darwinismus und nazipolitik

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aleph
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon aleph » Sa 5. Aug 2017, 22:32

Gemäß dem Sozialdarwinismus dürfte es nur tiere wie löwe oder elefant neben dem menschen geben. Die evolution hat aber erheblich mehr fliegen und käfer, mäuse und ratten hervorgebracht.
Auf dem Weg zum Abgrund kann eine Panne lebensrettend sein.
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Quatschki
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Quatschki » Sa 5. Aug 2017, 23:08

aleph hat geschrieben:(05 Aug 2017, 23:32)

Gemäß dem Sozialdarwinismus dürfte es nur tiere wie löwe oder elefant neben dem menschen geben. Die evolution hat aber erheblich mehr fliegen und käfer, mäuse und ratten hervorgebracht.

Die Menschheit besteht nicht aus verschieden Arten, sondern aus mal konkurrierenden, mal kooperierenden Individuen derselben Art.
Zwei Löwenrudel im gleichen Territorium bedeutet Ärger.
Fremde Ameisen auf einem Ameisenhaufen lösen dort Eindringlingalarm aus und werden vertrieben oder vernichtet.
Andere Arten sind netter untereinander und streiten sich lediglich um Weibchen, Futter oder Nistplatz.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Nomen Nescio » Di 8. Aug 2017, 09:30

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Sep 2016, 11:26)

Dennoch ist eine einzelne Spontan-Mutation ein (objektiv) zufälliges Ereignis. Auch wenn in der Summe und infolge der Selektion die Evolution einen scheinbar (auf Anpassung) gerichteten Verlauf nimmt. Unterschätzte Komplexität kommt freilich noch hinzu.

ich stelle mal wieder diesen artikel ein.

was ist hieran so wichtig? in einigen generationen wurde künstlich die evolution gesteuert. die folgen waren weitreichend. nicht nur gewöhnten sich die füchse an menschen, sondern körperlich sah man auch deutliche änderungen.

dann weise ich darauf daß man z.z. denkt daß jeder mensch in seinen genen VIERZIG mutationen vom elterlichen erbgut hat.

kombinier diese zwei fakten. was bekommt man? die wahrscheinlichkeit ist groß daß die »sozialisierung« von menschen auch zu »gezielte« änderungen führte. wer sich nicht anpaßte wurde ausgeschlossen.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon ThorsHamar » Di 8. Aug 2017, 11:20

Nomen Nescio hat geschrieben:(08 Aug 2017, 10:30)

ich stelle mal wieder diesen artikel ein.

was ist hieran so wichtig? in einigen generationen wurde künstlich die evolution gesteuert. die folgen waren weitreichend. nicht nur gewöhnten sich die füchse an menschen, sondern körperlich sah man auch deutliche änderungen.

dann weise ich darauf daß man z.z. denkt daß jeder mensch in seinen genen VIERZIG mutationen vom elterlichen erbgut hat.

kombinier diese zwei fakten. was bekommt man? die wahrscheinlichkeit ist groß daß die »sozialisierung« von menschen auch zu »gezielte« änderungen führte. wer sich nicht anpaßte wurde ausgeschlossen.


Ja, und was heisst das dann?
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Nomen Nescio » Di 8. Aug 2017, 11:51

ThorsHamar hat geschrieben:(08 Aug 2017, 12:20)

Ja, und was heisst das dann?

muß ich dir vorkauen wie in der vergangenheit prae-menschen evoluierten? wie man aber auch in der zukunft so - ohne wirklich einzugreifen - ggfs menschen in einer bestimmten richtung lenken kann.
es ist noch nicht einmal lange her daß selektiert wurde ob menschen sich fortpflanzen durften.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon ThorsHamar » Di 8. Aug 2017, 12:48

Nomen Nescio hat geschrieben:(08 Aug 2017, 12:51)

muß ich dir vorkauen wie in der vergangenheit prae-menschen evoluierten? wie man aber auch in der zukunft so - ohne wirklich einzugreifen - ggfs menschen in einer bestimmten richtung lenken kann.
es ist noch nicht einmal lange her daß selektiert wurde ob menschen sich fortpflanzen durften.


Das ist doch heute auch noch so ....
Und Du sollst mir nicht vorkauen, sondern ich wollte wissen, was Deine Information bedeuten soll. Sie gibt nämlich der Sozialdarwinismus -Theorie Recht.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon X3Q » Di 8. Aug 2017, 13:12

ThorsHamar hat geschrieben:(08 Aug 2017, 13:48)

Das ist doch heute auch noch so ....
Und Du sollst mir nicht vorkauen, sondern ich wollte wissen, was Deine Information bedeuten soll. Sie gibt nämlich der Sozialdarwinismus -Theorie Recht.

An welcher Stelle?

--X
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon ThorsHamar » Di 8. Aug 2017, 13:33

X3Q hat geschrieben:(08 Aug 2017, 14:12)

An welcher Stelle?

--X


... an dieser "Zitat von Nomen :
"dann weise ich darauf daß man z.z. denkt daß jeder mensch in seinen genen VIERZIG mutationen vom elterlichen erbgut hat.
kombinier diese zwei fakten. was bekommt man? die wahrscheinlichkeit ist groß daß die »sozialisierung« von menschen auch zu »gezielte« änderungen führte. wer sich nicht anpaßte wurde ausgeschlossen."

Genau DAS ist Sozialdarwinismus mit einem möglichen Ranking.
Und es ist auch eine mögliche Erklärung dafür, dass auf der Erde Menschen am Rio Xingu in der Urzeit leben, andere in Japan in der Moderne von 2017.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 9. Aug 2017, 07:12

X3Q hat geschrieben:(13 Sep 2016, 12:15)

Mutationen sind zufällige Ereignisse, richtig. Dies spielt für die Eugenik aber keine Rolle. Denen ging es vereinfacht gesagt darum, daß Personen mit ganz bestimmten phänotypichen Merkmalen nicht zur Fortpflanzung zugelassen werden. Über restriktive Maßnahmen sollten die genetischen Auslöser für unerwünschten Eigenschaften aus dem "völkischen" Genpool entfernt werden. Wäre es so, daß es für jedes Merkmal nur ein Gen gibt, dann hätte ein solches Vorgehen sehr gute Erfolgsaussichten, daß gesetzte Ziel in guter Näherung zu erreichen. Da aber sehr viele Merkmale (auch Krankheiten) auf genetischer Ebene multifaktoriell bedingt sind, funktioniert dieser Ansatz nicht.

--X

Völlig richtig. Und diese gezielte phänotypische Steuerung von Merkmalen war nicht ausschließlich Nazipolitik sondern wurde auch von anderen Ländern praktiziert. In der Schweiz unter anderem, vor allem aber in Schweden. Und zwar bis 1976. Am Ende waren dort 62000 Personen Opfer von entsprechenden Zwangssterilisationsgesetzen. (Dänemark: Bis 1967 11000 Menschen, Norwegen: 40000). Auch wenn man berücksichtigt, dass nach 1945 ein steigender Anteil dieser Sterilisationen (offiziell) "freiwillig" war. Im Zusammenhang mit dem obligatorischen Konsensgebot in Skandinavien waren sie es nicht.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Flaschengeist » Sa 12. Aug 2017, 14:55

schokoschendrezki hat geschrieben:(09 Aug 2017, 08:12)

Völlig richtig. Und diese gezielte phänotypische Steuerung von Merkmalen war nicht ausschließlich Nazipolitik sondern wurde auch von anderen Ländern praktiziert. In der Schweiz unter anderem, vor allem aber in Schweden. Und zwar bis 1976. Am Ende waren dort 62000 Personen Opfer von entsprechenden Zwangssterilisationsgesetzen. (Dänemark: Bis 1967 11000 Menschen, Norwegen: 40000). Auch wenn man berücksichtigt, dass nach 1945 ein steigender Anteil dieser Sterilisationen (offiziell) "freiwillig" war. Im Zusammenhang mit dem obligatorischen Konsensgebot in Skandinavien waren sie es nicht.



Auch in den USA gab es solche Sterilisationsprogramme

Mehr als 60.000 Amerikaner wurden im 20. Jahrhundert auf Geheiß des Staates zwangssterilisiert. Die Nazis nahmen sich das schreckliche Eugenik-Programm zum Vorbild, das erst 1981 endgültig auslief.

http://www.spiegel.de/panorama/zwangsst ... 06709.html
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Aristide » Sa 12. Aug 2017, 19:10

Mal eine frage: wenn wir annähmen, dass darwinsche evolution für den menschen nicht mehr gilt, dann bedeutet dass die vermeintlich stärksten nicht mehr herausselektiert werden und sich auch die kranken und schwachen fortpflanzen können. Würde das nicht auf dauer zu einer schwächeren gesellschaft führen, die stets nur darum bemüht ist ihre stetig steigende anzahl an kranken und hilflosen zu versorgen, bis sie irgendwann unter der last zusammenbricht?
Eine natürlich sehr provokante these!!!
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Jekyll » Sa 12. Aug 2017, 20:30

Aristide hat geschrieben:(12 Aug 2017, 20:10)

Mal eine frage: wenn wir annähmen, dass darwinsche evolution für den menschen nicht mehr gilt, dann bedeutet dass die vermeintlich stärksten nicht mehr herausselektiert werden und sich auch die kranken und schwachen fortpflanzen können. Würde das nicht auf dauer zu einer schwächeren gesellschaft führen, die stets nur darum bemüht ist ihre stetig steigende anzahl an kranken und hilflosen zu versorgen, bis sie irgendwann unter der last zusammenbricht?
Eine natürlich sehr provokante these!!!
Und mutig obendrein. Die Frage ist halt, ob man das, was den Menschen ausmacht, noch zum Teil der darwinschen Evolution zurechnen kann. Der Mensch ist ja mehr als nur sein Körper. Der schwerbehinderte Stephen Hawking hätte nach Gesetzen der Evolution null Überlebenschancen. Grob gesagt hätte er aus dieser Perspektive kein Recht zum Leben ("lebensunwertes Leben" nach Nazijargon). Aber als Mensch ist er ein Riese, größer als die meisten (sehr gesunden und lebenstüchtigen) Durchschnittsmenschen.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Flaschengeist » Sa 12. Aug 2017, 20:47

Jekyll hat geschrieben:(12 Aug 2017, 21:30)

Und mutig obendrein. Die Frage ist halt, ob man das, was den Menschen ausmacht, noch zum Teil der darwinschen Evolution zurechnen kann. Der Mensch ist ja mehr als nur sein Körper. Der schwerbehinderte Stephen Hawking hätte nach Gesetzen der Evolution null Überlebenschancen. Grob gesagt hätte er aus dieser Perspektive kein Recht zum Leben ("lebensunwertes Leben" nach Nazijargon). Aber als Mensch ist er ein Riese, größer als die meisten (sehr gesunden und lebenstüchtigen) Durchschnittsmenschen.



Die Evolution bevorzugt den, der am fittesten ist. Also den der auf ein bestimmte Situation am besten angepasst ist.

In einer Hungerperiode also den der am besten sein Esser verwerten kann. Derselbe Mensch in eine Überflussgesellschaft leidet an Übergewicht.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon schokoschendrezki » So 13. Aug 2017, 07:25

Flaschengeist hat geschrieben:(12 Aug 2017, 15:55)

Auch in den USA gab es solche Sterilisationsprogramme


http://www.spiegel.de/panorama/zwangsst ... 06709.html

Ja. Allerdings waren diese für eine Zeitperiode gültig, in der es (jedenfalls bis 1964) auch noch gesetzlich verankerte Rassentrennung gab. Während in Skandinavien Eugenik im Wesentlich im Rahmen von Sozialdemokratismus praktiziert wurde.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon unity in diversity » So 13. Aug 2017, 07:41

Aristide hat geschrieben:(12 Aug 2017, 20:10)

Mal eine frage: wenn wir annähmen, dass darwinsche evolution für den menschen nicht mehr gilt, dann bedeutet dass die vermeintlich stärksten nicht mehr herausselektiert werden und sich auch die kranken und schwachen fortpflanzen können. Würde das nicht auf dauer zu einer schwächeren gesellschaft führen, die stets nur darum bemüht ist ihre stetig steigende anzahl an kranken und hilflosen zu versorgen, bis sie irgendwann unter der last zusammenbricht?
Eine natürlich sehr provokante these!!!

Die Qualität einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit den Erwerbsuntüchtigen umgeht.
Kinder, Alte und Kranke.
Die Wissenschaft kann etwas leisten, um Krankheiten zu heilen.
Die Kinder werden auf das Erwerbsleben vorbereitet, damit sie aus eigener Kraft weiterkommen und die Alten haben wohl schon etwas geleistet. Man kann von ihren Erfahrungen profitieren, damit Fehler nicht 2 Mal vorkommen.
Abgesehen davon, sorgt die Partnerwahl für eine bestimmte Auslese.
Frauen wollen stabile Männer, die aber nicht im Zorn gegen eine Wand rennen.
Sonst fällt jemand aus, den die Kinder brauchen.
Männer bevorzugen selbstbewußte Frauen, die ungefähr wissen, was ein Hamsterrad von einer Karriereleiter unterscheidet.
Das nützt wiederum den Kindern.
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den USA)
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon schokoschendrezki » So 13. Aug 2017, 08:34

Flaschengeist hat geschrieben:(12 Aug 2017, 21:47)

Die Evolution bevorzugt den, der am fittesten ist. Also den der auf ein bestimmte Situation am besten angepasst ist.

In einer Hungerperiode also den der am besten sein Esser verwerten kann. Derselbe Mensch in eine Überflussgesellschaft leidet an Übergewicht.


Nur, dass das "Fitsein" des heutigen Menschen sich nicht nur in seinem "Nahrungsverwertungspotenzial" zeigt.

Übrigens war in Schweden mit dem Ende des ZWangssterilisationsprogramms (u.a. wegen "Zigeunereinschlag") 1976 der Glaube an einen solchen sozialdemokratisch motivierten Gesellschaftsdarwinismus keineswegs beendet. Noch bis 2012 (!) wurde Transgenderpersonen nur dann ihr rechtlicher Status zuerkannt, wenn sie sich gleichzeitig steriliseren ließen. Aktuell wird wiederum ein entsprechendes Entschädigungsprogramm diskutiert. Ich halte ein "Fortpflanzungsverbot" für noch ganz wesentlich inhumaner als eine Unterdrückung öffentlicher Präsenz von Transgenderpersonen.

Ich kann über diese skandinavische Spezialität mehr oder weniger nur spekulieren. Eine bestimmte religiöse (protestantische) Traditionslinie mag eine Rolle spielen. Das bekannte Modell der Konsensgesellschaft. Eine im Gegensatz zur allgemeinen demokratischen und freiheitlichen Gesellschaft wirksame völlig unkritische Haltung zu allen Modernismen. Nicht zu dem, was modern ist. Sondern zu dem, was als modern gilt. Was als solches ausgerufen und verkündet wird. Sozialdarwinismus zum Beispiel.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 28. Aug 2017, 09:02

Flaschengeist hat geschrieben:(12 Aug 2017, 21:47)

Die Evolution bevorzugt den, der am fittesten ist. Also den der auf ein bestimmte Situation am besten angepasst ist.

In einer Hungerperiode also den der am besten sein Esser verwerten kann. Derselbe Mensch in eine Überflussgesellschaft leidet an Übergewicht.

fit... was will das sagen? auf welchem gebiet. und wie beurteilt man das?

und daß meine mitteilung von mindestens vierzig mutationen sozialdarwinistisch ist, verstehe ich auch nicht. gerade weil die mutationen so »willkürlich« sind. es ist ebenso gut möglich daß eine generation von supermenschen entsteht, als eine generation verkrüppelte gehirnlosen. schlecht + schlecht kann gut geben, aber auch umgekehrt. alles ist eine frage des zufalls.

downsyndrom embryos entstehen in jeder generation. das einzige was feststeht ist daß ältere frauen eine größere chance darauf haben. wie viel mehr, weiß ich nicht.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon ThorsHamar » Mo 28. Aug 2017, 10:17

Nomen Nescio hat geschrieben:(28 Aug 2017, 10:02)

fit... was will das sagen? auf welchem gebiet. und wie beurteilt man das? ....


Das beurteilt "man" gar nicht, sondern es wird sichtbar durch Existenz!!!
"to fit" heisst ganz einfach "Anpassen" und "PASSEN " und hat hat nichts, bzw. eben nicht vordergründig mit Stärke zu tun.
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 28. Aug 2017, 10:22

ThorsHamar hat geschrieben:(28 Aug 2017, 11:17)

Das beurteilt "man" gar nicht, sondern es wird sichtbar durch Existenz!!!
"to fit" heisst ganz einfach "Anpassen" und "PASSEN " und hat hat nichts, bzw. eben nicht vordergründig mit Stärke zu tun.

so wird doch meistens, besonders bei babies/kleine kinder geurteilt... :?:
was kann man sonst als kriterium benützen ?
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Re: darwinismus und nazipolitik

Beitragvon ThorsHamar » Mo 28. Aug 2017, 10:35

Nomen Nescio hat geschrieben:(28 Aug 2017, 11:22)

so wird doch meistens, besonders bei babies/kleine kinder geurteilt... :?:
was kann man sonst als kriterium benützen ?


Na ja, zuerst könnte man die Sprache "english" lernen und dann richtig übersetzen ....

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