Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

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gallerie
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon gallerie » So 4. Sep 2016, 14:40

Fazer hat geschrieben:(02 Sep 2016, 14:18)

Du wirfst da m.E. Themen durcheinander.

Wiki oder Google nutzen, ist dasselbe wie in ein Lexikon zu schauen - ich habe eine Frage, sehe nach. Nur das Medium ist anders.


...Falsch!
Die Informationen die Google bzw Wiki liefern dienen bestenfalls am Biertisch zu argumentieren.
Wissenschaftlich gesehen sind die Infos sehr fragwürdig zum Teil falsch oder ungenau.
Versuche einmal eine wissenschaftliche Arbeit mit Quellenangaben von wiki zu erstellen.
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Kael
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Kael » So 4. Sep 2016, 18:24

gallerie hat geschrieben:(04 Sep 2016, 15:40)

...Falsch!
Die Informationen die Google bzw Wiki liefern dienen bestenfalls am Biertisch zu argumentieren.
Wissenschaftlich gesehen sind die Infos sehr fragwürdig zum Teil falsch oder ungenau.
Versuche einmal eine wissenschaftliche Arbeit mit Quellenangaben von wiki zu erstellen.
Jeder Prof in Deutschland haut die Arbeit um die Ohren!


Dahingehend gibt es auch genügend Quellen im Internet, außerhalb von Wiki, die funktionfähig sind.
Selbst in 'Büchern' findet man oft genug veraltete Thesen die heutzutage widerlegt sind und wo man die neuen, aktuellen Thesen finden kann.
Da kommt es eigentlich hauptsächlich auf einen selbst an, ob man die Quelle als 'wahrheitsgemäß' empfindet oder nicht. Und wenn es zweifel gibt muss man sie eben prüfen.
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gallerie
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon gallerie » So 4. Sep 2016, 18:44

Kael hat geschrieben:(04 Sep 2016, 19:24)

Dahingehend gibt es auch genügend Quellen im Internet, außerhalb von Wiki, die funktionfähig sind.

...da gebe ich dir recht!
Für diese qualifizierten wissenschaftlichen Quellen musst du allerdings zahlen.
Dafür hast du aber die Sicherheit, dass diese Quellen bei deiner wissenschaftlichen Arbeit anerkannt werden.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Fazer » Mo 5. Sep 2016, 00:39

gallerie hat geschrieben:(04 Sep 2016, 15:40)

...Falsch!
Die Informationen die Google bzw Wiki liefern dienen bestenfalls am Biertisch zu argumentieren.
Wissenschaftlich gesehen sind die Infos sehr fragwürdig zum Teil falsch oder ungenau.
Versuche einmal eine wissenschaftliche Arbeit mit Quellenangaben von wiki zu erstellen.
Jeder Prof in Deutschland haut die Arbeit um die Ohren!


Der Vergleich ist Unsinn. Mit dem Brockhaus schreibst du auch keine Doktorarbeit. Und Wiki ersetzt letzten Endes Lexika wie den Brockhaus, und im übrigen mit einem Detailgrad und einer Richtigkeit, die immer wieder überrascht. Durch die hinterlegten Links kann man Behauptungen auch ohne weiteres überprüfen. Wiki ist für alle Wissensfragen erste Anlaufstation - VTler fühlen sich da bei einigen Themen allerdings sicherlich nicht so wohl.

Insoweit, um es zu wiederholen: Wiki ersetzt Lexika, bietet aber inhaltlich die gleiche Art von Information und Suchweise. Wer aber Karten nicht mehr lesen kann, weil er nur noch Navi oder Googlemaps nutzt, der verlernt, seinen Weg zu finden. Die Leute verstehen teilweise nicht mal mehr, wie Stadtteile oder Städte zueinander geordnet sind, in der Hinsicht machen die technischen Hilfsmittel m.E. die Leute "dumm".
Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten vor ihr fürchten. (George Bernard Shaw)
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon stepstors » Mi 26. Jul 2017, 11:29

Der Neandertaler hat geschrieben:(25 Jul 2016, 16:00)

In der FAZ wurde die Frage gestellt:
    "Macht uns Google dumm?"
Angesicht dessen, daß Wissen immer und überall verfügbar ist, mag die Frage aktuell sein - weil: warum sich Wissen durch lernen aneignen, wenn man "mal eben googlen" kann, ... so halte ich sie hier dennoch für falsch gestellt.

Manfred Spitzer spricht in seinem gleichnamigen Buch von "digitaler Demenz". Er schreibt und beschreibt darin, daß der Computergebrauch Nebenwirkungen hat. STIMMT! Wo Wirkung ist, sind auch Nebenwirkungen. Die Auswirkungen sind aber nicht trivial zu erfassen.

Aber wenn doch:
    sie werden mit kurzen, gutmeinenden, aber ebenso unkritischen Argumenten abgeschmettert.
Wobei:
    vielfach wird Argument mit Meinung verwechselt!


Ich bin der Meinung, Google macht nicht unbedingt dumm, aber definitiv FAUL. Von Demenz würde ich keinesfalls reden. Aber Google ist gleichzeitig auch eine feine Sache, man muss nicht immer in die Bibliothek um sich Wissen anzueignen. Just my 2 Cents!
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 28. Jul 2017, 20:09

Fazer hat geschrieben:Der Vergleich ist Unsinn.
genau das kann man auch auf die Aussage "Google macht nicht unbedingt dumm, aber definitiv FAUL" von stepstors anwenden.

Nun ich besitze komplette Ausgaben verschiedener Enzyklopädien - darunter auch eine aus dem 19. Jahrhundert - wunderhübsch - aber allen gemeinsam - hoffnungslos veraltet. Dazu kommt die enthaltenen Artikel sind minimal, eine Suche gestaltet sich extrem aufwendig, wenn, warum auch immer, der Fokus erweitert werden muss. Wer (zunächst) keinerlei Ahnung zu bestimmten Sachverhalten hat, kann sich über die Suchmaschinen (es soll ja da noch andere neben Google geben) zunächst eine Überblick verschaffen.

Es ist einfach zeitgemäß sich solcher Methoden zu bedienen. Schlicht, weil es sie gibt. Wenigstens eine gute Allgemeinbildung vorausgesetzt, kommt jeder mit dem Angebot im WWW zurecht. Wer unfähig ist die richtigen Fragen zu stellen, wird auch mit diesem Instrument weiter seinen eigenen eher flachen Horizont für das Nonplusultra halten.

Wie kann jemand, der wenigstens soweit geht, sich Fragen über eine Suchmaschine beantworten lassen, "faul" genannt werden :?: Wer dieses nützliche Tool NICHT nutzt, obwohl es nur einige paar Klicks benötigt es zu nutzen, der ist wahrhaft faul. Lässt sich hier im Forum leider oft "bewundern", obwohl die skurrile Antwort nach eine schon oberflächlichen Nutzung einer Suchmaschine wesentlich klüger ausgefallen wäre, sind nicht wenige schlicht zu faul zu suchen - oder sie wollen einfach nicht durch abweichende Tatsachen in ihren dubiosen Meinungen "gestört" werden.

Ich wollte, ich hätte wenigstens in einem Teil meines früheren Berufslebens (inkl. Privatleben) solche Möglichkeiten gehabt mich - ja - weiterzubilden. Wer an einem Punkt angekommen ist, wo er / sie mehr benötigt, als sich eventuell im WWW finden lässt, kann ja ebenfalls mit Hilfe von Suchmaschinen unter passender Literatur wählen - ich bin inzwischen völlig auf E-Books eingeschwenkt, weil man von dort aus bei Bedarf direkt ins WWW "springen" kann um einzelne Begriffe oder was auch immer nachzuschlagen.

Was soll denn da "Demenz" herbeiführen, wenn einem nun Informationen gleich audiovisuell zum Text zur Verfügung stehen ? Den "Denkapparat" nicht zu nutzen, sich nicht permanent selbst Anforderungen zu stellen, das führt wohl eher in diese Art von Demenz. Wer sich die Geschichte der Medien ansieht, wird schnell erkennen, bei jeder gravierenden Veränderung wurde der Unsinn der dazu "befürchtend veranstaltet wurde", exponentiell mit der Zahl derer, welche entweder keine Ahnung davon haben oder schlicht jeden Fortschritt schon deswegen ablehnen, weil das in ihre kleine und sehr geschlossenen Welt nicht passt, größer und größer... :?

Was WIKIPEDIA angeht (Faser hat das ja schon deutlich gemacht), immerhin sind die Informationen erstaunlich oft vollkommen "up to date", etwas, was kein Papiernachschlagewerk je bieten konnte. Bis eine Neuauflage in den Läden war, waren die "neusten" Informationen darin wenigstens 2 Jahre alt. Auch dort floss neben der eigentlichen Information die Meinung - Wertung - der Bearbeiter oft auch der politische Hintergrund der Eigner ein. Das dies auch auf tausende von WIKI zutrifft, ist völlig normal - es liegt bei Nutzer mindesten minimale "Umfeld-Recherchen" zu betreiben. Wer glaubt, irgendwo - Vergangenheit oder Gegenwart - mit "absoluten Wahrheiten" ohne jedwede "Meinung" bedient zu werden, muss noch viel dazulernen. :p
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Fuerst_48 » Fr 28. Jul 2017, 21:02

Dumm nicht...aber abhängig. Und bei Ausfall - ratlos und hilflos.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon immernoch_ratlos » So 30. Jul 2017, 21:43

Fuerst_48 hat geschrieben:Dumm nicht...aber abhängig. Und bei Ausfall - ratlos und hilflos.
Na das ist ein treffendes Argument :thumbup: - nahezu alles in der aktuellen Welt macht "uns", wenn es ausfällt - "rat- und hilflos".

Weil das so ist, sollte man schleunigst den Planeten wechseln. Sicher gibt es "irgendwo" noch ein Plätzchen wo immerwährende heile Welt garantiert wird :dead:

Ach ja bis dahin einfach mal das tun : Die Wikipedia kann nicht nur online mit einem Webbrowser gelesen werden; es besteht auch die Möglichkeit, sich die gesamte Wikipedia auf den eigenen Rechner herunterzuladen. Das sollte doch die ärgsten Ängste sicher bekämpfen - das "eigene WIKIPEDIA" offline jederzeit verfügbar - wenn, wenn da nicht noch der totale Blackout drohen würde :rolleyes:

Da hilft eine PV mit Speicher, die sich zur Insel der Seeligen umschalten lässt - bleibt noch der Weltuntergang der lässt gerechterweise alle "rat- und hilflos" zurück auch mich :( mit dem doppelt gesicherten "eigenen WIKIPEDIA", welches ich täglich neu herunterlade (um ja nix zu verpassen) auf meiner kuscheligen Solar-Insel.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Fuerst_48 » So 30. Jul 2017, 22:16

immernoch_ratlos hat geschrieben:(30 Jul 2017, 22:43)

Na das ist ein treffendes Argument :thumbup: - nahezu alles in der aktuellen Welt macht "uns", wenn es ausfällt - "rat- und hilflos".

Weil das so ist, sollte man schleunigst den Planeten wechseln. Sicher gibt es "irgendwo" noch ein Plätzchen wo immerwährende heile Welt garantiert wird :dead:

Ach ja bis dahin einfach mal das tun : Die Wikipedia kann nicht nur online mit einem Webbrowser gelesen werden; es besteht auch die Möglichkeit, sich die gesamte Wikipedia auf den eigenen Rechner herunterzuladen. Das sollte doch die ärgsten Ängste sicher bekämpfen - das "eigene WIKIPEDIA" offline jederzeit verfügbar - wenn, wenn da nicht noch der totale Blackout drohen würde :rolleyes:

Da hilft eine PV mit Speicher, die sich zur Insel der Seeligen umschalten lässt - bleibt noch der Weltuntergang der lässt gerechterweise alle "rat- und hilflos" zurück auch mich :( mit dem doppelt gesicherten "eigenen WIKIPEDIA", welches ich täglich neu herunterlade (um ja nix zu verpassen) auf meiner kuscheligen Solar-Insel.

Bist du immer so eingeschränkt in deinem Denken?? Stell dir einen Mega-Crash vor, der das NET lahmlegt. Wie viele (vornehmlich) Youngsters stehen dann hilflos da, weil ihnen Lexika, Wörte- oder Sachbücher fremd sind.
In so einem Fall geht mit Wikipedia herunterladen GAR NICHTS MEHR!
Nachvollziehbar??
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Mo 31. Jul 2017, 07:27

Wirklich lustig wie Du werter Fürst auf meinen Scherz so ernsthaft eingehst. Glaubst Du im Ernst, ich lade mir hier in D das komplette WIKIPEDIA down ? Und das noch täglich, um immer auf dem neusten Stand zu sein :p

Was "Lexika, Wörte- oder Sachbücher" angeht, auch die gibt es schon seit längerem digital - auch "offline" - auch in Papier. Wesentlich praktischer ist die digitale Version. Was die Herstellung angeht, glaubst Du die gießen noch jeden Buchstaben wie zu Luthers Zeiten von Hand :?: Überhaupt wer heute lebt, wird sich der aktuellen Hilfsmittel bedienen. Daran ist absolut nichts bemerkenswertes. Die Welt des 21. Jahrhunderts ist eben kein 19. Jahrhundert mehr. Der Umgang und die Nutzung aktueller Technologien ist nirgendwo mehr wegzudenken.

Allenfalls die täuferisch-protestantische Glaubensgemeinschaft der Amish und ähnlich gestrickte Gruppen versuchen sich krampfhaft aus der Modern herauszuhalten. Selbstverständlich kann jeder versuchen so zu leben - nur das dürfte mit reichlich Nachteilen gesegnet sein.

Das "digitale Zeitalter" ist längst in jeden Bereich unseres Lebens eingedrungen. Sich dem zu verweigern dürfte sowohl unmöglich, als auch widersinnig sein. Der "Mega-Crash" der Dir vorschwebt, droht aus einer ganz anderen Richtung. Nicht gleich, nicht sofort, aber bei fortgesetzter Ignoranz gegenüber den uns noch zur Verfügung stehenden Ressourcen. Ob die von Dir geschmähten "Youngsters" besser dran wären, sich der Moderne zu widersetzen - um Deiner inzwischen reichlich antiquierten Vorstellung zu genügen, ist mindestens zweifelhaft. Noch in jeder Epoche gab es Vertreter Deiner Zunft. Rücksichtslos ist die Zeit über sie hinweggegangen.

Die "Unschuld" ging mit der ersten industriellen Revolution im ~ 16. Jahrhundert verloren. Wissensschaft schafft seither unaufhaltsam neue Erkenntnisse - erfreuliche, aber auch erschreckende. Nichts lässt sich da zurückdrehen. Die geschickte Anpassung ist der einzig gangbare Weg. Dazu gehört selbstverständlich auch das Nutzen moderner Kulturtechniken. Welcher Sinn mag darin liegen, auf Suchmaschinen und andere Möglichkeiten dieser Technologien zu verzichten - um was stattdessen zu tun :?:

Wenn Du in einem mehrstöckigen Haus wohnst, machst Du Dir da vergleichbare Gedanken beim Nutzen der Toilette :?: Solltest Du aber - fällt Wasser oder schlimmer der Strom längerfristig aus, ist so eine Hütte spätestens nach drei Tagen praktisch unbewohnbar. Hält Dich dieser Gedanke - es könne zu diesem "Mega-Crash" kommen davon ab, die Segnungen des 21. Jahrhunderts zu nutzen :?: - wohl eher nicht. So ist unser Leben voll von neuen und alten Abhängigkeiten und das permanente Grübeln über mögliche Ausfälle ruiniert einem den Tag recht gründlich :rolleyes:
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 31. Jul 2017, 08:43

immernoch_ratlos hat geschrieben:(28 Jul 2017, 21:09)
Was WIKIPEDIA angeht (Faser hat das ja schon deutlich gemacht), immerhin sind die Informationen erstaunlich oft vollkommen "up to date", etwas, was kein Papiernachschlagewerk je bieten konnte. Bis eine Neuauflage in den Läden war, waren die "neusten" Informationen darin wenigstens 2 Jahre alt. Auch dort floss neben der eigentlichen Information die Meinung - Wertung - der Bearbeiter oft auch der politische Hintergrund der Eigner ein. Das dies auch auf tausende von WIKI zutrifft, ist völlig normal - es liegt bei Nutzer mindesten minimale "Umfeld-Recherchen" zu betreiben. Wer glaubt, irgendwo - Vergangenheit oder Gegenwart - mit "absoluten Wahrheiten" ohne jedwede "Meinung" bedient zu werden, muss noch viel dazulernen. :p


Ja. Das ist schon völlig richtig. Es ist vollkommen unsinnig. sich über das Wesen von Gammastrahlung oder den Verlauf der Schlacht auf dem Amselfeld anderst zu informieren als über Wikipedia. Bei politisch angehauchten Themen siehts schon anders aus. Und will man sich jedoch wirklich und gründlich informieren und vielleicht auch noch dazu publizieren, ist Google/Wikipedia und co. definitiv der falsche Ort.

Ich habe aber ein anderes Beispiel für - ja, sicherlich nicht Dummmacherei - aber für eine starke Einschränkung der Weltsicht: Und dass sind alle Arten von Routenplanern, Navigationshilfen, diigitalen online-Maps usw. Die Übersicht geht verloren. Gegenüber der ganz tradierten Benutzung von Stadtplänen und Landkarten. Diese grobe Vorstellung von der Lage, Größe, Anordnung von Regionen, Orten, großen Städten. Trotz der praktischen und teils beinah unentbehrlichen Funktion dieser Hilfsmittel. Sie befördern eine Art von Ameisenperspektive. Du willst nur noch gesagt bekommen, in welche Richtung du jetzt hinzukrabbeln hast.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Mo 31. Jul 2017, 15:44

schokoschendrezki hat geschrieben:(31 Jul 2017, 09:43)
Ich habe aber ein anderes Beispiel für - ja, sicherlich nicht Dummmacherei - aber für eine starke Einschränkung der Weltsicht: Und dass sind alle Arten von Routenplanern, Navigationshilfen, diigitalen online-Maps usw. Die Übersicht geht verloren. Gegenüber der ganz tradierten Benutzung von Stadtplänen und Landkarten. Diese grobe Vorstellung von der Lage, Größe, Anordnung von Regionen, Orten, großen Städten. Trotz der praktischen und teils beinah unentbehrlichen Funktion dieser Hilfsmittel. Sie befördern eine Art von Ameisenperspektive. Du willst nur noch gesagt bekommen, in welche Richtung du jetzt hinzukrabbeln hast.

Ist kein geeignetes Beispiel, da Geoinformationssysteme einen viel größeren Blick ermöglichen als die Promenadologie. Zudem ist Mobilität auch kein Selbstzweck, sondern ein Grundbedürfnis. Einfach mal die Nutzung eines U-Bahnnetzes anschauen. Die Leute wollen von A nach B und müssen sich ggf. nur merken (oder halt nachschlagen), wo sie umsteigen müssen. Da kommen sie gerne an etlichen Stationen vorbei, an denen sie noch nie ausstiegen und auch nicht wissen, wie der Raum über ihnen aussieht. Es ist auch nicht wichtig. Mit der Ablehnung moderner Technologien kann man auch über Kompasse und Sextanten jammern, weil sich die Leute nicht am Moos oder der Sonnenbewegung orientieren. Nur ging die Steinzeit eben nicht durch einen Mangel an Steinen zugrunde und die Glühbirne entstand nicht, indem man die Kerzen perfektionierte. (fürs Phrasenschwein)

Von der gewerblichen Nutzung ganz zu schweigen, versteht sich. Oder solch nette Spielereien: http://verkehrsluecken.tagesspiegel.de/
Zuletzt geändert von frems am Mo 31. Jul 2017, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Ger9374 » Mo 31. Jul 2017, 16:35

Google und andere Suchmaschinen sind die Wissens und Datenspeicher der Gegenwart.
Sie verbinden unsere Informationssuche effizient mit den vorhandenen Internetressourcen.
Die Bücherreien der Zukunft!
Solange der Mensch nicht einseitig auf nur bestimmte Informationen geleitet wird sehe ich da keinerlei Probleme das der Suchende verdummt.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 04:15

frems hat geschrieben:(31 Jul 2017, 16:44)

Ist kein geeignetes Beispiel, da Geoinformationssysteme einen viel größeren Blick ermöglichen als die Promenadologie. Zudem ist Mobilität auch kein Selbstzweck, sondern ein Grundbedürfnis. Einfach mal die Nutzung eines U-Bahnnetzes anschauen. Die Leute wollen von A nach B und müssen sich ggf. nur merken (oder halt nachschlagen), wo sie umsteigen müssen. Da kommen sie gerne an etlichen Stationen vorbei, an denen sie noch nie ausstiegen und auch nicht wissen, wie der Raum über ihnen aussieht. Es ist auch nicht wichtig. Mit der Ablehnung moderner Technologien kann man auch über Kompasse und Sextanten jammern, weil sich die Leute nicht am Moos oder der Sonnenbewegung orientieren. Nur ging die Steinzeit eben nicht durch einen Mangel an Steinen zugrunde und die Glühbirne entstand nicht, indem man die Kerzen perfektionierte. (fürs Phrasenschwein)

Von der gewerblichen Nutzung ganz zu schweigen, versteht sich. Oder solch nette Spielereien: http://verkehrsluecken.tagesspiegel.de/

Ich habe diese Hilfsmittel nicht abgelehnt sondern (wörtlich) als "beinahe unentbehrlich" bezeichnet. Wollen wir jetzt eine Weile über den Unterschied zwischen "Ablehnen" und "für beinah unentbehrlich halten" diskutieren? Soll ich ihn dir erkären? Sag Bescheic!
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 1. Aug 2017, 10:59

Nun ich will gerne eingestehen die Nutzung eines Sextanten gehörte bislang eher nicht zu den mir vertrauten Techniken. Was die Nutzung von echten Papierkarten und Kompass angeht, könnte ich jederzeit problemlos wieder "umsteigen". Es macht wenig Sinn über etwas was sowieso nie die Wirklichkeit war (die Landkarte ist nicht die Welt), und nun "digitalisiert" zur Verfügung steht, ernsthaft zu streiten. Keine Ahnung ob Dir der Umgang mit einem Marschkompass (wahlweise in Grad oder Artilleriepromille) - inkl. das Umgehen von Hindernissen in "Echtzeit" vertraut ist - mir schon. Was Überlebenstechniken angeht - warum und wo ist das Moos (eher wohl Algen) an Bäumen zu finden :?: wo hilft eine vorzugsweise katholische Kirche bei der Orientierung der weltlichen Richtung :?: all das kann ich noch immer abrufen.

Nur inzwischen gibt es geostationäre Satelliten - warum also die damit verbundenen "Neuerungen" nicht nutzen :?: Wunderbare Programme z.B. von alpenvereinaktiv die sowohl passiv, als auch aktiv nutzbar sind. Jede Menge kleiner Geräte, mit denen sich dank GPS der eigene Weg exakter als je zuvor zurückverfolgen lässt (wer das möchte). Das sich all die auch gegen die eigenen Interessen richten kann, ist längst Binsenweisheit. Kein Vorteil ohne Nachteil - daran hat sich seit der erste Hominide diese Welt unsicher gemacht hat nix geändert.

Was diese - durchaus gesunde Misstrauen - gegenüber jeglicher "Zeitung" (ein altes Wort für Informationen aus dritter Hand) niemals geändert hat, ist die "hauseigene" Methode der Verifizierung jeglicher (wichtigen) Information. Die Möglichkeiten dazu sind im digitalen Zeitalter gewachsen, aber das Pflichtprogramm "wie nutze ich das", sind durchaus komplexer geworden. Dennoch, gegenüber der Verifikation von Informationen im Mittelalter (im Hindlerwäldlerdorf, wo alle Jahre mal ein "Fremder" durchkam), ist inzwischen doch einiges verändert worden :? Die schöne Sendung "Science Busters - wer nichts weiß, muss alles glauben" gibt da einen schönen "Überblick".

Das dieser Umstand des weitverbreiteten Nichtswissens (meist zwergenhafte Allgemeinbildung) von allen ausgenutzt wird, welche sich davon Vorteile versprechen, sollte längst zu den "allgemeinen Binsenweisheiten" gehören. "Schuld" daran ist der eklatante Mangel - die offensichtliche Faulheit sich AUSREICHEND zu informieren und nicht (allein) die ganzen Banden von "fake use Produzenten" dieser Welt. Wer z.B. der "Hohlwelttheorie" (Theorie der hohlen Erde (die Erde ist hohl) bzw. Innenweltkosmos, auch Erd-Innenweltkosmos oder Innenwelttheorie genannt (die Menschheit lebt auf der Innenseite einer Hohlkugel) ) "Glauben schenkt", ist ein Beispiel von Menschen, welchen definitiv "etwas" im Kontrollmechanismus - welches jedes Hirn eingebaut hat - fehlt.

Sollen "wir" der Rest der der Urteilsfähigen deswegen von all diesen "Neuerungen" ausgeschlossen bleiben :?: Wie groß muss das Unverständnis sein um zu solchen Schlussfolgerungen zu gelangen :?:

Wer nichts weiß, muss alles glauben - einziger Ausweg - sich überprüfbares Wissen verschaffen - lebenslang. Vermutlich hat dafür "Homo sapiens" sein energetisch sehr kostspieliges Hirn entwickelt... :eek:
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 1. Aug 2017, 12:46

immernoch_ratlos hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:59)

Nun ich will gerne eingestehen die Nutzung eines Sextanten gehörte bislang eher nicht zu den mir vertrauten Techniken. Was die Nutzung von echten Papierkarten und Kompass angeht, könnte ich jederzeit problemlos wieder "umsteigen". Es macht wenig Sinn über etwas was sowieso nie die Wirklichkeit war (die Landkarte ist nicht die Welt), und nun "digitalisiert" zur Verfügung steht, ernsthaft zu streiten.

Das Problem weiter oben ist eben quasi die Streiternsthaftigkeit. Zwei Phänomene gibt es sehr häufig in Onlinediskussionen:

Nummer eins: Nicht auf Argumente seiner Mitdiskutanten zu antworten sondern auf antizipierte Argumente. Nicht auf das, was ein Mitdiskutant sagt oder schreibt sondern auf das, was jemand meint, dass es sein Mitdiskutant gemeint habe.

Nummer zwei: Bei Abwesenheit einer echten Gegenposition, die man für starke Argumentation glaubt zu brauchen, diese Gegenposition einfach dem Nächstbesten zu unterstellen.

Beide Phänomene gehören zu den Spitzenreitern bei den Standard-Big-No-Nos für Online-Diskussionen. Es müsste eine Person her, die wenigstens ein Basiswissen für guten Diskussionsstil hat und Threads wie diesen hier entsprechend moderierte.
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Re:

Beitragvon frems » Di 1. Aug 2017, 13:03

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Aug 2017, 05:15)

Ich habe diese Hilfsmittel nicht abgelehnt sondern (wörtlich) als "beinahe unentbehrlich" bezeichnet. Wollen wir jetzt eine Weile über den Unterschied zwischen "Ablehnen" und "für beinah unentbehrlich halten" diskutieren? Soll ich ihn dir erkären? Sag Bescheic!

Kein Grund hysterisch, gereizt und zynisch zu werden. Lies doch nochmal meinen Einwand in Ruhe. Es ging nur darum, dass Du von "Einschränkung der Weltsicht" sprachst, aber letztlich nur die eigene Weitsicht bzw. Kurzsichtigkeit präsentiert hast. Die Ameisenperspektive ist der eigene Tunnelblick. Das sollte man mal reflektieren statt nur irgendwas aufzuschnappen und nachzuplappern. Denn Argumente oder gar Fakten hast Du für die Behauptungen nicht geliefert. Kein guter Stil, aber nachvollziehbar. Von Entbehrlichkeit sprach ich nämlich gar nicht, weshalb es argumentativ völlig sinnfrei ist, nun auf diesen Punkt zu verweisen statt auf jenes, was tatsächlich gesagt wurde. Man kriegt ja fast den Eindruck, Du seist Babyboomer.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Di 1. Aug 2017, 14:00

immernoch_ratlos hat geschrieben:(01 Aug 2017, 11:59)

Nun ich will gerne eingestehen die Nutzung eines Sextanten gehörte bislang eher nicht zu den mir vertrauten Techniken. Was die Nutzung von echten Papierkarten und Kompass angeht, könnte ich jederzeit problemlos wieder "umsteigen". Es macht wenig Sinn über etwas was sowieso nie die Wirklichkeit war (die Landkarte ist nicht die Welt), und nun "digitalisiert" zur Verfügung steht, ernsthaft zu streiten. Keine Ahnung ob Dir der Umgang mit einem Marschkompass (wahlweise in Grad oder Artilleriepromille) - inkl. das Umgehen von Hindernissen in "Echtzeit" vertraut ist - mir schon. Was Überlebenstechniken angeht - warum und wo ist das Moos (eher wohl Algen) an Bäumen zu finden :?: wo hilft eine vorzugsweise katholische Kirche bei der Orientierung der weltlichen Richtung :?: all das kann ich noch immer abrufen.

Falls sich das an mich richtet: selbstverständlich ist mir der Umgang vertraut. Am Dienst an der Waffe kam nicht dran vorbei. Der Umgang mit Sextanten wurde damals auf zivilen Seemannsschulen im Fach Navigation auch noch gelehrt. Das hat der heutigen Nutzung von Geoinformationssystemen zwar nicht geschadet, aber auch nicht genutzt. Leider ist der Aberglaube aber weit verbreitet in gewissen Milieus. Leider kommen dazu nie stichhaltige Argumente, die man nüchtern und sachlich diskutieren könnte. Weniger ist halt nicht immer mehr. Ich stelle es mir aber ziemlich lustig vor, wenn man heute -- ob in der Kriminologie, Klimatologie, Demographie, Stadtplanung, Marketing, ... -- wieder darauf verzichten sollte, weil angeblich die Weltsicht darunter leide, dass man sich intensiver mit der Analyse von Raumwirkungen auseinandersetzt.

Das dieser Umstand des weitverbreiteten Nichtswissens (meist zwergenhafte Allgemeinbildung) von allen ausgenutzt wird, welche sich davon Vorteile versprechen, sollte längst zu den "allgemeinen Binsenweisheiten" gehören. "Schuld" daran ist der eklatante Mangel - die offensichtliche Faulheit sich AUSREICHEND zu informieren und nicht (allein) die ganzen Banden von "fake use Produzenten" dieser Welt. Wer z.B. der "Hohlwelttheorie" (Theorie der hohlen Erde (die Erde ist hohl) bzw. Innenweltkosmos, auch Erd-Innenweltkosmos oder Innenwelttheorie genannt (die Menschheit lebt auf der Innenseite einer Hohlkugel) ) "Glauben schenkt", ist ein Beispiel von Menschen, welchen definitiv "etwas" im Kontrollmechanismus - welches jedes Hirn eingebaut hat - fehlt.

Halte ich jetzt nicht für so dramatisch, da es immer einen gewissen Anteil von Menschen gab, die für wirre Verschwörungstheorien anfällig waren. In Zeiten des Kalten Krieges waren Ufos und Aliens ja ziemlich populär, auch wenn es nicht so leicht war für den kleinen Mann, sein Gedankengut in alle Himmelsrichtungen zu verteilen. Das lief dann eher über die Stammtische und war für bestimmte Personengruppen auch eine Einkommensmöglichkeit. Der "Extraterrestrial Highway" in Nevada wurde ja nicht grundlos eingerichtet und entsprechend benannt. Ich bin da selbst schon mal entlanggefahren und habe Geschäfte im Ort Rachel aufgesucht. Ist schon ganz drollig. ;)

Sollen "wir" der Rest der der Urteilsfähigen deswegen von all diesen "Neuerungen" ausgeschlossen bleiben :?: Wie groß muss das Unverständnis sein um zu solchen Schlussfolgerungen zu gelangen :?:

Wer nichts weiß, muss alles glauben - einziger Ausweg - sich überprüfbares Wissen verschaffen - lebenslang. Vermutlich hat dafür "Homo sapiens" sein energetisch sehr kostspieliges Hirn entwickelt... :eek:

Naja, das ist ja das Schöne an der Sache: wenn jemand sieht, dass er durch den technischen Fortschritt Vorteile hat, so nutzt er's auch. Wenn jemand dies nicht erkennen will und ihn missionarisch belehren will, dann geht das meist an ihnen vorbei. Das hat man ja bei vielen alltäglichen Dingen. Ein Arbeitskollege hatte kürzlich seinen Frust ausgeschüttet, weil seine Tochter am Essenstisch häufig auf ihr Smartphone schaut. Ich habe ihn daraufhin gefragt, wie es denn komme, dass für die Tochter die Informationen auf dem Smartphone interessanter/spannender sind als das Gespräch mit ihren Eltern. Da herrschte erstmal Schweigen.
Labskaus!

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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Di 1. Aug 2017, 21:21

Nein frems Du warst nicht gemeint - womöglich hätte ich anders formulieren sollen...

Mir geht diese Gejammere um die weitgehend unvermeidlichen Veränderungen gewaltig auf den Sack. Manchen Schreiber hier hätten sicher niemals und aus Prinzip ihre Höhlen verlassen. Der Werbeslogan der Zementindustrie scheint mir vergleichsweise und vielfältig übertragbar passend "Beton ist was man daraus macht" :cool:
"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen." (aus China)
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Re: Re:

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 2. Aug 2017, 10:17

frems hat geschrieben:(01 Aug 2017, 14:03)

Kein Grund hysterisch, gereizt und zynisch zu werden. Lies doch nochmal meinen Einwand in Ruhe. Es ging nur darum, dass Du von "Einschränkung der Weltsicht" sprachst, aber letztlich nur die eigene Weitsicht bzw. Kurzsichtigkeit präsentiert hast. Die Ameisenperspektive ist der eigene Tunnelblick. Das sollte man mal reflektieren statt nur irgendwas aufzuschnappen und nachzuplappern.


Nein. Eine Ameisenperspektive als solche überhaupt wahrzunehmen, erfordert eben schon eine Giraffenperspektive. Man kann als Ameise gar nicht über eine Ameisenperspektive reflektieren. Grundsätzlich!

Ganz neue Entwicklungen aufzunehmen ist viel besser. An der Kunsthochschule Weißensee wurde 2014/2015 beispielhaft das Projekt "james" begonnen: Navigation durch taktile Signale. Sprich: durch leichten Druck aufs rechte oder linke Handgelenk, Vorschläge für Bewegungsrichtungen zu machen. Denn (Zitat):
Unser primäres Organ zur Erfassung der unmittelbaren Umwelt ist das Auge. Unter diesem Aspekt sind Navigationsgeräte eigentlich kontraproduktiv, denn die visuelle Aufmerksamkeit, die sie verlangen, fehlt bei der Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung. Gleichzeitig tragen sie zur visuellen Reizüberflutung bei. Die Wahrnehmung des unmittelbaren Verkehrsgeschehens wirdAC reduziert.

Mit der Zeit gehen. Offen für Veränderungen sein ist das Gebot. Dieser Praktikabilitatirismus ist eine Geburt der 80er, 90er Jahre. Nach der die Frage der Bevorzugung von weißem, grauem oder bunt bedrucktem Klopapier zu einer Sinngebungsfrage hochstilisiert wurde. Letztendlich geht es aber darum, zu verstehen, was die Exzeptionalität der Musik von Bach ausmacht, oder die hintergründige Psychologie der Kafka-Romane und vor allem auch, was es mit der Existenz des Universums auf sich hat ... und nicht wie ich am schnellsten zum Senefelder Platz komme.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

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