Hundert Jahre Russische Revolutionen

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Helmuth_123
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Helmuth_123 » Do 9. Mär 2017, 21:32

Europa2050 hat geschrieben:(09 Mar 2017, 08:46)

Russland hatte stets das Pech, an entscheidenden Wendepunkten den im Nachhinein falschen Weg zu wählen. Nach der Februarrevolution hätte Russland ein Teil der freien Welt werden können. Bei der Entente war man zu Unterstützung bereit, war durch die Revolution doch der WK1 entgültig zu einem Krieg Demokratie vs. Monarchie geworden. Doch Russland ging einen anderen Weg.

Dass die Deutschen den Lenin-Putsch unterstützten, war eine taktische Aktion, die vor dem Hintergrund des WK1 durchaus im Rahmen des "Werkzeugkastens" war. Hatte man doch vorher schon mehrmals aus Arroganz dilettantische Anfängerfehler gemacht (Blankoscheck, Einmarsch in Belgien -> Beteiligung UK, Nichtnutzung osteuropäischer Freiheitsbewegungen, Versenkung US Schiffe -> Beteiligung USA).


Krieg Monarchie gegen Demokratie? Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland plus Dominions (auch alles Monarchien), Königreich Belgien, Kaiserreich Japan, Königreich Italien, Großherzogtum Luxemburg, Königreich Serbien, Königreich Rumänien. Das sind schon paar Monarchien auf Seite der Entente. Ich wage mal zu behaupten, dass Serbien, Rumänien, Japan und Italien nicht demokratischer waren als das Deutsche Kaiserreich.
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Europa2050
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Europa2050 » Fr 10. Mär 2017, 08:34

Helmuth_123 hat geschrieben:(09 Mar 2017, 21:32)

Krieg Monarchie gegen Demokratie? Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland plus Dominions (auch alles Monarchien), Königreich Belgien, Kaiserreich Japan, Königreich Italien, Großherzogtum Luxemburg, Königreich Serbien, Königreich Rumänien. Das sind schon paar Monarchien auf Seite der Entente. Ich wage mal zu behaupten, dass Serbien, Rumänien, Japan und Italien nicht demokratischer waren als das Deutsche Kaiserreich.


Zumindest in den USA war der Krieg an Seite des (trotz Monarchie demokratisch zu nennenden) UK, Frankreich und eines sich aus dem politischen Mittelalter zu einer Demokratie wandelnden Russlands nur so zu verkaufen.

In sofern spielte m.E. die Februarrevolution für den WK1 eine bedeutende Rolle. Für ein zaristisches Russland wäre die amerikanische Bevölkerung wohl nicht so gerne in den Krieg gezogen.

Die von dir genannten Kleinstaaten-Monarchien auf Seiten der Entente waren wohl im Bewusstsein weniger prägend, zumal Belgien, Luxemburg, Černa Gora, Serbien und Rumänien (da bin ich mir nicht ganz sicher) zu diesem Zeitpunkt ja schon von den Mittelmächten besiegt und/oder eingenommen waren.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Helmuth_123 » Fr 10. Mär 2017, 21:34

Europa2050 hat geschrieben:(10 Mar 2017, 08:34)

Zumindest in den USA war der Krieg an Seite des (trotz Monarchie demokratisch zu nennenden) UK, Frankreich und eines sich aus dem politischen Mittelalter zu einer Demokratie wandelnden Russlands nur so zu verkaufen.

In sofern spielte m.E. die Februarrevolution für den WK1 eine bedeutende Rolle. Für ein zaristisches Russland wäre die amerikanische Bevölkerung wohl nicht so gerne in den Krieg gezogen.

Die von dir genannten Kleinstaaten-Monarchien auf Seiten der Entente waren wohl im Bewusstsein weniger prägend, zumal Belgien, Luxemburg, Černa Gora, Serbien und Rumänien (da bin ich mir nicht ganz sicher) zu diesem Zeitpunkt ja schon von den Mittelmächten besiegt und/oder eingenommen waren.


Ich denke auch nicht, dass es im Bewusstsein der der damaligen US-amerikanischen Bevölkerung war. Aber wir wissen es ja. Also müssen wir auch nicht mehr die Mär vom Kampf der Demokratie gegen die Monarchie nachplappern. ;)
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Quatschki » So 9. Apr 2017, 21:53

Heute vor 100 Jahren fuhr Lenin in einem exterritorialen Waggon quer durch Deutschland, um in Rußland die bolschwistische Revolution anzuzetteln.

Die meisten seiner Reisebegleiter wurden später von Stalin als "Feinde der Revolution" entlarvt und hingerichtet.
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Alexyessin » Mo 10. Apr 2017, 14:41

Helmuth_123 hat geschrieben:(10 Mar 2017, 21:34)

Ich denke auch nicht, dass es im Bewusstsein der der damaligen US-amerikanischen Bevölkerung war. Aber wir wissen es ja. Also müssen wir auch nicht mehr die Mär vom Kampf der Demokratie gegen die Monarchie nachplappern. ;)


Welche Mär?
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Helmuth_123 » Mo 10. Apr 2017, 18:46

Alexyessin hat geschrieben:(10 Apr 2017, 15:41)

Welche Mär?


Die Mär, dass der Erste Weltkrieg ein Kampf der Demokratie gegen die Monarchie gewesen sei.
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Alexyessin » Mo 10. Apr 2017, 19:21

Helmuth_123 hat geschrieben:(10 Apr 2017, 19:46)

Die Mär, dass der Erste Weltkrieg ein Kampf der Demokratie gegen die Monarchie gewesen sei.


Naja, ganz falsch ist das nicht.
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Ammianus » Mo 10. Apr 2017, 19:47

Helmuth_123 hat geschrieben:(10 Apr 2017, 19:46)

Die Mär, dass der Erste Weltkrieg ein Kampf der Demokratie gegen die Monarchie gewesen sei.


Die Hauptverursacher des Krieges waren die 3 Kaiserreiche. Nach dem Krieg gab es keine Kaiser mehr in Europa ...
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Quatschki » Mo 10. Apr 2017, 19:58

Ammianus hat geschrieben:(10 Apr 2017, 20:47)

Die Hauptverursacher des Krieges waren die 3 Kaiserreiche. Nach dem Krieg gab es keine Kaiser mehr in Europa ...

Entente und verbündete Mächte:
Russisches Reich
Französische Republik
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland
Königreich Belgien
Königreich Serbien
Königreich Montenegro
Königreich Italien
Königreich Rumänien
Königreich Griechenland
Kaiserreich Japan
Vereinigte Staaten von Amerika


Mittelmächte:
Deutsches Kaiserreich
Österreichisch-Ungarische Monarchie
Osmanisches Reich
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 10. Apr 2017, 21:38

Ammianus hat geschrieben:(10 Apr 2017, 20:47)

Die Hauptverursacher des Krieges waren die 3 Kaiserreiche. Nach dem Krieg gab es keine Kaiser mehr in Europa ...

natürlich gab es noch einen kaiser. george V war kaiser von indien.

und vergiß bitte vor allem nicht die machenschaften von sir edward grey. der hatte nach einem besuch an alexandrie zusammen mit anderen leuten ein panphlet geschrieb (um 1900) das er fest davon überzeugt war daß es ein wirtschaftlicher krieg gab zwischen GB und D.
er hat die vielen jahre daß er britischer außenminister war ALLES getan um eine gute verständigung mit D zu verhindern. tüchtig geholfen durch einen hohen beamten seines ministeriums. ich dachte daß der man »crowe« hieß.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Ammianus » Di 11. Apr 2017, 10:13

Quatschki hat geschrieben:(10 Apr 2017, 20:58)

Entente und verbündete Mächte:
Russisches Reich
Französische Republik
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland
Königreich Belgien
Königreich Serbien
Königreich Montenegro
Königreich Italien
Königreich Rumänien
Königreich Griechenland
Kaiserreich Japan
Vereinigte Staaten von Amerika


Mittelmächte:
Deutsches Kaiserreich
Österreichisch-Ungarische Monarchie
Osmanisches Reich
Zarentum Bulgarien


Was hat das jetzt mit meinen beiden Sätzen zu tun.
Bitte genau lesen.
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Helmuth_123 » Fr 14. Apr 2017, 09:08

Alexyessin hat geschrieben:(10 Apr 2017, 20:21)

Naja, ganz falsch ist das nicht.


Aber eben auch nicht ganz richtig. Wie demokratisch waren denn Serbien, Japan, Italien, Rumänien oder Griechenland?
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Helmuth_123 » Fr 14. Apr 2017, 09:17

Ammianus hat geschrieben:(10 Apr 2017, 20:47)

Die Hauptverursacher des Krieges waren die 3 Kaiserreiche. Nach dem Krieg gab es keine Kaiser mehr in Europa ...


Dafür aber noch ein paar Königreiche, die auch gegen die Mittelmächte gekämpft haben. Und da ist die Frage, wie demokratisch diese waren. Zudem fand der Krieg nicht nur in Europa statt. Japan war von Anfang an mit dabei. War Japan demokratischer als das Deutsche Kaiserreich oder Österreich-Ungarn?
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Re: Hundert Jahre Russische Revolutionen

Beitragvon Europa2050 » Fr 14. Apr 2017, 14:37

Helmuth_123 hat geschrieben:(14 Apr 2017, 10:17)

Dafür aber noch ein paar Königreiche, die auch gegen die Mittelmächte gekämpft haben. Und da ist die Frage, wie demokratisch diese waren. Zudem fand der Krieg nicht nur in Europa statt. Japan war von Anfang an mit dabei. War Japan demokratischer als das Deutsche Kaiserreich oder Österreich-Ungarn?


Begonnen hat der Krieg definitiv, weil Russland und Österreich sowie Deutschland und Frankreich jeweils ausfechten wollten, wer der Chef ist, da gab es keine Systemfrage, es war der letzte Kieg des 19. Jhd.

Ab 1917 wurde er durch den Eintritt der USA und die Revolution in Russland zumindest in Europa zunehmend zum Systemkrieg, demokratischer Systeme gegen Monarchien. Und den Schmarozer Italien gabs als Gegenbeispiel natürlich auch.

Und nach dem Krieg zeigte sich auch erstmal noch die Demokratie als solches, sondern die meisten Völker verfielen in zerstörerischer Nationalismus.

Zur Demokratie sollte es leider erst noch einen furchtbaren Krieg benötigen.
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... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

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