Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

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schokoschendrezki
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 18. Aug 2017, 13:17

Alpha Centauri hat geschrieben:(18 Aug 2017, 13:10)

Egal in welchen Bereich man Blickt, Politik,Wirtschaft, Justiz, Kunst, Wissenschaft, oder Sport,Geld regiert überall und nur die Welt, ein einfacher Satz, aber dennoch so wahr.

Für diejenigen die am Gott glauben oder denn Glauben daran längst verloren haben gibt es stets eine Ersatz Gottheit, den einzig wertvollen Wertmaßstab: Das Geld.

Das eine ist das trotzige und (aus meiner Sicht) positive Bekenntnis zu all dem, was vom Pragmatizismus sozialistischer Prägung oder protestantischer Tradition als "dekadent" bezeichnet und verunglimpft wird. Das ist aber bei mir so positiv konnotiert wie die Legende von Diogenes, der als freien Wunsch der Wahl den König bat, er möge "aus dem Sonnenlicht gehen". Kein Grund zur Larmoyanz!
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Gilmoregirl
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Gilmoregirl » Fr 18. Aug 2017, 13:43

Vater oder Mutter werden vom Nachwuchs etwas gefragt.
Um eine besonders kluge Antwort zu geben, wird schnell das Smartphone gezückt unf google gefragt, die Antwort vorgelesen. Fertig.

Wo aber bleibt das Philosophieren über Dinge?
Wo bleiben Aussagen. ich weiß nicht, was denkst du???
Motivation, dass das Kind sich selbst mit dem Thema auseinandersetzt und die Eltern nur nachfragen und mit
ihren Fragen das Kind weiterbringen?
Siri& Alexa wissen , wer wann Geburtstag hat, der wievielte es ist und in welchem aden man die schönsten Blumen bekommt.
TomTom schickt uns in den Urlaub und manchmal in den Fluss---mit Katre wäre letzteres nur dann passiert, wenn ich sie nicht lesen könnte UND mich nicht blind auf die Technik verlasse.
Blauschimmerndes Licht bringt uns ebenfalls Lesegenuss und 5 Bücher Urlaubslektüre auf ein minimales Format; vom Gewicht ganz zu schweigen.
Der Taschenrechner sagt und schnell , was ein Fünftel von 127 ist , die sprechende Waage rät uns zu ein paar Tagen sportlicher Aktivität.

Was macht das mit uns...und insbesondere unserem Gehirn? Es wird nicht mehr in all seinen Facetten benutzt, es verkümmert! Mich würde interessieren, wie groß unser Gehirn in 100 Jahren ist...ich denke, es ist kleiner geworden und bringt weniger Leistung. Oder wir spalten uns nochmal auf...in zwei Menschengruppen: eine kluge und eine tumbe.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon gödelchen » Fr 18. Aug 2017, 15:03

Gilmoregirl hat geschrieben:(18 Aug 2017, 14:43)

Vater oder Mutter werden vom Nachwuchs etwas gefragt.
Um eine besonders kluge Antwort zu geben, wird schnell das Smartphone gezückt unf google gefragt, die Antwort vorgelesen. Fertig.

Wo aber bleibt das Philosophieren über Dinge?
Wo bleiben Aussagen. ich weiß nicht, was denkst du???
Motivation, dass das Kind sich selbst mit dem Thema auseinandersetzt und die Eltern nur nachfragen und mit
ihren Fragen das Kind weiterbringen?
Siri& Alexa wissen , wer wann Geburtstag hat, der wievielte es ist und in welchem aden man die schönsten Blumen bekommt.
TomTom schickt uns in den Urlaub und manchmal in den Fluss---mit Katre wäre letzteres nur dann passiert, wenn ich sie nicht lesen könnte UND mich nicht blind auf die Technik verlasse.
Blauschimmerndes Licht bringt uns ebenfalls Lesegenuss und 5 Bücher Urlaubslektüre auf ein minimales Format; vom Gewicht ganz zu schweigen.
Der Taschenrechner sagt und schnell , was ein Fünftel von 127 ist , die sprechende Waage rät uns zu ein paar Tagen sportlicher Aktivität.

Was macht das mit uns...und insbesondere unserem Gehirn? Es wird nicht mehr in all seinen Facetten benutzt, es verkümmert! Mich würde interessieren, wie groß unser Gehirn in 100 Jahren ist...ich denke, es ist kleiner geworden und bringt weniger Leistung. Oder wir spalten uns nochmal auf...in zwei Menschengruppen: eine kluge und eine tumbe.


..es ist doch müßig sich zu fragen:

https://www.youtube.com/watch?v=uPHi5xn_q5c

Wir werden in naher Zukunft noch nicht mal wissen, was fragen eigentlich ist..... wir brauchen die noch nicht mal mehr. Sind wie das Haarkleid wird alles überflüssig. Wir werden auch vergessen, warum fragen eigentlich wichtig ist. Wir werden halt eher zuschlagen.......:-). Das Individuum braucht demnächst keine Fragen mehr. Ist halt :-)
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Alpha Centauri » Fr 18. Aug 2017, 20:09

Das Problem die allgemeine Smartphone Sucht der modernen Technik Sklaven hierzulande
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon unity in diversity » Sa 19. Aug 2017, 03:24

Alpha Centauri hat geschrieben:(18 Aug 2017, 21:09)

Das Problem die allgemeine Smartphone Sucht der modernen Technik Sklaven hierzulande

Die Smombies sind eine öffentliche Gefahr, weil sie jede Laterne umrennen und auch sonst den Straßenverkehr behindern.
Man muß, als Autofahrer, stets für die Smombies mitdenken, damit nichts passiert.
http://www.bluhmsysteme.com/blog/wp-con ... 00x510.jpg

http://www.dravenstales.ch/wp-content/u ... ombies.jpg
Zuletzt geändert von unity in diversity am Sa 19. Aug 2017, 03:32, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 19. Aug 2017, 03:27

Alpha Centauri hat geschrieben:(18 Aug 2017, 21:09)

Das Problem die allgemeine Smartphone Sucht der modernen Technik Sklaven hierzulande


Es wird verschiedentlich auch vermutet, dass der Smartphone-Gebrauch eine negative Auswirkung auf den Gebrauch der deutschen Sprache hat. ... Ich glaube das eher nicht. ;)
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon immernoch_ratlos » Sa 19. Aug 2017, 10:15

Realist hat geschrieben:Die kontinuierlich steigende Menge an Information ( und Daten...) , welche im Netz verfügbar sind, erfordert ganz neue Fertigkeiten, diese zu verarbeiten...
Genau darum geht es - neue Technologien erfordern neues Wissen, clevere Nutzung und der Wille sich damit wenigstens soweit zu befassen, um den möglichen Nutzen zu erkennen.

Einige hier ähneln dem Typus der sich bald mit der größeren Verbreitung von PC zu erkennen gab - da gab es einige, die geradezu stolz auf ihren selbstverschuldeten Computeranalphabetismus waren - der Ausspruch "so ein Kasten kommt mir nicht ins Haus" - ähnelt verblüffend einigen Sprüchen hier, die ungefähr die selbe Intention haben.

Ich vermute in vielen Fällen ist das nichts als das "dem Fuchs hängen die Trauben zu hoch Syndrom"... :rolleyes:

Was mich angeht, beruflich (das sollte eigentlich auf alle zutreffen) war ich nicht wirklich "gezwungen" sondern freiwillig bereit, das ganz normale obsolet werden, sowohl von "Hardware", als auch "Software" - also alles was mit Material und Arbeitstechniken zusammenhing zur Kenntnis zu nehmen und neues so "einzubauen", dass der Nutzen überwiegt. Warum soll ich das ändern - nur weil ich dazu nichtmehr "gezwungen" bin :?:

Das "Handy" (dummes Denglisch) nun das Smartphone, Tablett als Ergänzung der üblichen Kommunikationsmittel. Nicht als Erster, aber recht bald nach seinem Auftauchen angeschafft - Handhabung dazugelernt und auf Nutzungsmöglichkeiten überprüft - nicht nutzlos, aber da ich überall wo ich mich gewöhnlich aufhalte, einen PC zur Verfügung habe (meist) mit mehreren Monitoren, sind diese "Neuerungen" nicht unbedingt das ideale Werkzeug für mich. So als Ergänzung für außer Haus Aktivitäten ganz OK. Im PKW gibt es eine Freisprechanlage, die nicht nur mein Smartphone (wenn es denn eingeschaltet ist) automatisch verbindet. Nicht der ganz große "Renner", aber so entgeht mir dieses Kommunikationsgerät wenigstens nicht und wenn sich mein "Bewegungsprofil" ändern sollte, bin ich sofort up to date.

Für die Nutzung all dieser Möglichkeiten muss der eigene "Homecomputer" (der oben auf dem Hals befestigt ist) mit einem Minimum an Allgemeinwissen und was noch wichtiger ist, mit permanenter Neugier auf seine Umwelt ausgestattet sein. Dann funktioniert es auch prächtig mit all den technischen Helferlein über die heute jeder verfügen KANN....

Ach ja - was NAVI oder eine Smartphone / Tablett als Hilfe in unbekanntem Gelände angeht, bevor ich mir das erste "NAVI" angeschafft habe, hatte ich immer einen ganzen Satz Karten im Auto - meist beim Kauf schon veraltet - unpraktisch in der Anwendung. Erfahrungsgemäß für viele "Ehefrauen" ein im Wortsinn "Terra incognita" - die Möglichkeit zum heftigen Ehestreit fix eingebaut (auch wenn das Weib das Steuer führt) Nun ja, wer sein NAVI einschaltet, sollte immer auch das "zweite Navi" das jeder (nun ja) mitbekommen hat, eingeschaltete sein, dann klappt es auch an den "Geisterbrücken" und ähnlichen Gelegenheiten wo das "zweite Navi" unbedingt zum Einsatz kommen sollte :thumbup:

Schön die "Heim" (neudeutsch "Home-Funktion") bei Bekannten (irgendwo auf dem Land) zu Besuch gewesen, finstere Nacht - frühe Morgenstunde - langes herumsuchen unerwünscht - nun ja das erledigt die Technik problem- und stesslos .... Ja ich weiß der "Könner" findet u.a.U. auch "ohne" nach Hause :rolleyes:

Ähnlich nützlich und bequem, statt mindestens einen Satz "Messtischblätter" mit sich herumschleppen um längere Wanderungen auf unbekanntem Terrain zu absolvieren (da offline, auch im Gebirge nutzbar - durchaus ein Sicherheitsaspekt) eine - die Dinger (Karten) enden stets dann, wenn man sie am notwendigsten gebraucht hätte - ist es heute möglich so was problemlos Zuhause vorzubereiten um dann jederzeit - wenn man dessen bedarf, festzustellen, wo man und eventuell auch der "Rest" der Truppe gerade ist. Beliebte Fahrradtouren mit wirklich jeder Einzelheit finden sich zuhauf im Netz - oder man plant sie selbst genau vor.

Wen es ins Ausland zieht - nicht zum Badestrand und Ballermann - kann auch schon zu Hause an seine Bedürfnisse angepasste "Tourenplanung" vornehmen - Karten für den Offline-Betrieb speichern um sie vor Ort zu nutzen. Es soll ja Menschen geben, welche warum auch immer gern möglichst alles was es da vor Ort zu "entdecken" gibt, zuvor detailliert wissen wollen....

Mit solchen Hilfsmittel ist das "Geocaching" entstanden. Eine inzwischen etablierte und beliebte Freizeitaktivität die es wohl kaum gäbe, wenn es nicht all die schönen Gizmos gäbe.

So in etwa und längst nicht vollständig gibt die "neue" Technologie auch neue Wege und Verständnis frei - ob diese Erkenntnis es bei denn "freiwilligen Zwangsverweigerern" irgendwann mal in die Gehirnwindungen schafft ? Wenn nicht, können einem deren Kinder nur leid tun, hoffentlich fällt da der Apfel nicht allzu nahe am Stamm.....
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 19. Aug 2017, 10:37

unity in diversity hat geschrieben:(19 Aug 2017, 04:24)

Die Smombies sind eine öffentliche Gefahr, weil sie jede Laterne umrennen und auch sonst den Straßenverkehr behindern.
Man muß, als Autofahrer, stets für die Smombies mitdenken, damit nichts passiert.
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Nicht nur für Informationssüchtige, sondern für alle. Ein Blick auf § 1 (1) StVO würde dafür schon genügen, aber welcher Autofahrer kennt die Grundregeln schon? Wir leben eben in einem Land, wo man für den Erwerb eines Führerscheins nicht einmal einen Schulabschluss benötigt und wo sich jeder 16-jährige Mopedfahrer wie ein Professor für Verkehrswissenschaften fühlen darf.
Labskaus!

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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon frems » Sa 19. Aug 2017, 10:48

Gilmoregirl hat geschrieben:(18 Aug 2017, 14:43)
Was macht das mit uns...und insbesondere unserem Gehirn? Es wird nicht mehr in all seinen Facetten benutzt, es verkümmert! Mich würde interessieren, wie groß unser Gehirn in 100 Jahren ist...ich denke, es ist kleiner geworden und bringt weniger Leistung. Oder wir spalten uns nochmal auf...in zwei Menschengruppen: eine kluge und eine tumbe.

Naja, die kluge Menschengruppe orientiert sich nicht am Glauben, sondern sucht mit ihren Möglichkeiten nach Erklärungen, wo sie ggf. auf den Flynn-Effekt und andere Fakten stößt. Und dann gibt's die anderen.
Labskaus!

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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 19. Aug 2017, 11:03

frems hat geschrieben:(19 Aug 2017, 11:37)

Nicht nur für Informationssüchtige, sondern für alle. Ein Blick auf § 1 (1) StVO würde dafür schon genügen, aber welcher Autofahrer kennt die Grundregeln schon?

Ja. Das ist schon klar. Die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung kennt sicherlich kaum irgendein Autofahrer. :rolleyes:
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Selina » Sa 19. Aug 2017, 11:30

Um mal zur Frage des Threads zurückzukommen: Wer nicht schon vorher dumm war, wird es mit Google ganz bestimmt auch nicht werden :D Und wer es beizeiten schon gelernt hat, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, Prioritäten zu setzen und sich ständig ein Minimum an technischem Verständnis anzueignen, der dürfte auch nicht gefährdet sein, wenn er immer mal ein wenig googelt und sich auch sonst digital betätigt. Und wer der überbordenden und wachsenden Macht von Kommunikations-Großkonzernen etwas Sinnvolles entgegensetzen will, nutzt halt andere Suchmaschinen und lässt Googles Expansionsabsichten in seinem privaten Bereich einfach außen vor ;) Und im Übrigen ist mir eine ordentlich "zusammengegoogelte" Wikipedia-Auskunft plus persönlichem Kommentar lieber als zusammengestottertes Halbwissen.
Drüben im Walde kängt ein Guruh - Warte nur balde kängurst auch du. Joachim Ringelnatz
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 19. Aug 2017, 12:13

Selina hat geschrieben:(19 Aug 2017, 12:30)

Um mal zur Frage des Threads zurückzukommen: Wer nicht schon vorher dumm war, wird es mit Google ganz bestimmt auch nicht werden :D Und wer es beizeiten schon gelernt hat, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, Prioritäten zu setzen und sich ständig ein Minimum an technischem Verständnis anzueignen, der dürfte auch nicht gefährdet sein, wenn er immer mal ein wenig googelt und sich auch sonst digital betätigt. Und wer der überbordenden und wachsenden Macht von Kommunikations-Großkonzernen etwas Sinnvolles entgegensetzen will, nutzt halt andere Suchmaschinen und lässt Googles Expansionsabsichten in seinem privaten Bereich einfach außen vor ;) Und im Übrigen ist mir eine ordentlich "zusammengegoogelte" Wikipedia-Auskunft plus persönlichem Kommentar lieber als zusammengestottertes Halbwissen.

Mindestens ebenso relevant wie die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem trennen zu können, dürfte die Fähigkeit - und wichtiger noch:; Der Willen - sein, eigene Gedanken gegen Vorgedachtes, Nachgemachtes, Verbreitetes oder auch lediglich aus der History Extrapoliertes zu verteidigen.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Selina » Sa 19. Aug 2017, 12:42

schokoschendrezki hat geschrieben:(19 Aug 2017, 13:13)

Mindestens ebenso relevant wie die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem trennen zu können, dürfte die Fähigkeit - und wichtiger noch:; Der Willen - sein, eigene Gedanken gegen Vorgedachtes, Nachgemachtes, Verbreitetes oder auch lediglich aus der History Extrapoliertes zu verteidigen.


Sicher, wobei die Non-Profit-Organisation Wikipedia, die mit zahlreichen Wiki-Vereinen zusammenarbeitet, wo unzählige Freiwillige und Ehrenamtliche massenhaft detailliertes "Weltwissen" zusammentragen, nicht von den schlechtesten Eltern ist. Da kann man schon ziemlich gelassen, ohne schlechtes Gewissen und auch neugierig reinschauen. Zumal du dort zig brauchbare Quellenangaben findest zu den jeweiligen Suchbegriffen. Wenn du jedoch meinst, dass eigene Gedanken dem Nachplappern von Angelesenem vorzuziehen sind, dann hast du natürlich recht. Es setzt jedoch auch eine Menge Erfahrung, eigenes, vorher erworbenes Wissen und Abstraktionsvermögen voraus, richtig zu googeln bzw. richtig nachzuschlagen in den entsprechenden Enzyklopädien und das Gefundene auch einordnen und werten zu können. Wer die Methodik des "Nachschlagens" und der Hintergrundsuche im eigenen Alltag nie gelernt hat, wirds natürlich beim schlichten Googeln auch nicht lernen. Ich finde, die richtige Mischung machts: Viel lesen, viel Pro und Kontra diskutieren, viele der eigenen Meinung entgegenstehende Auffassungen rezipieren und durchaus auch mal was nachschlagen etcpp :)
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon unity in diversity » Sa 19. Aug 2017, 13:15

Früher gehörte es zur Bildung, ca. 2 Meter Brockhaus in der Schrankwand stehen zu haben.
Heute gibt es handliche Suchmaschinen.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon schokoschendrezki » Sa 19. Aug 2017, 14:41

Selina hat geschrieben:(19 Aug 2017, 13:42)

Sicher, wobei die Non-Profit-Organisation Wikipedia, die mit zahlreichen Wiki-Vereinen zusammenarbeitet, wo unzählige Freiwillige und Ehrenamtliche massenhaft detailliertes "Weltwissen" zusammentragen, nicht von den schlechtesten Eltern ist. Da kann man schon ziemlich gelassen, ohne schlechtes Gewissen und auch neugierig reinschauen. Zumal du dort zig brauchbare Quellenangaben findest zu den jeweiligen Suchbegriffen. Wenn du jedoch meinst, dass eigene Gedanken dem Nachplappern von Angelesenem vorzuziehen sind, dann hast du natürlich recht. Es setzt jedoch auch eine Menge Erfahrung, eigenes, vorher erworbenes Wissen und Abstraktionsvermögen voraus, richtig zu googeln bzw. richtig nachzuschlagen in den entsprechenden Enzyklopädien und das Gefundene auch einordnen und werten zu können. Wer die Methodik des "Nachschlagens" und der Hintergrundsuche im eigenen Alltag nie gelernt hat, wirds natürlich beim schlichten Googeln auch nicht lernen. Ich finde, die richtige Mischung machts: Viel lesen, viel Pro und Kontra diskutieren, viele der eigenen Meinung entgegenstehende Auffassungen rezipieren und durchaus auch mal was nachschlagen etcpp :)

Wikipedia ist - jedenfalls in Bezug auf reine Sachthemen - sicher auch kein Problem. Nehmen wir dafür einmal Audioplayer: Ich benutze clementine (amarok-fork), ein Player mit wie üblich allen möglichen nützlichen Zusatzfunktionen. Eine davon ignoriere ich konsequent: Die Vorschlagsfunktion für neue Musiktitel. Der Weg in eine Art geschlossene Kokoneinspinnung ist so völlig offensichtlich, dass ich selbst den Nachteil in Kauf nehme, Sachen, die mich vielleicht an sich begeistern würden, unter Umständen nicht mitzubekommen. Weil es wesentlich wichtiger ist, völlig offen für völlig neue, einem selbst zunächst völlig fremde und ungewohnte Richtungen und Stile zu bleiben.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Fazer » Do 7. Sep 2017, 22:15

Fuerst_48 hat geschrieben:(04 Aug 2017, 09:33)

Die Abhängigkeit vom NET ist dann offenkundig. Wer sich anders zu helfen weiß, ist im Vorteil. Aber die Probleme wären gewaltig, das stimmt.


Die digitale Vernetzung ist so gross, dass bei einem kompletten Crash die gesamte Wirtschaft stilliegt.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Fazer » Do 7. Sep 2017, 22:27

unity in diversity hat geschrieben:(19 Aug 2017, 14:15)

Früher gehörte es zur Bildung, ca. 2 Meter Brockhaus in der Schrankwand stehen zu haben.
Heute gibt es handliche Suchmaschinen.


Die 2m Brockhaus, 19. Auflage, stehen bei mir zu Hause. Und werden quasi gar nicht mehr genutzt.
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Re: Macht uns Google dumm? - digitale Demenz - Fluch oder Segen?

Beitragvon Alster » So 22. Okt 2017, 15:42

HugoBettauer hat geschrieben:Ich finde hier französische Seiten ganz einfach.

Hier schon, in China leider nicht. Da ist google gesperrt. Gar nicht so einfach wenn Du auf der map schnell mal den weg zur nächsten UBahn Station suchen willst

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