Bundestagswahl in Deutschland 2013

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Katenberg
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Katenberg » So 7. Jul 2013, 12:56

Fadamo » Sa 6. Jul 2013, 20:08 hat geschrieben:


KPD sicher :?: :s :?
Ist sie nicht in deutschland verboten :eek:
Von wann ist denn deine wahlliste :D


http://lmgtfy.com/?q=Kommunistische+Partei+Deutschlands

ooder:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunisti ... %281990%29

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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Officer Barbrady » Mo 8. Jul 2013, 06:59

Helmut III. » Sa 6. Jul 2013, 23:25 hat geschrieben:

Da sind aber für mich Die Violetten noch mehr eine Alternative für Deutschland als die Alternative für Deutschland. Die Violetten sind wenigstens lustig.


Schon klar, denn darauf, also den Unterhaltungswert, kommt es ja schließlich an, nicht wahr?
Leute, hört auf das, was der kleine grüne Mann euch sagt!

http://m.youtube.com/watch?v=BQ4yd2W50No
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NMA
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon NMA » Mo 8. Jul 2013, 07:21

Fadamo » Sa 29. Jun 2013, 19:49 hat geschrieben:


Aktive demokratie wäre zum beispiel eine volksabstimmung.
Teilnahme an bürgerentscheidungen nehme ich gar nicht wahr,weil es sich um belanglose , nicht interessante entscheidungen handelt.
Wenn dann möchte ich bei entscheidungen teilnehmen wenn es ums ganze geht.
Wie zum beispiel die einfuhr des euros,oder die wiedervereinigung.
Wahl eines bp,bk minister usw.
Aktive demokratie in der bundespolitik wäre nett.


Das ist einer der blödsinnigsten Beiträge, die ich hier im Forum in letzter Zeit gelesenen habe. Glücklicherweise dürfen Kasper wie du eben nicht über entscheidende Fragen der Politik abstimmen. Dabei käme doch nur schädlicher Unfug fürs Land raus.
Leute wie du sind weder in der Lage noch willens, sich ausreichend darüber zu informieren, was ihre Stimme bewirken würde und wären extrem empfänglich für jede Art von dümmstem Populismus. Und das sind die "Politnix", also die Bürger, die sich nicht für Politik interessieren und deshalb ihr Kreuzchen, wenn überhaupt, aus dem Bauchgefühl heraus setzen.
Zuletzt geändert von NMA am Mo 8. Jul 2013, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon pikant » Mo 8. Jul 2013, 10:30

Katenberg » Fr 28. Jun 2013, 22:54 hat geschrieben:Sehr geehrte Damen und Herren,

Im September findet die nächste Bundestagswahl in Deutschland statt. Hierbei steht mehr oder weniger das Duell zwischen Peer Steinbrück und Kanzlerin Angela Merkel im Mittelpunkt.
Neben den in den Landtagen, im Bundestag und im Europaparlament vertretenen Parteien:
- Christlich-Demokratische Union Deutschlands CDU
- Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD
- Christlich-Soziale Union in Bayern CSU
- DIE LINKE
- Freie Demokratische Partei Deutschlands FDP
- Bündnis 90 / Die Grünen
- Piratenpartei Deutschland PIRATEN
- Nationaldemokratische Partei Deutschlands NPD
- Freie Wähler FW
(- Alternative für Deutschland AFD)

(ausgenommen "BÜRGER IN WUT")

treten auch weitere Parteien zur Bundestagswahl an. Der Bundeswahlleiter spricht von ca. 64 Parteien.


http://www.wahlrecht.de/doku/presse/20130626-1.htm
http://www.wahlrecht.de/doku/presse/20130618-1.htm

Hierbei ergibt sich die Frage, inwiefern eine so hohe Anzahl von teilnehmenden Parteien bei sinkender Wahlbeteiligungen förderlich für eine aktive Demokratie sind.


eine Demokratie lebt von der Auswahl, die man hat und in einer Demokratie sollte man jedem eine Chance geben sich einzubringen und ich finde es gut, dass man in Deutschland relativ geringe Quoren hat fuer an einer Wahl teilzunehmen !

mir erschliesst sich der Zusammenhang zwichen teilnehmenden Parteien und Wahlbeteiligung nicht :rolleyes:
ich kann doch nicht die Zulassungsbestimmungen fuer Parteien an Wahlbeteiligungen festmachen?! - das gibt es in keinem Land auf der Welt!
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Der Neandertaler » Mo 8. Jul 2013, 10:34

New Model Army hat geschrieben:Das ist einer der blödsinnigsten Beiträge, die ich hier im Forum in letzter Zeit gelesenen habe. Glücklicherweise dürfen Kasper wie du eben nicht über entscheidende Fragen der Politik nicht abstimmen. Dabei käme doch nur schädlicher Unfug fürs Land raus.
Leute wie du sind weder in der Lage noch willens, sich ausreichend darüber zu informieren, was ihre Stimme bewirken würde und wären extrem empfänglich für jede Art von dümmstem Populismus. Und das sind die "Politnix", also die Bürger, die sich nicht für Politik interessieren und deshalb ihr Kreuzchen, wenn überhaupt, aus dem Bauchgefühl heraus setzen.
:thumbup: :thumbup: :thumbup:
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Der Neandertaler » Mo 8. Jul 2013, 11:34

Hallo pikant.
Es gibt formale Gründe für politischen Vereinigungen, die als Partei(en) zur Wahl zugelassen werden möchten, die diese erfüllen müssen. Dazu gehört ganz gewiß nicht die (eventuelle) Wahlbeteiligung. Auch die Anzahl der Parteien ist nicht daran oder damit ... dadurch begrenzt.

Formale Kriterien sind:
  • Parteien, ...
    • ... die im Deutschen Bundestag oder einem Landtag vertreten gewesen sind, werden bevozugt. Diese müssen allerdings 'ununterbrochen' mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten gewesen sein.
    • ... müssen den Antrag spätestens am neunzigsten Tag vor der Wahl dem Bundeswahlleiter eingereicht haben - mit Angabe, unter welchem Namen sich die Partei an der Wahl beteiligen will.
  • Der Antrag muß von mindestens drei Mitgliedern des Bundesvorstandes, darunter dem Vorsitzenden oder seinem Stellvertreter, persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein.
  • (Kreiswahl-) Vorschläge müssen außerdem von mindestens 200 'Wahlberechtigten' des Wahlkreises persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein. (die vielzitierten Unterstützungsunterschriften)
  • Auf Landesebene müssen Vorschläge oder Anträge außerdem von einem 1.000tel der Wahlberechtigten des Landes bei der letzten Bundestagswahl, jedoch höchstens 2.000 Wahlberechtigten, persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein.
Über diese Kriterien wacht der Bundeswahlausschuß.

Der Bundeswahlausschuß besteht aus:
  • dem Bundeswahlleiter
  • acht Beisitzern - diese werden vom Bundeswahlleiter berufenen, wobei Parteien ein Vorschlagsrecht haben, dieses soll in der Reihenfolge der Zweitstimmenergebnisse dieser Parteien berücksichtigt werden.
  • zwei Richtern des Bundesverwaltungsgerichts.
Sitzungen des Bundeswahlausschußes sind öffentlich.

Alle Klarheiten beseitigt?
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon relativ » Mo 8. Jul 2013, 12:37

New Model Army » Mo 8. Jul 2013, 07:21 hat geschrieben:
Das ist einer der blödsinnigsten Beiträge, die ich hier im Forum in letzter Zeit gelesenen habe. Glücklicherweise dürfen Kasper wie du eben nicht über entscheidende Fragen der Politik abstimmen. Dabei käme doch nur schädlicher Unfug fürs Land raus.
Leute wie du sind weder in der Lage noch willens, sich ausreichend darüber zu informieren, was ihre Stimme bewirken würde und wären extrem empfänglich für jede Art von dümmstem Populismus. Und das sind die "Politnix", also die Bürger, die sich nicht für Politik interessieren und deshalb ihr Kreuzchen, wenn überhaupt, aus dem Bauchgefühl heraus setzen.

So ist es. :thumbup:
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon pikant » Mo 8. Jul 2013, 14:07

Der Neandertaler » Mo 8. Jul 2013, 11:34 hat geschrieben:Hallo pikant.
Es gibt formale Gründe für politischen Vereinigungen, die als Partei(en) zur Wahl zugelassen werden möchten, die diese erfüllen müssen. Dazu gehört ganz gewiß nicht die (eventuelle) Wahlbeteiligung. Auch die Anzahl der Parteien ist nicht daran oder damit ... dadurch begrenzt.

Formale Kriterien sind:
  • Parteien, ...
    • ... die im Deutschen Bundestag oder einem Landtag vertreten gewesen sind, werden bevozugt. Diese müssen allerdings 'ununterbrochen' mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten gewesen sein.
    • ... müssen den Antrag spätestens am neunzigsten Tag vor der Wahl dem Bundeswahlleiter eingereicht haben - mit Angabe, unter welchem Namen sich die Partei an der Wahl beteiligen will.
  • Der Antrag muß von mindestens drei Mitgliedern des Bundesvorstandes, darunter dem Vorsitzenden oder seinem Stellvertreter, persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein.
  • (Kreiswahl-) Vorschläge müssen außerdem von mindestens 200 'Wahlberechtigten' des Wahlkreises persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein. (die vielzitierten Unterstützungsunterschriften)
  • Auf Landesebene müssen Vorschläge oder Anträge außerdem von einem 1.000tel der Wahlberechtigten des Landes bei der letzten Bundestagswahl, jedoch höchstens 2.000 Wahlberechtigten, persönlich und handschriftlich unterzeichnet sein.
Über diese Kriterien wacht der Bundeswahlausschuß.

Der Bundeswahlausschuß besteht aus:
  • dem Bundeswahlleiter
  • acht Beisitzern - diese werden vom Bundeswahlleiter berufenen, wobei Parteien ein Vorschlagsrecht haben, dieses soll in der Reihenfolge der Zweitstimmenergebnisse dieser Parteien berücksichtigt werden.
  • zwei Richtern des Bundesverwaltungsgerichts.
Sitzungen des Bundeswahlausschußes sind öffentlich.

Alle Klarheiten beseitigt?


ja!

habe dann aber noch einen Vorschlag fuer Katenberg, der zu viele Parteien fuer die Bundestagswahl zugelassen sieht!

man koennte ja eine Vorqualifikation machen :D ;)

alle Bundestagsparteien sind fuer die Wahl automatisch qualifiziert!
Der Rest ( 10 oder 15 Teilnehmer insgesamt) muesste durch eine Vorqualifikation 4 Wochen vor der eigentlichen Wahl - die prozentual Besten qualifizeren sich dann fuer die BTW mit 10 oder 15 Parteien!

haette den Vorteil, dass wir 2mal waehlen duerfen und im zweiten Wahlgang dann mehr Uebersichtlichkeit herrscht - Zudem koennten sich die kleinen Parteien schon in der Vorqualifikation dem breiten Publikum bekannt machen und die grossen Meanstreamheuler CDU, SPD, Gruene und Co. haetten bei der eigentlichen BTW starke, motivierte Konkurrenz, die schon voll im Spielbetrieb drin sind ;)
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Helmut III.
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Helmut III. » Mo 8. Jul 2013, 14:36

Officer Barbrady » Mo 8. Jul 2013, 06:59 hat geschrieben:Schon klar, denn darauf, also den Unterhaltungswert, kommt es ja schließlich an, nicht wahr?


Aber klar doch, die da oben machen doch eh was sie wollen. Gut, die Grünen und die SPD etwas anders als Union und Liberale. Aber letztendlich sind alle großen witschaftlichen, politischen und internationalen Zwängen unterworfen, dass die Unterschiede nicht allzu groß sind. Das Volk will unterhalten werden, Brot und Spiele. Ole!
Zuletzt geändert von Helmut III. am Mo 8. Jul 2013, 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
Freiheit bedeutet selber wählen zu dürfen wessen Sklave man ist.
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon pikant » Mo 8. Jul 2013, 14:51

Helmut III. » Mo 8. Jul 2013, 14:36 hat geschrieben:
Aber klar doch, die da oben machen doch eh was sie wollen. Gut, die Grünen und die SPD etwas anders als Union und Liberale. Aber letztendlich sind alle großen witschaftlichen, politischen und internationalen Zwängen unterworfen, dass die Unterschiede nicht allzu groß sind. Das Volk will unterhalten werden, Brot und Spiele. Ole!


es waehlt eben nicht jeder aus sozialem Gewissen links und ist froh, wenn Merkel weiter regiert, da es ihm dann nicht an den Geldbeutel geht :D

die meisten Menschen waehlen die Parteien, wo sie glauben, dass ihr Wohlstand gesichert bleibt!

wenn zudem 2/3 oeffentlich bekunden, dass es ihnen in Deutschland gut geht, ist die Tendenz fuer mal was anderes zu probieren, gering - diese Alternative schwarz-gelb, schwarz-rot oder rot-gruen reisst ja nicht gerade die Leute vom Hocker und macht den Wahlkampf nur sehr begrenzt spannend!
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Progressiver » Mo 8. Jul 2013, 16:55

pikant » Mo 8. Jul 2013, 14:51 hat geschrieben:
es waehlt eben nicht jeder aus sozialem Gewissen links und ist froh, wenn Merkel weiter regiert, da es ihm dann nicht an den Geldbeutel geht :D


Ist das jetzt Satire? Hast Du auch nur einen blassen Schimmer, was auf uns zukommt, wenn die Bürgschaften für Griechenland etc. fällig sind? Wer weiterhin Merkel wählt, entscheidet sich meines Erachtens auf lange Sicht für den Untergang.

die meisten Menschen waehlen die Parteien, wo sie glauben, dass ihr Wohlstand gesichert bleibt!


Tuns sie nicht. Die Mittelschicht schrumpft und schrumpft. Und dennoch wählen die Leute nicht gemäß ihrer Interessen. D.h. sie wählen wie die dümmsten Kälber, am liebsten ihre Schlächter selber. CDU und alle anderen etablierten Parteien sorgen vor allem dafür, dass es den Reichen gut geht und dass diese immer noch reicher werden, während Otto Normalverbraucher zunehmend in die Röhre guckt. Würden sie dagegen intelligenter wählen, würden sie ihr Kreuz lieber weiter links machen, damit sie nicht so tief fallen, wenn dennoch mal die Gefahr droht, aus der Mittelschicht abzusteigen.

wenn zudem 2/3 oeffentlich bekunden, dass es ihnen in Deutschland gut geht, ist die Tendenz fuer mal was anderes zu probieren, gering - diese Alternative schwarz-gelb, schwarz-rot oder rot-gruen reisst ja nicht gerade die Leute vom Hocker und macht den Wahlkampf nur sehr begrenzt spannend!


Das beweist nur, dass viele Wähler wie Lemminge immer weiter den gleichen Weg gehen, anstatt mal innezuhalten, zu überlegen und alles infrage zu stellen.
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon pikant » Di 9. Jul 2013, 07:25

Progressiver » Mo 8. Jul 2013, 16:55 hat geschrieben:
Ist das jetzt Satire? Hast Du auch nur einen blassen Schimmer, was auf uns zukommt, wenn die Bürgschaften für Griechenland etc. fällig sind? Wer weiterhin Merkel wählt, entscheidet sich meines Erachtens auf lange Sicht für den Untergang.



Tuns sie nicht. Die Mittelschicht schrumpft und schrumpft. Und dennoch wählen die Leute nicht gemäß ihrer Interessen. D.h. sie wählen wie die dümmsten Kälber, am liebsten ihre Schlächter selber. CDU und alle anderen etablierten Parteien sorgen vor allem dafür, dass es den Reichen gut geht und dass diese immer noch reicher werden, während Otto Normalverbraucher zunehmend in die Röhre guckt. Würden sie dagegen intelligenter wählen, würden sie ihr Kreuz lieber weiter links machen, damit sie nicht so tief fallen, wenn dennoch mal die Gefahr droht, aus der Mittelschicht abzusteigen.



Das beweist nur, dass viele Wähler wie Lemminge immer weiter den gleichen Weg gehen, anstatt mal innezuhalten, zu überlegen und alles infrage zu stellen.


wenn man mit den Argumenten am Ende ist, wird der Waehler beschimpft und der ist doof und ist an allem schuld!

nehme an ihre Kritik kommt von links und da wuerde ich mich an ihrer Stelle mal fragen, warum die Linkspartei vor allem im Westen immer schwaecher wird und warum im Osten nur jeder fuenfte diese Partei waehlen will!

es kann ja auch daran liegen, dass man der Partei nichts zutraut und der Waehler sie nicht so ueberzeugend findet wie CDU, SPD oder Gruene!
es koennte also auch an der Partei liegen und nicht am Waehler :D - kleiner Tipp da von Pikant!
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Gregorius I » Di 9. Jul 2013, 19:58

Progressiver » Mo 8. Jul 2013, 17:55 hat geschrieben:Ist das jetzt Satire? Hast Du auch nur einen blassen Schimmer, was auf uns zukommt, wenn die Bürgschaften für Griechenland etc. fällig sind? Wer weiterhin Merkel wählt, entscheidet sich meines Erachtens auf lange Sicht für den Untergang.



"Untergang"? Wie soll der denn aussehen?

Diese Panikmache angesichts der Kredithilfen halte ich für vollkommen überzogen. Sie dienen ja dem Zweck, jede Form von "Untergang" zu verhindern statt ihn herbeizuführen. Außerdem beinhaltet die eine oder andere politische Entscheidung eben auch gewisse Risiken. Das gehört zum politischen Geschäft. Politiker, die keinerlei politische Risiken eingehen wollen, bewegen letztlich nichts, sondern bewirken bestenfalls Stillstand. Europa aber muss sich entwickeln!


Tuns sie nicht. Die Mittelschicht schrumpft und schrumpft. Und dennoch wählen die Leute nicht gemäß ihrer Interessen. D.h. sie wählen wie die dümmsten Kälber, am liebsten ihre Schlächter selber. CDU und alle anderen etablierten Parteien sorgen vor allem dafür, dass es den Reichen gut geht und dass diese immer noch reicher werden, während Otto Normalverbraucher zunehmend in die Röhre guckt. Würden sie dagegen intelligenter wählen, würden sie ihr Kreuz lieber weiter links machen, damit sie nicht so tief fallen, wenn dennoch mal die Gefahr droht, aus der Mittelschicht abzusteigen.



Dass die Bürger "wie die dümmsten Kälber, am liebsten ihre Schlächter selber" wählen, ist ein nettes Sprichwort, aber dennoch verfehlt, weil die Menschen keine bewusste Neigung in dieser Richtung haben. Ob es den Menschen gut geht oder nicht, ob ihre Einkommen auskömmlich sind oder nicht, ist mehr ein gesamtgesellschaftliches als politisches Problem. Löhne handeln nicht Politiker, sondern Tarifparteien aus. Die Politik setzt nur gewisse Rahmenbedingungen, die, das gebe ich gerne zu, in einigen Bereichen dringend einer Überarbeitung bedürfen, z. B. höhere Steuern für Großeinkommen. Aber Wahlentscheidungen beschränken sich nicht nur auf materielle Gesichtspunkte!


Das beweist nur, dass viele Wähler wie Lemminge immer weiter den gleichen Weg gehen, anstatt mal innezuhalten, zu überlegen und alles infrage zu stellen.



Das klingt fast so, als ob jemand arge Zweifel an unserer Form der Demokratie hat, weil er den Wähler eher für unmündig hält.
Errare humanum est, perseverare diabolicum.

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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Progressiver » Fr 12. Jul 2013, 23:19

pikant » Di 9. Jul 2013, 07:25 hat geschrieben:
wenn man mit den Argumenten am Ende ist, wird der Waehler beschimpft und der ist doof und ist an allem schuld!

nehme an ihre Kritik kommt von links und da wuerde ich mich an ihrer Stelle mal fragen, warum die Linkspartei vor allem im Westen immer schwaecher wird und warum im Osten nur jeder fuenfte diese Partei waehlen will!


Vermutlich Resignation. Wer die LINKE wählt, hat wenigstens noch den Mut zum Widerstand bzw. darauf, etwas verbessern zu können. Der Rest hält gleich alle Politiker für korrupt und resigniert eben.

es kann ja auch daran liegen, dass man der Partei nichts zutraut und der Waehler sie nicht so ueberzeugend findet wie CDU, SPD oder Gruene!
es koennte also auch an der Partei liegen und nicht am Waehler :D - kleiner Tipp da von Pikant!


Wieso sinkt die Wahlbeteiligung dann von Wahl zu Wahl? Warum wenden sich dann immer mehr Menschen angewidert von dem ganzen Politikzirkus ab? Sicher, die Rentnerkohorten der Union gehen noch wählen. Aber dass das Wahlvolk in seiner Gesamtheit zufrieden sein soll, halte ich für eine Legende.
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Progressiver » Fr 12. Jul 2013, 23:56

Gregorius I » Di 9. Jul 2013, 19:58 hat geschrieben:

"Untergang"? Wie soll der denn aussehen?


Suche es Dir aus: Deutschland droht am Ende der Staatsbankrott und/oder eine Verarmung der Massen fast wie in Griechenland. Vielleicht nicht sofort. Aber dann umso mehr, wenn den Leuten "alternativlos" ihre Löhne gekürzt werden bzw. das Rentenniveau radikal abgesenkt wird. Wie das dann aussieht, weiß ich auch nicht. Aber entweder versinkt das Land in Agonie. Oder wir werden es mit gewaltsamen Ausschreitungen der Verzweifelten zu tun bekommen, wie man es nur in den Pariser Banlieus oder in Großbritannien erlebt hat. Und warum wohl will die Regierung denn unbedingt die Armee zur Aufstandsbekämpfung im Inneren einsetzen, wenn sie nicht mit Absicht auf so eine Situation hinarbeitet?

Diese Panikmache angesichts der Kredithilfen halte ich für vollkommen überzogen. Sie dienen ja dem Zweck, jede Form von "Untergang" zu verhindern statt ihn herbeizuführen.[


Ja, den Untergang der Banksters. Dies wird verhindert, indem man ihnen ganze Völker opfert.

Außerdem beinhaltet die eine oder andere politische Entscheidung eben auch gewisse Risiken. Das gehört zum politischen Geschäft. Politiker, die keinerlei politische Risiken eingehen wollen, bewegen letztlich nichts, sondern bewirken bestenfalls Stillstand. Europa aber muss sich entwickeln!


Europa als demokratische Idee, verbunden mit dem Gedanken für "Wohlstand für alle", wird abgewickelt.

Dass die Bürger "wie die dümmsten Kälber, am liebsten ihre Schlächter selber" wählen, ist ein nettes Sprichwort, aber dennoch verfehlt, weil die Menschen keine bewusste Neigung in dieser Richtung haben. Ob es den Menschen gut geht oder nicht, ob ihre Einkommen auskömmlich sind oder nicht, ist mehr ein gesamtgesellschaftliches als politisches Problem.


Komisch. Es gab mal Zeiten, in denen sich die Politiker für das Wohl der Menschen verantwortlich gefühlt haben, anstatt die Leute hinters Licht zu führen und den Finanzhaien zu dienen. Aber das ist wohl Schnee von gestern.

Löhne handeln nicht Politiker, sondern Tarifparteien aus. Die Politik setzt nur gewisse Rahmenbedingungen, die, das gebe ich gerne zu, in einigen Bereichen dringend einer Überarbeitung bedürfen, z. B. höhere Steuern für Großeinkommen.


Was haben denn eigentlich Leiharbeiter, Leute mit Werkverträgen oder in HartzIV gezwungene arbeitende Menschen für eine Tarifmacht? Und welche haben die vielen Praktikanten, die für fast nichts arbeiten müssen? Wer wieviel Lohn bekommt, wird eben auch politisch bestimmt. Und HartzIV heißt nicht von ungefähr "Armut per Gesetz".

Aber Wahlentscheidungen beschränken sich nicht nur auf materielle Gesichtspunkte!


Wir bestehen aber zuallererst aus Materie. Und wenn man materiell ausgebeutet und erniedrigt wird, dann helfen auch die Sonntagsreden der Politiker nicht als Ausgleich.

Das klingt fast so, als ob jemand arge Zweifel an unserer Form der Demokratie hat, weil er den Wähler eher für unmündig hält.


1. leben wir nicht nur nach Colin Crouch im Zeitalter der Postdemokratie.

2. gehöre ich zu denjenigen, die es noch nicht aufgegeben haben, an die Vernunftfähigkeit der Wähler zu glauben und zu appellieren. Ich denke, das Zeitalter der Aufklärung hat die Menschen nur unvollkommen erreicht. Dabei bräuchte es gerade jetzt viele mündige Bürger, die nicht einfach nur alles schlucken, was die Politik ihnen reinzuwürgen versucht, sondern im Gegenteil offene und kämpferische Menschen, die sich den Ungerechtigkeiten entgegenstellen, die die herrschenden Eliten ihnen versuchen anzutun. Ja, und Demokratie sollte im Übrigen nicht nur darin bestehen, dass wir heute zwischen zwanzig verschiedenen Ketchupsorten wählen können, sondern dass die Bürger auch politisch etwas zu sagen haben -was aber in der Praxis kaum noch der Fall ist.
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Der Neandertaler » Sa 13. Jul 2013, 12:47

Hallo Progressiver.
Ich bin mal so frech und misch mich ein ...kurz, ganz kurz nur, versprochen.
Progressiver hat geschrieben:Ist das jetzt Satire? Hast Du auch nur einen blassen Schimmer, was auf uns zukommt, wenn die Bürgschaften für Griechenland etc. fällig sind?
Zweite Frage zuerst:
    Man kann davon ausgehen, daß einige Kreditzusagen irgendwann fällig werden, JA!
      (zumindest durch diverse Schuldenschnitte)
    Es kann aber genauso gut sein, daß Griechenland wieder auf die Beine kommt und diese Gelder nicht fällig werden. So oder so, Angst habe ich nur vor der Vorstellung eines Domino-Effektes.
Ich frage mich nämlich folgendes:
    Wenn ein Land wie Griechenland, daß meines Wissens 0,5%-Anteil am wirtschaftlichen EU-Markt hat, wenn solch ein Land der EU solch gewaltige Kopfschmerzen bereitet, so daß niemand weiß, ob der Rest der EU diesem Land helfen soll, oder ob man dieses Land quasi pleite gehen lassen soll, dann frage ich mich (und möchte mir nicht vorstellen) wie es aussehen würde und welche Auswirkungen auf uns es hätte, wenn eines oder mehrerere der größeren Länder - wie Spanien, Italien oder gar Frankreich - vor diesen Problemen steht.
      ... wenn wir uns dann die selben Fragen dann stellen müssen?
Gerade französische Banken sind sehr tief in Griechenland involviert.
Davor hat man Angst gehabt und hat sie auch noch immer. Niemand kann seriös berechnen, wie hoch der Bertrag ist, wenn man dieses oder jenes Land in eine "geregelten Insolvenz" (Roesler) überführt ? Es hängen daran so viele Unbekannte, so daß dies niemand genau berechnen kann, niemand der seriös argumentiert. Andersherum kann man sehr wohl inetwa oder (fast) genau sagen, was es uns kostet, sollten die Zahlungen fällig werden.

Zur ersten Frage möchte ich auch noch meinen Senf zugeben:
    Da ich glaube, daß es bei der diesjährigen Kreuzigungsparade auf eine Große Koalition hinausläuft (warum sollte sonst Steinbrück recht sanft mit Merkel umgehen? ... er braucht sie ja noch!), da dies der Fall sein dürfte, kann ich verstehen, daß einige die SPD wählen - in der Gewißheit, daß trotzdem Merkel weiter regiert, weil es für Rot-Grün ohne die SED/PDS/Linken nie reichen wird. Aber um die soziale Komponente einigermaßen zu sichern, ...
Obwohl ich die FDP auch noch nicht ganz abschreiben würde. Gerade bei Bundestagswahlen, wählt der Wähler taktisch.
    (zuletzt zu beobachten: NRW-Wahl - FDP laut Hochrechnung: Vier Prozent - herausgekommen sind Acht.)
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Re: Bundestagswahl in Deutschland 2013

Beitragvon Gregorius I » Sa 13. Jul 2013, 18:07

Progressiver » Sa 13. Jul 2013, 00:56 hat geschrieben:
Suche es Dir aus: Deutschland droht am Ende der Staatsbankrott und/oder eine Verarmung der Massen fast wie in Griechenland. Vielleicht nicht sofort. Aber dann umso mehr, wenn den Leuten "alternativlos" ihre Löhne gekürzt werden bzw. das Rentenniveau radikal abgesenkt wird. Wie das dann aussieht, weiß ich auch nicht. Aber entweder versinkt das Land in Agonie. Oder wir werden es mit gewaltsamen Ausschreitungen der Verzweifelten zu tun bekommen, wie man es nur in den Pariser Banlieus oder in Großbritannien erlebt hat. Und warum wohl will die Regierung denn unbedingt die Armee zur Aufstandsbekämpfung im Inneren einsetzen, wenn sie nicht mit Absicht auf so eine Situation hinarbeitet?



So, wie in den Kommunen, Ländern und im Bund gewirtschaftet wird, könnte längerfristig ein Staatsbankrott Deutschlands drohen. Das sind innere Probleme, die Deutschland lösen muss. Es wäre politisch unklug, sich von diesen inneren Problemen die Außenpolitik diktieren zu lassen.

Der Einsatz der Bundeswehr im Inneren ist an gewisse Bedingungen geknüpft. Ihr Einsatz gegen Randalierer oder Demonstranten ist nicht erlaubt.



Ja, den Untergang der Banksters. Dies wird verhindert, indem man ihnen ganze Völker opfert.



Ich warne vor Übertreibungen! Schließlich haben auch die sog. "kleinen Leute" ihre Spargroschen auf den Banken. Trotz aller Fehler, die bei der Krisenbewältigung gemacht wurden und auch noch gemacht werden, trotz divergierender Meinungen über die Sinnhaftigkeit mancher Maßnahmen, so ist zu konstatieren, dass der Euroraum bisher relativ stabil ist. Offenbar wurde nicht alles falsch gemacht.

Der Vorwurf, irgendjemand habe beabsichtigt oder in Kauf genommen, dass man "ganze Völker opfert", ist wohl eine bewusste Übertreibung. In erster Linie sind die in die Krise geratenen Staaten selbst dafür verantwortlich, dass viele Bürger ohne ein zureichendes Sozialsystem dastehen und zu verelenden drohen. Ich gebe aber zu, dass die europäischen Politiker, die diese Gefahr durchaus erkannt hatten und auch ein Investitionsprogramm auflegen wollten, in dieser Hinsicht bis heute viel zu zögerlich agieren!



Europa als demokratische Idee, verbunden mit dem Gedanken für "Wohlstand für alle", wird abgewickelt.



Totgesagte leben länger! Und einen Selbstmord aus Angst vor dem Tode möchte ich keinesfalls empfehlen!



Komisch. Es gab mal Zeiten, in denen sich die Politiker für das Wohl der Menschen verantwortlich gefühlt haben, anstatt die Leute hinters Licht zu führen und den Finanzhaien zu dienen. Aber das ist wohl Schnee von gestern.



Zu einseitige Betrachtungsweisen sind wenig hilfreich. Man sollte nicht allen Politikern pauschal vorwerfen, das Wohl des deutschen Volkes permanent zu missachten.



Was haben denn eigentlich Leiharbeiter, Leute mit Werkverträgen oder in HartzIV gezwungene arbeitende Menschen für eine Tarifmacht? Und welche haben die vielen Praktikanten, die für fast nichts arbeiten müssen? Wer wieviel Lohn bekommt, wird eben auch politisch bestimmt. Und HartzIV heißt nicht von ungefähr "Armut per Gesetz".



Gefordert sind hier insbesondere die Gewerkschaften! Was tun sie gegen Leiharbeit? Dumpinglöhne? Ausbeutung? Wann gab es den letzten Generalstreik in Deutschland?



Wir bestehen aber zuallererst aus Materie. Und wenn man materiell ausgebeutet und erniedrigt wird, dann helfen auch die Sonntagsreden der Politiker nicht als Ausgleich.



Sicher, wir bestehen aus "Materie", wie die Tiere auch. Unser Gehirn und Verstand macht uns zu Menschen und Persönlichkeiten. Diese Persönlichkeiten sollten in der Lage sein, ihr Leben nicht nur materiell zu begreifen, auch wenn das aufgrund der Mentalität, die die deutsche Gesellschaft entwickelt hat, für viele schwierig erscheinen mag. Aber mündige Bürger, die demokratisch mitbestimmen wollen, sollten das können.



1. leben wir nicht nur nach Colin Crouch im Zeitalter der Postdemokratie.

2. gehöre ich zu denjenigen, die es noch nicht aufgegeben haben, an die Vernunftfähigkeit der Wähler zu glauben und zu appellieren. Ich denke, das Zeitalter der Aufklärung hat die Menschen nur unvollkommen erreicht. Dabei bräuchte es gerade jetzt viele mündige Bürger, die nicht einfach nur alles schlucken, was die Politik ihnen reinzuwürgen versucht, sondern im Gegenteil offene und kämpferische Menschen, die sich den Ungerechtigkeiten entgegenstellen, die die herrschenden Eliten ihnen versuchen anzutun. Ja, und Demokratie sollte im Übrigen nicht nur darin bestehen, dass wir heute zwischen zwanzig verschiedenen Ketchupsorten wählen können, sondern dass die Bürger auch politisch etwas zu sagen haben -was aber in der Praxis kaum noch der Fall ist.



"Postdemokratie" - auch so ein inhaltsleeres Modewort. Aber lassen wir das.

Ich gebe dir darin Recht, dass die Ideen der Aufklärung weder damals noch heute der großen Mehrheit der Staatsbürger wirklich präsent waren/sind oder noch irgendwelche direkten Einflüsse ausüben. Was "mündige Bürger" ausmacht, darüber müsste irgendwann noch einmal intensiv nachgedacht werden. Allein das Erreichen des 18. Lebensjahres trägt dazu nichts bei, selbst das Jugendstrafrecht wird noch Jahre danach angewandt, was vielsagend ist. Angesichts der reduzierten Bildung, die gerade in den unteren Schichten des Volkes bereits zu einer zunehmenden Nichtbeherrschung der grundlegenden Kulturtechniken führt, sehe ich nicht, wie solche Menschen befähigt werden könnten, zu politischer Urteilsfähigkeit zu gelangen, um "auch politisch etwas zu sagen (zu) haben". Insofern muss sehr sorgfältig überlegt werden, ob überhaupt und in welchen Bereichen vom Konzept der bisher bewährten repräsentativen Demokratie abgewichen werden kann zugunsten einer stärkeren Beteiligung des Volkes.
Errare humanum est, perseverare diabolicum.

Augustinus

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