gedenken? feiern?

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Der Neandertaler
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Der Neandertaler » So 2. Sep 2018, 14:11

Hallo H2O.
H2O hat geschrieben:Sie verfolgen das Prinzip Hoffnung; wird schon gut gehen.
Wird wohl an meiner rheinländischen Herkunft liegen?!?
    Kölsche Jrundjesetz - §3:
      "Et hät noch immer jot jejange!"
H2O hat geschrieben:Nach meinem Empfinden dauern diese Krisen schon viel zu lange an, ohne daß sich Lösungen abzeichnen. Vielleicht bin ich deshalb auch so sehr ernüchtert, was das europäische Projekt betrifft?
Ein Phänomen unserer heutigen Zeit, alles muß immer schneller sein - nie geht es schnell genug. Alles braucht aber seine Zeit.
    Kölsche Jrundjesetz - §5:
      "Et bliev nix, wie et wor!"
    Kölsche Jrundjesetz - §17:
      "Och dä raderdollste Aasch hät sing Visaasch!"
Übersetzung??
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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H2O
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » So 2. Sep 2018, 15:44

Der Neandertaler hat geschrieben:(02 Sep 2018, 15:11)

Hallo H2O.Wird wohl an meiner rheinländischen Herkunft liegen?!?
    Kölsche Jrundjesetz - §3:
      "Et hät noch immer jot jejange!"
Ein Phänomen unserer heutigen Zeit, alles muß immer schneller sein - nie geht es schnell genug. Alles braucht aber seine Zeit.
    Kölsche Jrundjesetz - §5:
      "Et bliev nix, wie et wor!"
    Kölsche Jrundjesetz - §17:
      "Och dä raderdollste Aasch hät sing Visaasch!"
Übersetzung??


Nein, die Kölner 10 Gebote hingen am Wurststand im Kölner HBF aus. Vor fast 40 Jahren eine kräftigende Zwischenstation auf dem Weg zur RWTH Aachen. In meiner Zeit in Aachen hatte ich mich in die Mundart ganz gut hinein gehört. Der Karneval als alle Anwesenden ergreifende Kraft. Meine Tochter legt im wahren Norden erst gaaanz allmählich diese sprachliche Einfärbung ab.

Die preußische Minderheit brauchte keinen Schutz, aber sie fiel sofort durch fehlenden Singsang auf. An die Zeit erinnere ich mich immer noch... der Preuße, der das Institut in seinem Verantwortungsbereich arbeitsfähig gemacht hat.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Tannenberg » So 2. Sep 2018, 21:17

Tom Bombadil hat geschrieben:(01 Sep 2018, 15:45)
Ich bin ja immer noch dafür, den Sedantag wieder einzuführen :cool: Morgen darf gefeiert werden!


Der Sedantag gehört zu meinen festen Gedenk- und Feiertagen im Jahr. Er wäre auch ein hervorragender offizieller Feiertag.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Quatschki » So 2. Sep 2018, 21:25

Tannenberg hat geschrieben:(02 Sep 2018, 22:17)

Der Sedantag gehört zu meinen festen Gedenk- und Feiertagen im Jahr. Er wäre auch ein hervorragender offizieller Feiertag.

Du meinst den Tag, als das Deutsche Reich durch Gefangennahme des Kaisers Napoleon III. den französischen Republikanern die Ausrufung der Dritten Republik ermöglichten?
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Tannenberg » So 2. Sep 2018, 21:37

Quatschki hat geschrieben:(02 Sep 2018, 22:25)
Du meinst den Tag, als das Deutsche Reich durch Gefangennahme des Kaisers Napoleon III. den französischen Republikanern die Ausrufung der Dritten Republik ermöglichten?


Der Tag, an dem die Koalition deutscher Staaten auf dem Weg zur Reichseinigung den entscheidenden Sieg im Einigungskrieg über Frankreich errungen hat.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 3. Sep 2018, 12:05

H2O hat geschrieben:(15 Aug 2018, 09:38)

Ich halte nicht so sehr viel von der Schwarz-Weiß Malerei, in die Sie hier verfallen. Wir haben nun einmal Glück, daß wir hier und jetzt in Wohlstand und Freiheit leben können. Wer weiß schon, was wäre, wenn diese Grundlage für den inneren Frieden fehlte? Der Bund der zu kurz Gekommenen nähert sich bedenklich der 20%-Marke, und wo es besonders kurz ist, der 30%-Marke. Wollen Sie nun die restlichen 70% bis 80% für deren Treiben verantwortlich machen?

Na Moment mal. Es ging doch um die Verbrechen während der NAZI-Zeit. Nicht um hier und heute. Und diese Verbrechen wurden nicht "in unserem Namen" - also von irgendwelchen anderen - sondern "von uns" begangen. Wenn man mit "uns" die Menschen meint, die zwischen 33 und 45 auf dem Territorium des damaligen Deutschen Reichs lebten. "Von uns" bedeutet natürlich nicht "jeder einzelne" ...
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 3. Sep 2018, 12:09

schokoschendrezki" (15 Aug 2018 8:18)]
Die NSDAP war eine mehrheitlich gewählte Partei.
[quote="Nomen Nescio hat geschrieben:
(01 Sep 2018, 17:17)
das ist nicht wahr

Naja. Gemeint ist natürlich eine relative Mehrheit. Die allerdings war bei den Reichtagswahlen 1933 edrückend (NSDAP: 43,9%, SPD: 18,3%, alle anderen weniger). Und unter den Wahlbeteiligten war es sogar auch tatsächlich fast eine absolute Mehrheit.
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_M%C3%A4rz_1933
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Mo 3. Sep 2018, 12:57

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Sep 2018, 13:05)

Na Moment mal. Es ging doch um die Verbrechen während der NAZI-Zeit. Nicht um hier und heute. Und diese Verbrechen wurden nicht "in unserem Namen" - also von irgendwelchen anderen - sondern "von uns" begangen. Wenn man mit "uns" die Menschen meint, die zwischen 33 und 45 auf dem Territorium des damaligen Deutschen Reichs lebten. "Von uns" bedeutet natürlich nicht "jeder einzelne" ...


"Von uns" ist viel zu schwammig; das geht doch nicht. In "von uns" wären die Menschen inbegriffen, die in Yad Vashem zu den Gerechten unter den Völkern zählen, durch Autorität Erwachsener verführte Heranwachsende, Verfolgte des Naziregimes... das geht doch nicht. Tatsächlich muß man differenzieren, wie ansonsten die intellektuelle Elite zu sagen pflegt.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 3. Sep 2018, 13:51

H2O hat geschrieben:(03 Sep 2018, 13:57)

"Von uns" ist viel zu schwammig; das geht doch nicht. In "von uns" wären die Menschen inbegriffen, die in Yad Vashem zu den Gerechten unter den Völkern zählen, durch Autorität Erwachsener verführte Heranwachsende, Verfolgte des Naziregimes... das geht doch nicht. Tatsächlich muß man differenzieren, wie ansonsten die intellektuelle Elite zu sagen pflegt.

Das ist im Prinzip schon richtig und wichtig. Ich bin der letzte, der dieser "Wir"-Subsummierung nicht widersprechen würde. Aber wenn ich es recht erinnere, haben ja Sie mit der Formulierung "in unserem Namen" dieses "wir" ins Spiel gebracht. Wer ist dann das "wir", in dessen Namen irgendetwas verübt wurde. Man kann solche Spitzfindigkeiten auch beiseite und einfach die Tatsache sprechen lassen, dass Verbrechen von einem Regime begangen wurde, das mit einer deutlichen (relativen) Mehrheit gewählt und gewollt wurde.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Di 4. Sep 2018, 07:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(03 Sep 2018, 14:51)

Das ist im Prinzip schon richtig und wichtig. Ich bin der letzte, der dieser "Wir"-Subsummierung nicht widersprechen würde. Aber wenn ich es recht erinnere, haben ja Sie mit der Formulierung "in unserem Namen" dieses "wir" ins Spiel gebracht. Wer ist dann das "wir", in dessen Namen irgendetwas verübt wurde. Man kann solche Spitzfindigkeiten auch beiseite und einfach die Tatsache sprechen lassen, dass Verbrechen von einem Regime begangen wurde, das mit einer deutlichen (relativen) Mehrheit gewählt und gewollt wurde.


Damit kann ich mich natürlich anfreunden; nur war "in unserem Namen" sicher nicht so gemeint, daß jeder von uns dem zugestimmt hätte. Eigentlich so, wie "im Namen des Volkes"...
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Tannenberg » Mi 12. Sep 2018, 13:28

Heute gedenken wir der siegreichen Schlacht am Kahlenberg.

Am 12. September 1683 besiegte eine christliche Allianz aus Deutschen und Polen das Heer der Osmanen vor den Toren Wiens. Deutschland und Europa wurden gerettet und vor der Islamisierung bewahrt. Die Türken wurden aus Europa vertrieben und hinter den Bosporus zurückgedrängt.

Ein Tag des Gedenkens, des Feierns, der Dankbarkeit und der Mahnung für die Gegenwart zugleich.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Do 13. Sep 2018, 07:54

Tannenberg hat geschrieben:(12 Sep 2018, 14:28)

Heute gedenken wir der siegreichen Schlacht am Kahlenberg.

Am 12. September 1683 besiegte eine christliche Allianz aus Deutschen und Polen das Heer der Osmanen vor den Toren Wiens. Deutschland und Europa wurden gerettet und vor der Islamisierung bewahrt. Die Türken wurden aus Europa vertrieben und hinter den Bosporus zurückgedrängt.

Ein Tag des Gedenkens, des Feierns, der Dankbarkeit und der Mahnung für die Gegenwart zugleich.


Bitte bei der Wahrheit bleiben: Die Osmanen beherrschten noch lang Zeit danach den Balkan und die Länder um das Schwarze Meer herum. Kemal Attatürk wurde noch im osmanischen Thessaloniki geboren.

Kann sein, daß der Wirrkopf Erdogan den Rest verspielt, den der klare Kopf Atatürk für die Türken gerettet hat.

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