Kaiser Franz Joseph I.

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Quatschki
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Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Quatschki » Mo 21. Nov 2016, 19:27

Kaiser Franz Joseph I.
starb heute vor 100 Jahren, am 21.11.
68 Jahre war er Staatsoberhaupt von Österreich.
Vieles, was die Nachfolgestaaten bis heute prägt, entstand in seiner Regierungsperiode.
Zuletzt geändert von Quatschki am Di 22. Nov 2016, 10:21, insgesamt 2-mal geändert.
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JJazzGold
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon JJazzGold » Mo 21. Nov 2016, 19:36

Sisi!

Franzl!

Die Ungarn legen heute noch Blumengebinde an seinem und an Elisabeths Sarg ab.
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Beitragvon schokoschendrezki » Di 22. Nov 2016, 09:43

Der österreichisch-ungarische Ausgleich von 1867, die Schaffung des k.u.k.-Reichs war eine der wesentlichen "Leistungen" Franz Josephs. Eine Leistung mit fatalen Folgen. Denn von nun an waren die Teile des Habsburger-Reichs, die weder zu Ungarn noch zu Österreich gehörten, also Böhmen, Mähren, Bukowina, Dalmatien, Kroatien, Galizien, Bosnien usw. usf. sozusagen als dritte hinter zweien herabgestuft. Die Folge waren ethnische Spannungen, die mit eine der Ursachen sowohl des Ersten Weltkriegs als auch noch der Jugoslawienkriege in den 90ern als auch der immer noch bestehenden Spannungen zwischen Ungarn auf der einen und Rumänien, Ukraine, Slowakei, Serbien, Kroatien auf der andern Seite sind.

Franz Joseph selbst war ein Mensch von sehr begrenzter Intelliigenz, der diesen Mangel auch nur bedingt durch Fleiß und eisernen Willen auszugleichen vermochte.

Die Sissi-Verehrung hängt sicherlich mehr mit den zahlreichen Filmen zum Thema als mit der historischen Person selbst zusammen. Auch in Ungarn gibt es eine durchaus auch kritische SIcht auf alle Formen von Operetten-Nostalgie,
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Wildermuth » Di 22. Nov 2016, 09:46

Quatschki hat geschrieben:(21 Nov 2016, 19:27)

Kaiser Franz Joseph I.
starb heute vor 100 Jahren, am 21.11.2016
68 Jahre war er Staatsoberhaupt von Österreich.
Vieles, was die Nachfolgestaaten bis heute prägt, entstand in seiner Regierungsperiode.


Ja, die zerstörung des k.u.k. reiches mit sicherheit.
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Liegestuhl » Di 22. Nov 2016, 10:00

Quatschki hat geschrieben:Kaiser Franz Joseph I.
starb heute vor 100 Jahren, am 21.11.2016


Und welches Jahr haben wir heute?
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Quatschki
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Quatschki » Di 22. Nov 2016, 12:17

Liegestuhl hat geschrieben:(22 Nov 2016, 10:00)

Und welches Jahr haben wir heute?

Sei doch nicht so kleinlich.
Jedenfalls ist ihm der Kaiserschmarrn gewidmet.
Und der Gastwirt Palivec vom Hostinec "u kalicha" in Prag wurde verhaftet, weil die Fliegen auf das Portrait des Monarchen geschissen haben

Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Europa2050 » Di 22. Nov 2016, 22:54

Wildermuth hat geschrieben:(22 Nov 2016, 09:46)

Ja, die zerstörung des k.u.k. reiches mit sicherheit.


Ganz so drastisch würde ich es nicht ausdrücken - ich würde ihn eher in die Kategorie tragischer Held einordnen.

Seine Vision - sein Reich als ein multikultureller Hort binnen einem nationalistischer werdenden Europa war schon gut - und wäre ja auch heute aktuell.
Gleichzeitig lebte er noch in der Zeit nach dem Wiener Kongress - und verpasste jedwede demokratische Erneuerung.
Am Ende liefen ihm alle davon - und selbst deutscherseits überwogen am Ende die Nationalisten die Unionisten.
Und der Krieg, den (neben anderen) die Österreicher aktiv anstrebten war natürlich der Sargnagel.
Letztlich schade drum. Die "Vereingten Staaten von Österreich" hätten Europa bereichert und so mancher Minderheit grausame Jahrzehnte erspart.

Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

Mist, hab ich einige Leute doch tatsächlich überfordert. :s
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Beitragvon schokoschendrezki » Mi 23. Nov 2016, 07:51

Europa2050 hat geschrieben:(22 Nov 2016, 22:54)

Ganz so drastisch würde ich es nicht ausdrücken - ich würde ihn eher in die Kategorie tragischer Held einordnen.

Seine Vision - sein Reich als ein multikultureller Hort binnen einem nationalistischer werdenden Europa war schon gut - und wäre ja auch heute aktuell.

Das war aber nicht seine Vision. Der ungarisch-österreichische Ausgleich von 1867 und damit die Schaffung des Habsburger k.u.k.-Reichs war vor allem die Folge einer akuten Notlage des Kaisers durch erstens den verlorenen Italienischen Krieg von 1859 und vor allem durch den verlorenen Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 mit der berühmten Schlacht bei Königgrätz. Ohne diese Niederlagen hötte Franz Joseph "seine Völker" außerhalb des österreichischen Kernlands ganz gewiss noch weiter so grausam unterdrückt wie er das bei der Niederschlagung der 1848-er Aufstände getan hatte. Auch wenn man natürlich einwenden kann, dass die Helden dieser 48er-Aufstände (Garibaldi, Kossuth, Bem) ganz gewiss Nationalisten waren. Vor allem aber, wie schon weiter oben erwähnt: Der ungarisch-österreichische Ausgleich war gleichermaßen Zugeständnis wie auch Herabsetzung der "dritten" Völker (Tschechen, Slowaken, Kroaten, Serben etc.)

Was man Franz Joseph zugute halten muss: Sein Einsatz für Religionsfreiheit, insbesondere in Hinsicht auf die jüdische Bevölkerung.
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Re:

Beitragvon Keoma » Mi 23. Nov 2016, 07:57

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Nov 2016, 07:51)

Das war aber nicht seine Vision. Der ungarisch-österreichische Ausgleich von 1867 und damit die Schaffung des Habsburger k.u.k.-Reichs war vor allem die Folge einer akuten Notlage des Kaisers durch erstens den verlorenen Italienischen Krieg von 1859 und vor allem durch den verlorenen Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 mit der berühmten Schlacht bei Königgrätz. Ohne diese Niederlagen hötte Franz Joseph "seine Völker" außerhalb des österreichischen Kernlands ganz gewiss noch weiter so grausam unterdrückt wie er das bei der Niederschlagung der 1848-er Aufstände getan hatte. Auch wenn man natürlich einwenden kann, dass die Helden dieser 48er-Aufstände (Garibaldi, Kossuth, Bem) ganz gewiss Nationalisten waren. Vor allem aber, wie schon weiter oben erwähnt: Der ungarisch-österreichische Ausgleich war gleichermaßen Zugeständnis wie auch Herabsetzung der "dritten" Völker (Tschechen, Slowaken, Kroaten, Serben etc.)

Was man Franz Joseph zugute halten muss: Sein Einsatz für Religionsfreiheit, insbesondere in Hinsicht auf die jüdische Bevölkerung.


Nicht zu vergessen, das Islamgesetz, um die Bosniaken als Kanonenfutter verwenden zu können.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Ger9374 » Mi 23. Nov 2016, 08:17

Ein Kind seiner Zeit mit einer Vision für Österreich als Vielvölkerstaat unter Österreichischer Dominanz v sozusagen.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re:

Beitragvon Europa2050 » Mi 23. Nov 2016, 08:23

schokoschendrezki hat geschrieben:(23 Nov 2016, 07:51)

Das war aber nicht seine Vision. Der ungarisch-österreichische Ausgleich von 1867 und damit die Schaffung des Habsburger k.u.k.-Reichs war vor allem die Folge einer akuten Notlage des Kaisers durch erstens den verlorenen Italienischen Krieg von 1859 und vor allem durch den verlorenen Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 mit der berühmten Schlacht bei Königgrätz. Ohne diese Niederlagen hötte Franz Joseph "seine Völker" außerhalb des österreichischen Kernlands ganz gewiss noch weiter so grausam unterdrückt wie er das bei der Niederschlagung der 1848-er Aufstände getan hatte. Auch wenn man natürlich einwenden kann, dass die Helden dieser 48er-Aufstände (Garibaldi, Kossuth, Bem) ganz gewiss Nationalisten waren. Vor allem aber, wie schon weiter oben erwähnt: Der ungarisch-österreichische Ausgleich war gleichermaßen Zugeständnis wie auch Herabsetzung der "dritten" Völker (Tschechen, Slowaken, Kroaten, Serben etc.)

Was man Franz Joseph zugute halten muss: Sein Einsatz für Religionsfreiheit, insbesondere in Hinsicht auf die jüdische Bevölkerung.


Dass er politisch einer Zeit nachhing, die vorbei war, und auch damit dem Reich sämtliche Überlebenschancen nahm, ist unstrittig.

Doch gerade weil er - der 8 Sprachen sprach, darunter die fünf wichtigsten des Reiches - das Reich solange er konnte gegen Nationalisten verteidigte, hat er schon seine positive Bedeutung.
Nicht umsonst haben z.B. die Tschechen erst spät während des WK1 flächendeckend auf Separation umgestellt, als hätten sie geahnt, was sie folgenden 30 Jahre bringen sollten.
Und auch die Verwerfungen bis zum Greuel in Galizien hätte es wohl bei Fortbestehen des Reiches nicht gegeben.

Also - eine sehr zwiespältige Person.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:

Mist, hab ich einige Leute doch tatsächlich überfordert. :s
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Wildermuth » Mi 23. Nov 2016, 08:25

Ger9374 hat geschrieben:(23 Nov 2016, 08:17)

Ein Kind seiner Zeit mit einer Vision für Österreich als Vielvölkerstaat unter Österreichischer Dominanz v sozusagen.


Er hatte keine vision. Nichtmal eine falsche.
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Ger9374 » Mi 23. Nov 2016, 08:29

Na denn war er echt ne Arme Sau.Dann bleib ich halt bei Sissi das geht immer so ans Herz .
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Wildermuth » Mi 23. Nov 2016, 08:33

Ger9374 hat geschrieben:(23 Nov 2016, 08:29)

Na denn war er echt ne Arme Sau.Dann bleib ich halt bei Sissi das geht immer so ans Herz .


Die sisi hatte tatsächlich mehr drauf. Sie war immerhin im 19. Jh angekommen.
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Ger9374 » Mi 23. Nov 2016, 08:36

Ich dachte die hat keine so grosse Rolle gespielt. Ausser im kino
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Wildermuth » Mi 23. Nov 2016, 08:43

Ger9374 hat geschrieben:(23 Nov 2016, 08:36)

Ich dachte die hat keine so grosse Rolle gespielt. Ausser im kino


Nein. Aber sie hatte trotzdem mehr drauf. Mehr geist, mehr liberalität und, wie gesagt, sie musste nicht in einem kaiserhof aufwachsen, sondern in der famile eines bayrischen herzogs.
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Quatschki » Mi 23. Nov 2016, 08:46

Kaiserin Elisabeth war sicher maßgeblich für den österreichisch-ungarischen Ausgleich
Für einen entsprechenden Ausgleich mit den slawischen Völkern hätte Thronfolger Franz Ferdinand sorgen können, wenn der Alte den Löffel 20 Jahre eher abgegeben hätte.
Aber letzlich war es auch der in Österreich wachsende deutsche Nationalismus, der einem schweizer Modell des Zusammenlebens der Völker im Wege stand.
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Europa2050 » Mi 23. Nov 2016, 08:47

Wildermuth hat geschrieben:(23 Nov 2016, 08:25)

Er hatte keine vision. Nichtmal eine falsche.


Doch die hatte er:

Alle sollten sich vertragen und an sonsten die Klappe halten.
Dabei sah er die (absolute) Monarchie als einzige Klammer, die das erreichen könne.

Und die versagte ab 1910 kläglich. Die (vor allem deutschen und ungarischen) Kriegstreiber trieben sie vor sich her und die anderen Nationalitäten fühlten sich nicht mehr ernst genommen.
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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon Ger9374 » Mi 23. Nov 2016, 08:59

Geil,ich fand Geschichte immer gut. Das war mal was informatives. Nicht immer dieses links rechts gekloppe.

Danke an alle dafür!!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Re: Kaiser Franz Joseph I.

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 23. Nov 2016, 09:02

Also von der Persönlichkeit her traut man dem Kaiser tatsächlich kaum so etwas wie "Visionen" zu. Er ließ sich bekanntlich Zeit seines Lebens so gegen vier Uhr morgens wecken und machte sich dann ans "Aktenstudium". Mit der "zwangsneurotischen Pedanterie einer Maschine", wie der Psychologe Erwin Ringel über ihn schrieb. Und weiter heißt es bei ihm:
Der Mann wurde schon in der Kindheit durch seine Mutter und die Erziehung vernichtet, hat dann 68 Jahre regiert, [… und] hat in dieser überlangen Zeit keine einzige konstruktive Idee gehabt […]“.
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