28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

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oga
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28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon oga » Mi 28. Jun 2017, 18:11

Heute vor 103 Jahren wurde das Attentat von Sarajevo verübt.
Die Folgen sind bekannt, es brach der Erste Weltkrieg aus.
Seitdem kursiert das geflügelte Wort vom Balkan als Pulverfass Europas.
Zu Recht?
I guess I should warn you, if I turn out to be particularly clear, you've probably misunderstood what I've said.
gödelchen
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon gödelchen » Mi 28. Jun 2017, 18:33

Muss an den Menschen da liegen, oder warum haben heute noch die Menschen aus dem Balkan unangefochten die Spitze in der Kriminalitätsstatistik der BRD ?
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Helmuth_123
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Helmuth_123 » Sa 1. Jul 2017, 15:27

oga hat geschrieben:(28 Jun 2017, 19:11)

Heute vor 103 Jahren wurde das Attentat von Sarajevo verübt.
Die Folgen sind bekannt, es brach der Erste Weltkrieg aus.
Seitdem kursiert das geflügelte Wort vom Balkan als Pulverfass Europas.
Zu Recht?


Der Balkan war schon vorher das Pulverfass Europas, aufgrund von Nationalismus, religiösen Konflikte und Großmachtinteressen. Schon vor 1914 gab es da regionale Kriege. Und diese Konflikte haben sich im Prinzip das ganze 20. Jahrhundert fortgesetzt.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Flaschengeist » So 13. Aug 2017, 21:12

oga hat geschrieben:(28 Jun 2017, 19:11)

Heute vor 103 Jahren wurde das Attentat von Sarajevo verübt.
Die Folgen sind bekannt, es brach der Erste Weltkrieg aus.
Seitdem kursiert das geflügelte Wort vom Balkan als Pulverfass Europas.
Zu Recht?



Wenn man die 90er Jahre betrachtet kann man völlig zu Recht von einem Pulverfaß Balkan reden.
„Nur in Deutschland wird mir vorgeworfen, ich wäre deutschfreundlich“ :)

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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Woppadaq » Fr 18. Aug 2017, 23:04

gödelchen hat geschrieben:(28 Jun 2017, 19:33)

Muss an den Menschen da liegen, oder warum haben heute noch die Menschen aus dem Balkan unangefochten die Spitze in der Kriminalitätsstatistik der BRD ?


Es kann auch daran liegen, dass die Hälfte der Balkanstaaten früher österreichisches Gebiet war.

Wollen wir wirklich auf diesem Niveau weiterdiskutieren?
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Aristide » Fr 18. Aug 2017, 23:09

Die schluchtenscheißer fallen bis auf ihre aussprache allerdings nicht auf.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 19. Aug 2017, 02:04

Ja klar. Das Attentat von Sarajevo brach wie eine Feuersbrunst in die bis dahin friedliche, gänzlich unmilitärische und pazifistische Welt der Großmächte Frankreich, Deutschland, Russland, Österreich und England ein. ... Sorry. Aber ihr habt sie doch nicht mehr alle ...
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Aristide » Sa 19. Aug 2017, 02:07

Man lernt doch in jeder vernünftigen schule, dass das attentat der anlass, jedoch nicht der grund für den krieg war. Oder etwa nicht!?
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 19. Aug 2017, 02:11

Aristide hat geschrieben:(19 Aug 2017, 03:07)

Man lernt doch in jeder vernünftigen schule, dass das attentat der anlass, jedoch nicht der grund für den krieg war. Oder etwa nicht!?

Richtig. Aber schon im ersten Beitrag ist vom WK (wörtlich) als Folge des Attentats die Rede. Folge ist im Kern Folge einer Ursache und nicht Folge eines Auslösers.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Aristide » Sa 19. Aug 2017, 02:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Aug 2017, 03:11)

Richtig. Aber schon im ersten Beitrag ist vom WK (wörtlich) als Folge des Attentats die Rede. Folge ist im Kern Folge einer Ursache und nicht Folge eines Auslösers.

Naja das sind schon sprachliche feinheiten, an welcher stelle man in der kausalkette einsteigt. Die fallen auch erwachsenen schwer.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Nomen Nescio » So 20. Aug 2017, 17:15

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Aug 2017, 03:11)

Richtig. Aber schon im ersten Beitrag ist vom WK (wörtlich) als Folge des Attentats die Rede. Folge ist im Kern Folge einer Ursache und nicht Folge eines Auslösers.

da haben wir es. ich bin nicht mit dir einverstanden. die ursachen sind so mannigfaltig. vllt muß man bis zum wiener kongreß zurückgehen. jedenfalls ab krieg 1870-1871.
der anlaß ist aber ohne zweifel der mordanschlag. durch mehrere ursachen ging das schrittweise, aber nichtsdestotrotz, der treibende faktor war genugtuung wegen des mordes.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon schokoschendrezki » So 20. Aug 2017, 21:42

Nomen Nescio hat geschrieben:(20 Aug 2017, 18:15)

da haben wir es. ich bin nicht mit dir einverstanden. die ursachen sind so mannigfaltig. vllt muß man bis zum wiener kongreß zurückgehen. jedenfalls ab krieg 1870-1871.
der anlaß ist aber ohne zweifel der mordanschlag. durch mehrere ursachen ging das schrittweise, aber nichtsdestotrotz, der treibende faktor war genugtuung wegen des mordes.


Sorry. Da ist die deutsche Sprache vielleicht etwas schlampig bzw. mehrdeutig. Gemeint war natürlich: "Folge einer Ursache" (also auch möglicherweise mehrerer) und nicht "Folge einer Ursache" (also ganz genau einer).

Der Mordanschlag war schon der treibende Faktor: Für die öffentliche Empörung. Insbesondere in Wien und Österreich, Der Ausspruch "Serbien muss Sterbien" ist ja allgemein bekannt. Die eigentliche Kriegsvorbereitung und strategische militärische Planung lief nochmal unabhängig davon.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Nomen Nescio » So 20. Aug 2017, 21:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(20 Aug 2017, 22:42)

Sorry. Da ist die deutsche Sprache vielleicht etwas schlampig bzw. mehrdeutig. Gemeint war natürlich: "Folge einer Ursache" (also auch möglicherweise mehrerer) und nicht "Folge einer Ursache" (also ganz genau einer).

Der Mordanschlag war schon der treibende Faktor: Für die öffentliche Empörung. Insbesondere in Wien und Österreich, Der Ausspruch "Serbien muss Sterbien" ist ja allgemein bekannt. Die eigentliche Kriegsvorbereitung und strategische militärische Planung lief nochmal unabhängig davon.

na, dann denken wir doch dasselbe :)
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Flaschengeist » So 20. Aug 2017, 22:08

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Aug 2017, 03:04)

Ja klar. Das Attentat von Sarajevo brach wie eine Feuersbrunst in die bis dahin friedliche, gänzlich unmilitärische und pazifistische Welt der Großmächte Frankreich, Deutschland, Russland, Österreich und England ein. ... Sorry. Aber ihr habt sie doch nicht mehr alle ...



Man stelle sich vor ein Land z.B. Nordkorea würde den designierten US Präsidenten ermorden lassen.

Was glauben Sie wie würde die US Regierung reagieren.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon schokoschendrezki » So 20. Aug 2017, 23:02

Flaschengeist hat geschrieben:(20 Aug 2017, 23:08)

Man stelle sich vor ein Land z.B. Nordkorea würde den designierten US Präsidenten ermorden lassen.

Was glauben Sie wie würde die US Regierung reagieren.


Ich stelle mir grad vor, wie Präsident Trump im offenen Wagen winkend durch die Straßen von Pjöngjang fährt ...
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 21. Aug 2017, 07:22

Aristide hat geschrieben:(19 Aug 2017, 03:15)

Naja das sind schon sprachliche feinheiten, an welcher stelle man in der kausalkette einsteigt. Die fallen auch erwachsenen schwer.

Nein. Das sind keine "sprachlichen Feinheiten". Wilhelm der II hat sich von Bismarck u.a. deshalb getrennt, weil letzterer Deutschland nach 1871 u.a. auch territorial für saturiert hielt und statt an territorialen Erweiterungen an einer eng verflochtenen Bündnispolitik mit den anderen europäischen Großmächten arbeitete. Dreikaiser-Abkommen 1873, Dreibund 1882, Rückversicherungsvertrag mit Russland 1887 usw. usf. Heute würden wir wahrscheinlich von einer europäischen Friedensordnung sprechen. Wilhelm dagegen stand seit seinem Machtantritt für populistische Aufrüstung, Aufbau einer Kriegsmarine (die Macke, kleine Jungs in Matrosenanzüge zu stecken, stammt aus dieser Zeit), Aufbau eines Kolonialsystems usw. usf. Vor allem aber: Der deutsche Eintritt in den 1. WK verlief im Wesentlichen nach dem Schlieffen-Plan, der bereits 1905 ausgearbeitet wurde. Die ersten Schritte dabei waren der Durchmarsch Richtung Frankreich unter Missachtung der Souveränität der Niederlande und Belgiens. Und das hatte nix, aber auch gar nix mit Bosnien oder Sarajevo zu tun. Das Attentat war für Deutschland, aber auch für Ö-U lediglich der Anlass, die ausgearbeiteten Pläne in die Tat umzusetzen und dabei willkommenerweise auch noch vom "empörten Volk" bejubelt zu werden.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Quatschki » Mo 21. Aug 2017, 08:10

Bismarck war 44 Jahre älter als Wilhelm II.
Das ist fast so wie Helmut Kohl und Kristina Schröder
Für Wilhelm stammte der noch aus dem Segelschiffzeitalter.
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Flaschengeist » Mo 21. Aug 2017, 08:14

Quatschki hat geschrieben:(21 Aug 2017, 09:10)

Bismarck war 44 Jahre älter als Wilhelm II.
Das ist fast so wie Helmut Kohl und Kristina Schröder
Für Wilhelm stammte der noch aus dem Segelschiffzeitalter.



Bismark war bei Ausbruch des WW1 schon längst nicht mehr im Amt.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon Quatschki » Mo 21. Aug 2017, 08:19

Flaschengeist hat geschrieben:(21 Aug 2017, 09:14)

Bismark war bei Ausbruch des WW1 schon längst nicht mehr im Amt.

Mit Bismarcks Entlassung 1890 gab es aber den Politikwechsel von Stabilitäts- zu Großmachtpolitik.
Da hatte schlichtweg ein Generationswechsel stattgefunden und die Jung'schen hielten das, wovor die Alten immer warnten, für nicht mehr zeitgemäß.
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Re: 28. Juni 1914 Attentat von Sarajevo

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 21. Aug 2017, 08:34

Quatschki hat geschrieben:(21 Aug 2017, 09:10)

Bismarck war 44 Jahre älter als Wilhelm II.
Das ist fast so wie Helmut Kohl und Kristina Schröder
Für Wilhelm stammte der noch aus dem Segelschiffzeitalter.

.. und wenn Bismarck Kanzler geblieben wäre, dann wäre Deutschland wahrscheinlich vorerst ein halbagrarisches, rückständiges Land geblieben und Berlin um 1900 nicht die größte Industriestadt Europas. Aber darum geht es ja gar nicht bei der Frage nach den Hauptursachen für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Sondern um eine Neuaufteilung der Welt unter den Goßmächten Europas, die sämtlich vor Kraft kaum laufen können und meinen, diese Chance würde so schnell kein zweites Mal kommen. Da kam die Gelegenheit zur Empörung über das Attentat just zum richtigen Moment.

Mit Bismarcks Entlassung 1890 gab es aber den Politikwechsel von Stabilitäts- zu Großmachtpolitik.
Da hatte schlichtweg ein Generationswechsel stattgefunden und die Jung'schen hielten das, wovor die Alten immer warnten, für nicht mehr zeitgemäß.


Genau das meine ich.
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