Gehört der Islam zu Deutschland?

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Selina
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Selina » Sa 2. Dez 2017, 11:43

Julian hat geschrieben:(02 Dec 2017, 10:33)

Was hat denn Religion mit Rasse zu tun? Da wird durch die Hintertür ein Immunisierungsargument eingeführt, das ich nicht akzeptieren kann. Islamkritik wird also mit Rassismus gleichgesetzt. Jeder, der es wagt, etwas gegen den Islam zu sagen, kann damit als Rassist gebrandmarkt und von der weiteren Diskussion ausgeschlossen werden. Wie praktisch - aber auch ganz einfach falsch gedacht.

Und dass der Schreiber des Artikels so verwundert ist, dass der Islam Ängste auslöst, ist nur noch lächerlich zu nennen. Jeder hat doch Regime wie den Islamischen Staat, Saudi Arabien, Iran vor Augen; jeder sieht, was in der Türkei los ist; und jeder hat doch wohl mitbekommen, welch beispiellose Terrorwelle sich in den letzten Jahren durch Europa geschoben hat, eine Terrorwelle, die islamisch begründet und von Muslimen geplant und durchgeführt wurde.

Jeder, der sich schon einmal mit Einwanderung und Integration beschäftigt hat, wird auch sehen, dass der Islam darüber hinaus ein großes Integrationshindernis ist, ob das nun in Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien oder Deutschland ist.

Über den Koran brauchen wir wohl gar nicht reden. Ich empfehle den Leuten trotzdem, einmal darin zu lesen.

Die Debatte krankt im übrigen daran, dass über Worte gestritten wird. Was bedeutet denn "gehört zu"? Der Islam gehört zu Deutschland wie auch der islamistische Terrorismus; er gehört nicht zu Deutschland in dem Sinne, wie das Christentum zu ihm gehört.


Rassismus bedeutet, jemanden wegen seiner Herkunft, Hautfarbe und ja, auch wegen seiner Religion zu diskriminieren. Und ja, es gibt auch einen antimuslimischen Rassismus, wo der Islam mit anderen Maßstäben gemessen wird als andere Religionen. Diese Rassisten grenzen Muslime aus und nutzen sie pauschal als Feindbild und Alibi-Gegner zum Abbau eigener Frustrationen und zur Erklärung eigener wirtschaftlicher und sozialer Probleme. Motto: "Alles Unheil im Land kommt vom Islam".
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 2. Dez 2017, 12:22

Aha, indem man den Islam kritisiert, diskriminiert man Muslime. Interessanter Denkansatz. Gilt das auch für andere Religionen?
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Liegestuhl » Sa 2. Dez 2017, 12:31

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2017, 11:43)

Rassismus bedeutet, jemanden wegen seiner Herkunft, Hautfarbe und ja, auch wegen seiner Religion zu diskriminieren.


Das ist Unsinn. Dann wäre jede abfällige Bemerkung oder Karikatur zur römisch-katholischen Kirche Rassismus.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Selina » Sa 2. Dez 2017, 12:37

Liegestuhl hat geschrieben:(02 Dec 2017, 12:31)

Das ist Unsinn. Dann wäre jede abfällige Bemerkung oder Karikatur zur römisch-katholischen Kirche Rassismus.


Ich hatte lediglich die Frage eines Users "Was hat denn Religion mit Rasse zu tun?" beantwortet. Satire dagegen bewegt sich oft an der Grenze zum Unsagbaren. Wollte man Satire also ganz abschaffen, wäre es schon ein ziemlich armes Leben. Und wenn Satire einmal die Grenze zum echten Rassismus ganz klar überschreitet, befassen sich sofort die Gerichte damit, falls eine entsprechende Klage vorliegt. Das steht also in keinem Widerspruch zu dem, was ich weiter oben sagte.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Liegestuhl » Sa 2. Dez 2017, 12:44

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2017, 12:37)

Ich hatte lediglich die Frage eines Users "Was hat denn Religion mit Rasse zu tun?" beantwortet. Satire dagegen bewegt sich oft an der Grenze zum Unsagbaren. Wollte man Satire also ganz abschaffen, wäre es schon ein ziemlich armes Leben. Und wenn Satire einmal die Grenze zum echten Rassismus ganz klar überschreitet, befassen sich sofort die Gerichte damit, falls eine entsprechende Klage vorliegt. Das steht also in keinem Widerspruch zu dem, was ich weiter oben sagte.


Wäre der Satz "Katholiken finde ich scheiße" für dich Rassismus?
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Selina » Sa 2. Dez 2017, 12:55

Liegestuhl hat geschrieben:(02 Dec 2017, 12:44)

Wäre der Satz "Katholiken finde ich scheiße" für dich Rassismus?


Ja.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon unity in diversity » Sa 2. Dez 2017, 13:15

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2017, 12:55)

Ja.

Bist du sicher und hast du die Konsequenzen dieses Wortes wohl bedacht?
Für jedes Problem gibt es zwei Lösungsansätze:
Den Falschen und den Unsrigen.
Aus den USA
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Selina » Sa 2. Dez 2017, 13:32

unity in diversity hat geschrieben:(02 Dec 2017, 13:15)

Bist du sicher und hast du die Konsequenzen dieses Wortes wohl bedacht?


Wieso? Ich finde solche Gruppen-Zuweisungen und Gruppen-Verunglimpfungen immer sehr fragwürdig. Ich schaue immer erstmal auf den einzelnen Menschen und nicht auf die Muslime und die Katholiken und die Afrikaner und so weiter und so fort.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Wutbürger » Sa 2. Dez 2017, 13:53

Wir sind an einem Punkt angekommen, wo das Eintreten für seine Interessen (siehe Trumps: america first) immer gleichgesetzt wird mit Rassismus und Diskriminierung,
Wir nehmen Menschen aus einem fremden Kulturkreis auf (und den Flüchtenden vor Gewalt und Krieg MÜSSEN und WERDEN wir beistehen, keine Frage), da darf das aufnehmende Land fordern, ja ich sage fordern, dass sich der Schutzsuchende anpasst, integriert. Nicht fordert. Integriert. Und zwar sich in die aufnehmende Gesellschaft.
Im aktuellen Song von 30 seconds to Mars kommt ein Mann im Video vor, der sagt: America - love it, or leave it. Ist solch eine Aussage denn so schlimm? Rassistisch? Diskriminierend?
In den Ländern, aus denen die Flüchtenden stammen, herrschen doch genau solche Maßstäbe, warum dürfen wir nicht auch im eigenen Interesse handeln. Dabei vergessen wir eben nicht die menschliche Komponente.
Aber, auch hier werde ich deutlich, WIR können nicht alle Probleme der Welt lösen. Nur ein Beispiel, wo ich sage, die AfD hat Recht:
https://www.youtube.com/watch?v=VsBTtio ... e=youtu.be
Solche Gelder könnten sich anderswo (auch für die Integration z.B.) besser verwenden lassen. Und von solchen Ungeheuerlichkeiten gibt es viele.
America first, germany first, italy first... sind gute Schlagworte, denn nur, wenn es einem Land gut geht, kann es auch für andere Länder (schwächere) eintreten/ gestalterisch tätig werden/ Hilfe geben.
Lasst solche Aussagen also zu, denn sie haben Berechtigung.
Falls du mir nicht glaubst, vergleiche europäische Zahlungen zur Entwicklungshilfe (nur ein Beispiel) mit Zahlungen aus so reichen Ländern wie Saudi Arabien oder anderen, die auf dem schwarzen Gold sitzen (und geografisch näher an den Bestimmungsorten solcher Gelder liegen).
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Liegestuhl » Sa 2. Dez 2017, 16:23

Selina hat geschrieben:(02 Dec 2017, 13:32)

Wieso? Ich finde solche Gruppen-Zuweisungen und Gruppen-Verunglimpfungen immer sehr fragwürdig. Ich schaue immer erstmal auf den einzelnen Menschen und nicht auf die Muslime und die Katholiken und die Afrikaner und so weiter und so fort.


Ich will dir eigentlich klar machen, dass es einen Unterschied gibt, ob man jemanden aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert (für die er definitiv nichts kann) oder ob er aus eigenen Stücken einer rückwärtsgewandten Ideologie anhängt.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Ger9374 » Sa 2. Dez 2017, 17:00

Rassismus isoliert anhand von herkunft und äusserlichkeiten.
Obwohl die Religion gerne auch noch in den Topf für diskriminierungen geschmissen wird!
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon kaka » Mo 4. Dez 2017, 15:23

Hallo an alle, ich war lange nicht mehr im Forum und wollte wieder mal schreiben.

Als erstes würde ich gerne wissen, was der unterschied zwischen Schowinismus und Rassismus ist?

Ich stimme (leider) dem Beitrag von Wutbürger zu. Ich wurde so erzogen, dass wenn ich in ein anderes Land komme ich mich den Menschen in diesem Land möglichst anzupassen habe. Natürlich darf ich meine Sprache, gewohnheiten, usw. behalten. Trotzdem darf ich die Gebräuche und Gesetze dieses Landes nicht in Frage stellen.
Ein Beispiel ist der Weihnachtsmarkt (passt zur Jahreszeit). Der heißt nun mal so, hat christliche Wurzeln usw. Zu fordern, dass er nun "Fest des Lichtes" heißen soll, ist ein Schlag ins Gesicht gegen alle, vor allem ältere Bürger. Diese werden natürlich die Muslime als Bedrohung der eigenen kulturellen Werte empfinden.

Als nächstes geht es bei mir nicht um die Frage ob Muslime, Islam oder Moscheen zum Islam gehören. Es geht zum einen darum, dass die Muslime und ihre Religion sich an die Gesetze (vor allem das Grundgesetz) Deutschlands halten sollen und müssen. Das beinhaltet eine Monoehe und den Verzicht auf Kinderehen.

Wenn ich höre, dass der Staat nichts gegen Kinderehen unternimmt, um vlt. die Muslime nicht zu beleidigen, so diskreminiert er die Einheimischen. Die Gesetze sind der Nenner auf dem unsere kulturelle und soziale Gesellschaft und das Miteinanderleben basiert. Wenn dies nicht eingehalten wird, so bräuchte man das nicht.

Ich finde ausserdem, dass Moscheen gebaut werden sollen dürfen. Diese sollen aber nicht ein Zeichen der Macht sein. Es wird zwar vielen Muslimen nicht gefallen, aber die Minarette sollten verboten werden. Die Architektur sollte auch nicht an die Moscheen aus dem arabischen Raum erinnern, sollte eine etweder neutrale Architektur tragen, oder ein ausgefallen Design beinhalten.

Entschuldigung für den langen Text!
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Uffhausen » Di 5. Dez 2017, 22:54

kaka hat geschrieben:(04 Dec 2017, 15:23)


Ein Beispiel ist der Weihnachtsmarkt (passt zur Jahreszeit). Der heißt nun mal so, hat christliche Wurzeln usw. Zu fordern, dass er nun "Fest des Lichtes" heißen soll, ist ein Schlag ins Gesicht gegen alle, vor allem ältere Bürger. Diese werden natürlich die Muslime als Bedrohung der eigenen kulturellen Werte empfinden.

Ich verstehe diese Interpretationsweise überhaupt nicht. :?:

Freilich ist es schwer, die abgrundtiefe Blödsinnigkeit nachvollziehen zu können, bspw. eine Veranstaltung umzubennen, damit sich eine (fremde) Kultur oder gar Religion nicht auf den Schlips getreten fühlt - zumal derselben im Umkehrfall niemals passieren würde. Also dass arabische Länder bspw. ihre kulturellen oder religiösen Veranstaltungen umbenennen, damit ggf. anwesende Europäer/Christen sich nicht irgendwie komisch vorkommen.

Aber was ändert sich, wenn ein Weihnachtsmarkt z. B. nun (offiziell) in "Lichtermarkt" o. ä. umbenannt wird? Jedermensch kann immer noch sagen Komm, lass' uns auf den Weihnachtsmarkt gehen!- genauso, wie man stattdessen sagen könnte, dass man diese "alberne Abzocker-Kommerz-Kacke" definitiv umgehen will. Das Veranstaltungsangebot, also praktisch der "Inhalt" des Weihnachtsmarktes ist von einer Umbennennung doch nicht betroffen, ebenso die entsprechende Aufmachung (z. B. Deko). Sprich: Bis auf den Namen (lediglich offiziell!) bleibt alles beim Alten, also absolut kein Grund zur Panik, Untergangsstimmung oder gar Hetze.

Meine Cousine hat diesen Sommer geheiratet und den Namen ihres Mannes angenommen - gehört sie, weil sie jetzt anders heißt, nicht mehr zur Familie? Muss ich ihren Mann jetzt als Bedrohung betrachten? Vor ein paar Wochen bekam in meiner Stadt die Adresse "Bahnhofsplatz" den Namen eines in diesem Jahr verstorbenen ehem. Oberbürgermeisters - haben die dortigen Anwohner jetzt kein Zuhause mehr oder müssen sich lediglich an ihre neue Anschrift gewöhnen? Der Negerkuss soll nicht mehr Negerkuss heißen dürfen, weil angeblich rassistisch - und jetzt? Würde er umbenannt als bspw. "Schaumkuss" anders oder nicht mehr schmecken? Die Putzfrauen dürfen auch nicht mehr Putzfrauen heißen, sondern bspw. "Hauswirtschaftskräfte" - an ihrem Arbeitsauftrag ändert sich aber nichts.

Also, was soll die ganze lächerliche bis aufhetzerische Wertung vonwegen "Schlag ins Gesicht" und "Bedrohung kultureller Werte"? :rolleyes: Es ändert sich nichts, außer läppischer Bezeichnungen, die jedermensch nach Belieben ignorieren kann.

Unser städtischer Weihnachtsmarkt heißt übrigens seit Jahrzehnten ganz offiziell "Sternlesmarkt" - aber alle sagen nur "Weihnachtsmarkt" und kein Schwein pfeift deswegen! :p
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Sextus Ironicus » Di 5. Dez 2017, 23:11

Uffhausen hat geschrieben:(05 Dec 2017, 22:54)

Es ändert sich nichts, außer läppischer Bezeichnungen, die jedermensch nach Belieben ignorieren kann.



Kann es sein, dass dir hier was entgeht? So ein kleiner Unterschied, wer zum Beispiel der Herr der Benennungen ist? Und wenn es so läppisch ist, wo ist das Problem, dass das traditionelle Läppische bleibt? Kann ja jeder nach Belieben ignorieren? :?
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon kaka » Mi 6. Dez 2017, 00:33

Uffhausen hat geschrieben:(05 Dec 2017, 22:54)

Ich verstehe diese Interpretationsweise überhaupt nicht. :?:




Es geht darum, dass die Umbennenung mit der Begründung erfolgt, dass es Menschen beleidigt, welche nach Deutschland gekommen sind. Sprich es findet eine Anpassung an diese Menschen statt. Manche Menschen empfinden aber, wenn Leute nach Deutschland kommen, so müssen sie sich den Regeln und Gebräuchen in Deutschland anpassen und nicht andersrum.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Uffhausen » Mi 6. Dez 2017, 01:35

kaka hat geschrieben:(06 Dec 2017, 00:33)

Es geht darum, dass die Umbennenung mit der Begründung erfolgt, dass es Menschen beleidigt, welche nach Deutschland gekommen sind.

Dass das - wie ich schon schrieb - abgrundtiefer Blödsinn ist, darüber müssen wir bestimmt nicht streiten, oder?

Sprich es findet eine Anpassung an diese Menschen statt.

Ja: In der offiziellen Wortwahl! Die unseren sonstigen Sprachgebrauch aber in keinsterweise zu beeinflussen braucht! Wir können weiter, in gewohnter Weise, "Weihnachtsmarkt" sagen. Oder Putzfrau oder Negerkuss. Was auch immer.

Manche Menschen empfinden aber, wenn Leute nach Deutschland kommen, so müssen sie sich den Regeln und Gebräuchen in Deutschland anpassen und nicht andersrum.

Diese Haltung vertrete ich auch!!!

Aber die Problematik besteht darin, dass es Menschen aus fremden Kulturen und mit fremden Religionen in unserem Land (freilich nebst urdeutschen Einheimischen!) gibt, die nicht an unsere Gesetze halten wollen (= Gefahr) - und eben nicht, wie diese vorweihnachtliche Jahrmarktsveranstaltung nun heißen soll, oder nicht (= läppisch). Verstehst du?

Dazumal finde ich es reichlich fragwürdig, wenn ausgerechnet Deutsche Einhaltung/Respektierung von (deutschen!) Sitten oder Gebräuchen gegenüber anderen Kulturen oder Religionen einfordern, wenn sie es nicht mal selbst können. Ich sage nur Halloween - ist das eine deutsche Sitte, ein deutscher Brauch? Nö! Vor 25 Jahren, als ich noch ein kleiner Pups war, gab es das nur im Fernsehen (in us-amerikanischen Serien oder Filmen), heute ist Halloween total deutsch. An fast jeder Kneipe, an der ich Ende Oktober vorbeiging, wurde auf Halloween-Partys aufmerksam gemacht oder Gratisgetränke angeboten, für jeden, der verkleidet erscheint. Mehrere Kinder klingelten auch dieses Jahr wieder bei mir und forderten Süßigkeiten - was meinst du, was ich mir von den (deutschen!) Eltern jeweils für wüste Gehässigkeiten anhören durfte, als ich darauf aufmerksam machte, dass wir hier in Deutschland sind und nicht in den USA? :dead:

Komisch, dass gegen die Übernahme der Fremdkultur namens Halloween nichts einzuwenden ist seitens der Deutschen, aber wenn der Weihnachtsmarkt nicht mehr Weihnachtsmarkt heißen soll (obgleich man ihn trotzdem noch so nennen darf!) geht angeblich unser Land unter. Verstehe ich nicht, diese Doppelmoral... :s
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Sextus Ironicus » Mi 6. Dez 2017, 08:17

Uffhausen hat geschrieben:(06 Dec 2017, 01:35)



Komisch, dass gegen die Übernahme der Fremdkultur namens Halloween nichts einzuwenden ist seitens der Deutschen, aber wenn der Weihnachtsmarkt nicht mehr Weihnachtsmarkt heißen soll (obgleich man ihn trotzdem noch so nennen darf!) geht angeblich unser Land unter. Verstehe ich nicht, diese Doppelmoral... :s


Es wäre, falls Doppelmoral hier der Begriff wäre, ganz deine.

Du siehst keinen Unterschied zwischen einem aktiv in eigener Entscheidung übernommenen Brauch und einer von irgendwelchen Figuren verordneten Sprachregelung? Ich würde sagen: komisches Demokratieverständnis. Oder geht alle Macht nun endgültig von irgendwelchen Verwaltungen aus?
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Uffhausen » Mi 6. Dez 2017, 08:26

Sextus Ironicus hat geschrieben:(06 Dec 2017, 08:17)

Es wäre, falls Doppelmoral hier der Begriff wäre, ganz deine.

Du siehst keinen Unterschied zwischen einem aktiv in eigener Entscheidung übernommenen Brauch und einer von irgendwelchen Figuren verordneten Sprachregelung? Ich würde sagen: komisches Demokratieverständnis. Oder geht alle Macht nun endgültig von irgendwelchen Verwaltungen aus?

Ich habe ja schon anfangs mitgeteilt, dass ich diese "von irgendwelchen Figuren verordnete Sprachregelung" für abgrundtiefen Blödsinn halte - eben in Anbetracht dessen, dass sich schließlich NICHTS ändert, außer die Bezeichnung.

Ich bin der Meinung, mensch muss nicht jeden Blödsinn mitmachen - ich, bzw. WIR haben die Wahl: Entweder regen wir uns (blödsinnig über Blödsinn!) auf oder wir sagen weiter wie gewohnt "Weihnachtsmarkt". Folglich bin ich für letzteres. Und du, hm? :)
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Adam Smith » Mi 6. Dez 2017, 08:30

Da ausgesagt wird, dass wir mit dem Terror leben müssen, gehört der Islam zu Deutschland. In Bezug auf die RAF gab es die Anweisung es zu schaffen.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Billie Holiday » Mi 6. Dez 2017, 08:35

Sextus Ironicus hat geschrieben:(06 Dec 2017, 08:17)

Es wäre, falls Doppelmoral hier der Begriff wäre, ganz deine.

Du siehst keinen Unterschied zwischen einem aktiv in eigener Entscheidung übernommenen Brauch und einer von irgendwelchen Figuren verordneten Sprachregelung? Ich würde sagen: komisches Demokratieverständnis. Oder geht alle Macht nun endgültig von irgendwelchen Verwaltungen aus?


Richtig, Halloween hat sich langsam etabliert, es wurde übernommen, auch durch geschickte Vermarktung durch die Wirtschaft, aber dennoch freiwillig. Die Kinder haben offensichtlich Spaß an der Sache.

Das Umbenennen oder gar Abschaffen von traditionellen Gebräuchen erfolgt ausschließlich mit erhobenem Zeigefinger und einem von keinem Fremden eingeforderten vorauseilendem Gehorsam. Einige wollen also überbordernde Rücksicht auf rein subjektive Gefühle Einzelner nehmen und verlangen es von allen.
Wer mich beleidigt, bestimme ich.
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