Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Sozialdemokrat » Sa 29. Apr 2017, 11:02

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Apr 2017, 11:54)

Welchen Sinn macht eine große Zahl Kinder in einer Klasse, die noch kein oder schlecht Deutsch können? Wer hat welche Vorteile davon? Zwei oder drei Kinder ohne Deutschkenntnisse sind kein Problem, aber was, wenn ein Drittel aus Kindern besteht, die kein Wort verstehen, sich langweilen oder frustriert sind? Was ist mit den schwachen deutschen Schülern, wenn der Lehrer keine Zeit für sie hat? Was ist mit den guten Schülern, die ihre Aufgaben längst erledigt haben? Die sind übrigens keine Aushilfe-Nachhilfelehrer für jeden Tag.

Man muß doch mal schöne rosa Träume und die Realität auseinander halten. Sind denn alle Lehrer ausgebildete Deutschlehrer für fremdsprachige Kinder, sind sie in Trauma- und Frustbewältigung geschult?

Darum ist es meiner Ansicht nach erforderlich, die Migranten gleichmässig auf alle Schulen zu verteilen.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Billie Holiday » Sa 29. Apr 2017, 11:03

Sozialdemokrat hat geschrieben:(29 Apr 2017, 12:02)

Darum ist es meiner Ansicht nach erforderlich, die Migranten gleichmässig auf alle Schulen zu verteilen.


Ich denke, so war es auch angedacht, und eben nicht viele in wenige Klassen zu stopfen.
Ob es machbar ist, wäre die nächste Frage.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Joker » Sa 29. Apr 2017, 13:27

Wie soll ein Migrant der erst wenige Monate im Land ist dem regulären Unterricht überhaupt folgen können ?
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Sozialdemokrat » Sa 29. Apr 2017, 13:40

Joker hat geschrieben:(29 Apr 2017, 14:27)

Wie soll ein Migrant der erst wenige Monate im Land ist dem regulären Unterricht überhaupt folgen können ?

Als ich in die Schule kam konnte ich kein Wort deutsch. Da alle um mich herum deutsch sprachen, hab ich es in Null Komma nix gelernt.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Billie Holiday » Sa 29. Apr 2017, 14:03

Sozialdemokrat hat geschrieben:(29 Apr 2017, 14:40)

Als ich in die Schule kam konnte ich kein Wort deutsch. Da alle um mich herum deutsch sprachen, hab ich es in Null Komma nix gelernt.


Ich habe als Schülerin beides erlebt, neue Klassenkameraden, die schnell reinfanden und mit unserer Hilfe ziemlich fix mitkamen, und andere, die sich schwertaten. Wir hatten nie mehr als zwei fremdsprachige Kinder, meistens eines. Die wurden natürlich sofort integriert.
Mit einer Klasse, in der 6 oder 7 fremdsprachige Kinder sitzen, habe ich keine Erfahrung. Es kommt auch drauf an, wie die Eltern ihre Kinder unterstützen. Meine Tochter hatte einen Russen in ihrer Klasse, der von seiner Mutter geradezu zu guten Noten und perfekten Deutschkenntnissen geprügelt wurde, er tat uns leid.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Sozialdemokrat » Sa 29. Apr 2017, 14:46

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Apr 2017, 15:03)

Ich habe als Schülerin beides erlebt, neue Klassenkameraden, die schnell reinfanden und mit unserer Hilfe ziemlich fix mitkamen, und andere, die sich schwertaten. Wir hatten nie mehr als zwei fremdsprachige Kinder, meistens eines. Die wurden natürlich sofort integriert.
Mit einer Klasse, in der 6 oder 7 fremdsprachige Kinder sitzen, habe ich keine Erfahrung. Es kommt auch drauf an, wie die Eltern ihre Kinder unterstützen. Meine Tochter hatte einen Russen in ihrer Klasse, der von seiner Mutter geradezu zu guten Noten und perfekten Deutschkenntnissen geprügelt wurde, er tat uns leid.

Wir haben jeden Morgen in der Schule die deutsche Nationalhymne gesungen oder Volkslieder. Die Gastarbeiterkinder (ca 15%) haben voller Inbrunst mitgesungen. Wir haben es gut gefunden.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Wasteland » Sa 29. Apr 2017, 14:53

Sozialdemokrat hat geschrieben:(29 Apr 2017, 15:46)

Wir haben jeden Morgen in der Schule die deutsche Nationalhymne gesungen oder Volkslieder.


Echt? Wo bist du zur Schule gegangen wenn ich fragen darf?
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Sozialdemokrat » Sa 29. Apr 2017, 15:03

Wasteland hat geschrieben:(29 Apr 2017, 15:53)

Echt? Wo bist du zur Schule gegangen wenn ich fragen darf?

Hamburg. Ende 70er Jahre. Das stand aber nicht im Lehrplan. Es war eine gute Sache, gab uns das Gefühl dazuzugehören.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Wasteland » Sa 29. Apr 2017, 15:08

Sozialdemokrat hat geschrieben:(29 Apr 2017, 16:03)

Hamburg. Ende 70er Jahre. Das stand aber nicht im Lehrplan. Es war eine gute Sache, gab uns das Gefühl dazuzugehören.


Na wenns gepasst hat, warum nicht. Wäre bei uns (in West-Berlin) nicht vorstellbar gewesen.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Milady de Winter » Sa 29. Apr 2017, 15:16

MOD - es gab ein paar Probleme mit der Integration der letzten Beiträge, daher wurden sie ausgewiesen.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Uffhausen » So 30. Apr 2017, 12:00

Billie Holiday hat geschrieben:(29 Apr 2017, 15:03)

Mit einer Klasse, in der 6 oder 7 fremdsprachige Kinder sitzen, habe ich keine Erfahrung. Es kommt auch drauf an, wie die Eltern ihre Kinder unterstützen. Meine Tochter hatte einen Russen in ihrer Klasse, der von seiner Mutter geradezu zu guten Noten und perfekten Deutschkenntnissen geprügelt wurde, er tat uns leid.

Die Russen bei uns in der Klasse hatten auch immer gute Noten - was mir seinerzeit immer schon höchst seltsam vorkam, schließlich redeten sie nur (schlechtes) deutsch, wenn es unbedingt notwendig war, ansonsten redeten sie ausschließlich russisch mit ihren auschließlich russischstämmigen Schulfreunden. Ebenso war's bei den Polen. Am Unterreicht teilgenommen haben sie nur, wenn sie aufgerufen wurden. Anbei hatte ich immer den Eindruck, die Polen und Russen wollten auf keinen Fall mit uns deutschen Kindern etwas zutun haben - derartiges erlebe ich bis heute. Die russischen und polnischen Nachbarn reden ausschließlich in ihrer Heimatsprache und reden nur deutsch, wenn's nötig ist. Wenn sie Besuch bekommen, dann nur ebensolche Landsleute.

Die Türken-, Italiener-, Jugoslawen-, Griechen-Kinder waren dagegen sehr offen und zugänglich. Konnten relativ schnell fließend deutsch, beteiligten sich am Unterricht und erreichten nur "typisch deutsche" Durchschnittsnoten. Ihre Familien waren bspw. bei Kindergeburtstagen sehr herzlich und fürsorglich und suchten auch Kontakte bis hin zu anhaltenden Freundschaften zu unseren Eltern. Auch hier ein Vergleich zu heute: Die italienstämmigen Nachbarn und die aus dem ehem. Jugoslawien haben einen gemischten Freundeskreis und reden auf offener Straße viel deutsch.

Ist dieser Integrationsunterschied zwischen Ost- und Südeuropa eine Frage des jeweiligen Gemüts, oder gar geschichtlich bedingt? Kann jemand ähnliches berichten oder ist das nur mein Eindruck?
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Billie Holiday » So 30. Apr 2017, 13:05

Uffhausen hat geschrieben:(30 Apr 2017, 13:00)

Die Russen bei uns in der Klasse hatten auch immer gute Noten - was mir seinerzeit immer schon höchst seltsam vorkam, schließlich redeten sie nur (schlechtes) deutsch, wenn es unbedingt notwendig war, ansonsten redeten sie ausschließlich russisch mit ihren auschließlich russischstämmigen Schulfreunden. Ebenso war's bei den Polen. Am Unterreicht teilgenommen haben sie nur, wenn sie aufgerufen wurden. Anbei hatte ich immer den Eindruck, die Polen und Russen wollten auf keinen Fall mit uns deutschen Kindern etwas zutun haben - derartiges erlebe ich bis heute. Die russischen und polnischen Nachbarn reden ausschließlich in ihrer Heimatsprache und reden nur deutsch, wenn's nötig ist. Wenn sie Besuch bekommen, dann nur ebensolche Landsleute.

Die Türken-, Italiener-, Jugoslawen-, Griechen-Kinder waren dagegen sehr offen und zugänglich. Konnten relativ schnell fließend deutsch, beteiligten sich am Unterricht und erreichten nur "typisch deutsche" Durchschnittsnoten. Ihre Familien waren bspw. bei Kindergeburtstagen sehr herzlich und fürsorglich und suchten auch Kontakte bis hin zu anhaltenden Freundschaften zu unseren Eltern. Auch hier ein Vergleich zu heute: Die italienstämmigen Nachbarn und die aus dem ehem. Jugoslawien haben einen gemischten Freundeskreis und reden auf offener Straße viel deutsch.

Ist dieser Integrationsunterschied zwischen Ost- und Südeuropa eine Frage des jeweiligen Gemüts, oder gar geschichtlich bedingt? Kann jemand ähnliches berichten oder ist das nur mein Eindruck?


Nun, ich habs genau anders herum erlebt. Kenne keinen Osteuropäer, der nicht gut Deutsch spricht und versteht.
Habe sie als kontaktfreudig und offen erlebt. Andere bleiben lieber unter sich.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Abchecker » Mi 24. Mai 2017, 07:48

Ich selbst kenne die Probleme mit der Integration. Neben mir lebt eine Afrikanische Flüchtlingsfamilie. Die sind ab 22 Uhr die ganze Nacht laut. Englisch und Deutsch verstehen Sie nicht. Also musste ich mich bei der Zuständigen Behörde beschweren aber auch die kanns nichts ausrichten. Also steht mir bald ein Umzug ins Haus. Aber um auf den Punkt zu kommen wie man z.B. meinen Problem abhilfe schaffen kann muss man nicht weit denken. Anstatt Deutsch und Intigrationskurse, sollte die eher direkt als Hilfsabreiter auf den Bau etc geschickt werden. Nach so nem 8 - 10 Stunden Tag sind die auch platt und wäre ruhe und ich glaube auch das ein großteil durch die Arbeit und das harte Zeitmanagement, dann wieder nach Afrika geht. Viele würden sich auch viel schneller Intrigieren. Wie seht ihr das ?
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Letzter-Mohikaner » Mi 24. Mai 2017, 08:36

Die Antwort, die immer mehr Eltern finden, sind Privatschulen. Bekannte von uns zahlen lieber für gute Bildungschancen der Kinder. Auf der Schule sind zwar auch Migranten allerdings hauptsächlich aus bildungsaffinen Elternhäusern und wenige.
Unsere Tochter geht noch auf die Grundschule im "Dorf", wenig "bereichert", spätestens beim Schulwechsel auf das Gymnasium werden wir uns jedoch auch überlegen für eine gute Schule ohne störende Einflüsse zu bezahlen.
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Assimilation oder Multikulturalismus – Bedingungen gelungener Integration

Beitragvon Laertes » Do 15. Jun 2017, 07:22

Der niederländische Soziologe Ruud Koopmans kommt in empirischen Vergleichen zu dem wissenschaftlichen Ergebnis, dass hohe Anforderungen an die Integrationsbereitschaft nachweisbar bessere Ergebnisse liefern als geringe:

Ruud Koopmans auf FAZ online hat geschrieben:„Multikulti ist gescheitert“. Ein niederländischer Politologe hat lange daran geglaubt, dass eine gute Integration keine Anforderungen an die Zuwanderer stellen darf. Inzwischen ist er anderer Meinung: Assimilation ist besser als Multikulturalismus.


Sämtliche gemessenen Kriterien für gelungene Integration sprechen objektiv für hohe Anforderungen (Sprachfertigkeit,...) an Migranten und gegen ein Entgegenkommen (doppelte Staatsbürgerschaft,..) des Gastlandes.

In der vollen Überzeugung, ich würde empirische Beweise für die Überlegenheit der niederländischen Integrationspolitik zusammentragen, machte ich mich an die Arbeit. Zu meinem Erstaunen ging der Vergleich aber in fast jeder Hinsicht zugunsten von Deutschland aus. In Deutschland waren Zuwanderer zwar doppelt so häufig arbeitslos und sozialhilfeabhängig wie Menschen ohne Migrationshintergrund, aber in den Niederlanden waren viermal so viele arbeitslos und zehnmal so viele sozialhilfeabhängig. Auch die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund, die ohne Abschluss die Schule verließen, die Überrepräsentation von Ausländern in der Kriminalstatistik und die räumliche Segregation in den Städten waren in den Niederlanden viel stärker ausgeprägt als in Deutschland.


Auch bei gleichem Bildungsniveau und gleicher Altersstruktur schnitten die Deutschtürken viel besser als die niederländischen Türken ab. Bei einem gleichen Bildungsniveau wie der Durchschnitt der Personen ohne Migrationshintergrund hatten niederländische Türken eine um 20 Prozent niedrigere Erwerbstätigenquote als Niederländer ohne Migrationshintergrund. Der Unterschied in Deutschland betrug hingegen nur sieben Prozent. Auch die Kenntnis der Sprache des Wohnlandes war bei den Deutschtürken besser entwickelt.


Insbesondere fragwürdig ist demnach auch die Aussagekraft des auf EU Ebene oft herangezogenen „Migrant Integration Policy Index“ (MIPEX), mit den Worten Koopmans "ein Beispiel absolut faktenfreier Politikberatung".

Typisch für dieses Denken ist der „Migrant Integration Policy Index“ (MIPEX), der von der Brüsseler Migration Policy Group entwickelt wurde und seit 2004 ein einflussreiches und in Kreisen von Politik und Verwaltung vieldiskutiertes Symbol für gute Integrationspolitik darstellt. Der Index skaliert Integrationspolitiken der EU-Länder und einiger außereuropäischen Länder auf einer Skala von 0 bis 100, wobei die Zahl 100 für die „best practice“ – das nachahmenswerte Idealbeispiel – steht. Der Index schaut sich aber kein einziges Integrationsergebnis an und ist damit ein Beispiel absolut faktenfreier Politikberatung. Stattdessen beruht der Index auf der nicht überprüften Annahme, dass eine gute Integrationspolitik eine ist, die überhaupt keine Anforderungen an Zuwanderer stellt und ihnen maximal entgegenkommt.
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Re: Fortschritte bei der Integration

Beitragvon frems » Fr 23. Jun 2017, 18:36

Da bin ich auf einen sehr konservativen Artikel eines Sozialwissenschaftlers gestoßen. Einige Passagen fand ich aber recht interessant und denke, dass sie in diesen Strang reinpassen:

Ich wurde angefragt, für das Sonderheft einen Vergleich zwischen den Ergebnissen der deutschen und niederländischen Integrationspolitik anzufertigen. In der vollen Überzeugung, ich würde empirische Beweise für die Überlegenheit der niederländischen Integrationspolitik zusammentragen, machte ich mich an die Arbeit. Zu meinem Erstaunen ging der Vergleich aber in fast jeder Hinsicht zugunsten von Deutschland aus. In Deutschland waren Zuwanderer zwar doppelt so häufig arbeitslos und sozialhilfeabhängig wie Menschen ohne Migrationshintergrund, aber in den Niederlanden waren viermal so viele arbeitslos und zehnmal so viele sozialhilfeabhängig. Auch die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund, die ohne Abschluss die Schule verließen, die Überrepräsentation von Ausländern in der Kriminalstatistik und die räumliche Segregation in den Städten waren in den Niederlanden viel stärker ausgeprägt als in Deutschland.

In den Niederlanden sorgte der Aufsatz für heftige Kontroversen. Die Qualität meiner Daten und Analysen wurden in Zweifel gezogen – ein Muster, das sich noch viele Male wiederholen sollte, wenn empirische Befunde etwas hergaben, das sich den ideologischen Fronten in der Integrationsdebatte nicht fügte. Zum Beispiel wurde argumentiert, dass die Zuwandererpopulationen von Deutschland und den Niederlanden nicht vergleichbar seien. Immerhin war die Aufmerksamkeit groß genug, um das Zentrale Planungsamt (CPB) des niederländischen Staates zu veranlassen, die Sache näher zu untersuchen mittels eines kontrollierten, ökonometrischen Vergleichs der Arbeitsmarktintegration von türkischstämmigen Migranten in beiden Ländern.

Ergebnis: Auch bei gleichem Bildungsniveau und gleicher Altersstruktur schnitten die Deutschtürken viel besser als die niederländischen Türken ab. Bei einem gleichen Bildungsniveau wie der Durchschnitt der Personen ohne Migrationshintergrund hatten niederländische Türken eine um 20 Prozent niedrigere Erwerbstätigenquote als Niederländer ohne Migrationshintergrund. Der Unterschied in Deutschland betrug hingegen nur sieben Prozent. Auch die Kenntnis der Sprache des Wohnlandes war bei den Deutschtürken besser entwickelt.

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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Nathan » Mo 26. Jun 2017, 14:37

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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Billie Holiday » Mo 26. Jun 2017, 15:01



:thumbup: Auf eine nette Art werden so häßliche Handtücher, Vasen und Obstschalen, die kein Mensch braucht, verhindert.
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Nathan » Mo 26. Jun 2017, 17:35

Billie Holiday hat geschrieben:(26 Jun 2017, 16:01)

:thumbup: Auf eine nette Art werden so häßliche Handtücher, Vasen und Obstschalen, die kein Mensch braucht, verhindert.

:mad2: du reagierst ganz falsch. Das ist doch eine bewusste Provokation gewesen und da müsstest du mit Schaum vor dem Mund einen rassistischen Spruch ablassen und nicht konfliktscheu mit einer friedvollen Deeskalation anrücken. Wo soll denn das hinführen?
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Re: Sammelstrang "Integration - Probleme und Hindernisse"

Beitragvon Billie Holiday » Mo 26. Jun 2017, 17:37

Nathan hat geschrieben:(26 Jun 2017, 18:35)

:mad2: du reagierst ganz falsch. Das ist doch eine bewusste Provokation gewesen und da müsstest du mit Schaum vor dem Mund einen rassistischen Spruch ablassen und nicht konfliktscheu mit einer friedvollen Deeskalation anrücken. Wo soll denn das hinführen?


Ich verbinde das Gute mit dem Nützlichen. :cool:
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