Tory-Politiker erinnert an das "Sozialismus" im Nationalsozialismus

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schokoschendrezki
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Re: Tory-Politiker erinnert an das "Sozialismus" im Nationalsozialismus

Beitragvon schokoschendrezki » Di 6. Nov 2018, 20:41

schokoschendrezki hat geschrieben:(06 Nov 2018, 13:28)

Das Verhältnis von Sozialisten und Nationalsozialisten zur Revolution 1848/49 ist von großer Bedeutung für die Beurteilung grundlegender Tendenzen beider politischer Ideologien. Unter anderem ein Buch wie Götz Alys "Hitlers Volksstaat. Raub. Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" geht - wie sich bereits aus der Zusammenfassung ersehen lässt (https://www.fischerverlage.de/media/fs/308/LP_3-10-000420-5.281019.pdf) ganz genau und umfangreich auf genau dieses Thema ein: Die Usurpation der Revolution 1848/49 und ihrer Helden bei der Machtergreifung der Faschisten und ganz genau auch auf die Frage, inwiefern dabei letztendlich auch frühsozialistische Ideen übernommen wurden.) Wenn dir dieser ganz genau zum Thread-Thema passende Aspekt nicht passt, musst Du mich halt sperren. Aber den Teufel werde ich tun, mir selbst das Befassen damit zu verkneifen.

Wenn Du es auf die Reihe kriegst, das Verhältnis (gefettet) ganz allgemein zu analysieren bzw herausarbeiten kannst, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen beiden Ideologien aufzeigen kannst, geht das vollkommen in Ornung. Es geht immer noch nicht darum, sich an einzelnen Personen und Schriften abzuarbeiten.
Kriegst du das hin?

Nein! Das kriege ich überhaupt nicht hin!! Was du verlangst oder als irgendwie normal ansiehst, ist schlicht und einfach, dass man den Hinweis darauf, dass eine Maus ein Beispiel für ein Nagetier ist, bei der Frage nach der Natur von Nagetieren als off topic und "thread-Shredderung" anzusehen hat.

Das Verhältnis und die Abarbeitung gerade an einer Person wie Ernst-Moritz Arndt ist jedoch nicht nur einfach exemplarisch für die Frage der Ideologiekämpfe der nachfolgenden Jahrzehnte zwischen Nationalsozialismus und Sozioaldemokratismus sondern absolut essenziell. Und noch einmal mehr betrifft das den 1848-Helden und Dichter Hoffmann von Fallersleben. Immerhin Verfasser des Deutschlandlieds.Nicht ganz unwesentlch. Einerseits ebenfalls ein Mann offenen Franzosenhasses und andererseits Verfasser offen antisemitischer Texte, antidijudaistischer Lyrik. Und dann Kämpfer für Pressefreiheit, gegen Fürstenwillkür, für soziale Gerechtigkeit im Sinne frühsozialistischer Ideale, Friedrich Ludwig "Turnvater" Jahn. Ahnherr der "Arbeiterturnbewegung". Frühsozialistisch. Und einer der extremsten. "Vodenker des Holocaust" (Die ZEIT). Und gleichzeitg Held des DDR-Sports. Das soll off topic in Bezug auf die Thread-Frage sein? Bitte?
Das Thema des Threads lautet immer noch "Tory-Politiker erinnert an das "Sozialismus" im Nationalsozialismus" und dabei geht es weder um irgendwelche "Ideologiekämpfe" zwischen Nationalsozialisten und Sozialdemokraten (es gibt KEINEN Sozialdemokratismus) noch um die Auseinandersetzung mit Personen, die aufgrund ihres Engangements gegen Napoleon und für Nationalbewusstsein und Nationalstaat zu Volkshelden wurden.
Diese Abarbeitung an einzelnen Personen ist für das Threadthema weder "exemplarisch" noch "essenziell".
Essenziell für das Thema sind Denkweisen der Theoretiker - die im historischen Kontext der Entstehung der Texte und Ideologietheorien - durchaus verbreitet waren und die aus heutiger Sicht als nationalistisch und/oder antisemitisch bzw rassistisch betrachtet werden, essentiell für das Thread-Thema ist dass solche Denkweisen Eingang IN die Ideologie fanden und NICHT wer zum Volkshelden oder durch Ideologen instrumentalisiert wurde.
Zum letzten Mal: unterlass die Themenschredderei!
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Dark Angel
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Re: Tory-Politiker erinnert an das "Sozialismus" im Nationalsozialismus

Beitragvon Dark Angel » Mi 7. Nov 2018, 12:07

BlueMonday hat geschrieben:(06 Nov 2018, 18:22)

Und Herbert Spencer hat auch schon vor Darwin von seinem "survival of the fittest" in Bezug auf die menschliche Population geschrieben. Diese Vorstellung ist ja nun auch nicht so fernliegend, dass man erst einen Darwin dafür gebraucht hätte. Dafür ist ja gerade auch der Beitrag von Engels Beleg, wo er den Untergang, also die Auslese diverser aus seiner Sicht minderwertigerer Völker begrüßt.

Und wie gesagt, Marx&Engels haben sich mit Darwins Theorie auseinandergesetzt, durchaus zustimmend und interessiert. Entsprechende Briefwechsel belegen das auch. Mehr hab ich gar nicht behauptet.

Stimmt - diesen Aspekt hatte ich nicht auf dem Schirm.
Im 19. Jh wurde Entwicklungsprozess der menschlichen Gesellschaft durchaus als gleichmäßig fortschreitend (gesetzmäßig) und zielgerichtet betrachtet. Deutlich wird dies auch in Engels' Werk "Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats" Geprägt durch Hegels Grundgsetze der Dialektik betrachtet er die klassenlose Gesellschaft (die er als kommunistisch bezeichnet) als Anfangs- und Endpunkt dieses Prozesses. Auch Marx betrachtet Darwins Theorie "On the Origin of Species" als naturwissenschaftliche Grundlage für den Klassenkampf, für die Gesetzmäßigkeit der proletarischen Revolution.
Insofern nimmt er durchaus sozialdarwinistisches Gedankegut vorweg.
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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