Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

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Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Neandertaler » Di 24. Okt 2017, 21:29

Kurze Anmerkung vorweg an die Redaktion, das Thema ist bewusst hier erstellt wurden ich will weniger über Konflikte in Afghanistan und die US Politik diskutieren als über die Verbreitung von Mythen in einer Modernen Gesellschaft der eigentlich alle Möglichkeiten der Recherche offenstehen.

Der Taliban USA Mythos besagt das die USA die Taliban unterstützt ,wenn nicht sogar aufgebaut haben, als Gegner der Sowejts während der sowjetischen Afghanistan Intervention. Später haben die Taliban sich gegen ihren einsteigen Föderer gewandt bzw. dieser hat die Kontrolle verloren -> Krieg in Afghanistan. So eine Art politische Militärische Version des Zauberlehrlins. Diese Gesichter ist weit verbreitet ich traf sie sowohl in Foren als auch Kantinen Gesprächen.
Nur sie ist ganz offensichtlich falsch: die Russen zogen 1989 aus Afghanistan ab (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sowjeti ... prov=sfla1) die Taliban (https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban?wprov=sfla1) tauchten 1994 erstenmal in Afghanistan auf*. Diese Mythos ist also im Gegensatz zu mancher, auch noch so absurden Verschwörungstheorie, ganz einfach zu widerlegen.

Trotzdem existiert er. Ich stehe da ehrlich gesagt vor einem Rätsel. Warum kann eine so offensichtlich falsche Geschichte sich so weiterverbreiten? Wie ist das möglich im Zeitalter von Wikipedia?

*dir Taliban sind auch keineswegs Nachfolger der Mudschaheddin, die Gruppen die die USA wirklich gegen die Sowejts unterstützt hat, das wäre eher die Nordallianz, die afghanischen Taliban Gegner mit denen die USA nach 9/11 die Taliban kurzfristig aus Afghanistan vertrieben. Die USA haben aber in der Tat militante islamische Gruppen unterstützt mit zweifelhaften Folgen für die Gegenwart nur das soll wie gesagt hier nicht das Thema sein.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 25. Okt 2017, 23:08

Die meisten Leute interessieren sich einen Scheiß für Afghanistan und können Paschtunen nicht von Tadschiken unterscheiden, nennen allesamt schlimmstenfalls gleich Araber. Aber über USA mitreden will man da doch, zumal man Stallone im Kino gesehen hat. In der Tat waren die M. islamisch orientierte Freischärler, die von USA und Saudi-Arabien mit Waffen, Ausbildern und Propaganda versorgt wurden. Dazu gehörten auch aus dem Zusammenhang gerissene Koransprüche, die zu radikaler Handlung aufstacheln sollten. Zudem waren diese Gruppen höchst zänkisch. Welche Rolle spielt es da, dass die ebenfalls islamisch motivierten Taliban, die oft dieselben Propagandamateriale verwendeten und den saudischen Terroristen bin Laden deckten, eine andere Partei im internen Kleinkrieg waren?
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Woppadaq » Do 9. Nov 2017, 00:22

Neandertaler hat geschrieben:(24 Oct 2017, 22:29)

Der Taliban USA Mythos besagt das die USA die Taliban unterstützt ,wenn nicht sogar aufgebaut haben, als Gegner der Sowejts während der sowjetischen Afghanistan Intervention. Später haben die Taliban sich gegen ihren einsteigen Föderer gewandt bzw. dieser hat die Kontrolle verloren -> Krieg in Afghanistan. So eine Art politische Militärische Version des Zauberlehrlins. Diese Gesichter ist weit verbreitet ich traf sie sowohl in Foren als auch Kantinen Gesprächen.
Nur sie ist ganz offensichtlich falsch: die Russen zogen 1989 aus Afghanistan ab (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sowjeti ... prov=sfla1) die Taliban (https://de.wikipedia.org/wiki/Taliban?wprov=sfla1) tauchten 1994 erstenmal in Afghanistan auf*. Diese Mythos ist also im Gegensatz zu mancher, auch noch so absurden Verschwörungstheorie, ganz einfach zu widerlegen.

Trotzdem existiert er. Ich stehe da ehrlich gesagt vor einem Rätsel. Warum kann eine so offensichtlich falsche Geschichte sich so weiterverbreiten? Wie ist das möglich im Zeitalter von Wikipedia?


Offensichtlich bist du da selbst nicht so gut informiert, dabei hätt ein Blick auf die englische Version der Wikipedia-Seite über die Taliban gereicht:

"Pakistan's President Muhammad Zia-ul-Haq feared that the Soviets were planning to invade also Balochistan, Pakistan, so he sent Akhtar Abdur Rahman to Saudi Arabia to garner support for the Afghan resistance against Soviet occupation forces. A while later, the U.S. CIA and Saudi Arabic General Intelligence Directorate (GID) funneled funding and equipment through the PakistanI Inter-Service Intelligence Agency (ISI) to the Afghan mujahideen.[65]

About 90,000 Afghans, including Mohammed Omar, were trained by Pakistan's ISI during the 1980s.[65] The renowned British Professor Carole Hillenbrand concluded that the Taliban have arisen from those US-Saudi-Pakistan-supported mujahideen: "The West helped the Taliban to fight the Soviet takeover of Afghanistan".[66]"


( https://en.wikipedia.org/wiki/Taliban )

Was definitiv feststeht ist dass die afghanischen Taliban grösstenteils in Pakistan vom dortigen Geheimdienst ISI ausgebildet wurden. Und dass die Amis damals so ziemlich alles unterstützten, was gegen die Sowjets war - also sowohl den ISI als auch Druglords wie Hektmatyar. Die Taliban richteten sich mit zunehmender Macht in Afghanistan insofern gegen ihre einstigen Förderer, als dass sie eigenständig und nicht mehr auf Befehl des ISI handelten - und den bis dato versteckten Antiamerikanismus - der den Amerikanern schon immer egal war - ganz offen zeigten. Die Sprengung des Tempels von Bamiyan war ein derartiger Akt der Eigensinnigkeit, der selbst dem ISI zu weit ging.

Es ist kein Geheimnis, dass von den Amerikanern und den von ihnen unterstützten Alliierten weit mehr Kämpfer ausgebildet wurden als man am Ende einsetzte.

Auch interessant: https://www.theguardian.com/world/2011/ ... fghanistan
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Rochhardo » Do 9. Nov 2017, 10:35

Neandertaler hat geschrieben:(24 Oct 2017, 22:29)
Diese Mythos ist also im Gegensatz zu mancher, auch noch so absurden Verschwörungstheorie, ganz einfach zu widerlegen.


Ich stimme meinem Vorredner hier voll zu. Außerdem war die Aussage, dass die USA die Taliban ausgebildet hat, auf einer abstrakteren Ebene zu sehen. Die USA haben sehr wohl im Rahmen eines Stellvertreterkrieges im Kalten Krieg die Mudschaheddin in Afghanistan unterstützt und ausgebildet. Mudschaheddin ist dabei ein Wort, das oft im Zusammenhang mit dem Dschihad gebracht wird und als 'Heilige Kämpfer' angesehen.

Die Mudschaheddin-Kämpfer in Afghanistan sind dabei aus der ganzen arabischen Welt nach Afghanistan geströmt um diesen Krieg zu unterstützen - so hat sich zB Osama Bin Laden als Saudi den Mudschaheddin-Kämpfern in Afghanistan angeschlossen um diesen Krieg zu unterstützen.

Näheres kann man auch im deutschen Wiki unter Operation Cyclone und Mudschaheddin nachgelesen werden.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Provokateur » Do 9. Nov 2017, 10:44

Rochhardo hat geschrieben:(09 Nov 2017, 10:35)

Ich stimme meinem Vorredner hier voll zu. Außerdem war die Aussage, dass die USA die Taliban ausgebildet hat, auf einer abstrakteren Ebene zu sehen. Die USA haben sehr wohl im Rahmen eines Stellvertreterkrieges im Kalten Krieg die Mudschaheddin in Afghanistan unterstützt und ausgebildet. Mudschaheddin ist dabei ein Wort, das oft im Zusammenhang mit dem Dschihad gebracht wird und als 'Heilige Kämpfer' angesehen.

Die Mudschaheddin-Kämpfer in Afghanistan sind dabei aus der ganzen arabischen Welt nach Afghanistan geströmt um diesen Krieg zu unterstützen - so hat sich zB Osama Bin Laden als Saudi den Mudschaheddin-Kämpfern in Afghanistan angeschlossen um diesen Krieg zu unterstützen.

Näheres kann man auch im deutschen Wiki unter Operation Cyclone und Mudschaheddin nachgelesen werden.


Die Mudsch waren aber im Vielvölkerstaat Afghanistan auch eine multiethnische Gruppe.
Die Taliban sind größtenteils Pashtunen, die von der Deobandi-Bewegung inspiriert sind. Es ist also richtig, dass manch ein Mudsch sich den Taliban angeschlossen hat; es ist aber falsch, dass die USA die Taliban als Gruppe ausgebildet haben.
Viele ehemalige Mudsch waren auch später in der so genannten "Nordallianz" aktiv und haben die Taliban bekämpft.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alexyessin » Do 9. Nov 2017, 11:48

Provokateur hat geschrieben:(09 Nov 2017, 10:44)

Die Mudsch waren aber im Vielvölkerstaat Afghanistan auch eine multiethnische Gruppe.
Die Taliban sind größtenteils Pashtunen, die von der Deobandi-Bewegung inspiriert sind. Es ist also richtig, dass manch ein Mudsch sich den Taliban angeschlossen hat; es ist aber falsch, dass die USA die Taliban als Gruppe ausgebildet haben.
Viele ehemalige Mudsch waren auch später in der so genannten "Nordallianz" aktiv und haben die Taliban bekämpft.


Richtig. Massoud dürfte dahingehend der bekannteste sein.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Rochhardo » Do 9. Nov 2017, 12:20

Provokateur hat geschrieben:(09 Nov 2017, 10:44)

Die Mudsch waren aber im Vielvölkerstaat Afghanistan auch eine multiethnische Gruppe.
Die Taliban sind größtenteils Pashtunen, die von der Deobandi-Bewegung inspiriert sind. Es ist also richtig, dass manch ein Mudsch sich den Taliban angeschlossen hat; es ist aber falsch, dass die USA die Taliban als Gruppe ausgebildet haben.
Viele ehemalige Mudsch waren auch später in der so genannten "Nordallianz" aktiv und haben die Taliban bekämpft.


Ist ein bisschen her, dass ich die Diplomarbeit meines Bruder dazu gelesen habe, deswegen lasse ich mich gerne verbessern. ;)
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 9. Nov 2017, 15:51

Woppadaq hat geschrieben:(09 Nov 2017, 00:22)

Offensichtlich bist du da selbst nicht so gut informiert, dabei hätt ein Blick auf die englische Version der Wikipedia-Seite über die Taliban gereicht:

"Pakistan's President Muhammad Zia-ul-Haq feared that the Soviets were planning to invade also Balochistan, Pakistan, so he sent Akhtar Abdur Rahman to Saudi Arabia to garner support for the Afghan resistance against Soviet occupation forces. A while later, the U.S. CIA and Saudi Arabic General Intelligence Directorate (GID) funneled funding and equipment through the PakistanI Inter-Service Intelligence Agency (ISI) to the Afghan mujahideen.[65]

About 90,000 Afghans, including Mohammed Omar, were trained by Pakistan's ISI during the 1980s.[65] The renowned British Professor Carole Hillenbrand concluded that the Taliban have arisen from those US-Saudi-Pakistan-supported mujahideen: "The West helped the Taliban to fight the Soviet takeover of Afghanistan".[66]"


( https://en.wikipedia.org/wiki/Taliban )

Was definitiv feststeht ist dass die afghanischen Taliban grösstenteils in Pakistan vom dortigen Geheimdienst ISI ausgebildet wurden. Und dass die Amis damals so ziemlich alles unterstützten, was gegen die Sowjets war - also sowohl den ISI als auch Druglords wie Hektmatyar. Die Taliban richteten sich mit zunehmender Macht in Afghanistan insofern gegen ihre einstigen Förderer, als dass sie eigenständig und nicht mehr auf Befehl des ISI handelten - und den bis dato versteckten Antiamerikanismus - der den Amerikanern schon immer egal war - ganz offen zeigten. Die Sprengung des Tempels von Bamiyan war ein derartiger Akt der Eigensinnigkeit, der selbst dem ISI zu weit ging.

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Auch interessant: https://www.theguardian.com/world/2011/ ... fghanistan


Du interpretierst Dinge falsch der ISI unterstützte die Mudschaheddin in den 80ern mit Hilfe der USA die selber keine Resourcen hattem um in der Region erfolgreich tätig zu sein. Sie hatten Geld und Ausrüstung aber eben keine Agenten die erfolgreich dort plaziert werden konnten.

Die Taliban kamen viel später ins Spiel. Zu einem Zeitpunkt als die Mudschaheddin die Russen längst vertrieben hatten aus Kabul. Die Taliban waren erbitterte Gegner der Mudschaheddin und haben Kabul dann für sich erobert. Sie haben auch einen der charismatischsten Führer der Mudschaheddin ermordet. Ahmad Schah Massoud. Einem persönlichen Freund von Peter-Scholl-Latour.

Viele kennen nur die Taliban weil die eben bekannter sind durch die Medien. Die wurden von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Was davor war ist für viele zu weit weg. Die speziellen Verhältnisse zu verworren. Man muß sich schon intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Und das lohnt sich auch. Ist schon interessant wie sich dies alles entwickelt hat.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alexyessin » Do 9. Nov 2017, 15:56

Alter Stubentiger hat geschrieben:(09 Nov 2017, 15:51) Die Taliban waren erbitterte Gegner der Mudschaheddin und haben Kabul dann für sich erobert.


Ganz so korrekt ist diese Aussage nicht. Es gab durchaus Mudschaheddin die mit den Taliban zusammengearbeitet haben. Vor allem eben - die paschtunischen Mudschaheddin.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 9. Nov 2017, 16:10

Alexyessin hat geschrieben:(09 Nov 2017, 15:56)

Ganz so korrekt ist diese Aussage nicht. Es gab durchaus Mudschaheddin die mit den Taliban zusammengearbeitet haben. Vor allem eben - die paschtunischen Mudschaheddin.


Man kann das nicht bis ins allerletzte Detail aufbröseln. Ja, es gab Verrat. Wechselnde Allianzen. Streit und Hader. Und verschiedene Stammesfeindschaften. Letztlich besteht Afghanistan aus Völkern und Stämmen die sich alle spinnefeind sind. Darum haben die Mudschaheddin den Taliban ja am Ende nichts entgegenzusetzen gehabt.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alexyessin » Do 9. Nov 2017, 16:27

Alter Stubentiger hat geschrieben:(09 Nov 2017, 16:10)

Man kann das nicht bis ins allerletzte Detail aufbröseln. Ja, es gab Verrat. Wechselnde Allianzen. Streit und Hader. Und verschiedene Stammesfeindschaften. Letztlich besteht Afghanistan aus Völkern und Stämmen die sich alle spinnefeind sind. Darum haben die Mudschaheddin den Taliban ja am Ende nichts entgegenzusetzen gehabt.


Mei, nimm Haqqani als bestes und bekanntestes Beispiel für den Zusammenhang zwischen paschtunischer Mudschaheddin und Taliban.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 9. Nov 2017, 17:41

Alexyessin hat geschrieben:(09 Nov 2017, 16:27)

Mei, nimm Haqqani als bestes und bekanntestes Beispiel für den Zusammenhang zwischen paschtunischer Mudschaheddin und Taliban.


Was willst du damit belegen? Ist doch ein Beispile für dass was ich schrieb.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alexyessin » Do 9. Nov 2017, 18:54

Alter Stubentiger hat geschrieben:(09 Nov 2017, 17:41)

Was willst du damit belegen? Ist doch ein Beispile für dass was ich schrieb.


Das ist das Beispiel für die durchaus bestehende Verbindung hochrangiger Mudschaheddin zu den hochrangingen Taliban.
Es ist eben nicht so ( alle Mudsch wurden Taliban ) oder andersrum ( die Mudsch haben die Taliban bekämpft ).
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alter Stubentiger » Do 9. Nov 2017, 19:45

Alexyessin hat geschrieben:(09 Nov 2017, 18:54)

Das ist das Beispiel für die durchaus bestehende Verbindung hochrangiger Mudschaheddin zu den hochrangingen Taliban.
Es ist eben nicht so ( alle Mudsch wurden Taliban ) oder andersrum ( die Mudsch haben die Taliban bekämpft ).


Alle nicht. Schrieb ich ja schon. Trotzdem macht es Sinn diese grob zu trennen. Wenn man dies nicht macht kommt es nämlich zu dieser weit verbreiteten Vorstellung das alles Taliban war und ist und von den USA aufgebaut wurde.

Denn in Wirklichkeit ist ja alles noch viel komplizierter. Nachdem die Russen besiegt waren bekämpfte man sich gegenseitig. Das einige Mudschaheddin sich bei der Suche nach neuen Verbündeten mit den Taliban verbündeten bestreitet ja keiner. Aer auch das macht sier nicht unbedingt zu Taliban. Es suchte einfach jeder seinen Vorteil. Nur Ahmad Schah Massoud zog sich angewidert in sein Tal zurück.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Woppadaq » Do 9. Nov 2017, 20:13

Alter Stubentiger hat geschrieben:(09 Nov 2017, 15:51)

Du interpretierst Dinge falsch der ISI unterstützte die Mudschaheddin in den 80ern mit Hilfe der USA die selber keine Resourcen hattem um in der Region erfolgreich tätig zu sein. Sie hatten Geld und Ausrüstung aber eben keine Agenten die erfolgreich dort plaziert werden konnten.

Die Taliban kamen viel später ins Spiel. Zu einem Zeitpunkt als die Mudschaheddin die Russen längst vertrieben hatten aus Kabul. Die Taliban waren erbitterte Gegner der Mudschaheddin und haben Kabul dann für sich erobert. Sie haben auch einen der charismatischsten Führer der Mudschaheddin ermordet. Ahmad Schah Massoud. Einem persönlichen Freund von Peter-Scholl-Latour.


eine weitere Quelle von Wikipedia:

"Pakistan has a history of military support for different factions within Afghanistan, extending at least as far back as the early 1970s. During the 1980s, Pakistan, which was host to more than two million Afghan refugees, was the most significant front-line state serving as a secure base for the mujahidin fighting against the Soviet intervention. Pakistan also served, in the 1980s, as a U.S. stalking horse: the U.S., through the Central Intelligence Agency (CIA), granted Pakistan wide discretion in channeling some U.S.$2-3 billion worth of covert assistance to the mujahidin, training over 80,000 of them.88 Even after the withdrawal of Soviet troops in 1989, serving and former Pakistani military officers continued to provide training and advisory services in training camps within Afghanistan and eventually to Taliban forces in combat (see below)."


( Human Rights Watch )
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alexyessin » Do 9. Nov 2017, 21:43

Alter Stubentiger hat geschrieben:(09 Nov 2017, 19:45)

Alle nicht. Schrieb ich ja schon. Trotzdem macht es Sinn diese grob zu trennen. Wenn man dies nicht macht kommt es nämlich zu dieser weit verbreiteten Vorstellung das alles Taliban war und ist und von den USA aufgebaut wurde.

Denn in Wirklichkeit ist ja alles noch viel komplizierter. Nachdem die Russen besiegt waren bekämpfte man sich gegenseitig. Das einige Mudschaheddin sich bei der Suche nach neuen Verbündeten mit den Taliban verbündeten bestreitet ja keiner. Aer auch das macht sier nicht unbedingt zu Taliban. Es suchte einfach jeder seinen Vorteil. Nur Ahmad Schah Massoud zog sich angewidert in sein Tal zurück.


Naja, Kamerad Haqqani war dann zweiter Mann bei den Taliban. Aber es stimmt - im Groben ist es nicht korrekt davon zu sprechen, die Taliban von den USA aufgebaut wurden.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon zollagent » Fr 10. Nov 2017, 11:00

Die Themenstellung des Strangeröffners wird durch diese Diskussion definitiv nicht befolgt. Er hat nach den Mechanismen moderner Mythen gefragt, nicht nach der genauen Aufdröselung der afghanischen Kriegsparteien.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon relativ » Fr 10. Nov 2017, 11:14

zollagent hat geschrieben:(10 Nov 2017, 11:00)

Die Themenstellung des Strangeröffners wird durch diese Diskussion definitiv nicht befolgt. Er hat nach den Mechanismen moderner Mythen gefragt, nicht nach der genauen Aufdröselung der afghanischen Kriegsparteien.

Nunja da es auch um die Mythen rund um die Taliban gehen sollte, ist das Thema Afghanistan natürlich folgerichtig.
Was die Taliban angeht ist dies heutzutage relativ gut aufgeschlüsselt was der Grund für ihren Erfolg war. Zum einen die militärische finanziele Unterstützung aus Pakistan und auch aus anderen islamischen Staaten.
Dann die noch desolatere Sicherheitslage in Afghnaistan nach dem Abzug der Russen und der Gleichgültigkeit der USA was mit dem Land nach den Russen passiert. Das Ergebnis ist jedem Informierten bekannt. Über 30 Jahre Bürgerkrieg bzw. besser Warlordkrieg und ein Paradies für Drogenhändler und geistesgestörte Islamisten.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Alter Stubentiger » Fr 10. Nov 2017, 16:05

Woppadaq hat geschrieben:(09 Nov 2017, 20:13)

eine weitere Quelle von Wikipedia:

"Pakistan has a history of military support for different factions within Afghanistan, extending at least as far back as the early 1970s. During the 1980s, Pakistan, which was host to more than two million Afghan refugees, was the most significant front-line state serving as a secure base for the mujahidin fighting against the Soviet intervention. Pakistan also served, in the 1980s, as a U.S. stalking horse: the U.S., through the Central Intelligence Agency (CIA), granted Pakistan wide discretion in channeling some U.S.$2-3 billion worth of covert assistance to the mujahidin, training over 80,000 of them.88 Even after the withdrawal of Soviet troops in 1989, serving and former Pakistani military officers continued to provide training and advisory services in training camps within Afghanistan and eventually to Taliban forces in combat (see below)."


( Human Rights Watch )

Das ist kein Widerspruch sondern eine Bestätigung meiner Aussagen.

Im letzten Satz: continued
Der ISI hat bis heute eigene Ziele und setzte Ausbildung von Afghanen und mit ziemlicher Sicherheit und nicht nur "eventually" der Taliban fort. Da hatte Amerika Afghanistan längst vergessen. Pakistan freilich hatte in der Folge durchaus Interesse die Taliban zu unterstützen. Zumindest solange bis die Taliban im eigenen Land zum Problem wurden. Ich erinnere an die blutigen Kämpfe im Swat-Tal 2009 mit riesigen Flüchtlingswellen.
Niemand hat vor eine Mauer zu errichten (Walter Ulbricht)
...und die Mauer wird noch in 50 oder 100 Jahren stehen (Erich Honecker)
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Re: Der USA Taliban Mythos /Virulenz moderner Mythen

Beitragvon Woppadaq » Fr 10. Nov 2017, 17:47

zollagent hat geschrieben:(10 Nov 2017, 11:00)

Die Themenstellung des Strangeröffners wird durch diese Diskussion definitiv nicht befolgt. Er hat nach den Mechanismen moderner Mythen gefragt...


...und als Beispiel einen Mythos genommen, der nicht wirklich einer ist. Blöd gelaufen halt.

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