Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Moderator: Moderatoren Forum 8

Benutzeravatar
Jekyll
Beiträge: 9361
Registriert: Di 31. Aug 2010, 16:35
Benutzertitel: Je suis Jekyll

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Jekyll » So 5. Jun 2016, 23:35

Wildermuth hat geschrieben:(06 Jun 2016, 00:29)

Ausserdem kann man nicht stolpern, wenn man kriecht.
Du hast wirklich eine äußerst unangenehme wie hartnäckige Eigenart, auch die edelsten Beweggründe deiner Mitmenschen in den Dreck zu ziehen. Wo lebst du eigentlich zur Zeit? Mal wieder in Thailand? Doch nicht etwa des freiheitlich-humanistischen Geistes wegen, dem dort gehuldigt wird?
Wildermuth
Beiträge: 3239
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Wildermuth » So 5. Jun 2016, 23:39

Jekyll hat geschrieben:(06 Jun 2016, 00:35)

Du hast wirklich eine äußerst unangenehme wie hartnäckige Eigenart, auch die edelsten Beweggründe deiner Mitmenschen in den Dreck zu ziehen. Wo lebst du eigentlich zur Zeit? Mal wieder in Thailand? Doch nicht etwa des freiheitlich-humanistischen Geistes wegen, dem dort gehuldigt wird?


Ich finde es gut, wenn du dich mutig hinter die mächtigen stellst.
Manju

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Manju » Mo 6. Jun 2016, 05:01

Jekyll hat geschrieben:(06 Jun 2016, 00:18)

Ja, die gab es auch. Aber ich hatte tatsächlich eine Aufenthaltsberechtigung (war eine Stufe höherwertiger als eine Aufenthaltserlaubnis).


Das glaube ich dir schon ;) . Ich hatte, aus einem EWG-Land (hieß damals so) kommend, Mutter Deutsche, Vater Perser mit französichem Pass (ich auch) bis ich die deutsche Staatsangehörigkeit beantragte (aufgrund einer Ausbildung, die nicht als Ausländer machbar war), eine Aufenthaltsgenehmigung mit meiner carte d'identité.

Ich bin überrascht, dass ein Teilnehmer (nicht du), der sich sonst so allwissend gibt, dieses Procedere gänzlich unbekannt ist ;)
dreamer07
Beiträge: 39
Registriert: So 5. Jun 2016, 16:12

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon dreamer07 » Mo 6. Jun 2016, 06:19

Was ist denn nun ein Deutscher?
- pünktlich, fleissig, genau und drei mal am Tag essend?
- spitzen gegen Mitmenschen verteilend aus dem eigenen Universum heraus?
- faul, hässlich, dumm und eine Reise wert?

Ich finde: Mensch
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 12206
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 10:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Mo 6. Jun 2016, 06:22

dreamer07 hat geschrieben:(06 Jun 2016, 07:19)

Was ist denn nun ein Deutscher?
- pünktlich, fleissig, genau und drei mal am Tag essend?
- spitzen gegen Mitmenschen verteilend aus dem eigenen Universum heraus?
- faul, hässlich, dumm und eine Reise wert?

Ich finde: Mensch


Ein solch unangenehmer Zeitgenosse, dass niemand hierher kommen will. :(
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Wildermuth
Beiträge: 3239
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Wildermuth » Mo 6. Jun 2016, 06:23

Jekyll hat geschrieben:(05 Jun 2016, 23:56)

Es ist halt so gekommen, Herr schelm. Es scheint in der Tat so, als ob da irgendetwas nicht ganz optimal gelaufen wäre. Wenn mein Vater sich damals entschieden hätte, in die USA auszuwandern anstatt sein Glück als Gastarbeiter in Deutschland zu versuchen, wäre ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit längst ein Amerikaner geworden. Ich hätte mit so einer Identität überhaupt kein Problem. Sogar jetzt, wo ich doch nie in den USA gewesen bin. Aber ein Deutscher zu sein? Ehrlich, ich käme mir einfach nur lächerlich vor. Um sich heimisch fühlen zu können, muss man sich von der aufnehmenden Gesellschaft auch tatsächlich als aufgenommen fühlen. Ansonsten bleibt man immer fremd und innerlich auf Distanz. Ein Gast halt (fast hätte ich geschrieben "ein Geist"...) In der Türkei wiederum habe ich einfach viel zu kurz gelebt, um mich dort heimisch fühlen zu können. Wenn ich es mir so recht überlege, bin ich eigentlich heimatlos. Rein emotional gesehen. Denn staatsbürgertechnisch und von der Ethnie und Herkunft her habe ich natürlich eine Heimat, die Türkei.


Was ist mit deiner schönen zeit in NRW? keinerlei heimatgefühle?

Ich hab den eindruck, du willst nicht hören "du bist doch gar kein deutscher" und sagst es deshalb lieber selber. Die darauf folgende naheliegende reaktion, "aber, das bist du doch" abzulehnen, ist ein ausdruck von stolz, sich als deutschen zu bezeichnen, aber nicht als solcher anerkannt zu werden, ist eine demütigung.

Dein edelmut, die starken gegen die schwachen zu verteidigen, (erdogan top - kritiker und opfer belanglos) hat sich auch mit deiner gefühlten (oder gedachten?) heimatlosigkeit zu tun.
Wildermuth
Beiträge: 3239
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Wildermuth » Mo 6. Jun 2016, 06:25

Billie Holiday hat geschrieben:(06 Jun 2016, 07:22)

Ein solch unangenehmer Zeitgenosse, dass niemand hierher kommen will. :(


Das wäre typisch afd (ich glaube du nennst sowas "deutscher, der sein land liebt"), aber bestimmt nicht typisch deutsch.
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 12206
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 10:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Mo 6. Jun 2016, 06:30

Wildermuth hat geschrieben:(06 Jun 2016, 07:25)

Das wäre typisch afd (ich glaube du nennst sowas "deutscher, der sein land liebt"), aber bestimmt nicht typisch deutsch.


Es wäre nett, wenn Du mich nicht mit der AfD in Verbindung bringen würdest, weder würde ich die wählen noch finde ich die gut. Lass einfach Deine Unterstellungen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8995
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 6. Jun 2016, 06:33

H2O hat geschrieben:(05 Jun 2016, 21:53)

So lange diese Menschen nicht von der Arbeit der anderen leben wollen ist das vernünftig! Denn Produkte, Waren, Dienstleistungen und selbst Informationen sind auch nicht unentgeltlich zu haben.

So wie Waren und Dienstleistungen einen Preis haben, müssen Menschen sich an Recht und Gesetz (des Landes, in das sie einreisen) halten. Das ist die notwendige andere Seite der Freizügigkeit. Aber eine sonstige Einschränkung sollte nicht gelten.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
dreamer07
Beiträge: 39
Registriert: So 5. Jun 2016, 16:12

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon dreamer07 » Mo 6. Jun 2016, 06:33

Wildermuth hat geschrieben:(06 Jun 2016, 07:25)

Das wäre typisch afd (ich glaube du nennst sowas "deutscher, der sein land liebt"), aber bestimmt nicht typisch deutsch.



ich liebe mein Heimatland...sehr sogar...und wähle ganz sicher nicht die afd. ..Ich finde Deutschland toll, weil es 4 Jahreszeiten hat, weil ich wählen darf was mir gefällt (oder zumindest das bessere übel ;) ), weil ich ein Teil einer Gesellschaft bin in der ich mitgestalten kann wenn ich möchte, weil wir ein gutes sozial Netz haben, weil es U-Untersuchungen gibt....und noch viele mehr "weil"
Benutzeravatar
Dampflok94
Beiträge: 11099
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 16:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Dampflok94 » Mo 6. Jun 2016, 06:52

Billie Holiday hat geschrieben:(06 Jun 2016, 07:22)

Ein solch unangenehmer Zeitgenosse, dass niemand hierher kommen will. :(

War das jetzt ironisch gemeint? Momentan wollen ja gerade sehr viele kommen. Und das nicht nur dauerhaft. In Berlin zumindest blüht der Tourismus. :)
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
schelm
Beiträge: 18149
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon schelm » Mo 6. Jun 2016, 07:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Jun 2016, 07:33)

So wie Waren und Dienstleistungen einen Preis haben, müssen Menschen sich an Recht und Gesetz (des Landes, in das sie einreisen) halten. Das ist die notwendige andere Seite der Freizügigkeit. Aber eine sonstige Einschränkung sollte nicht gelten.

Sich nicht an Recht und Gesetz halten ist leider nicht immer justiziabel. Hast du zufällig das verlinkte Video gesehen ( ZDF Zoom ) ? Wir führen überhaupt nur diese Diskussion um Integration, nicht wegen ( relativ ) weniger geahndeter Vergehen, sondern wegen dem Maß an Nichtakzeptanz von Standards, die sich in Recht und Gesetz kodifizieren. Wer also CH Morde rechtfertigt oder die Familienehre definiert über die " Reinheit " der Schwester, dies über das GG stellt, der handelt in den Augen der PC ja immer noch nach Recht und Gesetz, denn wo kein Kläger, da kein Richter = Meinungs - und Glaubensfreiheit und ist außerdem doch supi doll " friedlich ".

Man kann eine Gesellschaft sukzessive damit aufweichen, wenn die Virulenz entsprechender Weltbilder im Gepäck der Zuwanderer eine kritische Menge erreicht, insbesondere in den Ballungsgebieten - und insbesondere im Kontext der Demografie. Der z.T. immer härter ausgetragene Diskurs, Phänomene wie AfD u.s.w. resultieren imho direkt aus der Verweigerungshaltung der PC sich dieser Grauzone effektiv anzunehmen und deren Strategie, alles mit Allgemeinplätzen glattzubügeln ( " freier Transfer von Waren UND Menschen... " etc. )
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
Wildermuth
Beiträge: 3239
Registriert: Mo 18. Apr 2016, 13:37

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Wildermuth » Mo 6. Jun 2016, 07:25

Billie Holiday hat geschrieben:(06 Jun 2016, 07:30)

Es wäre nett, wenn Du mich nicht mit der AfD in Verbindung bringen würdest, weder würde ich die wählen noch finde ich die gut. Lass einfach Deine Unterstellungen.


Das hat mit deinem wiederholt geäußerten vorwurf zu tun, ich würde jeden "deutschen, der sein land liebt" als nazi bezeichnen oder irgendso eine formulierung, die mir nicht mehr ganz präsent ist. Tja, und da ich das natürlich tunlichst vermeiden will, es wäre ja ungerecht, wollte ich von dir schon mehrmals wissen, woran ich denn nun diese deutschlandliebenden deutschen erkennen kann. Da du nicht antwortest, bin ich auf vermutungen angewiesen. Manchmal reagierst du, und deswgen weiss ich z.b., dass die afd nicht zu den deutschlandliebenden deutschen gehören. Die dürfte man also rechtsknaller nennen. Das ist mal wieder ein puzzleteil. Du machst es einem aber auch nicht leicht mit deinen ratespielchen... also... bitte hab verständnis, wenn ich nicht immer sofort richtig rate. Bin ja kein hellseher.
Benutzeravatar
Billie Holiday
Beiträge: 12206
Registriert: Mi 11. Jun 2008, 10:45
Benutzertitel: Mein Glas ist halbvoll.
Wohnort: Schleswig-Holstein, meerumschlungen

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Billie Holiday » Mo 6. Jun 2016, 07:30

Dampflok94 hat geschrieben:(06 Jun 2016, 07:52)

War das jetzt ironisch gemeint? Momentan wollen ja gerade sehr viele kommen. Und das nicht nur dauerhaft. In Berlin zumindest blüht der Tourismus. :)


Ja, das war Ironie.

Alle "Ausländer" im Freundes- und Kollegenkreis fühlen sich hier wohl. Es sind auch nur Deutsche, die sich und ihr Land gern niedermachen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
K. Kinski
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 8995
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 6. Jun 2016, 07:33

schelm hat geschrieben:(06 Jun 2016, 08:15)

Sich nicht an Recht und Gesetz halten ist leider nicht immer justiziabel. Hast du zufällig das verlinkte Video gesehen ( ZDF Zoom ) ? Wir führen überhaupt nur diese Diskussion um Integration, nicht wegen ( relativ ) weniger geahndeter Vergehen, sondern wegen dem Maß an Nichtakzeptanz von Standards, die sich in Recht und Gesetz kodifizieren. Wer also CH Morde rechtfertigt oder die Familienehre definiert über die " Reinheit " der Schwester, dies über das GG stellt, der handelt in den Augen der PC ja immer noch nach Recht und Gesetz, denn wo kein Kläger, da kein Richter = Meinungs - und Glaubensfreiheit und ist außerdem doch supi doll " friedlich ".

Man kann eine Gesellschaft sukzessive damit aufweichen, wenn die Virulenz entsprechender Weltbilder im Gepäck der Zuwanderer eine kritische Menge erreicht, insbesondere in den Ballungsgebieten - und insbesondere im Kontext der Demografie. Der z.T. immer härter ausgetragene Diskurs, Phänomene wie AfD u.s.w. resultieren imho direkt aus der Verweigerungshaltung der PC sich dieser Grauzone effektiv anzunehmen und deren Strategie, alles mit Allgemeinplätzen glattzubügeln ( " freier Transfer von Waren UND Menschen... " etc. )


Das gesetzliche Verbot von Prügelstrafen an Schulen und auch im Elternhaus oder auch das Verbot der Vergewaltigung in der Ehe sind Beispiele für Straftaten, die noch bis vor kurzem nicht justiziabel waren, es nun aber sind.

PC ist für mich einfach nur ein rhetorischer Kampfbegriff ohne irgendeine semantische Bedeutung.

"Verweigerungshaltung" gibt es natürlich. Gerade dieses WE unterhielt ich mich mit Leuten aus Cottbus, die in Sachsen geboren sind und (wie ich auch) dort Verwandte haben. Die sogar einen gewissen sächsischen Lokalpatriotismus (z.B. in Bezug auf Dresden als Kultur- und Musikmetropole) an den Tag legten. Und die jetzt sagen: Sie fahren da nicht mehr hin. Sie können es - wegen dieser "verstockten" Haltung einer angeblichen "Überfremdung" dor nicht mehr aushalten. Und ich kann das durchaus nachvollziehen. Wo soll das hinführen? Hält man es in Sachsen tatsächlich für ausgeschlossen, dass das ganze Bundesland zu einer Art No-Go-Area für Gebildete werden könnte?
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
Sozialdemokrat
Beiträge: 2278
Registriert: Mo 4. Jan 2016, 11:54
Benutzertitel: Migrant und AfD-Wähler

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Sozialdemokrat » Mo 6. Jun 2016, 21:22

Jekyll hat geschrieben:(06 Jun 2016, 00:24)

Oui. Auch böse Tyrannen brauchen einen Fürsprecher, wenn ihnen Unrecht widerfährt. Gerechtigkeit den "Guten" und "Schwachen" zukommen lassen zu wollen, kann jeder. Aber sie auch "Bösen" und "Mächtigen" zu gewähren, das setzt ein wahres Verständnis für Gerechtigkeit voraus.

Die meisten meiner türkischen Freunde sind Anhänger von Erdogan. Sie rechnen es ihm hoch an, dass er das Land stabilisiert und die Wirtschaft vorangebracht hat. Wer Erfolg hat, hat Recht. Aber im Moment scheint er Fehler zu machen und die Wirtschaft geht den Bach runter.
Die Balkanroute ist nicht ganz dicht.
Benutzeravatar
Zunder
Beiträge: 4636
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 14:00

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Zunder » Mo 6. Jun 2016, 21:32

Jekyll hat geschrieben:(06 Jun 2016, 00:24)

Oui. Auch böse Tyrannen brauchen einen Fürsprecher, wenn ihnen Unrecht widerfährt. Gerechtigkeit den "Guten" und "Schwachen" zukommen lassen zu wollen, kann jeder. Aber sie auch "Bösen" und "Mächtigen" zu gewähren, das setzt ein wahres Verständnis für Gerechtigkeit voraus.

Sich mit einem islamofaschistischen Möchtegern-Sultan zu identifizieren, hat nichts mit Gerechtigkeitssinn zu tun, sondern mit Einverständnis:
Gängelung der Justiz, Gleichschaltung der Presse, Ermächtigungsgesetzelchen, Stärkung des türkischen Volkstums durch Geburtenzuwachs ........
schelm
Beiträge: 18149
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon schelm » Mo 6. Jun 2016, 21:34

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Jun 2016, 08:33)

Das gesetzliche Verbot von Prügelstrafen an Schulen und auch im Elternhaus oder auch das Verbot der Vergewaltigung in der Ehe sind Beispiele für Straftaten, die noch bis vor kurzem nicht justiziabel waren, es nun aber sind.

PC ist für mich einfach nur ein rhetorischer Kampfbegriff ohne irgendeine semantische Bedeutung.

"Verweigerungshaltung" gibt es natürlich. Gerade dieses WE unterhielt ich mich mit Leuten aus Cottbus, die in Sachsen geboren sind und (wie ich auch) dort Verwandte haben. Die sogar einen gewissen sächsischen Lokalpatriotismus (z.B. in Bezug auf Dresden als Kultur- und Musikmetropole) an den Tag legten. Und die jetzt sagen: Sie fahren da nicht mehr hin. Sie können es - wegen dieser "verstockten" Haltung einer angeblichen "Überfremdung" dor nicht mehr aushalten. Und ich kann das durchaus nachvollziehen. Wo soll das hinführen? Hält man es in Sachsen tatsächlich für ausgeschlossen, dass das ganze Bundesland zu einer Art No-Go-Area für Gebildete werden könnte?

Die einen dramatisieren scheinbar, die anderen beschwichtigen, die Sachprobleme der Integration die real existieren, die werden hingegen von der PC mit Allgemeinplätzen abgebügelt.

Die einen ahnen, die daraus erwachsenden Probleme bleiben an ihnen hängen, deshalb übertreiben sie sie präventiv, damit zumindest im Ansatz Wahrnehmung und der Versuch der Problemlösung erfolgt, die anderen blenden die Probleme einfach ( statistisch ) aus, es betrifft sie bestimmt nicht, es löst sich sicher alles in Wohlgefallen auf, oder, durch den Druck der Übertreiber, bei denen man sich nun nicht mehr wohl fühlt, partizipiert man letztlich von deren Druck und Populismus durch die Reaktion der Politik auf Probleme, die man lieber nicht wahrnehmen möchte.
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
schelm
Beiträge: 18149
Registriert: Fr 21. Aug 2009, 23:29
Benutzertitel: Je suis Köterrasse
Wohnort: Thüringen

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon schelm » Mo 6. Jun 2016, 21:57

Jekyll hat geschrieben:(05 Jun 2016, 23:56)

Es ist halt so gekommen, Herr schelm. Es scheint in der Tat so, als ob da irgendetwas nicht ganz optimal gelaufen wäre. Wenn mein Vater sich damals entschieden hätte, in die USA auszuwandern anstatt sein Glück als Gastarbeiter in Deutschland zu versuchen, wäre ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit längst ein Amerikaner geworden. Ich hätte mit so einer Identität überhaupt kein Problem. Sogar jetzt, wo ich doch nie in den USA gewesen bin. Aber ein Deutscher zu sein? Ehrlich, ich käme mir einfach nur lächerlich vor. Um sich heimisch fühlen zu können, muss man sich von der aufnehmenden Gesellschaft auch tatsächlich als aufgenommen fühlen. Ansonsten bleibt man immer fremd und innerlich auf Distanz. Ein Gast halt (fast hätte ich geschrieben "ein Geist"...) In der Türkei wiederum habe ich einfach viel zu kurz gelebt, um mich dort heimisch fühlen zu können. Wenn ich es mir so recht überlege, bin ich eigentlich heimatlos. Rein emotional gesehen. Denn staatsbürgertechnisch und von der Ethnie und Herkunft her habe ich natürlich eine Heimat, die Türkei.

Ich kann Ihnen das nachempfinden. Als Ossi in Offenbach fühle ich mich auch nicht aufgenommen, weder von 78,2 % Migranten in meinem Stadtbezirk als wirklich zugehörig, noch von Urhessen in deren Wahrnehmung als Hesse oder gar als echter Deutscher. Aber es juckt mich nicht mehr, ich kehre eh in meine Heimat zurück. Zum Glück, und das tut mir ehrlich leid für Sie hingegen, ich habe noch eine echte, gelebte Heimat. :|
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
Benutzeravatar
Milady de Winter
Moderator
Beiträge: 12741
Registriert: Mi 18. Jan 2012, 16:37
Benutzertitel: Böse Königin
Wohnort: -access denied-

Re: Was ist eigentlich ein "Deutscher"?

Beitragvon Milady de Winter » Di 7. Jun 2016, 09:07

MOD - hier wird aufgeräumt.

Zur allgemeinen Information: hier ging bzw. geht es um die Frage, "was eigentlich ein Deutscher ist", und nicht darum, ob und wie sich Migranten assimilieren, integrieren oder sonst wie verhalten. Es geht auch nicht schon wieder um "den Islam". Wenn Ihr all das diskutieren wollt, sehr gerne. Ihr findet in den entsprechenden Unterforen einen Reichtum an Strängen dazu. Der hier ist der falsche.

Ergänzung: falls jemand seine Hetze und/oder seinen Spam hier vermisst, you know the drill... Antworten darauf sind Kollateralschäden. Wer seinen verschwundenen aber ggf. nicht zu beanstandenen Beitrag für einen anderen Strang wiederhaben möchte, kann sich gerne per PN an mich wenden. Danke.
- When he called me evil I just laughed -

Zurück zu „80. Integration“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste