Warum ich Flüchtlingen helfe

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NMA
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Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon NMA » Mi 27. Jan 2016, 20:46

Warum? Ich bin der Ansicht, dass eine Gerechtigkeitsdebatte völlig deplatziert ist und wir uns so etwas nicht leisten können.
Widerstand wie von den Pegida-Arschlöchern ist Zeit- und Energieverschwendung. Wir müssen die Leute mit aller Macht unterstützen. Nicht weil wir heilige Gutmenschen sind, sondern weil wir eine hinreichende Integration der anstehenden Massen nur erreichen, wenn wir ohne Wenn und Aber in diese Menschen "reinpumpen" was geht. An die Hand nehmen, die Sprache vermitteln und Perspektiven bieten. Abgesehen davon, dass die Zuwanderung begrenzt werden muss, und irgendwie, siehe Balkan, selektiert werden muss (allein wegen der schieren Masse an Menschen), muss auch jenen, die (einige Jahre oder dauerhaft) hierbleiben, es so leicht wie möglich gemacht werden, hier ihren Platz zu finden und produktiv zu werden. Wir müssen ihnen einen erheblichen Vertrauensvorschuss geben. Wir müssen ihnen Respekt, Akzeptanz und Vertrauen entgegenbringen und wir müssen sie beschäftigen. Ein Lagerkoller bringt diese sehr oft jungen Leute in ihrer frustrieren Extremsituation genauso auf dumme Gedanken, wie wir dort selbst auch auf dumme Gedanken kommen würden. Wer diese Menschen respektiert, erntet dafür sehr viel Dankbarkeit.

Nicht wegen irgendeiner moralischen Verpflichtung – inwieweit eine solche besteht oder nicht will ich gar nicht thematisieren – , vielmehr weil wir nicht nur davon profitieren, wenn das klappt, sondern auch ein großes Problem bekommen, wenn das nicht klappt; wenn wir die Masse derjenigen Menschen, die hier keine Perspektive haben, durch Zeitverschendung und Widerstandskultur stark erhöhen.

Und weil ich bei sehr vielen dieser Menschen ihre Angst, ihre Mühe, ihre Nöte und ihre Trauer in ihren Augen sehe. Und ich sehe, dass sie produktiv werden wollen, wenn sie schon nicht nach Hause zurück können.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 27. Jan 2016, 20:53

:thumbup:
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 27. Jan 2016, 20:56

das ist richtig und gut. die leute die nun mal hier sind brauchen einen stark durchgetakteten integrationsplan.
aber wenn z.B. sprachkurse nicht verpflichtend sind, läuft es doch schon von anfang an strukturell richtig falsch! die leute melden sich an und erscheinen nicht.
manche machen da sogar gezielt ein geschäft daraus (denn gezahlt wird für den unterricht trotzdem).

außerdem kommen meiner ansicht nach die falschen flüchtlinge.. die jeziden und christen die auch in der türkei ein problem haben, schaffen es gar nicht hierher.. die werden in der türkei wieder in den irak oder nach syrien zurückgezwungen. die muslime die hierherkommen, kommen nicht weil sie in der türkei um ihr leben fürchten, sondern weil es hier materiell besser für sie ist.
das problem ist: illegale einreise ist aktuell lohnender als legale einreise nach deutschland.. das darf nicht sein :s . wir sollten es wie australien machen.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon NMA » Mi 27. Jan 2016, 21:13

watisdatdenn? hat geschrieben:(27 Jan 2016, 20:56)

das ist richtig und gut. die leute die nun mal hier sind brauchen einen stark durchgetakteten integrationsplan.
aber wenn z.B. sprachkurse nicht verpflichtend sind, läuft es doch schon von anfang an strukturell richtig falsch! die leute melden sich an und erscheinen nicht.
manche machen da sogar gezielt ein geschäft daraus (denn gezahlt wird für den unterricht trotzdem).

(...)


So weit ich das bislang überblicke ist es mit den Sprachkkursen so wie mit der "Wehrgerechtigkeit" in den letzten Jahren unserer Wehrpflicht. Es gibt Sprachkurse des einen Typs, finanziert von BA und BAMF, die strikt geführt werden und mangelnde Kooperation sanktioniert wird, das Asylverfahren wird negativ beeinflusst: Staatliche, öffentliche Bildungsträger. Und es gibt eben noch viele weitere Menschen in den Flüchtlingslagern, die keinen Platz in diesen Kursen bekommen. Diese werden aber, ebenfalls auf Kosten von BA und BAMF, zu privaten Bildungsträgern geschickt. Diese Schulen haben effektiv natürlich gar keine Handhabe zu sanktionieren.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Provokateur » Mi 27. Jan 2016, 21:15

Die Idee eines Integrationsplans unterstütze ich. Man kann auch gerne die Leistungen kürzen, wenn die Schritte des Plans nicht erfüllt werden. Des weiteren müssen Asylbewerber, die Verbrechen gegen die körperliche Unversehrtheit oder das Eigentum anderer begehen und die nicht ausgewiesen werden können, in Sicherungsverwahrung.

Aber die, die kommen, um sich vor Krieg und Elend in Sicherheit zu bringen, müssen wir unterstützen, so viel es geht. Die, die arbeiten wollen, die, sie sich hier integrieren wollen.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon NMA » Mi 27. Jan 2016, 21:18

Wenn wir uns schon so schwer tun mit dieser Situation, und den Untergang des Abendlandes herbeisorgen, was muss erst in den Köpfen dieser Menschen los sein? Was denken diese Menschen über ihre Zukunft? Daheim vom Sofa aus ist es leicht, zu schwadronieren, was wohl wird.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon watisdatdenn? » Mi 27. Jan 2016, 21:48

NMA hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:13)Und es gibt eben noch viele weitere Menschen in den Flüchtlingslagern, die keinen Platz in diesen Kursen bekommen. Diese werden aber, ebenfalls auf Kosten von BA und BAMF, zu privaten Bildungsträgern geschickt. Diese Schulen haben effektiv natürlich gar keine Handhabe zu sanktionieren.

da sollte zumindest von den privaten trägern eine anwesenheitskontrolle verlangt werden. ohne vom privaten träger bestätigte anwesenheit -> sanktionen.
wenn nach 10 kursen die ersten einfachen tests nicht geschafft werden -> sanktionen.

auf jeden fall großen respekt von meiner seite, dass du da ehrenamtlich unterstützt, aber es muss auch ohne die tolle arbeit der ehrenamtlichen funktionieren.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Boraiel » Mi 27. Jan 2016, 21:56

NMA hat geschrieben:Warum? Ich bin der Ansicht, dass eine Gerechtigkeitsdebatte völlig deplatziert ist und wir uns so etwas nicht leisten können.
Falsch, was wir uns nicht leisten können ist die Bundesregierung.
NMA hat geschrieben:Widerstand wie von den Pegida-Arschlöchern ist Zeit- und Energieverschwendung.
Falsch, tut mir Leid aber das ist nötig.
NMA hat geschrieben:Wir müssen die Leute mit aller Macht unterstützen.
Falsch, erstmal ist die weitere Einreise zu verhindern und die Abschiebung von Menschen, die keine Berechtigung haben hier zu sein, zu beschleunigen. Und dann muss man denen, die hier rechtmäßig Schutz finden, klar machen, welche Perspektive sie hier haben und diese Perspektive ist nun mal folgende: Kein eigenen Auto, kein Haus und auch kein dauerhafter Aufenthalt in der Bundesrepublik, sondern sobald es die Zustände erlauben, Rückkehr in das Herkunftsland und damit sie dann dort etwas zum Wiederaufbau beitragen können, ist bis dahin eine Ausbildung zum Koch, Tischler, Maurer, Kfz-Mechaniker angebracht und dafür können diese Menschen sehr dankbar sein. Wer da nicht mitspielen will, muss halt die volle Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen.
NMA hat geschrieben:Nicht weil wir heilige Gutmenschen sind, sondern weil wir eine hinreichende Integration der anstehenden Massen nur erreichen, wenn wir ohne Wenn und Aber in diese Menschen "reinpumpen" was geht.

Ich missbillige es, wenn von Menschen als "Masse" gesprochen, auch wenn das vielleicht das Selbstbild einiger (Teil einer Masse) ist, so ist es nicht mein Bild von ihnen. Man muss vielmehr klar machen, dass das momentan Gäste in diesem Land sind und sich entsprechend auch zu verhalten haben. Wenn das nicht geschieht, muss man das bestrafen. Es werden schon Milliarden an Steuerzahler-Euro für die Versorgung und Integration von "Flüchtlingen" veruntreut, es ist unangemessen das noch zu steigen. Allerdings sollte der Bund, der das zu verantworten hat, ganz allein für die Kosten aufkommen und nicht Länder und Kommunen.
NMA hat geschrieben:Abgesehen davon, dass die Zuwanderung begrenzt werden muss, und irgendwie, siehe Balkan, selektiert werden muss (allein wegen der schieren Masse an Menschen), muss auch jenen, die (einige Jahre oder dauerhaft) hierbleiben, es so leicht wie möglich gemacht werden, hier ihren Platz zu finden und produktiv zu werden.
Die Perspektive sollte immer noch sein, wenn du Glück hast, kannst du bist, du wieder gehen musst, eine Ausbildung hier machen, die dir später vielleicht nützlich sein kann.
NMA hat geschrieben:Wir müssen ihnen einen erheblichen Vertrauensvorschuss geben. Wir müssen ihnen Respekt, Akzeptanz und Vertrauen entgegenbringen und wir müssen sie beschäftigen.
Das kommt auf den einzelnen Flüchtling an, muslimischen Männer gebe ich alles andere als einen Vertrauensvorschuss. Wenn man die Ankommenden beschäftigen will, könnte man mal damit anfangen, dass diese selber ihre Räumlichkeiten putzen, selber ihr Essen kochen usw. und von mir aus kann die auch für ein paar Euro extra Müll sammeln lassen, damit wäre den Bürgern dieses Landes wenigstens noch gedient. Mit Glück eine Ausbildung wurde schon angesprochen.
NMA hat geschrieben:Ein Lagerkoller bringt diese sehr oft jungen Leute in ihrer frustrieren Extremsituation genauso auf dumme Gedanken, wie wir dort selbst auch auf dumme Gedanken kommen würden. Wer diese Menschen respektiert, erntet dafür sehr viel Dankbarkeit.
Das ist korrekt.
NMA hat geschrieben:Nicht wegen irgendeiner moralischen Verpflichtung – inwieweit eine solche besteht oder nicht will ich gar nicht thematisieren – , vielmehr weil wir nicht nur davon profitieren, wenn das klappt, sondern auch ein großes Problem bekommen, wenn das nicht klappt; wenn wir die Masse derjenigen Menschen, die hier keine Perspektive haben, durch Zeitverschendung und Widerstandskultur stark erhöhen.

Ich denke nicht, dass auch nur ein Einziger, der nicht auch über normale Einwanderung hierher hätte kommen können, eine Perspektive in diesem Land haben sollte. Eine Perspektive sollten sie durch hier erworbene Fähigkeit, kleine Kapitalmittel wieder in ihren Heimatland bekommen. Das ist alles.
NMA hat geschrieben:Und weil ich bei sehr vielen dieser Menschen ihre Angst, ihre Mühe, ihre Nöte und ihre Trauer in ihren Augen sehe. Und ich sehe, dass sie produktiv werden wollen, wenn sie schon nicht nach Hause zurück können.
Dann lass mit Müllsammeln anfangen.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 27. Jan 2016, 22:46

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)


Falsch, erstmal ist die weitere Einreise zu veďrhindern und die Abschiebung von Menschen, die keine Berechtigung haben hier zu sein, zu beschleunigen. Und dann muss man denen, die hier rechtmäßig Schutz finden, klar machen, welche Perspektive sie hier haben.


Nun, wenn du die Einreise verhinderst, gibt's auch keinen der rechtmäßig hier ist. Insofern, komplett sinnfreier Vorschlag.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Boraiel » Mi 27. Jan 2016, 22:52

3x schwarzer Kater hat geschrieben:(27 Jan 2016, 22:46)

Nun, wenn du die Einreise verhinderst, gibt's auch keinen der rechtmäßig hier ist. Insofern, komplett sinnfreier Vorschlag.

Das ist inkorrekt, muss man für dich eins plus eins auch noch durchexerzieren?
Nun gut, nur weil man die Einreise weiterer Menschen ohne Visum in die Bundesrepublik ab sofort verhindern sollte, heißt das nicht, dass alle die bis hierher gekommen sind, unrechtmäßig hier sind.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Platon » Mi 27. Jan 2016, 22:56

Flüchtlingen zu helfen ist natürlich alternativlos, die Frage ist am Ende nur wie tief der Staat dafür in die Tasche greifen will.

Den Leuten selbst zu helfen, dafür gibt es genug Gründe. Der wichtigste ist sicher, dass sie Hilfe brauchen. Vor allem müssen sie Deutsch lernen und sie müssen mehr über Deutschland wissen, damit sie wissen was hierzulande geht und was man besser nicht machen sollte.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Platon » Mi 27. Jan 2016, 22:58

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 22:52)

Das ist inkorrekt, muss man für dich eins plus eins auch noch durchexerzieren?
Nun gut, nur weil man die Einreise weiterer Menschen ohne Visum in die Bundesrepublik ab sofort verhindern sollte, heißt das nicht, dass alle die bis hierher gekommen sind, unrechtmäßig hier sind.

Die Flüchtlinge an der Grenze einfach abzuweisen ist nicht möglich, weil sie dann illegal einreisen und wenn man das verhindert gibt es eine humanitäre Katastrophe. Angesichts des Ausmaß der Flüchtlingsströme ist das Schließen der Grenzen ein Pseudo-Argument, welches am Ende einfach nicht umsetzbar ist. Es kann nur darum gehen die Flüchtlingsströme zu reduzieren und besser zu managen.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon 3x schwarzer Kater » Mi 27. Jan 2016, 22:59

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 22:52)

Das ist inkorrekt, muss man für dich eins plus eins auch noch durchexerzieren?
Nun gut, nur weil man die Einreise weiterer Menschen ohne Visum in die Bundesrepublik ab sofort verhindern sollte, heißt das nicht, dass alle die bis hierher gekommen sind, unrechtmäßig hier sind.


Über kurz oder lang schon, daher sinnfrei.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Boraiel » Mi 27. Jan 2016, 23:12

Platon hat geschrieben:(27 Jan 2016, 22:58)

Die Flüchtlinge an der Grenze einfach abzuweisen ist nicht möglich, weil sie dann illegal einreisen und wenn man das verhindert gibt es eine humanitäre Katastrophe. Angesichts des Ausmaß der Flüchtlingsströme ist das Schließen der Grenzen ein Pseudo-Argument, welches am Ende einfach nicht umsetzbar ist. Es kann nur darum gehen die Flüchtlingsströme zu reduzieren und besser zu managen.

Entschuldige, aber [diverse Personen] bilden auch zu einem Großteil die Bundesregierung, glauben muss man diesen aber noch lange nicht. Wir haben die Möglichkeit, wie wir die Möglichkeit auch in der Vergangenheit hatten, die nationalen Grenzen zu kontrollieren und unerwünschte Personen draußen zu halten. Es muss nur getan werden. Mit dem Ausland bzw. Ausländern muss man da, wenn man nicht will, überhaupt keine Kompromisse eingehen.
Zuletzt geändert von Milady de Winter am Do 28. Jan 2016, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: MOD - ad personam
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Platon » Mi 27. Jan 2016, 23:15

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 23:12)

Entschuldige, aber [diverse Personen] bilden auch zu einem Großteil die Bundesregierung, glauben muss man diesen aber noch lange nicht. Wir haben die Möglichkeit, wie wir die Möglichkeit auch in der Vergangenheit hatten, die nationalen Grenzen zu kontrollieren und unerwünschte Personen draußen zu halten. Es muss nur getan werden. Mit dem Ausland bzw. Ausländern muss man da, wenn man nicht will, überhaupt keine Kompromisse eingehen.

Wie gesagt, wie stellst du dir das vor? Nächste Woche kommen 10 000 Menschen. Die lehnen mehrere Hundert Grenzpolizisten ab. Was passiert dann mit 10 000 an der Grenze. Nach einer Woche sind 5000 davon illegal in der Nacht nach Deutschland eingereist. Eine Woche später sind es 15000 Menschen die einreisen wollen, 5000 davon stehen schon eine Woche auf der Straße und frieren und hungern vor laufenden Kameras. Was nun?
Zuletzt geändert von Milady de Winter am Do 28. Jan 2016, 10:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: MOD - ad personam aus Zitat entfernt
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Boraiel » Mi 27. Jan 2016, 23:26

Platon hat geschrieben:(27 Jan 2016, 23:15)

Wie gesagt, wie stellst du dir das vor? Nächste Woche kommen 10 000 Menschen. Die lehnen mehrere Hundert Grenzpolizisten ab. Was passiert dann mit 10 000 an der Grenze. Nach einer Woche sind 5000 davon illegal in der Nacht nach Deutschland eingereist. Eine Woche später sind es 15000 Menschen die einreisen wollen, 5000 davon stehen schon eine Woche auf der Straße und frieren und hungern vor laufenden Kameras. Was nun?

Zum ersten hat Deutschland natürliche Grenzen mit Österreich, die gar nicht so schwer zu kontrollieren sind. Zum zweiten kann man die Zahl der Polizisten erhöhnen. Zum dritten werden weitaus weniger nach Deutschland reisen, wenn sie wissen, dass sie dort keine Perspektive haben und sich illegal aufhalten würden.
Allein schon klares Signal dieser Regierung, dass man keine weiteren Personen aufnehmen wird, würde doch schon zu einer massiven Verringerung des Flüchtlingsstroms führen. Andere Ländern haben ja auch nicht die Probleme, mit denen Deutschland konfrontiert ist.
Zuletzt geändert von Boraiel am Mi 27. Jan 2016, 23:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Boraiel » Mi 27. Jan 2016, 23:29

Man könnte auch jeglichen staatlichen Leistungen an ein durch die Bundespolizei ausgestelltes Dokument der genehmigten Einreise koppeln.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Wähler » Do 28. Jan 2016, 06:55

NMA hat geschrieben:(27 Jan 2016, 20:46)
Abgesehen davon, dass die Zuwanderung begrenzt werden muss, und irgendwie, siehe Balkan, selektiert werden muss (allein wegen der schieren Masse an Menschen), muss auch jenen, die (einige Jahre oder dauerhaft) hierbleiben, es so leicht wie möglich gemacht werden, hier ihren Platz zu finden und produktiv zu werden.

Wer als Ehrenamtlicher einzelnen Flüchtlingen hilft, hat meinen vollen Respekt. Auf der politischen Ebene geht es aber um die Frage, welche Art von Einwanderungsland wir sein wollen. Entfällt die Ursache für das Asyl, dann wird aus dem Bürgerkriegsflüchtling ein potentieller Einwanderer. So war es auch bei den Flüchtlingen der Ex-Jugoslawienkriege in den 90er Jahren. Über die Auswahlkriterien für die Einwanderung wird in unserer Gesellschaft aber nicht realistisch diskutiert. Wir sollten uns mehr an klassischen europäischen Einwandererländern, wie Frankreich oder Großbritannien orientieren. Aber wir Deutsche wissen wieder einmal alles besser. Das nervt unsere europäischen Nachbarn zurecht. Die Regierung Merkel hat das Dublin-III-Verfahren für syrische Flüchtlinge monatelang ausgesetzt, ohne vorher neben Österreich noch andere EU-Länder ins Boot zu holen. Das war ein schwerer politischer Fehler. Wir werden damit leben müssen und selbstverständlich den Bürgerkriegsflüchtlingen solange Schutz gewähren, bis der Asylgrund entfallen ist. Während der Asylzeit ist Entwicklungshilfe durch Schul- und Berufsausbildung unabdingbar, damit ein Anreiz geschaffen wird, wieder in die Ursprungsländer zurückzukehren
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Cobra9 » Do 28. Jan 2016, 07:56

NMA hat geschrieben:(27 Jan 2016, 20:46)

Warum? Ich bin der Ansicht, dass eine Gerechtigkeitsdebatte völlig deplatziert ist und wir uns so etwas nicht leisten können.
Widerstand wie von den Pegida-Arschlöchern ist Zeit- und Energieverschwendung. Wir müssen die Leute mit aller Macht unterstützen. Nicht weil wir heilige Gutmenschen sind, sondern weil wir eine hinreichende Integration der anstehenden Massen nur erreichen, wenn wir ohne Wenn und Aber in diese Menschen "reinpumpen" was geht. An die Hand nehmen, die Sprache vermitteln und Perspektiven bieten. Abgesehen davon, dass die Zuwanderung begrenzt werden muss, und irgendwie, siehe Balkan, selektiert werden muss (allein wegen der schieren Masse an Menschen), muss auch jenen, die (einige Jahre oder dauerhaft) hierbleiben, es so leicht wie möglich gemacht werden, hier ihren Platz zu finden und produktiv zu werden. Wir müssen ihnen einen erheblichen Vertrauensvorschuss geben. Wir müssen ihnen Respekt, Akzeptanz und Vertrauen entgegenbringen und wir müssen sie beschäftigen. Ein Lagerkoller bringt diese sehr oft jungen Leute in ihrer frustrieren Extremsituation genauso auf dumme Gedanken, wie wir dort selbst auch auf dumme Gedanken kommen würden. Wer diese Menschen respektiert, erntet dafür sehr viel Dankbarkeit.

Nicht wegen irgendeiner moralischen Verpflichtung – inwieweit eine solche besteht oder nicht will ich gar nicht thematisieren – , vielmehr weil wir nicht nur davon profitieren, wenn das klappt, sondern auch ein großes Problem bekommen, wenn das nicht klappt; wenn wir die Masse derjenigen Menschen, die hier keine Perspektive haben, durch Zeitverschendung und Widerstandskultur stark erhöhen.

Und weil ich bei sehr vielen dieser Menschen ihre Angst, ihre Mühe, ihre Nöte und ihre Trauer in ihren Augen sehe. Und ich sehe, dass sie produktiv werden wollen, wenn sie schon nicht nach Hause zurück können.



Erstmal TOP was Du machst alles :thumbup: Jetzt kommt aber mein Aber ;) Ich bin schon längere Zeit sozial aktiv via Tafel, Obdachlosenhilfe und via Sport unterstütze ich als Trainer eine Jugendmanchschaft mit Schützlingen wo negative Ausfälle hatten. Was ich daraus erkenne ist eine sehr berechtigte Debatte um Gerechtigkeit im Sozialbereich. Warum ? Es ist nun mal Fakt das Flüchtlinge eine sehr starke Unterstützung bekommen und das weckt Neid. Beispiel die Obdachlosen. Hier sind Gemeinden , Kreise usw. nicht gerade um Hilfen offensiv bemüht. Oder bei der Tafel haben wir mittlerweile echte Probleme den Bedarf zu decken, da auch Flüchtlinge kommen. Nun kommen Städte noch auf Vereine zu und beklagen sich bitterlich das man kaum Herr der Lage werden kann, aber wieso helft IHR eigentlich nicht mehr ? Quasi dafür gibts euch ja. Mittlerweile ist es Routine dann mal die Leitz Ordner auf den Tisch zu legen. Gefüllt mit Bitten, Vorschlägen, Gesprächsterminen oder nur Anfragen, da ja die Behörden kaum Zeit haben. War schon vor der Krise so. Aber es nervt. Den Behörden fliegts um die Ohren. DRK usw. ist am Limit und nun wird gebettelt ....macht doch was. Das man vorher schon lange versuchte bekannte Probleme zu lösen ....Einzellfälle die leider nicht machbar waren. Beispiel wie kann man die Hilfsangebote konzentrieren und lenken. Das ist jetzt akut, vor 4 Jahren nicht.
Es gibt bsp. Kleiderkammern die sind zum Bersten gefüllt, nur ruft das keiner ab mangels Kordination. Will sagen es verpufft zuviel abrufbare Hilfe.

Erst jetzt nach einem Postenwechsel haben wir in Stuggi jemand bekommen wo sich der Sache mal angenommen hat. Auf einmal kann man viel machen und mit Kompromissen auch Lösungen finden. 4 Jahre verballert für nix. Das ärgert. Was ich aber einigen Parteien echt übel nehme ist sich dann in gut laufende Sachen einzumischen wegen Wahlkampf.
Anton Tschechow

Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen.
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Re: Warum ich Flüchtlingen helfe

Beitragvon Peddargh » Do 28. Jan 2016, 08:44

"Falsch" wäre in der Tat eine treffende Überschrift gewesen...

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)Falsch,
Das kann kein allgemein gültiges Urteil sein.
Was glaubst du, wer du bist, dass du dir anmassen könntest,
die Ansichten eines anderen in Falsch und Richtig zu scheiden?
Der Versuch ist falsch!
Vor allem wenn man als Begründung so einen dünnen Scheiß
folgen läßt, der dann in der Tat falsch ist.
Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)was wir uns nicht leisten können ist die Bundesregierung.
Das ist dann auch gleich auf mehreren Ebenen falsch.
1. Machen sich die Herren Politiker sicher keine Gedanken um ihre Bezahlung.
2. Steht dir auch hier kein allgemeingültiges Urteil zu, allenfalls eine Meinung.
3. Fehlt jeder Bezug zum zitierten Teilbeitrag

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)Falsch, tut mir Leid aber das ist nötig.
Auch wenn du hier Mitleid heuchelst, es steht dir einfach nicht an,
das Tun der Pegida, und wie sie alle heissen, allgemeingültig als richtig,
andere Meinungen als allgemein gültig, als falsch zu beurteilen.
Fremdenhass, Dummheit, Lüge und Gewalt als "nötig" darzustellen,
ist dann auch nicht mehr falsch sondern schlicht dumm.

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)Falsch, erstmal ist die weitere Einreise zu verhindern und die Abschiebung von Menschen, die keine Berechtigung haben hier zu sein, zu beschleunigen. Und dann muss man denen, die hier rechtmäßig Schutz finden, klar machen, welche Perspektive sie hier haben und diese Perspektive ist nun mal folgende: Kein eigenen Auto, kein Haus und auch kein dauerhafter Aufenthalt in der Bundesrepublik, sondern sobald es die Zustände erlauben, Rückkehr in das Herkunftsland und damit sie dann dort etwas zum Wiederaufbau beitragen können, ist bis dahin eine Ausbildung zum Koch, Tischler, Maurer, Kfz-Mechaniker angebracht und dafür können diese Menschen sehr dankbar sein. Wer da nicht mitspielen will, muss halt die volle Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen.
Deine Hybris kennt keine Grenzen, was?
Eben noch Richter, befähigt Urteile zu fällen, jetzt schon Diktator,
der befiehlt wie es zu laufen hat.
Und dabei gleich noch ein paar ehrvolle Berufsstände abwertet...

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)Ich missbillige es, wenn von Menschen als "Masse" gesprochen, auch wenn das vielleicht das Selbstbild einiger (Teil einer Masse) ist, so ist es nicht mein Bild von ihnen. Man muss vielmehr klar machen, dass das momentan Gäste in diesem Land sind und sich entsprechend auch zu verhalten haben. Wenn das nicht geschieht, muss man das bestrafen. Es werden schon Milliarden an Steuerzahler-Euro für die Versorgung und Integration von "Flüchtlingen" veruntreut, es ist unangemessen das noch zu steigen. Allerdings sollte der Bund, der das zu verantworten hat, ganz allein für die Kosten aufkommen und nicht Länder und Kommunen.
Die Perspektive sollte immer noch sein, wenn du Glück hast, kannst du bist, du wieder gehen musst, eine Ausbildung hier machen, die dir später vielleicht nützlich sein kann. Das kommt auf den einzelnen Flüchtling an, muslimischen Männer gebe ich alles andere als einen Vertrauensvorschuss. Wenn man die Ankommenden beschäftigen will, könnte man mal damit anfangen, dass diese selber ihre Räumlichkeiten putzen, selber ihr Essen kochen usw. und von mir aus kann die auch für ein paar Euro extra Müll sammeln lassen, damit wäre den Bürgern dieses Landes wenigstens noch gedient. Mit Glück eine Ausbildung wurde schon angesprochen. Das ist korrekt.
Das ist nicht korrekt, das ist wirres Gestammel.
Schon in der Grammitik in der Tat falsch!

Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)Ich denke nicht,
Hättest du hier gestoppt, hätte man dir beipflichten können...
Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)dass auch nur ein Einziger, der nicht auch über normale Einwanderung hierher hätte kommen können, eine Perspektive in diesem Land haben sollte. Eine Perspektive sollten sie durch hier erworbene Fähigkeit, kleine Kapitalmittel wieder in ihren Heimatland bekommen. Das ist alles.
Alles?
Ich lese wieder nur wirres Gestammel eines Menschen, der der deutschen Sprache offensichtlich nicht mächtig ist.
Boraiel hat geschrieben:(27 Jan 2016, 21:56)Dann lass mit Müllsammeln anfangen.
Das habe ich justamente getan!
I learned long ago, never to wrestle with a pig. You get dirty, and besides, the pig likes it.
(der George Bernard Shaw (?))

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