Völkermorde Revisited

Moderator: Moderatoren Forum 7

Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 9449
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 30. Sep 2016, 09:47

Flaschengeist hat geschrieben:(30 Sep 2016, 10:27)
Sollte man den Morde an den Sudentendeutschen nach dem Kriege nicht auch als Völkermord bezeichnen?

Nein. Da ich selbst zwar in Berlin geboren bin aber aus einer "Vertriebenenfamilie" (in dem Fall "Donauschwaben") stamme, weiß ich ziemlich gut, wovon die Rede ist. Natürlich gab es auch Repressalien und Gewaltakte gegen diese Menschen, aber von Völkermord zu sprechen, ist völlig unangebracht. Mal davon abgesehen, dass diese Vertriebenen unmittelbar nach dem Krieg in Deutschland in der Regel auch alles andere als freundlich aufgenommen wurden.

Was das Massaker an den Armeniern anbetrifft. Da will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Da müsste ich mich intensiver mit den historischen Details befassen.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Flaschengeist
Beiträge: 907
Registriert: Mi 6. Apr 2016, 16:23

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Flaschengeist » Fr 30. Sep 2016, 10:00

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Sep 2016, 10:47)

Nein. Da ich selbst zwar in Berlin geboren bin aber aus einer "Vertriebenenfamilie" (in dem Fall "Donauschwaben") stamme, weiß ich ziemlich gut, wovon die Rede ist. Natürlich gab es auch Repressalien und Gewaltakte gegen diese Menschen, aber von Völkermord zu sprechen, ist völlig unangebracht. Mal davon abgesehen, dass diese Vertriebenen unmittelbar nach dem Krieg in Deutschland in der Regel auch alles andere als freundlich aufgenommen wurden.

Was das Massaker an den Armeniern anbetrifft. Da will ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Da müsste ich mich intensiver mit den historischen Details befassen.



Wenn die Vertreibung der Sudentendeutschen kein Völkermord war. Warum soll dann die Vertreibung z.B. der Herero ein Völkermord gewesen sein?

Woran machen Sie das fest?
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 9449
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 30. Sep 2016, 10:12

Flaschengeist hat geschrieben:(30 Sep 2016, 11:00)

Wenn die Vertreibung der Sudentendeutschen kein Völkermord war. Warum soll dann die Vertreibung z.B. der Herero ein Völkermord gewesen sein?

Woran machen Sie das fest?

Die Hereros wurden bekanntlich in eine fast wasserlose Wüste mit sicherer Todesgefahr vertrieben während die Sudetendeutschen in eine zwar weitgehend zerbombte aber dennoch noch immer bestehende Zivilisation vertrieben wurden.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Flaschengeist
Beiträge: 907
Registriert: Mi 6. Apr 2016, 16:23

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Flaschengeist » Fr 30. Sep 2016, 12:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(30 Sep 2016, 11:12)

Die Hereros wurden bekanntlich in eine fast wasserlose Wüste mit sicherer Todesgefahr vertrieben während die Sudetendeutschen in eine zwar weitgehend zerbombte aber dennoch noch immer bestehende Zivilisation vertrieben wurden.



Die Omaheke ist keine Wüste sondern eine Savanne.

Der Aufstand ging von der Herero aus und richtete sich vornehmlich gegen die Zivilbevölkerung.

Es ist richtig das die Aufständigen (heute würde man dazu Terrorismus sagen) zumindest in Teilen in die Omahteke vertrieben wurden. Daraus kann man aber kein Bestreben ablesen das Volk der Herero auszurotten. Dazu braucht es z.B. einen Befehl von "oben".

Im Falle der Sudentendeutschen hat es diesen Befehl gegeben. Beneš-Dekrete.
Benutzeravatar
Kael
Beiträge: 1243
Registriert: Mo 24. Dez 2012, 17:59

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Kael » Sa 1. Okt 2016, 13:04

War der erste genozid nicht die Ausrottung der indianer? ;)
Benutzeravatar
Kael
Beiträge: 1243
Registriert: Mo 24. Dez 2012, 17:59

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Kael » Sa 1. Okt 2016, 13:08

Cat with a whip hat geschrieben:(03 Sep 2015, 00:38)

Mit schnellem Geschwätz wird diese Behauptung aber nicht wahrer.

Das der Mensch per se rassistisch sei, stellt eine pauschale Rechtfertigung dar, mit der man bei Rassisten offene Türen einrennt. Denn so argumentieren rassistische Ideologen, es gibt sogar "Forscher" die gefunden haben wollen dass Fremdenfeindlichkeit ein evolutionär bedingtes Verhaltensmuster wäre, das die Verhinderung der "Vermischung" gewährleiste. Und so weiter und so dumm.

Und doll ist, dass in den betreffenden Köpfen das Spielchen auch ohne Rasse funktioniert. Man kann getrost das Wörtchen Rasse mal weglassen, dann braucht man schonmal keine Rassenforschung nach '45 mehr betreiben. Was für eine Arbeitserleichterung. Man setzt anstelle "Rasse" das Wort "Kultur". Das funktioniert dann genauso. Daher ist Kulturvolk auch so ein selten bescheuerter Begriff. So wundern sich dann die geistig tiefergelegten, dass ein "Kulturvolk" wie die Deutschen zum mehrfachen Genozid in einem halben Jahrhundert fähig waren. Da sieht man mal was Kultur wert ist und wovor sie schützt: Nix und vor nix.

Nein...Rassisten sind Rassisten weil sie es sein wollen. Auch wenn sie heute den alte biologistischen Rassebegriff mit kultureller Idendität chiffrieren ändert das auch nix daran dass sie daraus ihre Rechtfertigung für ihre Niedertracht ableiten. Scheinrechtfertigungen für kollektiv betriebene Perfidie.



Eigentlich ist es eher ein natürliches verhalten zur gruppenbildung
“was uns am ähnlichsten sieht ist am Vertrauenswürdigsten?
Benutzeravatar
Tom Bombadil
Beiträge: 28925
Registriert: Sa 31. Mai 2008, 15:27
Benutzertitel: Non Soli Cedit

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 1. Okt 2016, 13:12

Kael hat geschrieben:(01 Oct 2016, 14:04)

War der erste genozid nicht die Ausrottung der indianer? ;)

Nein, der erste Genozid war die Ausrottung der Kosaken.
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
Thomas Jefferson
Flaschengeist
Beiträge: 907
Registriert: Mi 6. Apr 2016, 16:23

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Flaschengeist » Sa 1. Okt 2016, 21:52

Kael hat geschrieben:(01 Oct 2016, 14:04)

War der erste genozid nicht die Ausrottung der indianer? ;)



Sicher war das nicht der erste Völkermord. Aber unsere Regierung wird sich sicher nicht gestatten diesen Völkermord auch als solches zu benennen.
Flaschengeist
Beiträge: 907
Registriert: Mi 6. Apr 2016, 16:23

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Flaschengeist » So 8. Jan 2017, 15:22

MOD

Hetze entfernt

MOD
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10168
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Nomen Nescio » So 8. Jan 2017, 15:41

:?: :?:
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
Zinnamon
Beiträge: 1385
Registriert: Di 16. Jul 2013, 07:03

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Zinnamon » So 8. Jan 2017, 16:29

Du bist ja ein lustiger Vogel. Hier hast du deine brave Zivilbevölkerung:

In der Klage heißt es, in der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft sei zwischen 1885 und 1903 ein Viertel des Landes der Herero und Nama mit Einverständnis der Kolonialbehörden von deutschen Siedlern enteignet worden. Geduldet von den Kolonialbehörden hätten die Siedler Frauen und Mädchen vergewaltigt und der Bevölkerung Zwangsarbeit auferlegt. Bei einem 1904 einsetzenden Aufstand habe der deutsche General Lothar von Trotha einen Vernichtungsfeldzug geführt, in dem 100.000 Herero und Nama getötet worden seien.


Zitat aus deinem Link.

Wenn also Menschen von einem anderen Kontinet dir erst dein Land nehmen, um dann deine Frau, deine Töchter zu vergewaltigen und euch danach bis zum St Nimmerleinstag für lau malochen lassen, bis ihr zusammenbrecht und/oder ihr mit Waffengewalt in unwirtliches Gelände getrieben oder zum Abschuss frei gegeben werdet, ..dann sollte man dich verklagen, wenn du dich wehrst?
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 8656
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon odiug » So 8. Jan 2017, 18:43

palulu hat geschrieben:(31 Mar 2015, 23:06)

Zum 1000. Mal: Der erste Völkermord in der Geschichte des 20. Jahrhunderts ist nicht der Völkermord an den Armeniern.

Sondern: http://en.wikipedia.org/wiki/Herero_and ... a_Genocide

Dan aber bitte die ganze Geschichte:
https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lk ... ntlichkeit
Tags darauf erhielt dann der Kaiser vom Kanzler einen Brief, dass die von Trotha geforderten Maßnahmen im Widerspruch zu den christlichen und menschlichen Prinzipien ständen und die „vollständige und planmäßige Ausrottung der Herero alles durch die Forderungen der Gerechtigkeit und der Wiederherstellung der deutschen Autorität gebotene Maß überschreiten.“ Zudem trage die Proklamation dazu bei, „dem deutschen Ansehen unter den zivilisierten Nationen Abbruch zu tun.“[67]

Trotha musste die Proklamation und seinen Befehl am 9. Dezember 1904 auf ausdrücklichen telegraphischen Gegenbefehl des Generalstabes aus Berlin zurücknehmen.[11] Er wurde angewiesen, mit Ausnahme der Rädelsführer das Leben der Herero zu schonen und die von den evangelischen Missionaren angebotene Vermittlungstätigkeit nicht zurückzuweisen. Im Hinblick auf die öffentliche Meinung distanzierte sich später auch die Reichsführung von Trotha.

Aendert nichts an den Verbrechen, auch daran nichts, dass von Trohta spaeter ausgezeichnet wurde, aber zeigt zumindest, dass die Oeffentlichkeit und auch die Reichsregierung derartiges Verhalten seiner Truppen in den Kolonialgebieten nicht duldete ... zumindest damals noch nicht.

Darauf warten wir, sofern es die Tuerkei und die Armenier betrifft, immer noch.
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 21934
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Cobra9 » So 8. Jan 2017, 19:14

MOD

Hetze wird nicht akzeptiert !

MOD
Anton Tschechow

Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen.
busse
Beiträge: 631
Registriert: Mo 23. Mai 2016, 09:34

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon busse » Di 10. Jan 2017, 08:46

Zinnamon hat geschrieben:(08 Jan 2017, 16:29)

Du bist ja ein lustiger Vogel. Hier hast du deine brave Zivilbevölkerung:



Zitat aus deinem Link.

Wenn also Menschen von einem anderen Kontinet dir erst dein Land nehmen, um dann deine Frau, deine Töchter zu vergewaltigen und euch danach bis zum St Nimmerleinstag für lau malochen lassen, bis ihr zusammenbrecht und/oder ihr mit Waffengewalt in unwirtliches Gelände getrieben oder zum Abschuss frei gegeben werdet, ..dann sollte man dich verklagen, wenn du dich wehrst?


Mit Verlaub, Unsinn ! Land wurde von den Häuptlingen abgekauft (meistens von den Hereros), diese Häuptlinge wollten das "schöne europäische Leben" eben geniessen, Parallelen zu heute sind nicht ganz unplausibel. Teile dieser Landverkäufe und Verträge sind bis heute noch einsehbar, ein großer Teil in den Bombennächten vernichtet. Über Enteignungen allerdings liest man nur beim Bau von Straßen und der Eisenbahn, darüber ist man quellenmäßig auf dem Laufenden. Wenn sie andere Quellen haben, von Landenteignungen zu Gunsten der Siedler, dann bitte her damit.
Die einzigen Quellen zu den vorgebrachten Anschuldigungen ist das Blaubuch der Briten von 1918. Diese Quelle , von deutschen Historikern noch als "Wahrheit" hingenommen , ist ein reines Propagandawerk . Es war nur dazu da, das das Mandat für Deutsch-Südwest nach 1918 an die Briten fällt, deren Geologen 1917 große Bodenschätze festzustellen glaubten. Um den Unsinn noch auf die Spitze zu treiben, sprach man davon das v. Trotha die 250 km lange Wüstenlinie abriegelte. Wer einigermassen militärhistorisch bewandert ist , weiß das solche "Linie" nicht mit den zur Verfügung stehenden knapp 1000 Soldaten abzuriegeln ist. Das hat noch nicht mal Rommel und Montgomery in Nordafrika geschafft, mit dem mehr als zwanzigfachen Soldatenaufkommen und weit besserer Technik.
Aber warum Logik walten lassen, wenn doch alles so einfach nachlesbar bei den ehemaligen Feinden geschrieben steht.
busse
Benutzeravatar
Provokateur
Moderator
Beiträge: 11552
Registriert: Sa 3. Jan 2015, 16:44
Benutzertitel: Alpha by choice&Liberalpatriot
Wohnort: जर्मनी

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Provokateur » Di 10. Jan 2017, 08:57

busse hat geschrieben:(10 Jan 2017, 08:46)

Mit Verlaub, Unsinn ! Land wurde von den Häuptlingen abgekauft (meistens von den Hereros), diese Häuptlinge wollten das "schöne europäische Leben" eben geniessen, Parallelen zu heute sind nicht ganz unplausibel.


Die wollten nicht das schöne europäische Leben genießen, die wurden gezielt alkoholabhängig gemacht. Da sie keine Möglichkeiten hatten, selber hochprozentigen Branntwein herzustellen, waren sie gezwungen, ihren Nachschub durch ständig neue Landabtretungen, deren Umfang sie teilweise nicht einmal mehr verstanden, sicherzustellen.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

Echte Patrioten wählen NICHT die AfD.
busse
Beiträge: 631
Registriert: Mo 23. Mai 2016, 09:34

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon busse » Di 10. Jan 2017, 09:53

Provokateur hat geschrieben:(10 Jan 2017, 08:57)

Die wollten nicht das schöne europäische Leben genießen, die wurden gezielt alkoholabhängig gemacht. Da sie keine Möglichkeiten hatten, selber hochprozentigen Branntwein herzustellen, waren sie gezwungen, ihren Nachschub durch ständig neue Landabtretungen, deren Umfang sie teilweise nicht einmal mehr verstanden, sicherzustellen.


Nein , ganz klar wie bei den Indianern in Nordamerika*lach*. Der böse Branntwein war schuld und heute ist es die Korruption und der böse Wolf war wie im Märchen der Raubtierkapitalismus. Geht die Argumentation eigentlich noch brillianter oder steckt darin latenter Rassismus in der Art die Schwarzen wissen ja nicht was sie tun ?
Ach da waren ja noch die Stammeszugehörigkeiten z.B im benachbarten Britisch-Betschuanland, höchstwahrscheinlich haben sie dort niiieee mit Alkohol Bekanntschaft gemacht, weil die Briten doch die menschenfreundlichsten Kolonialisten waren. Dann später kamen die bösen Deutschen und machten die Häuptlinge alkoholabhängig, also selten so gelacht wie heute !
busse
Benutzeravatar
Provokateur
Moderator
Beiträge: 11552
Registriert: Sa 3. Jan 2015, 16:44
Benutzertitel: Alpha by choice&Liberalpatriot
Wohnort: जर्मनी

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon Provokateur » Di 10. Jan 2017, 10:00

busse hat geschrieben:(10 Jan 2017, 09:53)

Nein , ganz klar wie bei den Indianern in Nordamerika*lach*. Der böse Branntwein war schuld und heute ist es die Korruption und der böse Wolf war wie im Märchen der Raubtierkapitalismus. Geht die Argumentation eigentlich noch brillianter oder steckt darin latenter Rassismus in der Art die Schwarzen wissen ja nicht was sie tun ?
Ach da waren ja noch die Stammeszugehörigkeiten z.B im benachbarten Britisch-Betschuanland, höchstwahrscheinlich haben sie dort niiieee mit Alkohol Bekanntschaft gemacht, weil die Briten doch die menschenfreundlichsten Kolonialisten waren. Dann später kamen die bösen Deutschen und machten die Häuptlinge alkoholabhängig, also selten so gelacht wie heute !
busse


Dazu empfehle ich einfach das Buch "Deutsche Kolonien: Traum und Trauma" von Gründer / Graichen / Diedrich. Da steht alles zu diesen Vorgängen drin, und auch der Genozid an den Herero und Nama.
Alles was hier verfasst wird, stellt meine persönliche Meinung dar. Ich bin kein Sprecher von irgendwem, speziell nicht meines Arbeitgebers.

Echte Patrioten wählen NICHT die AfD.
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 9449
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon schokoschendrezki » Di 10. Jan 2017, 10:29

odiug hat geschrieben:(08 Jan 2017, 18:43)

Dan aber bitte die ganze Geschichte:
https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lk ... ntlichkeit

Aendert nichts an den Verbrechen, auch daran nichts, dass von Trohta spaeter ausgezeichnet wurde, aber zeigt zumindest, dass die Oeffentlichkeit und auch die Reichsregierung derartiges Verhalten seiner Truppen in den Kolonialgebieten nicht duldete ... zumindest damals noch nicht.


Im Dezember 1904 konnte man problemlos eine "Schonung" der Hereros anordnen. Nach Inkraftreten dieses Schonungsbefehls gab es nämlich nicht mehr allzuviele von ihnen. Und die "Schonung" war vor allem deshalb nötig geworden, weil man nun militärische Stärke gegen die Nama richtete. Denen drohte Trotha nur wenige Wochen danach (im April 1905) nicht mit "Schonung" sondern damit, dass es den "Hottentotten", welche sich nicht der deutschen Herrschaft beugen, genauso gehen wird wie den Hereros.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
Benutzeravatar
odiug
Moderator
Beiträge: 8656
Registriert: Di 25. Sep 2012, 06:44

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon odiug » Di 10. Jan 2017, 13:21

schokoschendrezki hat geschrieben:(10 Jan 2017, 10:29)

Im Dezember 1904 konnte man problemlos eine "Schonung" der Hereros anordnen. Nach Inkraftreten dieses Schonungsbefehls gab es nämlich nicht mehr allzuviele von ihnen. Und die "Schonung" war vor allem deshalb nötig geworden, weil man nun militärische Stärke gegen die Nama richtete. Denen drohte Trotha nur wenige Wochen danach (im April 1905) nicht mit "Schonung" sondern damit, dass es den "Hottentotten", welche sich nicht der deutschen Herrschaft beugen, genauso gehen wird wie den Hereros.

Alles richtig und wie bereits gesagt, aendert nichts an den Verbrechen.
Aber ... und darauf bestehe ich dann schon, wenn man den Hereo Aufstand als ... nennen wir das mal "Fingerzeigmoralismus" gegen die Kritiker der tuerkischen Haltung zum Voelkermord an den Armeniern anfuehrt, dann muss man schon die ganze Geschichte erzaehlen.
Die deutsche Oeffentlichkeit diskutierte das Vorgehen der kolonialen Mitlitaerverwaltung und diese wurde heftig kritisiert, die zivile Kolonialverwaltung verweigerte sich sogar dem militaerischen Vorgehen und die Reichsregierung musste sich der Kritik beugen.
Da ist schon ein Unterschied zu der Haltung der tuerkischen Regierung und auch der tuerkischen Oeffentlichkeit, die sich einer Aufarbeitung des Voelkermords an den Armeniern immer noch, selbst nach 100 Jahren verweigert!
Moderatoren sind die Herren des Forums :x
Aber wir sind edel und gut, gerecht und unbestechlich und sorgen uns innig um das Wohlergehen unsrer Foristen.
Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
Benutzeravatar
schokoschendrezki
Beiträge: 9449
Registriert: Mi 15. Sep 2010, 15:17
Benutzertitel: wurzelloser Kosmopolit
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Völkermorde Revisited

Beitragvon schokoschendrezki » Di 10. Jan 2017, 13:33

odiug hat geschrieben:(10 Jan 2017, 13:21)

Alles richtig und wie bereits gesagt, aendert nichts an den Verbrechen.
Aber ... und darauf bestehe ich dann schon, wenn man den Hereo Aufstand als ... nennen wir das mal "Fingerzeigmoralismus" gegen die Kritiker der tuerkischen Haltung zum Voelkermord an den Armeniern anfuehrt, dann muss man schon die ganze Geschichte erzaehlen.
Die deutsche Oeffentlichkeit diskutierte das Vorgehen der kolonialen Mitlitaerverwaltung und diese wurde heftig kritisiert, die zivile Kolonialverwaltung verweigerte sich sogar dem militaerischen Vorgehen und die Reichsregierung musste sich der Kritik beugen.
Da ist schon ein Unterschied zu der Haltung der tuerkischen Regierung und auch der tuerkischen Oeffentlichkeit, die sich einer Aufarbeitung des Voelkermords an den Armeniern immer noch, selbst nach 100 Jahren verweigert!

In Deutschland gibt es in Bezug auf seine (kurze) Vergangenheit als Kolonialmacht zwar keine "Verweigerungshaltung", aber kürzlich las ich einen Artikel, da ging es darum, wieviel völlig unterschiedlich wertende Darstellungen es bezüglich dieser Vergangenheit gibt. Erst die Nazis, dann vor allem das geteilte Deutschland und kalter Krieg. Ein DDR-Historiker wie Horst Drechsler gehört zwar zu den international bekanntesten Experten zum Thema aber er wird das - so wie ich den Historiker-Betrieb in der DDR einschätze - ganz sicher nicht unabhängig von Ideologien und Parteilinie getan haben. Ähnlich verzerrt dürften frühere Darstellung der "Gegenseite" ausgefallen sein. So. Und nun sitzt man quasi auf einem großen Berg jeweils tendenziöser und verzerrter Fachliteratur. Und gemessen daran sei das Interesse an einer kritischen Aufarbeitung dieses Materials und einer fundierten neutralen Faktenrecherche und Neubewertung unter deutschen Historikern eigentlich verschwindend gering. Ganz ähnlich (negativ) sehe ich übrigens die Aufarbeitung der Geschichte der Unterdrückung von Sinti und Roma in Deutschland.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

Zurück zu „71. Geschichte“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast