Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

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ThorsHamar
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon ThorsHamar » Fr 28. Okt 2016, 09:33

Hans Albers hat geschrieben:(28 Oct 2016, 08:53)

Ach ja, genau, die Wirtschaftsflüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, die armen Wichten wie Ihnen das Hartz 4 streitig machen wollen. :eek: .....


Da es in einem Forum ja keine Pflicht ist, sich alle Beiträge eines User anzuschauen, ehe man ihm in frecher Art und Weise etwas entgegnet, will ich Dein Anpissen mal ignorieren.
Hier nochmal meine Meinung, welche einen weiteren Unterschied zwischen der Situation der Vertriebenen von damals und den sog. Flüchtlingen von heute beschreibt:
Es ist wohl kaum eine spürbare finanzielle Belastung unseres Gesamthaushaltes, wenn ein paar Millionen Euros für Menschen ausgegeben werden, egal, ob es Flüchtlinge, Wirtschaftsmigranten oder deutsche Bedürftige oder Faulenzer sind .... solange wir allein unseren Flughafen in Berlin bauen, denke ich nicht an die Kohle.
Dass hier der soziale Friede trotzdem bedroht ist, hat mit dem Gefühl vieler Bürger zu tun, dass auf einmal Geld für das Sozialsystem in der Öffentlichkeit auftaucht, welches noch kurz vorher als nicht vorhanden erklärt wurde.
Damit entsteht, neben der "normalen" Neidkomponente, auch eine Art Verdrängungsangst, eine Gemeinsamkeit zu damals.
Der Unterschied ist aber, dass es damals, im Gegensatz zu heute, keine Masseneinwanderung von Ausländern gab, von denen die meisten mit unserem Gesellschaftssystem und dem entsprechendem kulturellen Unterbau überhaupt NICHTS gemeinsam haben.

Heute empfangen wir Menschen aus den gesellschaftlichen Strukturen des Mittelalters, welche es nicht gelernt haben, einen Staat als gemeinsame Verpflichtung zu empfinden.
Viele davon werden es lernen wollen, vielleicht, die meisten aber würden eben gar nicht HIERHER kommen, wenn es unser Sozialsystem nicht gäbe!!
Die Flüchtlinge von damals MUSSTEN hierher kommen, weil sie aus einem anderen Teil ihrer Heimat vertrieben wurden.
Zuletzt geändert von ThorsHamar am Fr 28. Okt 2016, 09:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon Welfenprinz » Fr 28. Okt 2016, 09:44

@firlefanzdetektor:
Dass es regional über die Bundesrepublik sehr verschieden war ,ist mir dann im Laufe des Erwachsenenlebens klar geworden. Unser Dorf hatte 1939 380 Einwohner und seit den 50ern >600 bis zu 800.
Wir waren sozusagen ein hotspot. :D
Und die Einheimischen waren auch schon ein hartes Brett.

Tschuldigung für die Formulierung,die so klingt als ob ALLE Baltendeutschen Freikirchler gewesen wären.
Der Punkt war mir nur wichtig wegen der angeblichen “kulturellen“ Gleichheit.
Findet sein Revival übrigens bei den Pfingstlern unter den Spätaussiedlern.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon Welfenprinz » Fr 28. Okt 2016, 10:03

Ich mein,die genannten Zahlen muss man mal im Verhältnis sehen. Heute wird sich von manchen Leuten die Hose eingepisst,weil evtl bis zu 1Mio Menschen in ein 80 Mio Land kommen. Unfassbar :)

Und noch was zu der regionalen Unterschiedlichkeit: mir ist das erst im Laufe dieser Migrationsdebatte bewusst geworden,dass die Erfahrungen in dieser Republik da teils extrem unterschiedlich sind.
Ich mein hier im westlichen Landkreis Hannover stand ab mitte der 90er jedes zweite Dorf ein Flüchtlingsheim,40-50 Leute in ca 700 Einwohnerdörfern. Jugoslawen,Albaner,Irakis,Afghanen ,yesiden....
Die Jugoslawen sind nach Haus,Medjid ist Kolonnenführer im Gartenbaubetrieb,Chemos Produktionsleiter in der Bäckerei,die Kinder in den örtlichen Fussballvereinen und die Flüchtlingsheime seit 10 Jahren abgerissen.

Vor was oder wem sollen wir jetzt bitteschön Angst haben. Weil die Stadt jetzt n neues Flüchtlingsheim für 500 Leute baut?

Gut,und wie ich im Laufe der letzten Monate erfahren habe scheint es in manchem bayerischen Bergdorf noch nie einen Menschen mit brauner Haut und schwarzen Haaren gegeben zu haben. :(
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon Kael » Fr 28. Okt 2016, 10:29

Ich denke kaum einer würde sich beschweren wenn es tatsächliche Kriegsflüchtlinge sind. Die meisten sind es aber wohl nicht
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon JJazzGold » Fr 28. Okt 2016, 10:29

Welfenprinz hat geschrieben:(28 Oct 2016, 11:03)

Ich mein,die genannten Zahlen muss man mal im Verhältnis sehen. Heute wird sich von manchen Leuten die Hose eingepisst,weil evtl bis zu 1Mio Menschen in ein 80 Mio Land kommen. Unfassbar :)

Und noch was zu der regionalen Unterschiedlichkeit: mir ist das erst im Laufe dieser Migrationsdebatte bewusst geworden,dass die Erfahrungen in dieser Republik da teils extrem unterschiedlich sind.
Ich mein hier im westlichen Landkreis Hannover stand ab mitte der 90er jedes zweite Dorf ein Flüchtlingsheim,40-50 Leute in ca 700 Einwohnerdörfern. Jugoslawen,Albaner,Irakis,Afghanen ,yesiden....
Die Jugoslawen sind nach Haus,Medjid ist Kolonnenführer im Gartenbaubetrieb,Chemos Produktionsleiter in der Bäckerei,die Kinder in den örtlichen Fussballvereinen und die Flüchtlingsheime seit 10 Jahren abgerissen.

Vor was oder wem sollen wir jetzt bitteschön Angst haben. Weil die Stadt jetzt n neues Flüchtlingsheim für 500 Leute baut?

Gut,und wie ich im Laufe der letzten Monate erfahren habe scheint es in manchem bayerischen Bergdorf noch nie einen Menschen mit brauner Haut und schwarzen Haaren gegeben zu haben. :(


Dieses bayerische Bergdorf muss man aber schon mit der Lupe suchen. Liegt wahrscheinlich irgendwo im tiefsten Allgäu, das selbst für Touristen uninteressant ist, da selbst aus der niederbayerischen Provinz einer meiner Kollegen, ein braunhäutiger, tief bayerisch sprechender, kommt.

Aber es soll ja auch Leute geben, nicht Du, die immer noch daran glauben, dass die Bayern wählen, was ihnen der Pfarrer sonntags von der Kanzel vorschreibt und bayerische Dörfer an Inzucht eingehen.

In meinem Heimatort findet sich nahezu alles von Asien über Afrika und Europa bis the Americas/Canada.
Inzwischen ist der Bau einer kleinen Containersiedlung nahezu beendet und die einzigen im ganzen Dorf die sich darüber aufregen sind ein paar ehemalige Rumänienflüchtlinge.
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon Kael » Fr 28. Okt 2016, 10:40

Das Problem sind nicht die Menschen an sich sondern ihr kulturelles Verständnis ;)
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon Kritikaster » Fr 28. Okt 2016, 10:45

Welfenprinz hat geschrieben:(28 Oct 2016, 10:44)

@firlefanzdetektor:
Dass es regional über die Bundesrepublik sehr verschieden war ,ist mir dann im Laufe des Erwachsenenlebens klar geworden. Unser Dorf hatte 1939 380 Einwohner und seit den 50ern >600 bis zu 800.
Wir waren sozusagen ein hotspot. :D
Und die Einheimischen waren auch schon ein hartes Brett.

Tschuldigung für die Formulierung,die so klingt als ob ALLE Baltendeutschen Freikirchler gewesen wären.
Der Punkt war mir nur wichtig wegen der angeblichen “kulturellen“ Gleichheit.
Findet sein Revival übrigens bei den Pfingstlern unter den Spätaussiedlern.

Ist alles gut, Welfenprinz, kein Problem. ;)
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon Welfenprinz » Fr 28. Okt 2016, 11:03

@jazz,das mit dem bayerischen Bergdorf war jetzt mehr ein stilistisches Mittel. ;)
Es scheint irgendwie sehr unterschiedliche Erfahrungen zu geben.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon JJazzGold » Fr 28. Okt 2016, 11:15

Welfenprinz hat geschrieben:(28 Oct 2016, 12:03)

@jazz,das mit dem bayerischen Bergdorf war jetzt mehr ein stilistisches Mittel. ;)
Es scheint irgendwie sehr unterschiedliche Erfahrungen zu geben.


Das war mir schon klar, aber ich wollte es dann doch nicht unwidersprochen hinnehmen. ;) Du weißt schon, Bayern.

Titel bezogen denke ich, dass ein Unterschied darin lag, dass man davon ausgehen konnte, dass die Ost Flüchtlinge definitiv nicht mehr zurück konnten. Wer hätte schon vor 60 Jahren gewagt vorherzusagen, wie sich Europa entwickeln würde. Das waren Gestrandete.
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon rancor » Di 1. Nov 2016, 10:41

"Vertriebene" ist das richtige Wort
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon Wildermuth » Mi 2. Nov 2016, 02:55

rancor hat geschrieben:(01 Nov 2016, 10:41)

"Vertriebene" ist das richtige Wort


Es war auf jedenfall ganz schön viel volk damals unterwegs. Und es hat ihnen nicht geholfen, sich anders zu nennen.
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Re: Flüchtlingssituation WK2 vs. heute

Beitragvon Kael » Mi 2. Nov 2016, 11:59

Flüchtling und Vertriebener ist schon ein Unterschied

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