Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 4335
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Misterfritz » Mo 9. Apr 2018, 20:36

Excellero hat geschrieben:(09 Apr 2018, 21:34)

Jetzt gibts die Afrikanisierung.... dann lieber Balkan... :D
Apropos Balkan, der strebt auch in die EU, warum wohl?
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 1979
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Orbiter1 » Mo 9. Apr 2018, 20:48

Misterfritz hat geschrieben:(09 Apr 2018, 21:36)

Apropos Balkan, der strebt auch in die EU, warum wohl?

Die Westbalkanstaaten sind abgrundtief korrupt. Der mit weitem Abstand angesehenste Politiker in Serbien ist Putin. Serbien verbindet eine tiefe Freundschaft mit Russland. Die halten auch jedes Jahr gemeinsame Militärmanöver ab. Die EU muß komplett den Verstand verloren haben solche Länder aufzunehmen. Die lernen aus kapitalen Fehlern offenbar nichts dazu.
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 18695
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon think twice » Mo 9. Apr 2018, 20:52

Alexyessin hat geschrieben:(09 Apr 2018, 21:15)

Wenn ich dir jetzt mit Bayern und Geberland komme, was sagst du dann?

Dann frage ich dich, was Bayern mit Ungarn zu tun hat.
#ausgehetzt - Danke München!
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 762
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Skeptiker » Mo 9. Apr 2018, 20:52

Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur? Tja, und was können WIR dagegen tun? Vielleicht die Ursachen abstellen?

Ich könnte nun aus den vergangenen Beiträgen zitieren und ein Medley der Beschimpfungen zusammenstellen. Warum aber diese Aufgeregtheit?

Die Ungarn fahren einen Kurs den man nationalistisch nennen kann. Aber es ist der von ihnen gewählte Kurs. Jeder Versuch das von außen zu ändern wird nur eine Trotzreaktion von innen hervorrufen (das aktuelle Ergebnis ist ein solches).

Wenn wir Europa einen wollen, dann müssen wir den weltanschaulichen Graben der sich zwischen den südwestlichen und nordöstlichen Staaten ergeben hat versuchen zu überwinden. Vielleicht hört man mal zur Abwechslung dem anderen zu, anstatt dessen Argument gleich pauschal als "entgegen unserer Werte" zu verurteilen.

Ich bin mir sehr sicher, dass die östlichen Staaten sich die Demokratie nicht nehmen lassen werden. Sie haben aber ein fundamental anderes Bild von Gesellschaftspolitik. Westliche überdrehte Progressivität konfrontiert mit ostlich konservativen Gesellschaften, DAS sprengt Europa gerade - nicht der Traum der Ungarn von einer Diktatur.
Benutzeravatar
Excellero
Beiträge: 971
Registriert: So 16. Nov 2014, 12:32
Benutzertitel: Abgehängter AfD Wähler

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Excellero » Mo 9. Apr 2018, 20:59

Misterfritz hat geschrieben:(09 Apr 2018, 21:36)

Apropos Balkan, der strebt auch in die EU, warum wohl?


Das Geld lockt... die Frage sollte eher sein weshalb ist die EU so scharf auf den Balkan? ;)
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muß man eigenen haben.
-Immanuel Kant
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19206
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon H2O » Mo 9. Apr 2018, 20:59

@skeptiker:

Alles völlig richtig; ich bin aber gar nicht gewillt, mich auf einen Rückmarsch ins 19. Jahrhundert zu begeben. Also: Wenn die Ungarn mit großer Mehrheit diesen Weg gut heißen, dann trennen sich die Wege in einer Gemeinschaft, die angelegt wurde als sich stetig vertiefende Zusammenarbeit. Das wurde in Verträgen festgelegt und ratifiziert.

Das ist die EU, für die sich solidarische Opfer lohnen. Nur diese EU. Das heißt nicht, daß man nicht dort zusammen arbeitet, wo das von gegenseitigem Vorteil ist. Aber bitte nicht in einer Werte und Solidargemeinschaft, die der Partner gar nicht anstrebt.
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 4335
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Misterfritz » Mo 9. Apr 2018, 21:00

Excellero hat geschrieben:(09 Apr 2018, 21:59)

Das Geld lockt... die Frage sollte eher sein weshalb ist die EU so scharf auf den Balkan? ;)
Ist die EU so scharf darauf?
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 68208
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Streitsüchtiger Grantdackl
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Alexyessin » Mo 9. Apr 2018, 21:03

think twice hat geschrieben:(09 Apr 2018, 21:52)

Dann frage ich dich, was Bayern mit Ungarn zu tun hat.


Wir können auch Hamburg nehmen. Was du gerade machst ist die Geber-Nehmerland Diskussion aus dem Blickwinkel der Geber. Ich weiß ja nicht genau, ob du so begeistert bist, wenn ein Geberland in der Bundesrepublik den Diskussionspunkt auf den Finanzausgleich bringt.....
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19206
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon H2O » Mo 9. Apr 2018, 21:05

Misterfritz hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:00)

Ist die EU so scharf darauf?


Ja, zumindest einige Salonstrategen, die "den Balkan nicht Putin überlassen" wollen. Oder nicht "den Chinesen". Ich halte solche Sandkastenspiele für groben Unfug. Es kann nur zusammen kommen, was zusammen strebt. Und genau da ist das Gegenteil zu beobachten.
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 4335
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Misterfritz » Mo 9. Apr 2018, 21:18

H2O hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:05)

Ja, zumindest einige Salonstrategen, die "den Balkan nicht Putin überlassen" wollen. Oder nicht "den Chinesen". Ich halte solche Sandkastenspiele für groben Unfug. Es kann nur zusammen kommen, was zusammen strebt. Und genau da ist das Gegenteil zu beobachten.
Und auch nicht jedes Land, dass gerne gen Europa streben möchte (z.B. Türkei), muss genommen werden. Klar wollen die Balkanstaaten an die europäischen Fleischtöpfe und es ist auch ein bisschen verständlich, dass man diese Staaten - schon auch aus geopolitischen Überlegungen - nicht unbedingt gen Osten verlieren möchte.
Ich habe schon lange mit dem Gedanken des Europas der zwei Geschwindigkeiten geliebäugelt. Aber soweit ist die EU leider noch nicht.
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 18695
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon think twice » Mo 9. Apr 2018, 21:26

Alexyessin hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:03)

Wir können auch Hamburg nehmen. Was du gerade machst ist die Geber-Nehmerland Diskussion aus dem Blickwinkel der Geber. Ich weiß ja nicht genau, ob du so begeistert bist, wenn ein Geberland in der Bundesrepublik den Diskussionspunkt auf den Finanzausgleich bringt.....

Ich kenne jetzt kein deutsches Nehmerand, welches sich so benimmt wie Ungarn. OK, manche der Einwohner der Nehmerlaender wollen auch nur nehmen und nicht geben, aber entsprechende Parteien waehlen sie dann doch nicht mehrheitlich.
Kann man also nicht vergleichen.
#ausgehetzt - Danke München!
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 68208
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Streitsüchtiger Grantdackl
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Alexyessin » Mo 9. Apr 2018, 21:29

think twice hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:26)

Ich kenne jetzt kein deutsches Nehmerand, welches sich so benimmt wie Ungarn. OK, manche der Einwohner der Nehmerlaender wollen auch nur nehmen und nicht geben, aber entsprechende Parteien waehlen sie dann doch nicht mehrheitlich.
Kann man also nicht vergleichen.


Sicherlich kannst du es vergleichen. Du hast mit Geld argumentiert, vergiss das nicht. Und genau DAS tut Bayern in Bezug auf Deutschland auch.
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Misterfritz
Moderator
Beiträge: 4335
Registriert: So 4. Sep 2016, 14:14
Benutzertitel: Cheffe vons Rudel
Wohnort: Badische Sahelzone

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Misterfritz » Mo 9. Apr 2018, 21:35

Alexyessin hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:29)

Sicherlich kannst du es vergleichen. Du hast mit Geld argumentiert, vergiss das nicht. Und genau DAS tut Bayern in Bezug auf Deutschland auch.
Wir hätten Bayern nie in die BRD aufnehmen sollen - also so nachem Krieg :D
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19206
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon H2O » Mo 9. Apr 2018, 21:37

Misterfritz hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:18)

Und auch nicht jedes Land, dass gerne gen Europa streben möchte (z.B. Türkei), muss genommen werden. Klar wollen die Balkanstaaten an die europäischen Fleischtöpfe und es ist auch ein bisschen verständlich, dass man diese Staaten - schon auch aus geopolitischen Überlegungen - nicht unbedingt gen Osten verlieren möchte.
Ich habe schon lange mit dem Gedanken des Europas der zwei Geschwindigkeiten geliebäugelt. Aber soweit ist die EU leider noch nicht.


Na ja, in die EU streben viele; der Bratenduft steigt eben verlockend aus der Küche. Aber nicht nur die Türkei gedenkt ansonsten unabgestimmt und ungehindert das zu tun, was sie allein für richtig hält. Gar nicht erst hinein lassen, und im Inneren der EU eigene Wege gehen. Die EU als Organisation ist nicht in der Lage, eine Gruppe von Staaten vor die Tür zu setzen, wenn die sich gegen die Interessen der EU verhalten und bestehende Verträge mit voller Absicht brechen.

Es bleibt kein anderer Weg zur Rettung der vereinbarten Gemeinschaft, als daß eine Gruppe Gleichgesinnter die EU verläßt und eine EU mit künftig besseren Steuerungsmöglichkeiten gründet. Nach Lage der Dinge könnte das die EURO-Gruppe sein, die ja schon durch die Einführung der Gemeinschaftswährung ihren Willen zur gemeinsamen Zukunft ausgedrückt haben. Selbst eine EU der unterschiedlichen Geschwindigkeiten zwingt zu sinnlosen Zahlungen an Partner, die das vereinbarte Ziel nicht anstreben.

Präsident Macron hat das ziemlich klarsichtig erkannt: Eigener Finanzminister, eigenes Parlament. Da sind etliche Leute furchtbar zusammen gezuckt, aber je länger man sich in das Thema vertieft, umso logischer ist dieser Schritt.
Benutzeravatar
think twice
Beiträge: 18695
Registriert: Fr 4. Jul 2014, 14:14
Benutzertitel: sozialdemokratisch
Wohnort: Bunte Republik Deutschland

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon think twice » Mo 9. Apr 2018, 21:39

Alexyessin hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:29)

Sicherlich kannst du es vergleichen. Du hast mit Geld argumentiert, vergiss das nicht. Und genau DAS tut Bayern in Bezug auf Deutschland auch.

Nein, ich habe die Zahlen nur genannt, weil du Ungarn als wichtigen Bestandteil für Europa bezeichnet hast.
#ausgehetzt - Danke München!
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19206
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon H2O » Mo 9. Apr 2018, 21:47

think twice hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:39)

Nein, ich habe die Zahlen nur genannt, weil du Ungarn als wichtigen Bestandteil für Europa bezeichnet hast.


Kein Land ist überflüssig; es kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.
Benutzeravatar
Orbiter1
Beiträge: 1979
Registriert: Fr 23. Feb 2018, 13:25

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Orbiter1 » Mo 9. Apr 2018, 23:24

Skeptiker hat geschrieben:(09 Apr 2018, 21:52)

Wenn wir Europa einen wollen, dann müssen wir den weltanschaulichen Graben der sich zwischen den südwestlichen und nordöstlichen Staaten ergeben hat versuchen zu überwinden. Vielleicht hört man mal zur Abwechslung dem anderen zu, anstatt dessen Argument gleich pauschal als "entgegen unserer Werte" zu verurteilen.

Es geht nicht um ihre Werte oder unsere Werte. Es geht um die Werte zu denen sich jedes Mitglied der EU mit seiner Aufnahme in die EU verpflichtet hat. Die stehen in Artikel 2 des EU-Vertrages.

„Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“

Wenn Ungarn von diesen Werten nichts mehr wissen will ist das kein Problem. Einfach aus der EU austreten und das Thema ist erledigt. Falls Ungarn aber in der EU bleiben möchte sind diese Werte einzuhalten.
Ich bin mir sehr sicher, dass die östlichen Staaten sich die Demokratie nicht nehmen lassen werden.
De Facto lassen sich die Ungarn und die Polen häppchenweise die Demokratie nehmen. Deswegen gibt es auch die EU-Verfahren gegen diese Länder.
Sie haben aber ein fundamental anderes Bild von Gesellschaftspolitik. Westliche überdrehte Progressivität konfrontiert mit ostlich konservativen Gesellschaften, DAS sprengt Europa gerade - nicht der Traum der Ungarn von einer Diktatur.
Welche der Werte oben würden sie denn als überdrehte Progressivität bezeichnen?
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 68208
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Streitsüchtiger Grantdackl
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Alexyessin » Di 10. Apr 2018, 07:42

think twice hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:39)

Nein, ich habe die Zahlen nur genannt, weil du Ungarn als wichtigen Bestandteil für Europa bezeichnet hast.


Nein, ich habe nicht Ungarn als wichtigen Bestandteil für Europa bezeichnet sondern deinem Ausdruck als Entwicklungsland widersprochen. Unterschied erkannt?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 68208
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Streitsüchtiger Grantdackl
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Alexyessin » Di 10. Apr 2018, 07:43

Misterfritz hat geschrieben:(09 Apr 2018, 22:35)

Wir hätten Bayern nie in die BRD aufnehmen sollen - also so nachem Krieg :D


Meine Rede :D
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Skeptiker
Beiträge: 762
Registriert: Do 11. Jan 2018, 22:26

Re: Ungarn: Ein EU-Land auf dem Weg zur Diktatur?

Beitragvon Skeptiker » Di 10. Apr 2018, 08:20

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Apr 2018, 00:24)
Es geht nicht um ihre Werte oder unsere Werte. Es geht um die Werte zu denen sich jedes Mitglied der EU mit seiner Aufnahme in die EU verpflichtet hat. Die stehen in Artikel 2 des EU-Vertrages.


Das was alle EU-Staaten in den letzten Dekaden gelernte haben ist, dass letztendlich kein Vertrag in Europa wirklich verbindlich gilt. Immer wenn es eine Befindlichkeit gibt wird neu ausgehandelt. Genau das machen die Ungarn nun.
Indem man Osteuropa in die EU aufgenommen hat, hat man auch deren Mentalität in die EU aufgenommen. Das hat man sich anders vorgestellt - klar - aber auch die SIND nun EU. Damit haben sie de facto die Macht die Richtung in der EU mit auszuhandeln.
Bedeutet konkret: Ja, man kann auf Verträge pochen, aber dann werden die Visegrad Staaten dagegenhalten. Entweder man einigt sich, oder man geht getrennte Wege.

Ich prophezeihe man wird sich einigen, aber das wird auf Dauer den westlichen Staaten die moralische Deutungshoheit kosten.

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Apr 2018, 00:24)
„Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet.“

Wenn Ungarn von diesen Werten nichts mehr wissen will ist das kein Problem. Einfach aus der EU austreten und das Thema ist erledigt. Falls Ungarn aber in der EU bleiben möchte sind diese Werte einzuhalten.
De Facto lassen sich die Ungarn und die Polen häppchenweise die Demokratie nehmen. Deswegen gibt es auch die EU-Verfahren gegen diese Länder. Welche der Werte oben würden sie denn als überdrehte Progressivität bezeichnen?

Keiner der o.g. Werte ist überdreht progressiv, die ART und WEISE in der im Westen aber mittlerweile hysterisch manche Kampagnen betrieben werden, die z.B. vorgeben der Gleichberechtigung und dem Minderheitenschutz zu gelten, wird aber durchaus als überdreht wahrgenommen.
Wie ist #metoo zu bewerten und warum werden wir permanent mit dem unbereinigten (!) GPG konfrontiert (obwohl der bekanntermaßen eine Ideologiekeule ist). Wieso feiern es bestimmte Leute, dass immer weniger Jungen zum Gymnasium gehen, wenn gleiche Chancen das Ziel sind? To be continued ...
Es gibt eine Menge fragwürdige Entwicklungen die in konservativen Regionen vollkommen anders gesehen werden als im liberalen Westen. Es treibt uns aber auseinander aus jedem Fall immer eine Frage von Gut und Böse zu machen (wie es mittlerweile zum Prinzip geworden ist). Das kommt nun an die Grenze. Die Menschen wollen einfach wieder diskutieren und sich keine moralische Maulkörbe verpassen lassen.

Zurück zu „31. EU - EFTA“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast