Deutschrussen

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Uffhausen
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Deutschrussen

Beitragvon Uffhausen » Sa 17. Mär 2018, 17:02

Reportage zur Russland-Wahl: Putins Glorie strahlt bis nach Köln

Im Grunde nicht anders wie bei den Türken in Deutschland bzgl. Erdogan - die Russen in Deutschland stehen der deutschen Politik, den deutschen Medien, vielleicht sogar auch dem westlichen Weltbild sowie der Demokratie kritisch bis abwertend gegenüber, weil hier in Deutschland Putin und seine Politik nicht automatisch bis selbstverständlich über den Klee und darüber hinaus gelobt wird. Im Gegensatz zu den Türken wird bei den Russen deswegen aber kein Fass aufgemacht; hinsichtlich offensichtlicher Integrationsverweigerung, Entstehung von Parallelgesellschaften, Abschaffung von doppelter Staatsbürgerschaft usw. - WARUM? :?:

-----------------------------------------------------------------------------

Meine persönliche Erfahrung:

Schon von Kleinauf habe ich Russen in meinem direkten gesellschaftlichen Umfeld - und mit keinen anderen ausländischen Mitmenschen habe so ein Problem wie mit denen (bzw. eigentlich habe ich gar keine Probleme mit den Russen, weil da einfach GAR NICHTS passiert - das ist ja das Problem!). In der Grundschule hatten wir einige Russenkinder, die redeten aber ständig (auch während des Unterrichts) immer in ihrer Landessprache und blieben regelmäßig unter sich. Mit den türkischen, jugoslawischen und italienischen Kindern gab es derlei Schwierigkeiten nicht. Diese lernten auch schnell akzentfreies deutsch, während die Russenkinder weiters übelst radebrechten. Wir haben die Russenkinder aber nicht gemieden, im Gegenteil - aber sie rannten immer vor uns weg. Fragwürdigerweise landeten die Russenkinder nach der Grundschule mehrheitlich auf dem Gymnasium, während die südeuropäischen Kinder hauptsächlich eine Hauptschulempfehlung erhielten.

Auf der Realschule war es mit den Russen ein wenig besser; man konnte sich miteinander unterhalten, nachhaltiger Kontakt oder gar Freundschaften entstanden jedoch nicht - auf dem Pausenhof gab es die "Russenecke", wo sich in der großen Pause ausschließlich Russenkinder aufhielten und russisch gesprochen wurde. Auch hier: Andersartige "Ausländerbereiche" gab es nicht. Auch vergleichsweise "reine" deutsche Cliquen existierten nicht.

Ich arbeite in der Altenpflege und seit gut einem halben Jahr ist auf meiner Station eine schnucklige, leider demente, russische Omi - kein Problemfall, auch wenn sie kein deutsch spricht und man sich folglich kaum mit ihr verständigen kann. Man kann sich ja auch mit Gestik und Mimik verständigen. Klappt wunderbar, die Omi macht einen zufriedenen Eindruck. Ihren Angehörigen reicht das nicht. Sie möchten, dass nur das russischsprachige Personal sich um die Omi kümmert; sie holen sich auch nur (freilich auf russisch!) von entsprechenden Kolleginnen ihre Infos. Laut meinen russischen Kolleginnen lästert diese Familie auch heftigst über uns anderen Nicht-Russen ab und unterstellt uns die wüstesten Dinge - obgleich sie uns ansonsten höflich und freundlich gegenüber treten. Details möchten meine russischen Kolleginnen nicht nennen ("Dafür gibt es keine deutschen Worte"), auch eine Klärung zusammen mit Einrichtungs- und Pflegedienstleitung ist nicht machbar, weil meine russischen Kolleginnen nicht als "Petzen" oder "Verräterinnen" vor ihren Landsleuten auftreten möchten.

In meiner Stadt gibt es seit Anfang der 90er zwei "Russenviertel" - man nennt sie hier hinter vorgehaltener Hand "Klein-Moskau" und "Klein-Sibirien" - keine trostlosen Plattenbausiedlungen, sondern hübsche, gepflegte und moderne Stadtteile mit Ein- bis Mehrfamilienhäusern samt Gärten. Wir haben gleich drei russische Supermärkte und seit einigen Jahren auch einen Nachtclub, in welchem nur russische Staatbürger Zutritt haben (Ausweiskontrolle!). Deutsche und andere Nationalitäten sind dort unerwünscht und werden von Wachpersonal am Zutritt gehindert. Seit ein paar Monaten ist dort auch die russische Flagge gehisst.

Wenn ich dem Gerede, bzw. dem Gehetze, der mir persönlich bekannten AfD-Anhänger und sonstiger Flüchtlingsgegner in meiner Stadt Glauben schenken würde, wären derlei Verhältnisse eigentlich von anderen Volksgruppen - vorrangig muslimischen Glaubens - zu erwarten. Und nein, ich wohne nicht nicht, wie man vielleicht klischeehaft vermuten könnte, in Ostdeutschland, sondern in einer verschlafenen Stadt im Südwesten Baden-Württembergs mit rund 40 000 Einwohnern; davon angeblich rund 35% Ausländeranteil.
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Brainiac » Sa 17. Mär 2018, 18:52

Interessant. Nach diesem Artikel hört es sich mit der Integration der Spätaussiedler in Lahr eigentlich recht positiv an.

https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/klein-russland-in-lahr-22313271.html

Gegen Abgrenzung einer Community ist m.E. so lange nichts zu sagen, wie man dem deutschen Staat nicht auf der Tasche liegt und die Gesetze beachtet. So hört sich das hier jedenfalls an, wie gesagt.

Hier hatte ich mal einen Strang ua. zu dieser Migrantengruppe eröffnet: http://www.politik-forum.eu/viewtopic.php?f=20&t=63842&p=3915408#p3915408 Danach sieht es bei den Russlanddeutschen auch nicht überall rosig aus und ich finde auch, dass zur Zeit ein einseitiger Fokus auf Muslimen liegt. Im statistischen Durchschnitt (!) allerdings haben die Russlanddeutschen dann doch bessere Werte. Sie hatten auch etwas bessere Ausgangsbedingungen.
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Teeernte » Sa 17. Mär 2018, 19:18

Im Jahr 2012 waren von den drei Millionen aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland Zugewanderten 500.000 russische Staatsbürger.[3] Die Zuwanderer kamen in den Jahren kurz vor und nach dem Zusammenbruch des Ostblocks bzw. der Sowjetunion nach der Wiedervereinigung in die Bundesrepublik Deutschland.

....Viele der ethnischen Russen, vor allem die Jüngeren und Gebildeteren unter ihnen, wollen sich Oschlies zufolge „so rasch wie möglich in ihre neue Umgebung integrieren und sich kulturell assimilieren.

Sie wollen gar nicht als Russen erkannt werden, verschweigen ihre russische Herkunft und als ‚Propagandisten‘ für Sprache und Kultur der Russen sind sie ein Totalausfall.“


Ich kenn die "Nachwende" - Russen auch nicht anders.... (Die Autoschieber sind wieder weg... gen Russland)

Den meisten erkennt man die Herkunft >> NICHT an der Sprache.. die sind auch nicht "Pro" Russisch ...eher etwas Deutsch-National...
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Ebiker » Sa 17. Mär 2018, 19:22

Eine Kollegin von mir war peinlich genau bei Aussprache und Grammatik. Da war kaum was russisches, die war 200% deutsch. Ich hab aber auch das Gegenteil erlebt.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Deutschrussen

Beitragvon H2O » Sa 17. Mär 2018, 19:35

Offenbar bin ich auch hier völlig ahnungslos!

Für mich waren diese Umsiedler aus der ehemaligen Sowjetunion arme geknechtete deutschstämmige Russen, deren Vorfahren zur Zeit Katharinas der Großen nach Rußland angeworben worden waren. Die ihr Deutschtum bewahrten, bis der Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion zu ihrer Umsiedlung möglichst weit weg von der Ukraine und anderen sowjetischen Republiken nach Sibirien und Kasachstan führte. Dort wurden sie weiter wie Aussatz behandelt, so daß die Möglichkeit einer Umsiedlung nach Deutschland als Erlösung erschien.

Ist diese Geschichte denn ein nettes Märchen ohne glückliches Ende?

Hat sich unser Land da eine Gesellschaft zugemutet, die mit uns Deutschen gar nichts im Sinn hat, für die unser Land auch gar keine Erlösung ist, sondern wo nur ein irgendwie notwendiges Wirtsvolk lebt? Merkwürdig!
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Ebiker » Sa 17. Mär 2018, 19:48

Wer glaubt die wären hergekommen weil ihnen das Deutsche so im Blute liegt ist schon sehr blauäugig. Natürlich sind die gekommen weil es ihnen hier besser geht als in der Sowjetunion oder jetzt den ehemaligen GUS Staaten.
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Re: Deutschrussen

Beitragvon H2O » Sa 17. Mär 2018, 19:59

Ebiker hat geschrieben:(17 Mar 2018, 19:48)

Wer glaubt die wären hergekommen weil ihnen das Deutsche so im Blute liegt ist schon sehr blauäugig. Natürlich sind die gekommen weil es ihnen hier besser geht als in der Sowjetunion oder jetzt den ehemaligen GUS Staaten.


Das spricht ja nicht unbedingt gegen sie. Unangenehm empfinde ich schon das ablehnende Verhalten, von dem ich weiter oben lesen konnte. Denen tut ja wohl niemand etwas. Merkwürdig!
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Teeernte » Sa 17. Mär 2018, 20:03

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2018, 19:35)
Dort wurden sie weiter wie Aussatz behandelt, so daß die Möglichkeit einer Umsiedlung nach Deutschland als Erlösung erschien.
Offenbar bin ich auch hier völlig ahnungslos!


Полина Рожински.....? Елена Петровна Фишер ? Nur als Beispiel..... :D

Auch bei Helene Fischer.... wurde 1984 als zweites Kind des russlanddeutschen Ehepaares Maria und Peter Fischer im sibirischen Krasnojarsk geboren. Ihr Vater arbeitete als Sportlehrer, ihre Mutter als Ingenieurin an einer Hochschule.


Полина Рожински....Palina Rojinski: "In der Schule nannten sie mich Ausländerschwein" >> ....Berlin

Das Leben war anstrengend und entbehrungsreich – obwohl meine Eltern gearbeitet und sehr stark für was Besseres gekämpft haben. Selbst als studierte Menschen wie die beiden hatte man wenig Chance auf einen wirklich guten Job und fast gar keine auf ein ansatzweise gutes Leben.

Es gab einfach nichts. Kaum Läden, und da dann vor allem auch quasi nichts zu kaufen. Meine Eltern waren 31 Jahre alt und wollten einfach mehr. Als der erste Hinweis auf eine Ausreisemöglichkeit kam, haben wir es sofort probiert. Deutschland hat uns aufgenommen. Erst meinen Vater – und dann auch meine Mutter und mich.
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Re: Deutschrussen

Beitragvon H2O » Sa 17. Mär 2018, 20:17

Das paßt ja wieder zu den Geschichten, von denen ich gehört hatte. Diese Leute, so vermute ich, haben ihren russischen Staub rasch abgeschüttelt.

Gibt es denn zwei unterschiedliche Gruppen von Umsiedlern, wobei die eine wohl eher als Auswanderer betrachtet werden müßte?
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Teeernte » Sa 17. Mär 2018, 21:13

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2018, 20:17)

Das paßt ja wieder zu den Geschichten, von denen ich gehört hatte. Diese Leute, so vermute ich, haben ihren russischen Staub rasch abgeschüttelt.

Gibt es denn zwei unterschiedliche Gruppen von Umsiedlern, wobei die eine wohl eher als Auswanderer betrachtet werden müßte?


Irgendwo ist ein Deutscher Schäferhund mit Papieren .... und mit nem runden grünen Stempel (vom Wasserwerk von Kiew) konnte man dann kurz nach der Wende "Deutsch" werden.

Es waren auch wie bei WIKI nachzulesen noch 500.000 Russen mit PASS (erlaubt) in D. 2000 .

Einige kümmern sich ....und sind "deutscher" als Deutsch...

...und einige andere kassieren für eine Russische Holz- Kirche ... :D :D :D

SZ-Online: Höchste russisch-orthodoxe Holzkirche entsteht
www.sz-online.de/.../hoechste-russisch- ... 59211.html
02.05.2007 - Magdeburg. Fünf Jahre nach der Grundsteinlegung ist gestern in Magdeburg der Baustart für die höchste russisch-orthodoxe Holzkirche in Deutschland gefeiert worden. Bei dem religiösen Ritus wurden unter anderem in vier Balken Kerben mit einem Beil geschlagen..

„ganz besonderes Zeichen“ für Versöhnung und Freundschaft zwischen dem russischen und dem deutschen Volk, sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU). Er sei zuversichtlich, dass nun auch die „letzten Hindernisse“ gemeinsam aus dem Weg geräumt werden können. Der rund drei Millionen Euro teure Sakralbau soll bis zu 400 Menschen Platz bieten und den Namen „Aller Heiligen“ tragen. Er hoffe, im Mai 2008 den ersten Gottesdienst in der Kirche feiern zu können, sagte der Magdeburger Erzpriester Boris Ustimenko nach der Feier.

Magdeburg: Aus für russisch-orthodoxe Kirche | MZ.de - MZ-Web
https://www.mz-web.de › Mitteldeutschland
03.03.2009 - Magdeburg/dpa. -. Magdeburg wartet nicht länger auf diegoldenen Zwiebeltürme : Nach jahrelanger Verzögerung des Baus einerrussisch-orthodoxen Holzkirche fordert die Stadt zwei Grundstückezurück, teilte die Stadt am Dienstag mit und bestätigte damit einenBericht der «Magdeburger Volksstimme».


Auch die "Russischen Autohändler" sind nach einem Großeinsatz der Polizei (nach ominösen Todesfällen** und Schusswaffengebrauch auf//neben dem grossen unübersichtlichen Gelände) wieder weg....

**Der ungeklärte, gewaltsame Tod des Managers der "Kastelruther Spatzen" beschäftigt auch nach 20 Jahren noch die Ermittler...Anlass war der 20. Todestag des Volksmusik-Managers Karlheinz Gross. Der 39-Jährige war am 6. März 1998 in Magdeburg mit einer schweren Kopfverletzung gefunden worden.

https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/tod-m ... n-100.html

Wer noch hier ist und Arbeit/Familie hat ....merkt man "Russland" auf den ersten Blick nicht an.

Egal ob Aus- ....Um-...oder weg- ...gesiedelt....
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Re: Deutschrussen

Beitragvon H2O » Sa 17. Mär 2018, 21:25

Dem widerspricht aber der Beitrag hier oben!
viewtopic.php?p=4157592#p4157429


Ich kannte das auch nur so:

Die Friseurin meiner Frau kommt aus Kasachstan, ist aber Russin. Perfekt deutsche Sprache... der war die Herkunft nicht an zu merken. Sagt, daß sie zu Hause mit ihrem Mann noch gelegentlich Russisch spricht, aber die Kinder sprechen nur Deutsch und lernen als 1. Fremdsprache Englisch.

Ich hatte das nur bemerkt, als sie von ihrem Mann angerufen wurde, und sie Russisch sprach.
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Quatschki » Sa 17. Mär 2018, 21:39

Meine Erfahrung mit den Deutschrussen:
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Es ist Deutscvhland hier!
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Uffhausen » Sa 17. Mär 2018, 21:43

Brainiac hat geschrieben:(17 Mar 2018, 18:52)

Interessant. Nach diesem Artikel hört es sich mit der Integration der Spätaussiedler in Lahr eigentlich recht positiv an.

https://www.swp.de/suedwesten/landespolitik/klein-russland-in-lahr-22313271.html

Kann sein, dass es in Lahr anders oder besser mit den Russen läuft. Aber ich will dazu kein Urteil fällen, dass kann man wohl erst, wenn man diesen deren Zustand selbst lebt.

Es ist auch nicht so, dass es in meiner Stadt "schlecht" läuft mit den Russen. Nur würde ich halt ganz direkt behaupten, sie bildeten/bilden ganz bewusst - und ja, auch ohne ersichtlichen Grund - eine Parallelgesellschaft zu unserer sonstigen. Nicht so, wie bspw. quasi aktuell muslimische Flüchtlinge hier im Land, die vielleicht eher wegen zunehmender/anhaltender rechtspolitischer Angstmache und unserer Empfänglichkeit dafür an den gesellschaftlichen Rand gedrängt werden und Parallelgesellschaften wohl aus Gründen der Erträglichkeit bilden.

Und wie ich da und dort immer wieder mal gelesen oder gehört habe, stören sich die Russen in Deutschland an diesem Zustand. Sie wären angeblich lieber mehr Teil der deutschen Gesellschaft, statt Randerscheinung. Und deswegen hätten sie auch vermehrt "Angst" vor den Flüchtlingen, bzw. stören sich an entsprechender (merkelscher?) "Willkommenspolitik", weil sie eine solche nicht erfahren haben und befürchten, noch weiter abgedrängt zu werden.

Ich frage mich diesbezüglich halt, grade in Anbetracht der "Zustände" in meiner Stadt: Hat die Russen jemand gezwungen, hauptsächlich unter ihresgleichen zu leben - also, warum haben sie seinerzeit wie in meiner Stadt "Russenviertel" quasi gegründet; warum haben sie sich nicht, wie bspw. die Türken und Südeuropäer "unters (deutsche) Volk gemischt"? Ist das vielleicht eine Frage der Kultur; sind die Russen verschlossener, eigenbrötlerischer und ängstlicher, als bspw. Südeuropäer, denen man Gastfreundlichkeit, Offen- und Kühnheit nachsagt?

In unserem Gemeinderat haben wir einige Politiker mit ausländischen Namen - Italiener, Jugoslawen, Türken, Griechen - aber nichts russisches. Die findet man wenn schon bei der AfD. Warum? Wegen deren Russland- und Putinvernarrtheit? Apropos: Als bei uns Ende 2015 so viele Flüchtlinge in der Stadt waren, haben einige Ladeninhaber englisch- oder arabischsprachige Aushänge mit Infos zu ihren Geschäften u. a. in die Schaufenster gestellt. Naja :s . Unsere örtliche AfD war jedenfalls masslos empört. Die Ausländer sollen gefälligst deutsch lernen und ansonsten wieder abhauen. Aber selbst haben sie zur Landtags- und Bundestagswahl Plakete und Flyer in kyrillischer Schrift für die Russen in unserer Stadt aufgestellt und verteilt. Den Russen hat's freilich gefallen. Aber mir nicht. :mad:
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Uffhausen » Sa 17. Mär 2018, 22:09

H2O hat geschrieben:(17 Mar 2018, 19:59)
Unangenehm empfinde ich schon das ablehnende Verhalten, von dem ich weiter oben lesen konnte. Denen tut ja wohl niemand etwas. Merkwürdig!


Ich könnte mir vorstellen, dem Verhalten liegen vielleicht (weltkriegs-)geschichtliche Nachwehen zugrunde. Womöglich waren oder sind immer noch wir Deutschen dem Russen gegenüber auch gefühlt bis offensichtlich mehr ablehnend als akzeptierend.

Erklärt mir aber auch nicht, weswegen die Russen in Deutschland scheinbar so putinverliebt sind und, warum sie anstatt die Heimreise anzutreten, sich lieber der Merkel, bzw. westlicher, russlandkritischer Politik ausetzen. Was hält sie hier? Sind unsere Russen vielleicht auch nur "reine" Wirtschaftsflüchtlinge?
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Teeernte » Sa 17. Mär 2018, 22:14

Uffhausen hat geschrieben:(17 Mar 2018, 21:43)
... zunehmender/anhaltender rechtspolitischer Angstmache ...


Die "Neudeutschen" Russen sind ...ähmmmm ..... etwas mehr Rechts.... was ich mit "Deutscher" als Deutsch bemerken wollte.

Ich nehme die Russische Dose gezuckerte Kondensmilch..... oder das Konfekt.....auch aus dem Russenladen. Das магазин ... >> - die gibt es aber VORRANGIG in Gegenden wo NeuREICHE Russen wohnen. (Butter im braunen Einmach- Glas), ansonsten >> Goldzähne, Goldene Uhren,...Goldene Ketten - Dicke Rote Samtstoffe als Gardinen/Sofabezug... Pelze, ... Ähnlich wie St.Moritz in Ch. - die GELD verfeiern....in Russischen Etablissiments....mit Russischer Musik. Russischem aufdringlichem schweren Parfüm und Matga` s denen man den eigenartigen Schminkstil schon von 100m ansieht.... die haben meistens noch(zusätzlich) IHREN russischen Pass....und wollen keine Deutschen werden... :D :D :D
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Uffhausen » Sa 17. Mär 2018, 22:32

Teeernte hat geschrieben:(17 Mar 2018, 22:14)

Die "Neudeutschen" Russen sind ...ähmmmm ..... etwas mehr Rechts.... was ich mit "Deutscher" als Deutsch bemerken wollte.


Das weiß ich. Habe ich spätestens gemerkt, als diese Geschichte aus Berlin die Runde machte, von dem von Flüchtlingen vergewaltigten und entführten russischen Mädchen - was sich ja später als komplette Lüge herausstellte - und bei uns wie vielerorts auch urplötzlich tagelang russische Schlägertrupps die meistfrequentierten Plätze und Straßen kontrollierten. :eek:
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Ebiker » Sa 17. Mär 2018, 22:49

Uffhausen hat geschrieben:(17 Mar 2018, 21:43)


Ich frage mich diesbezüglich halt, grade in Anbetracht der "Zustände" in meiner Stadt: Hat die Russen jemand gezwungen, hauptsächlich unter ihresgleichen zu leben - also, warum haben sie seinerzeit wie in meiner Stadt "Russenviertel" quasi gegründet; warum haben sie sich nicht, wie bspw. die Türken und Südeuropäer "unters (deutsche) Volk gemischt"? Ist das vielleicht eine Frage der Kultur; sind die Russen verschlossener, eigenbrötlerischer und ängstlicher, als bspw. Südeuropäer, denen man Gastfreundlichkeit, Offen- und Kühnheit nachsagt?



In welcher Welt haben sich Türken und Südosteuropäer unters deutsche Volk gemischt ? Es geschieht einfach was immer und überall passiert, gleich und gleich gesellt sich gern.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Teeernte » Sa 17. Mär 2018, 22:53

Uffhausen hat geschrieben:(17 Mar 2018, 22:09)

Ich könnte mir vorstellen, dem Verhalten liegen vielleicht (weltkriegs-)geschichtliche Nachwehen zugrunde. Womöglich waren oder sind immer noch wir Deutschen dem Russen gegenüber auch gefühlt bis offensichtlich mehr ablehnend als akzeptierend.

Erklärt mir aber auch nicht, weswegen die Russen in Deutschland scheinbar so putinverliebt sind und, warum sie anstatt die Heimreise anzutreten, sich lieber der Merkel, bzw. westlicher, russlandkritischer Politik ausetzen. Was hält sie hier? Sind unsere Russen vielleicht auch nur "reine" Wirtschaftsflüchtlinge?


Kannste mich ja dazuzählen...als Ossi. (Wirtschaftsflüchtling)

Putinverliebt ? eigentlich nicht.. Man hat nur GLERNT Propaganda und Wahrheit auseinander zu halten. DAS GEHT. 30 Jahre gelernt.....und nun 30 Jahre angewandt. 99% Sicher.

Russische Politik ....ist ähnlich einem (guten) Schachspiel. (Schwarze Figuren.....und als 2. am Zug) nimmt man DENEN eine Figur.....wird er Dir in den nächsten Zügen auch (nur) eine nehmen. - ....wenn man GUT im Schach ist. Aus Emotion - NULL.....Berechnend - jaaaa.

>> Georgien ? ....selbst die Israelis haben 14 Tage vor dem Russischen Angriff in Georgien zusammengepackt....wissend - gleich gibts auf den Sack. (Die können sehr gut solche Dinge vorherberechnen.)
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Teeernte » Sa 17. Mär 2018, 23:23

Uffhausen hat geschrieben:(17 Mar 2018, 22:32)

Das weiß ich. Habe ich spätestens gemerkt, als diese Geschichte aus Berlin die Runde machte, von dem von Flüchtlingen vergewaltigten und entführten russischen Mädchen - was sich ja später als komplette Lüge herausstellte - und bei uns wie vielerorts auch urplötzlich tagelang russische Schlägertrupps die meistfrequentierten Plätze und Straßen kontrollierten. :eek:



Komplett gelogen (Lisa ...13) ? 11. Januar 2016 vermisst......und die Polizei/Aussenministerium/Innenministerium konnte auch am 26. Januar 2016 dem Herrn Lawrow NICHTS sagen ?

Wiederum wurden Ermittlungsverfahren gegen zwei Männer von 20 und 23 Jahren eingeleitet, die bereits früher zwar einvernehmliche aber strafbare[8] sexuelle Kontakte zu dem Mädchen unterhielten. Gegen einen der Tatverdächtigen Ismet S. (24) wurde im Februar 2017 wegen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Herstellung kinderpornografischer Schriften Anklage erhoben. Dieser wusste von der Minderjährigkeit des Mädchens und hatte Handy-Videos des Akts verbreitet. Im Juni 2017 kam es zur Verurteilung mit einer Bewährungsstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten, etwas geringer als die von der Staatsanwaltschaft geforderten 2 Jahre; die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe bis zu anderthalb Jahren. Beide Seiten verzichteten nach dem Urteil auf eine Berufung.

Gegen Blagoy (Journalist) wurde von der Staatsanwaltschaft Berlin Ende Januar 2016 ein Verfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet, das Anfang März 2016 mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt wurde.
Wiki.

In nem anderen Land .....hätte man die Handydaten und das Bewegungsprofil auch erst 14 Tage später ausgewertet ?

Die Behörden, insbesondere die Polizei Berlin, standen wegen ihrer Öffentlichkeitsarbeit in In- und Ausland unter Kritik; unter anderem wurde ihnen eine „Salami-Taktik“ vorgeworfen.
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Re: Deutschrussen

Beitragvon Provokateur » So 18. Mär 2018, 01:16

Ich habe mal eine Deutschrussin gedatet.

Ist nix geworden.

Vielleicht war ich ihr nicht russisch genug, vielleicht hat es auch einfach nicht gepasst.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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