Angst vor Ausländern "normal"

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think twice
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Fr 6. Apr 2018, 13:24

Dark Angel hat geschrieben:(06 Apr 2018, 11:58)

"Aus Verzweiflung schwanger gerworden" - doch wohl eher ganz bewusst einkalkuliert, weil dann nicht abgeschoben wird.
Ich frage mich allerdings, ob tt bei einem Deutschen, der unverschuldet obdachlos geworden ist, auch so auf die Tränendrüsen drückt.
Und was ganz speziell den Irak angeht - dort ist der IS zurück geschlagen worden. Irakische Flüchtlinge beginnen freiwillig zurückzukehren, um beim Wiederaufbau zu helfen.
Was sollte die betreffende Familie also daran hindern, es auch zu tun?
Sollte es vielleicht daran liegen, dass der Mann desertiert ist?
Nebenbei - Desertieren vom Militär wird überall auf der Welt strafrechtlich verfolgt. Also kein Fluchtgrund.

Ja genau, sie haben aus Verzweiflung ein Kind gezeugt. Es nützt ihnen natürlich nichts. Eine Schwangerschaft ist kein Abschiebungshindernis. Aber es war zu erwarten, dass ausser dummen Sprüchen von einigen nichts weiter zur Situation der Familie kommt.

Ich bin auch froh, dass unser Ministerpräsident Weil nicht deine qualifizierte Einschätzung bezüglich der Lage im Irak teilt und es immer noch ein Abschiebungsverbot für den Irak gibt.

Und in Deutschland kann es keine Deserteure geben, weil es garkeine Wehrpflicht gibt.

Naja, wieder mal Perlen vor die Saeue geworfen....
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Eulenwoelfchen
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Eulenwoelfchen » Fr 6. Apr 2018, 13:24

Roady66 hat geschrieben:(06 Apr 2018, 07:24)
Demokratie beinhaltet einen versntwortungvollen Umgang mit den Instrumenten der Demokratie. Diesen Umfang hat die Kanzlerin aus persönlichen Motiven vernachlässigt.

Das hat der EUGH in seinem Urteil zur Grenzöffnung deutlich gemacht. Die Kanzlerin hat politisch Porzellan zerschlagen durch ihr Agieren. Die Scherben schneiden unserer Demokratie ins Fleisch. Antidemokraten wurde Munition geliefert.

Die vielen Worte des zitierten Beitrags bringen keine Erhellung.


Dass Ihnen diverse andere Ansichten und FAKTEN keine Erhellung bringen bzw. brachten, ist unverkennbar. Aber wenn Sie das auch noch schriftlich festhalten wollen, bittesehr!

Unabhängig von Dublin III:


Gegen dessen demokratischen und vertraglich bindenden Beschluß nicht nur Deutschland verstieß, sondern noch viel mehr eine ganze Menge anderer Staaten,
die nicht einmal jene Aufnahme von Flüchtlingskontigenten erfüllen wollten, die jene damals geradezu grotesk niedrige Belastung einer Verteilung von etwas mehr als 100.000 Kriegsflüchtlingen
in der gesamten EU beinhaltete. Vertraglich und demokratisch einwandfrei ins Werk gesetzt. Was wurde daraus? Ein Trauerspiel und hinsichtlich demokratischer Prinzipien, denen hier so das Wort geredet wird, einfach nur eine zynische Verweigerungskomödie.

Deutschland hat unter Merkels humanitärer Entscheidung im übrigen weit über das nach Dublin III geforderte Maß hinaus Menschen in größter Not aufgenommen und behalten.
Das ist also in ihren Augen undemokratisch. Ein Stachel im Fleisch der Demokratie. Einer Demokratie, zu deren höchsten und unumstößlichen Werten Menschlichkeit und die Unantastbarkeit der
Menschenwürde zählt, genauso wie das Recht auf Schutz vor Verfolgung und die Bedrohung von Leib und Leben. Zumal im Angesicht einer absoluten Katastrophensituation, wie sie damals bestand.

Als Fakt bleibt bestehen, dass die Kanzlerin damals keineswegs ohne demokratische Legitimierung handelte, verbrieft und im Grundgesetz niedergelegt. Die Hoheit des Grundgesetzes
kann auch ein EUGH - zumal mit einem Beschluß - der sich gar nicht mit der Legitimationsfrage und der Richtlinienkompetenz eines Bundeskanzlers/in befasste, nicht aufheben.
Damit bleibt auch Ihre Behauptung, und jene von Dark Angel, Merkel hätte keine demokratische Legitimierung gehabt, klar und tatsachenbelegt, weiterhin als falsch und irreführend
widerlegt.

Der Rest ist persönliche Meinung... und ausländerfeindliche Stimmungsmache, mit der man unter dem Deckmantel des Mehrheitswillens, einer immer mehr ressentimentgeschwängerten
grassierenden Ablehnungshaltung in der deutschen Bevölkerung "natürlichen" Auftrieb und Rechtfertigungsgründe liefert.
Auch, indem man eine Kanzlerin Merkel immer mehr und immer wieder mit dem Stigma einer undemokratisch agierenden Politikerin hinsichtlich der damaligen Ereignisse belegt. Die wie Sie das so schön sagen, und aus rein persönlichen
Motiven einen verantwortungsvollen Umgang mit den Instrumenten der Demokratie vernachlässigt oder gar ignoriert hätte. Also antidemokratisch-autoritär handelte.

Aber was waren ihre persönlichen Motive in jener Katastrophensituation der damalige Flüchtlingsereignisse?

Humanitäre Erwägungen, Hilfe in höchster Not und Schutz von Menschen, die in schierer Verzweiflung und nackter Existenzangst, vor dem Tod und Verfolgung, für sich, ihre Familien und vor allem ihre Kinder
auf ein unbürokratisches Erbarmen hofften. Auf eine barmherzige Ausnahme. Hilfe und Schutz in höchster menschlicher Not. Das hatte ihnen Angela Merkel gegeben. Verantwortungslos, undemokratisch und unbürokratisch. Aus dem Blickwinkel Ihrer menschlich kalten Augen
können Sie das gerne so sehen. Da befinden Sie sich in bester Gesellschaft und immer größer werdender Zustimmung. Auch in der Beurteilung bzw. Verurteilung unserer Bundeskanzlerin.

Aber Sie erlauben hoffentlich auch, dass man dieser Meinung eine faktenbelegte Gegenrede entgegenstellt. Um wenigstens die Tatsachen zu den damaligen Handlungen und Rechtsgrundlagen unserer Demokratie
vor bewusster Missinterpretation, Falschdarstellung und Meinungsmanipulation (unter dem zweifelhaften Deckmantel der Demokratiebesorgtheit) zu bewahren.

Den politischen Leumund der Kanzlerin und dessen Beschädigung bezüglich ihres damaligen humanitären Handelns kann man nicht schützen. Diesem immer stärkeren Kreuzigungsfeuer
aus unserer christlich-abendländischen geprägten sog. Mitte der Gesellschaft wird auch sie politisches Tribut zollen müssen. Christliche Nächstenliebe, lasset alle Kinder zu mir kommen?
Verantwortungsvolles Handeln im Einklang mit unserer Demokratie und ihren hohen Werten des Menschseins und der Menschenwürde?

All dies sind schöne Worte, die man sich gerne wohlfeil ans hochmoralische deutsche Kultur- und Werteverständnisjäckchen heftet.

Das kostet nichts, ausser einem unverbindlichen Lächeln.

Sich gegen diese Bigotterie zu stellen, die das gesegnete Wort predigt, dem dann die wenig segensreiche Tat folgt, dagegen schon.

Nun kann es weitergehen. Mit Deutschland zurück in die Nacht. Viel Erfolg.

Wir haben alles gesagt, was UNS wichtig war und ist.

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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Unité 1 » Fr 6. Apr 2018, 13:40

Hyde hat geschrieben:(06 Apr 2018, 14:08)

Solche Aussagen sind doch Standart bei unseren ganzen Ostdeutschlandverstehern.

Ich frage mich, wie sich der Rassismus in Ostdeutschland entwickelt hätte, wenn es keine Wiedervereinigung gegeben hätte. Vielleicht hätten die Ostdeutschen dann selbstkritischer auf die eigenen Entwicklungen blicken können. Dadurch, dass der Osten nun aber zu Gesamtdeutschland gehört, scheint mir eine kritische Debatte über den Osten nicht möglich, da das sofort von diesen Ossi/Wessi Dingen überlagert wird und man aus politischer Korrektheit (um den Ossi nicht zu diskreditieren und nicht in seinen Gefühlen zu verletzen) Ostdeutschland lieber nicht kritisiert und sich über dortige Fehlentwicklungen lieber ausschweigt.

Also so ähnlich, wie man Probleme bei der Integration manchmal totschweigt wegen der Gefahr des Vorwurfs der Ausländerfeindlichkeit, so schweigt man Probleme in Ostdeutschland tot wegen der Angst des Vorwurfs der Ostdeutschlandfeindlichkeit. Und die Ostdeutschen fühlen sich direkt verletzt, wenn sie kritisiert werden.

Hätten sie ihren eigenen Staat, in dem es nicht das Ost/West-Thema gäbe, dann wären die Ostdeutschen wohl stärker zur Selbstkritik in der Lage und es müsste keine Rücksicht auf „politische Korrektheit“ gegenüber dem Ossi genommen werden.

Eventuell ist Pauschalisierung Teil, nicht Lösung des Problems. Verzichtete man auf das Pauschalisieren, wäre man in der Lage, sich mit diversen Studien auseinanderzusetzen, könnte das Problem analysieren und Strategien entwickeln. Doppelplusgut: Das beträfe nicht nur das selbstunkritische Ostdeutschland, sondern ebenfalls entsprechende Regionen im Westen Deutschlands. Die Normalisierung rechtsextremer und menschenfeindlicher Positionen betrifft nämlich ganz Deutschland, sogar den selbstkritisch-reflektierten Teil.

Was die Verharmlosung und das Totschweigen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland betrifft, hast du zwar recht. Mit so einer dämlichen Pauschalschelte wirst du allerdings nichts erreichen. Statt "Selbstkritik" der Ostdeutschen einzufordern (wie soll die überhaupt aussehen?), erscheint es mir zielführender, linke und bürgerliche Kräfte vor Ort in ihren Bemühungen gegen rechtsextreme Bestrebungen zu stärken. Das machte die Einforderung des Engagements kommunaler Verwaltungen und Politik unabdingbar.

tl;dr: Aus lauter Rücksicht auf politische Korrektheit den Ossis drei reinzuwürgen, erzeugt zwar die Vergewisserung des Stehens auf der richtigen Seite der Elbe, aber mehr auch nicht.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 14:13

Vongole hat geschrieben:(06 Apr 2018, 14:14)
Du weißt aber schon, dass der Irak meilenweit davon entfernt ist, ein Rechtsstaat genannt zu werden?

Ich habe auch nicht behauptet, dass der Irak ein Rechtsstaat wäre, sondern lediglich auf die Tatsache hingewiesen, dass irakische Flüchtlinge beginnen zurückzukehren.
Ändert aber auch nichts daran, dass für die betreffende Familie weder ein Fluchtgrund noch ein Asylgrund (§16a GG, Genfer Konvention, Bürgerkrieg) bestand, ansonsten hätte das BAMF entsprechend entschieden.

Vongole hat geschrieben:(06 Apr 2018, 14:14)]Und dass dort auf Desertion die Todesstrafe steht?

Der Irak ist nicht der einzige Staat, der die Todesstrafe bei Desertion verhängt.
Dem Mann war bewusst, dass er eine strafbare Handlung begeht und er wusste auch welche Strafe ihn erwartet.
Ist immer noch kein Fluchtgrund.

Vongole hat geschrieben:(06 Apr 2018, 14:14)Angesehen davon fallen mir eine Menge Staaten ein, wo ich Desertion als Fluchtgrund anerkennen würde, angefangen bei unserem Bündnispartner Türkei.

Tut mir leid, aber entscheident ist die Rechtslage und die sieht nunmal keine strafbare Handlung als Asylgrund vor.
Es lag a) keine politische Verfolgung vor und b) desertierte der Mann aus der regulären Armee, die gegen den IS kämpfte.
Bei allem Verständnis für seine Sorge um seine Familie, habe ich kein Verständnis für seine feige Flucht.
Die gleichen Sorgen, die dieser Mann hatte, hatten Tausende andere ebenso und die sind nicht desertiert.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 14:33

think twice hat geschrieben:(06 Apr 2018, 14:24)
Ja genau, sie haben aus Verzweiflung ein Kind gezeugt. Es nützt ihnen natürlich nichts. Eine Schwangerschaft ist kein Abschiebungshindernis. Aber es war zu erwarten, dass ausser dummen Sprüchen von einigen nichts weiter zur Situation der Familie kommt.

Ich bin auch froh, dass unser Ministerpräsident Weil nicht deine qualifizierte Einschätzung bezüglich der Lage im Irak teilt und es immer noch ein Abschiebungsverbot für den Irak gibt.

Und wenn du noch so sehr herumjaulst. Das BAMF hat auf der Grundlage geltenden Rechts entschieden und für die betreffende Familie liegt kein Asylgrund vor. Punkt, Ende!

think twice hat geschrieben:(06 Apr 2018, 14:24)Und in Deutschland kann es keine Deserteure geben, weil es garkeine Wehrpflicht gibt.

Desertion von Streitkräften hat nicht das Geringste mit dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Wehrpflicht zu tun.
Selbstverständlich gibt es auch bei der Bundeswehr Deserteure und die werden gem. §16 WStG mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft.
Soldaten leisten einen Diensteid (Fahneneid) auf die Bundesrepublik Deutschland und dieser Eid ist verpflichtend für die Dauer des Wehrdienstes.
Wer diesen Eid bricht und sich unerlaubt von der Truppe entfernt, der desertiert UND macht sich damit strafbar.
SO sind die Fakten! Und die habe rein gar nix mit dem Hirnmüll zu tun, den DU von dir gibst.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon PeterK » Fr 6. Apr 2018, 14:47

Dark Angel hat geschrieben:(06 Apr 2018, 09:59)
Warum wäre das traurig? Ich kenne die Absichten, eines Menschen nicht, den ich zum ersten Male sehe, also verhalte ich mich (zunächst) neutral.

Besser formuliert wäre wohl gewesen: "Ich finde das traurig."

Auch ich kenne die Absichten, eines Menschen nicht, den ich zum ersten Male sehe, also verhalte ich mich (zunächst) freundlich.

Aber das macht halt jeder so, wie er kann und es ihm liegt.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Fr 6. Apr 2018, 14:56

Dark Angel hat geschrieben:(06 Apr 2018, 15:13)

Tut mir leid, aber entscheident ist die Rechtslage und die sieht nunmal keine strafbare Handlung als Asylgrund vor.
Es lag a) keine politische Verfolgung vor und b) desertierte der Mann aus der regulären Armee, die gegen den IS kämpfte.
Bei allem Verständnis für seine Sorge um seine Familie, habe ich kein Verständnis für seine feige Flucht.
Die gleichen Sorgen, die dieser Mann hatte, hatten Tausende andere ebenso und die sind nicht desertiert.

Es gibt ja Ossis, die sagen auch, die Mauertoten an der innerdeutschen Grenze wären selbst schuld an ihrem Tod. Die haetten ja auch gewusst, dass sie über Minen laufen und den Lauf des Gewehrs der NVA im Nacken hatten.
Gehörst du auch zu denen mit der Meinung? Bestimmt.
Und fang jetzt nicht an, die Fluchten der DDR-Buerger wären was ganz Anderes. Die lebten nicht inmitten von Bombenkratern und liefen nicht Gefahr, als Soldaten vom korrupten Militär an den IS verkauft zu werden.

Ich habe für jeden Verstaendnis, der vor Hunger, Unterdrückung, Diktatur, Terror und Krieg flieht. Du anscheinend nicht.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon think twice » Fr 6. Apr 2018, 15:02

Dark Angel hat geschrieben:(06 Apr 2018, 15:33)

Und wenn du noch so sehr herumjaulst. Das BAMF hat auf der Grundlage geltenden Rechts entschieden und für die betreffende Familie liegt kein Asylgrund vor. Punkt, Ende!

.

Weisst du was? Ich schreibe meine Erlebnisse nicht mehr in diesem Forum, um irgendwen zum Nachdenken zu bringen oder um Verständnis zu werben. Das habe ich aufgegeben.
Ich weiss, dass ich euch provoziere und ihr euch immer wieder in eurer ganzen Menschenverachtung outet. Aber obwohl ich denke, ich bin inzwischen abgehärtet, bin ich doch immer wieder erschüttert, was manche so raushauen.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon sunny.crockett » Fr 6. Apr 2018, 15:57

think twice hat geschrieben:(06 Apr 2018, 14:24)
Und in Deutschland kann es keine Deserteure geben, weil es garkeine Wehrpflicht gibt.
Naja, wieder mal Perlen vor die Saeue geworfen....


..im Irak gibt es auch keine Wehrpflicht, das ist auch eine Berufsarmee.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Marmelada » Fr 6. Apr 2018, 15:59

Unité 1 hat geschrieben:(06 Apr 2018, 14:40)

Eventuell ist Pauschalisierung Teil, nicht Lösung des Problems. Verzichtete man auf das Pauschalisieren, wäre man in der Lage, sich mit diversen Studien auseinanderzusetzen, könnte das Problem analysieren und Strategien entwickeln. Doppelplusgut: Das beträfe nicht nur das selbstunkritische Ostdeutschland, sondern ebenfalls entsprechende Regionen im Westen Deutschlands. Die Normalisierung rechtsextremer und menschenfeindlicher Positionen betrifft nämlich ganz Deutschland, sogar den selbstkritisch-reflektierten Teil.
Ich würde sagen, im Westen vollzieht sie sich diese Normalisierung seit einigen Jahren, während sie im Osten direkt nach der Wiedervereinigung eingesetzt hat. Kopernikus hat mal einen längeren Beitrag zur Entstehung der Antifa Ostdeutschlands geschrieben, den ich leider nicht finden kann. Kurz gesagt ging es darum, dass rechtsextreme Jugendliche alle anderen Jugendlichen terrorisierten und niemand sie daran hinderte, schon gar keine staatlichen Institutionen. In diesem Umfeld konnte auch der NSU gedeihen. Gleichfalls haben die im Vorfeld zum Terrorismus im großen Stil in ihrem ursprünglichen Lebensumfeld andere neonazistisch drangsaliert, weitestgehend ungestört. Weil die in meinem Alter sind, hat es mich schier vom Stuhl gehauen, als ich die verschiedenen Geschichten dazu gelesen und Dokumentationen darüber gesehen habe. Denn hier gab es sowas tatsächlich nicht. Selbst wenn ich aus einem irren Impuls heraus ein positives Interesse am Nationalsozialismus entwickelt hätte, es wäre schwierig gewesen, Mitstreiter zu finden. Man hätte sich auf eine sehr umfangreiche Suche nach Gesinnungsgenossen machen müssen, während an den Schulen der späteren NSUler neonazistische Jugendliche wie Könige herumstolzierten.

Selbstkritisch-reflektierende Anmerkung: Das heißt nicht, in meinem südwestlichen Teil Deutschlands sei eine Jugend mit Potenzial zur Weltrettung herangewachsen. Ich würde es mit unpolitisch-oberflächlich umschreiben. Florian Illies feiert das in "Generation Golf" stolz ab, ich finde es weniger gut. Diese Jugend lässt sich heute durch schwarze Nullen beeindrucken.

Was die Verharmlosung und das Totschweigen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland betrifft, hast du zwar recht. Mit so einer dämlichen Pauschalschelte wirst du allerdings nichts erreichen. Statt "Selbstkritik" der Ostdeutschen einzufordern (wie soll die überhaupt aussehen?), ...
Hier wäre eine selbstreflektierende Betrachtung:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/ex- ... _id=369296
Nierth: Das sicher, das … Aber der Knackpunkt liegt ja auch da mit in der Ost-Vergangenheit. Und ich darf das als Ossi, denke ich mal, auch sagen. Wir haben ohne Zweifel ein stärkeres Problem mit offenem Rechtsradikalismus in Ostdeutschland, so wie es ja auch jetzt der Bericht der Bundesregierung klar benannt hat. Das ist nicht schön, das zu sehen, aber es ist an der Zeit, dass wir als Ostdeutsche uns das auch eingestehen. Denn es hat Ursachen. Die sind natürlich zum einen in der DDR-Vergangenheit zu sehen, dass da gezielt freie Meinung, Individualität nicht gefragt war und vor allem der politische Diskurs nicht erlernt wurde. Was gerade schon angedeutet wurde, es ist auch heute längst noch nicht möglich, wirklich politisch hart zu diskutieren, ohne dass sich das Gegenüber gleich in der Persönlichkeit getroffen fühlt.
Ergänzung dazu: Der Westen hat mit der Adenauer-Ära begonnen, wo es mit Diskurs und Individualität auch nicht weit her war. Das hat sich erst durch die 68er geändert.
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Dark Angel » Fr 6. Apr 2018, 16:01

think twice hat geschrieben:(06 Apr 2018, 15:56)

Es gibt ja Ossis, die sagen auch, die Mauertoten an der innerdeutschen Grenze wären selbst schuld an ihrem Tod. Die haetten ja auch gewusst, dass sie über Minen laufen und den Lauf des Gewehrs der NVA im Nacken hatten.
Gehörst du auch zu denen mit der Meinung? Bestimmt.

Nein bin ich nicht!

think twice hat geschrieben:(06 Apr 2018, 15:56)Ich habe für jeden Verstaendnis, der vor Hunger, Unterdrückung, Diktatur, Terror und Krieg flieht. Du anscheinend nicht.

Verständnis für etwas haben und geltendes Recht/geltendes internationales Völkerrecht sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.
Ich habe auch Verständnis dafür, wenn jemand vor Hunger und Unterrückung flieht, wenn er ein besseres Leben will, aber noch so viel Verständnis ändert nichts an der Rechtslage.
Ist nunmal so, muss man sich mit abfinden. Da hilft kein Rumgejaule.
Unser gutes Leben, unser Wohlstand sind nicht vom Himmel gefallen, dafür haben Generationen hat gearbeitet!
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Re: Angst vor Ausländern "normal"

Beitragvon Provokateur » Fr 6. Apr 2018, 16:08

Hier ist wieder Meldefest. Ich mache mal zu.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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