Griechische Geschichte: 4. Jhd.

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Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Negator » Do 28. Jul 2016, 03:55

Wenn man sich mit der Griechischen Geschichte beschäftigt, dann pickt man gerne bestimmte Episoden heraus.

- mykenische Zeit
- eventuell athenische Geschichte mit Schwerpunkt 6. Jhd. (Peisistratos, Solon, Kleisthenes)
- Zeit der Perserkriege (frühes 5. Jhd.)
- Peloponnesischer Krieg (spätes 5. Jhd.)
- Feldzug Alexanders von Makedonien/des Großen (spätes 4. Jhd.)

Diese Betrachtung birgt einige Probleme, denn sie lässt entscheidende zeitliche Lücken.
Außerdem werden wenige Poleis (Stadtstaaten) in den Vordergrund gerückt, im Extremfall nur Athen und Sparta.
Andererseits muss man gewisse Schwerpunkte setzen!

- die Zeit nach 1000 und vor dem 6. Jhd. wird kaum behandelt (allerdings gibt es hier auch extreme Erkenntnislücken)
es ist nicht ganz klar, was nach den dorischen Wanderungen (wenn es sie gab) geschehen ist und wie sich die dann später mächtigen Stadtherrschaften herausbildeten
- zwischen den "klassischen" Ereignissen des 5. Jhd.s wie Perserkriege und Peloponnesischem Krieg und dem Alexanderfeldzug des späten 4. Jhd.s klafft eine große Lücke:
dazwischen sehen wir den Aufstieg Spartas, ein "Hineinfunken" Persiens in die griechische Politik, ein Wiedererstarken Athens als Seemacht und eine vorübergehende
Hegemonie Thebens
- nach dem Alexanderzug und seinem frühen Ableben (Mord oder Krankheit) war eine Zeit lang noch nicht klar, ob die Zentralmacht im neuen Reich obsiegen würde oder die
Partikularmächte der Diadochen - am Ende kam es nach knappen Siegen gegen die "Zentralisten" zu einer Reihe von Kämpfen unter den Diadochen
- in der Zeit der Nachfolgereiche des Alexanderreiches gab es nicht nur die drei großen Teilreiche Makedonien - Seleukidenreich - Ptolemäerreich, sondern auch Städtebünde
wie die Achaiischen Bund und den Ätolischen Bund und dann diverse Zerfallsprodukte der drei Teilreiche
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Negator » Do 28. Jul 2016, 03:56

Eine dieser Episoden, die so "sträflich" ausgeklammert werden, ist eben das 4. Jhd. v. Chr. bis zum Alexanderzug.
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Dark Angel » Do 28. Jul 2016, 16:22

Negator hat geschrieben:(28 Jul 2016, 04:55)

Wenn man sich mit der Griechischen Geschichte beschäftigt, dann pickt man gerne bestimmte Episoden heraus.

- mykenische Zeit
- eventuell athenische Geschichte mit Schwerpunkt 6. Jhd. (Peisistratos, Solon, Kleisthenes)
- Zeit der Perserkriege (frühes 5. Jhd.)
- Peloponnesischer Krieg (spätes 5. Jhd.)
- Feldzug Alexanders von Makedonien/des Großen (spätes 4. Jhd.)

Diese Betrachtung birgt einige Probleme, denn sie lässt entscheidende zeitliche Lücken.
Außerdem werden wenige Poleis (Stadtstaaten) in den Vordergrund gerückt, im Extremfall nur Athen und Sparta.
Andererseits muss man gewisse Schwerpunkte setzen!

- die Zeit nach 1000 und vor dem 6. Jhd. wird kaum behandelt (allerdings gibt es hier auch extreme Erkenntnislücken)
es ist nicht ganz klar, was nach den dorischen Wanderungen (wenn es sie gab) geschehen ist und wie sich die dann später mächtigen Stadtherrschaften herausbildeten
- zwischen den "klassischen" Ereignissen des 5. Jhd.s wie Perserkriege und Peloponnesischem Krieg und dem Alexanderfeldzug des späten 4. Jhd.s klafft eine große Lücke:
dazwischen sehen wir den Aufstieg Spartas, ein "Hineinfunken" Persiens in die griechische Politik, ein Wiedererstarken Athens als Seemacht und eine vorübergehende
Hegemonie Thebens
- nach dem Alexanderzug und seinem frühen Ableben (Mord oder Krankheit) war eine Zeit lang noch nicht klar, ob die Zentralmacht im neuen Reich obsiegen würde oder die
Partikularmächte der Diadochen - am Ende kam es nach knappen Siegen gegen die "Zentralisten" zu einer Reihe von Kämpfen unter den Diadochen
- in der Zeit der Nachfolgereiche des Alexanderreiches gab es nicht nur die drei großen Teilreiche Makedonien - Seleukidenreich - Ptolemäerreich, sondern auch Städtebünde
wie die Achaiischen Bund und den Ätolischen Bund und dann diverse Zerfallsprodukte der drei Teilreiche

Nein, KEIN Archäologe, Altertums- oder Geschichtswissenschaftler pickt sich - griechische Geschichte betreffend - "gerne" bestimmte Epochen heraus. Was soll dieser Unsinn?
Eine kontinuierliche Besiedlung und Weiterentwicklung des "griechischen Raumes" ist ab dem Neolithikum (7. Jahrtausend bc) nachweisbar. Wobei die Neolithisierung in der ägäischen Inselwelt einsetzt, um sich norwärts über den Balkan bis in die Donauniederungen ausbreitet. Deutlich unterschieden werden dabei präkeramische und keramische Phasen, verbunden mit zunehmender Sesshaftigkeit und komplexen Siedlungsbau - teilweise sogar schon befestigt. Anfänge von Ackerbau und Tierdomästikation sind im "griechischen Raum" ebenfalls im 7. Jahrtausend bc nachweisbar.
Mit Beginn der Bronzezeit (Helladikum) im 3. Jahrtausend bc setzt sich die Besiedlungskontinuität vorrangig in fruchtbaren Ebenen und Flussauen fort. Bereits im ausgehenden 4. Jahrtausend bc sind auf Hügeln vereinzelte befestigte Anlagen nachweisbar, die im 3. und 2. Jahrtausend bc weiter ausgebaut werden und aus denen im 2. Jahrtausend zu den Palästen (Organisations-, Verwaltungs, Produktions- und Handelszentren) hervor gehen.
Im späten 2. Jahrtausend ist der Niedergang der Palastkultur, welcher den gesamten mediterranen Raum und Anatolien umfasste. Die Gründe hierfür liegen wahrscheinlich im Zusammenbruch der Handelwege infolge erhöhter tektonischer und vulkanischer Aktivitäten sowie in Klimaveränderungen führten. Ebenfalls nachgwiesen wurden massive Bevölkerungsbewegungen und -verschiebungen, die zusätzlich zu einer Destabilisierung der gesellschaftlichen und kuturellen Verhältnisse führten.
Trotz des Zusammenbruchs der Palastsysteme blieb eine Siedlungskontiniutät erhalten, allerdings im wesentlichen dezentralisiert.
In einigen Gebieten des "griechischen Raumes" führte der Zustrom fremder Gruppen, vorrangig aus dem Balkanraum (als dorische Wanderung mythifiziert) und aus Nordwestgriechenland, zur Flucht der "eingeborenen" Bevölkerung in unzugänglichere gebirgige Regionen.
Während dieser Zeit der Bevölkerungsverschiebungen bildeten sich auch die griechische Sprache heraus.
Die Zeit kultureller Zäsur - von etwa 1200 bc bis etwa 800 bc wird auch als Dark Ages bezeichnet. Dunkel als dem Grund, weil bisher kaum archäologische Befunde vorliegen. Aktuelle Grabungen zeigen allerdings, dass diese Dark Ages eine Zeit der politischen Neuorganisation waren.
Bereits dieser kurze Abriss zeigt, dass es bezüglich "Griechischer Geschichte" KEINE Probleme oder "entscheidende zeitliche Lücken" gibt.
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Dark Angel » Do 28. Jul 2016, 16:50

Negator hat geschrieben:(28 Jul 2016, 04:56)

Eine dieser Episoden, die so "sträflich" ausgeklammert werden, ist eben das 4. Jhd. v. Chr. bis zum Alexanderzug.

Wo und von wem wird die Zeit nach den Peloponnesischem Krieg bis Alexander ausgeklammert?
Von Archäologen, Altertums- und Geschichtswissenschaftlern mit Sicherheit nicht.
Es gibt sehr umfangreiche Literatur zur Griechischen Geschichte im 4. Jh. bc. - wie es insgesamt sehr umfangreiche Literatur zur Griechischen Geschichte (einschließlich Frühgeschichte) gibt. Da wird nix ausgeklammert - absolut nichts!
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Negator » Sa 30. Jul 2016, 00:22

Das ist Unsinn. Es ging darum, dass die Dinge in der Darstellung ausgeklammert werden.

Es geht nicht darum, dass aus dem 4. Jhd. etc. nichts bekannt ist.
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Dark Angel » Sa 30. Jul 2016, 10:09

Negator hat geschrieben:(30 Jul 2016, 01:22)

Das ist Unsinn. Es ging darum, dass die Dinge in der Darstellung ausgeklammert werden.

Es geht nicht darum, dass aus dem 4. Jhd. etc. nichts bekannt ist.

Von WEM werden die Ereignisse den 4. Jh.bc ausgeklammert?
Was willst du eigentlich diskutieren?
Bisher ist da nämlich nichts, was eine Diskussionsgrundlage liefern würde.
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Negator » Sa 30. Jul 2016, 22:02

Im Schulunterricht, aber auch allgemein in der (geschichtlich interessierten) öffentlichen Wahrnehmung!
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Negator » Sa 30. Jul 2016, 22:03

Ich wollte zur Diskussion stellen, ob diese "Zwischenzeiten" nicht wichtiger waren, als man gemeinhin annimmt.
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Dark Angel » Sa 30. Jul 2016, 22:32

Negator hat geschrieben:(30 Jul 2016, 23:03)

Ich wollte zur Diskussion stellen, ob diese "Zwischenzeiten" nicht wichtiger waren, als man gemeinhin annimmt.

1. ist das immer noch kein Diskussionsthema! Du musst schon etwas vorgeben, worüber du diskutieren willst ==> "Königksfrieden", "Hegemonie Spartas durch Unterstüzung Persiens", "Aufstieg Philipp von Makedoniens" etc pp. Also WAS willst du diskutieren?

2. In der griechischen Geschichte gab es keine Zwischenzeiten. Zwischenzeiten sind Phasen der Geschichte Ägyptens, die Zeiten gravierender innenpolitischer Umbrüche markieren.
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Negator » Sa 30. Jul 2016, 22:55

Ich denke, ich habe jetzt ausreichend klar gemacht, was ich mit Zwischenzeiten meine (vgl. die in Schulbüchern als "nicht-klassisch" betrachteten Zeiten).
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Re: Griechische Geschichte: 4. Jhd.

Beitragvon Dark Angel » So 31. Jul 2016, 10:24

Negator hat geschrieben:(30 Jul 2016, 23:55)

Ich denke, ich habe jetzt ausreichend klar gemacht, was ich mit Zwischenzeiten meine (vgl. die in Schulbüchern als "nicht-klassisch" betrachteten Zeiten).

Nein - du hast immer noch keine Grundlage für eine Diskussion geliefert!
Allgemeine - und noch dazu falsche - Aussagen, wie "wird ausgeklammert", "öffentliche Wahrnehmung" u.ä. sind keine Diskussionsgrundlage! Gem. der Frorenregeln handelt es sich sogar um Spam.
Zu deiner Information: 1. Schulbücher sind niemals auf dem neuesten Stand der Erkenntnisse, sondern "hinken" i.d.R. 15 bis 20 Jahre hinterher und geben zudem nur einen sehr groben Überblick über geschichtliche Ereignisse einer Region.

2. Wer sich wirklich für Geschichte - einer Epoche/einer Region - interessiert, der informiert sich in Bibliotheken und im Internet. Die Pubklikationen sind jeweils sehr umfangreich.

3. gehört das 4. Jh. bc bis zur Machtübernahme Alexanders zur Klassischen Zeit - ab Machtübernahme Alexanders beginnt die Hellenische Zeit und diese endet mit Beginn der Römischen Zeit (30 bc).

Hier ein grobe Chronoligie über die Epochen griechischer Geschichte: Frühgeschichte: Neolithikum ==> Frühhelladikum I bis Späthelladikum III (Beginn Bronzezeit bis Untergang der Palastkulturen = 4. Jahrtausend bc bis etwa 1150 bc)
Dark Ages einschl. Geometrische Eopche = 1100 bc bis 750/700bc
Archaik = 700 bc bis 480 bc. Entwicklung/Entstehung der attischen Demokratie (Solon, Kleistenes etc) fällt somit in die Epoche der Archaik.
Klassische Zeit = 480 bc bis 338 bc ==> heißt die Zeit der Persekriege, des Attischen Seebundes etc bis zur Machtübernahme Alexnaders IST Klassik
Hellenistische Epoche 336 bc bis 30 bc.

Also - zum letzen Mal - WORÜBER willst du diskutieren?
Gegen die menschliche Dummheit sind selbst die Götter machtlos.

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