17. Juni 1953

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Vizegott
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon Vizegott » Sa 29. Apr 2017, 01:55

zollagent hat geschrieben:(17 Jun 2015, 13:13)

Ein Datum, das lange Zeit für den Freiheitswillen der (Ost)-Deutschen stand, der lange den Tag der deutschen Einheit symbolisierte. Und das von Seiten des Regimes als "Konterrevolution" und "versuchte Einflußnahme des Westens" verteufelt wurde. Hier wäre ohne das Eingreifen der Sowjetmacht das sozialistische Experiment auf deutschem Boden schon zu Ende gewesen. Wer kennt noch die Ereignisse?



Wir wissen eben nicht wir die westlichen besatzungsmächte bei ähnlichen vorfällen regieren würden.

Beim massaker von paris 61 oder oder 72 der blutsonntag in Nordirland zeigt doch das auch westliche Staaten nicht eben zimperlich waren.
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Helmuth_123
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon Helmuth_123 » Sa 29. Apr 2017, 15:05

Vizegott hat geschrieben:(29 Apr 2017, 02:55)

Wir wissen eben nicht wir die westlichen besatzungsmächte bei ähnlichen vorfällen regieren würden.

Beim massaker von paris 61 oder oder 72 der blutsonntag in Nordirland zeigt doch das auch westliche Staaten nicht eben zimperlich waren.


Die westlichen Siegermächte waren so klug, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, dass es zu einem Volksaufstand kommt.
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Ammianus
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon Ammianus » So 30. Apr 2017, 00:54

Vizegott hat geschrieben:(29 Apr 2017, 02:55)

Wir wissen eben nicht wir die westlichen besatzungsmächte bei ähnlichen vorfällen regieren würden.

Beim massaker von paris 61 oder oder 72 der blutsonntag in Nordirland zeigt doch das auch westliche Staaten nicht eben zimperlich waren.


Warum hätte die westdeutsche Bevölkerung sich erheben sollen? Der Bundestag war von fast 80 Prozent der Bevölkerung gewählt, 70 Prozent stimmten für CDU, SPD, FDP.
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon odiug » So 30. Apr 2017, 05:42

Vizegott hat geschrieben:(29 Apr 2017, 02:55)

Wir wissen eben nicht wir die westlichen besatzungsmächte bei ähnlichen vorfällen regieren würden.

Beim massaker von paris 61 oder oder 72 der blutsonntag in Nordirland zeigt doch das auch westliche Staaten nicht eben zimperlich waren.

68 und RAF Terror ... da war weit und breit kein amerikanischer Panzer auf den Strassen West-Deutschlands zu sehen.
Also wir wissen sehrwohl, wie die Westmaechte reagierten.
Ausserdem konnten West-Deutsche streiken, ohne dass auf sie geschossen wurde.
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon H2O » So 30. Apr 2017, 07:11

Vizegott hat geschrieben:(29 Apr 2017, 02:55)

Wir wissen eben nicht wir die westlichen besatzungsmächte bei ähnlichen vorfällen regieren würden.

Beim massaker von paris 61 oder oder 72 der blutsonntag in Nordirland zeigt doch das auch westliche Staaten nicht eben zimperlich waren.


"Die Westmächte" haben sich aber nicht zu irgendwelchen Handlungen hinreißen lassen, seit die Bundesrepublik 1949 gegründet worden war bis zur Wiedererlangung der vollen Handlungsfähigkeit Deutschlands in den Verträgen zur Wiedervereinigung. Dadurch, daß sie in dem Sinne nichts getan haben, ist also die Möglichkeit geblieben, daß sie es hätten tun können. :) Mannomann, das humpelt jetzt aber gewaltig. Die Sowjetunion wollte eben ihre Kriegsbeute behalten, hat sie mit Klauen und Zähnen verteidigt.

Der 17. Juni 1953 war in der Bundesrepublik Deutschland als nationaler Feiertag zum Sommeranfang ein sehr unglücklicher Zeitpunkt. Allen Leuten war im Abstand einiger Jahrzehnte eher nach Würstchengrillen und Radtour zu Mute, und dann kommt da im Kalender ein ernster Feiertag, an dem jedermann Betroffenheit zeigen sollte. Wirklich nicht schön, aber wohl menschlich, wenn der Abstand zum schrecklichen Geschehen wächst.
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon Misterfritz » So 30. Apr 2017, 08:06

H2O hat geschrieben:(30 Apr 2017, 08:11)Der 17. Juni 1953 war in der Bundesrepublik Deutschland als nationaler Feiertag zum Sommeranfang ein sehr unglücklicher Zeitpunkt. Allen Leuten war im Abstand einiger Jahrzehnte eher nach Würstchengrillen und Radtour zu Mute, und dann kommt da im Kalender ein ernster Feiertag, an dem jedermann Betroffenheit zeigen sollte. Wirklich nicht schön, aber wohl menschlich, wenn der Abstand zum schrecklichen Geschehen wächst.

Das halte ich aber für lächerlich, schliesslich kann man nicht erwarten, dass solche Ereignisse auf den "passenden" Tag gelegt werden.
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon H2O » So 30. Apr 2017, 10:26

Misterfritz hat geschrieben:(30 Apr 2017, 09:06)

Das halte ich aber für lächerlich, schliesslich kann man nicht erwarten, dass solche Ereignisse auf den "passenden" Tag gelegt werden.


Wo Sie Recht haben, da haben Sie Recht!

Königin Elizabeth II feiert ihren Geburtstag mit Parade und in jüngeren Jahren hoch zu Roß im Juni, weil dann in GB das Wetter meist sehr gut ist. Man hätte den Gedenktag zum 17. Juni 1953 in den November legen sollen... dann ist ohnehin alles grau in grau, und kaum jemand versündigt sich mit Freizeitbeschäftigungen. Am Ende haben auch nur noch wenige Unerschütterliche an die Deutsche Einheit geglaubt. 45 Jahre Teilung sind doch eine lange Zeit!

Ich meine, man hätte den 17. Juni 1953 im Westen Jahrzehnte lang mit schlechtem Gewissen als Freizeit genutzt. Denn am 17. Juni 1953 sind ja etliche Leute ermordet worden und andere in den Knast nach DDR-Muster gesteckt worden. Da paßt der Grillspaß im Freien nicht so richtig...
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon busse » Mi 3. Mai 2017, 16:25

H2O hat geschrieben:(30 Apr 2017, 11:26)

Wo Sie Recht haben, da haben Sie Recht!

Königin Elizabeth II feiert ihren Geburtstag mit Parade und in jüngeren Jahren hoch zu Roß im Juni, weil dann in GB das Wetter meist sehr gut ist. Man hätte den Gedenktag zum 17. Juni 1953 in den November legen sollen... dann ist ohnehin alles grau in grau, und kaum jemand versündigt sich mit Freizeitbeschäftigungen. Am Ende haben auch nur noch wenige Unerschütterliche an die Deutsche Einheit geglaubt. 45 Jahre Teilung sind doch eine lange Zeit!

Ich meine, man hätte den 17. Juni 1953 im Westen Jahrzehnte lang mit schlechtem Gewissen als Freizeit genutzt. Denn am 17. Juni 1953 sind ja etliche Leute ermordet worden und andere in den Knast nach DDR-Muster gesteckt worden. Da paßt der Grillspaß im Freien nicht so richtig...


Knast wäre ja noch schön, die meisten kamen in Arbeitslager z.B. Klotzsche (Flughafenbau) Tagebaue oder Wismut in Aue und Gera bei Wassersuppe mit ein Stück Brot und Sonntags Fleisch bei Normerfüllung (Vergütung bei 110 % Normerfüllung 0,11 Pfg /Std ).
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon H2O » Mi 3. Mai 2017, 16:41

busse hat geschrieben:(03 May 2017, 17:25)

Knast wäre ja noch schön, die meisten kamen in Arbeitslager z.B. Klotzsche (Flughafenbau) Tagebaue oder Wismut in Aue und Gera bei Wassersuppe mit ein Stück Brot und Sonntags Fleisch bei Normerfüllung (Vergütung bei 110 % Normerfüllung 0,11 Pfg /Std ).
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Dieser Rachevollzug war für uns im Westen Deutschlands sehr weit weg; mag sein, daß sogar solche Berichte und Tatsachen gelegentlich hier auftauchten... aber das Leben geht weiter, und das Leben wird gefeiert von jenen, die gerade einmal nicht höchstselbst gequält werden. Nach entsprechend mahnenden Sonntagsreden dann eben mit einem schlechten Gewissen.

Insofern ist es richtig, daß dieser Gedenktag nicht mehr als gesetzlicher Feiertag zu leichtfüßiger Freizeitbeschäftigung veranlaßt.
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon busse » Fr 5. Mai 2017, 08:03

H2O hat geschrieben:(03 May 2017, 17:41)

Dieser Rachevollzug war für uns im Westen Deutschlands sehr weit weg; mag sein, daß sogar solche Berichte und Tatsachen gelegentlich hier auftauchten... aber das Leben geht weiter, und das Leben wird gefeiert von jenen, die gerade einmal nicht höchstselbst gequält werden. Nach entsprechend mahnenden Sonntagsreden dann eben mit einem schlechten Gewissen.

Insofern ist es richtig, daß dieser Gedenktag nicht mehr als gesetzlicher Feiertag zu leichtfüßiger Freizeitbeschäftigung veranlaßt.


Das kann ich nachvollziehen, nur stellt sich mir eine Frage, die Haftbedingungen wurden in der Zeit des Kalten Krieges sehr thematisiert (Medien), die Erfassungsstelle Salzgitter hat jedes Jahr Berichte herausgegeben. Die Selbsterkenntnis der Bundesbürger zum 17. Juni ist hinsichtlich eines Aspektes nicht uninteressant, nämlich die Selbstgerechten die auf die Nazizeit verweisen das ja alles vom damaligen Volk mitgetragen weil bewußt in Kauf genommen und man deshalb eine Kollektivschuld ableitete.
Dieselben gingen dann "leichtfüßig" in die Freizeitbeschäftigung.....natürlich mit schlechten Gewissen.
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon H2O » Fr 5. Mai 2017, 08:35

busse hat geschrieben:(05 May 2017, 09:03)

Das kann ich nachvollziehen, nur stellt sich mir eine Frage, die Haftbedingungen wurden in der Zeit des Kalten Krieges sehr thematisiert (Medien), die Erfassungsstelle Salzgitter hat jedes Jahr Berichte herausgegeben. Die Selbsterkenntnis der Bundesbürger zum 17. Juni ist hinsichtlich eines Aspektes nicht uninteressant, nämlich die Selbstgerechten die auf die Nazizeit verweisen das ja alles vom damaligen Volk mitgetragen weil bewußt in Kauf genommen und man deshalb eine Kollektivschuld ableitete.
Dieselben gingen dann "leichtfüßig" in die Freizeitbeschäftigung.....natürlich mit schlechten Gewissen.
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Bestimmt haben einige verquere Geister die DDR-Insassen gern büßen sehen dafür, daß überall im Deutschen Reich Leute mit Gleichmut oder Schadenfreude den Naziterror hingenommen haben. Aber ich glaube nicht, daß diese Haltung weit verbreitet war. Sie werden immer Menschen finden, die Schmerz nur dann mitempfinden, wenn auch sie ihn unmittelbar erleiden. Ist leider so.

Der größere Rest verdrängt solche Dinge ganz einfach und geht seinen alltäglichen Geschäften nach, Freizeitbeschäftigung inbegriffen.
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Re: 17. Juni 1953

Beitragvon Vizegott » Fr 19. Mai 2017, 16:36

Helmuth_123 hat geschrieben:(29 Apr 2017, 16:05)

Die westlichen Siegermächte waren so klug, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, dass es zu einem Volksaufstand kommt.



Die Deutschen speziell die Westdeutschen sind eben die perfekten Untertan.

Kein wunder das der wiederstand bis heute aus mitteldeutschland kommt!

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