Dresden ein Kriegsverbrechen ?

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Flaschengeist
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Flaschengeist » Do 7. Sep 2017, 05:00

Ger9374 hat geschrieben:(07 Sep 2017, 04:20)

Dresden war aus meinem verständnis heraus
kein strategisches militärisches Ziel.
Da hat die Bestie Krieg entfesselt im September
1939 durch das Deutsche Reich ihr hässliches Gesicht auch in Deutschland gnadenlos gezeigt.
Die Toten und Verletzten egal welcher Nation
werden durch unsere Zweifel und fragen nach
der bewertung der Luftangriffe nicht verschwinden. Ein aufwiegen von Gräueln macht diese nicht weniger Verwerflich!!
Es kann nur Ziel sein das so etwas nicht wieder passiert. Krieg wird wohl nie aufhören zu existieren, aber Vernichtung von Menschen
ohne das ein strategisches ergebnis im Militärischen Sinne dabei herauskommt ist Terror.
Das haben leider schon viele erleiden müssen.
Da zeigt sich der zwiespalt der Menschlichen Natur!



Artikel 25 der Haager Landkriegsordnung
"Es ist untersagt, unvereidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder Gebäude, mit welchen Mitteln es auch sei. anzugreifen oder zu beschießen."

Damit ist eigentlich alles gesagt.

Der Angriff auf Dresden wie auch gegen andere Deutsche Städte wurde extra mit der Maßgabe geplant möglichst viele zivile Opfer zu verursachen.

Ich empfehle dazu das Buch "Der Brand: Deutschland im Bombenkrieg" von Jörg Friedrich
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 7. Sep 2017, 07:53

Wenn man schon mal ein unglaublich teures Bomberprogramm betreibt, dann will man auch was kaputt machen. Von den Aufwänden, mit denen die strategischen Bomber gebaut und betrieben wurden, hätte man auch locker große Zahlen von Panzern, Jagdbombern und anderen eher taktischen Mitteln bereitstellen können.
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Nomen Nescio
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Nomen Nescio » Do 7. Sep 2017, 19:06

Ger9374 hat geschrieben:(07 Sep 2017, 04:20)

Dresden war aus meinem verständnis heraus
kein strategisches militärisches Ziel.

das war es !! es war das einzige bahnknotenpunkt das noch intakt war und ostfront verband mit fabriken im westen.

hier war aber rede von RACHE. nicht umsonst sprachen die briten über »koventrieren«. es war ja rache für die bombardierung von coventry.
es war aber nicht nötig gewesen. ich vermute, mehr als eine vermutung ist es aber nicht, daß die konstante weigerung die waffen niederzulegen und zu kapitulieren schließlich den durchschlag gaben bei harris. denn ER war es der diese aktion plante und befahl. nicht churchill.

das schlimmste ist, daß auch das bombardement von dresden nicht entscheidend war um endlich zu kapitulieren.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 7. Sep 2017, 21:34

Immer diese Versuche der "Geschichtsklitterung" - die Idee, durch echte aber auch massive Versuche die gegnerischen (angloamerikanischen) Maßnahmen zu "Kriegsverbrechen" umzudeuten, ist nun wirklich nicht neu. Das hat bereits die damalige Naziführung versucht. Recht Erfolgreich, einige dieser propagandistischen Wertungen halten sich bis Heute.

Waren deutsche Städte tatsächlich "unverteidigt" im Sinne des zitierten Abkommens ?

Durchaus nicht. Im übrigen war Dresden Garnisonsstadt mit wichtigen militärischen Einheiten und zum Zeitpunkt der Bombardierungen fungierten die zahlreichen mil. Einrichtungen zur Verstärkung der "Ostfront". Dresden die damals siebtgrößte Stadt im "Reich" - drittgrößter Bahnumschlagplatz - Kreuzungspunkt für X wichtige innerdeutsche und Frontzugverbindungen, war gewiss gegen Luftangriffe "verteidigt", wenn auch eher unzureichend und wegen der großen Entfernung zu den alliierten Flugplätzen (zumindest in der Anfangsphase des Kriegs) wurden die notwendigen Hoch- und Tiefbunker (Teil einer jeden Luftverteidigung) schlicht nicht gebaut (Ein klares Versäumnis der Naziregierung das erhebliche zivile Verluste erst möglich gemacht hat). Teile der schweren und leichten Flak wurden wurden wegen anderer "wichtigerer Einsätze" verlegt und standen in verringerter Zahl dennoch zur Verteidigung zur Verfügung.

Anders als z.B. in Mannheim, ein "Klasse I" Ziel im Bewusstsein der Naziführung, was sich in 150 Hoch-und Tiefbunker deren Bau sehr früh begonnen wurde niederschlug. Tatsächlich konnte die damalige zivile Bevölkerung Mannheims bei der zur Gewohnheit gewordenen "Überbelegung" der vorhandenen Schutzräume, nahezu komplett dort Schutz finden. Was "Dank der Nähe zum Feind" und über 60 teilweise massivster Luftangriffe von "Anfang an" auch bitter notwendig war. So blieben die zivilen Verluste in der "Doppelstadt" Mannheim - Ludwigshafen eher "moderat" im Vergleich zu anderen dt. Städten. Ich gehe davon aus, dass mein pers. Überleben de facto genau davon abhing...

Der Angriff war durchaus im Sinne der damaligen Form der Kriegsführung kein Kriegsverbrechen - es war schlicht "der totale Krieg" den Goebbels so enthusiastisch im Februar 1943 gefordert hatte. Zu keinem Zeitpunkt war das von Hitler geführte Deutsche Reich bereit die Kampfhandlungen einzustellen. Erst nach seinem feigen Selbstmord und den Siegen an allen Fronten (die inzwischen im Reich selbst verliefen) war die Wehrmacht gezwungen "bedingungslos zu kapitulieren".

Hier gibt es kein "Henne Ei Dilemma" - es ist ohne Mühe nachvollziehbar von wem die Gewalt ausging. Nur wer sich dieser unerfreulichen Wahrheit verschließt, kommt auf den Gedanken - militärische Aktionen mit "Rache" zu verwechseln. Auch, wenn sich das "Kriegsglück" gewendet hatte, waren die verblieben starken Wehrmachtverbände durchaus nicht besiegt. Diesmal - anders als beim WK I konnte niemand von einer "Dolchstoßlegende" fabulieren. Die Wehrmacht unter dilettantischer und verbrecherischer Führung, selbst an zahlreichen unzweifelhaften Kriegsverbrechen beteiligt, wurde an ALLEN Fronten und ohne jeden Zweifel besiegt. Die Alliierten waren gezwungen jede nur mögliche Art der Kriegsführung gegen das Reich zu nutzen. Jedes Zögern hätte nur noch mehr Leben auf beiden Seiten gekostet. Ohnedies waren die letzten beiden Kriegsjahre die am meisten verlustreichen.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Quatschki » Do 7. Sep 2017, 21:37

Wie wäre es, wenn die Bomber Senfgas geladen hätten?
Es ist Deutscvhland hier!
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 7. Sep 2017, 22:39

Was wäre wenn...

In diesem Fall taktisch völliger Unsinn "Senfgas" ist ein hautschädigender Kampfstoff eher kein Gas - was dessen Einsatz gegen eine weitgehend (noch) unbeschädigte Stadt, für einen Sinn machen soll .... dennoch die Wirkung ist eher unerfreulich :

Senfgas [(C2H4Cl)2S] wirkt verzögert als blasenziehendes Gift. Die Auswirkungen auf die Gesundheit hängen von dem Aggregatzustand und der Menge des Giftes ab. Senfgas kann nur langsam vom Körper abgebaut werden. Es kann als starkes Reizmittel die Haut, die Augen, die Atemwege, die Verdauungsorgane und die Schleimhäute schädigen. Auch die DNA der betroffenen Körperstellen kann durch Senfgas zerstört werden. Der Hautkontakt mit flüssigem Senfgas führt zu mit Flüssigkeit gefüllten Blasen und schließlich zu Verätzungen zweiten und dritten Grades mit späterer Narbenbildung. Sind zu große Stellen des Körpers verätzt, kann das zum Tode führen, genauso wie das extensive Einatmen von Giftgasschwaden. Zudem kann der übermäßige Kontakt der Augen mit Senfgas zum Erblinden führen.


Deutlich besser geeignet gegen Truppenansammlungen und um Gebiete zu verseuchen. Wenn schon - dann gleich Nervengas - in etwa vergleichbare Produkte zum dt. "Tabun" oder ebenfalls dt. Hochleistungsprodukt "Sarin".

Im übrigen gab es durchaus Vorbereitungen für den Einsatz von Chemiewaffen. Die Alliierten hatten detaillierte Pläne im Falle eine Nutzung solcher Waffen durch deutsche Truppen. Die noch leeren Bombenhüllen dafür, wurden statt mit Kampfgasen, mit Vorläufern von Napalm gefüllt und gegen Japan eingesetzt.

Wenn schon eine Kriegsverbrechen - dann mit biologischen Kampfstoffen, wie das die Japaner in China "zu Testzwecken" in erheblichem Maß tatsächlich taten.

Obwohl - "Angesichts der Gräuel im Ersten Weltkrieg wurde 1925 im Genfer Protokoll die Anwendung von Giftgasen und bakteriologischen Mitteln ausdrücklich verboten." Das war auch vor dem 1. WK schon verboten, aber nun ja....
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Dampflok94 » Fr 8. Sep 2017, 09:06

Also das Stichwort "militärische Ziele vorhanden" kann eigentlich nicht reichen. Da muß auch eine Verhältnismäßigkeit gegeben sein. "Eine Kanone zerstört, 1000 Zivilisten tot" kann es nicht sein. Einige Angriffe zum Schluß des Krieges waren völlig unverhältnismäßig. Insbesondere sind da Würzburg und Pforzheim zu nennen. Eine ganz andere Frage ist jedoch, ob man das als Kriegsverbrechen bezeichnet. Aber selbst wenn man das tut, gibt es eben einen gravierenden Unterschied. Diese waren nicht systematisch und "von oben" angeordnet. Denn natürlich gab es Kriegsverbrechen auch von westalliierter Seite. Z. B. sind Erschießungen deutscher Kriegsgefangener dokumentiert. Aber das waren dann eben Verfehlungen einzelner. Wie sie eben im Krieg genauso wie im Frieden vorkommen. Im Gegensatz dazu waren die Behandlung z. B. der russischen kriegsgefangenen oder eben der Kommissarbefehl eben systematische Kriegsverbrechen. Und genau deswegen funktioniert dieses Aufrechnen nach der Art "Die anderen haben ja auch..." eben nicht.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Tom Bombadil » Fr 8. Sep 2017, 09:14

Dresden zeigt sehr eindrucksvoll, wie weit man als Bekämpfer einer bestialischen Diktatur gehen muss, um sie in die Knie zu zwingen. Mit Sanktionen drohen und Wattebäuschen werfen kommt man da nicht weit, das letzte Kriegsjahr hat die meisten menschlichen Verluste gekostet, auf allen Seiten. Man wagt es gar nicht, sich vorzustellen, wenn Hitler als Erster Kernwaffen entwickelt hätte :dead:
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Provokateur » Fr 8. Sep 2017, 09:24

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Sep 2017, 10:14)

Dresden zeigt sehr eindrucksvoll, wie weit man als Bekämpfer einer bestialischen Diktatur gehen muss, um sie in die Knie zu zwingen. Mit Sanktionen drohen und Wattebäuschen werfen kommt man da nicht weit, das letzte Kriegsjahr hat die meisten menschlichen Verluste gekostet, auf allen Seiten. Man wagt es gar nicht, sich vorzustellen, wenn Hitler als Erster Kernwaffen entwickelt hätte :dead:


Was zum Glück nicht in greifbarer Nähe gab. Hitler hielt ja sogar die allgemeine Relativitätstheorie für "Judenphysik" und unterstützte begeistert Bestrebungen, eine bessere, "deutsche" Physik zu entwickeln.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik
Physik war für die Physiker, selbst für Fachleute, einfach „zu schwer“ geworden, was die Deutsche Physik als jüdisch verurteilte.


"Versteh ich net...jüdisch!" :D
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Flaschengeist » So 10. Sep 2017, 10:05

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Sep 2017, 10:14)

Dresden zeigt sehr eindrucksvoll, wie weit man als Bekämpfer einer bestialischen Diktatur gehen muss, um sie in die Knie zu zwingen. Mit Sanktionen drohen und Wattebäuschen werfen kommt man da nicht weit, das letzte Kriegsjahr hat die meisten menschlichen Verluste gekostet, auf allen Seiten. Man wagt es gar nicht, sich vorzustellen, wenn Hitler als Erster Kernwaffen entwickelt hätte :dead:



Warum muß man soweit gehen?

Das Argument könnte auch von den 9/11 Attentätern kommen.

Die meisten Ziele wir Industrie wurde erst kurz vor Ende des Krieges zerstört. Das Fordwerk in Köln oder Ausschwitz wurde erst gar nicht angegriffen.

Es entsteht der Eindruck es bestand ein Interesse das der Krieg gegen die SU weiter ging.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Zunder » So 10. Sep 2017, 13:02

Provokateur hat geschrieben:(08 Sep 2017, 10:24)

Was zum Glück nicht in greifbarer Nähe gab. Hitler hielt ja sogar die allgemeine Relativitätstheorie für "Judenphysik" und unterstützte begeistert Bestrebungen, eine bessere, "deutsche" Physik zu entwickeln.

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik


"Versteh ich net...jüdisch!" :D

An dem Projekt der "Uranmaschine" haben Werner Heisenberg und Carl-Friedrich von Weizsäcker gearbeitet, nicht die verpeilten Koryphäen von der "Deutschen Physik". Einsteins Sorgen waren nicht unbegründet.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Nero » So 10. Sep 2017, 13:11

Tom Bombadil hat geschrieben:(08 Sep 2017, 10:14)

Dresden zeigt sehr eindrucksvoll, wie weit man als Bekämpfer einer bestialischen Diktatur gehen muss, um sie in die Knie zu zwingen. Mit Sanktionen drohen und Wattebäuschen werfen kommt man da nicht weit, das letzte Kriegsjahr hat die meisten menschlichen Verluste gekostet, auf allen Seiten. Man wagt es gar nicht, sich vorzustellen, wenn Hitler als Erster Kernwaffen entwickelt hätte :dead:


Welchen zwingenden Grund gab es für die Geschehnisse in Dresden?
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Ebiker » So 10. Sep 2017, 14:20

immernoch_ratlos hat geschrieben:(07 Sep 2017, 22:34)


Durchaus nicht. Im übrigen war Dresden Garnisonsstadt mit wichtigen militärischen Einheiten und zum Zeitpunkt der Bombardierungen fungierten die zahlreichen mil. Einrichtungen zur Verstärkung der "Ostfront". Dresden die damals siebtgrößte Stadt im "Reich" - drittgrößter Bahnumschlagplatz - Kreuzungspunkt für X wichtige innerdeutsche und Frontzugverbindungen, war gewiss gegen Luftangriffe "verteidigt", wenn auch eher unzureichend und wegen der großen Entfernung zu den alliierten Flugplätzen (zumindest in der Anfangsphase des Kriegs) wurden die notwendigen Hoch- und Tiefbunker (Teil einer jeden Luftverteidigung) schlicht nicht gebaut (Ein klares Versäumnis der Naziregierung das erhebliche zivile Verluste erst möglich gemacht hat).


Das ist völliger Unfug. Die Dresdner Albertstadt, immerhin halb so groß wie die zerstörte Dresdner Stadtfläche und Standort großer Verbände des Ersatzheeres wurde überhaupt nicht bombardiert, dito das dahinter liegende Industriegelände. Nur wenige zufällige Bomben verirrten sich dorthin. Bahnanlagen waren mehrmals Ziel von Bombenangriffen, alle hatten nur eine kurzzeitige Unterbrechung des Zugverkehrs zur Folge. Der Angriff auf Dresden ist und bleibt ein sinnloser Terrorakt, es ging darum möglichst viele Deutsche zu grillen wie Churchill sagte. Militärisch bedeutsam war er nicht.
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Nomen Nescio » So 10. Sep 2017, 15:44

Nero hat geschrieben:(10 Sep 2017, 14:11)

Welchen zwingenden Grund gab es für die Geschehnisse in Dresden?

mehrere amis-/britische generäle dachten daß eine kapitulation kaum was bedeuten würde. stichworte »wehrwolf« und »alpenfestung«.
um wirklich alles ein end zu machen müßten die vernichtungen (und zahl der toten) noch erheblich steigern. dachten sie.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Nomen Nescio » So 10. Sep 2017, 15:56

Ebiker hat geschrieben:(10 Sep 2017, 15:20)

Das ist völliger Unfug. Die Dresdner Albertstadt, immerhin halb so groß wie die zerstörte Dresdner Stadtfläche und Standort großer Verbände des Ersatzheeres wurde überhaupt nicht bombardiert, dito das dahinter liegende Industriegelände. Nur wenige zufällige Bomben verirrten sich dorthin. Bahnanlagen waren mehrmals Ziel von Bombenangriffen, alle hatten nur eine kurzzeitige Unterbrechung des Zugverkehrs zur Folge. Der Angriff auf Dresden ist und bleibt ein sinnloser Terrorakt, es ging darum möglichst viele Deutsche zu grillen wie Churchill sagte. Militärisch bedeutsam war er nicht.

das ist es nicht. es gab ein deutlich militärischer grund um dort anzugreifen. warum zieht man mit brandbomben gegen ein bahnkomplex? die meisten bomben wurden über »wohnqartiere« abgeworfen. lese auch was die untersuchungskommission schrieb.

um dresden wurde fast seit anbeginn viel gelogen. das kam weil sofort berichte aus dresden durch goebbels ministerium gefälscht wurden.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Nero » So 10. Sep 2017, 17:19

Nomen Nescio hat geschrieben:(10 Sep 2017, 16:44)

mehrere amis-/britische generäle dachten daß eine kapitulation kaum was bedeuten würde. stichworte »wehrwolf« und »alpenfestung«.
um wirklich alles ein end zu machen müßten die vernichtungen (und zahl der toten) noch erheblich steigern. dachten sie.


Lässt also allein ein "ehrenwertes" Motiv die Möglichkeit der Beurteilung eines Geschehens als Kriegsverbrechen entfallen? Ich glaube nicht. Desweiteren: Den Piloten wurden auch verschiedene Begründungen, also militärisch "nachvollziehbare" (=ehrenwerte) Motive, geliefert. Ziele waren dann angeblich ein großes Giftgaswerk, wichtige Munitionsfabriken, das Gestapo-Hauptquartier. Dann auch, dass Dresden der wichtige Bahnknotenpunkt für den Nachschub an die Ostfront sei. Allerdings wurde ja von Harris geplant, wiederum wie in Hamburg Dächer durch Sprengbomben abdecken und dann mit Brandbomben weiter verfahren zu können. Es war also ohnehin alleine schon wegen der Beladung und der anzugreifenden Fläche klar, dass es sich nicht etwa nur um Gleise handeln würde. Und, sehr wichtig: die großen Materiallager am Rande der Neustadt sowie der Flughafen Klotzsche blieben bei jeder Welle ja völlig unberührt. Und um einen Bahnknotenpunkt auszuschalten, hätte es nicht derartiger Verheerungen bedurft: Es wurde von den P-51 Mustangs sogar Jagd auf Flüchtlingstrecks an den Elbwiesen gemacht. Was hat denn das mit Munitionsfabriken oder Bahnschienen zu tun.

Der Angriff auf Dresden hat weder den Krieg verkürzt noch den Vormarsch der Sowjets beeinflusst. Dresden lag selbst am Tage der Kapitulation nocht nicht einmal im unmittelbaren Kampfgebiet.

(Janusz Piekalkiwiecz: der zweite Weltkrieg.) S. 1033-1035.

Wäre es eigentlich "schlimm" oder was für eine Bedeutung hat es, wenn man den Alliierten ein Kriegsverbrechen anlasten würde? Was sind denn die Folgen, wer hat einen Nutzen oder Schaden daraus?
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Nomen Nescio » So 10. Sep 2017, 18:07

Nero hat geschrieben:(10 Sep 2017, 18:19)

Lässt also allein ein "ehrenwertes" Motiv die Möglichkeit der Beurteilung eines Geschehens als Kriegsverbrechen entfallen? Ich glaube nicht. Desweiteren: Den Piloten wurden auch verschiedene Begründungen, also militärisch "nachvollziehbare" (=ehrenwerte) Motive, geliefert. Ziele waren dann angeblich ein großes Giftgaswerk, wichtige Munitionsfabriken, das Gestapo-Hauptquartier. Dann auch, dass Dresden der wichtige Bahnknotenpunkt für den Nachschub an die Ostfront sei. Allerdings wurde ja von Harris geplant, wiederum wie in Hamburg Dächer durch Sprengbomben abdecken und dann mit Brandbomben weiter verfahren zu können. Es war also ohnehin alleine schon wegen der Beladung und der anzugreifenden Fläche klar, dass es sich nicht etwa nur um Gleise handeln würde. Und, sehr wichtig: die großen Materiallager am Rande der Neustadt sowie der Flughafen Klotzsche blieben bei jeder Welle ja völlig unberührt. Und um einen Bahnknotenpunkt auszuschalten, hätte es nicht derartiger Verheerungen bedurft: Es wurde von den P-51 Mustangs sogar Jagd auf Flüchtlingstrecks an den Elbwiesen gemacht. Was hat denn das mit Munitionsfabriken oder Bahnschienen zu tun.

Der Angriff auf Dresden hat weder den Krieg verkürzt noch den Vormarsch der Sowjets beeinflusst. Dresden lag selbst am Tage der Kapitulation nocht nicht einmal im unmittelbaren Kampfgebiet.

(Janusz Piekalkiwiecz: der zweite Weltkrieg.) S. 1033-1035.

Wäre es eigentlich "schlimm" oder was für eine Bedeutung hat es, wenn man den Alliierten ein Kriegsverbrechen anlasten würde? Was sind denn die Folgen, wer hat einen Nutzen oder Schaden daraus?

ich habe absolut nicht bestritten, das dresden reine rache für coventry war. hier aber kombinierte man zweck mit gefühlen !

daß dresden kein einfluß auf den krieg hatte? ich weiß es nicht. vermute aber, daß beim höchsten militär dresdens los jedenfalls mitspielte in der beurteilung. nicht daß das was bedeutete.
schon nach der mißlungenen ardennenoffensive, als offiziere im HKW fragten was zu tun, sagte von rundstedt »kapitulieren, idioten«.
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon jack000 » So 10. Sep 2017, 18:43

Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Ohne Nazis wäre Dresden (Wie viele andere Städte auch) doch niemals zerstört worden!
=> Entscheidend ist immer das Ergebnis!
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Nero » So 10. Sep 2017, 18:43

Nomen Nescio hat geschrieben:(10 Sep 2017, 19:07)

ich habe absolut nicht bestritten, das dresden reine rache für coventry war. hier aber kombinierte man zweck mit gefühlen !

daß dresden kein einfluß auf den krieg hatte? ich weiß es nicht. vermute aber, daß beim höchsten militär dresdens los jedenfalls mitspielte in der beurteilung. nicht daß das was bedeutete.
schon nach der mißlungenen ardennenoffensive, als offiziere im HKW fragten was zu tun, sagte von rundstedt »kapitulieren, idioten«.


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Re: Dresden ein Kriegsverbrechen ?

Beitragvon Jekyll » So 10. Sep 2017, 18:51

jack000 hat geschrieben:(10 Sep 2017, 19:43)

Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Ohne Nazis wäre Dresden (Wie viele andere Städte auch) doch niemals zerstört worden!
=> Entscheidend ist immer das Ergebnis!

Aber die Nazis sind hier nicht das Ergebnis, sondern die Ursache. Sind also die Nazis in dieser Frage nicht entscheidend?

Ich persönlich halte die Einäscherung Dresdens sowie die von Hiroshima und Nagasaki für ein Kriegsverbrechen.

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