerbsfähigkeit keine Nebelkerze ist.

Für mich klingt Ihre Frage daher ungefähr so: Axt? Welche Axt?


Vielleicht wäre ein normales mitteleuropäisches Steuersystem einfach das Beste.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
3x schwarzer Kater
Vorstand
Beiträge: 13604
Registriert: Mo 26. Mai 2014, 15:25
Benutzertitel: Do legst di nieda
Wohnort: Lower Bavaria

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mo 6. Jul 2015, 15:15

Alexyessin » Mo 6. Jul 2015, 16:11 hat geschrieben:
Vielleicht wäre ein normales mitteleuropäisches Steuersystem einfach das Beste.



Vielleicht sollten sich die Griechen einfach auch mal Hilfe holen um zu lernen, wie man sowas organisiert.

Da fehlt's anscheinend an allen Ecken und Enden.
„Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ (Karl Valentin)
Benutzeravatar
Liegestuhl
Beiträge: 35080
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 11:04
Benutzertitel: Herzls Helfer
Wohnort: אולדנבורג

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Liegestuhl » Mo 6. Jul 2015, 16:29

Euklid Tsakalotos ist Nachfolger des gescheiterten Varoufakis geworden.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/g ... -1.2537334
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Benutzeravatar
yogi61
Moderator
Beiträge: 48131
Registriert: So 1. Jun 2008, 10:00
Benutzertitel: Lupenreiner Demokrat
Wohnort: Bierstadt von Welt

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon yogi61 » Mo 6. Jul 2015, 17:02

Liegestuhl » Mo 6. Jul 2015, 17:29 hat geschrieben:Euklid Tsakalotos ist Nachfolger des gescheiterten Varoufakis geworden.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/g ... -1.2537334


Gute Wahl, bei seinem Auftreten werden die neoliberalen Lakaien wohl keine so offensichtlichen Angriffsflächen finden. Ein gestandener Linker der sich dem Volk verpflichtet fühlt. Natürlich etwas schade für die Hetzer im Hause Springer.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28923
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Tom Bombadil » Mo 6. Jul 2015, 17:05

3x schwarzer Kater » Mo 6. Jul 2015, 16:15 hat geschrieben:Vielleicht sollten sich die Griechen einfach auch mal Hilfe holen um zu lernen, wie man sowas organisiert.

Daran haben sich vor knapp 200 Jahren schon die Bayern die Zähne ausgebissen:
Die europäischen Großmächte waren einverstanden und am 2. Mai 1832 wählte die griechische Nationalversammlung den 16-jährigen Prinzen zum Staatsoberhaupt Griechenlands. Da er noch minderjährig war, zog sein Vater von München aus die Strippen in Athen. Die Aufgabe, die sich ihm stellte, war immens: Die Verwaltung, das Schulwesen - durch den blutigen Unabhängigkeitskrieg war in Griechenland alles zusammengebrochen. Ludwig I. schickte Finanzexperten, Architekten und Juristen nach Athen. Aber Ottos Reich fehlte darüber hinaus vor allem eins - Geld. Die damaligen "Troikaner" zahlten zwar 60 Millionen Franken als Soforthilfe für den bankrotten Staat. Nur reichte das bei weitem nicht aus.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Bismarck- ... 14186.html
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 22986
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Adam Smith » Mi 19. Jul 2017, 18:21

Bayern hat es dank den Flüchtlingen nach dem Krieg ja auch hinbekommen keine Schulden mehr zu machen.

Davon ist Griechenland noch weit entfernt. Im Moment schafft es Griechenland aber, im Gegensatz zu Japan, einen Primärüberschuss zu erzielen.

Griechenland hat im vergangenen Jahr einen unerwartet großen Überschuss im Staatshaushalt geschafft. Der Primärüberschuss, bei dem die Zinskosten ausgeklammert werden, sollte laut Vorgaben nur 0,5 Prozent des BIP betragen - lag aber um ein Vielfaches darüber.

Griechenland hat bei der Sanierung seines Haushalts 2016 die Vorgaben der internationalen Geldgeber übertroffen: Der Staat erzielte im vergangenen Jahr einen Überschuss von knapp sieben Milliarden Euro, wenn man die Kosten für laufende Kredite herausrechnet. Der Primärüberschuss erreiche damit 3,9 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP), teilte das griechische Statistikamt in Athen mit.


https://www.tagesschau.de/wirtschaft/gr ... t-107.html

Das Schlimmste hat 'Griechenland nun hinter sich (Japan hat es noch vor sich). Sollte Griechenland dieses dauerhaft schaffen, könnte man sich auch überlegen, ob man die Schulden einfach streicht.
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 3885
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 19. Jul 2017, 22:55

Schulden streicht man nur, wenn sie ohnehin uneinbringlich sind. Alles andere ist den Anlegern nicht zu vermitteln.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2033
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Ger9374 » Do 20. Jul 2017, 01:52

Alles was Griechenland Hilfen betrifft ist doch auf JAHRZEHNTE ausgelegt. Die Rückzahlungen ect.
Da kann doch nach ein paar Jahren keine Schuldenstreichung erwägt werden.
Wäre den Wählern kaum vermittelbar.
Das sind auch Steuermilliarden nicht nur aus Deutschland. Da muss Griechenland erst Kontinuität über längere Zeiträume zeigen!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 22986
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Adam Smith » Do 20. Jul 2017, 05:32

Ger9374 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 02:52)

Alles was Griechenland Hilfen betrifft ist doch auf JAHRZEHNTE ausgelegt. Die Rückzahlungen ect.
Da kann doch nach ein paar Jahren keine Schuldenstreichung erwägt werden.
Wäre den Wählern kaum vermittelbar.
Das sind auch Steuermilliarden nicht nur aus Deutschland. Da muss Griechenland erst Kontinuität über längere Zeiträume zeigen!

Das ist schon richtig. Nur kann Griechenland die Schulden niemals zurückzahlen. Und es würde schon ausreichen, wenn man es schafft Krugman von dem Land fernzuhalten. Im Moment funktioniert es ja. Abgesehen von der extrem hohen Staatsverschuldung.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13174
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Do 20. Jul 2017, 07:50

Adam Smith hat geschrieben:(20 Jul 2017, 06:32)

Das ist schon richtig. Nur kann Griechenland die Schulden niemals zurückzahlen. Und es würde schon ausreichen, wenn man es schafft Krugman von dem Land fernzuhalten. Im Moment funktioniert es ja. Abgesehen von der extrem hohen Staatsverschuldung.


Griechenland hat seit seiner Staatsgründung 1828 schon mehrfach anständige Staatspleiten hingelegt. Jetzt sorgt die EU dafür, daß es nicht allzu dicke kommt. Der dümmste Streich wäre aber wohl der Schuldenerlaß; die Schulden beschreiben die Kreditwürdigkeit Griechenlands. Angesichts der Altschulden gibt da niemand mehr sein Geld ab! Nur so kann das Land vor weiterer Schuldenmacherei bewahrt werden. Klar, daß 10 Mio Griechen nicht eine Last von 300 Mrd € abtragen können. Das sind 30.000 € / Kopf der Einwohnerschaft, vom Säugling bis zum Greis.

Die EU kann mit diesem Zuchtmittel verhindern, daß Griechenland eine Euro-Krise auslösen kann. Die EU wäre ziemlich dämlich, einen Schuldenschnitt ernsthaft zu erwägen, so lange Griechenland als unabhängiger Staat neue Kredite aufnehmen kann. So sehe ich das Spiel... nur getraut sich ein seriöser Politiker wohl kaum, diese sehr einfache Wahrheit zu vertreten!
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 3885
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 08:01

Adam Smith hat geschrieben:(20 Jul 2017, 06:32)

Das ist schon richtig. Nur kann Griechenland die Schulden niemals zurückzahlen.

Welcher Staat der Welt will schon seine Schulden zurückzahlen?
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.
Benutzeravatar
Adam Smith
Beiträge: 22986
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 21:57

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Adam Smith » Do 20. Jul 2017, 08:07

H2O hat geschrieben:(20 Jul 2017, 08:50)

Griechenland hat seit seiner Staatsgründung 1828 schon mehrfach anständige Staatspleiten hingelegt. Jetzt sorgt die EU dafür, daß es nicht allzu dicke kommt. Der dümmste Streich wäre aber wohl der Schuldenerlaß; die Schulden beschreiben die Kreditwürdigkeit Griechenlands. Angesichts der Altschulden gibt da niemand mehr sein Geld ab! Nur so kann das Land vor weiterer Schuldenmacherei bewahrt werden. Klar, daß 10 Mio Griechen nicht eine Last von 300 Mrd € abtragen können. Das sind 30.000 € / Kopf der Einwohnerschaft, vom Säugling bis zum Greis.

Die EU kann mit diesem Zuchtmittel verhindern, daß Griechenland eine Euro-Krise auslösen kann. Die EU wäre ziemlich dämlich, einen Schuldenschnitt ernsthaft zu erwägen, so lange Griechenland als unabhängiger Staat neue Kredite aufnehmen kann. So sehe ich das Spiel... nur getraut sich ein seriöser Politiker wohl kaum, diese sehr einfache Wahrheit zu vertreten!

Die Gefahr besteht natürlich, dass sich Griechenland dann erneut wieder verschuldet. Dieses muss in so einem Fall ausgeschlossen werden. Pro Kopf beträgt übrigens die Staatsverschuldung in Deutschland 26.000 Euro je Einwohner. Nur ist das BIP pro Kopf auch viel höher.
Benutzeravatar
H2O
Beiträge: 13174
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon H2O » Do 20. Jul 2017, 08:11

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 09:01)

Welcher Staat der Welt will schon seine Schulden zurückzahlen?


Es sei denn, daß die Zinslast drückt. Das heißt: Steuern eintreiben für nix! Oder: Verlust der Handlungsfähigkeit.
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 3885
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37

Re: Neuwahlen in Griechenland - kommt die Eurokrise zurück?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 08:17

H2O hat geschrieben:(20 Jul 2017, 09:11)

Es sei denn, daß die Zinslast drückt. Das heißt: Steuern eintreiben für nix! Oder: Verlust der Handlungsfähigkeit.

Für nichts ist falsch, das ist ja alles bereits ausgegebenes Geld. Durch Inflation und günstige Zinsen werden früher oder später alte Schulden immer billiger. Problematisch ist nur eine hohe Netto-Neuverschuldung.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast