Gehört der Islam zu Deutschland?

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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Adam Smith » Mi 15. Nov 2017, 14:26

Mit Joseph Kony gibt es einen Christen der sich negativ auswirkt.

Deutsche Christen kämpfen jetzt aber nicht für ihn hier und dort.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon JFK » Mi 15. Nov 2017, 19:16

Adam Smith hat geschrieben:(15 Nov 2017, 14:26)

Mit Joseph Kony gibt es einen Christen der sich negativ auswirkt.

Deutsche Christen kämpfen jetzt aber nicht für ihn hier und dort.


Kony ist kein Christ, das ist ein astreiner Chavunist der zufällig die Christliche Identität trägt.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 15. Nov 2017, 19:26

Adam Smith hat geschrieben:(15 Nov 2017, 08:57)

Es geht eher darum, ob man hier Gotteskrieger braucht die wie in Syrien, Jemen, Somalia, Philippinen für ihren Staat kämpfen.


1. Wer fordert diese Gotteskrieger denn hier an? Mir ist nicht bekannte, daß das ein Thema wäre.

2. Hier geht es um die Mitbürger muslimischen Glaubens. Da sind mehrere Millionen. Soll das heißen, daß diese alle militante Kämpfer wären?

Bei diesem Thema geht es darum, ob der Islam, die Millionen Mitbürger, die u.a. muslimischen Glaubens sind (es gibt ja weitaus mehr Schnittmengen, politische Parteien, jung oder alt, Großverdiener oder Hartz4, Fan von Schalke oder Fußballhasser uvm.) zu Deutschland gehören oder nicht.

Es geht nicht darum, ob Mitglieder des IS oder sonstwer zum Kulturgut Deutschlands gehören und der Bewahrung und Förderung bedürfen.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon BingoBurner » Mi 15. Nov 2017, 22:33

relativ hat geschrieben:(15 Nov 2017, 13:38)


Wieso sollte ich? Dafür bist du viel zu unwichtig.


Zum Glück......




Ein Liebeskied für dich :D

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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Adam Smith » Do 16. Nov 2017, 07:57

JFK hat geschrieben:(15 Nov 2017, 19:16)

Kony ist kein Christ, das ist ein astreiner Chavunist der zufällig die Christliche Identität trägt.

Er ist so christlich wie die Schlächter aus dem Mittelalter. Nur gibt es keine deutschen Kämpfer. Aus dem Grund interessiert der Irre nicht.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Adam Smith » Do 16. Nov 2017, 08:00

King Kong 2006 hat geschrieben:(15 Nov 2017, 19:26)

1. Wer fordert diese Gotteskrieger denn hier an? Mir ist nicht bekannte, daß das ein Thema wäre.
.

Es dürfte in Deutschland hunderte oder tausende Gotteskrieger geben. In einigen Ländern verursachen diese Kämpfer grosse Probleme.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Liegestuhl » Do 16. Nov 2017, 08:09

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Nov 2017, 14:18)
Al Baghdadi beherrscht noch nicht einmal richtig die arabische Sprache.


Ist arabisch nicht seine Muttersprache?
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 16. Nov 2017, 08:28

Adam Smith hat geschrieben:(16 Nov 2017, 08:00)

Es dürfte in Deutschland hunderte oder tausende Gotteskrieger geben. In einigen Ländern verursachen diese Kämpfer grosse Probleme.


Was hat das damit zu tun, daß wir Millionen Mitbürger haben, die u.a. auch muslimisch sind? Was wäre für dich das Mittel der Wahl?

Bei der Frage der tausenden linken und rechten Extremisten in Deutschland sollte man auch nicht per se sozialistische oder rechte Wertvorstellungen bzw. deren Anhänger per se ausbürgern. Es geht um die Extremisten.

Hier geht es auch um mehrere Millionen rechtskonforme Bürger.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 16. Nov 2017, 08:46

Liegestuhl hat geschrieben:(16 Nov 2017, 08:09)

Ist arabisch nicht seine Muttersprache?

Das, was in dem offenen Brief der 120 Islam-Gelehrten dem IS-Führer vorgeworfen wird (neben grundsätzlichen Falschauslegungen und offenen Widersprüchlichkeiten wie etwa der zum "Verbot der Tötung von Fremden") ist eine Fehlinterpretation grundlegender arabischer Begriffe der Religion. (Punkt 2 von 24 in Kurzfassung: "Es ist im Islam vollkommen verboten, Recht zu sprechen, wenn die Arabische Sprache nicht gemeistert wird.")

Insbesondere die Falschauslegung des Begriffs "Hadith". Ein "Hadith" ist eine konkrete historische Überlieferung und keine allgemeine Aussage. Die Formulierung "gesandt mit dem Schwert"
... ist Teil eines Hadith, der für eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort galt und seitdem nicht mehr. Daher ist es verboten, auf diese Art und Weise den Koran und die Hadithe zu mischen, so wie es verboten ist, das Allgemeine und das Spezifische und das Bedingte und das Unbedingte zu vermischen.

Diie allgemeingültige Aussage des Korans lautet, dass Gott den Propheten Muhammed gesandt habe "als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner".

In einer Religion, in der die Schrift, das Wort, die Sprache eine derart zentrale Stelle einnimmt wie im Islam, stellen Begriffs-Fehlinterpretationen sicher eine Häresie dar.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Sextus Ironicus » Do 16. Nov 2017, 08:58

King Kong 2006 hat geschrieben:(15 Nov 2017, 19:26)



Bei diesem Thema geht es darum, ob der Islam, die Millionen Mitbürger, die u.a. muslimischen Glaubens sind (es gibt ja weitaus mehr Schnittmengen, politische Parteien, jung oder alt, Großverdiener oder Hartz4, Fan von Schalke oder Fußballhasser uvm.) zu Deutschland gehören oder nicht.



Da sind ein paar Dinge vermischt. Der Islam als Religion, als Weltanschauung, ist kein Teil des kulturellen Erbes, des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Traditionen dieses Landes. Die Muslime dagegen sind ein Teil Deutschlands, also des Staates. Die Kultur ist aber mehr als der Staat, mehr als das Staatsgebiet. In 100 Jahren werden die Lebenden die Frage des kulturellen Erbes, des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Traditionen aller Voraussicht nach völlig anders beantworten. Das gilt für die meisten europäischen Länder, mit Ausnahme der osteuropäischen.
… habe ich mich sorgsam bemüht, menschliche Tätigkeiten nicht zu verlachen, nicht zu beklagen und auch nicht zu verdammen, sondern zu begreifen. (Spinoza)
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon relativ » Do 16. Nov 2017, 09:13

Sextus Ironicus hat geschrieben:(16 Nov 2017, 08:58)

Da sind ein paar Dinge vermischt. Der Islam als Religion, als Weltanschauung, ist kein Teil des kulturellen Erbes, des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Traditionen dieses Landes. Die Muslime dagegen sind ein Teil Deutschlands, also des Staates. Die Kultur ist aber mehr als der Staat, mehr als das Staatsgebiet. In 100 Jahren werden die Lebenden die Frage des kulturellen Erbes, des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Traditionen aller Voraussicht nach völlig anders beantworten. Das gilt für die meisten europäischen Länder, mit Ausnahme der osteuropäischen.

Wie kommst du auf die Annahme, daß z.B. Beethoven, Mozart, Varusschlacht, Christentum ect.pp in 100 Jahren nicht mehr zum kulturellen Erbe Europas oder Deutschlands gehören. Wie kommst du darauf, daß die östlichen EU Nachbarn keine kulturelle Änderung erfahren werden? Sind die dann aus der EU draussen, oder wie findet deren kulturelle Abschottung statt.
Wenn wir in 100 Jahren mehr Menschen mit muslimischen Glauben in Europa haben, wird sich kulturell nur diesbezüglich etwas ändern, daß es dann mehr Menshen gibt, deren privater Glaube der Islam ist.
Damit sich hier ein radikale Auslegung des Islams friedlich kulturell ausbreiten kann um unsere Kultur zu verdrängen, bedarf es wesentlich mehr, als ein paar Islamisten.
Das kulturelle Gedächniss liegt zu 100% in den Händern derer, die ihre kulturellen Traditionen ausüben und bewahren und dies nicht nur mit Worten sondern auch mit Taten.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Sextus Ironicus » Do 16. Nov 2017, 09:19

relativ hat geschrieben:(16 Nov 2017, 09:13)

Wie kommst du auf die Annahme, daß z.B. Beethoven, Mozart, Varusschlacht, Christentum ect.pp in 100 Jahren nicht mehr zum kulturellen Erbe Europas oder Deutschlands gehören. Wie kommst du darauf, daß die östlichen EU Nachbarn keine kulturelle Änderung erfahren werden? Sind die dann aus der EU draussen, oder wie findet deren kulturelle Abschottung statt.


Woraus um alles in der Welt wäre das alles zu lesen? :?:
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 16. Nov 2017, 09:23

Bleibtreu hat geschrieben:(15 Nov 2017, 13:28)

Empoeralismus :D Schmidt-Salomon hat wieder einen Knaller raus gehauen und recht hat er damit:

Die Grenzen der Toleranz - Warum wir die offene Gesellschaft verteidigen muessen:
Wofür es sich zu streiten lohnt

Die offene Gesellschaft hat viele Feinde. Die einen streiten für »Allah«, die anderen für die Rettung des »christlichen Abendlandes«, letztlich aber verfolgen sie das gleiche Ziel: Sie wollen das Rad der Zeit zurückdrehen und vormoderne Dogmen an die Stelle individueller Freiheitsrechte setzen. Wie sollen wir auf diese doppelte Bedrohung reagieren? Welche Entwicklungen sollten wir begrüßen, welche mit aller Macht bekämpfen? Michael Schmidt-Salomon erklärt, warum grenzenlose Toleranz im Kampf gegen Demagogen auf beiden Seiten nicht hilft und wie wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Freiheit zu verteidigen.


Wer fuer Alles offen ist, ist eben nicht ganz dicht! :p


Die erste "richtige Maßnahme" wäre eine Durchschauung der eigentlichen Motive der eigentlich Mächtigen in den Religionen. Die Hinrichtung Giordano Brunos ist nicht in erster Linie dem WIderspruch zwischen religiösen Glaubenssätzen und der tendenziell atheistischen Wissenschaftlichkeit Brunos zu verdanken sondern Machtkämpfen. Der zur Hinrichtungszeit Brunos herrschende Papst Clemens VIII hatte ganz konkret Machtgründe für die "Ketzer"verfolgung. Man befand sich mitten in der Zeit der Reformation und es drohten ganz konkret Machtverluste. Clemens VIII schickte die Jesuiten in den Kampf um die Wiedergewinnung von Territorien, die an Protestanten verloren waren. Darum ging es. Das Machtkalkül ist primär zu analyisieren und erst sekundär die Religionsinhalte. Ich bin fest davon überzeugt, dass die tatsächlich Mächtigen innerhalb sämtlicher Religionen sich über das religiöse Eiferertum ihrer Anhänger im engeren Kreis nur amüsierten.

Kaum etwas drückt diese Sicht so gut aus wie Dostojewskis berühmte "Legende vom Großinquisitor" in seinem Roman "Brüder Karamasow". Der wiedererschienene Jesus Christus selbst fällt darin der Inquisition zum Opfer. Und Dostojewski dazu:
Während das Christentum eine hohe Auffassung vom einzelnen Menschen hat, wird die Menschheit nur noch als große Masse betrachtet.

Es geht völlig am Kern der Sache vorbei, wenn wir die Gewalttätigkeit der Religionen und die von ihnen ausgehende bedrohung für die offene Gesellschaft (egal ob Christentum oder Islam) aus den religiösen Inhalten selbst herauszulesen versuchen. Und nicht aus dem Machtkalkül der in diesen Religionen herrschenden Menschen. Das gar nix mit diesen religiösen Inhalten zu tun hat.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon relativ » Do 16. Nov 2017, 09:48

Sextus Ironicus hat geschrieben:(16 Nov 2017, 09:19)

Woraus um alles in der Welt wäre das alles zu lesen? :?:

Nun vorallem diese Sätze haben mich doch fragen lassen, was du damit wohl meinen könntest.

In 100 Jahren werden die Lebenden die Frage des kulturellen Erbes, des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Traditionen aller Voraussicht nach völlig anders beantworten. Das gilt für die meisten europäischen Länder, mit Ausnahme der osteuropäischen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Sextus Ironicus » Do 16. Nov 2017, 09:52

relativ hat geschrieben:(16 Nov 2017, 09:48)

Nun vorallem diese Sätze haben mich doch fragen lassen, was du damit wohl meinen könntest.


Genau das, was da klar und deutlich stand und nicht mal ansatzweise oder durch versteckte Andeutungen das impliziert, was in deiner Antwort stand.

Quintessenz neben der Differenzierung war: In 100 Jahren werden die Menschen die Frage anders beantworten als heute.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon schokoschendrezki » Do 16. Nov 2017, 09:56

Sextus Ironicus hat geschrieben:(16 Nov 2017, 08:58)

In 100 Jahren werden die Lebenden die Frage des kulturellen Erbes, des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Traditionen aller Voraussicht nach völlig anders beantworten. Das gilt für die meisten europäischen Länder, mit Ausnahme der osteuropäischen.

Na, das frage ich mich auch, was damit gemeint sein soll. Natürlich gibt es Veränderungen. Und in der Mehrheit und aus meiner Sicht mehr zum Schlechteren als zum Besseren. Ohne dass ich damit sagen will "früher war alles besser". Aber es gibt in mehrfacher Hinsicht eine Konvergenz Ost- und Westeuropa. Österreich auf der einen und die Visegrád-Staaten auf der anderen Seite sind aktuell das beste Beispiel dafür.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon pikant » Do 16. Nov 2017, 09:58

Sextus Ironicus hat geschrieben:(16 Nov 2017, 08:58)

Da sind ein paar Dinge vermischt. Der Islam als Religion, als Weltanschauung, ist kein Teil des kulturellen Erbes, des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Traditionen dieses Landes. Die Muslime dagegen sind ein Teil Deutschlands, also des Staates. Die Kultur ist aber mehr als der Staat, mehr als das Staatsgebiet. In 100 Jahren werden die Lebenden die Frage des kulturellen Erbes, des kulturellen Gedächtnisses und der kulturellen Traditionen aller Voraussicht nach völlig anders beantworten. Das gilt für die meisten europäischen Länder, mit Ausnahme der osteuropäischen.


der Islam ist ein Teil Deutschland, denn hier leben 3 Millionen Deutsche mit Glauben Islam.
was in 100 Jahren ist, weiss keiner, hat aber mit der Fragestellung des Stranges nichts zu tun.

das Christen-und Judentum ist uebrigens auch ein Teil Deutschland
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Liegestuhl » Do 16. Nov 2017, 10:07

pikant hat geschrieben:(16 Nov 2017, 09:58)

der Islam ist ein Teil Deutschland, denn hier leben 3 Millionen Deutsche mit Glauben Islam.
was in 100 Jahren ist, weiss keiner, hat aber mit der Fragestellung des Stranges nichts zu tun.


In Deutschland wurde jede 2. Frau schon sexuell belästigt. Gehört die sexuelle Belästigung zu Deutschland?

Die Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehört, bleibt unsinnig, so lange nicht definiert wird, was "dazugehören" bedeutet und welche Auswirkung das hat. Jeder interpretiert die Frage für sich und jeder versucht aus der Antwort weitere Schlussfolgerungen politischer Natur abzuleiten.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon relativ » Do 16. Nov 2017, 10:12

Sextus Ironicus hat geschrieben:(16 Nov 2017, 09:52)

Genau das, was da klar und deutlich stand und nicht mal ansatzweise oder durch versteckte Andeutungen das impliziert, was in deiner Antwort stand.

Quintessenz neben der Differenzierung war: In 100 Jahren werden die Menschen die Frage anders beantworten als heute.

Nunja im Kontext mit der Aussage
Bei diesem Thema geht es darum, ob der Islam, die Millionen Mitbürger, die u.a. muslimischen Glaubens sind (es gibt ja weitaus mehr Schnittmengen, politische Parteien, jung oder alt, Großverdiener oder Hartz4, Fan von Schalke oder Fußballhasser uvm.) zu Deutschland gehören oder nicht.
von King Kong, auf die du ja geantwortet hast. So habe ich mich eben gefragt was deine Aussage zu bedeuten hat, da warst du eben m.M. unklar/schwammig. Solltest du dies überhaupt nicht so gemeint haben, dann stelle doch mal klar , wie du dies denn meinst mit,..." in 100 Jahre sehen die Lebenden unser kulturelles Erbe ganz anders, ausser die osteuropäischen Länder."
Ich bin da ganz Ohr.
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Re: Gehört der Islam zu Deutschland?

Beitragvon Tinkerbell » Do 16. Nov 2017, 10:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(16 Nov 2017, 09:23)

Die erste "richtige Maßnahme" wäre eine Durchschauung der eigentlichen Motive der eigentlich Mächtigen in den Religionen. Die Hinrichtung Giordano Brunos ist nicht in erster Linie dem WIderspruch zwischen religiösen Glaubenssätzen und der tendenziell atheistischen Wissenschaftlichkeit Brunos zu verdanken sondern Machtkämpfen. Der zur Hinrichtungszeit Brunos herrschende Papst Clemens VIII hatte ganz konkret Machtgründe für die "Ketzer"verfolgung. Man befand sich mitten in der Zeit der Reformation und es drohten ganz konkret Machtverluste. Clemens VIII schickte die Jesuiten in den Kampf um die Wiedergewinnung von Territorien, die an Protestanten verloren waren. Darum ging es. Das Machtkalkül ist primär zu analyisieren und erst sekundär die Religionsinhalte. Ich bin fest davon überzeugt, dass die tatsächlich Mächtigen innerhalb sämtlicher Religionen sich über das religiöse Eiferertum ihrer Anhänger im engeren Kreis nur amüsierten.

Kaum etwas drückt diese Sicht so gut aus wie Dostojewskis berühmte "Legende vom Großinquisitor" in seinem Roman "Brüder Karamasow". Der wiedererschienene Jesus Christus selbst fällt darin der Inquisition zum Opfer. Und Dostojewski dazu:

Es geht völlig am Kern der Sache vorbei, wenn wir die Gewalttätigkeit der Religionen und die von ihnen ausgehende bedrohung für die offene Gesellschaft (egal ob Christentum oder Islam) aus den religiösen Inhalten selbst herauszulesen versuchen. Und nicht aus dem Machtkalkül der in diesen Religionen herrschenden Menschen. Das gar nix mit diesen religiösen Inhalten zu tun hat.



Yep! Endlich ein Post der den Sachverhalt richtig auf die Reihe bringt. Erwähnenswert ist noch dabei, dass sich die Religionen der Welt gern an die Macht dranhingen und die religiösen sch gern den Machtspielchen zu ihrem vorteil bedienten.

Ändert alles nichts daran, dass der Islam nicht zu den gehört. Er ist in D vorhanden, wir müssen mit ihm umgehen wie mit den anderen religiösen gedankengebäuden. Wir aber leider nicht in der Form getan. Kritik am Islam wird gleich mit der rechten argumentationskeule bearbeitet. Dabei ist genau diese religion und deren vertreter
in mehrheit rechter bis hin zu faschistisch aufgestellt, als die vertreter der religiösen gedankengebäude, die der Kritik hier seit Jahrzehnten unterzogen würden.

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