Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

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garfield336
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon garfield336 » Fr 16. Jun 2017, 08:12

hmm aus der nr 42 folgendes:

1. Gegen alle Beschlüsse der constituirenden
Nationalversammlung Deutschlands, welche der
Nationalität, der Eristenz des Großherzogthums
als eines unabhängigen Staates, oder der
Ausübung aller seiner politischen oder bürgerlichen
Rechte den geringsten Eintrag thun könnten;
2. Gegen jeden Beschluß, welcher dem Großherzogthume
das Recht nehmen würde, mit irgend
Jedem, es sei wer es wolle, und nach
seinem Gutdünken Handelsbeziehungen zu stiften,
vorbehaltlich der bestehenden Verträge.
Sodann sollen die Entscheidungen der constituirenden
Versammlung der Genehmigung des
Königs Großherzogs und der Stande des Landes
unterliegen.
.



Die gewählten waren also dazu angehalten, nichts zu unternehmen was die unabhängigkeit von Luxmburg in Frage gestellt hätte, und das jedes Abkommen vom König-Grossherzog und der Ständeversammlung abgesegnet werden mus.
Der Monarch hatte also Vetorecht. (und er vertrat ja gleich 2 Staaten dort, Limburg und Luxemburg)
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H2O
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon H2O » Fr 16. Jun 2017, 08:45

garfield336 hat geschrieben:(16 Jun 2017, 08:51)

Dieser Kerl ersetze https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Willmar Jean Jacques Willmar, der ins Staatsministerium wechselte und von 1948-1953 erster demokratisch gewählter Premierminister war.

Denn hätten wir mal alle
Jean Jacques Willmar (januar 1849 durch Jean-Francois Boch ersetzt.)
Emmanuel Servais,
Charles Munchen

(Die Lux-Abgeordneten sind also nicht im Gefängnis gelandet, .... denn soweit ich nachlesen konnte hat auch Boch sein Unternehmen weitergeführt. und laut Wikipedia haben sie für den Bund gestimmt. :| )
Villeicht waren das die einzigen 3 mit französisch Kenntnissen :D


Das Wahlgesetz ist auch noch auffindbar:
http://legilux.public.lu/eli/etat/leg/memorial/1848
Dokument nr 42 und 43.
Allgemeines Wahlrecht nach relativer Mehrheitswahlrecht. Die 3 ersten mit den meisten Stimmen waren gewählt, Jeder Wähler hatte 6 Stimmen.
Aber die Kandidaten wurden vorher von Gemeinden ausgewählt. Somit wohl keine demokratische Wahl, wie wir es heute kennen, eher ein System wie im Iran. :|


Dann hatten die drei Luxemburger eben einen großzügigen Fürsten zum Herrscher. Wie gesagt: In Preußen und auch in anderen deutschen Fürstentümern erging es vielen Abgeordneten sehr schlimm. Flucht, Festungshaft, Auswanderung... viele brilliante Köpfe, die unser Volk voran gebracht hätten.

Nein, trotz meiner Französischkenntnisse fühle ich mich unseren französischen Nachbarn tief verbunden. Da finden Sie Gemeinden, die sich vor Rassismus und Haß auf Kriegerdenkmalen überschlagen, aber auch solche, deren Erinnerungsmale mich innerlich sehr berührt haben. In Aurillac / Auvergne ein Kriegsdenkmal mit trauernden Frauen und Kindern... und nicht weit weg davon die erste Fassung der unveräußerlichen Menschenrechte.

Aber damals wollte man ja Nationalstaaten; hielt die für eine grundvernünftige Staatsidee. Heute wissen wir, daß solche Staaten furchtbare Energien freisetzen können. Davon ahnten die Revolutionäre von 1848/1849 nichts... und die Fürsten konnten sich dieser Gewalten und Gemeinschaftsgefühle auf schrecklichste Weise bedienen.
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garfield336
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon garfield336 » Fr 16. Jun 2017, 09:26

H2O hat geschrieben:(16 Jun 2017, 09:45)
Aber damals wollte man ja Nationalstaaten; hielt die für eine grundvernünftige Staatsidee. Heute wissen wir, daß solche Staaten furchtbare Energien freisetzen können. Davon ahnten die Revolutionäre von 1848/1849 nichts... und die Fürsten konnten sich dieser Gewalten und Gemeinschaftsgefühle auf schrecklichste Weise bedienen.


Nationalstaatentum war schon der richtige Ansatz damals. Aber was damals stimmte, mus heute nicht mehr korrekt sein.

Damit ein Staat funktionniert braucht man ein Verbindendes Element. Im Ancien Régime war das der König und die Religion.
Das fiel nach den Revolutionen weg, man brauchte etwas neues was die Menschen zusammenhielt.
Gemeinschaftsgefühl durch gemeinsame Sprache war da naheliegend.

Heute hat man eher den Ansatz, dass ein Bekenntnis zum Grundgesetz ausreicht, Das gab es 1848 noch nicht. Also welches anderes Element hätte die Menschen zusammenbringen können ?
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garfield336
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon garfield336 » Fr 16. Jun 2017, 09:38

Funktionniert eine Demokratie überhaupt ohne Nationalistmus ?

Das Volk ist der Souverän.... (Der wichtigste Satz eines jeden demokratischen Staates.)

Doch wer oder was ist das Volk ?
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H2O
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon H2O » Fr 16. Jun 2017, 09:43

garfield336 hat geschrieben:(16 Jun 2017, 10:26)

Nationalstaatentum war schon der richtige Ansatz damals. Aber was damals stimmte, mus heute nicht mehr korrekt sein.

Damit ein Staat funktionniert braucht man ein Verbindendes Element. Im Ancien Régime war das der König und die Religion.
Das fiel nach den Revolutionen weg, man brauchte etwas neues was die Menschen zusammenhielt.
Gemeinschaftsgefühl durch gemeinsame Sprache war da naheliegend.

Heute hat man eher den Ansatz, dass ein Bekenntnis zum Grundgesetz ausreicht, Das gab es 1848 noch nicht. Also welches anderes Element hätte die Menschen zusammenbringen können ?


Das Bekenntnis zu den Menschenrechten, zum Beispiel, also die Wertegemeinschaft. Die sich in Europa auch in Schlagworten auskristallisierten:

Einigkeit Recht Freiheit
Fraternité Egalité Liberté

Darauf gründen die USA, wenn ich gut genug aufgepaßt habe. Daß dort ein Trump möglich wurde, das ist natürlich niederschmetternd.

Die Menschenrechte waren damals im Zuge der französischen Revolution und der anschließenden Kriegszüge Napoleons in Europa bekannt und verbreitet. Auf dieser Grundlage hätte man auch demokratisch zusammen kommen können; war vielleicht noch zu neu und ungewohnt.

Ok, nun ist die Zeit dafür hoffentlich reif, zumindest in Westeuropa.
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H2O
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon H2O » Fr 16. Jun 2017, 09:54

garfield336 hat geschrieben:(16 Jun 2017, 10:38)

Funktionniert eine Demokratie überhaupt ohne Nationalistmus ?

Das Volk ist der Souverän.... (Der wichtigste Satz eines jeden demokratischen Staates.)

Doch wer oder was ist das Volk ?


Nehmen wir doch einmal eine Wertegemeinschaft; dann ist das Volk die Wertegemeinschaft, die also gemeinsame Werte anerkennt und verteidigt. Ganz praktisch gesprochen gibt es natürlich die Sprachen und die räumlichen Entfernungen und die örtlichen Bedingungen und Interessen. So könnte es sein, daß ein Schweizer Geld für den Tunnelbau braucht, ein Niederländer aber lieber Deiche anlegen möchte. Wenn beide in einem Staat leben, dann kann es da schon tüchtig Streit geben. Und die einfachen Leute können nicht gemeinsam ihr Herz ausschütten... und es gibt kleine Teufel, die das zur Erweiterung ihrer Macht ausnutzen.

Wenn die Wertegemeinschaft nicht gälte... wie wollte man da ein Volk von Weißen, Schwarzen, Gelben und Roten regieren? Einigkeit, Recht, Freiheit oder Égalité, Fraternité, Liberté. Wenn das nicht hält, was denn sonst?
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 1. Jul 2017, 20:25

garfield336 hat geschrieben:(16 Jun 2017, 10:38)

Funktionniert eine Demokratie überhaupt ohne Nationalistmus ?

wie definierst du das ?
ich gebe dir zwei beispiele. das eine ist die schweiz und das andere bosnien.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon garfield336 » Sa 1. Jul 2017, 22:55

Nomen Nescio hat geschrieben:(01 Jul 2017, 21:25)

wie definierst du das ?
ich gebe dir zwei beispiele. das eine ist die schweiz und das andere bosnien.


Normalerweise gibt es in einer Demokratie ein Wahlvolk das meistens nur die sind die die Staatsbürgerschaft besitzen.
Das einzige Land wo das etwas offener handhabt ist Grossbritannien.

So meine ich das.
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon Nomen Nescio » So 2. Jul 2017, 08:38

garfield336 hat geschrieben:(01 Jul 2017, 23:55)

Normalerweise gibt es in einer Demokratie ein Wahlvolk das meistens nur die sind die die Staatsbürgerschaft besitzen.
Das einzige Land wo das etwas offener handhabt ist Grossbritannien.

So meine ich das.

die ausnahmen sind aber meist diejenigen die probleme verursachen. bei tschechoslowakien gelang es schließlich »besser« als in GB. außerdem hast du als beispiel kanada vergessen. die schweiz nannte ich ja schon. ich habe gesonnen, aber kann sonst keine beispiele finden.
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Beitragvon garfield336 » So 2. Jul 2017, 08:45

Ein Nichtschweizer hat Wahlrecht ?
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon Nomen Nescio » So 2. Jul 2017, 10:26

garfield336 hat geschrieben:(02 Jul 2017, 09:45)

Ein Nichtschweizer hat Wahlrecht ?

habe ich das geschrieben? nein, es gibt da mehrere sprachen. und die leben nichtsdestotrotz friedlich zusammen.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon garfield336 » So 2. Jul 2017, 11:07

Nomen Nescio hat geschrieben:(02 Jul 2017, 11:26)

habe ich das geschrieben? nein, es gibt da mehrere sprachen. und die leben nichtsdestotrotz friedlich zusammen.


Ich sprach nie von verschiedenen Sprachen.

Die Schweizer sind sehr wohl Nationalistisch eingestellt.
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon Allenstein » Fr 4. Aug 2017, 14:52

H2O hat geschrieben:(16 Jun 2017, 10:43)
Das Bekenntnis zu den Menschenrechten, zum Beispiel, also die Wertegemeinschaft. Die sich in Europa auch in Schlagworten auskristallisierten:

Einigkeit Recht Freiheit
Fraternité Egalité Liberté

Darauf gründen die USA, wenn ich gut genug aufgepaßt habe. Daß dort ein Trump möglich wurde, das ist natürlich niederschmetternd.

Die Menschenrechte waren damals im Zuge der französischen Revolution und der anschließenden Kriegszüge Napoleons in Europa bekannt und verbreitet. Auf dieser Grundlage hätte man auch demokratisch zusammen kommen können; war vielleicht noch zu neu und ungewohnt.

Ok, nun ist die Zeit dafür hoffentlich reif, zumindest in Westeuropa.


Im Zuge der französischen Revolution wurde eine Terrorherrschaft mit zigtausenden politischen Mordopfern errichtet, gefolgt von einem französischen Eroberungskrieg gegen ganz Europa mit Millionen Toten.

Die USA haben nach ihrer Gründung zuerst im Inland Millionen Neger versklavt und die Indianer abgeschlachtet, bevor sie dann zunehmend außenpolitisch aktiv wurden und als Kolonialisten und selbsternannte Weltpolizei andere Länder unterdrückten und Millionen von Menschen in verschiedeneen Erdteilen umgebracht haben.
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Re: Motivationen der Gründung des Deutschen Reichs im 19. Jh

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 4. Aug 2017, 15:37

Brainiac hat geschrieben:(26 May 2017, 19:36)

Gut, er hat den Code Civil und einiiges andere eingeführt

das sagt nichts. es gibt viel mehr herrscher die aus einheitstaatsgedanke das taten: hammurabi, hadrianus (oder war es trajanus), aber auch friedrich der große (es gibt noch richter in potsdam/berlin).

vgl es mit bismarck. der tat das doch auch im deutschen kaiserreich. auch die sprache wurde unifiziert.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«

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