revisionismus - revisionisten

Moderator: Moderatoren Forum 7

Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9599
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 23. Aug 2017, 08:28

Dampflok94 hat geschrieben:(23 Aug 2017, 08:59)

Friedrich der Große hat heute ein sehr positives Image. Dabei war der erste schlesische Krieg ein Angriffskrieg reinsten Wassers. Jeder Staatschef würde da heute bei so einem Verhalten in Ach und Bann geschlagen werden. Und das zu Recht. Zu Friedrichs Zeiten war das natürlich anders, obwohl sein Vorgehen schon damals als ziemlich dreist empfunden wurde. Nun ist es völlig o.k. Friedrich II nicht mit dem heutigen Rechtsempfinden zu beurteilen. Also warum sollte ich es bei Bismarck und Wilhelm I tun?

wie ich schon schrieb, waren viele moralregeln bei uns schon 1930 und 1870 gültig. ein einfaches beispiel: florence nightingale und henri dunant: 19. jhdt. die folge war weitreichend.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Dampflok94
Beiträge: 11099
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 16:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Dampflok94 » Mi 23. Aug 2017, 08:59

Nomen Nescio hat geschrieben:(23 Aug 2017, 09:28)

wie ich schon schrieb, waren viele moralregeln bei uns schon 1930 und 1870 gültig. ein einfaches beispiel: florence nightingale und henri dunant: 19. jhdt. die folge war weitreichend.

Könntest Du dein Beispiel bitte näher erläutern? Mir ist völlig unklar wofür die beiden genannten in diesem Zusammenhang stehen sollen. :?:
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9599
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 23. Aug 2017, 09:08

Dampflok94 hat geschrieben:(23 Aug 2017, 09:59)

Könntest Du dein Beispiel bitte näher erläutern? Mir ist völlig unklar wofür die beiden genannten in diesem Zusammenhang stehen sollen. :?:

das behandeln von kriegsverletzten und kriegsgefangenen. später auch das verbieten von bestimmten waffen.
gemeinsame nenner: ethik.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 57155
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Schicksalsberg
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Alexyessin » Mi 23. Aug 2017, 09:21

Woppadaq hat geschrieben:(19 Aug 2017, 01:34)

1866 war kein Eroberungskrieg, sonst wäre Bismarck in Wien einmarschiert.


Königreich Hannover? Rheinland und Westfalen?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Dampflok94
Beiträge: 11099
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 16:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Dampflok94 » Mi 23. Aug 2017, 09:40

Nomen Nescio hat geschrieben:(23 Aug 2017, 10:08)

das behandeln von kriegsverletzten und kriegsgefangenen. später auch das verbieten von bestimmten waffen.
gemeinsame nenner: ethik.

Ich glaube, wir reden irgendwie aneinander vorbei. :(
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9599
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 23. Aug 2017, 11:00

Dampflok94 hat geschrieben:(23 Aug 2017, 10:40)

Ich glaube, wir reden irgendwie aneinander vorbei. :(

nein. ich meine mit ethik, daß darum deutlich wurde daß angreifen - nur um boden zu erwerben - eine falsche lösung ist. darum war WK I zugleich auch die letzte zuckung der alten gewohnheit.

was das betrifft war WK II ein ganz anderes kapitel. da ging es ja um »lebensraum« (sic).
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9599
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 23. Aug 2017, 13:02

ich suche was in der »großen wendig«, die enzyklopädie der holocaustverneiner und revisionisten, und fand in band 1, seite 146, das folgende zitat:
Nach der deutschen Reichsgründung 1871 galt der >Dreikaiserbund< zwischen den gekrönten Häuptern des Deutschen Reiches, der ÖsterreichischUngarischen Monarchie und des Russischen Reiches als Garantie für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens. Reichskanzler Otto VON BISMARCK und Zar ALEXANDER II. betrachteten gute deutsch-russische Beziehungen als Grundlage ihrer Außenpolitik.
Nach BISMARCKS Rücktritt 1890 verlängerte sein Nachfolger, Reichskanzler Georg VON CAPRIVI, den Rückversicherungsvertrag mit St. Petersburg nicht mehr.
Rußland hatte sich seit dem Berliner Kongreß von 1878 allmählich Frankreich angenähert, weil die französische Finanzwelt umfangreiche Kredite für die Industrialisierung des Zarenreiches gewähren konnte und weil Zar ALEX- ANDER III. eine gewisse Abneigung gegen Deutschland hegte. 1892 schlossen Paris und St. Petersburg ein militärisches Bündnis.

klingt gut. nur wenigen werden sich hierbei wundern.
1. wie läßt sich reimen »gute deutsch-russische beziehungen« und »abneigung hegen gegen deutschland«.
in wirklichkeit war czar alexander so deutschfreundlich, daß er sogar caprivi sagte daß die geheime beistandsklausel dann gestrichen werden konnte, wenn D damit soviel mühe hatte.
2.1878 - 1890. brauchte es 12 jahre um ein bündnis zu schließen? die wahrheit ist auch hier anders. als die franzosen merkten daß das R-D bündnisvertrag nicht verlängert wurde (1890), sahen sie eine chance aus dem politischen »cordon sanitaire« von bismarck zu entkommen. der spätere F chef-staf, general boisdeffre, wurde nach rußland geschickt. er erlaubte R auf dem F kapitalmarkt geld zu leihen für die ausbreitung der bahn (militarisch wichtig !) und industrie.
darauf wurde ein vertrag abgeschlossen. auch hierin war rede von einer geheimen klausel.
falls ein der drei verbündten (D, Ö-U und I) mobilisieren würde, würde deutschland angegriffen !
belegt ist die frage von boisdeffre an alexander »realisieren sie sich, daß eine mobilisation KRIEG bedeutet«? »ja«, das realisierte alexander sich.

ein einfaches beispiel wie geschichte manipuliert wird !!
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Dampflok94
Beiträge: 11099
Registriert: Mo 2. Jun 2008, 16:59
Benutzertitel: Betriebsrat
Wohnort: Berlin

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Dampflok94 » Mi 23. Aug 2017, 14:22

Nomen Nescio hat geschrieben:(23 Aug 2017, 12:00)

nein. ich meine mit ethik, daß darum deutlich wurde daß angreifen - nur um boden zu erwerben - eine falsche lösung ist. darum war WK I zugleich auch die letzte zuckung der alten gewohnheit.

was das betrifft war WK II ein ganz anderes kapitel. da ging es ja um »lebensraum« (sic).

Der 1. WK wurde nicht primär wegen des Landgewinnes geführt. Aber es war das Ergebnis. Und wäre es auch bei anderem Ergebnis gewesen.

Der 2. WK ist wirklich ein Thema für sich. Aber auch hier gab es nicht unwesentliche Grenzverschiebungen im Endergebnis. Auf beiden großen Kriegsschauplätzen.
Leute kauft mehr Dampflokomotiven!!!
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9599
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 23. Aug 2017, 16:24

Dampflok94 hat geschrieben:(23 Aug 2017, 15:22)

Der 1. WK wurde nicht primär wegen des Landgewinnes geführt. Aber es war das Ergebnis. Und wäre es auch bei anderem Ergebnis gewesen.

das stimmt. schrieb ich aber auch nicht. hier war rede von »ich fordere mein teil (D)«, »halts maul (GB)« und »da steht noch eine rechnung offen die beglichen werden muß (F)«. dazu kamen noch die banden mit dem slawischen brudervolk sowie der besitz des dardanellen (R).
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Woppadaq
Beiträge: 1094
Registriert: So 8. Apr 2012, 10:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Woppadaq » Mi 23. Aug 2017, 17:40

Alexyessin hat geschrieben:(23 Aug 2017, 10:21)

Königreich Hannover? Rheinland und Westfalen?


Rheinland und Westphalen sind durch den Wiener Kongress 1815 Preussen zugeschlagen worden. Keine Ahnung, was du mir also sagen willst.

Und der Deutsche Krieg wurde um die Vorherrschaft geführt, nicht um Land. Daran ändert auch die Annexion des Königreichs Hannover nichts.
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6748
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Quatschki » Mi 23. Aug 2017, 17:56

Woppadaq hat geschrieben:(23 Aug 2017, 18:40)

Rheinland und Westphalen sind durch den Wiener Kongress 1815 Preussen zugeschlagen worden. Keine Ahnung, was du mir also sagen willst.

Aber nicht per Volksabstimmung, sondern als Kriegsbeute und Ausgleich für den Verzicht auf die vollständige Annexion Sachsens und die (bei der Polnischen Teilung geraubten) Provinzen Südpreußen und Neuostpreußen, die nunmehr an Rußland fielen
Was menschlicher Wahn erschuf, kann durch menschliche Einsicht überwunden werden.
Woppadaq
Beiträge: 1094
Registriert: So 8. Apr 2012, 10:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Woppadaq » Mi 23. Aug 2017, 18:32

Quatschki hat geschrieben:(23 Aug 2017, 18:56)

Aber nicht per Volksabstimmung...


Das ist logisch, da auf dem Wiener Kongress die Zusammensetzung des Deutschen Bundes per se von oben entschieden wurde.
Benutzeravatar
Alexyessin
Vorstand
Beiträge: 57155
Registriert: Do 17. Nov 2011, 22:16
Benutzertitel: Schicksalsberg
Wohnort: wo´s Herzal is

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Alexyessin » Mi 23. Aug 2017, 19:23

Woppadaq hat geschrieben:(23 Aug 2017, 18:40)

Rheinland und Westphalen sind durch den Wiener Kongress 1815 Preussen zugeschlagen worden. Keine Ahnung, was du mir also sagen willst.

Und der Deutsche Krieg wurde um die Vorherrschaft geführt, nicht um Land. Daran ändert auch die Annexion des Königreichs Hannover nichts.


Genau. Deswegen war es ja auch ein Preussischer Eroberungskrieg. Jetzt verstanden?
Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin kein Nazi, aber...
Baier is ma ned so - Baier sei is a Lebenseinstellung
Mia glangt das i woas das i kennt wenn i woin dadat
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9599
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 23. Aug 2017, 19:49

für die ewige »aaber-sager«, die nicht glauben können daß die vverbrechen in WK II wirklich geplant waren, ein zitat ausjoseph goebbles tagebuch
16.6.1941
Der Führer sagt: ob recht oder unrecht, wir müssen siegen. Das ist der einzige Weg. Und er ist recht, moralisch und notwendig. Und haben wir gesiegt, wer fragt uns nach der Methode. Wir haben sowieso soviel auf dem Kerbholz, daß wir siegen müssen...

wenn der führer das wüßte... :rolleyes:
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Woppadaq
Beiträge: 1094
Registriert: So 8. Apr 2012, 10:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Woppadaq » Mi 23. Aug 2017, 20:16

Alexyessin hat geschrieben:(23 Aug 2017, 20:23)

Genau. Deswegen war es ja auch ein Preussischer Eroberungskrieg. Jetzt verstanden?


Nein. Deine Logik ist zu hoch für mich.
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 2095
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Europa2050 » Mi 23. Aug 2017, 21:01

Quatschki hat geschrieben:(23 Aug 2017, 18:56)

Aber nicht per Volksabstimmung, sondern als Kriegsbeute und Ausgleich für den Verzicht auf die vollständige Annexion Sachsens und die (bei der Polnischen Teilung geraubten) Provinzen Südpreußen und Neuostpreußen, die nunmehr an Rußland fielen


Preußen, das war das Land, das:
seinen Beginn als Königreich dem Betrug am polnischen König, dessen Lehensnehmer man eigentlich war (für Geschichtsinteressierte: Friedrich III machte aus einem "König in Brandenburg", den man ihm in seinen deutschen Gebieten zugestanden hätte, einen König von Preußen und damit dem polnischen König ebenbürtig),
über den Verrat an Polen, insbesondere in der zweiten Teilung, als man eigentlich mit Polen verbündet war,
über den Verrat am Verbündeten Österreich von 1864 nur zwei Jahre später,
über den Trick mit der gefälschten Emser Depesche,
über den ungeklärten Verdacht des Mordes ab König Ludwig II,
mit dem Überfall auf das neutrale Belgien im WK1 (als Deutsches Reich) krönte.
Die Zerschlagung Preußens war eine Glanzleistung der Alliierten 1945.

Relativierend muss man sagen, das Preußen in Sachen Modernität und Umgang mit Minderheiten und Verfolgten (Juden, Hugenotten) teilweise - wenn die Staatsräson es vorsah - anderen ihrer Zeit voraus war.

Brauchen tut es trotzdem keiner.
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
Benutzeravatar
Quatschki
Beiträge: 6748
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 08:14
Wohnort: rechtselbisch

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Quatschki » Mi 23. Aug 2017, 21:53

Europa2050 hat geschrieben:(23 Aug 2017, 22:01)
Friedrich III machte aus einem "König in Brandenburg", den man ihm in seinen deutschen Gebieten zugestanden hätte, einen König von Preußen und damit dem polnischen König ebenbürtig),

Das stimmt aber nicht.
Ihm war ausdrücklich verboten, den Königstitel auf ein zum deutschen Kaiserreich gehörendes Gebiet zu beziehen. Er galt nur für Preußen
Der einzige Königstitel im Heiligen Römischen Reich war damals der des Königs von Böhmen, aber das war nur noch ein Nebentitel des Habsburgerkaisers.
Der Kurfürst von Sachsen war ab 1697 auch König von Polen,
deshalb wollte der Kurfürst von Brandenburg dringend eine Rangerhöhung, um seinem Dresdner Kollegen ebenbürtig zu bleiben.
Der Kurfürst von Hannover war ab 1714 in Personalunion König von England
Die Schwedenkönige gehörten als Herzoge von Pommern zu den deutschen Reichsfürsten
ebenso der König von Dänemark als Herzog von Schleswig und von Holstein
Zuletzt geändert von Quatschki am Mi 23. Aug 2017, 21:54, insgesamt 1-mal geändert.
Woppadaq
Beiträge: 1094
Registriert: So 8. Apr 2012, 10:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Woppadaq » Mi 23. Aug 2017, 21:54

Europa2050 hat geschrieben:(23 Aug 2017, 22:01)

Preußen, das war das Land, das:
seinen Beginn als Königreich dem Betrug am polnischen König, dessen Lehensnehmer man eigentlich war (für Geschichtsinteressierte: Friedrich III machte aus einem "König in Brandenburg", den man ihm in seinen deutschen Gebieten zugestanden hätte, einen König von Preußen und damit dem polnischen König ebenbürtig)


Für wirklich Geschichtsinteressierte: "...hatte Kaiser Leopold I. zur Bedingung gemacht, dass Friedrich den angestrebten Königstitel nicht auf das Kurfürstentum Brandenburg beziehen durfte, sondern nur auf das außerhalb des Heiligen Römischen Reiches gelegene Herzogtum Preußen. Der neue preußische König durfte sich außerdem nur König in Preußen, nicht von Preußen nennen, weil der ihm unterstehende Teil Preußens nicht ganz Preußen umfasste, sondern nur den östlichen Teil davon. Der andere Teil, Preußen königlich-polnischen Anteils, unterstand bis 1772 der polnischen Krone." (Wikipedia)

über den Verrat an Polen, insbesondere in der zweiten Teilung, als man eigentlich mit Polen verbündet war,
über den Verrat am Verbündeten Österreich von 1864 nur zwei Jahre später,
über den Trick mit der gefälschten Emser Depesche


Jaja, Preussen war eine Insel des Verats und der Niedertracht, damals, als alle anderen Reiche noch so edel, ehrlich und selbstaufopfernd waren.

über den ungeklärten Verdacht des Mordes ab König Ludwig II


...der nullkommaüberhauptgarnichts mit Preussen zu tun hat, ganz zu schweigen davon dass es nur ein Verdacht ist.....

mit dem Überfall auf das neutrale Belgien im WK1 (als Deutsches Reich) krönte.


Ja, fehlt nur noch dass du Hitler den schlimmsten Preussen aller Zeiten nennst.

Brauchen tut es trotzdem keiner.


Sätze, die die Welt nicht braucht.
Benutzeravatar
Allenstein
Beiträge: 291
Registriert: Do 24. Sep 2015, 20:15

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Allenstein » Mi 23. Aug 2017, 22:36

Es gab keinen preußischen Napoleon, der ganz Europa mit einem Eroberungskrieg überzogen, die europäischen Völker unterdrückt und Millionen von Tote verursacht hätte.

Es gab auch keinen preußischen Kolonialismus, der auch nur entfernt mit dem britischen oder französischen Kolonialismus vergleichbar wäre und die halbe Erde unterückte und ausplünderte.

Während die USA in der Mitte des 19. Jahrhundert noch Millionen von Negern brutal versklavten und darauf einen Großteil ihrer Wirtschaft gründete, war die Leibeigenschaft in Preußen schon ein halbes Jahrhundert lang abgeschafft. Wobei es selbst in früherer Zeit niemals eine rassistisch Massenversklavung wie in den USA gab.

Betrachtet man den gesamten Zeitraum vom 17. bis zum 20. Jahrhundert und zählt alle geführten Kriege zusammen, hat Preußen sehr viel weniger Angriffskriege geführt als etwa Frankreich, Großbritannien oder Rußland. Im Gegenteil war Preußen häufiger Opfer französischer Angriffskriege.

Das von Preußen dominierte Deutsche Kaiserreich war ein weitaus modernerer Staat als Frankreich, Großbritannien, Rußland oder die USA. Alleine schon das Sozialversicherungssystem, das in den anderen Staat vollkommen unbekannt war.

Es gehört sicher zu einem der größten revisionistischen Mythen, daß Preußen ganz fruchtbar böse und kriegerisch, die Alliierten dagegen gut, edel und friedlich gewesen seien. Das Gegenteil war der Fall.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 9599
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: revisionismus - revisionisten

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 23. Aug 2017, 23:29

Woppadaq hat geschrieben:(23 Aug 2017, 21:16)

Nein. Deine Logik ist zu hoch für mich.

das ist dann schade für dich. du mußt bedenken das sehr oft preußen und deutschland verwechselt wurden. im normalen sprachgebrauch war preußen = deutschland und umgekehrt.

mein land kenn dasselbe problem. sehr oft wird holland gesagt, aber meint man NL. auch umgekehrt passiert es,wenn auch nicht so oft.

pars pro toto nennt man das, ein teil soll das ganze vertreten.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«

Zurück zu „71. Geschichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste