Warum ich Flüchtlingen helfe

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jack000
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon jack000 » Do 28. Jan 2016, 22:29

Brainiac hat geschrieben:(28 Jan 2016, 22:15)

Werter Kollege. :) Das hast du nun schon ziemlich oft geschrieben. Wir hatten das auch schon mal diskutiert.

Ich sehe das so: Den Menschen am Bahnhof mache ich keinen Vorwurf. Diese Schilder wurden aus der emotionalen Wahrnehmeung der Situation heraus gemalt, in der es darum ging, in Europa herumirrenden Menschen eine Zuflucht (Deutschland) zu bieten. Ich finde es falsch, das herabzuwürdigen. Das wäre wie: Jeder der Menschen Hilfe anbietet und diese willkommen heißt, ist bescheuert.

Du kannst aber dich gern echauffieren über alle Politiker und Medienleute, die aus populistischen Gründen auf diesen Zug draufgesprungen sind. Incl. Frau Merkel. Da wäre ich dabei.

Deal?

Wir sind uns da nicht uneinig ... Deine Aussage "Du kannst aber dich gern echauffieren über alle Politiker und Medienleute, die aus populistischen Gründen auf diesen Zug draufgesprungen sind. Incl. Frau Merkel. Da wäre ich dabei." ist da der einigende Beitrag ...
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon John Galt » Do 28. Jan 2016, 22:48

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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon X3Q » Fr 29. Jan 2016, 01:50

Tom Bombadil hat geschrieben:(28 Jan 2016, 10:45)

Da fragt man sich, wie die Wirtschaft vor Schengen überhaupt funktionieren konnte...

Sie hat funktioniert. Wir haben es alle selbst erlebt. Aber zu glauben, wir würden durch Wiedereinführung von Granzkontrollen lediglich in den Prä-Schengen-Modus zurückfallen, der vergißt die schlichte Tatsache, daß sich die Wirtschaftsstrukturen im Zeitraum der offenen Grenzen verändert haben. Die Produktionsketten sind erheblich anders und werden mit Sicherheit in vielen Bereichen empfindlich auf Grenzen reagieren, weil sie eben für grenzfreie Räume geschaffen wurden. Sie sind, im Gegensatz zu den alten Strukturen, nie für Grenzräume konzipiert worden. Wir werden trotzdem nicht sterben, sollten die Schlagbäume wieder fallen. Aber deutlich spüren würden wir es alle.

Und dann stellt sich die nächste Frage. Wenn die Grenzen nunmal wieder dicht sind, bekommen wir sie dann überhaupt in absehbarer Zeit wieder auf? Oder würde Europa wieder geteilt werden?

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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon NMA » Fr 29. Jan 2016, 08:31

jack000 hat geschrieben:(28 Jan 2016, 20:35)

Das ist hoch anzurechnen das du dich privat für Flüchtlinge engagierst (Auch wenn ein paar Kröten wegen Ehrenamt zu verdienen sind, die aber nicht ansatzweise den Aufwand wiederspiegeln).

Es wird hier im Forum immer wieder auf das GG hingewiesen das eine Verpflichtung nach sich zieht Flüchtlinge aufzunehmen. Ich halte das Argument für Quatsch, da es völlig egal ist was in diesem Zusammenhang dort steht, denn es ist generell eine moralische Verpflichtung Menschen eine Unterkunft und Verpflegung zu geben. Wie soll ein jemand mit einem Gewissen noch schlafen können wenn er einen Menschen in die Obdachlosigkeit, Hunger, Verfolgung, Krieg oder sonstigen Repressalien schickt?

Kritiklos sollte die derzeitige Situation dennoch nicht hingenommen werden, denn es gibt diverse Widersprüche, Ungereimtheiten und Probleme:
- Nicht alle Flüchtlinge fliehen vor Verfolgung oder Krieg
- Es kommen Immense Kosten im 2-stelligen Mrd.-Bereich (€) auf die Steuerzahler zu
- Recht und Gesetzt scheinen keine Rolle mehr zu spielen da so ziemlich alles was vereinbart wurde/Gesetz ist im großen Maßstab gebrochen wird
- Es findet eine Propaganda seitens der Flüchtlingsbefürworter- und Gegner statt so dass für den Otto-Normalbürger nicht mehr nachvollziehbar ist was überhaupt wahr ist und was nicht
- Es werden kriminelle Aktivitäten, die von einigen Flüchtlingen ausgehen relativiert, verschwiegen oder gar nicht erst verfolgt um die Statistiken zu frisieren
- Sämtliche positiven Prognosen:
=> "Die bezahlen mal unsere Rente"
=> "Die sind genauso kriminell wie die Einheimischen hier"
=> "Das sind zu einem großen Teil Hochqualifizierte (z.B. Computeringenieure)"
=> "Wenn bei 80 Personen 1 Person hinzukommt ist nichts überfüllt"
=> "Die werden ein Wirtschaftswunder auslösen"

Sind nun ad acta gelegt worden. Dazu kommen noch:
- Belästigungen von Frauen
- Eine hohe Kriminalitätsrate (Die allerdings nur von einer Minderheit ausgeht)
- Ein geringer Bildungsstand, die meisten werden keine Arbeit finden und langfristig auf Sozialleistungen angewiesen sein

Weitere Probleme:
- Die EU ist zerstritten, es werden wieder Grenzen aufgebaut
- Es kommen Menschen nach Deutschland über die man nichts weiß
- Diverse Regeln und Gesetze haben keinerlei Wirkung mehr
- Es gibt Anweisungen an die bestimmte Kriminalitätsdelikte nicht mehr zu verfolgen
- Die "Pro-Flüchtlingspropaganda" erzeugt Intensivdummdeppen die mit Schildern "Refugees welcome" an Bahnhöfen stehen und so youtube-Videos erzeugen die Menschen eine sinnlose und risikobehaftete Reise antreten lassen die nichts bringt und eher zum Schaden dieser sich auswirken die dann inzwischen in messbarer Höhe Deutschland enttäuscht wieder verlassen

=> Daher sollte man immer vorsichtig damit sein was man mit gewissen Aktionen auslöst!



Dieses etwas irritierende "Refugees welcome" entstand doch nur aufgrund der aggressiven Haltung der anderen Seite. Angesichts Pegida will man ein Zeichen setzen; nur wenige Deutsche sind so intensiv dumm wie die Pegida-Deppen; die meisten anderen Deutschen helfen oder dulden gerne. Ohne die Pegidahetze würde es auch keine solchen bizzarren Szenen geben, wo applaudiert wird, wenn die Flüchtlinge aus Zügen oder Bussen aussteigen.

Die anderen Probleme sind teils tatsächlich gravierend. Ich halte nur die Folgen von Widerstand und Nichthandeln für noch gravierender.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Cobra9 » Fr 29. Jan 2016, 08:51

NMA hat geschrieben:(29 Jan 2016, 08:31)

Dieses etwas irritierende "Refugees welcome" entstand doch nur aufgrund der aggressiven Haltung der anderen Seite. Angesichts Pegida will man ein Zeichen setzen; nur wenige Deutsche sind so intensiv dumm wie die Pegida-Deppen; die meisten anderen Deutschen helfen oder dulden gerne. Ohne die Pegidahetze würde es auch keine solchen bizzarren Szenen geben, wo applaudiert wird, wenn die Flüchtlinge aus Zügen oder Bussen aussteigen.

Die anderen Probleme sind teils tatsächlich gravierend. Ich halte nur die Folgen von Widerstand und Nichthandeln für noch gravierender.



Also ich seh das mal so. Menschen die einen echten Grund haben hier Zuflucht zu suchen muss auch geholfen werden. Krieg in der Heimat wie Syrien als Beispiel.
Flüchtlinge aus Tunesien, Maroko oder Algerien mit meist wirtschaftlichen Beweggründen muss man leider sagen --> Keine Chance. Aber egal wie muss jede Person die nach Deutschland kommt auch erfasst und gemeldet werden direkt bei der Einreise, sowie nach Möglichkeit in kurzer Zeit eine med. Untersuchung erfolgen. Diese Maßnahmen sind notwendig zu unserem Schutz und zum Schutz auch der Asylbewerber. Mich wundert eh bis heute das nirgends eine Krankheit echte Ausmaße angemommen hatte in einer der LEAS bsp.

Bei den Verhätlnissen in der Unterbringung teilweise. Wer hier sich ordentlich benimmt und bemüht darf von meiner Seite aus auch gerne bleiben. Hält jemand die Spielregeln in grav. Fällen nicht ein muss diese Person aber auch das Land verlassen. Bei den Gesetzen darf es keine Ausnahmen geben sondern man muss ALLE gleich behandeln. Keine Sonderanweisungen an die Polizei usw. den sowas sorgt für Unmut. Aber ich betone die meisten Probleme die man hat heute sind nur eine Verschärfung der alten Problem die es schon lange gab. Beispiele


--> zuwenig Polizeikräfte in der Breite, Reduzierung der Stellen geht schon Jahre.

Erkennbar schon lange bei vielen Veranstaltungen bsp. Fussball und Demo in einer Großstadt zur gleichen Zeit

--> lange Laufzeiten und zu lahme Reaktion bsp. bei Gerichtsverfahren

Nichts neues, aber jetzt wird es noch langsamer. Personalmangel auch hier ein Hauptgrund in den Behörden


--> Wohnungsmangel

Auch ein Dauerbrenner. Nur jetzt wird es zum Problem und erkennbar da viel mehr Leute nun auf das Problem drücken jeweils. Wenn auch Frau Merkel meint wir müssen das schaffen sage ich es gibt Leistungsgrenzen. Das ist Realität. Es gibt nicht 5000 Wohnungen in Stuttgart mehr weil Frau Merkel das sagt. Polizisten bilden sich nicht über Nacht aus. Schlimme Zustände in den Einrichtungen zur Unterbringung lösen sich nicht durch noch mehr Menschen die man dort unterbringt. Integration geht nur wenn man Perspekiven bietet. Die sollen woher kommen wenn ALLE Behörden usw. überlastet werden und man zusätzlich durch falsche Unterbringung die Lage verschärft ?
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 29. Jan 2016, 09:28

X3Q hat geschrieben:(29 Jan 2016, 01:50)

Wenn die Grenzen nunmal wieder dicht sind, bekommen wir sie dann überhaupt in absehbarer Zeit wieder auf?

Schengen wird nicht abgeschafft, sondern maximal ausgesetzt. Darüber hinaus sollen ja auch nicht alle Grenzen überwacht werden, sondern nur die Einfallstore, durch die die Flüchtlinge ohne jedwede Kontrolle einfach so einreisen, sollen dichtgemacht werden.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon X3Q » Fr 29. Jan 2016, 14:04

Tom Bombadil hat geschrieben:(29 Jan 2016, 09:28)

Schengen wird nicht abgeschafft, sondern maximal ausgesetzt. Darüber hinaus sollen ja auch nicht alle Grenzen überwacht werden, sondern nur die Einfallstore, durch die die Flüchtlinge ohne jedwede Kontrolle einfach so einreisen, sollen dichtgemacht werden.

Natürlich will man Schengen nicht abschaffen. Aber ob nur eine zeitlich und räumlich begrenzte Aussetzung auch so eintritt, ist eine ganz andere Geschichte. Mit dem Dublin-Abkommen wollte man auch nur gute Absichten verfolgen. Und obwohl Dublin rechtlich noch in Kraft ist, ist es unter dem Andrang der Flüchtlinge nichts mehr Wert.
Man schließt nur die Grenzen, über die aktuell die Flüchtlingsströme laufen und macht sie in einigen Monaten (Jahren?) wieder auf, wenn sich das Problem erledigt hat? Um das Problem zu lösen, muss Europa sich um seine Randgebiete kümmern. Dazu gehört nicht nur Griechenland, dazu gehört der Nahe Osten und Nordafrika. Dies hat man aber seit jahrzehnten nicht gemacht und wird sich sehr wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren nicht wirklich ändern. Aber die Menschen mit Fluchtgrund werden nicht an den geschlossenen Grenzen stehen bleiben. Sie werden sich andere Wege suchen. Und wir würden darauf mit weiteren Grenzschließungen reagieren müssen.

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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 29. Jan 2016, 14:14

X3Q hat geschrieben:(29 Jan 2016, 14:04)

Und obwohl Dublin rechtlich noch in Kraft ist, ist es unter dem Andrang der Flüchtlinge nichts mehr Wert.

Es ist nichts mehr wert, weil Merkel es eigenmächtig außer Kraft gesetzt hat.

Man schließt nur die Grenzen, über die aktuell die Flüchtlingsströme laufen und macht sie in einigen Monaten (Jahren?) wieder auf, wenn sich das Problem erledigt hat?

Zwischenzeitlich muss man dafür sorgen, dass die EU-Außengrenzen gesichert werden.

Das gehört hier aber eigentlich nicht her, Thema ist ja "Warum ich Flüchtlingen helfe".
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon NMA » Di 2. Feb 2016, 08:54

Ich frage mich, inwieweit Merkels neueste, nicht ganz undelikate Kehrtwende – die Leute sollen nur 3 Jahre hierbleiben dürfen – die Integrationsbemühungen konterkariert. Wenn die Leute wissen, dass sie nach 3 Jahren zurück sollen, wird ihre Motivation, sich Sprachkurse anzutun bzw. dabei ein Mindestmaß an Disziplin zu zeigen, doch stark sinken.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Joker » Di 2. Feb 2016, 09:24

NMA hat geschrieben:(02 Feb 2016, 08:54)

Ich frage mich, inwieweit Merkels neueste, nicht ganz undelikate Kehrtwende – die Leute sollen nur 3 Jahre hierbleiben dürfen – die Integrationsbemühungen konterkariert. Wenn die Leute wissen, dass sie nach 3 Jahren zurück sollen, wird ihre Motivation, sich Sprachkurse anzutun bzw. dabei ein Mindestmaß an Disziplin zu zeigen, doch stark sinken.

Weil ihr schon klar ist das sie einen Fehler gemacht hat und macht

In 3 Jahren ist sie nicht mehr Kanzler ,sie kann dann den Kanzler ,bzw.die neue Regierung dafür verantwortlich machen wenn die Sache in die Hose geht.

Sie kann dann immer noch sagen ,das mit den "Wir Schaffen das" war auf maximal 3 Jahre beschränkt.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Cobra9 » Di 2. Feb 2016, 09:50

NMA hat geschrieben:(02 Feb 2016, 08:54)

Ich frage mich, inwieweit Merkels neueste, nicht ganz undelikate Kehrtwende – die Leute sollen nur 3 Jahre hierbleiben dürfen – die Integrationsbemühungen konterkariert. Wenn die Leute wissen, dass sie nach 3 Jahren zurück sollen, wird ihre Motivation, sich Sprachkurse anzutun bzw. dabei ein Mindestmaß an Disziplin zu zeigen, doch stark sinken.


Man möchte Abschreckung deutlich machen. Ich sag jetzt was bestimmt hartes. Aber wer keine Chance hat länger als 1-2 Jahre zu bleiben ist für die Integration eigentlich auch nicht wirklich interessant. Wirtschaftsflüchtlinge, sichere Herkunftsländer usw. deren Antrag abgelehnt wurde haben meist eh keine reale Chance legal hierzubleiben. Hier wäre eine schnellere Ausweisung nötig. Dagegen sollte man alle Kräfte bündeln und Menschen die hier legal bleiben können möglichst gut und schnell fördern. Vor allem die Bürokratie reduzien.

Zwei Beispiele die ich da konkret sehe:


--> grundlegende Reformation der Erfassung. Es muss jeder Steller eines Antrages eine IC Card bekommen wo ALLES drauf ist inkl. Bild/ Fingerabdrücke bei Einreise und Registrierung. Dann muss eine Vernetzung der Datenbanken bzw. Schaffung einer Bundesdatenbank her. Das würde Missbrauch ausschliessen wie Doppelanmeldungen, die Sicherheit erhöhen insgesamt sowie den Menschen eine sichere ID verschaffen bsp. bei Kontrollen.

--> Einführung der Gesundheitskarte für solche Fälle. Damit entfällt der Gang zum Sozialamt usw. und Missbrauch kann man vorbeugen durch einfache Mittel.
Gesundheitskarte mit Bild und nur gültig bei Vorlage der ID Card.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Flat » Di 2. Feb 2016, 09:54

NMA hat geschrieben:(02 Feb 2016, 08:54)

Ich frage mich, inwieweit Merkels neueste, nicht ganz undelikate Kehrtwende – die Leute sollen nur 3 Jahre hierbleiben dürfen – die Integrationsbemühungen konterkariert. Wenn die Leute wissen, dass sie nach 3 Jahren zurück sollen, wird ihre Motivation, sich Sprachkurse anzutun bzw. dabei ein Mindestmaß an Disziplin zu zeigen, doch stark sinken.


Moin,

insbesondere da Nahles ganz frisch fordert, dass Flüchtlinge sich erheblich mehr integrieren sollen, und das für die Flüchtlinge einen Neustart nennt. Daneben sollen für die Integration erhebliche zusätzliche Mittel (bis zu 1 Milliarde) locker gemacht werden.


Hört sich nicht so ganz nach einem abgestimmten Vorgehen an.
_______
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http://www.spiegel.de/netzwelt/web/inte ... 62231.html
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon harry52 » Di 2. Feb 2016, 10:18

X3Q hat geschrieben:(29 Jan 2016, 01:50)

Sie hat funktioniert. Wir haben es alle selbst erlebt. Aber zu glauben, wir würden durch Wiedereinführung von Granzkontrollen lediglich in den Prä-Schengen-Modus zurückfallen, der vergißt die schlichte Tatsache, daß sich die Wirtschaftsstrukturen im Zeitraum der offenen Grenzen verändert haben. Die Produktionsketten sind erheblich anders und werden mit Sicherheit in vielen Bereichen empfindlich auf Grenzen reagieren, weil sie eben für grenzfreie Räume geschaffen wurden. Sie sind, im Gegensatz zu den alten Strukturen, nie für Grenzräume konzipiert worden. Wir werden trotzdem nicht sterben, sollten die Schlagbäume wieder fallen. Aber deutlich spüren würden wir es alle.

Das ist richtig und mir hat noch keiner von der AfD erklären können,

was das für die vielen tausend Unternehmen bedeutet, wenn "Just in Time" nicht mehr möglich ist. Wir müssen da schon mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen rechnen und deswegen ist es nach wie vor das Beste, was Merkel versucht: Nämlich die EU Außengrenzen undurchlässiger zu machen.

Der AfD ist wie jede Protestpartei (wie auch die Linkspartei) gar nicht daran interessiert, dass man das Richtige tut. Deren Wahlchancen steigen, wenn die Arbeitslosigkeit wieder steigt und die Staatsverschuldung und die Firmenpleiten und wenn Chaos und Gewalt auf der Straße herrscht. Dann feiern die. Dann knallen bei Petry, Wagenknecht und Co. die Sektkorken. Schade, dass das so viele AfD und Linke Wähler das nicht sehen und sich ihr eigenes Grab schaufeln. Gerade in so einer Situation muss man an den vernünftigen mittleren Parteien festhalten, die sich nicht freuen, wenn Armut, Gewalt und Chaos entstehen.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Antonius » Sa 13. Feb 2016, 13:32

NMA hat geschrieben:(02 Feb 2016, 08:54)
Ich frage mich, inwieweit Merkels neueste, nicht ganz undelikate Kehrtwende – die Leute sollen nur 3 Jahre hierbleiben dürfen – die Integrationsbemühungen konterkariert. Wenn die Leute wissen, dass sie nach 3 Jahren zurück sollen, wird ihre Motivation, sich Sprachkurse anzutun bzw. dabei ein Mindestmaß an Disziplin zu zeigen, doch stark sinken.
Das würde ich nicht unbedingt sagen.
Von den Bürgerkriegs-Flüchtlingen, die in den 90er Jahren während des jugoslawischen Bürgerkrieges zu uns gekommen sind, sind schließlich 90-95% wieder zurückgekehrt.
Nur eine schmale Elite unter ihnen, die sich (politisch und ökonomisch) besonders angestrengt hat, ist hierzulande inzwischen integriert und sogar assimiliert.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Fadamo » Sa 13. Feb 2016, 14:03

NMA hat geschrieben:(27 Jan 2016, 20:46)

Warum? Ich bin der Ansicht, dass eine Gerechtigkeitsdebatte völlig deplatziert ist und wir uns so etwas nicht leisten können.
Widerstand wie von den Pegida-Arschlöchern ist Zeit- und Energieverschwendung. Wir müssen die Leute mit aller Macht unterstützen. Nicht weil wir heilige Gutmenschen sind, sondern weil wir eine hinreichende Integration der anstehenden Massen nur erreichen, wenn wir ohne Wenn und Aber in diese Menschen "reinpumpen" was geht. An die Hand nehmen, die Sprache vermitteln und Perspektiven bieten. Abgesehen davon, dass die Zuwanderung begrenzt werden muss, und irgendwie, siehe Balkan, selektiert werden muss (allein wegen der schieren Masse an Menschen), muss auch jenen, die (einige Jahre oder dauerhaft) hierbleiben, es so leicht wie möglich gemacht werden, hier ihren Platz zu finden und produktiv zu werden. Wir müssen ihnen einen erheblichen Vertrauensvorschuss geben. Wir müssen ihnen Respekt, Akzeptanz und Vertrauen entgegenbringen und wir müssen sie beschäftigen. Ein Lagerkoller bringt diese sehr oft jungen Leute in ihrer frustrieren Extremsituation genauso auf dumme Gedanken, wie wir dort selbst auch auf dumme Gedanken kommen würden. Wer diese Menschen respektiert, erntet dafür sehr viel Dankbarkeit.

Nicht wegen irgendeiner moralischen Verpflichtung – inwieweit eine solche besteht oder nicht will ich gar nicht thematisieren – , vielmehr weil wir nicht nur davon profitieren, wenn das klappt, sondern auch ein großes Problem bekommen, wenn das nicht klappt; wenn wir die Masse derjenigen Menschen, die hier keine Perspektive haben, durch Zeitverschendung und Widerstandskultur stark erhöhen.

Und weil ich bei sehr vielen dieser Menschen ihre Angst, ihre Mühe, ihre Nöte und ihre Trauer in ihren Augen sehe. Und ich sehe, dass sie produktiv werden wollen, wenn sie schon nicht nach Hause zurück können.


Bis jetzt haben wir mehr Ausgaben wie Einnahmen.
Wie können wir da profitieren :?:
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon John Galt » Sa 13. Feb 2016, 14:04

Welche Wohltaten haben unsere Helferlein denn bislang vollbracht....
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