gedenken? feiern?

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Quatschki
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Quatschki » Fr 6. Jul 2018, 20:08

Undercover04 hat geschrieben:(06 Jul 2018, 20:50)

Ja ist es. Ab er es geht doch darum DASS ein Gedenken stattfindet, nicht WANN

In unserer Zeit entscheidet sich, ob es in 50 Jahren überhaupt noch ein Niederlande oder Deutschland gibt, ob die Geschichte dieser Völker fortgeschrieben wird oder ein abgeschlossenes Kapitel wie die des byzantinischen Reiches sein wird.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon JohnnyWeissmüller » Fr 6. Jul 2018, 22:59

Alexyessin hat geschrieben:(08 May 2018, 08:43)

Es gibt kein Druckmittel. Da musst du was falsch verstanden haben.
Natürlich ist das ein Druckmittel! Wird ja auch fleißig genutzt.
:rolleyes:
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Fr 6. Jul 2018, 23:36

JohnnyWeissmüller hat geschrieben:(06 Jul 2018, 23:59)

Natürlich ist das ein Druckmittel! Wird ja auch fleißig genutzt.
:rolleyes:


Nennen Sie doch ganz unbedingt die Fälle, wo das Erinnern an den Naziterror angeblich fleißig als Druckmittel genutzt wird, damit wir uns alle darüber aufregen können. Es geht um hier und heute.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Aug 2018, 20:30

Undercover04 hat geschrieben:(06 Jul 2018, 20:50)

Ja ist es. Ab er es geht doch darum DASS ein Gedenken stattfindet, nicht WANN

hm, gib es dann eine deutlich umschreibung. für mich war es das nicht.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Aug 2018, 20:33

Quatschki hat geschrieben:(06 Jul 2018, 21:08)

In unserer Zeit entscheidet sich, ob es in 50 Jahren überhaupt noch ein Niederlande oder Deutschland gibt, ob die Geschichte dieser Völker fortgeschrieben wird oder ein abgeschlossenes Kapitel wie die des byzantinischen Reiches sein wird.

ich vermute, daß bei uns WK 2 und die folgen für die zukunft mehr zält als in anderen länder in europa.
wir hatten ja so lange friede gehabt, anders als anderswo.

das wird sich vermutlich auf die zukunft auswirken.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Mo 13. Aug 2018, 09:33

Nomen Nescio hat geschrieben:(12 Aug 2018, 21:33)

ich vermute, daß bei uns WK 2 und die folgen für die zukunft mehr zält als in anderen länder in europa.
wir hatten ja so lange friede gehabt, anders als anderswo.

das wird sich vermutlich auf die zukunft auswirken.


Hilft alles nichts: Wenn Du Frieden willst, dann sei auf den Krieg vorbereitet! Europas Sicherheitslage hat sich in den letzten 10 Jahren sehr verschlechtert. Wir wollten diese Entwicklung nicht wahr haben, und nun folgt das bittere Erwachen. Wie ich lesen konnte, stimmt eine absolute Mehrheit in Deutschland für eine Allgemeine Dienstpflicht, um etliche Versäumnisse in unserer Gesellschaft wieder aus zu gleichen. Ich meine, daß die Niederlande dem recht bald folgen sollten.

Allerdings müssen wir dankbar zur Kenntnis nehmen, daß wir in Mitteleuropa westlich der Elbe eine sehr lange und wunderbare Friedenszeit genossen haben. Da saß aber auch allen Nachbarn der Schreck in den Knochen, daß die kommunistische Weltrevolution über sie hinweg brausen könnte.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 15. Aug 2018, 06:17

15. august 1945 kapitulierten dire japaner in fernen osten und konnte man sagen »WK II ist vorbei«.

in vielen ländern (auch bei uns) wird an diesem tag gesonnen. die älteste schwester meiner großmutter z.b. starb durch ein KZ; ein großonkel von mir scheint dort als pfarrer durch seine predigte viel menschen indirekt das leben gerettet zu haben.
so wie ich ihn mich erinnere, benahm er sich wie ein lebendiger engel.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 15. Aug 2018, 07:18

H2O hat geschrieben:(08 May 2018, 09:17)
Aber daß wir Deutschen diesen Tag nun freudig als Befreiung vom Nazi-Joch feiern sollen, das erscheint mir denn doch zu viel des Abstands zum eigenen, selbst verschuldeten Schicksal unseres Volkes. Wir Deutschen mußten einen hohen Preis für die Verbrechen zahlen, die in unserem Namen verübt wurden.

Nicht "in unserem Namen" sondern "von uns".

Wenn ich historische Rundfunkaufnahmen aus den 50er Jahren höre ... nach dem Motto "aber wir (West)Berliner haben uns die Freiheit am Ende nicht nehmen lassen" ... Unsinn: Nazizeit, Shoah und WK2 waren von einer Mehrheit gewollt und befürwortet. Die NSDAP war eine mehrheitlich gewählte Partei.
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mi 15. Aug 2018, 07:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Mi 15. Aug 2018, 08:38

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Aug 2018, 08:18)

Nicht "in unserem Namen" sondern "von uns".

Wenn ich historische Rundfunkaufnahmen aus den 50er Jahren höre ... nach dem Motto "aber wir (West)Berliner haben uns die Freiheit am Ende nicht nehmen lassen" ... Unsinn: Nazizeit, Shoah und WK2 waren von einer Mehrheit gewollt und befürwortet. Die NSDAP war eine mehrheitlich gewählte Partei.


Ich halte nicht so sehr viel von der Schwarz-Weiß Malerei, in die Sie hier verfallen. Wir haben nun einmal Glück, daß wir hier und jetzt in Wohlstand und Freiheit leben können. Wer weiß schon, was wäre, wenn diese Grundlage für den inneren Frieden fehlte? Der Bund der zu kurz Gekommenen nähert sich bedenklich der 20%-Marke, und wo es besonders kurz ist, der 30%-Marke. Wollen Sie nun die restlichen 70% bis 80% für deren Treiben verantwortlich machen?
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon roadrunner » Sa 1. Sep 2018, 14:23

H2O hat geschrieben:(08 May 2018, 09:17)
... Aus meiner Sicht war auch das ein Kriegsverbrechen, für das die Siegermächte nie zur Verantwortung gezogen wurden....


:cool: Wenn 2 das Gleiche tun, so ist es noch immer nicht dasselbe
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Tom Bombadil » Sa 1. Sep 2018, 14:45

Ich bin ja immer noch dafür, den Sedantag wieder einzuführen :cool: Morgen darf gefeiert werden!
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 1. Sep 2018, 16:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Aug 2018, 08:18)
Die NSDAP war eine mehrheitlich gewählte Partei.

das ist nicht wahr
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 1. Sep 2018, 16:22

Hallo H2O.
H2O hat geschrieben:Hilft alles nichts: Wenn Du Frieden willst, dann sei auf den Krieg vorbereitet! Europas Sicherheitslage hat sich in den letzten 10 Jahren sehr verschlechtert. Wir wollten diese Entwicklung nicht wahr haben, und nun folgt das bittere Erwachen. Wie ich lesen konnte, stimmt eine absolute Mehrheit in Deutschland für eine Allgemeine Dienstpflicht, um etliche Versäumnisse in unserer Gesellschaft wieder aus zu gleichen. Ich meine, daß die Niederlande dem recht bald folgen sollten.

Allerdings müssen wir dankbar zur Kenntnis nehmen, daß wir in Mitteleuropa westlich der Elbe eine sehr lange und wunderbare Friedenszeit genossen haben. Da saß aber auch allen Nachbarn der Schreck in den Knochen, daß die kommunistische Weltrevolution über sie hinweg brausen könnte.
Der Tenor Deiner Aussage ist richtig:
    Frieden ist kein Selbstläufer - Frieden muß gepflegt und gehegt werden ... er muß ständig erarbeitet werden.
Obwohl auch innerhalb des Friedensbündnis EU zuletzt immer mehr Mitgliedsstaaten zunehmend auf nationale Themen setzen ... diese in den Vordergrund ihrer Bemühungen rücken, trotzdem sehe ich nicht, daß sich "Europas Sicherheitslage ... in den letzten 10 Jahren sehr verschlechtert" hat, besonders weigere ich mich zu glauben, daß so etwas wie kriegerische Auseinandersetzungen in Europa zukünftig möglich sein sollte. Daß Europa in derartige Konflikte hineingezogen wird - klar ... durchaus denkbar (zumal jeder EU-Mitgliedsstaat außerhalb der EU eigene Interessen verfolgt oder eigene Vorgeschichten hat) ... aber nichts dergleichen unter den Mitgliedsstaaten. Dafür sind Europas Demokratien zu stark.

Europa hat leidlich erfahren (müssen), was es bedeutet, wenn Krieg ein (legitimes) Mittel von Politik sein soll und ist. Daher darf man getrost davon ausgehen, daß alle irgendwie aus der Geschichte gelernt haben - auch wenn jeder ... jedes Land "nie wieder" anders interprtiert.

À propos - "Allgemeine Dienstpflicht":
    ich sehe das kritisch!
Erstens ... aber nicht nur, weil es einem Arbeitszwang recht nahe kommt - was ja gemäß unsere Verfassung mit Recht verboten ist, sondern weil damit lediglich Lücken gefüllt werden (sollen), die eventuell reguläre Arbeitsplätze verhindern würde.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Sa 1. Sep 2018, 16:41

Tom Bombadil hat geschrieben:(01 Sep 2018, 15:45)

Ich bin ja immer noch dafür, den Sedantag wieder einzuführen :cool: Morgen darf gefeiert werden!


Der 3. Oktober als Tag der Wiedervereinigung ist doch auch sehr schön... oder? Nur an Hutbürger und brüllende Hitlerverehrer kann ich mich nicht so richtig gewöhnen.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Sa 1. Sep 2018, 17:15

Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Sep 2018, 17:22)

Hallo H2O.Der Tenor Deiner Aussage ist richtig:
    Frieden ist kein Selbstläufer - Frieden muß gepflegt und gehegt werden ... er muß ständig erarbeitet werden.
Obwohl auch innerhalb des Friedensbündnis EU zuletzt immer mehr Mitgliedsstaaten zunehmend auf nationale Themen setzen ... diese in den Vordergrund ihrer Bemühungen rücken, trotzdem sehe ich nicht, daß sich "Europas Sicherheitslage ... in den letzten 10 Jahren sehr verschlechtert" hat, besonders weigere ich mich zu glauben, daß so etwas wie kriegerische Auseinandersetzungen in Europa zukünftig möglich sein sollte. Daß Europa in derartige Konflikte hineingezogen wird - klar ... durchaus denkbar (zumal jeder EU-Mitgliedsstaat außerhalb der EU eigene Interessen verfolgt oder eigene Vorgeschichten hat) ... aber nichts dergleichen unter den Mitgliedsstaaten. Dafür sind Europas Demokratien zu stark.

Europa hat leidlich erfahren (müssen), was es bedeutet, wenn Krieg ein (legitimes) Mittel von Politik sein soll und ist. Daher darf man getrost davon ausgehen, daß alle irgendwie aus der Geschichte gelernt haben - auch wenn jeder ... jedes Land "nie wieder" anders interprtiert.

À propos - "Allgemeine Dienstpflicht":
    ich sehe das kritisch!
Erstens ... aber nicht nur, weil es einem Arbeitszwang recht nahe kommt - was ja gemäß unsere Verfassung mit Recht verboten ist, sondern weil damit lediglich Lücken gefüllt werden (sollen), die eventuell reguläre Arbeitsplätze verhindern würde.


Tja, ich kann Ihr Wahrnehmungsvermögen leider nicht beeinflussen:

Ich sehe unsere europäische Sicherheitslage durch einen Interessenwandel der USA bedroht. Die USA waren immer unsere westliche Lebensversicherung und Unfallversicherung. Das ist nicht mehr so gewiß.

Rußland hat sich unter der Führung Putins zu einem gewaltbereiten Großstaat entwickelt, der nach Möglichkeit die Größe des Zarenreichs wieder anstrebt... zumindest "russische Erde einsammeln" will, die leider auch dort ist, wo die Sowjetunion und die Zarenherrschaft Russen durch Befehl angesiedelt hatten.

Die Türkei ist von einem besonders Deutschland freundschaftlich verbundenen Bündnisstaat zu einem Gegner geworden, der auf jeden Fall gesellschaftliche Verhältnisse anstrebt, die ihn von Europa entfernen und als Bündnispartner fragwürdig werden lassen. Gottlob hat die Türkei aber an Wehrhaftigkeit gehörig eingebüßt. Dafür hat die Türkei die Flüchtlingswaffe entdeckt, für die die EU tüchtig bezahlt.

Auf der anderen Seite des Mittelmeers hat sich Rußland wieder einen Brückenkopf verschafft, den es vielfältig nutzen kann. In Ägypten leben heute 90 Mio Menschen, die eines Tages auch ihr Recht auf ein gutes Leben einfordern werden... wie auch immer. Gleich daneben liegt Libyen, das zu einer Unsicherheitszone einander bekämpfender Stämme und Räuberbanden umgeschlagen ist.

Und in dem Durcheinander ringsum sind unsere Streitkräfte von Kopfzahl und Stand der Ausrüstung weit von einer echten Landesverteidigung entfernt; die EU zerlegt sich in Neid und Mißgunst von Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts.

Nun, vielleicht haben Sie stärkere Nerven als ich, solchen Bedrohungen tatenlos ins Auge zu sehen.

Eine allgemeine Dienstpflicht junger Leute sehe ich als Möglichkeit, eine Berufswahl oder ein Studium mit besser entwickelten Vorstellungen zu betrachten als in dem Eigenleben des "Raumschiffs Schule". Immerhin gibt es in der Dienstausübung alltägliche Berührung mit allen gesellschaftlichen Schichten, Berufen, Ämtern, Diensten und Landsmannschaften und Bildungsständen. Ich sehe darin eine gute Gelegenheit, sich in unsere vielfältige Gesellschaft dienend und empfangend ein zu bringen und ein Fremdeln aus behüteten Verhältnissen heraus ab zu bauen. Ein nachgeschobener Reifungsprozeß, der vor allem auch ein formales Ende nimmt für jene, die davon nichts halten... oder aber eine dauerhafte Bindung zu dienenden Funktionen in unsereren vielfältigen Diensten und auch in der Bundeswehr aufbaut. Da liegt leider sehr viel im Argen. Das war schon einmal besser!
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 1. Sep 2018, 19:07

Hallo H2O.
H2O hat geschrieben:... europäische Sicherheitslage ... Rußland ... USA ... Türkei
Ich wollte meine Einlassungen auch eher zur Situation innerhalb der EU verstanden wissen.

Klar, die Lage das Verhältnis zur USA oder zur Türkei ist nicht rosig - es kann schon nachdenklich machen, aber ich kann mir in der heutigen Zeit keinen militärischen Konflikt mit diesen Staaten vorstellen. Ebenso verhält es sich mit Putin. Niemand dürfte so verrückt sein und sehenden Auges einen Konflikt mit der NATO anzuzetteln versuchen ... ihn zu riskieren - zumal die beiden Erstgenannten Mitglied dieses Bündnisses sind.

Alles fing mit Bush jun. an ... ich betrachte die USA nach dem 9/11 als immer noch traumatisiert. Aber auch das jetzt dort sitzend Trumpeltier kann letztlich nicht alleine über Krieg und Frieden entscheiden - auch wenn er es gerne so hätte.
Vollkommen richtig:
    wir haben uns zulange auf das Miteinander und die Solidarität der NATO-Staaten verlassen - zukünftig müssen wir wieder selber etwas mehr für unsere Sicherheit tun ... aber europäisch.
      Europäische Armee mit eventuell europäisch-einheitlicher Einkaufspolitk, etc.
H2O hat geschrieben:Nun, vielleicht haben Sie stärkere Nerven als ich, solchen Bedrohungen tatenlos ins Auge zu sehen.
was heißt hier tatenlos? Erstens kann ich ... oder sonstwer hier im Forum eh nichts dran ändern - doch, Gedanken mache ich mir schon ... zumindest ist eine Diskussion darüber immer schön. Zweitens: meine liberale und ruhige Art mag daher rühren, daß ich in gewißer Weise ein Grundvertrauen auf einmal geschloßene Bündnisse habe?!?
H2O hat geschrieben:... die EU zerlegt sich in Neid und Mißgunst von Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts.
kann ich nicht erkennen. Ich sehe, daß einzelne Staaten ... bzw.: deren Landesherren anders denken, als der Rest der EU. Ich sehe, daß etwa Großbritanniens Bevölkerung Populisten auf den Leim gegangen ist. Ich sehe aber auch, daß teilweise diese Bevölkerung ihren Fehler erkannt haben und versuchen (wollen), ihn zu korrigieren. Ich sehe, daß Populisten auch in andern Ländern zunehmend an Einfluß zu gewinnen versuchen - es wird ihnen aber nicht gelingen, den Großteil der Bevölkerung in ihrem Sinne zu beeinflußen. Nur, Druck von Außen wird nicht helfen ... er wird eher das Gegenteil bewirken, so daß sich die Bevölkerung aus Trotz hinter ihrer Regierung versammelt. Ich sehe aber auf keinen Fall, daß die EU-Mitgliedsstatten auseinanderdrifften. Es hat schlimmere Krisen gegeben, die eher das Zeug dazu hatten, die EU zu spalten.
    Bankenkrise, Euro-Krise, ...
H2O hat geschrieben:Eine allgemeine Dienstpflicht junger Leute sehe ich als Möglichkeit, eine Berufswahl ... Ein nachgeschobener Reifungsprozeß ...
Die Überlegungen sind ja nicht ganz falsch, aber ich sehe darin eher die Gefahr, daß damit Lücken gefüllt werden (sollen), ... daß sich Firmen darauf verlassen, daß einige schon zu ihnen kommen werden.
    ... dies besonders unter den jetzigen Bedingen des (Fach-) Arbeitermangels - auch wenn Einge diesen noch nicht erkennen können oder wollen.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » Sa 1. Sep 2018, 19:46

Der Neandertaler hat geschrieben:(01 Sep 2018, 20:07)

Hallo H2O.Ich wollte meine Einlassungen auch eher zur Situation innerhalb der EU verstanden wissen.

Klar, die Lage das Verhältnis zur USA oder zur Türkei ist nicht rosig - es kann schon nachdenklich machen, aber ich kann mir in der heutigen Zeit keinen militärischen Konflikt mit diesen Staaten vorstellen. Ebenso verhält es sich mit Putin. Niemand dürfte so verrückt sein und sehenden Auges einen Konflikt mit der NATO anzuzetteln versuchen ... ihn zu riskieren - zumal die beiden Erstgenannten Mitglied dieses Bündnisses sind.

Alles fing mit Bush jun. an ... ich betrachte die USA nach dem 9/11 als immer noch traumatisiert. Aber auch das jetzt dort sitzend Trumpeltier kann letztlich nicht alleine über Krieg und Frieden entscheiden - auch wenn er es gerne so hätte.
Vollkommen richtig:
    wir haben uns zulange auf das Miteinander und die Solidarität der NATO-Staaten verlassen - zukünftig müssen wir wieder selber etwas mehr für unsere Sicherheit tun ... aber europäisch.
      Europäische Armee mit eventuell europäisch-einheitlicher Einkaufspolitk, etc.
was heißt hier tatenlos? Erstens kann ich ... oder sonstwer hier im Forum eh nichts dran ändern - doch, Gedanken mache ich mir schon ... zumindest ist eine Diskussion darüber immer schön. Zweitens: meine liberale und ruhige Art mag daher rühren, daß ich in gewißer Weise ein Grundvertrauen auf einmal geschloßene Bündnisse habe?!? kann ich nicht erkennen. Ich sehe, daß einzelne Staaten ... bzw.: deren Landesherren anders denken, als der Rest der EU. Ich sehe, daß etwa Großbritanniens Bevölkerung Populisten auf den Leim gegangen ist. Ich sehe aber auch, daß teilweise diese Bevölkerung ihren Fehler erkannt haben und versuchen (wollen), ihn zu korrigieren. Ich sehe, daß Populisten auch in andern Ländern zunehmend an Einfluß zu gewinnen versuchen - es wird ihnen aber nicht gelingen, den Großteil der Bevölkerung in ihrem Sinne zu beeinflußen. Nur, Druck von Außen wird nicht helfen ... er wird eher das Gegenteil bewirken, so daß sich die Bevölkerung aus Trotz hinter ihrer Regierung versammelt. Ich sehe aber auf keinen Fall, daß die EU-Mitgliedsstatten auseinanderdrifften. Es hat schlimmere Krisen gegeben, die eher das Zeug dazu hatten, die EU zu spalten.
    Bankenkrise, Euro-Krise, ...
Die Überlegungen sind ja nicht ganz falsch, aber ich sehe darin eher die Gefahr, daß damit Lücken gefüllt werden (sollen), ... daß sich Firmen darauf verlassen, daß einige schon zu ihnen kommen werden.
    ... dies besonders unter den jetzigen Bedingen des (Fach-) Arbeitermangels - auch wenn Einge diesen noch nicht erkennen können oder wollen.


Ich meine, daß unsere Streitkräfte unserer Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft entsprechend aufgestellt und ausgerüstet sein sollten. Das derzeitige Bild ist niederschmetternd. Und die Bedrohungslage hat sich seit etwa 6 Jahren ganz unübersehbar verfinstert... Georgien, Ukraine, Flugmanöver zur Einschüchterung, Drohungen... Unsere Regierung ist in der Sache von allen guten Geistern verlassen! Von und zu Guttenberg, der Star und Hochstapler!

Ich kann mir schon vorstellen, daß Rußland sich Provinzen von Nachfolgestaaten der SU einverleiben möchte. Eine davon heißt Krim. Die Gewalt dauert an, eine irgendwie zu respektierende Gegengewalt ist nicht zu befürchten. Handelsbeschränkungen und viel Zank darum.

Die Türkei braucht keine Soldaten, um die EU zu erschüttern. Die muß nur professionellen Schleusern freie Hand lassen; dann bekommen wir ungebetene Gäste ohne Zahl.

Daß ein größerer Staat der EU inzwischen einen chauvinistischen Innenminister sich austoben läßt... nicht bemerkt? Daß die europäische Rechtsstaatlichkeit in einigen Staaten vor die Hunde geht... so wären diese Mitglieder nie und nimmer zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden. Warum sehen Sie das nicht? Und sehen Sie eine gemeinsame Anstrengung, diese Entwicklung zu bekämpfen? Die EU ist krank bis ins Mark!

Richtig; die Dienstpflicht soll auch Lücken füllen helfen in allen möglichen Bereichen, von der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk bis hin zur Bundeswehr. Wer einen Vorschlag hat, wie das besser angegangen werden kann: Bitteschön! Jetzt sind diese Dienste erst einmal in Nöten... und so darf das nicht bleiben. Aus meiner Sicht geht es dabei um reine Selbsterhaltung unseres Gemeinwesens.
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Der Neandertaler » So 2. Sep 2018, 09:57

Hallo H2O.
H2O hat geschrieben:Ich meine, daß unsere Streitkräfte unserer Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft entsprechend aufgestellt und ausgerüstet sein sollten. Das derzeitige Bild ist niederschmetternd. Und die Bedrohungslage hat sich seit etwa 6 Jahren ganz unübersehbar verfinstert... Georgien, Ukraine, Flugmanöver zur Einschüchterung, Drohungen... Unsere Regierung ist in der Sache von allen guten Geistern verlassen! Von und zu Guttenberg, der Star und Hochstapler!
    D'accord!
H2O hat geschrieben:Ich kann mir schon vorstellen, daß Rußland sich Provinzen von Nachfolgestaaten der SU einverleiben möchte. Eine davon heißt Krim. Die Gewalt dauert an, eine irgendwie zu respektierende Gegengewalt ist nicht zu befürchten. Handelsbeschränkungen und viel Zank darum.
Auch hier: Übereinstimmung ... zumindest teilweise. Solange die ehemaligen UdSSR-Satellitenstaaten nicht freiwillig auf Russland und Putin zukommen, sehe ich keine Gefahr, daß Putin diese EU-Mitgliedsländer angreift, weil er "sich Provinzen von Nachfolgestaaten der SU einverleiben möchte." Wollen heißt aber nicht können und tun. Zudem sind diese Staaten auch Mitglieder der NATO - wer möchte sich, bei aller Unzulänglichkeit, mit der NATO als Ganzes anlegen? Selbst ein egomanischer und affektierter Putin dürfte wohl so nicht ha­sar­die­ren.
H2O hat geschrieben:Die Türkei braucht keine Soldaten, um die EU zu erschüttern. Die muß nur professionellen Schleusern freie Hand lassen; dann bekommen wir ungebetene Gäste ohne Zahl.
Das sehe ich ebenso. Es war auch ein Fehler der EU, sich derart Erdoğan und seinen narzisstischen Gepflogenheiten auszuliefern. Daß "wir ungebetene Gäste ohne Zahl" bekommen - Richtig!, aber dies ist wohl weniger die Ursache dieser "narzisstischen Gepflogenheiten", sondern: die Ursache ist eher in einer verfehlten "Wirtschaftshilfe" bzw. Wirtschaftspolitik zu sehen.
H2O hat geschrieben:Daß ein größerer Staat der EU inzwischen einen chauvinistischen Innenminister sich austoben läßt... nicht bemerkt? Daß die europäische Rechtsstaatlichkeit in einigen Staaten vor die Hunde geht... so wären diese Mitglieder nie und nimmer zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden. Warum sehen Sie das nicht?
Du meinst wohl Italien? Wenn das so ist:
    Sehe ich! Aber ...
Auch dieser "chauvinistische Innenminister" kocht nur mit Wasser. Zumal er ja das "Richtige" will: eine Verteilung der Flüchtlinge auf die gesamte EU. Es war nämlich ein Fehler, daß mit Abschluß der Dublin-Akte EU-Außenländer in Flüchlingsfragen praktisch allein gelassen werden sollten. Sie wären in Flüchlings-Hochzeiten heillos überfordert - zeigte dies doch die Vergangeheit in besorgniserregender Weise.
H2O hat geschrieben:Die EU ist krank bis ins Mark!
OK!
    ... aber Krankheiten kann man heilen!
Die EU ist schon öfters krankgeschrieben worden ... man hat sie schon öfters für tot erklärt und abgeschrieben - bisher hat sie noch immer überlebt und aus jeder Krise gelernt. Warum soll es nun anders sein?
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon H2O » So 2. Sep 2018, 10:36

Der Neandertaler hat geschrieben:(02 Sep 2018, 10:57)

Hallo H2O.
    D'accord!
Auch hier: Übereinstimmung ... zumindest teilweise. Solange die ehemaligen UdSSR-Satellitenstaaten nicht freiwillig auf Russland und Putin zukommen, sehe ich keine Gefahr, daß Putin diese EU-Mitgliedsländer angreift, weil er "sich Provinzen von Nachfolgestaaten der SU einverleiben möchte." Wollen heißt aber nicht können und tun. Zudem sind diese Staaten auch Mitglieder der NATO - wer möchte sich, bei aller Unzulänglichkeit, mit der NATO als Ganzes anlegen? Selbst ein egomanischer und affektierter Putin dürfte wohl so nicht ha­sar­die­ren.Das sehe ich ebenso. Es war auch ein Fehler der EU, sich derart Erdoğan und seinen narzisstischen Gepflogenheiten auszuliefern. Daß "wir ungebetene Gäste ohne Zahl" bekommen - Richtig!, aber dies ist wohl weniger die Ursache dieser "narzisstischen Gepflogenheiten", sondern: die Ursache ist eher in einer verfehlten "Wirtschaftshilfe" bzw. Wirtschaftspolitik zu sehen. Du meinst wohl Italien? Wenn das so ist:
    Sehe ich! Aber ...
Auch dieser "chauvinistische Innenminister" kocht nur mit Wasser. Zumal er ja das "Richtige" will: eine Verteilung der Flüchtlinge auf die gesamte EU. Es war nämlich ein Fehler, daß mit Abschluß der Dublin-Akte EU-Außenländer in Flüchlingsfragen praktisch allein gelassen werden sollten. Sie wären in Flüchlings-Hochzeiten heillos überfordert - zeigte dies doch die Vergangeheit in besorgniserregender Weise.OK!
    ... aber Krankheiten kann man heilen!
Die EU ist schon öfters krankgeschrieben worden ... man hat sie schon öfters für tot erklärt und abgeschrieben - bisher hat sie noch immer überlebt und aus jeder Krise gelernt. Warum soll es nun anders sein?


Sie verfolgen das Prinzip Hoffnung; wird schon gut gehen. Im Grunde nicht schlecht. Nach meinem Empfinden dauern diese Krisen schon viel zu lange an, ohne daß sich Lösungen abzeichnen. Vielleicht bin ich deshalb auch so sehr ernüchtert, was das europäische Projekt betrifft?
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Re: gedenken? feiern?

Beitragvon Der Neandertaler » So 2. Sep 2018, 14:11

Hallo H2O.
H2O hat geschrieben:Sie verfolgen das Prinzip Hoffnung; wird schon gut gehen.
Wird wohl an meiner rheinländischen Herkunft liegen?!?
    Kölsche Jrundjesetz - §3:
      "Et hät noch immer jot jejange!"
H2O hat geschrieben:Nach meinem Empfinden dauern diese Krisen schon viel zu lange an, ohne daß sich Lösungen abzeichnen. Vielleicht bin ich deshalb auch so sehr ernüchtert, was das europäische Projekt betrifft?
Ein Phänomen unserer heutigen Zeit, alles muß immer schneller sein - nie geht es schnell genug. Alles braucht aber seine Zeit.
    Kölsche Jrundjesetz - §5:
      "Et bliev nix, wie et wor!"
    Kölsche Jrundjesetz - §17:
      "Och dä raderdollste Aasch hät sing Visaasch!"
Übersetzung??
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