100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Alexyessin » Mi 21. Nov 2018, 14:22

Quatschki hat geschrieben:(21 Nov 2018, 14:20)

Victor Klemperer war, wie er schreibt, im 1.Weltkrieg Gutachter bei der Zensurbehörde in der Besatzungsverwaltung "Ober-Ost", wo, wie er schreibt, "...die gesamte für Zivil und Militär des großen Verwaltungsgebietes bestimmte Literatur nach den Bestimmungen der Sonderzensur durchgesehen wurde, wo es also um einiges strenger zuging, als in den Inlandszensurstellen. Mit welcher Weitherzigkeit wurde hier verfahren, wie selten wurden selbst hier ein Verbot ausgesprochen!".
So schreibt er.
Und wenn man bei Hitler oder Goebbels liest, beklagten die die Laschheit und Nachsicht der kaiserlichen Behörden gegenüber jenen Kräften, die Antikriegspropaganda betrieben und die Revolution vorbereitet haben
und stellten so indirekt dem Kaiserreich gute Noten im Hinblick auf Liberalität und Meinungsfreiheit aus.


Literatur. Nicht Zeitungen.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon odiug » Mi 21. Nov 2018, 14:24

DarkLightbringer hat geschrieben:(21 Nov 2018, 13:34)

Ja, die Lehre daraus, bei der Unterstützung der Ersten Demokratie versagt zu haben ist natürlich die, eine Demontage der SPD als Volkspartei zu wünschen. Logisch.

Ich muss gar nichts demontieren ... das erledigen die Genossen ganz alleine :p
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 21. Nov 2018, 14:30

odiug hat geschrieben:(21 Nov 2018, 14:24)

Ich muss gar nichts demontieren ... das erledigen die Genossen ganz alleine :p

Und Wagenknecht demontiert die Linke, dann können ja alle zufrieden sein. Selbst die Harzburger.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon odiug » Mi 21. Nov 2018, 14:36

Alexyessin hat geschrieben:(21 Nov 2018, 14:22)

Literatur. Nicht Zeitungen.

"Literatur" meint hier,alle schriftlichen Erzeugnisse.
Aber ob "lascher" als Goebbels oder Hitler wirklich der Maßstab für "liberale" Zensur sind ... das wage ich dann doch zu bezweifeln.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Quatschki » Mi 21. Nov 2018, 14:50

Alexyessin hat geschrieben:(21 Nov 2018, 14:22)

Literatur. Nicht Zeitungen.

Was damals im "Vorwärts" stand, kann man online nachlesen.
Wichtigstes Publikationsorgan des linken Flügels war die Leipziger Volkszeitung LVZ, die auch den ganzen Krieg hindurch erschien.
Und wo hat Lenin seine erste Zeitung drucken lassen? Leipzig.
Darauf war sogar die DDR so stolz, dass die Kinder dies in der Schule lernen mußten.
(Obwohl die DDR selbst nie unäbhängige Druckerzeugnisse zugelassen und
noch jeden Kopierer und jedes andere Vervielfältigungsgerät überwachen ließ.)

Man kann sagen, in der DDR waren Ausmaß und Umfang der Zensur sicher am strengsten, bei den Nazis waren die Strafen jedoch viel härter, aber ich wette, die meisten Anzeigen und Gerichtsverfahren wegen unerlaubter Meinungsäußerungen gibt es in der jüngeren Bundesrepublik.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Weltregierung » Mi 21. Nov 2018, 21:52

DarkLightbringer hat geschrieben:(21 Nov 2018, 13:34)

Ja, die Lehre daraus, bei der Unterstützung der Ersten Demokratie versagt zu haben ist natürlich die, eine Demontage der SPD als Volkspartei zu wünschen. Logisch.


Das muss man ihr garnicht mehr wünschen, das ist schon längst Realität.
Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, sondern um die ganze Bäckerei.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 21. Nov 2018, 22:17

Weltregierung hat geschrieben:(21 Nov 2018, 21:52)

Das muss man ihr garnicht mehr wünschen, das ist schon längst Realität.

Wir wissen, dass die Ultrarechten in den ostdeutschen Ländern sehr stark sind.

Die NSDAP hatte 1928 gerade mal 2,6 %, 1930 jedoch schon 18,3 %.

Dazwischen lag das Krisenjahr 1929 und die groß angelegte Kampagne der Nazis gegen den Young-Plan.
Die KPD war ebenfalls gegen den Young-Plan.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Alexyessin » Do 22. Nov 2018, 09:01

Quatschki hat geschrieben:(21 Nov 2018, 14:50)

Man kann sagen, in der DDR waren Ausmaß und Umfang der Zensur sicher am strengsten, bei den Nazis waren die Strafen jedoch viel härter, aber ich wette, die meisten Anzeigen und Gerichtsverfahren wegen unerlaubter Meinungsäußerungen gibt es in der jüngeren Bundesrepublik.


Belege?
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Quatschki » Do 22. Nov 2018, 11:42

Alexyessin hat geschrieben:(22 Nov 2018, 09:01)

Belege?

Das ist eine Einschätzung.
Die muß ich nicht beweisen und Du mußt sie nicht teilen.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Alexyessin » Do 22. Nov 2018, 13:33

Quatschki hat geschrieben:(22 Nov 2018, 11:42)

Das ist eine Einschätzung.
Die muß ich nicht beweisen und Du mußt sie nicht teilen.


Also, oh welch Verwunderung - mal wieder nur geschwurbel von dir.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Quatschki » Do 22. Nov 2018, 17:08

Alexyessin hat geschrieben:(22 Nov 2018, 13:33)

Also, oh welch Verwunderung - mal wieder nur geschwurbel von dir.

Na und?
Nach deinen Kriterien wäre auch das Buch von Klemperer nur Geschwurbel.
Und streng genommen ist das nicht einmal falsch.
Denn es ist nur seine Sicht der Dinge, die er dem Leser oder als Professor dem Studenten anbietet, sie zu teilen zur eigenen Erbauung und zum Erkenntnisgewinn.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Alexyessin » Do 22. Nov 2018, 20:42

Quatschki hat geschrieben:(22 Nov 2018, 17:08)

Na und?.


Weil Wissenschaft sich auf Quellen beruft. Und nachdem du im Wissenschaftsforum bist wären Quellen die richtige Herangehensweise deine Behauptung zu belegen.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Quatschki » Fr 23. Nov 2018, 12:03

Ich kann es nur wiederholen.
Ich habe keine Behauptung aufgestellt, sondern eine persönliche Einschätzung und Beurteilung getätigt aufgrund der Gesamtheit der allgemein bekannten Sachverhalte.

Das Kaiserreich 1914 war keine reine Demokratie, aber es war ein Rechtsstaat.
Liebknecht, Luxemburg oder Bebel waren zeitweise im Gefängnis, aber verurteilt aufgrund geltenden Rechts in öffentlichen rechtsstaatlichen Verfahren. Die Haftbedingungen waren human. Sie konnten ihre Bücher mitnehmen, korrespondieren, Besucher empfangen und litten keine Not. Bebels Festungshaft glich eher einer Ehrenhaft.
Zur selben Zeit schickten Demokratien wie England und Frankreich ihre Häftlinge in Ketten in die entlegensten Strafkolonien
(z.B. Dreyfus auf die Teufelsinsel)

So etwas wie die Flugblattaktionen der Weiße Rose wäre im 1.Weltkrieg ohne größeres persönliches Risiko möglich gewesen.
Später in der DDR hingegen, wo schon ein alter Neckermannkatalog oder ein Mickymausheft als subversive Schrift galt, wäre so eine Gruppe schon beim Versuch, irgendwie 5000 Blatt zu drucken und die dafür notwenigen Utensilien und Papier zu beschaffen, aufgeflogen.
Die Stasi hatte dreimal so viel hauptamtliches Personal wie die Gestapo, obwohl sie nur für 16 Millionen zuständig war und die Gestapo für gut 100 Millionen Leute im vergrößerten Reich einschießlich Protektorat Böhmen und Mähren.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 23. Nov 2018, 13:31

Vielleicht bräuchte man wieder ein Kaiserreich, um die SPD groß werden zu lassen.

Dieser Vorschlag ist freilich nicht ganz ernst gemeint.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Nomen Nescio » So 25. Nov 2018, 08:42

ist dieser matrosenaufstand ein zeichen davon wie das oberkommando kontakt mit den soldaten verloren hatte?
bei der flotte sah man das; beim heer idem. aber auch in anderen ländern. drakonische maßnahmen mußten desertion beschwören.
die sowjets gingen da erst recht weit. hinter den bataillons war ein bataillon der NKWD stationiert. kam ein soldat vom front bei der NKWD, dann gabs nur ein kommando: »mund öffnen«.
und sofort wurde der soldat abgeknallt.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Quatschki » So 25. Nov 2018, 10:06

Nomen Nescio hat geschrieben:(25 Nov 2018, 08:42)

ist dieser matrosenaufstand ein zeichen davon wie das oberkommando kontakt mit den soldaten verloren hatte?
bei der flotte sah man das; beim heer idem. aber auch in anderen ländern. drakonische maßnahmen mußten desertion beschwören.
die sowjets gingen da erst recht weit. hinter den bataillons war ein bataillon der NKWD stationiert. kam ein soldat vom front bei der NKWD, dann gabs nur ein kommando: »mund öffnen«.
und sofort wurde der soldat abgeknallt.

Passt nicht.
Den Matrosen der Hochseeflotte ging es ja eher zu gut.
Es bestand kaum Gefahr für Leib und Leben.
Selbst die 2551 Toten bei der Skagerrakschlacht sind im Vergleich zum eingesetzten Gesamtpersonal nur einer von zwanzig. Kein Vergleich zu den Knochenmühlen von Verdun oder Ypern.
Im ganzen Kaiserreich gab es bei 13 Millionen Soldaten 1914-18 nur einige Dutzend Todesurteile wegen Desertion, Befehlsverweigerung oder Meuterei. Weit weniger als bei den Kriegsgegnern.
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Re: 100 Jahre Matrosenaufstand in Kiel

Beitragvon Dark Angel » Sa 15. Dez 2018, 13:20

wegen Aufräumungsarbeiten vorrübergehend geschlossen. Mod
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen

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