mernschen und krieg: seit 10.000 jahr begleiten sie einander schon

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Nomen Nescio
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Re: mernschen und krieg: seit 10.000 jahr begleiten sie einander schon

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 7. Dez 2016, 18:22

Boracay hat geschrieben:(07 Dec 2016, 18:06)

Wie kommst du darauf? Die Saherzone ergrünte ja geradezu die letzten Jahre...

http://planeterde.de/wissen/der-sahel-wird-gruner/

Schwarzmalerei wie üblich. Fakt ist: Die Globale Armut ist im freien Fall, es gibt immer weniger Hunger und immer weniger Kriege.

Man muss nur mehr Kapitalismus wagen - dann sind die wirtschaftlichen Anhängigkeiten so groß dass keiner mehr einen Krieg wagt.

erstens zitierte ich. zweitens: lese dieses zitat
Diese Wüstenbildung, auch Desertifikation genannt, ist ein gewaltiges Umweltproblem. Schätzungen besagen, dass rund ein Drittel aller landwirtschaftlich nutzbarer Flächen von der Desertifikation bedroht ist. Betroffene Regionen sind vor allem die Sahelzone in Nordafrika sowie Teile Südafrikas, Zentralasiens, Australiens und des amerikanischen Kontinents. Sogar in Südeuropa, besonders in Spanien, gibt es Tendenzen zur Verwüstung. Gut eine Milliarde Menschen sind somit mehr oder weniger stark in ihrer Existenz bedroht.

Desertifikation darf jedoch nicht mit Dürre verwechselt werden. Dürren können in allen Trockengebieten periodisch auftreten und zu großen Ernteausfällen und Hungersnöten führen. Wenn es wieder regnet, wachsen aber in den Dürregebieten wieder Pflanzen und das Leben kehrt zurück. Die Desertifikation ist dagegen ein langfristiges Problem. Ist einmal eine Wüste entstanden, verschwindet sie beim nächsten Regen nicht wieder.
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Nomen Nescio
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Re: mernschen und krieg: seit 10.000 jahr begleiten sie einander schon

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 3. Mai 2017, 22:18

wenn ich mich nicht irre, sagte der damalige präsident von weizsäcker »eine allgemeine schuld haben wir deutschen nicht. dagegen haben wir eine allgemeine pflicht nicht zu vergessen und weiter zu geben« o.ä.
dies prangt jetzt sehr. für euch nähert den tag der erdenkung. bei uns findet das morgen statt. denn am 5. mai 1945 kapitulierten die deutschen in NW-europa. darum wird bei uns am 5.5. gefeiert.

dennoch ist es morgen für mich nicht nur ein tag der erdenkung, sondern auch ein tag der trauer. denn die umstände ähneln wieder die der 30. jahre. gleich sind sie nicht, aber sie ähneln sich. und die reaktionen sind wieder ähnlich. kann man dafür eine ursache anweisen?
teils ja. in den 30. jahre war das leben kompliziert. das schöne, fast gesetzmäßige, alltagsleben war hin. neue erfindungen brachten elend in der nähe. und darauf wartete europa bestimmt nicht nach WK I. enttäuschte leute - aus welchen grund denn auch - konspirierten. fremde waren anathema, denn entweder hatten sie das deutsche reich erniedrigt oder die deutsche bürger ausgesogen oder darauf parasitiert. so dachten viel menschen damals. nicht nur die unterschicht.
in F und GB, mirabile dictu, fand man aber dieselbe ideen. wenn auch aus ganz anderen gründe. läßt sich das erklären?

nur teils, finde ich. in europa herrschte bei viel menschen die ums tägliche brot kämpften (das waren ja nicht wenig leute mit der damaligen krise) defätistische gefühle. eines war die zukunft nicht: sonnig.

vergleiche das mit jetzt. euer kanzlerin, merkel, hat etwas gesagt daß ich sehr bewundere. denkend an die verfolgung durch die nazis sagte sie »willkommen. wir schaffen das«. es gibt zwar viel wenns und abers denn allen können wir nicht unterbringen uaf eine weise die UNSEREN normen entspricht. sie unterbringen wie in libanon, jordanien, usw geschieht,... ja, das können wir. vllt sogar ohne mühe. ist das aber human? n.m.m. nicht. eine lösung sehe ich aber nicht.

jetzt komme ich am zweiten punkt der ähnlichkeit. die heutige zeit ist für viel menschen zu schnell. wer nicht mithält, ist verloren. man fragt nach gebildeten personen. hat einer nicht weiter gelernt, dann hat er pech gehabt. die zeit daß ingenieurs auf der S-bahn standen ist vorbei. heute wird nicht mehr gesagt »DU SOLLST ARBEITEN, UNGEACHTET DIE ARBEIT«.
bevor ich studierte, streifte ich eine zeit durch europa als begleiter von zuchttiere. schließlich bewarb ich mich bei der bahn um ab dezember bis juli (das sagte ich natürlich nicht) als rangierer zu arbeiten. nachtarbeit zahlte ja gut. ich wurde abgewiesen. als begründung schrieb man «zu hoch qualifiziert« !!

wieviel nicht so hoch qualifizierten gibt es jetzt? wieviel drop-outs? die schielen nach flüchtlinge, denn sind konkurrenten für die arbeitsplätze. und da haben wir ein ähnliches angstgefühl als im interbellum. ist es rationell oder irrationell? ich weiß es nicht. denn ich vergesse nie, daß ich einmal hörte daß ein jungen zu seinem kamerad sagte »arbeiten? ich? ich bekomme sozialhilfe und verdiene schwarz dabei. mehr als ich offiziell verdienen kann« sowie was ein freund von mir sagte. der war direktor eines fabriks und hatte beim arbeitsamt um einen fahrer gefragt. der kam und sagte meinem freund »stemple meine karte, damit ich zeigen kann daß ich hier gewesen bin. wage es aber nicht mich anzustellen...«.
nicht daß ich damit sagen will daß alle so sind. es gibt sie aber, auch wenn sie eine minderheit sind. wenn wir jetzt auf die zahlen schauen von extremen wählern, dann ist das aber auch eine minderheit.

warum schreibe ich dies? geschichte wiederholt sich nie. es gibt aber ähnlichkeiten und darauf will ich euch weisen.
putin benimmt sich au fond nicht anders als alle russischen herrscher vor ihn. sich reines opportunismus erlauben, denn ein (möglicher) gegner denkt wohl zweimal nach bevor er aktiv wird. für china, für die USA, gilt dasselbe. solange die großstaaten nicht gegen einander kämpfen können sie ziemlich ruhig tun und lassen was sie wollen.
ein ander teil der menschen ist wieder hierüber enttäuscht. und da haben wir wieder ein grund warum menschen unzufrieden sind.


das verpassen der bildung, unmut über ungerechtigkeit, arbeitslosigkeit, überschwemmung durch fremden die die einheimischen mores nicht kennen noch folgen,... es ist eine lange litanei. alles bei einander erklärt es m.e. teils warum extrem jetzt so laut ist. besonders bei der jugend.
denn daß die jugendlichen protagonisten sind, war vermutlich immer der fall. schon bei den griechen sollte darüber geklagt sein.
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Re: mernschen und krieg: seit 10.000 jahr begleiten sie einander schon

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 1. Jul 2017, 20:40

Nomen Nescio hat geschrieben:(03 May 2017, 23:18)

geschichte wiederholt sich nie. es gibt aber ähnlichkeiten und darauf will ich euch weisen.
putin benimmt sich au fond nicht anders als alle russischen herrscher vor ihn. sich reines opportunismus erlauben, denn ein (möglicher) gegner denkt wohl zweimal nach bevor er aktiv wird. für china, für die USA, gilt dasselbe. solange die großstaaten nicht gegen einander kämpfen können sie ziemlich ruhig tun und lassen was sie wollen.
ein ander teil der menschen ist wieder hierüber enttäuscht. und da haben wir wieder ein grund warum menschen unzufrieden sind.


das verpassen der bildung, unmut über ungerechtigkeit, arbeitslosigkeit, überschwemmung durch fremden die die einheimischen mores nicht kennen noch folgen,... es ist eine lange litanei. alles bei einander erklärt es m.e. teils warum extrem jetzt so laut ist. besonders bei der jugend.
denn daß die jugendlichen protagonisten sind, war vermutlich immer der fall. schon bei den griechen sollte darüber geklagt sein.

ich habe vergessen zu erwähnen, daß egoismus bestimmte »rädelsführer« nicht fremd ist. und eine sehr gute triebfeder sein oder werden kann. schau mal in der USA, wo laut der berichte trump bestimmt nicht ärmer wird als präsident. und putin mit seinen (sogenannten) 40 milliarden.
aber hütet euch vor allem vor erdogan. der mann ist tollwutig, so wie er sich benimmt. eine lebende bombe, aber leider keine selbstmordbombe. :mad:
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Re: mernschen und krieg: seit 10.000 jahr begleiten sie einander schon

Beitragvon immernoch_ratlos » So 2. Jul 2017, 11:51

Wie immer ein Thema, welches höchst kontrovers behandelt wird. "Wir" die einzig überlebenden Primaten - bezeichnend wie wir uns selbst sehen :
google hat geschrieben:Primat - ein Angehöriger der am höchsten entwickelten Ordnung der Säugetiere.
"Menschen und einige Affen gehören zu den Primaten."
Den "Rest" hat Homo sapiens (HS) gnadenlos bekämpft und ist als Sieger unter den Primaten hervorgegangen. Die paar Restaffen schafft unser Spezies allein schon dadurch, weil "wir" inzwischen ~7,4 Milliarden HS die wenigen noch habitablen Plätze für unsere Sippe benötigen. Wenig verwunderlich bei der Rate wie HS den Planeten unfruchtbar und durch menschliche Aktivitäten auch unbewohnbar macht.

Sicher das werden Gesellen wie der User Boracay nicht wahrhaben wollen, aber "man" muss sich nur mal mit offenen Augen umsehen und die Realität zulassen. "Armut im freien Fall" - wohl eher die Armen dieser Welt befinden sich im "freien Fall".
WIKI Armut hat geschrieben:Absolute Armut

Um einen Überblick über die Probleme der Entwicklungsländer zu ermöglichen, hat der ehemalige Präsident der Weltbank, Robert Strange McNamara, den Begriff der absoluten Armut eingeführt. Er definierte absolute Armut wie folgt:

„Armut auf absolutem Niveau ist Leben am äußersten Rand der Existenz. Die absolut Armen sind Menschen, die unter schlimmen Entbehrungen und in einem Zustand von Verwahrlosung und Entwürdigung ums Überleben kämpfen, der unsere durch intellektuelle Phantasie und privilegierte Verhältnisse geprägte Vorstellungskraft übersteigt.“

Die absolute Armutsgrenze ist bestimmt als Einkommens- oder Ausgabenniveau, unter dem sich die Menschen eine erforderliche Ernährung und lebenswichtige Bedarfsartikel des täglichen Lebens nicht mehr leisten können. Die Weltbank sieht Menschen, die weniger als 1,90 PPP-US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben, als „arm“ an. Betteln und Hunger(-tod) gehen somit unmittelbar mit dem Begriff der absoluten Armut einher.

Kritiker merken an, dass die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in einer Gesellschaft unberücksichtigt blieben und insbesondere nach dem Indikator der Weltbank, den Kaufkraftparitäten, dass nach dessen durchschnittlichen Warenkorb die relativ günstigen Dienstleistungen berücksichtigt würden, die allerdings von den Ärmeren einer Gesellschaft nicht in Anspruch genommen werden können. Dadurch gälten weniger Betroffene als arm.

Indikatoren der absoluten Armut nach der International Development Association (IDA):

Pro-Kopf-Einkommen (PKE) < 150 US-$/Jahr
Kalorienaufnahme je nach Land < 2160–2670/Tag
Durchschnittliche Lebenserwartung < 55 Jahren
Kindersterblichkeit > 33/1000
Geburtenrate > 25/1000


Perfide werden "unsere Armen" immer dann mit der absoluten Armut verglichen, weil sich damit deren Zustand so überaus befriedigend relativieren lässt. Was sich im Bereich der "absoluten Armut" global ereignet, sollte sicher mal näher betrachtet werden - sinkt die Zahl derer, welchen das zum Überleben Notwendige nicht zur Verfügung steht, stagniert oder vergrößert sich die Zahl der Betroffenen :?:

Diese (Ver) Beurteilung hängt ganz entscheidend davon ab, aus welchem Kulturkreis wir stammen. Wie Yuval Noah Harari das in seinem Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" beschreibt :
Nach der landwirtschaftlichen Revolution wurden die menschlichen Gesellschaften immer größer und komplexer, und die erfundenen Ordnungen, die diese Gesellschaften zusammenhielten, wurden immer raffinierter. Mythen und Märchen programmierten die Menschen darauf, fast von Geburt an auf eine bestimmte Weise zu denken und zu handeln, bestimmte Dinge zu wollen und bestimmte Regeln zu befolgen. Damit schufen sie »künstliche Instinkte«, mit deren Hilfe Millionen von Menschen effektiv zusammenarbeiten konnten. Dieses Netz der künstlichen Instinkte nennen wir »Kultur«. Ägypter zu sein bedeutete, automatisch wie ein Ägypter zu gehen, zu stehen, zu sitzen, zu sprechen und zu denken.
Nachdem nur noch eine zahlenmäßig eher bescheidene Anzahl von "Rassen" ausgeht, wurde das Bestreben sich "für etwas besseres - überlegen" zu halten wissenschaftlich unangreifbar durch die "Kultur" ersetzt. Mit in etwa den selben "unerfreulichen" Folgen für alle, welche der "falschen" Kultur zugeordnet werden.

"Kultur" also die jeweils von HS selbst erfundenen Werte nach denen es zu leben gilt (will man sich nicht selbst davon ausschließen), ist weitgehend "unnatürlich". Widerspricht durchaus naturgesetzlichen Bedingungen und ist im Gegensatz zu den Naturgesetzen, geradezu beliebig veränderbar. Kultur ist eine willkürliche Ordnung, der wir uns nur deswegen unterwerfen, weil wir vom Säuglingsalter an dafür konditioniert wurden. Wie kann etwas, was sich permanent und teilweise in sein Gegenteil umkehrt, Bestand haben - Grund für Kriege und gegenseitige Ausrottung sein ? Es sind die Widersprüche einer von Menschen erfundenen Ordnung. Hilfsweise wurden Götter und die schlimmste Version von allen - ein monotheistischer "Übergott" erfunden, um sich mit diesem Machtzuwachs (von Gottes Gnaden König z.B.) eine bestimmte Kultur über andere zu erheben. Krieg ist lediglich Kulturkampf mit sehr drastischen Mitteln :dead:

Wer eine "fremde Kultur" samt seiner Träger auslöschen kann, hat bewiesen, er gehört der mächtigeren Kultur an und als Zusatzgewinn stehen ihm sämtliche Güter und besonders auch das Land der Besiegten nun frei zur Verfügung. An der fremden Kultur und oder deren Wissen, bestand im allgemeinen nicht nur kein Interesse, sondern sie wurde als der eigenen Kultur feindlich angesehen und möglichst nachhaltig vernichtet. Fremde Sprachen, Religionen usw. wurden und werden systematisch unterdrückt. Es ist eine Sache, den Feind zu töten, und seine Kultur überleben zu lassen. Besser beides wird vernichtet. Wer das nicht wahrhaben möchte, sollte sich Geschichte - und ganz besonders Religionsgeschichte mal intensiver ansehen.

Neben den immerwährenden Religionen haben die industriellen Revolutionen auch neue "gottlose Religionen" hervorgebracht. Nun ist HS der neue "Schöpfer" - wenig erstaunlich der sog. "Humanismus" hat wenig übrig für "Gott" aber auch für alle anderen existierenden Spezies, die er / sie nicht unähnlich gottbezogener Ideologien (sorry "Religionen") als ihm "untertänig" ansieht. Nun ja im Moment ist die eher "westliche Kultur" geneigt jedem Menschen qua Menschsein das Recht über alles was da kreucht und fleucht zuzusprechen. Dazu musste selbstverständlich alle Menschen "gleiche Rechte", "menschliche Würde" usw. zugestanden werden. Nicht alle humanistischen Ideologien sind sich da gleich. Eine geht eben nicht vom Individuum und seine "unveräußerlichen Rechten" aus, sieht eher eine Kommune, wo jeder quasi ameisenähnlich einer "inneren Stimme" folgend für das "Ganze" aktiv ist.

All das ist zutiefst menschlich - und damit permanentem Wandel unterworfen. Nicht das da jeder sofort freudig mitzieht - oh nein - vermutlich ist das Töten von Menschen eine der am weitesten verbreiteten Folgen von Kulturkampf. "Früher" haben sich Menschen aus sehr trivialer Gründen gegenseitig gemeuchelt. Das zweifelhafte "Recht" jemanden - einen Menschen (Tiere sind nicht "jemand") - zu töten, lag sozusagen auf "unterster Ebene". Jedem dem danach war (Gründe zu Hauff), konnte (vorausgesetzt er war kräftig und oder verschlagen genug) jeden töten, den er töten wollte. Das störte in den immer größer werdenden "Kulturen" doch recht empfindlich die "Mächtigen". So wurde diese zweifelhafte Freiheit "kulturell enteignet". Zukünftig entschied die jeweilige Kultur, wen und wann man "andere" (meist anderer Kultur angehörende) töten durfte - ganze Gesetzeswerke befassten sich damit. Je weiter die Kultur, desto feinsinniger die Einteilung wer, wann, wen töten durfte oder gar musste. Schön, wenn eine Kultur soweit gediehen ist um auch dieses durchaus problematische Kapitel abschließen zu können. Insofern ist "Krieg" nur eine Massenveranstaltung, weil ja alles eben nicht irgendwelchen "Naturgesetzen" folgt, sondern immer selbsterfundene Kultur darstellt.

Das jeder - jede, auch andere Menschen töten kann, ist unzweifelhaft erwiesen. Das dies nicht alle einmal ausprobieren, ist eines der erfreulichen Geheimnisse menschlicher Natur. Wenige kommen legal in den "Genuss" einen anderen HS zu töten. Es ist gemeinhin illegal andere Menschen zu töten (warum auch immer). Vermutlich sind mehrere Jahre Jahrtausende kultureller Gehirnwäsche doch nicht ganz wirkungslos am HS vorübergegangen. Selbst das Töten von Nahrung wird weitgehend verabscheut, das Endprodukt (mit Ausnahme) solcher Tötungsakte wird dennoch genossen und als unvermeidlich eingestuft. Wenige haben "Nahrung" schon mal selbst getötet. Doch diese erste Hemmung eine anderes Lebewesen zu töten, ist lediglich "befremdlich" (mangels Übung) oder anerzogen, aber durchaus überwindbar. Spätestens als zubereitete Nahrung stellt sich das angenehmen Gefühl etwas "notwendiges" getan zu haben genüsslich ein - guten Appetit !

Zum Glück für alle, ziehen nur wenige Kulturen das Aufessen von anderen HS überhaupt ernsthaft in Betracht :? Diese wurden weitgehend erfolgreich ausgerottet und kaum verwunderlich, danach eben nicht aufgefressen. Dieser Grund um andere HS zu töten fällt also quasi global erst einmal weg :thumbup:

Hier, wie in vielen anderen Dingen hat die europäische Denkweise sich weltweit durchgesetzt. Alle sind "Nationalstaaten", alle befinden sich in dem selben wirtschaftlichen System, selbst das europäische Rechtssystem hat sich (Ausnahmen bestätigen ja die Regel) überall durchgesetzt. Auch Kulturen, welche nun wirklich wenig bis nichts mit individuellen Menschenrechten am Hut haben, müssen es sich gefallen lassen danach beurteilt zu werden. Wissenschaft - die heutige Variante - geht auf europäisches Bemühen zurück. Europäische Eroberer hatten immer auch Wissenschaftler "im Gepäck". "Man" war eben über die üblichen Eroberungen (Güter und Sklaven) hinaus, auch an der fremden Kultur interessiert. Was ich verstehe, kann ich bedeutend nachhaltiger bekämpfen :cool: Was nützlich erscheint, auch einverleiben - das war neu bei den "Imperialisten". Keinen zuvor hatten "fremde wissenschaftliche Erkenntnisse" auch nur im Geringsten interessiert. Besonders die ebenfalls europäisierten Religionen, standen Wissenschaft ohnedies eher feindlich gegenüber :rolleyes:

Die Welt wie wir sie heute erkennen ist ein europäisches Produkt. Europäische Kultur beeinflusst alle und das sehr nachhaltig. Nicht verwunderlich also, wenn wir (wir haben´s erfunden) alles durch die Brille des Europäers sehen und beurteilen. Einen Hacken hat das ganze jedoch. Die vormals "Eroberten", sind dieser Denkweise inzwischen soweit gefolgt, dass sie ähnlich den "Ägyptern, die durch ethnische Araber erobert wurden - selbst (innerlich) zu Arabern geworden sind" - sprich die "Anderen" haben unsere Kultur so verinnerlicht, so dass wir drohen selbst zu einer bloßen Randerscheinung zu werden. Das können wir erheblich fördern, wenn "wir" Europäer uns untereinander nicht auf eine halbwegs gemeinsame "Kultur" einigen können. Nachdem alle wissen wie es geht, müssen die Patentinhaber sich wieder anstrengen oder Krieg wird wieder eine "gelebte Realität" auch in Europa....
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Re: mernschen und krieg: seit 10.000 jahr begleiten sie einander schon

Beitragvon schelm » Mo 24. Jul 2017, 17:12

Alexyessin hat geschrieben:(24 Jul 2017, 17:59)

Frag die USA - im Falle des Irak.
Und in Afghanistan, tja, wer warf den ersten Stein?
Aber ich wußte nicht, das es mit deinem Geschichtswissen so schlecht bestellt ist.....

Gottchen, geschenkt..... der Grund den du nicht sehen kannst, ist folgender : Man kann sogar nach einem katastrophalen Zivilisationsbruch umkehren zu dem, oder neu ansetzen, was über Jahrhunderte sukzessive an fortschrittlicher Entwicklung, Tradition und Denken als Fundus angesammelt, erkämpft wurde. Klappt natürlich nicht ohne diese Basis.
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.

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