Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

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Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

JA - Die Wikinger sind ein Volk gewesen, weil... [bitte schriftlich begründen]
6
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NEIN - Die Wikinger waren kein Volk, weil [bitte schriftlich begründen]
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Keine Ahnung, weiß ich nicht
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Keoma
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Keoma » Di 1. Jul 2014, 15:48

Wasteland » Di 1. Jul 2014, 16:47 hat geschrieben:Soweit ich weiss gab es Wikinger unterschiedlicher kultureller Prägung, die dänischen, die schwedischen und die norwegischen...


Na ja, die Kultur an sich dürfte sich nicht so sehr unterschieden haben.
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Wasteland » Di 1. Jul 2014, 15:52

Keoma » Di 1. Jul 2014, 16:48 hat geschrieben:
Wasteland » Di 1. Jul 2014, 16:47 hat geschrieben:Soweit ich weiss gab es Wikinger unterschiedlicher kultureller Prägung, die dänischen, die schwedischen und die norwegischen...


Na ja, die Kultur an sich dürfte sich nicht so sehr unterschieden haben.


Weiss nicht, aber zumindest wurden schon damals diese Unterscheidungen getroffen. Zumindest zwischen Dänen/Norwegern und Schweden.
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Mari » Di 1. Jul 2014, 16:08

Bleibtreu » Mo 30. Jun 2014, 22:59 hat geschrieben:Mit der Serie Vikings sind Wikinger aktuell hoch in Mode gekommen, was sich u.a. auf Games niederschlägt. Dadurch hat sich bei mir die letzten Tage mit einigen Leuten
eine heiße Diskussion darüber entwickelt, ob Wikinger ein Volk und eine alte Kultur waren oder nicht. :D

Nun möchte ich gerne eure Meinung dazu wissen und euch herzlich bitten, zu begründen, warum ihr diese vertretet.

Die VolksBefürworter "beweisen" ihre Ansicht zB mit dieser ZDF-Doku von Terra-X, die die Wikinger sogar als eines der großen Völker, neben Griechen + Römern, betitelt. ^^




Würde mich sehr freuen, wenn sich daraus eine gehaltvolle und interessante Diskussion entwickelt. :)

Für mich sind die Wikinger kein Volk gewesen . Warum, werde ich später in meinen Beiträgen begründen.


Bleibtreu, ich meine, die Wikinger waren ein Volk. Ein Volk ist eine Gemeinschaft von Menschen desselben Selbstverständnisses und Gemeinschaftsgefühls mit gleicher Sprache, Kultur und eigenständiger Identität. Das trifft auf die Wikinger zu.
LG Mari
Man kann ein ganzes Volk eine Zeit lang belügen, Teile eines Volkes dauernd betrügen, aber nicht das ganze Volk dauernd belügen und betrügen. (Abraham Lincoln)
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Di 1. Jul 2014, 16:53

Ich stell mal die Definition von Wikipedia ein, vielleicht wird es dann für manchen deutlicher, wenn es meine Beiträge nicht schon waren:

"Als Wikinger werden die Angehörigen von kriegerischen, zur See fahrenden Personengruppen aus meist germanischen, teils auch baltischen[1] Völkern des Nord- und Ostseeraumes während der Wikingerzeit im Frühmittelalter (800–1050 n. Chr.) bezeichnet.

In der zeitgenössischen Wahrnehmung stellten die Wikinger nur einen sehr kleinen Teil der skandinavischen Bevölkerung dar. Dabei können zwei Gruppen unterschieden werden: Die einen betrieben den ufernahen Raub zeitweise und nur in einem frühen Lebensabschnitt. Es waren junge Männer, die aus der heimatlichen Gebundenheit ausbrachen und Ruhm, Reichtum und Abenteuer in der Ferne suchten. Später ließen sie sich wie ihre Vorfahren nieder und betrieben die in ihrer Gegend übliche Wirtschaft. Von ihnen berichten die Sagas (Altnordische Literatur) und die Runensteine.

Für die anderen wurde der ufernahe Raub zum Lebensinhalt. Ihnen begegnet man in den fränkischen und angelsächsischen Annalen und Chroniken. Sie kehrten bald nicht mehr in die Heimat zurück und waren in die heimatliche Gesellschaft nicht mehr integrierbar. Sie wurden dort als Verbrecher bekämpft."


Es handelt sich bei den Wikinger also um unterschiedlichste größere und kleinere Gruppen, aus dem Nord- und Ostseeraum, wie Norwegen und Dänemark, die mit ihren Langschiffen (Kriegsschiffe) jährlich ufernahen Raub (in nicht heimatlichen Gebieten) betrieben. Manche nur über eine gewisse Zeit, die kehrten wieder nach Hause zurück mit ihrem Raubgut und blieben dort und andere als Lebensinhalt. Es handelt sich also NICHT um einen großen, gemeinschaftlichen, organisierten Plan einer größeren zusammenhängenden Personengruppe, mit dem Hintergrund eines gemeinsamen ethnischen Identitätswillen.

Wikinger waren schlicht skandinavische Räuber. Wikinger ist eine Berufsbezeichnung, eine Lebensweise. Nämlich die, zu rauben. Macht sie das zu einem Volk, nur weil sie überwiegend aus dem skandinavischen Raum stammten und alle Räuber waren?
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Alexyessin » Mi 2. Jul 2014, 02:54

Nein, sie waren kein Volk...vor allem kein Staatsvolk. Verschiedene Gruppen Nordgermanisch sprechender Menschen sind ausgezogen und die damalig bekannte Welt zu überfallen. Aber die Wikinger, die von Schweden losgezogen sind hatten mit denjenigen die aus Norwegen rübergemacht haben, waren kein Volk.
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Mi 2. Jul 2014, 06:55

Wunschdenken ist auch die romantisierte Ausweitung des Begriffes aus dem 18./19. Jh.

Die Zeitgenossen, die den Begriff prägten [wie die Angelsachsen], haben niemals Händler, Handwerker oder Bauern als Wikinger bezeichnet. Eine solche Ausdehnung des Begriffes wäre ihnen wohl wie blanker Hohn erschienen. :| Der Handel den die Wikinger betrieben, war der Raubhandel. Sie tauschten die geraubten Güter bei Händlern oder gaben die gefangenen Menschen als Sklaven in Kommission. Aber ihr Hauptgeschäft war der Raub.

Diese romantisierende Ausweitung des Wikingerbegriff ist auch skandinavischen Ursprungs geschuldet: Als im Zuge der Nationalromantik eine eigene Volksidentität gesucht wurde, besann man sich auf die wüsten, alten Recken, "rehabilitierte", verklärte und romantisierte sie. :dead:

Als Wikinger wurden die bezeichnet, die mit ihren Drachenbooten wie aus dem Nichts an den Küsten landeten; die mordeten, brandschatzten, vergewaltigten, Güter + Menschen raubten um dann wieder wie im Nichts zu verschwinden. Das war eine der großen Stärken der Wikinger: Blitzartige Angriffe wie aus dem Nichts und dann wieder sofort mit der Beute auf die Boote und ab.

Mit dem Begriff Wikinger sind auch nicht die von einem König initiierten Eroberungen abgedeckt. Die organisierten Invasionen zur Herrschaftsausdehnung während der Wikingerzeit wurden NorDmannen (nicht zu verwechseln mit den späteren Normannen) und Dänen zugeschrieben, nicht den Wikingern.
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Alexyessin » Mi 2. Jul 2014, 07:13

Bleibtreu, ganz so ist es nicht, wie du schreibst.

Es gab drei Wellen der "Wikinger".

Norwegische, die die Fäörer, Shetlands, Island und dann eben Grönland und Amerika besiedelt haben
Dänischen, die für die ganze Eroberungszüge verantwortlich waren inklusive der Besiedelung von Nordengland ( Danelaw)
Schweden, die die alten Handelsrouten nach Byzanz am Leben gelassen haben.
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Mi 2. Jul 2014, 13:18

Alexyessin » Mi 2. Jul 2014, 08:13 hat geschrieben:Bleibtreu, ganz so ist es nicht, wie du schreibst.

Es gab drei Wellen der "Wikinger".

Norwegische, die die Fäörer, Shetlands, Island und dann eben Grönland und Amerika besiedelt haben
Dänischen, die für die ganze Eroberungszüge verantwortlich waren inklusive der Besiedelung von Nordengland ( Danelaw)
Schweden, die die alten Handelsrouten nach Byzanz am Leben gelassen haben.

Lies meine Formulierung noch mal genau nach. ;)

Die Wikinger waren in der Tat sehr rührig und errichteten so manche Stützpunkte, von denen aus sie weitere Angriffe starteten. Denn der 2te Typus der Wikinger, die sich dem Rauben für immer verschrieben, wollte/konnte nicht mehr nach Hause zurück.

Das Danelag [dänisches Recht] im Nordosten Englands wurde zwischen 865 und 878 vom sogenannten *großen Heer geplündert + erobert und dann skandinavisch besiedelt. Es fand 954 sein Ende, nachdem der Earl Osulf of Bernica bei Stainmore über **Erik "Blutaxt" siegte - was zur Entstehung Englands führte. Hatte also auch sein Gutes, wenn man so will. :)

*Das große Heer, große dänische Heer oder auch großes Wikingerheer war zwar für damalige Zeiten wirklich sehr groß, aber es handelte sich nicht um eine Armee mit einheitlicher Führung, sondern um viele Gruppen, die meist getrennt/unabhängig voneinander vorgingen und sich auch teilweise gegenseitig an die Kehle gingen.

**der zweite König Norwegens (933–935) und Sohn von Harald Schönhaar, verheiratet mit Gunnhild, der Tochter des dänischen Königs Gorm des Alten.

-------------------

Meinst du mit den Schweden die Waräger, Wikinger im Söldnerdienst und die byzantinisch-kaiserliche Leibgarde?
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Mi 2. Jul 2014, 13:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Screamer » Mi 2. Jul 2014, 13:19

Ja Wikinger waren volk und mit vil Beilchen schwing :thumbup:
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Mi 2. Jul 2014, 13:22

Screamer » Mi 2. Jul 2014, 14:19 hat geschrieben:Ja Wikinger waren volk und mit vil Beilchen schwing :thumbup:

Und was soll die Wikinger zu einem Volk gemacht haben? :)
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Sniper » Fr 4. Jul 2014, 00:49

Helmuth_123 » Di 1. Jul 2014, 16:23 hat geschrieben:Die Wikinger haben ja nicht nur geplündert. Sie haben ja auch besiedelt. Osteuropa aber besonders die Inseln des Nordatlantik. Ich würde die Wikinger nicht als Volk bezeichnen, aber ich würde sagen, dass sie als Siedler z.B. auf Island zu einem Volk wurden.

Genau - die schwed. W sind durch ihre Besiedlung und spätere Seßhaftigkeit der Grundstein für sowas wie die "Kiewer Rus", und erst in diesem Großreich gelingt die Verschmelzung von Warägern und Slawen durch Kultur und idF byz. Christentum. Rurik (?) wurde ja "gerufen" damals und vollzog über Nowgorod die einigung Nordrusslands, später hat Oleg (der Weise) das anfang der 880er mit dem Süden (Kiewer Reich) vereinigt. Das ist quasi die erste RUSSISCHE Staatsbildung, eine erste Zentralisierung dieser Völker und Länder. Und das wurde erst durch die schwed. Wikinger und ihr Wirken angetrieben. Und erst viel später durch die Mongolenherrschaft und die Auflösung dieser alten Einheit (Ukrainer unter polnischer Hoheit, Weißrussen unter litauischer und die Großrussen unter der mongolischen bzw. der "tatarischen") steigt überhaupt das Großfürstentum Moskau auf, welches dann quasi "direkt" (über Jahrhunderte dann) in einen russischen Zentralstaat mündet. Wir erinner uns, schon Iwan I. gelingt es seinen besitz um Moskau herum zu erweitern, auch vs. hohe tribute an die Tataren. Aber nach ihm geht dann das Sammeln der russischen Völker und Länder erst richtig (und erfolgreich) los, unter Iwan III. (1462-1505), aka "den Großen" - kennt man ja. Unter ihm wird zB auch der Kreml zur Residenz ausgebaut eigens von "eingeflogenen" (hehe) Italienern - als Demonstration der Zentralisierung und Umwandlung zu einem russ. Nationalstaat.

die schwed. Wikinger legten den Grundstein für die aller erste Zentralisierung Russlands.
Und nebenbei - die Schweden würden auch später, als neuzeitlicher Staat, immer wieder über 2 Jahrhunderte lang in Russland und Polen-Litauen intervenieren und Einflüsse geltend machen - das hat aber nix mehr mit Wikingern zu tun, es fiel mir nur gerade so ein :)
Bleibtreu » Mi 2. Jul 2014, 14:22 hat geschrieben:
Screamer » Mi 2. Jul 2014, 14:19 hat geschrieben:Ja Wikinger waren volk und mit vil Beilchen schwing :thumbup:

Und was soll die Wikinger zu einem Volk gemacht haben? :)

Klar sind sie ein VOLK, ich glaube ihr benutzt hier das Wort "VOLK" synonym mit dem Wort "NATION" - und das waren sie NICHT.


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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon palulu » Fr 4. Jul 2014, 01:20

Wikinger sind kein Volk im modernen Wortsinn. Man darf die Kategorien der Gegenwart nicht so unbedacht auf die Vergangenheit anwenden. Insofern teile ich die Meinung von Bleibtreu.

P.S.: Auch die Germanen waren kein Volk, diese Ansicht ist ein revisionistisches Konstrukt der Nazis.
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Sniper » Fr 4. Jul 2014, 01:28

palulu » Fr 4. Jul 2014, 02:20 hat geschrieben:Wikinger sind kein Volk im modernen Wortsinn. Man darf die Kategorien der Gegenwart nicht so unbedacht auf die Vergangenheit anwenden. Insofern teile ich die Meinung von Bleibtreu.

P.S.: Auch die Germanen waren kein Volk, diese Ansicht ist ein revisionistisches Konstrukt der Nazis.

Doch - es sind eben je nach Definition alles VÖLKER. Das meinte ich ja, dass hier VOLK mit NATION synonym verwendet wird (was aber net geht sinnvoll)


MfG
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Fr 4. Jul 2014, 07:06

Sniper » Fr 4. Jul 2014, 02:28 hat geschrieben:
palulu » Fr 4. Jul 2014, 02:20 hat geschrieben:Wikinger sind kein Volk im modernen Wortsinn. Man darf die Kategorien der Gegenwart nicht so unbedacht auf die Vergangenheit anwenden. Insofern teile ich die Meinung von Bleibtreu.

P.S.: Auch die Germanen waren kein Volk, diese Ansicht ist ein revisionistisches Konstrukt der Nazis.

Doch - es sind eben je nach Definition alles VÖLKER. Das meinte ich ja, dass hier VOLK mit NATION synonym verwendet wird (was aber net geht sinnvoll)

So blöde war hier niemand, Volk als Nation zu definieren... :cool:

Ähm, du hast wohl einige Beiträge und Ausführungen verpennt - der Begriff Wikinger ist KEIN ethnischer wie Germane oder Spanier - er bedeutet schlicht Räuber. Wikinger ist ein Beruf, eine Lebensweise. Das wäre, als wenn du unterschiedliche Gruppen von Ärzten zu einem Volk ernennst. ^^

Und ein Wikinger der sich niederlässt und sesshaft wird, also nicht mehr auf Raubzug geht, der ist kein Wikinger mehr, er war mal einer... :D

Schau mal ins Geschichtsforum, da schreiben auch viele vom Fach und da kannst du eine Menge darüber lernen, wer die Wikinger waren: http://www.geschichtsforum.de/f38/
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Fr 4. Jul 2014, 07:23

@Sniper
Zu den Warägern und Rus findest du hier eine treffende und knappe Erklärung:
http://www.geschichtsforum.de/646805-post21.html

Wenn du es ausführlicher willst - suchen - da findet sich noch viel mehr zum Thema. :)
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Fr 4. Jul 2014, 12:45

palulu » Fr 4. Jul 2014, 02:20 hat geschrieben:
palulu » Fr 4. Jul 2014, 02:20 hat geschrieben:Wikinger sind kein Volk im modernen Wortsinn. Man darf die Kategorien der Gegenwart nicht so unbedacht auf die Vergangenheit anwenden. Insofern teile ich die Meinung von Bleibtreu.

P.S.: Auch die Germanen waren kein Volk, diese Ansicht ist ein revisionistisches Konstrukt der Nazis.

Und so wurde auch das Wikingerbild im 19.Jh. romantisiert und der Begriff unzulässig ausgeweitet. Auch daran haben sich die Nazen ausgiebig bedient. - Dieses Bild ist historisch falsch und spukt immer noch in zahlreichen Köpfen herum und scheint mit keinen Argumenten auszurotten zu sein. :D
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Sniper » Fr 4. Jul 2014, 16:26

Bleibtreu » Fr 4. Jul 2014, 08:06 hat geschrieben:[...]
Schau mal ins Geschichtsforum, da schreiben auch viele vom Fach und da kannst du eine Menge darüber lernen, wer die Wikinger waren: http://www.geschichtsforum.de/f38/

Äääääääääääääääääääääääähhh, jaaaaaaaaaaaaaaaaaaa :dead: DAS war jetzt aber nur ein Witz, die Empfehlung dieser Amateure, die nicht mal Grundlegendes wissen und beherrschen?

Also sry, aber das, das ist ja nur noch lustig.

1. Kinder - lasst Euch BLOß net auf Geschichtsforzum.de ein - das sind TOTALE NIX-KÖNNER die diesen Status aber net zugeben offen. Die empfehlen einem da Bücher die zT 50 jahre PLUS sind, mit Geschichtswissenschaft hat dieses armselige Forum NIX ZU TUN!
Das muss ich sagen um Laien davor zu schützen, zu denken, weil ein Forum sich "Geschichtsforum.de" nennt, würde es kompetent sein. Doch eben das ist es

a. net annähernd

b. ja sogar im Gegenteil (!) - es ist völliger Mumpitz was dort an Präsenz angeboten wird.


und


2. Ich bin doch Historiker, ich forsche und lehre an der Uni - ich denke doch ich hätte bessere Quellen dazu, als Internet (aber SCHON GAR NICHT DAS FORUM DER WANNABE-NIX-CHECKER von geschichtsforum.de. - also bitte...)
Wie wärs mal mit UB oder FB oder LB wenn man hier schon was empfiehlt? "Mühsam" selber lesen und Recherchieren ist besser als Dummköpfen, die NACHWEISLICH keine Ahnung von geschichte haben, zu glauben, weil sie Ihr Forum "Geschichtsforum" NENNE (!) - es aber eben net wie eines führen (siehe das KATASTROPHALE dortige Angebot an laienhafter Verfälschung und primitiver "Methodik" die eigentlich GAR KEINE sein kann (wer nutzt denn schon Bücher die über 30 Jahre alt sind als "Faktensteinbruch"? Richtig: Der Idiot und der Laie - kannst selber wählen, was von beiden die Jungs im Geschichtsforum.de sind. Eines sind sie nämlich logisch zwangsweise).

Und wenn ich ne Kurzform an Info haben wollte (weil das net mein Arbeitsbereich ist vom Thema, interessiert mich das auch net), dann müsste ich eine Ebene tiefer gehen zum Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, oder aber zwei Ebenen tiefer (wir Neuzeitler sitzen bei uns in der Phil Fak ganz oben, hehe) zum Lehrstuhl für Mittelalter :)


Ich bin also "versorgt" WENN (!) es mich ernsthaft beschäftigen würde, ich BIN doch schon Historiker, also brauchste mir keine Foren zu empfehlen, hehe, :) aber wenn schon, dann doch net das NACHWEISLICHE NIX-CHECKER-WANNABE-Forum genannt Geschichtsforum.de. :rolleyes:


Echt Kinder, AUFPASSEN - Das sind Leute die KEINE AHNUNG HABEN, also benutzt das bloß net, wenn Ihr Euch bilden wollt. Das meine ich als ernsthafte Warnung sich net fehlerhaft und/oder pseudohaft dort "weiter zu bilden" - das sind Nix-Könner, VORSICHT! NIEMALS auf Geschichtsforum.de vertrauen - ist "amtlich" geprüft und DURCHGEFALLEN! Ihr könnt meinem Urteil ruhig vertrauen, das tut die BRD und die internationale Historiker-Zunft ja schließlich auch :)


MfG
Der nun mal schnell zum Spiel Eilende


MfG
Der diese Warnung gratis Ablassende und nun zum Spiel Eilende :)

PS:
Bleibtreu » Fr 4. Jul 2014, 08:23 hat geschrieben:@Sniper
Zu den Warägern und Rus findest du hier eine treffende und knappe Erklärung:
http://www.geschichtsforum.de/646805-post21.html

Wenn du es ausführlicher willst - suchen - da findet sich noch viel mehr zum Thema. :)

Siehe oben - dies ist keine kompetente Präsenz sondern von völlig katastrophal und ungenügend mit Geschichte umgehenden Laien und Wannebes. FAKT.
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon Bleibtreu » Fr 4. Jul 2014, 16:56

Aha, die dort auch schreibenden Fachleute, sind ja nicht nur Laien, sind alles Wannabes, Idioten, Nixkönner und Nullchecker... Zumindest für den Bereich MA/Wikinger haben die dortigen Fachler auch an den Wikiartikeln mit geschrieben und mit Quellen hinterlegen müssen. Die anderen Unterforen kann ich nicht beurteilen, da war ich bisher nicht.

Aber gut, es ist nicht dein FB, trotzdem weißt du, dass das was dort über die Wikinger steht, alles UraltScheiße von Amateuren ist - das überzeugt mich total. Vor allem, weil dort eben nicht mehr das aus dem 19.Jh. romantisierte WikingerBild vermittelt wird. Ja, total angestaubt. :)

Lass mich raten, du bist dort genauso aufgelaufen oder auseinander genommen worden wie hier von Dark Angel, Ammianus und Co?
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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon frems » Fr 4. Jul 2014, 19:07

Bleibtreu » Mi 2. Jul 2014, 07:55 hat geschrieben:Wunschdenken ist auch die romantisierte Ausweitung des Begriffes aus dem 18./19. Jh.

Die Zeitgenossen, die den Begriff prägten [wie die Angelsachsen], haben niemals Händler, Handwerker oder Bauern als Wikinger bezeichnet. Eine solche Ausdehnung des Begriffes wäre ihnen wohl wie blanker Hohn erschienen. :| Der Handel den die Wikinger betrieben, war der Raubhandel. Sie tauschten die geraubten Güter bei Händlern oder gaben die gefangenen Menschen als Sklaven in Kommission. Aber ihr Hauptgeschäft war der Raub..

Die Wikingerzeit war geprägt durch ein großräumiges Netzwerk von Freundschaften. Dies umfasste einerseits persönliche, durch rituellen Austausch von Geschenken begründete Verbindungen mit gegenseitigen Verpflichtungen, die Bindung des Einzelnen an die Sippe und die Vorfahren und andererseits die Konfrontation mit dem Christentum. Diese Konfrontation wurde durch allmählichen Wandel von kleineren Herrschaften zu stärkeren Zentralgewalten vorbereitet. Der Fortschritt im Schiffsbau und die damit verbundene Mobilität sowohl im Krieg als auch beim Handel führte zu Reichtum und kultureller Blüte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikingerzeit

Und http://de.wikipedia.org/wiki/Norwegisch ... alromantik

Deine Definition, Wikinger = Räuber, ist so falsch wie die Behauptung, bei der Entstehung der nordischen Nationalstaaten hätte man sich auf Wikinger fokussiert und diese uminterpretiert. Gern geschehen.
Labskaus!

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Re: Sind die Wikinger ein Volk gewesen?

Beitragvon frems » Fr 4. Jul 2014, 20:00

Wasteland » Di 1. Jul 2014, 16:47 hat geschrieben:Soweit ich weiss gab es Wikinger unterschiedlicher kultureller Prägung, die dänischen, die schwedischen und die norwegischen...

Eher weniger. Man hatte seine überschaubaren Stämme und verstand sich in erster Linie als Teil dieser; und im weiteren Sinne als norrön, also die vom Norden. Wahlweise auch einfach als "die Nördlichen" bzw. "Nordmänner" übersetzt. Daraus entstanden dann nach und nach monarchische Strukturen, z.B. im nordnorwegischen Helgeland, in Götland, Schonen (Ursprung Dänemarks, heute Teil Schwedens) oder den Svear. Eine "einheitliche" Bezeichnung kam zu dem Zeitpunkt, wie so oft, da eher von außen. Und linguistisch kann man natürlich streiten, inwiefern sie wohl miteinander gemein hatten; just nach dem Spruch, wonach eine Sprache ein Dialekt mit Armee und Marine sei.
Labskaus!

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